Ausgabe 
26.10.1939
 
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tückischen Intrigen zu stören. Es darf nicht noch einmal Gelegenheit bekommen, sich auf so zynische Weise der Verständigung der Völker entgegenzu­stemmen und KU Hintertreiben, wie in diesen letzten Jahren es A und D der britischen Politik gewesen ist. Daß England damit allein die Schuld und die volle Verantwortung für diesen Krieg trägt, hat Reichsaußenminister von Rippentrop in seiner Dan­ziger Rede klar und eindeutig nachgewiesen. Er brauchte dabei nur den chronologischen Gang der Ereignisse aufzeigen, die dem letzten Friedensan­gebot des Führers und seiner Ablehnung durch England vorangegangen waren. Gerade die klare Sachlichkeit, mit der hier der erste außenpolitische Mitarbeiter des Führers aus seiner vertrautesten Kenntnis der Dinge heraus berichtete, sprach über­zeugend für Deutschlands Bemühungen, eine ge­rechte Neuordnung Europas durch Beseitigung der Unerträglichkeiten des Versailler Diktats auf dem Verhandlungswege und ohne jede Schädigung der britischen Interessen durchzusetzen. Geradezu er- schütterrrd wirkte in der Darstellung Ribbentrops, wie es der Führer als seine eigenste Aufgabe, ja als Grundlinie seiner gesamten Außenpolitik betrach­tet hat, mit England in ein wahrhaft freundschaft­liches Verhältnis au kommen, obwohl alle feine Ver­suche, eine aufrichtige Aussprache anzubahnen, im­mer wieder aus kühle Zurückhaltung, ja eisige Ab­lehnung stießen.

Das England angebotene Schutz, und Trutzbünd- nis, von dem wir aus dem Munde Ribbentrops ausführlich erfuhren, ist wohl der weitestgehende Ausdruck dieser Versuche, die in dem Bewußtsein gemacht worden waren, daß nichts den Frieden der Welt stärker zu sichern vermöge als eine auf­richtige deutsch-britische Freundschaft. Mit dem in dem Bündnisangebot ausgesprochenen einseitigen Verzicht auf jede Waffenhilfe Englands stellte der Führer klar, daß Deutschland keinerlei aggressive außenpolitische Ziele habe, die England vor die Notwendigkeit stellen würden, für uns zum Schwert zu greifen, während umgekehrt Deutschland bereit war, nicht nur seine Kriegsflotte, sondern auch eine Anzahl von Divisionen seines Landheeres dort ein­zusetzen, wo England sich im Frieden seines Em­pire bedroht fühle. Zusammen mit der Garantie der ewigen Unantastbarkeit der zwischen Deutsch­land und England liegenden Länder Holland, Bel­gien und Frankreich und der britischen Interessen in der Welt bzw. der deutschen Interessen in Ost­europa wäre dieses Bündnis die sicherste Garantie für eine friedliche Entwicklung Europas gewesen. Aber daran war England nichts gelegen, es wollte einen in Unftieden zerklüfteten und sich in Miß­trauen verzehrenden Kontinent, es wollte die Der- nichtung Deutschlands, es wollte den Krieg.

Es war damals schon in der kleinen Clique, die hr England die Politik macht, beschlossene Sache. Man fühlte sich nur noch zu schwach, um über Deutschland herzufallen, und der Versuch, die Fran­zosen schon im Jahre der nationalsozialistischen Er­hebung au einem Präventivkrieg gegen das wie­dererstarkende Deutschland aufzuputschen, mißlang. Auch dafür führte Ribbentrop eindrucksvolle unb untrügliche Beweise an. Ja, als im Sommer des gleichen Jahres es den Anschein hatte, als ob durch eine persönliche Aussprache zwischen Daladier und Adolf Hitler eine deutsch-französische Verständigung herbeigeführt werden könnte, war es wieder Eng­land, das in Paris alle Minen springen ließ, um den ihm damals als Ministerpräsidenten unbeque­men und als Dolksmann höchst verdächtigen Da­ladier au stürmen und damit jeden Versuch einer deutsch-französischen Verständigung im Keime zu ersticken. Und nun arbeitete England mit dem gan­zen Zynismus, dessen nur die englische Politik fähig ist, daraufhin, für den Krieg, den man zur Ver­nichtung oes unter nationalsozialistischer Führung emporstrebenden Deutschlands $u führen entschlossen war, diplomatisch und militärisch gerüstet zu sein. Das Bündnis mit Frankreich, die Einkreisungs­politik im Südosten, die freilich vergebliche Füh­lungnahme in Moskau und schließlich die Garantie an Polen sollten sich zu dem Netz aneinanderreihen, das man Deutschland über den Kopf werfen wollte, Um es zu erdrosseln, ohne selbst sich dabei in Un­kosten stürzen zu müssen. Daß der saubere Plan an seiner wichtigsten Stelle durch den deutsch-russischen Freundschaftspakt durchkreuzt wurde, hatte man in London am allerwenigsten vorausgesehen. Trotzdem blieb England stur bei seinem Vorhaben. Die Ga. rantie an Polen sollte ihm nur die Gelegenheit bieten, mit einem für das eigene Volk einigermaßen plausiblen Grund den Krieg gegen Deutschland vom Zaun zu brechen.

Auch für diese heimtückische Hinterhältigkeit der englischen Politik, die, statt auf ihren polnischen Schützling mäßigend einzuwirken, ihn zu den frech­sten Provokationen geradezu anstachelte, auch für diese saubere Kulissenarbeit der britischen Reaie- rung ist Ribbentrop in seiner Danziger Rede Den Beweis nicht schuldig geblieben. Ebenso schonungs­los zerriß er den Schleier des Lügengewebes, den die britiscke Propaganda um die Haltung Englands m Müncyen gebreitet hat, um Englands Schuld am Kriege zu vertuschen. Ribbentrops Enthüllungen haben endgültig Schluß gemacht mit der lächerlichen Meinung, als ob München dasFriedenswerk" des Herrn Chamberlain gewesen sei. Chamberlain, der gehofft hatte, Deutschland durch Kriegsdrohungen von seinen berechtiaten Forderungen zur Befreiung seiner sudetendeutschen Brüder abzubringen, konnte diese Drohung lediglich deshalb nicht ausführen, weil England sich dazu noch nicht hinreicheno stark fühlte. Aber ungeachtet seines auf fein eigenes Drängen mit dem Führer in München geschlosse­nen Konsultationsoersprechens stellte sich Chamber­lain unmittelbar nach seiner Rückkehr aus München an die Spitze der britischen Auftüstungspropaganda, Um England in den Stand zu setzen, den in Mün­chen nur verschobenen Krieg gegen Deutschland bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Diese Gelegenheit sollte bann Englands Garantie für Polen geben.

So enthüllt sich die britische Außenpolitik als eine Kette von planmäßig angelegten Manövern, die politisch wie militärisch hie für England günstige Situation schaffen sollten, den Krieg gegen Deutsch­land zu beginnen. Es war eine Pflicht der deutschen Außenpolitik, sobald sie sah, wie man in England auf die deutschen Derständigungsangebote reagierte, die entsprechenden Sicherungen zu schaffen und mit den Mächten Fühlung zu suchen, die gleichlaufende Interessen an einer gesunden Neuordnung und einer Stabilisierung des Weltfriedens hatten. So ent­standen in der deutsch-italienischen Achse und in dem Dreieck BerlinRomTokio die Instrumente für eine Politik der Konsolidierung in Europa und der Welt. Dazu trat sodann als neuer mächtiger Fak­tor die Freundschaft mit Sowjetrußland, errichtet auf den Grundlagen altbewährter Tradition und daher auch, wie Reichsaußenminister von Ribben­trop in Danzig noch einmal unterstrich, fest ver­wurzelt in beiden Völkern, eine politische Realität, deren Auswirkung man auch in England nicht lange

mehr wird übersehen können. So steht heute Deutsch­land, äußerlich und innerlich ganz anders als 1914 gerüstet, zum Aeußersten entschlossen, diesen ihm aufgezwungenen Kampf zu führen für die Sicher­stellung seiner ewigen Lebensrechte, die England ihm mißgönnt, entschlossen, diesen Krieg bis zur letzten Entscheidung zu führen, die dem deutschen Volk und seinem Reich die Sicherung vor jedem neuen frevelhaften Angriff bringen muß.

Fr. w. Lange.

Abgrundtiefe Verlogenheit.

Chamberlain leugnet noch immer die Gift­gaslieferungen des edlen Englands.

London, 25. Oktober. (DJtB.) 3m Unterhaus wurde Chamberlain gefragt, ob er eine Erklärung zu den wiederholten Behauptungen Deutschlands abzugeben f)aber daß Großbritannien Polen Gift­gas geliefert habe. Chamberlain erklärte, er nehme gern die Gelegenheit wahr, um kategorisch feskzu-

ffeUen, daß von England niemals Giftgas in irgend­einer Form an Polen geliefert worden fei.

Churchill lügt weiter.

London, 26. Okt. (Europapreß.) Zu Beginn dcr Unterhaussitzung am Mittwoch wurde Marine­minister Winston Churchill über die Vorgänge bei der Versenkung derRoyal Dar befragt. Churchill teilte mit, daß die Untersuchung gegen­wärtig im Gange sei, er hoffe, in der nächsten Woche eine vollständige Erklärung abgeben zu können. Als der Minister auf die Sachdarstellung des deutschen U-Bootskommandanten Kapitänleut­nant Prien hingewiesen wurde, sagte er, er habe eine Anzahl von Erklärurngen des deutschen Kom­mandanten gelesen. Diese beständen zum Teil aus Mitteilungen, die bereits im Unterhaus gemacht worden seien, und zum anderen Teil entsprächen sie in keiner Weise den Tatsachen. Eine Erläuterung dieser erstaunlichen Erklärung hielt der Minister nicht für notwendig.

England sucht die Neutralen zu erpressen

Berlin, 25. Okt. (DNB.) Der Deutsche D i e n st schreibt: In einem Interview für die bel­gische ZeitungL'Independance Belge" hat der britische Minister für die Kriegswirt­schaft, Sir Ronald Croß, erneut Erläute­rungen über die britische Einstellung zum Handels­verkehr der neutralen Länder gegeben. Als neues Argument zur Tröstung der Neutralen wegen der wochenlangen rigorosen Festhaltung ihrer Schiffe und der rücksichtslosen und völkerrechtswidrigen Löschungen ihrer Ladungen wird von Croß die Feststellung herangezogen, daß sich Enaland für alle Demokratien schlage und deshalb alle Opfer bringen müssen. Die llnAU» träglichkeiten würden jedoch aufhören, wenn Die neutralen Mächte die britischen Vorschriften und Kontrollen vorbehaltlos annehmen würden: also Ausfuhrverbote für alle Banngut- maren nach Deutschland, Unterlassung der Ausfuhr bereits im neutralen Land vorhandener derartiger Vorräte, fein Ersatz der nach Deutschland gelieferten Agrarerzeugnisse durch überseeische Ein­fuhren für den Eigenbedarf und keinerlei Transitverkehr mit Deutschland.

Es ist von deutscher Seite bereits oft genug er­klärt wovden, daß eine Annahme dieser britischen Forderungen eine Verletzung der wirtschaft­lichen Neutralitätsgrundsätze durch die betroffenen Länder bedeuten würde. Sir Ronald Croß weiß dies genau und versucht daher, eine Entkräftung mit dem Hinweis, daß Deutschland den Umfana feiner Lieferungen an die neutralen Länder nicht aufrechterhalten könne und daß deshalb diese ihren Absatz nach Deutschland auch vermindern könnten. Gleichzeitig ist aber nach seinen Aeußerungen England bereit, seine Einfuhr aus den neutralen Ländern z u erhöhen, um diesen dadurch Ersatz für den abgeschlossenen deutschen Markt zu gewähren.

An diesem Punkt dürften aber zweifellos bei den Neutralen ebenso wie hinsichtlich der Beruhigungs­versuche bezüglich der wirtschaftlichen Neutralität em st e st e Zweifel aufsteigen. Einmal kann

doch als sicher angenommen werden, daß Deutsch­land verstärkten neutralen Lieferungen nach Eng­land bei einer solchen Sachlage nicht untätig zu se h e n würde, und es hat sich doch bereits deut­lich genug gezeigt, daß Zufuhren nach Großbritan­nien verhindert werden können. Anderseits weiß man auf neutraler Seite auch ganz genau, daß im Gegensatz zu Deutschland gerade Eng­land in den letzten Wochen seine Ausfuhr nicht aufrechterhalten konnte, und der britische Handelsminister Oliver Stanley hat dies noch vor wenigen Tagen ausdrücklich bestätigt, ebenso wie es auch in englischen Zeitungen und Fachblättern wiederholt zu lesen ist. Die Behauptung von der verminderten deutschen Lieferfähigkeit muß sich also bei den neutralen Ländern, die dies aus ihren eigenen Erfahrungen der letzten Zeit bester be­urteilen können afs Sir Ronald Croß, als ein recht unglückliches Argument auswirken.

Obwohl England nach der Aeußerung von Ronald Croß nicht die Absicht hat, die neutralen Länder zu drangsalieren und ihnen seinen Willen aufzu­zwingen, steht einwandfrei fest, daß es diese Län­der auf übel st e Weise unter Druck setzt, um Forderungen zu verwirklichen, die für die Be­troffenen stets eine ernste Gefährdung ihrer Neu­tralität und eine schwerste wirtschaftliche Schädigung des Landes und seiner Bevölkerung bedeuten. Allein bei den Niederlanden machte der deutsche Transitverkehr 1938 etwa 90 v. H. des Ge­samtdurchfuhrverkehrs der holländischen Häfen aus, wobei von Deutschland 17,7 Millionen Tonnen aus- und 21,6 Millionen Tonnen eingeführt wurden. Es läßt sich leicht ermessen, was ein Weg­fall dieses Transitverkehrs für die niederländische Wirtschaft bedeuten müßte. Aehnlich liegen die Ver­hältnisse naturgemäß auch für andere neutrale Län­der. Wenn England auf seinen Forderungen be­harren und sie durchzuführen versuchen sollte, dann wäre es der Totengräber des neutralen Handelsverkehrs, und der neutralekleine Beitrag für die Sache aller Demokratien" wäre der Ruin ihrer Wirtschaft.

Belgiens Antwort: Hundert und tausendmal Nein!"

Verstimmung in Belgien über die englischen Gewalttätigkeiten.

Brüssel, 25. Ott. (Europapreß.) Die englischen Methoden, gegenüber den schwächeren Neutralen die brutalsten Druckmittel anzuwenden und sie ihrer Rohstoffe und Wertsachen zu berauben, die ihnen von Rechts wegen gehören, rufen in Belgien Un­willen in immer weiteren Kreisen hervor. So wur­den auf dem Kongo-DampferE l i s a b e th v i l l e" bei feiner Einfahrt in den englischen Kontrollhafen Weymouth als erstes 400 Kilogramm Gold beschlagnahmt. Als das Schiff nach wochen­langem Aufenthalt wieder frei gelassen wurde, dachte man nicht daran, den Eigentümern diese wertvolle Ladung zurückzuerstatten. Das führende belgische WirtschaftsblattEcho de la Bourse" be­klagt sich bitter über diese englische Gewalttätigkeit und fragt, ob man in England etwa Angst habe, daß Belgien sein Kongogold gegen Reichsmark ein­tauschen werde.

Die führende Antwerpener ZeitungMetro­pole" weist heute darauf hin, daß die Lage der belgischen Schiffahrt infolge der britischen Blockade sich in letzter Zeit noch weiter verschlechtert habe. Das Blatt macht folgende Feststellung:Don der führenden belgischen Schiffahrtsgesellschaft, der Compagnie Maritime Belge" werden zur Zeit sieben Schiffe in den englischen Kontrollhäfen zurückgehalten. Diese Schiffe haben ungefähr 53 000 Tonnen an wichtigen Lebensrnit­teln und Roh st offen für Belgien an Bord, darunter 26 000 Tonnen Getreide, 2000 Tonnen Mais, 6000 Tonnen Gerste, 7000 Tonnen Mineral­erze usw. Die Festhaltung dieser Waren hat ernste Rückwirkungen auf den belgischen Handel, die Er­nährung des Volkes und die Belieferung der Indu­strie. Von der Schiffahrtsgesellschaft Depps sind zwei Schiffe von den Engländern besonders schwer mitgenommen worden, dieGand", die schon seit dem 22. September, also seit über vier W o - ch e n, von den Engländern festgehalten ist das Schiff wurde zuerst in den Downs zurückgehalten und mußte dann nach Liverpool fahren und dort einen Teil der von den Engländern beschlagnahm­ten Waren ausladen, und dietiurembourg", die sich seit dem 26. September in englischen Händen befindet, wobei ebenfalls ein Teil der Ladung be­schlagnahmt wurde.

Die Engländer haben neuerdings den Brauch ein­geführt, von jeder neutralen Schiffsladung eine kleine Prise" zu nehmen, was zur Folge hat, daß diese Schiffe nach dem Aufenthalt in den Downs noch nach einigen mehr ober we­niger entlegenen britischen Häfen ge- schleppt werden. Die Entladung geht mit ver­zweifelnder Langsamkeit vor sich. Nicht genug damit, müssen die belgischen Reedereien nicht nur Sie K o st e n dieser Ausladung, sondern auch noch die Hafenkosten selb st bezahlen. Den Engländern macht es gar nichts aus, die übrige Ladung der gekaperten Schiffe vollkommen durch­einander zu werfen. Sie beschlagnahmen auch die P o st der Schiffe. Das Blatt fordert einen energischen Protest gegen die Langsamkeit der englischen Kontrolle und gegen die völlige Gleich­gültigkeit, mit der die Engländer der belgischen Schiffahrt sowie der belgischen Industrie und Le­

bensmittelversorgung ohne jede Rechtfertigung un­berechenbare Verluste zufügten.

Nachdem dieNation Belge" sich bereits mit den Grundsätzen befaßte, die der englische Minister für Kriegswirtschaft, Croß, in einem Interview der Libre Belgique" aufgezeigt hatte, werden dessen Thesen heute noch einmal imPays Reel" hervor­gehoben.England maßt sich das Recht an, unsere Wirtschaftsbeziehungen mit den Ländern einzu- chränken, mit denen es im Kriegszustand lebt Es ordert das Monopol aller überseeischen Rohstoffe für ich und seinen Alliierten. Die Neutralen, d. h. die Belgier müssen zum enMschen Erfolg das ihrige beisteuern, weil Englands Sache die Sache der Demokratien und damit unfere Sache fei. Z u alledem sagen mir hundert- und tau­sendmal Nein! Unsere Sache ist nur d i e Sache Belgiens. Wir lassen uns für keine f r e m d e Sache einspannen, denn unsere Poli­tik ist die der Neutralität, eine Politik der Unab- häng'igkeit, wirtschaftlichen und politischen Unab­hängigkeit. Die uns gehörigen Rohstoffe einem Mock" als Hilfsmittel zu reservieren, hieße die belgische Neutralität verletzen. Herr Croß und einige schlechte Belgier mit ihm werden sich fragen können, ob England nicht genügend stark ist, Belgien zu zwingen, den englischen Wünschen Folge zu leisten. Daraus können wir allerdings nur zurückfragen, daß mir geglaubt haben, England hätte deshalb den Krieg erklärt, weil es die kleinen Staaten gegen die Willkür schützen und den Schwachen erlauben wollte, sich wie die Mächtigen frei zu bewegen. Oder sollten wir uns hierin getäuscht haben, sehr ehrenwerter Herr Croß?

Indiens Forderungen an England.

London, 25. Oktober. (Europapreß.) Mahatma Gandhi hat noch einmal die Forderungen Indiens an England formuliert. Er sagte, die Kongreßpartei habe gar keine Abänderung des Der» fastungsgesetzes während der Dauer des Krieges gefordert. Sie habe nur verlangt, daß die britischen Kriegsziele notwendigerweise die Unabhängig­keit Indiens umfassen müssen. Während des Krieges solle hieraus bereits so weit wie möglich hingearbeitet werden. Gandhi bezeichnet barm das von den Engländern vor allem als Grund für die Fortsetzung ihrer Herrschaft angeführte Min­derheiten-Problem als Zukunftsbild. Zwar fei fein Vorhandensein nicht zu leugnen. Aber die Lösung fei nicht Aufgabe Englands, sondern einer ver­fassunggebenden indischen Versamm­lung. Gandhi sagte, der Streit zwischen den Hin­dus und den Mohammedanern sei geradezu eine Folge der englischen Verwaltung. Die Kongreßpart-ei habe nur den Rücktritt ihrer Regie­rung in den von ihr verwalteten Provinzen ver­langen können. Ihre weitere Haltung werbe davon

Rußland liefert Kuttergetreide nach Deutschland.

Moskau, 25. Okt. (DNB.) Schon vor einigen Tagen ist im Rahmen der in Moskau stattfindenden Wirtschaftsoerhandlungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion ein Kaufvertrag über die Lieferung von Futtergetreide an Deutschland ab­geschlossen worden. Auf Grund dieses Vertrages wird ab sofort sowjetrussisches Futtergetreide in Höhe von einer Million Tonnen nach Deutschland ge­liefert. Es dürfte sich bei diesem Abschluß, der deut­scherseits durch den Präsidenten der Reichsgetreide­stelle, Daßler, getätigt wurde, um den größten Getreideabschluß handeln, der jemals zwischen zwei Ländern vereinbart wurde. Die Lieferungen des Futtergetreides sollen in den nächsten Tagen begin­nen und im Laufe von zwei Monaten beendet sein.

abhängen, was England in dieser Derfassungsfrage zu tun gedenke.

Der Vertreter desGiornale d'Jtalia" in Lon­don berichtet seinem Blatt, daß die Agitation Gandhis, Großbritannien ein klares und bin­dendes Versprechen über die künftige Selbständig­keit Indiens zu entreißen, der britischen Regierung allergrößte Schwierigkeiten bereite. Die Gefahr, sich einem unzufriedenen Indien gegenüberzusehen, statt dessen Mitarbeit bei dem Kriege gegen das nationalsozialistische Deutschland zu erhalten, beunruhige vor allen Dingen die poli- tischen und parl^amentarischen Kreise, die daraus hinwiesen, daß die Regierung mit übertrie- b e n e r Leichtfertigkeit gehandelt habe, als von ihr das Versprechen, Indien zu einemauto­nomen Dominion" zu erheben, wiederum hinaus- geschoben worben fei. Die Labour Party habe die Absicht, die indische Frage ausführlich im Un­terhaus aufzurollen.

Oie allgemeine Wehrpflicht für rijähriae Australier.

Amsterdam, 25. Okt (DNB.) Zu der Ein­führung der allgemeinen Wehrpflicht in Australien meldet derTimes"-Korrespondent aus Melbourne, im Januar wurden etwa 15 000 bis 20 000 junhe Australier zu militärifchen Hebungen unter die Fahnen gerufen. Diese Zahl stelle nicht den ge­tarnten Jahrgang der 21 Jahre alten Austrauer dar, da gewisse entfernter gelegene Gebiete Austra­liens nicht dem Wehrpflichtgesetz unterstünden. Man beabfiditiae im Augenblick auch weiter nichts, als die auch Freiwillige einschließende Miliz auf eine Stärke von 75 000 bis 80 000 Mann zu bringen. Wie dieTimes" weiter meldet, hat sich der Füh- rer der australischen Opposition scharf gegen die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen und erklärt, die Labourpartei widersetze sich unwiderruflich der Auf­gabe des Freiwilligensystems. Die Regierung habe zur Wehrpflicht greifen müssen, weil sie die frei- willigen Soldaten nicht gut behandelt habe und ihre Politik in dieser Hinsicht ein Fehlschlag gewesen fei.

Oie finnisch-russischen Verhandlungen.

Helsinki, 25. Ott. (Europapreß). Die Rück­kehr des sinnischen Sonderdelegierten für die Verhandlungen mit der sowjetrussischen Regierung, P a a s i k i v i, nach Moskau soll nicht vor Ab­lauf einer Woche erfolgen können, da die finnische Regierung die neuen Vorschläge der russi­schen Regierung als so entscheidend bezeichnet, daß sie eine Beratungsdauer von mindestens fünf Ta­gen benötigt. Ein Beweis für das gute Auskommen zwischen Finnland und der Sowjetunion wird in Helsinki darin gesehen, daß die finnischen Unter­händler im Gegensatz zu der Abreise vor zehn Tagen diesmal von Repräsentanten des russischen Außenkommissariats an die Bahn geleitet wurden. Mit Nachdruck wird in Helsinki festgestellt, daß die finnische Regierung zur Beantwortung der neuen russischen Vorschläge keine fe st gesetzte Frist erhalten habe. Die Vorschläge, die, wie man sich in Helsinki ausdrückt, keine neuen russischen Forderungen enthielten, sondern lediglich modifiziert seien, würden am Donnerstag und Freitag von der finnischen Regierung zusammen mit den beiden von Moskau zurückkehrenden Un­terhändler erörtert werden.

Oie Entwicklung der schwedischen Lustwaffe.

Helsinki, 25. Okt. (Europapreß.)Aston- poften" beleuchtet die Entwicklung der schwedischen Luftwaffe. Noch vor wenigen Jahren besaß die schwedische Luftwaffe nur 80 Flugzeuge. Nach der Einführung der neuen Verteidigungsordnung 1936 wurde sofort mit dem Ausbau einer m o bernen Luftwaffe begonnen. Die Anzahl der Militärflugzeuge wurde auf 260 erhöht und die der Schuiungsmaschinen von 40 auf 80. Vor eini­gen Jahren wurden 36 Bombenflugzeuge gekauft. Bis zum Sommer 1943 will Schweden 165 Ma­schinen von diesem Typ besitzen. Im Hin­blick auf die kritischen Verhältnisse sollen demnächst von der schwedischen Regierung 36 Millionen Kro­nen für die Anschaffung von insgesamt 101^ R e seroeflugzeugen, Bombern, Jägern und Schulflugzeugen für Heer und Flotte bewilligt werden.

Jleue Aufgaben des Reichssührers ff.

Berlin, 25.Oft (DRV.) Der Führer hat den Reichsführer ff durch Erlaß vom 7. Oktober d. 3. beauftragt, für die Rückführung der endgültig ins Reich heimkehrenden Auslands- und Volksdeutschen Sorge zu tragen. Der Reichsführer ff lHit ferner den Auf­trag erhalten, die zur Gestattung neuer deutscher Siedlungsgebiete erforderlichen Umsiedlungs- maßnahmen zu treffen und damit im Zusam­menhang stehende Aufgaben zu lösen. Der Reichs­führer ff wird sich zur Durchführung seines Auf­trages der vorhandenen Behörden und Einrichtun­gen bedienen.

Ein Danziger Staatsorden.

D a n 3 i g , 25. Okt. (DNB.) Unter dem Datum des 31. August hat (Bauleiter Forster in feiner Eigen­schaft als Staatsoberhaupt von Danzig mit Genehmi­gung des Führers einen Orden,Das Kreuz von Danzig" gestiftet, das in zwei Klaffen ver-