im Winter 1939/40
Das Programm des Feierabendringes Gießen.
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Hinter die beiden Frauen treten zwei Männer: Dr. Joachim Hellmers, schmäler und härter im Gesicht als je zuvor, und Mr. Allan Pembroke, wie immer mit dem Aussehen eines verspäteten Primaners. Sein Sakko ist viel zu weit.
Ruhig beginnt Vivian, als die Aelteste, jetzt zu sprechen. Es ist keine Spur von Erregung in ihrer Stimme.
„Gentlemen, ich habe Sie hier zusammengerufen, um Ihnen etwas Wichtiges mihuteilen. Das einzige vorhandene Testament meines Vaters setzt uns, seine Töchter, zu alleinigen Erben ein. Der von ihm bestimmte Verwalter unserer Erbschaft, William Per- kins aus Stockholm ist tot. Mein Vater ist nicht mehr dazu gekommen, ein zweites, neues Testament aufzusetzen. Vielleicht hat er es doch getan, aber man hat es gestohlen und vernichtet. Das kann nie- man sagen.
Wir wollen jedenfalls als Erben in seinem Geiste handeln. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, die Leitung des gesamten Werkes, seine technische wie seine kaufmännische, in die Hände des Herrn Doktor Hellmers zu legen. Mein Vater hatte ihn mit großer Wahrscheinlichkeit zu seinem
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Kreis Wetterau, die schon im Veranstaltungswinter 1938/39 bewiesen hat, daß sie mit Erfolg alles aufbot, um dem schaffenden Volksgenossen in Stadt und Land das denkbar Beste auf dem Gebiete der Kleinkunst, des Films, des Theaters und der Musik nahezubringen, sieht trotz der veränderten Verhältnisse in der Gegenwart vor, wieder viele Volksgenossen bei einer Reihe von Veranstaltungen zu Stunden der Ausspannung und Erheiterung zu vereinigen. Konzert, Film, Theater, Gastspiele und aktuelle Vorträge des Deutschen Dolksbildungswerkes sollen dazu beitragen, die Feierabende auszugestalten.
Ein Blick in das Programmheft der RSG. „Kraft durch Freuhe", das jetzt für den Feierabendring Gießen 1939/40 in künstlerischer Ausstattung heraus- gekommen ist, läßt erkennen, daß Vielerlei und Hervorragendes geboten werden soll. An Theateraufführungen sind vorgesehen: das Trauerspiel von Hebbel „Agnes Dernauer", die Oper ,La Traviata" von Verdi, die Operette von Millöcker „Die Du- barry", Mozarts Oper „Don Juan", „Frau Luna",
kohl, das Stück 10 bis 35, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf.
und fröhlich wie ein Schulbub kräht:
„Was sagen Sie dazu? Wir haben uns soeben verlobt! Stimmt es, Claire?"
„Ich kann dem unverschämten Kerl nicht anders beikommen!" gesteht sie unter Lachen und Tränen. „Er ist die Frechheit in Person und verdient Zähmung. Hoffentlich gelingt sie mir, bevor ich an ihn gewohnt habe. Bist du mir böse, Vwian?
„Liebe, liebe Claire —" sagt Vivian, und sie weiß nicht, weshalb sie weint. Ist es die Ahnung ihres eigenen Glücks? Ist es die Freude über das Glück der Schwester?
Sie weiß nur, daß ste zum ersten Male seit Jahren wieder von Herzen froh ist.
„Kommen Sie, Schwager auf Vorschuß!" lacht Pembroke und haut Hellmers auf dte Schulter. „Wir rufen inzwischen Linkerton an. Der platzt vor Reid, wenn er die Neuigkeit hört. Außerdem ist er mein Freund, und ich ärgere ihn für mein Leben gern!"
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Anzüge sorgt! Man muß sich ja schämen neben Ihnen!"
„Gemacht! Wollen Sie meine Frau werden, Claire? Neulich, als der gute ,Onkell William mit der Pistole in der Luft herumfuchtelte, sind Sie mir ja schon um den Hals gefallen. Was, wie ich zu« geben muß, eine verflucht anständige Haltung voir Ihnen war."
„Sie find unverschämt. Ich werde Sie hinaus- setzen lassen müssen, wenn Sie nicht zahmer werden!"
„Also, Sie überlegen es sich noch! Herrlich, Claire. Ich war immer ein Mann kurzer Entschlüsse und, weiß der Teufel, diesen Hellmers hätte ich zu gern zum Schwager!" Dabei packt er die Hand des überraschten Mädchens, und ob sich Claire auch windet und sträubt, er hält sie fest, bis sie endlich matt und ergeben still hält.
Die Scharen der Arbeiter sind in langem Zuge aus dem Fabrikgebäude marschiert, die Kapelle dröhnend vorweg, langsam schließt sich nun das Tor.
Vivian und Hellmers stehen schweigend und befangen, sie wagen nicht, einander anzusehen, sie tun, als schauten sie selbst durch das geschlossene Tor noch dem Zuge draußen nach. Sie hören regungslos auf -die verhallenden Klänge der ab* ziehenden Musik, es wird feiertäglich still in den. Hallen der Arbeit.
Und sie erwachen erst aus chrer Versunkenheit,
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bleiben ein wenig zögernd stehen und schreiten dann langsam auf die Mitte des übergroßen Schreibtisches zu. Die versammelten Männer deuten mit einem Kopfnicken ihren Gruß
tönt, die mit Knall und Bumm einsetzt und das Zeichen gibt, daß Morell den richtigen Augenblick getroffen hat.
Nun müssen sie alle an das große Fenster treten.
Der Fabrikhof ist schwarz von Menschen, fast die gesamte Werksbelegschaft steht da Kopf an Kopf.
Sie winken und schwenken die Mützen.
„Entwurf und Regie: Werkmeister Morell. Der ist sein Gewicht in Gold wert", lacht Pembroke, und unversehens hat er auch Vivian herangezogen und sie dicht neben Hellmers gestellt.
Der Jubel schwillt zum Orkan.
„Was meinen Sie, Fräulein Claire, wenn die beiden da erst verheiratet sind, melden wir zwei uns als ständige Hausfreunde an. Sind Sie mit von der Partie?"
„Sie find, wie es scheint, völlig verdreht!" stößt Claire, zwischen Lachen und Erbitterung schwankend, hervor. Tsching bumm, tsching bumm! dröhnt die Pauke dazwischen... „Sorgen Sie erst mal dafür, daß Sie eine Frau bekommen, die für Ihre
„Kraft durch Freude"
NSG. Im Adolf-Hitler-Haus zu Frankfurt a. M. empfing Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger am Samstagvormittag den Leiter der Obersten Bauleitung Frankfurt a. M. der Reichsautobahn, Oberbaudirektor K a d o , Regierungsbaumeister G o t t r o n und Tiefbauarbeiter Ott, um die Meldung entgegenzunehmen, daß die Reichsautobahnteilstrecke Wandersmann—Limburg, das Mittelstück der Strecke Köln—Frankfurt a. M.—Würzburg, in einer Länge von 45 Kilometern fertiggestellt sei. Oberbaudirektor Kado meldete die Fertigstellung und bat den Gauleiter, die Genehmigung zur lieb ergäbe der Strecke für den öffentlichen Verkehr ab 14 Uhr zu erteilen. Er dankte dem Gauleiter für das Interesse und die Unterstützung, die er auch diesem Arbeitsabschnitt entgegengebracht hatte und überreichte ihm eine Mappe mit 20 Bildausführungen der Reichsautobahnarbeiten im Gau Hessen-Nassau.
Der Gauleiter wies in seiner Erwiderung auf den ersten Spatenstich des Führers hin. Er betonte, daß der Beginn dieses Werkes im Gau Hessen- Nassau seine Begründung durch die Tatsache erfuhr, daß das Problem der Autobahn in unserem Gebiet vorbereitet war und damit die Absicht des Führers hier zuerst in die Tat umgesetzt werden konnte. Rückblickend erinnerte er daran, daß die Eröffnung einer Teilstrecke in unserem Gau sich nun zum vierten Male wiederhole. Am 27. September 1936 konnte die Reichsautobahn Frankfurt a. M.— Bad-Nauheim eröffnet werden. Am 17. Oktober
stens war es nur nttin „kleines Ehrenwort", zwei- tens bin ich meiner Firma über alle Maßen verpflichtet, selbst über ein Wort hinaus, das unter solchen Umständen gegeben wurde, und drittens ... ja, Menschenskind, soll denn Ihre Frau in alle Ewigkeit nicht erfahren, daß Sie der Sohn des alten Sir John sind?" <
„Pembroke!" Blutrot stehen die beiden Menschen voreinander wie Kinder.
„Wie kommen Sie auf solche Ideen?"
„Gar keine Idee! Eine äbee ist etwas Gedachtes; aber wenn zwei im Auto erst draußen im „Robin Hood" Kaffee trinken, dann einige Tage später eine Hochlandsfahrt unternehmen ... du lieber Gott, das find dann eben keine Ideen mehr, sondern Tatschen!"
„Sie haben ..."
„... alles beobachtet, beziehungsweise beobachten lassen. Oder dachten Sie, ich ließe den einzigen Mann, der einen Schlüssel zum Tresor hatte, frei herumlaufen? Haha! Der gute Pembroke mag zwar harmlos aussehen, aber glauben Sie mir, das täuscht. In Wirklichkeit ist er ein ganz durchtriebener Bursche, vor denen sich Männlein wie Woib- lein sorglich in acht nehmen sollten." Dabei schickt er einen neckenden Blick zu Claire.
„Pembroke", hebt Hellmers an, „ich sehe ein, wir beide haben eine lange Unterredung unter vier Augen nötig! Auf jeden Fall..."
Was auf jeden Fall geschehen sollte, ist nie gesagt
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NSG. Es besteht Veranlassung, darauf , „ weisen, daß die Lebensmittelkarten der Pflichtjahrmädel den Hausfrauen, die die Mädel beschäftigen, zur Verfügung stehen müssen. Die Hausfrau muß dann selbstverständlich die Verpflichtung überneh-
Oie Reichsautobahnstrecke nach Limburg
Eröffnung durch den Gauleiter.
men, das Mädel voll zu verpflegen. Wenn es bisher Frühstück oder Abendbrot im Etternhaus eingenommen hat, muß öie Hausfrau in Zukunft auch hierfür aufkommen. Das Pflichtjahrmädel wird also -auch diese Mahlzeiten im Pflichtfahrhaushalt einnehmen bzw. mit nach Hause bekommen.
Wenn es bei verhältnismäßig frühzeitigem Arbeitsschluß der Hausfrau nicht jugemutet werden kann, das Abendbrot mit zu übernehmen, muß eine andere Regelung mit der Mutter des Mädels erfolgen: Entweder wird vereinbart, daß das Mädel dem Haushalt entsprechend länger zur Verfügung steht (erwünscht ist, daß das Pslichtjahrmädchen den ganzen Tagesablauf im Haushalt kennenlernt, wobei jedoch eine Ueberanftrengung zu vermeiden ist), oder daß die Hausfrau im Auftrag der Mutter und auf deren Kosten dem Abendbrot entsprechende Le- bensmittel mit der Karte des Mädchens besorgt.
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Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Gskar Meister, Verdau L Sa.
35.
Schlußakkord.
Im Arbeitszimmer des verstorbenen John Per- kins, in dem kühlen hohen Raum, dem „Aller- heiligsten" des Werkes, sind die Abteilungsleiter, die Ingenieure, Meister, Techniker, Laboranten versammelt.
Sie stehen ein wenig befangen, der Raum erdrückt sedes Gespräch. Hier lebt noch immer der Geist des Mannes, der das alles erbaute. Der große Zeiger der elektrischen Uhr springt auf die volle Stunde. Es ist zehn Uhr.
Im gleichen Augenblick öffnet sich die Mitteltür: Mrs. Holgerson und Claire Perkins treten herein,
Nachfolger bestimmt. Es konnte für ihn keinen anderen Mann geben. Und wie recht hat er gewählt!
In den Tagen schwerer Erschütterung hat Doktor Hellmers bewiesen, daß ec nicht nur einer unserer fähigsten Köpfe ist, sondern auch ein ganzer Mann, ein Charakter.
Er wird seine Mitarbeiter nach seinem eigenen Ermessen aussuchen und sämtliche Entscheidungen frei und unabhängig treffen. Seine Maßnahmen und Anordnungen sind ungeprüft auch stets die unfern.
Ich bitte Sie, meine Herren, das zur Kenntnis zu nehmen, es dem gesamten Werk in der geeigneten Weise mitzuteilen. Als kleines Zeichen festlichen Neubeginnens aber soll dieser Tag ein stiller Feiertag sein. Jeder mag nach Hause gehen. Die Stunden werden doppelt bezahlt."
Ein Kopfnicken zeigt an, oaß die Aussprache beendigt ist.
Pembroke kräht ungeniert und, fröhlich: „Bravo!"
Jetzt tritt der Aelteste der Direktoren vor und bittet um die Erlaubnis, Herrn Dr. Hellmers beglückwünschen zu dürfen.
Biele Hände schüttelt Joachim. Viele Verbeugungen erwidern die beiden Frauen. Endlich hat sich der Raum geleert, Hellmers und Pembroke sind mit den beiden Frauen allein.
„Sie haben mich stolz und verlegen zugleich gemacht, Frau Vivian", beginnt Joachim. „Was habe ich Ihnen Gutes getan? Nichts. Ich bin das Opfer einer Täuschung, einer sehr verzeihlichen Täuschung. Das ist alles. Wollen Sie darauf eine so weitreichende Entscheidung bauen?"
„Nein, darauf allerdings nicht!" lächelt Vivian. ,Ich baue auf einem andern Grund. Schauen Sie, wir beide sind Vaters Kind dem Namen nach. Ich war drei Jahre, als Mutter in zweiter Ehe den Kaufmann John Perkins heiratete. Der einzige Mensch auf Erden, in dessen Aldern tatsächlich noch Vaters Blut rollt, das sind Sie, Joachim. Wem anders aber gehört das Erbe als dem wahren, wirklichen Sohn?"
„Das wissen Sie?" Und wie der Blitz fährt Hellmers zu Pembroke herum: „Sie haben Ihr Wort gebrochen!"
„Joachim!" ruft Vivian mahnend, und auch Claire will sich zwischen die Männer werfen, aber das ist gar nicht nötig.
Pembroke lacht sein herrliches, freches Jungslachen, so heiter und so unbekümmert, daß Hellmers hilflos den Kopf schüttelt und nicht weiß, was er sagen soll.
„Ja, aber natürlich hübe ich mein Wort gebrochen! Aus drei GrüEen, lieber Hellmers: Er-
Operette von Linke, das Lustspiel „Für die Katz" von Hinrichs, die Straußsche Operette „Der Zigeunerbaron", „Cavalleria rusticana" (Mascagni) und „Bajazzo" (Leoncavallo), „Maria Stuart" von Schiller, das Trauerspiel „Emilia Galotti" von Lessing und das Lustspiel „Heimliche Brautfahrt" von Lenz. Ferner sieht das Programm ein Gastspiel des Rhein-Mainischen Landesorchesters,. ein Variete- Gastspiel „Lache mit uns", einen Liederabend von Willy Domgraf-Faßbender und das Gastspiel des Romantischen Balletts Peters Pawlinin vor.
Die Arbeit des Feierabendringes der NSG. „Kraft durch Freude" steht heute mehr denn fe unter dem Geiste eines Wortes des Führers, das er bei feiner großen Kulturrede beim Reichsparteitag 1937 sprach: „Nicht umsonst ist eine der größten Organisationen aller Zeiten ins Leben gerufen worden mit dem schönen Ziel, durch Freude den Menschen Kraft zur Lebensbehauptung zu geben, sie zu lehren, das Leben in feiner Härte mannhaft zu ertragen, aber auch nach seinem Glücke mit Freude zu greifen."
1937 konnte diese Strecke bis? nach Gießen und am 4. Dezember 1938 bis nach Alsfeld dem Verkehr übergeben werden. „Am heutigen Tage", so fuhr der Gauleiter fort, „würden nunmehr 45 Kilometer der Strecke Köln—Frankfurt a. M.—Würzburg für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Damit seien im Gau Hessen-Nassau insgesamt 217 Kilometer Reichsautobahn fertiggestellt. 101 Kilometer befänden sich im Bau und 150 weitere seien geplant."
Besonders hob der Gauleiter den Bau der Reichsautobahn als Friedenswerk des Führers hervor. Auch durch die gegenwärtige Situation fei dieses Werk in seiner Entwicklung nicht gehemmt, sondern schreite stetig fort. Diese Tatsache lege sichtbares Zeugnis ab von unserer Zuversicht auf den Sieg. Wir könnten es uns auch in diesen Tagen leisten, so fuhr er fort, noch Friedenswerke der Oeffentlichkeit zu übergeben, da wir in ihrem Entstehen einen Maßstab haben für den Willen und die Entschlußkraft, den Einsatz und die Opferbereitschaft unseres Volkes und feiner Führung. Der Gauleiter erinnerte sodann an die Worte des Führers, mit welchen er am 23. September 1933 beim ersten Spatenstich die Bedeutung tes Reichsautobahnbaues folgendermaßen darlegte:
„Ich kann mir in dieser Stunde nichts Schöneres denken als das, daß sie nicht nur eine Stunde der Einleitung für den Bau dieses größten Straßennetzes der Welt, sondern daß diese Stunde zugleich wieder ein Markstein für den Bau der deutschen Volksgemeinschaft sei,
♦♦ Silberhochzeit. Am morgigen Mittwoch, 27. September, können der Dreher Wilhelm Räther und Frau Elisabeth, geb. Steinbrecher, Bahnhofstraße 27, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch.
** Flüchtige Geisteskranke in Lollar gesehen. Die in dem gestrigen Polizeibericht als flüchtig gemeldeten beiden Geisteskranken Anna Dietrich und Käthe Zahn sind am Sonntagmorgen in Lollar gesehen worden. Die gestern veröffentlichte Perfonenbeschreibung trifft jedenfalls, nach den Wahrnehmungen von Ortseinwohnern, auf die beiden ortsfremden Frauen zu, die vermutlich nach dem Lumdatal zu oder in Richtung Marburg weitergepilgert find.
Mutter und Pflichtjahrmutter, die jede einen Teil Verantwortung für die Erziehung eines jungen Menschen tragen, müssen sich auch im Punkte seiner Ernährung einigen. Beide stnd ja Hausfrauen, die die gegenwärtigen Aufgaben der Haushaltsführung kennen und wissen müssen, daß es heute mehr denn je gilt zusammenzustehen.
(Siebener Wochenmarklpreije.
* Gießen, 26. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, VA kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 5 bis 7, Weißkraut 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römifchkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, 1/io 10 bis 12, Tomaten 10 bis 18, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 8, Kartoffeln, % kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, kg 15 bis 30 Rpf., Falläpfel 5, Birnen 10 bis 20, Pfirsiche 25 bis 3O> Brombeeren 35, Pflaumen 8 bis 15, Blumen-
Gewerbes der Allgemeinheit gegenüber zu bettachten.
Im übrigen werden genaue Richtlinien für die Gestaltung der Speisekarte feftgelegt und Höchst- zahlen für Vorgerichte, Suppen, Fischgerichte, Eierspeisen, Gemüse und Salate, Wurst- und Käsesorten, Süßspeisen und Kompotte festgesetzt. Die fleischlosen Tage bleiben nach wie vor bestehen.
Giehen-Klein-Linden.
Bei der Versteigerung des städtischen Obstes im Vorort Klein-Linden wurden trotz der guten Mittelernte verhältnismäßig hohe Preist erzielt. Das Obst ist von recht guter Qualität. Es kam der Zentner Aevfel auf 8 bis 10 RM., je nach Qualität, Birnen auf 2 bis 3 RM., Zwetschen auf 4 bis 6 RM.
Rationen fnr Nahrungsmittel- , Selbstversorger festgesetzt.«
Durch einen Erlaß des Reichsemährungsmim- fters an die Landes- bzw. Provinzial-Ernährungs- ämter sind mit Wirkung vom 25. September ab, entsprechend der Lebensmittelbezugsregelung für Verbraucher, auch die Rationen für Selbstversorger mit Nahrungsmitteln festgesetzt worden. Der Er- l'aß bestimmt außerdem den Kreis der Selbstversorger und klärt im einzelnen, wer als Selbstversorger bzw. Tertselbstversorger güt und wie diese Au verfahren haben. Den Grundsätzen des nationalsozialistischen Staates entsprechend wird somit unter Vermeidung der Fehler des Weltkrieges nicht nlur vom Verbraucher, sondern von allen Dolks- teiilen, also auch vom Selbstversorger, eine Anpassung des Nahrungsmittelverbrauches an die allgemeinen Produktiv ns- und Versorgungsverhältnisse gefordert.
Was ist entrahmte Frischmilch?
Seit dem 25. September werden entrahmte Frischmilch, Buttermilch, geschlagene Buttermilch, saure Magermilch, Magermilch-Joghurt, Magermilch- Kefir, Mischgetränke aus entrahmter Frisch- oder VutterMilch, entsprechend einem Erlaß des Reichs- Ministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 20. 9. 1939, vorläufig ohne Bezugschemkarten abgegeben. Vollmilch dagegen wird nur auf Reichs- Milchkarten an Kinder bis zum 14. Lebensjahr, an werdende und stillende Mütter, an Wöchnerinnen Und Angehörige besonderer Berufe verkauft.
Jeder Verbraucher wird sich nun fragen, was entrahmte Frischmilch ist. Enttahmte Frischmilch enthält alle Bestandteile der Vollmilch. Ihr ist lediglich der Fettgehalt bis zu ein-em bestimmten Grad entzogen, um eine ausreichende Butterversorgung sicherzustellen. Die enttahmte Frischmilch wird genau wie die Vollmilch molkereimäßig behandelt und enthält wie diese alle wertollen Bestandteile und Nährwerte in unverminderter Höhe, also Milcheiweiß, Milchzucker und Nährsalze. Sie kann im Haushalt deshalb genau so verwendet werden wie Vollmilch.
Pflichtjahrmädel und Lebensmittelkarten.
einer Gemeinschaft, die als Volk und Staat das geben wird, was wir mit Recht auf dieser Well fordern und verlangen Dürfen."
Hieran anknüpfend stellt-/ er heraus, daß diese Volksgemeinschaft heute erreicht sei und zur Zeit ihre praktische Wirksamkeit erprobe. Wenn heute wiederum eine Teilstrecke der Reichsautobahn dem Verkehr übergeben werden kann, gelte unser besonderes Gedenken dem Führer, dessen Idee und Willen dem Werke zugrundeliegen und es zu. feiner gigantischen Größe führten. Die Tugenden, die dieses Werk verwirklicht hätten, so schloß der Gauleiter, sind es auch, die uns im Einsatz für die Lebensrechte unserer Nation die Garantie des Endsieges geben. Der Gauleiter dankte schließlich den Vertretern der Reichsautobahn für ihre Arbeit und beglückwünschte sie zur Fertigstellung dieses Bauabschnittes. Den Tiefbauarbeiter Ott bat er, beson- tiers den Arbeitskameraden an der Baustelle seinen Dank für ihre Opferbereitschaft, die wiederum einen Teil der Pläne Adolf Hitlers verwirklicht hat, zu übermitteln.
Die Reichsautobahnteilstrecke Wandersmann— Limburg wurde damit um 14 Uhr dem öffentlichen Verkehr übergeben.
Aus der engeren Heimat.
EHW -Schweinemästerei in Butzb'ch.
* Butzbach, 25. Sept. Die von unserer Stadt errichtete Schweinemästerei für das Ernäh- rungs-Hilfswerk geht chrer Vollendung entgegen. In etwa zwei Wochen wird die gemeinnützige Gin. richtung ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Anlagen der Schweinemästerei sind zunächst auf die Mästung von 60 Schweinen im Verlaufe eines halben Jahres eingerichtet. Hiernach sollerl also in jedem Jahre 120 Schweine gemästet werden und der Fleischversorgung der Bevölkerung zugute kommen.
Vorsicht be-m Obstpflücken!
* Watzenborn-Steinberg, 26. September. Beim Pflücken von Zwetschen stürzte am gestrigen Montagnachmittag der Weißbinder Georg Weiß von hier so unglücklich von dem Baume ab, daß er beide Arme brach und außerdem eine leichte Gehirnerschütterung erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte sofort nach Gießen in die Klinik gebracht werden.
* Kinzenbach, 26. Sept. Die Landwirtsehe- frau Margarete Mandler von hier stürzte beim Zwetschenpflücken vom Baume ab und erlitt dabei einen Bruch des rechten Armes. Die Verunglückte mußtie in die Gießener Chirurgische Klinik auf genommen werden.
Landkreis Gießen.
Leihgestern, 26. Sept. Seinen 80. Geburtstag kann am morgigen Mittwoch, 27. September, der Zigeleiarbeiter i. R. Johann Heinrich Velten, dahier, in guter Gesundheit begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch.
= Steinbach, 23. Sept. Steinbach stand heute im Zeichen der O b st v e r ste i ge ru n g e n. Am Vormittag wurde das Obst der Pfarrei Steinbach versteigert-, es erbrachte einen guten Ertrag. Die Preise waren angemessen. Nachmittags versteigerte die Gemeinde Steinbach ihr Obst, das ebenfalls einen guten Ertrag brachte.
* Grünberg, 26. Sept. Die 38jährige Ehefrau Helene des Eisenbahnarbeiters S ch o m b e r t von hier erlitt bei einem Verkehrsunfall eine schwere Gehirnerschütterung, Wunden am Kopfe sowie Schulterprellungen. Durch die Sanitätsbereitschaft vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen wurde die Frau in die Klinik nach Gießen gebracht.
Kreis Alsfeld.
—.— Homberg (Ohm), 26. Sept. Am morgigen Mittwoch, 27. September, kann unser Mitbürger Ludwig (Seibel II. in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag begehen. Wir beglückwünschen herzlich.
Kreis Wehlar. e
♦ Dattenhofen, 25. Sept. Der 76jährige Landwirt Ludwig Weber wurde von seinem Wagen überfahren und zog sich an beiden Beinen Unterschenkelbrüche zi^ Der Verunglückte mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.
• . ~ v , als Pembroke plötzlich mit einer Verneigung vor
morben, der Rest der Hellmersschen Rede wird von ihnen steht,-die blutübergossene Claire an der Hand, dem donnernden Marsch der Werkskapelle über- ..... —.........


