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Rhein-Mainische Börse.

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Denkt Ihr bdran, ihr Kriegsfreiwilligen des NIR. 222, daß wir am 27. Äugust 1914, also morgen vor 25 Jahren, hier in Gießen und Mainz aus den Ersatzbataillonen 116, 88 und 117 zu- ammengestellt wurden, um nach wenigen Wochen der Ausbildung in die Kampffront im Westen eingereiht zu werden?Mit flammender Begeiste­rung", so schreibt unser verehrter Oberstleutnant von Rotsmann in der von ihm verfaßten kleinen Broschüre,heiliger Vaterlandsliebe und

Werkpause. Gaumusikzug Schlesien. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. Grünes Gras, grünes Gras unter meinen Füßen. Alte Kinderspiele auf der Dorfstraße. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloß­konzert. Das Niedersachsen-Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: 50 bunte Minuten. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen­aufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Das Kur­orchester Bad Homburg. Neues für den Bücher­freund. 18: Ein gutes Wort zur rechten Zeit! Don Bauernspruch und Bauernweisheit. 18.30: Soldaten Kameraden. Dom Wecken bis zum Zapfenstreich. 19: Nürnberg-Echo. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.30: Der blaue Montag. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhal- tungs- und Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert.

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Frankfurt a. M., 25. Aug.^ Bei weiter ge­schrumpften Umsätzen war die Börse an den Ak­tienmärkten nicht ganz einheitlich. Weiter mäßigen Anschaffungen der Kundschaft standen eben­solche Verkäufe gegenüber, während der Berufs- Handel kaum Tätigkeit entfaltete. Im allgemeinen hatten die Abweichungen nur kleinen Umfang, größere Veränderungen als 0,50 bis 1,50 v. 5). be­ruhten schon wieder auf Zufall. Im ganzen gesehen erhielt sich eine zuversichtliche Tendenz. Von den führenden Papieren stellten sich JG.-Farben auf 152,25 (152,40), Verein. Stahl auf 98,90 bis 99,13 (99), Mannesmann auf 104 bis 104,13 (104,25). Elektroaktien neigten meist 0,50 bis 1 v. H. zur Schwäche, fest aber RWE. mit 113,50 (112,40). Don Maschinenwerten stiegen MAN. auf 149 (147,50), während Daimler 1 v. H. und Moenus 0,50 v. 5). verloren. Fest waren erneut Laurahütte mit 20,90 (18,90), ferner lagen Ilse Genuß 1,50 v. H. höher mit 134,50. Sonst kamen Westdeutsche Kaufhof mit 96,50 (97,50) und Conti Gummi mit 221 (222,50) sowie Reichsbank mit unv. 179,50 zur Notiz.

Am Rentenmarkt war die Haltung eher etwas schwächer, da den kleinen Verkäufen kaum Anschaffungen gegenüberstanden. Reichsaltbesitz gaben auf 131,70 (132) nach, ferner im Telephonverkehr Steuergutscheine I auf 98,75 bis 98,50 bis 98,60 (98,85). Kommunal - Umschuldung gaben auf 93 (93,10) nach. Industrie-Obligationen schwankten durchschnittlich bis 0,50 v. H., 4,5proz. Voigt & Haeffner0,65 v. H. auf 93,75, 5proz. Gelsenkir­chen Berg0,50 v. H. auf 98. Stadtanleihen lagen meist unverändert, kräftig heraufgesetzt würben Darmstädter von 26 nach Pause auf 96,40 (95,25), do. v. 28 auf 96,13 (95). In Pfandbriefen wurde das vorliegende Angebot ausgenommen, ebenso in Staatspapieren. Reichsbahn-DA.0,25 v. H. auf 122,40.

Auch im Verlaufe blieb die Entwicklung bei sehr kleinem Geschäft uneinheitlich und mehr zufällig. Nur vereinzelt ergaben sich kleine Veränderungen. JG.-Farben 152,75 nach 152,25, AEG. 115,75 nach 116, Laurahütte 20,65 nach 20,90. Bei den später notierten Werten überwogen 0,50= bis l,50prozen- tige Rückgänge, darüber hinaus verloren Scheide­anstalt und Berger Tiefbau je 2,50 v. H. auf 205 bzw. 147.

Dek Freiverkehr lag still und behauptet. Tagesgeld unv. 2,25 o. H.

Abendbörfe fest.

Die Abendbörse verkehrte im Anschluß an den Mittagsverkehr in fester Haltung und verbuchte an den Aktienmärkten durchschnittliche Erhöhun­gen von 0,50 bis 1 v. H. Ueberwiegend handelte es sich allerdings um nominelle Angleichungen an den Berliner Schluß, doch wurde auch dieser noch viel­fach etwas überschritten, da Nachfrage vorherrschte. Besonders fest waren Gesfürel bei einigem Geschäft mit 129 bis 129,50 (127,50), anderseits erlitten Akkumulatoren bei kleinem Angebot eine Einbuße aus 223,50 (225,75). Sonst stiegen u. a. Mannes­mann auf 104,75 (104,13), Rheinstahl auf 126,50 (126), Deutsche Erdöl auf 124 (123), Verein. Stahl auf 99,-50 (99), AEG. auf 116,75 (115,75), Bemberg auf 132,25 (131,50), Rheinmetall auf 120 (119) und Hapag auf 51 (49,50). JG.-Farben lagen ruhig und mit 153 unverändert. Der Rentenmarkt war still. 6proz. JG.-Farben wurden 0,13 v. H. niedriger mit 119,75 gefragt. Steuergutscheine I waren bei einigem Umsatz auf 98,75 bis 98,80 (98,60) befestigt.

Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!

aus diesen Erlebnissen entgegentreten.

Und wie herrlich war euer Angriffsgeist! Euere Kühnheit und Euer Heldenmut und eure Disziplin! Oberstleutnant von Rotsmann bemerkt u. a. in sei­nem Tagebuch bei der Schilderung des schweren Gefechts vom 3. Dezember 1914:Als ich am frühen Morgen das Regiment 222 am Waldrand etwa ein Kilometer östlich von Erywangerod entwickelte und es zum Angriff vorwärts ging, freute ich mich über die Ruhe und Ordnung, die überall herrschte. Das Ganze sah aus, wie eine wohlgelungene Gefechts­übung beim Regimentsexerzieren, nur wurde zum Unterschied mit scharfen Patronen geschossen. Und unser verehrter Oberstleutnant lobte gewiß nicht gerne.

Einerlei ob ihr in dunkler Nacht emsam und von niemanden gesehen und beobachtet auf gefährlichen Posten standet, ob ihr auf eine wichtige Patrouille geschickt wurdet, oder ob ihr zum Sturm antratet und das mächtige Hurra über das Feld brauste, überall habt ihr eure Pflicht getan, zur Ehre und zum Ruhm eures Regiments.

Und das Ihr zu sterben wußtet, das zeugen bte großen Verluste, die das RJR. 222 erlitten hat. Als im Mai/Juni 1915 der grauenhafte Karpathenwmter vorüber war, da waren von denen, die am 27. August 1914 zusammentraten, nur noch ganz wenige an der Front. Hinter den meisten Namen standen die Worte: gefallen, verwundet, erkrankt, vermißt. Und von denen, die nach ihrer Verwundung wieder an die Front eilten, sind noch viele in anderen Regimentern den Heldentod gestorben.

Neidhardt von G n e i s e n a u hat einmal die grundsätzlichen Worte geprägt:Begeistere das menschliche Geschlecht für seine Pflicht zuerst, dann für sein Recht." Zu dieser Auffassung wurde die deutschen Jugend von 1914 im Elternhaus und in der Schule erzogen, das waren die Quellen, aus denen die Kriegsfreiwilligen von 1914 die Kraft ge­wonnen haben Unvergeßliches zu leisten und der kommenden Generation zum Vorbild zu dienen im Leben und Sterben.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag und Sonntag.

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hcsdwerksmeisler Gewerbetreibende, Achtung!

l e Steuerbescheide sind da oder gehen in den sM'ten Wochen zu. Jeder Steuerbescheid bedarf itinr eingehenden Prüfung. Wendet Euch deswegen ,n !ie Rechtsberatungsstellen der DAF. und nehmt lie ostenlose Steuerberatung in Anspruch. Es wird iepei darauf hingewiefen, daß die notwendig wer­den Rechtsmittelverfahren (Einsprüche, Berufun- eni und die damit verbundenen Stundungsanträge ^Verhandlungen vor den Finanzämtern kostenlos fcilüigt werden. Mitgliedschaft zur DAF. ist Be- te ung. 5736D

tmstunft erteilt für den Kreis Wetterau: incisroalfung der DAF. Gießen, Schanzenstr. 18. Erechstunden: Di. und Do. v. 1618 Uhr., Sa. M(L-12 Uhr.

"tiebbetg, Bismarckstraße 32. Mi. u. Do. v. 1012 lll-

Vrünberg, Ortswaltung der DAF. jeden 2. und X Montag im Monat v. 1417 Uhr.

iich, Ortswaltung der DAF. jeden 2. und 4. Mon- im Monat v. 1012 Uhr.

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Schlohbeleuchtung in Heidelberg.

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mmeldung in unserer Kartenverkaufsstelle, Sel- tttweg 60.

OAI.-Beitragsrückstände

«-ssen bis 1. Oktober nachgeklebt sein.

züglich drei Monate und 14 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Dem Angeklagten wurden die bürger­lichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt.

*

Arno Starke in Petterweil hatte sich ebenfalls wegen Sittlichkeitsverbrechen zu verantworten. Er wurde beschuldigt, im Juni mit Personen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Die Verhandlung fand ebenfalls unter Aus­schluß der Oeffentlichkeit statt. Der Angeklagte wurde des Verbrechens nach § 176 schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr, abzüglich einem Monat der Unter­suchungshaft, verurteilt. *

Hans Müller in Friedberg, einschlägig vor­bestraft, hatte sich wiederum wegen Sittlichkeits­verbrechens zu verantworten. Er war beschuldigt, in den Jahren 1938 und 1939 mit einer Person unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenorn- men zu haben. Nach dem Sachverständigengutachten ist der Angeklagte hochgradig schwachsinnig und ihm der Schutz des § 51 zuzubilligen.

Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamt­gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Der Angeklagte wurde zu einer Gesamt- gefängnisftrafe von einem Jahr und drei Monaten, abzüglich drei Monate Unter­suchungshaft, verurteilt. Weiterhin wurde dafür gesorgt, daß der Angeklagte in Zukunft nicht mehr als gefährlicher Sittlichkeitsoerbrecher Unheil an­richten kann. Die Rechtskraft des Urteils wurde sofort anerkannt.

Rundfunkprogramm

Sonntag, 27. August.

6 Uhr: Hafenkonzert auf dem LuxusdampferCap Arcona" der Hamburg-Südamerikanifchen Dampf- fchiffahrts-Gefellschaft. 8.10: Don Wiesbaden: Wir fingen den Sonntag ein. Männergesangverein 1859 Wiesbaden-Bierstadt. 8.40: Luise G. Bachmann liest aus ihrem Roman um Tilmann Riemenschneider

Die Kriegsfreiwilligen des RZR 222

Ein Erinnerungsblatt.

Don Ludwig Grießbauer, Gießen.

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9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 9 Bohnen, grün 13 bis 23, gelb 15 bis 23, Erbsen 15 bis 20, deutsche Tomaten 20 bis 26, Zwiebeln 10 bis 13, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8, Kartoffeln, V2 k» 5 Rpf., 5 kg 50 Rpf., 50 kg 4 bis 4,50 RM., Frühlipfel, kg^ 15 bis 35, Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 32 bis 35, Brombeeren 35 bis 40, Preisel­beeren 38 bis 40, Birnen 15 bis 35,^ Pflaumen 15 bis 25 ^wetschen 15 bis 20, Mirabellen 25 bis 30, Renekloden 15 bis 22 Rpf., Hähne 1^10 bis 1,20 RM., Suppenhühner 90 Rpf. bis 1 RM., Tauben, das Stück 50 bis 70 Rpf., Blumenkohl 10 bis 35, Salat 5 bis 8 Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf.

** Sterbefälle in G i e ß e n. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis ^.August: 2 August Jakob Moutarde, Buchdruckergehilse, 60 Jahre Alter Steinbacher Weg 15; Ludwig Burger, Diplom-Braumeister, 40 Jahre, Wernerwall 62; 5.August Emma Hach, geb.Lich,31 Fahre^ohne Berus, Dammstraße 25; 6. August Elisabeth Nagele, geb Beisel, ohne Beruf, 66 Jahre, Wetzlarer Weg 65 8. August Ewald Menne, Spengler und Installateur 35 Jahr-, Sandgasse 35; 11, August Anna Eumbel, qeb. Garth, ohne Berus, 49 Jahre, Rodheimer Straße 40; August H-nzerlmg Kaufmann, 61 Jahre, Neustadt 36; 13, August Anna Engel, geb. Panz, ahn- Beruf, 42 Jahr-, Am Sandseld 11. Große Strafkammer Gießen.

Der Ludwig Geißler in Daubringen hatte sich wegen Sittlichkeitsoerbrechens zu verantworten Er war beschuldigt, in den Jahren 1937 bis 1939 Per­sonen unter 14 bzw. unter 21 Jahren zu unsitt­lichen Handlungen verführt zu haben. Die Ver­handlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeu statt. Der Angeklagte wurde des Verbrechens nach § 175 in neun Fällen sowie eines Verbrechens nach § 176 schuldig erkannt und zu einer Gesamt- zucht Haus st rase von zwei Jahren, ab-

Meister, Bürger und Rebell". 9: Deutsche Meister. Georg Fr. Händel C. M. v. Weber Franz Schubert. 12: Musik am Mittag. Einlage von 13 bis 13.15: Das Mikrofon unterwegs. 14: Für unsere Kinder: Ja, so sind die Wichtelmänner. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Rejgen sorgloser Melodien.

15: Reichssendung: Großkonzert des Rundfunks mit Berichten von der Feldparade vor dem Führer bei Tannenberg. 18: Froher Dorfsonntag.Froh zu fein bedarf es wenig." 19: Das Backfischfest in Worms. Ausschnitte vom Hauptfesttag. 19.30: Sport­spiegel des Sonntags. 19.50: Echo von den Stu- denten-Weltspielen Wien. 20: Nachrichten. 20.30: Orchester-Konzert. Das große Orchester des Reichs­senders Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.30: Sport- bericht. 22.45: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtkonzert.

IHontag, 28. August.

5 Uhr: Frühmusik. Das kleine Orchester des Reichs- senders Breslau. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: lieber» traqung nach Saarbrücken: Morgenlied, Morgen­spruch, Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Gaumusikzug Reichsarbeitsdienst, Arbeitsqau XXII. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Rat- schlüge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur

ittlichem Ernst gingen alle Angehörigen des Regi­ments an ihre große Aufgabe heran". Alle waren von dem sehnlichsten Wunsch erfüllt, so bald als möglich an den Feinnd zu kommen, um an dem Ringen um Leben und Zukunft unseres Vater­landes teilnehmen zu können.

Es soll nun nicht die Aufgabe fein, im Rahmen dieses Rückblickes eine Geschichte des RJR. 222 zu geben, die in den Spalten dieser Zeitung schon häufig in Einzeldarstellungen niebergelegt wurde. Heute am 25. Jahrestage seiner Gründung sollen einmal die sittlichen und moralischen Eigenschaften der Kriegsfreiwilligen von 1914 niedergelegt wer­den. Das Regiment ist am Tage des Sieges von .Tannenberg ins Leben gerufen worden, einen schö­neren Gründungstag hätten sich die 222er nicht wählen können. Seine kriegerischen Taten im Westen und Osten sind in die Geschichte einge­gangen und von höchsten Stellen gewürdigt wor­den. Die Daheimgebliebenen werden sich noch er­innern, daß im Heeresbericht der Obersten Heeres­leitung die besonderen Leistungen hessischer Regi­menter in der Schlacht bei Lodz heroorgehoben wurden, und zu diesen gehörte auch das RJR. 222. Generalfeldmarschall von Mackensen schrieb einmal:

Die bei Beginn des Weltkrieges zum über­wiegenden Teil aus Kriegsfreiwilligen aufge- stestellten, schon Mitte Oktober 1914 für kriegs­fähig erklärten und bald darauf eingesetzten neuen Armeekorps haben trotz ihrer unvorbe­reiteten Aufstellung und überhasteten Ausbil­dung im Verlaufe des Krieges ihren Mann gestanden. Die hohe Zahl der von der Bedeu­tung der Stunde tief erfüllten Männer und Jünglinge in ihren Reihen half die Mängel der Improvisation überwinden. Intelligenz, Jugend und Hingabe der Mannschaft und zweck- bewußte Anleitung kamen der Ausbildung zu­statten und gaben im vollen Einklang von Offi­zier und Mann dem Geist der Truppe Richtung und Halt. Von der inneren Kraft eines un­beugsamen Willens zum Siege erfüllt, zogen diese jungen Truppenteile mit nicht zu über­bietender Begeisterung und unübertrefflichem Heldenmut in den Kampf und wurden an­erkannte Mehrer der Kraft, der Erfolge und des Ruhmes des deutschen Heeres. Manche ihrer Waffentaten suchen in der Geschichte ihresgleichen. Die 222er haben ihren Anteil an solchen in reichem Maße."

In ähnlicher Weise haben sich General v. Wris- berg, der im Kriegsministerium im August 1914 die Freiwilligenkorps aufstellte und General von G e r o k, der Kommandierende General des XXIV. Reservekorps, zu dem die 222er gehörten,

geäußert.

Wir alten Offiziere, denen damals die Führung der jungen Mannschaften anvertraut war, wußten, daß die schrankenlose Begeisterung beim Verlassen der Heimat unter den seelischen und physischen Ein­drücken des Fronterlebnisses eine nicht unwesentliche Veränderung erfahren würde. Wir waren von der ungeheuren Verantwortung durchdrungen, die uns durch die Führung dieser jungen, noch nicht ge­nügend ausgebildeten Mannschaften übertragen wurde, und wir legten uns manchmal die Frage vor: Werden unsere Freiwilligen den ungeheuren Anforderungen des modernen Krieges gewachsen fein? Und sie waren diesen Anforderungen gewach­sen, ja sie haben unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Man muß nur einmal die herrlichen Kriegsbriefe der Kriegsfreiwilligen durchlesen, die nach dem Kriege veröffentlicht wurden, und die ein von jeder Beeinflussung freies Bild der seelischen Verfassung dieser deutschen Jugend von 1914 wie­dergeben. Man wird feststellen, daß neben aller Be­geisterung ein sehr ernster Unterton nMchwmgt, einmal die Erwartung, endlich an den Feind zu kommen, dann aber auch die Möglichkeit sterben zu müssen. Fast in allen Briefen kommt das unbe­dingte Vertrauen in die Führung, tue Hoffnung auf

Lus der Stadl Gießen.

Vom La-sagen.

Don Reinhold Braun.

' lag Ideal unserer Zeit ist derganze Mann". Wn Clausewitz, der Mitarbeiter Scharnhorsts und .^Verkünder eines inneren Soldatentums, sagt: Wi Zeit ist euer; was sie sein wird, wird sie jur.») euch sein!", so wird unsere Zeit das sein, was je t-urd) den ganzen Mann, denganzen Kerl" in ijer Mion ist. Er gibt ihr den Charakter; er allein Adelt sie zum Gefäß eines werthaften Inhalts.

1] Denn er Ja sagt, so ist das Perfönlichkeitsaus- jnif. Alles, was an und in diesem Menschen ist, sinst auf, hell und stark und ist schön aus Ge- Menheit. In diesem Ja liegt zugleich die Weis- ,eit der Begrenzung, die da spricht:Wohl ist dafür ie|rgt daß die Bäume nicht in den Himmel wach­es aber es ist auch dafür gesorgt, daß sie gen xifftnel wachsen". So ist dieses Ja ein Bekennt- n8 zum unbeugsamen, heiligen Wachstumswillen.

ft der Klang des furchtlosen Herzens.

$er den Sinn feines Lebens, den Auftrag fei­les Daseins erfüllen will, muß unnachsichtlicher kärpfer fein. Wenn eine Not ihn anfällt, dann Dik er auch Ja zum Schmerz zu sagen; er nimmt hi als Gestaltungshilfe für sein Leben, die eben 0 tib nicht anders sein soll. Die leidigenJa- und !lOn"-Sager sind ihm ein Greuel, und er muß «egn sie hart sein um seiner eigenen großen Ziele der seines Volkes willen. Am härtesten aber

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I Tiefer Ja-Sager deutscher Art holt sein Ja stets Ni!- iw der Tiefe seines Wesens herauf, die Fragen u d-i )e;Herzens sind ihm die heiligsten Fragen, und die unoj.1 ttiiDorten darauf sind schlicht und grat), sein Leben eiibf * nnb Wesen selbst. Die Treue seines Geistes und ruppj leirr Seele zu allem Großen und Heiligen, zu dem Nts.1 SA deutschen Menschen- und Volkswesens leuchtet lgenb, hi? aus Blick, Gebärde und Wort, aus allen seinen ujj;. Holungen, aus jeder kleinsten Tat. Wo er ein Mrender sein darf, ist er es ganz. Wo er Gefolgs- tal Irtiit ist, ist er es ebenfalls mit Leib und Seele. Sen! kttotz ist ihm das Selbstoerständlichste der Welt. iebUn, lii als alles Lebens und Wesens Krönung er» einhttj chnt ihm das Opfer.

den Sieg der deutschen Waffen, das Versprechen restloser Pflichterfüllung und ein unbedingtes Gott­oertrauen in rührender Weise zum Ausdruck. Fer­ner aber auch der Dank an Eltern und Lehrer für das, was sie dem einzelnen mit auf den schweren Weg gegeben hatten. In dieser Gesinnung traten die moralischen und seelischen Werte der freudig in den Kampf ziehenden Truppen in herrlichster Weise in die Erscheinung. Unser deutsches Volk und un­sere deutsche Jugend waren körperlich und seelisch gesund. Und diese Eigenschaften sind die eigentlichen Waffen des Soldaten. D i e Nation, deren Soldaten diese Eigenschaften ihr eigen nennen, besitzt ,bie stärksten Bataillone".

Aber auch in den ernstesten Lagen kam die jugendliche Begeisterung für Musik und Gesang zu ihrem Recht. Denkt Ihr noch an das Leden in den verschlammten Gräben Nordfrankreichs mit den primitiven Erdlöchern als Unterstände? Auch dieses Leben hatte trotz der ständigen Beschießung seine Freuden. Wer gerade keinen Dienst in dem vor­deren Graden hatte, spielte auf seiner Mundharmo­nika (zu deutsch Schnusfelrutsch) oder auf einer irgendwo aufgegabelten Quetschkommode, oder es bildete sich ein Dreimännerkollegium, um auch im Granatfeuer einen Skat zu kloppen, oder, wer ernsteren Sinnes mar, der holte sich seinen Faust aus dem Tornister ober das neue Testament, das Vater ober Mutter mitgegeben hatte, oder ein Lehr­buch, um sich auf spätere Examina vorzubereiten. Denkt Ihr. noch an den Novemberadend, als wir zu Ehren des Seesieges von Coronel im vorderen Graben vereint, bis in die Dunkelheit Choräle und die alten schönen Volkslieder fangen, sodaß die Engländer einen Angriff erwarteten und uns zum Dank ein mächtigesAd end kontert" bereiteten? Denkt Ihr noch an das Kirchenkonzert in Bisch­weiler, das, aus Euren eigenen Reihen angeregt, zu Gunsien des Roten Kreuzes veranstaltet wurde, und einen so herrlichen Verlauf nahm, oder an den Gottesdienst, der auf Euren Wunsch in der zer­schossenen Kirche von Fournes unmittelbar hinter der Kampffront stattfand und der wohl bei allen einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen hat? Und denkt Ihr noch daran, wie Ihr in den Wintertagen den armen Kindern von Fournes aus dem kargen Bestand Eurer Nahrungsmittel und Liedesgaben etwas zum essen gäbt? Gottesfurcht, Menschlichkeit und Mitleid, das sind die Eigenschaften, die uns

Wirtschaft.

Neue preise für Gchlachtschweine.

Fwl. Mit Wirkung vom Montag, 4. Septem­ber 1939, erfahren die Schweinepreise an den deut­schen \5d)lumärtten nach einer Anordnung der HV. der deutschen Viehwirtschaft in der Zeit vom 4. September bis 1. Oktober einen Zuschlag von 2,00 RM. je 50 kg Lebendgewicht. Der jahres­zeitlich höchste Zuschlag von 3,00, der vom 17. Juli an Gültigkeit hatte, verringert sich daher um 1,00 RM. In der nächsten Woche dürfte infolgedessen mit reichlicheren Schweineanlieferungen zu rechnen sein. Auf den r h e i n - m a i n i s ch e n Viehmärkten Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Worms gelten äb 4. September folgende Preise: Schweine der Schlachtwertklasse a) 60 bis 61, bl) 59 bis 60, b2) 58 bis 59, c) 54 bis 55, d bis f) bis 52, Sauen gl) bis 60, i) bis 59, g2

Die Deutsche Arbeitsfront führt zum lüftober 1939 neue Beitragsmarken ein. Alle Bei- ir.srütfftänbe müssen bis zu diesem Tage mit alten Beitragsmarken nachgeklebt sein, da die rhglieder sonst ihrer Ansprüche verlustig gehen. D- Mitglieder und Betriebe des Gaues Hessen- kjfau prüfen daher zweckmäßigerweise die Mit- üdsbücher und besorgen rechtzeitig die fehlenden kötragsmarfen.

Gieben-Wieseck.

?«ch einer Unterbrechung von 5 Wochen wurde jliTrt der Schulschwimmbetrieb in der Wieseck ve:«er ausgenommen. Inzwischen sind Derbesse- tingen in der Anlage durchgeführt worden, die [toi feit Jahren geplant waren. Auf einer Länge ttn 35 Meter wurden beide Ufer durch starke 8-lsnbohlen befestigt und das Flußbett auf 8,50 Je:=r erweitert und planiert. Durch die Befestigung er Ufer wird das Ausspülen, ferner die Verun- tr gung des Wassers verhindert. Die starke Be- lttzimg der Anlage und die bis zu den Ferien Krhegenben Ergebnisse des Schwimmunterrichts, ö Ddyüler und Schülerinnen schwammen 45 Mi- Itirn (Fahrtenschwimmer). 11 schwammen 30 Mi- pm und 10 schwammen 15 Minuten (Frei- Ito mmer), machten die Dorgenommene Verbesse- fci. noch während der warmen Jahreszeit not- fcrjoig. Durch eine Stauvorrichtung kann das Ei er auf jede gewünschte Tiefe gebracht werden. Di besonders jüngeren Jahrgängen gefahrloses Ärmeln zu ermöglichen, beträgt die Wassertiefe tb. 1,20 Meter. Bei länger anhaltendem warmen Ihrer wird sich die Zahl der Fahrten- und Frei- Ito mmer noch verdoppeln.

Gießener Ivochenmarktpreise.

' * Wießen , 26. Aug. Auf dem heutigen Wochen- IndH kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Iiie 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, dr.'che Eier, Klasse S 13, A 12^, B 12, C 11K .10^, Wirsing, kg 6 bis 7, Weißkraut 5, Dbfiraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben

loria-Palast, Seltersweg:Das Ekel". Licht- Ip tijaus, Bahnhofstraße:Die Geliebte".

ZDM.-llntergau 116 Gießen.

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Sir treten zur Besichtigung durch den Obergau he: e um 15 Uhr amHessischen Hof" an. Aus- idk sind ebenfalls mitzubringen.