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Samstag, 26./Sonntag,27. August 1959
189. Jahrgang
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Tannenbergfeier aus.
Der Llnterzeichnungsakt in Moskau
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Mährisch-Ostrau, 25. August. (DNB.) Die militärischen Vorbereitungen in Polen haben im Olsa- ybiet ihren Höhepunkt erreicht. Gegenüber Mährisch-Ostrau und Witkowitz ist eine starke Truppen- kinzentration festgestellt worden, so daß man mit der besorgniserregenden Möglichkeit eines pol-
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Heeres. Generaloberst von Brauchilfch. am Vorabend des Gedenktages der Schlacht bei Tannenberg am Samstag, dem 2 6. August, von 19.30 bis 20 Uhr. wird als Reichssendung über alle deutschen Rundfunksender verbreitet.
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Friedenspakt gegen Kriegsfront.
,,Das deutsche Volk von heute, das Deutsche Reich von jetzt, sie sind nicht gewillt, Lebensinteressen preiszugeben, sie sind auch nicht gewillt, aufsteigen- den Gefahren tatenlos gegenüberzutreten!" Diese Worte sprach der Führer am 1. April in Wilhelmshaven beim Stapellaus des Schlachtschiffes „Tir- pitz". Nach diesen Worten hat er gehandelt, als er nach einem Ausspruch Ribbentrops Rußland aus der Einkreisungsfront heraus- brach, die die westlichen Demokratien unter britischer Führung rings um die autoritären Mächte Deutschland und Italien aufzubauen seit vielen Mo- naten emsig bemüht waren, um das weitere Fortschreiten des von diesen so erfolgreich angestrengten Revisionsprozesfes gegen die Fehlurteile von Versailles zu verhindern, durch den allein jene sich auf Gerechtigkeit gründende und den natürlichen Lebensinteressen entsprechende Neuorganisation Europas geschaffen werden kann, die für lange Zeit den Frieden zu sichern verbürgt. Des Führers Entschluß, das Verhältnis zu Rußland auf neue Grundlagen zu stellen, traf in Moskau auf volles Verständnis. Beide Seiten waren sich darin einig, damit nicht taktischen Erwägungen des Augenblicks nachzugeben, sondern zu einer Politik freundschaftlicher Zusammenarbeit zurückzukehren, die der grundsätzlichen Erkenntnis entspringt, daß es keine territorialen, wirtschaftlichen ooer sonstwie gearteten machtpolitischen Probleme gibt, die das deutsche und das russische Volk trennen, und daß in der Geschichte beider Völker die langen Epochen enger Zusammenarbeit als besonders glückliche und fruchtbare hervorragen.
Der Kreml hat in der von Litwinow-Finkelstem maßgeblich bestimmten Aera sowjetrussischer Außenpolitik lange genug versucht, im Zusammenwirken mit den westlichen Demokratien die spezifisch russischen Interessen sicherzustellen. Es war die Zeit des Beitritts der Sowjetunion zur Genfer Liga mit den ebenso endlosen wie fruchtlosen Debatten um
der ostpreußischen Grenze bei Mlawa und Prza- snysz drei polnische Angriffsdivisionen und eine Panzerbrigade versammelt.
Auch an der oberschlesischen Grenze sind Vorbereitungen erkennbar, die auf einen beabsichtigten Handstreich der Polen schließen lassen. Aus Kreuzburg wird gemeldet, daß gegenüber von Landsberg und Rosenberg (OS.) die 19. und die 13. polnische Division und die Kavalleriebrigade Wolynska in Bereitstellung zum Vormarsch gegen d i e deutsche Grenze sind. Gegenüber von Gleiwitz ist die 2 8. p o l n i s ch e Division festgestellt worden. Art und Umfang der polnischen Bereitschaftsmaßnahmen, verstärkte Wege- und Depotsanlagen lassen deutlich Angriffsabsichten erkennen.
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Das Blatt stellt weiter fest, daß es für die West- Mächte keine Möglichkeit gäbe, den deutsch-russischen Vertrag aufzulockern. Die Sowjetunion habe gewählt, und zwar habe es gewählt wie e i n ft Polen unter P i l s u d s k i. Stalin fei Realist, darum habe er fid) für Deutschland entschieden. Mit den Vertretern der Westmächte habe er keine persönliche Fühlung genommen. Mit Ribbentrop aber sei er sofort zusammen- gekommen. Der Wortschwall der Gegenseite lasse nicht so sehr Stärke erkennen als vielmehr Schwäche, die durch die Worte verdeckt werden sollten. Mit Phrasen wolle man die Hoffnung betäuben, denn „hoffnungs los", so heißt es wörtlich, ist zur Zeit ein siegreicher Kampf gegen di e Achse.
Selbst der. der Polen wohlwollc, müsse sich sagen, daß Polen bei einer vernünftigen Politik. die auf R e a l i t ä t e n und nicht auf Stimmungen aufgebaut sei. nachgeben müsse. Auf Polens Führung und ihrem vermögen, die Lage zu beurteilen, beruhe alles. Das Blatt bringt ein Bild vom Marschall R y d z - Smigly und darunter die Frage: „wird er es wagen, feinem Volke zu sagen.wie die
Situation wirklich ist?"
Oie Tannenbergfeier abgesagt.
Brauchitsch
spricht heute abend über alle Sender.
B e r l i n, 25. Aug. (DRV.) Amtlich wird mit- geleitt: Mit Rücksicht auf die gespannte Lage fällt die auf Sonntag, den 27. August, an-
Warnung für die im Ausland befindlichen deutschen Handelsschiffe.
Berlin, 25. August. (DNB.) Nachdem die englische Regierung der Oefsentlichkeit gegenüber bereits gestern abend e i ne Reihe von Vorkehrungen als vorbereitende Maßnahmen für den Kriegsfall be- fanntgegeben hat und im Zusammenhang hiermit die englische Schiffahrt Sonderanweisungen erhielt, hat auch die R e i ch s re g i e r u n g die im Auslande befindlichen Handelsschiffe entsprechendgewarnt.
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ififju? Elchen Handstreiches auf das wichtige deutsche Industriegebiet rechnen muß. Man ist auf polnischer Seite ftstn so siegessicher frech geworden, daß die polnischen Soldaten „versehentlich" in voller Aus- r n ft u n g b i e Grenze überschritten, so daß einige von ihnen von den deutschen Grenzbehör-
Panikstimmung in Warschau.
Verschärfter Luftschutz. - Zunehmende Lebensmittelknappheit durch wilde Hamsterei. - Die Juden nützen die Saison.
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Die Ansprache des Oberbefehlshabers des
Stockholm, 26. Aug. (DNB. - Funkspruch.) .Aftonbladet", das schon vor zwei Tagen eine eindringliche Warnung an die Adresse Englands und Frankreichs gerichtet hatte, nicht die ganze Welt ins Unglück zu stürzen, spricht am Freitag unter deutlicher Anspielung auf die Verantwortung Englands eine noch deutlichere Sprache. Der mililärische Mitarbeiter des Blattes richtet einen ernsten Appell an die Vernunft der leitenden Männer in den westeuropäischen Staaten der in den Sätzen gipfelt: „An Stelle einer sachlichen Prüfung und einer Untersuchung der nackten Tatsachen, so unangenehm diese auch sein mögen, sucht man in England b i e öffentliche Meinung irrezuführen Man hat den Eindruck, daß dunkle Kräfte dahinterstehen. Eine bestimmte Methode wird dabei verfolgt. Oder will man Rußlands entscheidenden Einfluß unterschätzen? Ebenso eifrig wie man früher Rußlands Bedeutung hervorhob, ebenso eifrig will man sie heute verleugnen.
Regierung, Parlament und Presse in England sind einig in dem Streben, das Volk zum Kampf zu rufen, der in einer Riederlagie enden muß. Das ist die Situation des Tages. Wenn das ungehindert weitergeht, fo führt das zu einem Krieg, der für feine Urheber sehr schlecht ausgehen wird? _
Dieses Bild spiegelt das herzliche Einvernehmen wider, mit dem in Moskau der Konsultat ons- unb Hidjiangriffspatt zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunwn unterzeichnet wurde. Wan sieht von links: Reichsauhenminister non Ribbentrop, U"t-rst°a1sl-kr (3
Stalin und AubentoumMr Wolotöw,(Scherl-Bllderdrenjt.)
„Ein siegreicher Kamps gegen die Achse hoffnungslos". Schwedischer Militärfachmann mahnt die Westmächte zur vernünftigen Beurteilung der Lage. - Wird Hydz-Smigly seinem Volke die Wahrheit sagen?
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Drohungen und Mißhandlungen wurden neben Frauen und Greisen jetzt auch Kinder zu Schanzarbeiten gezwungen. Bei herz- lanih gelang es einigen Flüchtlingen, große Teiche, durch die die Grenze geht, zu durch- waten. Sie kamen am Freitagnachmittag völlig erschöpft und müde über die Grenze und berichteten von ihren INihhandlungen, die deutlich Spuren an ihrem Körper zurückgelassen haben. Aus den Städten Freisiadt, Karwin und Oderberg find auch die letzten polnischen Zivilbehörden abgezogen. Sie haben in aller Eile ihre Akten auf Lastautos ins
Innere transportiert.
Die polnische Brandfackel.
Berlin, 25. August. (DNB.) Durch übereinstimmende zuverlässige Meldungen aus polnischen Grenzgebieten und durch neue Aussagen polnischer Deserteure steht nunmehr einwandfrei fest, daß die Polen UeberfäUe auf deutsches Gebiet beabsichtigen. Die Truppenzusammenziehungen und militärischen Vorbereitungen der Polen tragen keineswegs defensiven Charakter. So wurden an'
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhessen
Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sichen. Schriftleitung und SeschöstLftelle: 5chulftratze 7
Warf<hau, 26.Muguft. Vie Lage in polen wird immer verworrener. Zur ine
in der Bevölkerung herrschende Kriegsangst ist es bezeichnend, daß die Regierung sich heute zu einer Maßnahme gezwungen sah, die die überstürzte Einführung eines ver- schärften Luftschutzes vorsieht. In der Bekanntgabe heißt es, daß auf Veranlassung der militärischen Behörden ab sofort strenge Lu ft schuh maß nahm en emgefuhrt werden, die im einzelnen von den Wojewoden bestimmt werden. Welches Vertrauen aber Warschau in seine Beamten seht, geht daraus hervor, daß der Ministerpräsident m der Be- kanntmachung sich persönlich eine strenge Kontrolle der Durchführung dieser Maßnahmen vorbehalten zu müssen glaubt. ., A , f
Ferner bereiten derPreiswucherunddieSpekulationmitLe den s m»11 e l n den Behörden immer mehr Sorgen. Da auf diesem Gebiet eine wahre Panik ausgebrochen ist und die Preise unaufhaltsam in die höhe schnellen, ist man dazu ubergegangen, ein paar Tempel zu statuieren in der Hoffnung, damit abschreckend zu wirken. So wird bekanntgegeben, bah am $reilag in Warschau , m ° i z u d e N v e r h a s I - I morden sind, d.e w e S - n p r - > o- Wuchers mit Zucker. Mehl und anderen cebensmittein angetlagl werden. Zedoch durfte diese Maftnahme kaum den beabsichtigten Zweck erreichen, denn einmal ist d i - t a m ife r e i eine allgemeine Erscheinung geworden und Hal ,u der immer mehr fühlbaren N e r k n a v p u n g d e r L e b e n s m 111 e l gesührl, und ,um anderen treibt d,e Korruption so üppig Blüten, bafi auch gegen Wucher nur äußerst selten eingeschrillen wirb. Denn nur die f(einen Diebe werden in Polen gehängt — die großen läßt man laufen.
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bm entwaffnet und interniert wurden.
Der Bahnhof O d e r b e rg ist vollkommen ver- stkpft. Einmal liegt dies an den Massenaus - Wanderungen von Flüchtlingen, vor 2em Juden, die sich noch rechtzeitig aus dem Haube machen wollen, und durch die Truppen- iii b Munitionstransporte der polnischen Militärbehörden, die versuchen, aus Krakau noch Prstärkungen heranzubringen. Andererseits aber Wchen sich die Folgen der Raubpolitik der Polen ttmerfbar, die die Gleisanlagen des güterbahvhofs abmontieren und neben tzn Schienen sogar die Schwellen in das Landes- imere verschleppt haben. Daß dabei auch das ge- stnte rollende Material verschwunden ist, bedarf ii den polnischen Jnsurgentenmanieren keiner be- ßrderen Erwähnung.
Ostoberschlesien gleicht einem Heerlager. Man hat im Grenzgebiet die gesamte Zivilbevölkerung gewaltsam entfernt. Polnische Insurgenten und andere Verbrecher- ypcn sind zu „Hilfspolizei" eingefeht worden, »ie Volksdeutsche und tschechische Bevölkerung n'ßhandlen. In Reu-Oderberg hat man Ge- chühe in Stellung gebracht und ge- , ifarnf, die nach den Aussprüchen von polni- chen Offizieren zu einem Feuerüberfall auf Mährifch-Ostrau und Wilko- wih eingefeht werden sollen.
Ebenso konnten in Ober berg F1 akge - stütze festgestellt werden. In der Ortschaft Sir- acon ist eine Flakbatterei in Stellung gebracht corben. Teschen ist Hauptumschlagplatz für die kuppen gerworden, die gegen das Protek- t»rat aufmarschiert sind. Teilweise sieht man auf den Straßer von Teschen auch westwärts Trup- p nteile kriegsmäßig gegen die Grenze narfchieren. Sämtliche Straßenübergänge Zwisten Ostschlesien und dem Protektorat sind ver- jfrirft verbarrikadiert worden. Gleichzeitig mitten die Unterminierungen fortgesetzt.
Die Bergwerksverwaltungen in Schlesien erhielten Befehl, Verzeichnisse jener Arbeiter anzufer- tiien, die sich nicht zur polnischen Nationalität be- kcint haben. In Oderberg und im Freistaedter Be- zrk wurden alle Kraftwagen für Mili- iirz wecke beschlagnahmt. Die elektrische öraßenbahn von Wirbitz nach Neu-Oderberg fährt llichts nur noch ohne Licht.
Den Flüchtlingen ist es jetzt fast über- Haupt nicht mehr möglich, die rettende Grenze |u erreichen. Die polnische Kriegshysterie äußert sich in wilden Schießereien an der Grenze, wobei die Bevölkerung im Protektorat iäußersier Gefahr ausgesetzt ist. Rach wie vor «wird über all an dem Ausbau der Befeftigun- gen gearbeitet, hierbei sind unter stärkster Bewachung vor allem Tschechen eingefeht. Unter
polen zum Angriff bereu.
Starke polnische Truppenzusammenziehungen im Olsagebiet. — Ostoberschlesien ein Heerlager. — Frauen und Kinder zu Gchanzarbeiten gepreßt. — Geschütze zum Feuerüberfall auf die Grenzstädte in Stellung gebracht.
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