Ausgabe 
26.7.1939
 
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Mittwoch, 2b.ZulU9ZY

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

172 Zweites Blatt

Ausruf an alle Rentenempfänger

Achtung)

Achtung!

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der für

Die Deutsche Arbeitsfront kreiswaltung IVetterau

Abt.: Verwaltungsstelle 24 Gießen, Schanzenstrahe IS.

Einrichtung

tMtii ede Hausfrau Helfer, die der :r Küchenarbeit en.

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Und dann war da eine kleine Kapelle. Ein junges betendes Mädchen darin. Im frischen Gesicht lag arofc die Schönheit des Ernstes. Und dann stand sie auf tauchte den Finger in das kleine Weihwasser- beck'en, das an der gläsernen Ausgangstur hing, be­kreuzigte sich, blieb stehen, dachte nach. Ihr Gesicht wurde auf einmal wie erhellt. Und nun tauchte s«e noch einmal den Zeigefinger in das geweihte Las­ser und schrieb plötzlich, vor sich hinlachelnd, auf die Scheibe:Alfred". Schrieb es hin mit dem ge­weihten Wasser. Da stand es nun aus der frommen

Der Präsident des L a n d e s ar b ei t s a m t s Hessen und der Leiter der Landesversiche­rungsan st alt Hessen-Nassau erlassen folgenden gemeinsamen Aufruf:

Der Führer hat in Deutschland die Arbeitslosig­keit beseitigt. In vielen Wirtschaftszweigen fehlt es an Arbeitskräften. Die Erreichung der Ziele des Dierjahresplanes erfordert es dringend, diesem Mangel an Arbeitskräften abzuhelfen. Es ergeht deshalb an alle Rentenempfänger, die zu irgend einer Arbeit noch fähig sind, der Aufruf, sich zur Mitarbeit am Aufbauwerk des Führers zur Der- ügung zu stellen. Die Rentenempfänger haben jetzt Gelegenheit, durch ihre Mitarbeit dem Führer ihren Dank für die Rettung der Invalidenversicherung vor dem Zusammenbruch abzustatten.

Es wird ausdrücklich betont, daß der Bezug einer Rente aus der Invalidenversicherung dem Empfän­ger nicht die Berechtigung nimmt, die ihm ver­bliebene Erwerbsfähigkeit gegen Entgelt zu nutzen und damit seine wirtschaftliche Lage zu bessern. Bon allen Rentenempfängern wird daher heute er-

Zeder erwirbt die Reichsparteitag-Plakette.

Neue Beiftagsmarfen zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939.

hierdurch machen wir unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß die Deutsche Arbeitsfront am 1. Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. $ep< lember 1939, auch wenn gestundet, ausgeholt sein, da am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken un­gültig werden.

Sämtliche Ortswaltungen der Deutschen Arbeits* front und alle Betriebe mit Betriebskassierung wollen dementsprechend eine Ueberprüfung fätnfc licher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rück« lande vorhanden sind und dadurch den Volks­genossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung nicht verloren geht.

Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, datz bei Beilragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt.

Hessische Volkstumsgruppe aus Hamburg zurück.

Schließe dich an die Jugend an; nimm teil an ihren Gesprächen und Unterhaltungsspielen; sing mit, wenn sie ein Lied an stimm en von Wein, Weib und Gesang, von Jugendlust und Jugendglück; be­suche ihre Sportplätze und Veranstaltungen, um dich an ihren Darbietungen und Freuden zu er­götzen; dann wirst du es zu deinem Wohle merken, ^wieviel der Geist zur Erhaltung des Körpers vermag", wenn der Geist, d. i. dein Denken und Fühlen, dein Wünschen und Wollen bestimmt, dein Tun und Lassen vorschreibt, deinen Körper be­herrscht und leitet. Sitzest du aber mit alternden oder alten Leuten zusammen, dann laß kein Ge­spräch über das Altern aufkommen, keine Krank­heitsgeschichten zum Thema der Unterhaltung wer­den; sorge dafür, daß Frohsinn und Lebensmut die Oberhand gewinnen und behalten, und wenn alles nichts hilft, dann lies deinen Tischgenossen diese Epistel vor! H. G.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Gloria-Palast, Seltersweg:Mama Colibri".

Das Tragen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter.

Auf zahlreiche Anfragen über die Trageweise des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter teilt die Präsi­dialkanzlei des Führers mit, daß das Ehrenkreuz der deutschen Mutter in der verliehenen Ausführung (Großausführung) nur in der vom Führer be-

NSG. Den Kreisen und Ortsgruppen NSDAP, gehen in diesen Tagen die Plaketten . den diesjährigen Reichsparteitag, den Reichspartei- tag des Friedens, zu. Die politischen Leiter be­ginnen nun mit dem Vertrieb der künstlerisch wert­vollen Plakette, die von jedem getragen werden soll. Der Reichsparteitag 1939 wird nach dem Willen des Führers zur gewaltigen Friedensdemon­stration Deutschlands gegen die Einkreisungsfront. Auch wer in diesem Jahr nicht an den großen Tagen in Nürnberg teilnehmen kann, soll die Pla­kette mit dem Symbol des Friedens erwerben.

Neue Stellung?"

Immer noch die gleiche."

Aber was m Gottes Namen ;..?"

Ich habe mich verliebt!"

Sie schloß wieder die Augen mit diesem über­wältigenden Ausdruck einer Traumwandlerin.

Ich blieb sprachlos, Natascha hatte ihren Mann in Rußland verloren, aber das war schon viele Jahre her. Ich kannte sie nur als Witwe und Mut­ter. Es schien mir unvorstellbar, daß sie einen Mann liebe.

Finden Sie mich zu alt dazu?" fragte sie, und ein sehr feiner und wacher Spott zog um ihre Mundwinkel.

Nein. Man kann wohl niemals zu alt zum Lieben sein, Natascha. Wollten Sie das nicht soeben sagen?"

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Und ich habe Sie wirklich noch nie so jung gesehen wie heute." ,

Das macht das Glück", sagte sie und nickte. Wird es ... wird es Ihr Leben ändern?" "Vollkommen!" sagte sie, indem sie mich stray-

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heit, wie gejagt davon. Glücklich, singend lief sie weiter.

Und Alfred stand immer noch da.

Gegen Abend ging da ein Paar. Sie schon recht alt und er auch. Ach, sie hatten sicherlich schon eine gute, volle Reihe Enkelkinder. Und auf einmal nimmt der Alte übermütig die kleine grauhaarige Frau in den Arm und küßt sie ab wie ein junger. Sie steht verschämt wie ein Mädchen, und er lacht wie ein Jüngling. Und dann kommt wirklich em Junger, auf dem Fahrrad, vorbei. Er ist wohl in der Stadt in einer Fabrik beschäftigt. Sicherlich hat er das alte, küssende Ehepaar gesehen, denn,m Vor­beifahren ruft er:Ihr sollt euch eigentlich schämen, ihr Alten!" Auch das ist eine Entdeckung.

Und dann kommt der Sternenhimmel. Und nun fährt er zurück, der Kolumbus mit seinen 12 PS. Er hat kein großes Land entdeckt, aber einen Fin­gerhut voll Empfindsamkeit brachte er doch mit m seine Stube.

Hochschulnachrichteri.

Der Ordinarius an der Universität M a r b u r g, Geh Medizinalrat Dr. Erwin Kehrer, Direktor der Universitäts-Frauenklinik und Hebammenlehr­anstalt, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Pros. Kehrer, der im April d. I. fein 65. Lebensiahr voll- endete, ist aus Gießen gebürtig Seine akade­mische Laufbahn begann er 1904 in Heidelberg und wurde dort 1910 zum ao. Professor ernannt. Noch im gleichen Jahre siedelte er als Ordinarius nach Bern über. 1911 wurde er Direktor der Staatlichen Frauenklinik in Dresden, und 1925 folgte er dem Ruf als Ordinarius nach Marburg, wo er seither gewirkt hat. Kehrer ist Mitherausgeber des Archivs für Gynäkologie und der Zeitschrift für Geburts­hilfe und Gynäkologie. Bekannt wurde er besonders durch feine Untersuchungen über die motorischen Funktionen des Uterus, vor allem bei der Geburt, ferner durch seine physikalisch-biologischen Unter­suchungen über die Tiefenwirkung des Radiums beim Gebärmutterkrebs, sowie durch seine Verbesse­rungen der operativen Technik. Er hat aus diesen Forschungsgebieten eine große Zahl von Arbeiten veröffentlicht. . . m f.

Der o. Professor an der Universität Berlin, Direktor der Hydrotherapeutischen Universitäts-An­stalt, Dr. Werner Jansen, wurde auf feinen An- trag in den Ruhestand versetzt.

Der Ordinarius in der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig. Dr. Hans Dppitofer, wurde auf seinen Antrag entlassen.

.......

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ständiger Ortswachen der T7!.

Um die Technische Nothilfe in Katastrophenfällen schnellstens zum Einsatz bringen zu können, hat der Chef der TN. den Landesgruppen auf Grund der praktischen Erfahrungen nahegelegt, ständige Orts­wachen der TN. einzurichten. Die Ortswachen stellen ein ständige erste Einsatzbereitschaft dar, die je nach der Größe und der Bedeutung der Ortsgruppe ver­schieden stark ist und über ein Kraftfahrzeug mit Geräteausrüstung verfügen soll. Auf diese Weise wird außerdem gewährleistet, weitere Kräfte der Ortsgruppe schnell zu alarmieren und emzusetzen.

Konzert in »Steins Garten" fällt heute aus.

In Anbetracht der kühlen und unfreundlichen Witterung fällt das für heute vorgesehene Kon­zert in Steins Garten ausnahmsweise aus.

Gießener Studenten grüßen vom Ernteeinsatz.

Von einigen Kameraden der Kameradschaft Admiral Scheer" erhielt derGießener Anzeiger heute eine Postkarte mit herzlichen Grüßen vom Ernteeinsatz unserer Gießener Studenten 'm deut­schen Osten. Die Kameraden in der Kameradschaft Admiral Scheer" sind in Florsdorf (Kreis Gor- litz) in der Oberlaufitz eingesetzt. Wir erwidern die Grüße auf diesem Wege.

Studenten im Lustschuh.

Die seit einem Jahr für den studentischen Aus- qleicbsdienst bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Reichsluftschutzbund und der Reichsstudenten, führung ist durch eine neue Vereinbarung weiter vertieft und als Dauereinrichtung gesichert worden. Zweimal im Jahre werden die vom Reichsarbeits- dienst freigegebenen Studenten und jungen Leute, die sich dem Hochschulstudium widmen wollen, dem

i) Laune. ...

Gesundheit? Ein imaginärer Begriff für die Wben Leutchen, denn sie sind doch immer alle fünf Das kannst du während der Sitzung aus- g big erfahren. Der eine hat's im Kopf (nur nicht 6:5, was er drin haben soll); der andere in den Fißen (es langt aber nicht zu einem neuen 800- ÄXter-Weltrekord, allein schon vonwegen der Hhneraugen); der dritte auf dem Brüstchen; der n rte, im Rücken (weil er sich die lieben Mttmen- ften immer den Buckel raufklettern läßt); der finfte am Herzen (weil er's nie auf dem richtigen F?ck hat; mal trägt er's auf der Zunge spazieren, wl ist es ihm in die Hosen gerutscht); der sechste ir Magen (kein Wunder; wie oft sagt er doch: en Kerl habe ich auch gefreßen!") usw. usw.

2 r eine hört nichts (nur das Gras wachsen), der öftere riecht nichts (steckt aber seine Nase in jeden Liark), der dritte schmeckt nichts (behauptet steif ii-d fest aber:Der Wein schmeckt heute wieder jiirf nach dem Korken"), der vierte sieht nichts (iickt aber stets nach den lieben kleinen Mädchen). 60 lernst du menschliche Plagen und Qualen, imfud)ungen und Leiden kennen, die du bis dahin iti)t gekannt hast; zum Schluß aber heißt es:Ja, j man wird alt ..."... und merkt es leider och ..."... es geht arg bergab mit uns ..." «Hüte dich aber, in dasselbe Horn zu blasen; denke < den Spruch:Nichts macht schneller alt, als der hmer vorschwebende Gedanke, daß man älter iird." Zeitlich altern ist eine Naturerscheinung, egen die kein Kraut gewachsen ist, aber das vor­eilige Altern kannst du vermeiden, indem du das lTperlid)e Altern hinausschiebst. Don den drasti- ft-en Derjüngungskuren des Alterums über die imrchenhaften Jungbrunnen des Mittelalters bis z den umstrittenen Drüsenoperationen der Reu- zii.t gibt es vielerlei Mittel, deren Anwendung das Mern verhindern ober verzögern soll, aber alle d -se Mittel und Mittelchen nützen nichts, wenn der (1-ift nicht mithilft, dennes ist der Geist, der

: sch den Körper baut." Also denk nicht ans Altern, fchle dich jung, und du wirst jung bleiben. Werde ['nalter Polterer, der aus Neid die jüngeren egegefährten ankläsft ober links liegen läßt", e,ch keinPhantast, der nur die .gute alte Zett' güten läßt und den Idealen der Gegenwart fremd gzgenübersteht". Richte dich vielmehr, wie ich, nach bim Spruch:

Im Kreis der Jugend muß man wetten, Der Jugend Lust und Freuden teilen;

Wer das vermag, der wird bewahren Ein junges Herz bei grauen Haaren!__________

stimmten Form am blau-weißen Band um den Hals getragen werden darf. Kleinausführungen sind nur nach den amtlich genehmigten Mustern zulässig. Das Tragen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter an goldenen, silbernen usw. Halsketten ist weder für die Großausführung, noch für die Kleinaus* führung zulässig.

Kolumbus mit 12 PS.

Von Max Zungmckel.

Das war ein Sonnentag, der ihn sah, wie er in - ein kleines Auto stieg. Er fuhr nicht schnell, ab und zu pfiff er sogar am Steuer vor sich hin. Hatte er ein herrliches Fleckchen erreicht, so stieg er einfach aus, schickte einen langen, beglückenden Blick in die Landschaft und stieg nachdenklich wieder ein. Er hatte ja Zeit, der Kolumbus in seinem kleinen Auto. Jawohl, er machte Entdeckungen. Er war so­gar auf Entdeckungen gespannt.

Da fährt er an einem Schuhgeschäft vorüber. Nur einen kleinen Blick nach rechts uNd er hat eine Ans­chrift entdeckt, die ihn vor sich hinlächeln laßt. In großen Lettern gemalt stand da an der Laden- cheibe:Seien Sie freundlich zu Ihren Fußen! Wirklich, so ein Schlagwort bleibt lange im Kopf hängen. Und wenn man will, kann man es sogar wie eine Schlagerzeile vor sich hinsingen. Ja, wenn man mit Schuhen handelt, muß man sich auch em Netz suchen, darinnen man die Käufer einfängt.

Vielleicht ist das auch eine Entdeckung, eine gelbe Blume am Wegrand zu sehen, deren Kelch zu leuch­tend goldenen Herbergssonnen für die Bienen wurde. Und drüberhin, hoch im Blauen, em Flug­zeug mit silbrig geschupptem Rücken. Also Erde und Himmel in einem einzigen Bild. Gewiß eine emp­findsame Entdeckung.

Und dann eine Tankstelle. Oben, auf der Benzin­pumpe, sitzt eine richtige lebendige Amsel und singt. Unten die Arbeit und oben das Lied. Hernach eine Föhre in der Einsamkeit und Verlorenheit wie eine Macht. Ein altes Stück Leben, das sich quält. Der Sonnenkrug neigte sich über den greifen hageren Baum. Es war, als ob eine unsichtbare Hand dem Baum Mut und Wohlwollen zutrank. Licht tropfte über die hageren Zweige. Und der Baum stand auf einmal da wie in einem Fest der Erinnerung.

von 17.30 bis 19 Uhr übernahmen die Tanz- und Singgruppen das Programm und zeigten Aus­schnitte aus ihrer Volkstumsarbeit. Die Hessen wur­den mit denSchwaben" und der Volkstumsgruppe Föhr-Amrum, Gau Schleswig-Holstein, auf einer der sechs Bühnen eingesetzt.

Abends fand mit einem mächtigen Feuerwerk am Alsterufer die Reichstagung ihren Abschluß, und auch hier wurden allen Dolkstumsgruppen wieder bevorzugte Plätze angewiesen. Zusammenfassend kann gejagt werden, daß bei allen Strapazen und dem oft langen Umherstehen bei der Probe usw., von KdF. alles getan worden war, den Gruppen ihren Aufenthalt in Hamburg so angenehm als möglich zu gestalten. Es war alles glänzend orga­nisiert, Verpflegung und Unterkunft sehr gut, und allen Teilnehmern werden die Tage in Hamburg unvergeßlich bleiben.

Am Montagoormittag stand der KdF.-Autobus der Hessen vor dem Quartier zur Abfahrt bereit. Mit Musik und Gesang ging die Fahrt oonstatten, wieder durch die Lüneburger Heide über Hannover, Göttingen, Kassel, Gießen nach Leihgestern, nach Kirch-Göns und Ober-Rosbach.

Noch ganz unter dem Einfluß der gewaltigen AufführungVolk spielt für's Volk" und von Stolz erfüllt, daß auch die Hessen einen bescheidenen Teil zum Gelingen dieser Aufführung beitragen durften, sammelte sich die hessische Gruppe am Sonntagvor­mittag am Hauptsammelplatz, um von dort aus mit allen übrigen Dolkstumsgruppen geschlossen zum Adolf-Httler-Platz zu marschieren. Dort konnte die hessische Gruppe zu beiden Seiten und gegen­über der Ehrentribüne des Generalfeldmarschalls Göring und des Reichsorganisationsleiters Dr. L e y Platz nehmen und den Vorbeimarsch des Fest­zuges sehen, an dem, soweit es Dolkstumsgruppen betraf, nur die ausländischen Gruppen teilnahmen. Der Anmarsch unserer deutschen Dolkstumsgruppen in ihren Trachten zum Adolf-Hitler-Platz mit spie­lenden Kapellen und seinen singenden Gruppen war schon ein Heiner Festzug für sich, der von den Hamburgern freudig begrüßt wurde.

Am Sonntagnachmittag standen wieder alle Grup­pen am Hauptsammelplatz zur Abfahrt nach dem großen Volksfest imHamburger Zoo" bereit. Es war der letzte Einsatz der Gruppen auf sechs großen Dorführungsbühnen. Die Zeit von 16 bis 17.30 Uhr wurde mit sportlichen Darbietungen ausgefüllt,

Begegnung mit Natascha.

Von Angela v. Bnhen.

';Jch hatte gerade einen langen, stummen Kampf etn Briefkasten siegreich beendet siegreich, indem ilO den Brief wieder in die Handtasche zurücklegte, l'-enn weshalb sollte ich zuerst das versöhnende Siiort aussprechen? Konrad hatte Schuld, mochte t auch sehen, wie er es wieder gutmachen wollte! - Also diesen Kamps hatte ich eben beendet, als rir auf dem Bürgersteig die Russin entgegenkam. ?M). hatte sie lange nicht gesehen, daher fiel es mir jrfort auf, daß ihr Gesicht voll^mmen verwandelt tnnr.

;Sie war noch ärmlicher geHe ibet als sonst. Ihr Leußeres bot einen kümmerlichen Anblick an diesem hüllen Tage, an dem jeder dem Frühling irgendein mires, helles Kleidungsstück entgegenbrachte. Na- hofcha trug immer noch das hochgeknöpfte Mäntel- dtm, das sie winters wie sommers anzog, die Kappe ü>er dem dichten, schwarzen Haar war vor Jahren jllbst gestrickt worden, und an den flinken Füßen trug sie Schuhe vost sehr mitgenommenem Aus- j<yen. Dennoch war etwas Siegreiches um ihre kl -ine, lebhafte Gestalt sie leuchtete, als trüge ji das farbigste Frühjahrskleid.

Mas ist Ihnen Gutes widerfahren, Natascha?" swgte ich, als ihre festen Finger sich warm um ir^ine Hand schlossen.

.Ich bin glücklich, ich bin unendlich glücklich , late sie, und legte mit halbgeschlossenen Augen Ihm Kopf hintenüber, daß die Sonne ihr Gesicht trnf In diese Züge hatten sich die grausamen Schick­lo e eines russischen Flüchtlings unauslöschlich ein- i zeichnet; auch war Natascha keine ganz junge g -au mehr. Es mochte manchen geben, der Natascha ate nicht gut aussehend empfand. Mir erschien dies §"sicht aber seit jeher schön. Der große Mund sks-wiea über einem bitteren Wissen, die grauen Augen hatten sibirische Unendlichkeit gesehen, und des energische Kinn zeichnete sich sehr fein gegen Öen (dlanEen Hals ab. Ich las in diesem Antlitz so j<ne und so unermüdlich wie zu meiner Kmder- p?:t in den Märchenbüchern.

Hat Ihr Gregor eine gute Note aus der Schule 1: ch Hause gebracht?" fragte ich. . ,

Sie lachte übermütig.Ich bin immer eine sehr st.lze Mutter gewesen, das wissen Sie. Jawohl, ei hat eine gute Note nach Hause gebracht, aber bas ^scheint mir selbstverständlich."

.Also noch etwas anderes. Geld?."

.Weniger, als. sonst." 1

wartet, daß sie ihre wenn auch geringe Ar­beitskraft da, wo es nottut, 3ur Verfügung stellen. Die Arbeitsämter sind entsprechend unterrichtet.

Zur Vermeidung von Irrtümern wird darauf hin- gewiesen, daß die Landesoersicherungsanstalt die Tatsache der Mitarbeit eines Rentenempfängers nicht zum Anlaß einer Rentenentziehung nehmen wird. Wer eine Rente bezieht, weiter 65 Jahre alt ist, kann arbeiten, soviel er will, ohne daß ihm die Rente ent­zogen werden kann. Wer Rente vor dem 65. Lebensjahr wegen Krankheit oder anderer Ge­brechen oder Sck)wache bezieht, wird im gegebenen Falle die Rente erst bann verlieren, wenn sich seine gesundheitlichen Verhältnisse so wesentlich gebessert haben, daß Invalidität nicht mehr vorliegt.

Die Landesversicherungsanstalt wird hierbei etwa auftretende Grenzfälle wohlwollend behan­deln, um den arbeitswilligen Volksgenossen in feiner Bereitschaft zur Leistung irgend einer zusätz­lichen Arbeit nicht zu hemmen. Beitragspflicht be­steht während der Dauer des Rentenbezuges nicht.

lend anblickte.

Ah, Sie werden heiraten.

'Was? Heiraten?. Es ist kein Gedanke daran. Er hat noch weniger Geld als ich. Ich möchte Ihnen nicht sagen, womit er sich hier durchdringt ... er war Retterofftzier in der weißen Armee

Sie sagten mir aber doch, daß es Ihr Leben vollkommen ändern werde?"

Jawohl! Aber nicht durch Aeußeres! £a kommt er", fügte sie hastig hinzu und nahm sich kaum die Zett, mir flüchtig die Hand zu drucken. Mit ihren lebhaften Schritten eilte siequer über die Straße, lachte den empörten und scharf brem­senden Chauffeuren über die Schulter zu, unb er­griff drüben auf dem Bürgersteig die ausgestreckten Hände eines kleinen, drahtigen Mannes mit leder­nem Gesicht und edler Kopfform.

Die Arme fest ineinander verschränkt, gingen ste dann mit federnden Schritten nebeneinander her ohne auch nur das geringste von ihrer Umgebung wahrzunehmen, und um ihre ärmlichen Gestalten flutete das Licht des Frühlings, als wurde es wie von geschliffenem Kristall angesogen und vertausend- fältigt zurückgeworfen. ,

Ich aber ging beschämt zum nächsten Brieska ien und ließ den Brief, den ich vorher zuruckgehalten hatte, durch die schmale Oefsnung 9^^n, 9in_ njeihten Wasser. Da stand es nun auf uei |tumui=u so oft das kleine oder das große Maß des Lebens weihten y geschmeidiger Schlank-

©artet.

Aus der Stadl Giehen.

Altern und doch jung bleiben!

Sine biologische Studie! Nur für Männer! Flauen altern ja nicht, weder zeitlich (die faktisch arzesetzten Jahresringe einer Frau lassen sich nur dii7ch den Original-Geburtsschein feststellen), noch perlid) (dafür gibt es doch Schminke und Puder, Lippenstift und Haarfarbe und Dirndlkleid). Aber di> Männer altern, geistig und körperlich, oder fc^er gesagt: körperlich, weil geistig. Nicht alle!

z. B. nicht. Wenn man mich fragt:Wie alt tittt du?", dann sage ich:Ich beglücke jetzt 70 Jchre die Erde mit meinem Dasein, aber ich bin Ll^wegen noch nicht alt; ich will nicht alt sein, uft deswegen bleibe ich jung und rüstig an Geist ulb Körper!" Leider machen es mir viele Ge- sMchtsgenossen nicht nach. Hast du vielleicht mal 0: einem Abendschoppen-Stammtisch von zeitlich <ilicrnben Leuten gesessen? Junge, Junge, da kannst Li was erlebe»! Mit dem Wetter fängt die Ge- fd d)te an: regnet es, dann haben alledas Sau­re tter in den Knochen stecken" und schon vorher femmen gespürt, denn überall hat es sie gezwickt; hi-rscht Frost, dannkriegen sie bei der Hundekalte keinen warmen Fuß"; ist es trocken und warm, ticnn wünscht maneinen guten Regen" herbei, fcnndas ewige Wasserschleppen und Gießen im Wirten hat man satt, wett der Buckel sowas nicht ir.hr aushält". Das Wetter beeinflußt also, wie es «ch sein mag, stets den Gesundheitszustand und

jung.

n Matter. Ehrenkleid estellt werden,»

en an Muitei,/ icboien haben, I- ütig und erbtL- üchnung würdig

beim LtanM i den Sprech^ , 15 bis 16 W

31.3ult 195H; leausseulltu^ ieben beim S^ M Verleihung dcht mehr WV

O

leister.

rdneter.