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— Harald Hornborg: „Das stärkere Blut". Roman. In,Seinen gebunden 4,80 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (170) — Die finnische Dichtung der Gegenwart ist in Deutschland immer gewichtiger in Erscheinung getreten. Dafür wird wohl entscheidend gewesen sein, daß wir in den uns bekannt gewordenen Werken ein tapferes, freiheitsliebendes Volk kennen lernen von elementarer Naturkraft, die noch unversehrt ist von den entarteten Schwächen der westeuropäischen Zivilisation. Die lebhafte, im 18. Jahrhundert spielende Handlung dieses Werkes schildert im Schicksal des Pfarrers Martin Ryselius das Versagen eines schwachen Mannes und die Bewährung einer starken Frau, deren ungebrochene Natur im Einklang steht mit den Menschen und Mächten der harten,' aber auch kraftvollen finnischen Oed
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Anträge auf Verleihung des EhrenkreuzeS der Deutschen Mutter können noch gestellt werden, auch von Müttern unter 60 Jahren.
Das Ehrenkreuz wird verliehen an Atütter, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, falls die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig sind, und die Mutter der Auszeichnung würdig ist.
Antragsvordruck wolle alsbald beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14) in den Sprechstunden werktags von 8 bis 10 Uhr und 15 bis 16 Uhr — mittwochs und samstags nur vormittags — abgeholt werden. Meldeschluß: Montag, 31. Juli 1939. An diesem Tage müssen alle Vordrucke ausgefüllt und von der zu ehrenden Mutter unterschrieben beim Standesamt eingegangen sein, andernfalls Verleihung zum 1. Oktober 1939 (Erntedanktag) nicht mehr vorgeschla«
mark Nach einem als Schloßkaplan verbrachten Leben zieht dieser lebensunsichere Pfarrer um der Zweifel willen, ob Hedda-Lisa auch wirklich feine Tochter ist, in die finnische Oedmark. Aber die Natur des Landes ist dem Entfremdeten em verschlossenes Buch, die Menschen sind ihm in ihrer Zügellosigkeit und leidenschaftlichen Kraft unbegreis- lich Er spürt, daß er diesen Menschen nicht ge- wachsen ist und es ergreift ihn eine Lebensangst, die ihn schwach und feige macht und schließlich zu seinem Zusammenbruch führt. Es ist em Buch, das mitten hineinreißt in die gefährlichen Spannungen zwischen Gut und Döse, das aber am Ende uns'doch entläßt mit dem tröstlichen Bewußtsein, daß über alle Not und Verderbnis des Leibes und der Seele immer wieder die gesunde, aus den Wurzeln der Natur ckornmende Kraft des Lebens den Sieg davonträgt.
— Gegenlichte r." Roman von Hans Eros, mus F i s ch e r. Geheftet 2,40 RM, Seinen 3,50 RM. 228 Seiten. 8«. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1939. __ (99) __ Den vielseitigen Betrieb in einem eleganten Dergnügungsrestaurant des Berliner We. stens weiß der Verfasser eindrucksvoll darzustellen. Der Roman ist amüsant und unterhaltsam, spannend und wirklichkeitsnah zugleich. Der Leser wird seine Freude haben an der entschlossenen, hübschen Mädchengestalt, die im Vordergrund der interessanten Begebenheiten steht. Sie fuhrt, um einer Untat auf die Spur zu kommen, em ungewöhnliches Doppelleben, sieht sich alsbald in schwierige Situationen verwickelt und kann ihr abenteuerliches Vorhaben dennoch nicht bedauern, da sie hierdurch einen Mann von Herzen liebgewinnt.
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Vorhersage für Donnerstag: Zeitwech aufgeheitert, aber noch einzelne leichte Regenfäll-, etwas wärmer, schwache Winde.
Lufttemperaturen am 25. Juli: mittags 14,8 Grad Celsius, abends 13,7 Grad; am 26. Juli: morgens 15 Grad, Maximum 16 Gmd, Minimum heute nacht 12 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25' Juli: abends 16,5 Grad; am 26. Juli: morgens 15,3 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. — Sonnenscheindauer 2 Stunden.
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„Man refft ja nicht, um anzukommen, fonbern um zu reisen!" Dieses Wort Goethes unterfchrei- ben selbst heutzutage wohl nicht alle, die nach einer zehn- oder zwölfstündigen Reise einem modernen Schnellzug enffteigen, froh, am Ziel des Urlaubs angekommen zu sein oder wieder zu seinem behaglichen Heim zurückzukehren. Je mehr die moderne Technik die Geschwindigkeiten beschleunigt und die Räume verkürzt, um so mehr, so scheint es, vermindert sich auch unsere Geduld. Das Streben, immer noch schneller zu werden, beherrscht den gesamten modernen Verkehr. Auf bestimmten kurzen und landschaftlich reizvollen Strecken versucht die'Reichs- post ja freilich neuerdings die alte Jdyllik des yvev fens neu heraufzubeschwören und die P o st t u t s ch e wieder verkehren zu lassen. Vielleicht, daß damit jener romantische Zauber des Reisens, den Goethes Ausspruch bezeugt, zurückkehrt. Wenn man steMch manche Schilderungen von Zeitgenossen Goethes und von Reisenden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein lieft, so erhält man den Eindruck, daß jene Reiseidylle doch oft von recht zwei,elhaftem Wert war und daß doch wohl schon ein so heroischer, reicher und über die „Tücken des Objekts so erhabener Geist wie der Goethes dazu gehörte, um an dem Reisen an sich mit den Verkehrsmitteln der alten Zeit Genuß zu finden.
Es ist wahr, nachdem schon im 17. Jahrhundert die „K a v a l i e r s t o u r" nach den Niederlanden, England, Frankreich und Italien bei Adligen und vielfach auch wohlhabenden Bürgern unseres Vaterlandes Mode geworden war, brachte das Zeitalter unserer Klassiker und vollends die Romantik eine allgemeine Wanderseligkeit. Wer es sich leisten konnte, unternahm die große „Bildungsreise, wie zum Beispiel der junge S ch o p e n h a u e r mit seinen Eltern, die durch halb Europa führte, der, mit dessen Geldbeutel es nur schmal bestellt war, durchstreifte zu Fuß, den Knotenstock m der Hand das Ränzel auf dem Rücken, einen so großen Teil der Welt als es ihm möglich war. Und vielleicht hatte diese letzte Klasse der Reisenden jene, die „ihr Sach' auf nichts gestellt" hatten, noch am wenigsten von den Reiseplagen auszustehen. Denn neben begeisterten Schilderungen von der Schönheit der Welt besitzen wir doch auch viele Reisebeschreibungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die uns ungeduldigen Schnellreisenden von heute keine Sehnsucht erwecken, wieder auf Art unserer Urgroßvater zu reisen.
Der berühmte Philosoph und Physiker Lichtenberg fand, die Toxischen Postwagen seien schon m
für die Pferde viel zu tief war". Als König Friedrich Wilhelm III. 1809 von Königsberg nach Berlin zurückkehrte, mußten nach der Erzählung Doyens fast sämtliche Pferde des Landes requiriert werden damit man auf den grundlosen Wegen überhaupt vorwärts kam, denn es gab damals im ganzen ost- lichen Preußen noch keine Chausseen.
Keineswegs aber war es damit in anderen Zandern besser bestellt. Der englische Altertums.orscher T h o r e s b y teilt in seinem Tagebuch von der kurzen Reise von London nach Leeds mehr Unglucksfälle und Gefahren mit, als man heute bei einer Fahrt nach dem Eismeer oder der Sahara erlebt. Die Paß- und Zollplackereien allerdings, eine besondere Heimsuchung für die damaliaen Reisenden, waren am schlimmsten in Deutschland, wo jeder der regierenden 300 Fürsten und Herren befondere Steuern erhob. Allein zwischen Dresden und Magdeburg wurden 16 Zollvisitationen vorgenommen, die immer einen langen Aufenthalt erforderten, denn alles Gepäck wurde aus den Wagen herausbefördert. Eine noch größere Qual schuf die Verschiedenheit der Münzen in den einzelnen deutschen Territorien, so daß der Reisende ständig und mit großen Verlusten sein Geld wechseln mußte und durch die Tücken der komplizierten Münzsysteme in völlige Verzweiflung geriet. Auf den einzelnen Reisestatio- nen mußte man mit den Gasthöfen vorlieb nehmen, die man fand, in den meisten zahlte man „eine wahre Bluffteuer durch Ungeziefer" und war wehrlos den prellenden Wirten ausgeliefert. Wenn man schließlich noch dazu nimmt, daß bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Wege ost durch Straßenräuber unsicher gemacht wurden, so kann es uns nicht wundern, daß man damals fein Testament machte und das Abendmahl nahm, bevor man auf eine Reffe ging. c- K-
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ihrem Aeußeren symbolisch: „Sie haben die rote Farbe als die Farbe der Marter und einen Ueber- zuq wie der Gehenkte eine Kapuze, damit man öie gräßlichen Gesichter nicht sieht die der Fahrende schneiden muß." Und Ch arn is so schi dert fein Reiseeindrücke daran anschließend: „Ich kann, ohne meine Glaubwürdigkeit zu gefährden auf Lichtenberg verweisen, der die Martermaschme mit dem Fasse des Regulus verglichen hat. Der deutsche Postwagen scheint recht eigentlich für den Botaniker eingerichtet zu sein, indem man nur außerhalb desselben ausdauern kann, und dessen Gang berechnet ist gute Muße zu lassen, vor- und zuruckzugehen. In der Nacht wird auch nichts versäumt, da man sich am Morgen ungefähr auf demselben Punkte wiederfindet, wo man am Abend vorher war. Wenn das nun steil ich auch nicht wörtlich zu nehmen ist, so kam man doch sehr langsam vorwärts. Mit der gewöhnlichen Post brauchte man im Anfang des 19. Jahrhunderts von Berlin bis Breslau vier Tage, bis Königsberg eine Woche. So besagen die Postkursbücher. Aber man konnte sich glücklich schätzen, wenn man in der vorgesehenen Zeit am Ziel war und die Reise nicht durch unfreiwillige Aufenthalte aller Art länger ausgedehnt wurde.
Die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Schwester Friedrichs des Großen, erzählt in ihren Denkwürdigkeiten, wie auf der Fahrt nach Bayreuth eines Nachts ihr Wagen hinter Klo- sterzinna umstürzte und sie selbst samt ihrer Hofmeisterin unter die ganze Ladung Koffer zu liegen kam. Es war nun allerdings den beiden Damen wunderbarerweise nichts geschehen, aber die Hofmeisterin brach trotzdem in klägliches Jammern aus, in das sich das fröhliche Gelächter Wilhelminens mischte, der die ganze Situation unwiderstehlich komisch vorkam. Mit vieler Mühe zog man sie endlich unter den Koffern hervor. „Die armen Mädchen klagten und meinten", berichtet die Markgräfin, „und meinten, ich müsse gewiß ein unzeitiges Kindbett haben: man begoß mich mit hunderterlei Riechwasser und wollte mir eine Menge widerliches Zeug eingeben, das ich mir aber fein verbat. Endlich ward der Wagen wieder aufgerichtet, und ich fetzte meinen
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