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l ii5lbesitzes, des zweitgrößten nach dem britischen tulonialreich, bei dieser geringen Zahl von Dertre- im des Heimatlandes unmöglich Fortschritte machen 'mm. An diesem Menschenmangel sind auch in er- ie- Linie alle bisherigen Anläufe zu emer mten- men Auswertung des französischen Kolomalbe- Lrs gescheitert. Dabei fällt noch erschwerend ins z Wicht, daß die Farbigen heutzutage sehr viel hwerer zu beherrschen und zu lenken sind als vor feil Weltkriege, so daß eine erheblich 8soßere Zahl Z'.opäischer leitender Kräfte erforderlich ist, um irr verstärkte Auswertung der natürlichen Hllss- ;j/llen, insbesondere der Rohstoffteichtümer, zu er-
zuvenden, so deswegen, weil dieser Erdteil ver- gnchsweise sehr dünn besiedelt ist, für die europäische Auswanderung noch große unausgewer- t-ge Möglichkeiten bietet und Enropa am nächsten lagt. Afrika ist nicht nur schwach bevölkert, seine rttürlichen Hilfsquellen sind noch sehr wenig aus- ; gMertet, ja sogar noch längst nicht erforscht. Man v gemeinhin der Ansicht, daß die Sahara eine rssige völlig unfruchtbare Wüste darstellt, Diese Z irstellnng ist unrichtig, denn die breiten Randge- bitte der Sahara ließen sich, allerdings mit einem gnfcen Kostenaufwand, sehr wohl zu einer bedeu- tcrben Ergiebigkeit bringen. Dazu bedürfte es vor a-em der Anlage eines Bewässerungssystems, wie e< in zahlreichen wasserarmen Gebieten seit alters- br durchgeführt worden ist. Hierbei würde man Mich auf große Schwierigkeiten stoßen, die aber nicht in der afrikanischen Natur begründet sind, ieidern darin bestehen, daß es zunächst an Arbeits- giften, vor allem an einer ausreichenden Zahl von er-opäischen Pionieren fehlen wird, sofern die zur Zit bestehenden politischen Besitzverhältnisse zu- Mndegelegt werden und stark bevölkerte europäische rxiaten, ryie Deutschland und Italien, an diesen Arbeiten nicht beteiligt werden.
Die politischen Verhältnisse liegen in Afrika zur Z it so, daß fast der ganze nordwestliche Teil, vom Nuttelmeer bis zum Kongo, überwiegend zur fro-a nzösischen Einflußsphäre gehört. Die Mnzosen sind aber infolge der bald ein Jahrhun- bd‘t anhaltenden, sehr schwachen Bevölkerungsver- »Ä'hrung im Mutterland nur in sehr geringer Zahl in ihren eigenen Kolonien, insbesondere in Afrika, anteilmäßig vertreten. So besteht z. B. die Bear! kerung des französischen Schutzstaates Tunis beite aus rund 2,5 Millionen Tunesiern, die von ir französischen Statistik unter der Bezeichnung Muselmanen" zusammengefaßt werden und ver- t^edenen arabischen Stämmen angehören, während fr Zahl der Franzosen 1931 mit 91427, ine der Wiener — zweifellos viel zu niedrig — mit nn?8, und die- der Juden mit 56 248 angegeben DTben. Inzwischen ist die Zahl der Italiener und । te: Juden, nicht aber bieder Franzosen, irseblich gestiegen. Ganz ähnlich ist es in sämtlichen irtoeren afrikanischen und asiatischen Kolonien ftankreichs hinsichtlich des Anteils der Franzosen iri der Gesamtbevölkerung bestellt; überall bilden sie ihr einen ganz geringen Bruchteil der Gesamtbe- Merung. Ün,d auch diese Franzosen sind nicht als üiionialpioniere hinausgezogen, sondern als Miti- i: und als Verwaltungsbeamte abkommandiert wurden. Ohne diese Franzosen würde der Anteil riktisch unbedeutend sein. . , ..
Tiun liegt es auf der Hand, daß eine wirtschaft- icee Auswertung des riesigen französrischen Kolo-
SieWestemopäerinderWeii
Don Or. Roderich v. llngern-Sternberg.
Um von der gegenwärtigen Stellung der West- uiropäer in der Welt ein Bild zu gewinnen, ist es cmgezeigt, zunächst die zahlenmäßige Der» Heilung der Europäer in Europa selbst und in leen übrigen Erdteilen zu betrachten. Insgesamt gibt s zur Zeit 709 Millionen Europäer in der Welt, «i einer Weltbevölkerung von rund 2122 Millionen, so daß die Europäer von der gesamten Welt- .xvölkerung rund ein Drittel ausmachen. Europa hne die Sowjetunion hat rund 363 Millio- •>en Einwohner; einschließlich des europäischen Teils Isr Sowjetunion sind es rund 536 Millionen Einwohner, von denen etwa 13 Millionen in Sowjet- ußland asiatischen Völkerschaften angehören, Außer- talb Europas gibt es noch in den Vereinig- n Staaten von Nordamerika 132 Millionen Veiße. Der Rest ist auf die übrige Welt verteilt.
Der Anteil der Menschen europäischer Abstam- r.ung ist also in den außereuropäischen Erdteilen ein fthr geringer, tatsächlich leben unter 1,2 Mil- Ivrden Asiaten nur 13 Millionen Europäer; in Afrika kann man die Weißen mit rund 4 Millionen fei einer Gesamtbevölkerung von 151 Millionen ver- mschlagen, in Mittelamerika mit 7,2 Millionen bei euer Gesamtbevölkerung von 37,3; in Südamerika rit 40,5 von 94,4 Millionen und in Australien mit j 12 bei nur 10,4 Millionen Gesamtbevölkerung. ’ liiese Zahlen treffen aber nur für die Gegenwart lii. Die Bevölkerungsentwicklung ist bei den einzel- lün Rassen sehr verschieden. Würde die jetzt beobachte Tendenz weiter anhalten, so würde das Veralten von Europäern au den übrigen Völkern sich shr zu Ungun st en der weißen Rasse ver- lyieben. Die schnelle Bevölkerungszunahme in Asien üird dazu führen, daß allein die Ostasiaten (Jauner, Chinesen, Inder u. a.), die zur Zeit rund (!12 Millionen zählen, in wenigen Jahren an Zahl ivppelt so stark sein werden, wie alle west- inopäischen Völker zusammen.
Für die Beurteilung der Stellung des West- nropäers in der Welt ist ferner wesentlich, daß die ? uswanderung aus unserem Erdteil bis zum lieltkrieg alljährlich eine große Zahl von Menschen hr übrigen Welt zugeführt hat, so daß die außer- i ropäische Welt in ihrem Bevölkerungsstand von Westeuropa aus sehr.stark beeinflußt worden ist. Die bchsten absoluten Zahlen erreichte die europäische Uswanderung der letzten Vorkriegsjahre, was h uptsächlich auf die große Zunahme der italLeus ch e n Auswanderung zurückzuführen war. ^ßerdem fiel noch die Steigerung der polnischen und litauischen Auswanderung aus Rußland und der slawischen aus Ungarn er- tlblich ins Gewicht. Seitdem hat aber die über® s »ische Auswanderungsbewegung sich wesentlich gerändelt: die Auswanderung aus Europa hat sehr flirt nachgelassen, und zwar aus sämtlichen । Lindern Europas. Außerdem hat eine starke R ü ck - vianderung nach Europa eingesetzt. Länder wie England, Schweden u. a. haben in den letzten Jah- m viel mehr Rückwanderer aufgenommen als Aus- rianderer gestellt. Diese Umkehrung der Wande- ringen ist für die Aufrechterhaltuna des westeuro- p ischen Einflusses in der Welt zweifellos von aller- eäößtem Belang, denn sie bedeutet den Beginn euer „Enteuropäisierung" der Welt und damit me Schwächung der Stellung des weißen Menschen r den farbigen Ländern, sowohl in denjenigen, die j,beständige oder halbselbständige staatliche Gebilde wie in den kolonialen Besitzungen.
Wenn wir uns nunmehr Afrika im besonderen
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Oer Gandschakverirag verlehi die nationalen Rechte der Araber. Entrüstetes Echo in Rom. — Oer Türkei durch das neueste englisch-französische Einkreisungsmanöver den Weg nach dem Westen wieder geöffnet.
-LÄTA6UIC
IRAK
ARABIEN
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MittdtänSW
Dr. L. Rom. 25. Juni.
Die italienische Presse erhebt scharfen Einspruch aegen das französisch-türkische Abkommen über die Abtretung des Sandschaks Alexandrette. Der halbamtliche „Popolo d'Italia" schreibt, diesem Vertrag zum Schaden Syriens fehle jede juristische Grundlage. Er verletze außerdem die Bedingungen des Mandats. England habe den demütigenden Tausch durchgesetzt, um den türkischen Anschluß an das Einkreisungs- y st e m zu erreichen. Auf den Irrwegen der Einkreisungspolitik beabsichtigten England und Frankreich anscheinend noch weiterzugehen. Im englisch- türkischen und somit auch im türkisch-französischen Vertrag solle die Ausdehnung des Abkommens auf die Balkanhalbinsel vorgesehen sein. Der Ehrgeiz der Türkei werde wieder belebt urb die Türkei als Garant auf den Bal
kan herbeigezogen, was besonders in Jugoslawien Beunruhigung erwecke. Völker, wie das serbische, die Jahrhunderte gegen die türkische Herrschaft gekämpft hätten, könnten keine Rückkehr der Türkei nach dem Westen dulden. Die Türkei solle auch den Schutz Palästinas und des Suezkanals übernehmen und damit auch arabisches Gebiet bedrohen. Die Einkreisungspolitik suche so die Türken und Sowjetrussen wieder nach dem Westen zu führen und auch die arabische Welt wieder durch die türkische Gefahr zu bedrohen.
„Voce d'Jtalia" sagt: „Die Kriegspolittk ist auf dem Marsch." Die Abtretung des Sandschaks Ale- xandrette sei unter einer offenen Verletzung der internationalen Verpflichtungen Frankreichs erfolgt und durch willkürliche Ausübung von Machtrechten, die Frankreich nicht zustünden. Ein Mandat bedeute nicht Souveränität. Da die Ab
tretung ohne Zustimmung, vielmehr gegen den Willen der Bevölkerung Syriens erfolgt sei, bedeute sie weiter eine flagrante Verletzung der nationalen Rechte der Völker, in diesem Falle des arabischen Volkes. Durch diese willkürliche Abtretung eines Teiles eines Mandatsgebiets habe Frankreich einen Präzedenzfall geschaffen. Die Abtretung sei auf Anregung und Ermutigung Englands erfolgt, das als Gegenleistung zum mindesten insgeheim die Zusage des Benutzungsrechtes des Hafens von Alexandrette als Stützpunkt der engLckjchen Seestreitkräfte erhalten habe.
AehNlich wie der englisch-türkische Vorvertrag spreche auch der französisch-türkische Vertrag in einigermaßen mystischen Wendungen von einer „Organisierung des Friedens auf dem Balkan" unter dem Protektorat der Unterzeichner. Diese Rückbildung des türkischen politischen Einflusses auf dem Balkan werde neue Störungen verursachen und neue Probleme auf- werfen, die die Sicherung des Friedens hindern würden. Durch das System der englisch-französisch- türkischen Uebereinkommen werde ein neues Glied in den Einkreisungsring eingefügt. Dieses System habe eine ausgesprochen i t a l i e n f e i n d l i ch e Spitze. Die Türkei habe sich damit offen gegen Italien gestellt, das nach dem Weltkrieg nicht an der Ausraubung der Türkei teilgenommen habe, und ebenso schroff auch gegen Deutschland, das ihr im Weltkrieg bedeutende Hilfe gegen Frankreich und England geleistet habe. Dies kläre die Positionen in Europa und in Kleinasien.
In Rom schließt man aus den französischen Kommentaren zum französisch-türkischen Pakt, daß man in Paris erwarte, eine der ersten Auswirkungen des Protokolls von Antara werde darin bestehen, Frankreich auf dem Wege über die Türkei die Führung auf dem Balkan wiederzugeben, das durch das Entstehen der rtalienisch- jugoslawischen Freundschaft ausgeschaltet worden war. In den Pariser Gedankengängen soll die Ein- satzbereitschast der türkischen Militärmacht die Ostflanke Italiens wieder bedrohen, wie seinerzeit Jugoslawien. Die Wirksamkeit dieser Bedrohung soll erhöht werden durch militärische Vereinbarungen Rumäniens, der Türkei und Griechenlands. Allen diesen Machenschaften gegenüber aber bleibe Bulgarien ein Faktor, der das Spiel erheblich st ö r e.
Nicht wesentlich anders liegen die Verhältnisse in den von Großbritannien bzw. von der Südafrikanischen Union beherrschten Teilen Afrikas. Auch hier steht einer ganz kleinen europäischen Oberschicht heute eine Masse von zum Teil völlig prvletarisierten, in den südafrikanischen Industriegebieten zusammengeströmten Negern gegenüber, die aus ihrer Beteiligung an dem Krieg der europäischen Völker das Bewußtsein mitgebracht haben, daß die Errungenschaften der Kriegstechnik fein Monopol des weißen Mannes find, und daß dieser weiße Mann durchaus kein Halbgott ist. Unter diesen Umständen muß man sich die Frage vorlegen: wie lange kann es noch dauern, bis die Neger, geför
dert von chren Rassegenossen in Nord-, Mittel- und Südamerika, versuchen werden, den europäischen Lehrmeister vor die Tür zu setzen. Solche Gedanken und Bestrebungen sind bereits in der Negerwelt im Schwange, und ihre Verwirklichung kann nur dadurch verhindert werden, daß der Einsatz europäischer Menschen in viel größerem Maßstabe erfolgt, als das bisher der Fall gewesen ist. Unter dem Zwang solcher Tatsachen wird die Erfüllung des deutschen Kolonialansprucks geradezu zu einer Lebensfrage für die Aufrechterhaltung der weißen Herrschaft im schwarzen Erd- teil.
sonst sei seine Bemerkung über „unerträgliche Beleidigungen" nicht zu verstehen. Chamberlain be« trachte anscheinend schon die Tatsache, daß -Briten durch japanische Soldaten kontrolliert würden, als eine „unerträgliche Beleidigung". Japan lehne jede Verantwortung für die gegenwärtige gespannte Lage ab und werde sich auch nicht durch britische Drohungen einschüchtern lassen.
Aus aller Wett.
Ilallenlsche ZNttilarflugzeuge erreichen 13 000 Meter Höhe.
Drei Militärflugzeuge der Höhenflugabteilung von Guidon i a unter dem Befehl des Obersten P e z z i sind nach einer Mitteilung der „Vie dell' Arva" zwei Stunden lang in einer Höhe von 12 000 bis 13 000 Meter geflogen. Sie konnten eine Reihe wertvoller Beobachtungen über das Verhalten des Materials in großen Höhen machen. Die Temperatur betrug in der erreichten Höhe 66 Grad Celsius unter Null.
kdF.-llrlauber in Bukarest.
Sonntagfrüh trafen 180 KdF.-Urlauber in Buka. reft ein. Die Gruppe war von Wien aus m i t dem Schiff a u f der Donau nach Numän- nien gekommen. Es ist dos die erste KdF.-Urlauber- fahrt auf der Donau nach Rumänien. Die KdF.- Urlauber werden die Internationale Ausstellung „Freude und Arbeit" und die Sehenswürdigkeiten der rumänischen Hauptstadt besichtigen. Eine Düsseldorfer Sportgruppe veranstaltete auf dem Gelände der Ausstellung eine Sportvorführung.
Lin Kraftwagenunglück bei Frankfurt a. d. O.
Auf der Reichsautobahn unweit von Frankfurt an der Oder fuhr ein von Berlin kommender Personenkraftwagen mit hoher Geschwindigkeit in eine Kolonne der Wehrmacht hinein und riß dabei sechs Soldaten um. Zwei von ihnen wurden auf der Stelle getötet, während vier andere zum Teil lebensgefährliche Verletzungen davortrugen. Der Fahrer des Berliner Wagens wurde sofort verhaftet.
Zwei Todesopfer einer Explosion.
In Schmiedeberg im Sudetengau hat sich in der Knopffabrik der Firma Plotz eine schwere Explosion ereignet. Die auflodernden Flammen erfaßten zwei Männer und eine Frau. Die Frau und einer der Männer — ihr Bruder — sind den Verbrennungen erlegen. Der Dritte schwebt in Lebensgefahr.
Ueberschwemmungen in Frankreich.
Aus den verschiedem'ten Teilen Frankreichs werden zahlreiche Unwetter und Ueberschwemmungen gemeldet, die allenthalben großen Flurschaden an- gerichtet haben. Am schwersten wurde die Normandie heimgesucht. Wolkenbruchartige Regengüsse verursachten reißendes Hochwasser. In Mouriez wurden 18 Lehmhäuser von den Wassermassen unterspült und verschwanden in den Fluten; die Bewohner konnten nur unter Lebensgefahr gerettet werden. Die Straßen sind kilometerweit überschwemmt, jeder Verkehr ist unterbrochen. Zahlreiches Vieh ist ertrunken. In Torte-Fontaine drohte eine vom Blitz getroffene Kirche einzustürzen. Große Unwetter werden ebenfalls aus St. Nazaire, Nantes und Remiremont am Westabhang der Do- g e s e n gemeldet. In den Pyrenäen ist ein gewaltiger Wettersturz eingetreten; ununter» b r o ch e ne Schneefälle haben das Tal von Andorra von der Außenwelt vollkommen abgeschlossen, ein Zustand, der gewöhnlich nur im tiefsten Winter eintritt.
Verhängnisvolles Spiel mit Streichhölzern.
Die beiden fünf- und dreijährigen Jungen eines Bauern im Lundener Koog (Dithmarschen) spielten
England macht keine Drohung wahr.
Kritik an der unentschlossenen Haltung Chamberlains im Tientsin-Zwischenfall
Dr. Li. London, 26. Juni.
Die. fernöstliche Spannung steht noch immer im Mttelpunkt des allgemeinen Interesses. Die Morgenblätter vom Montag lassen erkennen, daß die englische Regierung noch immer bemüht ist, eine friedliche Regelung mit Japan herbeizuführen. Andererseits wird sie jedoch unter dem Druck der wegen der Lage in Tientsin erregten öffentlichen Meinung gezwungen, eine s chär fere Haltung gegen Japan einzunehmen. So berichtet „Daily Mail", daß die Regierung eine ausführliche Erklärung über die unerträglichen Beleidigungen". plane, die den Engländern durch Japaner zugefügt worden seien. Aber obgleich Chamberlain in seiner Rede in Cardiff, sowie Lord Halifax dem japanischen Boffchafter in unmißverständlicher Form die Meinung der Regierung zu dem japanischen Voraehen zum Ausdruck brachten, istbisherkeinederDrohungenLon- dons wahrgemacht worden, die in den letzten Wochen offen ober in versteckter Form durch Regierungsvertreter, durch die Presse ober den Rundfunk als unmittelbar bevorstehend angekündigt wurden. „Sunday Times" fordert von der Regierung eine entschiedenere Haltung gegenüber Japan und schlägt eine Mobilisierung d e r Fernostgeschwader mit einer Flottenbemon- ftration in Singapur vor, denn nur auf b e m Wege der Gewalt könne man zum Erfolg gelangen. r .
Der Oberbefehlshaber der englischen Chinastation, Sir Percy. Noble, ist angewiesen worden, sich nach Abschluß der englisch-französischen Generalstabsbesprechungen in Singapur am Montag nach Nordchina zu begeben. — Die letzte Sitzung der Vertreter der drei Wehrmachtsgattungen Englands und Frankreichs in Singapur findet am Montagvormittag statt. Am Sonntag wurde in einem ab-- schießenden amtlichen Bericht bereits festgestellt, baß bie breitägigen Verhandlungen zu einer v ö l - ligen llebereinftimmung der Auffassungen geführt hätten. Im übrigen würbe bestätigt, baß die Lage in Tientsin und Swatau von den englischen und französischen Militärs eingehend erörtert wurde.
Aus Tientsin liegen in London keine neuen Nachrichten vor. Der amtliche Rundfunk verbreitete le- biglich eine Melbung, wonach ein britischer Staatsangehöriger, ber feit einigen Tagen von den Japanern in 5)aft gehalten würbe, auf Grund der Vorstellungen ber englischen Konsular- behorben in Tientsin am Sonntag fr ei gelassen worben ist. In Swatau sollen bie Japaner bie Blockade wieder verhängt und zwei britische Schiffe daran gehindert haben, eine Ladung für Hongkong an Bord zu nehmen. Um zwischen britischen Werften und britischen Dampfern in Swatau den Verkehr zu erschweren, soll nach dem „Daily Telegraph rund um die britischen Werften Stacheldrahtverhau gezogen worden sein. Der Kommandie
rende der japanischen Flotte, Admiral K o n d o , hat bei den englischen Marinestellen einen scharfen Protest dagegen eingelegt, daß britische Handelsschiffe unter Begleitung eines englischen Kriegsschiffes in den Hafen von Swatau eingelaufen sind, er hat die Forderung gestellt, daß in Zukunft ein britisches Schiff Swatau erst nach 24stünbiger vorheriger Anmeldung anlaufen soll.
Warum die Zurückhaltung?
Englands marinepolrtische Unterlegenheit in Ostasien.
London, 26. Juni (Europapreß). Die strategische Lage im Fernen Osten biß)et den Gegenstand eines Briefes, den Lord Beatty, der Sohn des aus ber Skagerrakschlacht bekannt gewordenen englischen Admirals, hn „Daily Telegraph" veröffentlicht. Lord Beatty geht von dem Gedanken aus, daß bie Schwäche der englischen Mittelmeer f l o 11 e der Anlaß zu dem italienischen Vorgehen in Abessinien gewesen fei, und baß Japan durch bie Schwäche des englischen Fernost ° Geschwaders ähnlich beeinflußt werden konnte. Die Flottenbasis in Singapur sei wenig wert, solange dort nicht ein star - k e s Kampfgeschwader stationiert wäre. Dies sei aber gegenwärtig nicht ber Fall. Wenn aber ein solches starkes Geschwaber dorchin geschickt werben würde, so würde bas die „Überlegenheit Englands im Mittelmeer und in der Nordsee" erheblich mindern. In England wisse man nicht so gut wie in Australien, daß die englische Regierung Australien versprochen habe, im Falle von Konflikten im Fernen Osten ein Geschwader von Schlachtschiffen nach Singapur zu schicken. Die Erfüllung dieses Versprechens würde Anfang 1941 sehr viel leichter sein, weil bann bie neuen fünf Schlachtschiffe vorn Typ „Georg V." in Dienst gestellt sein würben. Die Gefahrenzeit liege zwischen heute unb dem Jahre 1941.
Englische Drohungen machen in Tokio keinen Eindruck.
Tokio, 26. Juni. (DNB. Funkspruch.) Dor ber Presse stellte der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes angebliche Mißhandlungen von Briten in Tientsin energisch in Abrede. Bevor eine Antwort auf bie Vorstellungen des britischen Botschafters bei Außenminister Arita erteilt werden könne, würbe bas Ergebnis genauester Untersuchungen in Tientsin abgewartet werben. Die „Tokio Asahi Schimbun" schreibt, baß Chamberlain anscheinend allen von englischer und chinesischer Seite verbreiteten Lügen Glauben geschenkt habe.


