Ausgabe 
26.5.1939
 
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Kanada, Land des Weizens.

Das englische Königspaar will mit dem Besuch Kanadas als des größten sich selbstverwaltenden britischen Staatesjenseits der Meere" seine Ver­bundenheit mit dem ganzen überseeischen Weltreich bekunden. Kanada ist als geographischer Begriff fast so groß wie Europa, aber nur von etwa 11 Millionen Einwohnern bewohnt. Es umfaßt auch weite Eiswüsten im Norden. Aber die überaus fruchtbare Provinz Quebec mit der gleichnamigen Hauptstadt im Südosten ist dreimal so groß wie Deutschland, aber nur von 2,8 Millionen Einwoh­nern besiedelt; und die volkreichste und wirtschaft­lich höchstentwickelte kanadische Landschaft, Onta­rio, ist rund doppelt so groß wie Deutschland, zählt ungefähr 3,3 Millionen Einwohner oder ganze drei Menschen aus einen Quadratkilometer. Daran schließen stich aber erst die eigentlichen Weizenstaa­ten, nämlich Manitoba, Saskatschewan und Alberta, worauf das gewaltige alpenähn­liche Felsengebirge und schließlich die Provinz B r i - tisch-Kolumbien am Stillen Ozean mit der Hauptstadt Vancouver kommen.

Dieses weite und reiche Land ist nicht unbedingt glücklich. Die Farmer leiden schwer unter der Un­verkäuflichkeit ihres Weizens, obwohl er höchst­wertig ist. Sie haben einen erstklassigen Weizen­boden und ein erstklassiges Weizenklima. Schnee- reiche Winter bergen die jungen Saaten trotz Der oft grimmigen Kälte. Das Frühjahr und der Som­mer sind aber sehr heiß, was dem Weizen behagt, und zugleich genügend niederschlagsreich. Die Vieh­zucht ist hochentwickelt, allein auch die Butter ist schwer 4u verkaufen, so daß neuerdings an die Ar­beitslosen, die soweit sie verzeichnet sind 5 v. H. der Bevölkerung ausmachen, Butter umsonst abgegeben wird.

Italien forstet auf.

Von unserem R. G.-Korrespondenten.

Rom, Mai 1939.

Die Pionierarbeit des faschistischen Italien hat ihre weithin sichtbaren Zeichen, die selbst dem flüch­tigen Reisenden auffallen. Sie kennt aber auch Ar­beit, die im verborgenen geleistet wird, deren Er­folg erst späteren Geschlechtern fühlbar werden wird. Dazu gehört die Wiederaufforstung der italienischen Hügel- und Berg­landschaft, deren Oberfläche größer ist als die der Ebene. Furchtbarer Raubbau ist in vergange­nen Jahrhunderten mit dem Walde getrieben wor­den. Landschaften, die einst von mächtigen Wäldern bedeckt waren, liegen heute baumlos, sonnenver­brannt, steinübersät da. DieVersteinerung" des italienischen Berglandes ist die Hauptursache der sogar heute noch andauernden, wenn auch in ständi­gem Rückgang begriffenen Abwanderung, die im Laufe der Zeiten Hunderttausend«, jo Millionen Menschen außer Landes getrieben hot. Mehr noch: dieses zum Skelett gewordene Bergland hat die Wasser der Schneeschmelze nicht mehr zu halten ver­mocht, die ganze Ebenen versumpfen ließen, Malariastätten bereiteten unb jenes soziale Elend schufen, das bis vor kurzem in weiten Gegenden Italiens herrschte.

Der Faschismus hat auch hier mit aller Macht den Hebel angesetzt. Um die Bedeutung der Auf­forstungsarbeiten recht erkennen zu können, ist es zunächst nötig zu wissen, was hierzulande unter der vielgebrauchten Bezeichnungvollständige Bo­denverbesserung" zu verstehen ist. Es genügt eben nicht, Sümpfe im Flachland trocken zu legen, wie es in den Pontinifchen Sümpfen geschehen ist, sondern cs heißt zugleich, oben im Gebirge die Wasser zu leiten, damit sie nicht sinnlos zu Tal stürzend r- alles wieder vernichten, was Menschenhand unten geschaffen hat. Der beste Wasserwirt aber ist der Wald, dessen Boden die Niederschläge aufsaugt, hält und mit natürlicher Sparsamkeit an die Ebene weitergibt. Diesen Wald aber gilt es in Italien erst wieder zu schaffen. Und dieser Aufgabe un­terzieht sich die Faschistische Forstmiliz, ein Korps, das aus rund dreitausend besonders aus­gebildeten Männern besteht, unter deren Leitung ein Heer von Landarbeitern schafft.

Rund 100 000 Hektar find seit Bestehen des neuen Regimes angepflanzt worden. Mit welch harter Mühe, davon kann der durch Waldreichtum verwöhnte Nordländer sich gar keine rechten Be­griffe machen. Das muß man mit eigenen Augen gesehen haben. Die Berghänge sind oft überhaupt nicht mehr imstande, ein Samenkorn aufzunehmen. Dann ist es notwendig, Pflanzen zur Stelle zu schaffen und mit ihrem Erdreich in den Boden ein­zusetzen. Am schlimmsten sind jene leopardenartig

Wenig bekannt ist gemeinhin, daß Kanadas Be­völkerung zu einem guten Viertel aus Fran­zosen besteht, die an dem überlieferten katho­lischen Glauben fefthalten, in Sprache und Sitte sehr konservativ sind und sich auch gegen die zu­nehmende jüdische Einwanderung kräftig sperren. Die wichtigste Industrie- und Hafenstadt des Lan­des Montreal zeigt schon durch ihren Namen den ftanzösischen Ursprung an; der Name bedeutet nichts anderes alsKönigsberg". Die erste Koloni­sation Kanadas seit etwa 1600 ging von Frankreich aus und erst mit dem Frieden von Paris im Jahr 1763 erwarben die Engländer nach schweren Kolo­nialkämpfen dieses Land und den Großteil von Ost­indien aus französischem Besitz. Das war der Sie­benjährige Krieg zwischen England und Frankreich, der dem Siebenjährigen Krieg zwischen Friedrich dem Großen und Maria Theresia parallel ging, so zwar, daß Enaland der Verbündete Friedrichs des Großen und Frankreich der Bundesgenosse Maria Theresias gewesen ist.

An der Kolonisation Kanadas haben Deutsche neben Skandinaviern einen ganz hervorragenden Anteil. Noch heute werden in Kanada 300 000 deutschstämmige Einwohner gezählt; die wirkliche Zahl ist viel größer, da sehr viele Deutsch-Oester- reicher und Sudetendeutsche sich ebenfalls in Ka­nada ein« neue Heimat gründeten und auf der an- deren Seite infolge der beispiellosen Greuelhetze während des Weltkrieges viele Einzelpersonen, wie ganze Dörfer und Städte ihre ursprünglichen Na­men ändern mußten. Wirtschaftlich und damit auch politisch gewinnt das amerikanische Finanz­kapital in demselben Maße Einfluß, als sich Eng­land selbst durch seine konfuse Europa-Politik aus­schaltet.

gefleckten Hänge, wo neben spärlichen Grüntupfen der nackte Stein zutage tritt. Dem Setzen der Pflanzen geht hier die unendlich mühevolle Ent- steinulw des Bodens voraus. Wie eine von zahl­losen Brustwehren durchzogene Gefechtsstelsung er­scheint das aufbereitete Gelände. Teils von massi­ven Mauern, teils von Buschgeflecht gesichert, wer­den Terrassen gebildet, wo die jungen Pflanzungen gegen Steinrutsch geschützt sind. Aber selbst diese harte Arbeit hat noch ihre Vorläufer in der Regu­lierung des Wildwassers, das auf den kahlen Hän­gen ordnungslos zu Tal stürzt.

Dabei kann nicht die Rede davon fein, daß nun alsbald Wald entsteht und in zehn bis zwanzig Jahren die ganze Landschaft verändert erscheinen wird. Was hier wächst, wird es zunächst nicht wei­ter bringen als zu Ansätzen eines Busch­waldes. An stämmigen Hochwald zu denken, wird vielleicht einmal zukünftigen Geschlechtern gegeben sein. Um so höher aber ist der moralische Wert dieser erst auf fernere Zukunft eingestellten Pionier­arbeit einzusetzen. Rund 46 Millionen Lire werden jährlich dafür ausgegeben, eine Summe, die das Sechsfache dessen darstellt, was im ersten Jahr des faschistischen Regimes aufgewandt wurde. Der Hauptteil davon geht zu Lasten des Staates, da dos aufgeforstete Gelände meist Gemeindeland, und zwar der allerärmsten Gemeinden ist.

Neben den kahlen Landstrichen kennt die italie­nische Landschaft natürlich auch schattige Wald­gegenden, z. B. im Appennin in dem berühm­tenVallombrosa" Schattental bei Florenz. Dort befindet sich der Sitz der ersten Jorstako- d e m i e des Landes, dort vollzieht sich Forstkultur ganz nach nordischen Begriffen. Da sieht man neben Riesentannen und Fichten in wohlgehegten Baum­schulen die jungen Pflänzchen, die einem so harten Daseinskampf entgegensehen. 233 Hektar umfassen die staatlichen Baumschulen, außer noch ,zahlreichen fliegenden" Anlagen in der Nachbarschaft der je­weiligen Arbeiten.

In den H o ch a l p e n über Turin, in den Abruzzen Mittelitaliens und am vielbesungenen Kap der Circe am Meere südlich von Rom be­sitzt Italien drei wundervolle Naturschutzge­biete. Um mit einer netten Geschichte zu schließen: Die Bewohner eines Abruzzenortes wurden jüngst durch eine riesige braune Bärin erschreckt, die an­scheinend einen Ausflug aus dem Nationalpark un­ternommen hatte. Das Tier lagerte sich aber ruhig und starb. Es stellte sich heraus, daß es sehr alt gewesen war. Oftenbar hat es seinen letzten Weg zu einem Dankbesuch bei der Forstmiliz gestalten wol- len.

Vorstand des Düsseldorfer Gefängnisses zusammen- aestellten Schlageter - Gedächtnis - Ausstellung, die Originalbriefe Schlageters und viele Erinnerungs­stücke birgt, schloß sich an. Um die gleiche nächtliche Stunde kurz nach 3.30 Uhr zu der Schlageter vor 16 Jahren aus dem Tor des Gefängnisses hinausgeführt wurde, begann der Schweige- marsch über den mit Fahnen und Girlanden ge­schmückten historischen Weg zum Schlageter- kreuz an der Mahnstätte, die schon von Tausenden umsäumf wurde. Unter den gesenkten Fahnen der Wehrmacht und der Parteigliederungen begab sich Gauleiter Florian zur Kranzniederlegung in die Gruft und zeichnete ein Bild vom heldischen Leben und Sterben Schlageters.

Moskau und die Aalandsinseln.

England deckt Moskaus Griff nach der Ostsee.

Schweden und Finnland haben sich über die B e - festigung der Aalands-Jnseln geeinigt Sowjetrußland erhebt ganz plötzlich und mit starker Verspätung Widerspruch. Wir spra­chen schon wiederholt von den Aalands-Jnseln, einer Gruppe von nicht weniger als 6554 Inseln und Inselchen (Schären"), die zwischen Mittelschweden und Finnland so liegen, daß sie einmal den 93er»

Finnland

^EST­LAND

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kehr vom Bottnischen Meerbusen, dem nördlichsten Teil der Ostsee, mit der übrigen Ostsee und ferner auch den Ausgang der 'Finnischen Bucht beherr- schen. Die MoskauerPrawda" unterstreicht jetzt mit Nachdruck die Sowjet-Forderung, daß derV ö l - k e r b u n d" keinesfalls fein« Zustimmung zu der Befestigung gebe. Und jetzt kommt eine Sensation: England hatte sich schon vor Monaten mit dieser Befestigung einverstanden erklärt, aber was erst jetzt in eine breitere Oeffentkichkeit drinat ditzse Zustimmung an die Bestimmung geknüpft, daß auch Moskau sein Einverständnis erkläre. Don rechtswegen hat Moskau zu dem Thema nichts zu sagen, weil es nicht zu den Garantie- Mächten gehört; und die Befesttgung der Aalands-Jnseln richtet sich unzweifelhaft gegen die Sowjet-Drohungen, Ostseeinseln als U-Boot- oder Luftstützpunkte mit Beschlag zu belegen. England hat also durch seinen Vorbehalt den Griff der Sow­jets nach Nordeuropa gedeckt und erst ermöglicht. Die Sowjetrussen haben jetzt in aller Form i n Finnland über Ausmaß und Art der Befesti- gungen, Truppenstärke, Einsatz von See- und Luft­streitkräften im Norden und im Süden der Insel­gruppe usw. Auskunft verlangt. Finnland hat diese neugierig-zudringlichen Fragen a b g e - lehnt. Ein Vertrauter Stalins namens Schdanow hat schon vor Jahren erklärt, daß die Rote Armee einmal durch das Ostsee-Fenster Sowsettußlands blicken könnte, um zu sehen, was es dort gebe. Die Einmischung Moskaus ist also rein offensiver Art. ReistHore-Selisha nach Moskau?

Ein neuer englischer Vorschlag für den Russenpakt.

London, 26. Mai. (Europapreß.) Den Dar­stellungen der englischen Morgenpresse vom Freitag über den Stand der englisch-französisch-sowjetrussi­schen Pattverhandlungen ist zu entnehmen, daß demnächst eine neue englische Note mit Vor­schlägen in Moskau überreicht werden soll. Der Daily Telegraph" meint, diese sollten auch jenen kleinen Staaten Rechnung tragen, die von der sow- jettussischen Garantie nichts wissen wollen. Der Daily Telegraph" spricht deshalb von einem Dertragsdach", unter das sich nach "freiem Ermes­sen jedes einzelne Land begeben könne.News Ehronicle" berichtet, von der Absicht einer Reise des englischen Kriegsministers Hore-Belisha nach Moskau. Die Reife solle einer Fühlungnahme Hore-Belifhas mit dem sowjetrussischen Kriegskom­missar Woroschilow dienen.Daily Expreß" meldet aus Warschau, daß Polen gegen das Bündnis nichts einzuwenden habe, insofern man sich aber darauf einige, daß die rote Armee im Kriegsfälle nicht durch Polen marschieren werde. Weiter erzählt das englische Blatt unter Be- rufung auf Pariser militärische Kreise, daß Polen damit begonnen habe, seine Garnisonen von der Sowjetgrenze nach dem Korridor und der slowakischen Grenze ju verlegen, da Warschaufür den Fall eines deutschen Angriffs auf Polen" zu 'einer militärischen Verständigung mit Moskau gekommen fei.

Oie Aufrüstung der Schweiz

Bern, 25. Mai. (Europapreß.) Der Ausschuß des Ständerates hat einen Kredit von 19 0 Mil- klonen Franken für den weiteren Ausbau der schweizerischen Landesverteidigung genehmigt. Bun­desrat Minger verwies darauf, daß insgesamt ein Bettag von 350 Millionen Franken vorgesehen fei. Es fei also damit zu rechnen, daß ein weiterer Kredit von 160 Millionen Franken an­gefordert werde. Wenn es die internationale Lage notwendig mache, sei unter Umständen noch mit darüber hinausgehenden Kreditforderungen zu rech­nen. Zusammen mit den bereits früher bewilligten Ausgaben für die militärische Aufrüstung beliefen sich die Gesamtausgaben für die Landesver­teidigung jetzt auf e i n e Milliarde Fran- ken. Dieser Betrag komme den Ausgaben gleich, die seinerzeit für die Mobilmachung in den Jahren 1914 bis 1918 aufgewendet wurden. Ob dies« Aus­gaben genügten, werde die Zukunft, zeigen. Ange­sichts dieser Sachlage rücke die Notwendigkeit der Erhebung eines außerordentlichen einmaligen Wehropfers näher.

Steigende Autarkie Italiens.

Rom, 25. Mai. (Europapreß.) Die italienische Ausfuhr stellte sich in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres auf 2595,8 Millionen Lire gegen 2560,4 Millionen Lire in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Einfuhr betrug in demselben Zeitraum 3146,5 Millionen Lire gegen 4031,4 Mil­lionen in der Dergleichszeit des Vorjahres. Dem»

nach ergibt sich ein verminderter Einfuhrüberschuß von 550,7 Millionen Lire gegen 1471 Millionen in den ersten vier Monaten des Jahres 1938. Dieser beträchtliche Rückgang des Einfuhrüberschusses, der durch eine Verminderung der Einfuhr um 884,9 Millionen Lire unter gleichzeitiger Steigerung der Ausfuhr um 35,4 Millio­nen Lire erzielt wurde, ist ein Beweis für die stei­gende Autarkie Italiens und für sein Bestreben, den Ausgleich der Handelsbilanz auf dem schnellsten Wege herbeizuführen.

16 Milliarden Lire

für die italienische Rüstung.

Rom, 25. Mai. (Europapreß.) Zur Verstärkung der Schlagkraft des italienischen Heeres wurden, wie aus dem letzten Finanz-Exvosö des Finanzministers Thaon di Revel Hervorgeht, vor kurzem außer­ordentliche Mehrausgaben von insgesamt 9500 Millionen Lire, verteilt auf den Haushalt, be­willigt, Außerdem wurden 5191 Millionen für Flotten bauten in den nächsten sechs Jahren, und 1130 Millionen für Neubauten, Aus - rüftung und Munition der Luftwaffe in den nächsten fünf Jahren bereitgefteüt. Insgesamt sehen somit rund 16 Milliarden Lire (rund 2 Mil- Barben Mark) für neue Rüstungsausgaben bereit.

Graf Eiano an v. Ribbentrop.

Berlin, 25. Mai. (DNB.) Beim Ueberschreitcn der Reichsgrenze hat der königlich-italienische Mi­nister des Aeuheren G r a f C i a n o an den Reichs- Minister des Auswärttgen von Ribbentrop das nachstehende Telegramm gerichtet:Nach meiner Rückkehr nach Italien möchte ich Ihnen, Exzellenz, meine Dankbarkeit für den auf so herzlicher Freund- chast beruhenden Empfang zum Ausdruck bringen, der mir von Ihnen, von Ihrer Regierung und von der Berliner Bevölkerung zuteil wurde. Die Er­innerung an die beiden läge, die ich in Deutschland

verbracht habe, werde ich stets in meinem Herzen bewahren, denn sie sind mit dem historischen Akt verknüpft, der die Geschichte des nationalsozialisti­schen Deutschlands und des faschistischen Italiens miteinander verbunden hat. Ich bitte Sie, mich bei dem Führer bestens zu empfehlen und ihm in meinem Namen meine wärmsten Wünsche zu über­mitteln. Wollen Sie bitte auch Frau von Rib­bentrop meine tiefgefühlte Verehrung und meinen herzlichen Dank für ihre liebenswürdige Gastfreundschaft aussprechen. Ihnen, mein lieber Freund, meine herzlichsten Grüße und Wünsche. Galeazzo Ciano."

Hewenmal-Weihe an der Piave

Mailand, 25. Mai. (Europapreß.) Durch den Bundesführer des Dolksbundes Deutsche Kriegs­gräberfürsorge, Dr. Eulen, wurde das Helden- Ehrenmal für die deutschen Gefallenen des Welt­krieges an der Piave in Quero feierlich cin- geweiht und dem deutschen Botschafter in Rom in Obhut übergeben. Neber hundert Mitglieder des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorg« waren am Mittwochoormittag in Trient eingetroffen, unter ihnen der Reichsstattbalter von Bayern, Gene­ral Ritter von Epp, Admiral von Trotha, Minister Glaise-Horstenau sowie Vertreter der Wehrmacht und der NSDAP. In Trient wurde ihnen ein herzlicher Empfang bereitet. Die Dele­gation begab sich dann zu den Schlachtfeldern auf dem Col Maor. Auf diesem Berg, auf dem sich ein deutscher Artillerie-Beobachtungsstand befunden hatte, wurde ein gewaltiges Denkmal zur Erinne­rung an die auf dem Friedhof bestatteten 3000 deut­schen Gefallenen eingeweiht. Der aus mächtigen Porphyrguadem bestehende Bau ist von einer Art Bastion umgeben, die einen weiten Rundblick auf das Tal der Piave und auf den Monte Tomba gewährt. Hier trafen die deutschen Besucher mit Botschafter von Mackenfen, Landesgruppen­leiter Ettel und dem italienischen Kommissar für

Kriegsgräberfürforge, General C e t, zusammen. Präsident Dr. Eulen, Botschafter von Mackensen und General Cei gedachten der Gefallenen des Welt­krieges und der jetzt zwischen Deutschland und Ita­lien vom Führer und dem Duce ins Leben ge­rufenen engen Brüderschaft und unzertrennlichen Solidarität. Am Nachmittag folgte die Einweihung der Helden-Ehrenmale von Feltre und Tol- m e i n , die dem Andenken von Tausenden gefallener Helden der deutschen und österreichisch-ungarischen Armee gewidmet sind, die zu Füßen der Ehrenmale ruhen.

Treuekundgebung der italienischen Arbeiter in Tunis.

Rom, 25. Mai. (DNB.) Die seit Zwei ober mehr Generationen in Tunis lebenden italienischen Arbeiter und Handwerker haben eine von vielen Tausenden unterschriebene Kundgebung an Mussolini gerichtet. Sie bestätigen darin erneut dem Duce ihre Treue gegenüber dem faschi­stischen Italien und ihre volle Zustimmung zur Po» litik des gerechten Friedens. Gleichzeitig bringen sie ihre unbeugsame Entschlossenheit zum Ausdruck, in jedem Augenblick und unter allen Umständen ihre Pflicht zu erfüllen.Diese Treuekundgebung bildet", wieGiornale d'Jtalia" betont,eine spontane Initiative der unverfälschten und gesunden Masse unserer authentischen Kolonie. Die- fes machtvolle und unerschütterliche Bekenntnis ein­facher Arbeiter, die zäh an ihrer Nationalität fest­halten, läßt die W i e d e r h e r st e 11 u n g der von ihnen feit über 50 Jahren geforderten Rechte noch berechtigter und zwingender erscheinend"

Alles und neues Augsburg.

Die Eröffnung des neuen Theaters in Augsburg durch den Führer wie auch die neuliche Erinnerung an das soziale Wirken der Fugger lenkt die Aufmerksamkeit auf das alte Augsburg, das gerade in unseren Tagen nach einem wechselvollen Schicksal und einer oft glorreichen Ge­schichte einen neuen, schnellen Aufschwung gewerb- lich-industrieller Art erlebt. Zu ihm paßt das neue Theater: Wir haben gelernt, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt; für dieses Nicht-Brot zu sor­gen. ist eben die Aufgabe des neuen Baues. Aber es darf erinnert werden, daß Augsburg 15 Jahre vor Christus von Drufus als Vorort der römischen Provinz Raetia secunda gegründet worden ist; sein Name lautete bis in das Mittelalter hinein August­purk und erinnert an den großen römischen Kaiser Augustus. Die Augsburger Konfession und der Augsburger Religionsfrieden deuten in landaängi- ger Sprache neben den Namen Fugger und Welser die Bedeutung der Stadt am Anfang der Neuzeit an. Die alte, noch aus der Fugger- uni> Welferzeit herrührende Textilindustrie ist schon seit Jahrzehnten durch eine lebhafte Erzeugung von Kraft-, Werk- itnb landwirtschaftlichen Maschinen ergänzt. Da­gegen ist die Fabrikation von Bronze-Äaren, Laub­sägen, Uhrfedern, Zahnrädern z. T. alten Ursprungs; sie lieferte für die neuangesiedelten Flugzeugsabriken Qualitätsarbeiter mit sicherer Hand und sicherem Auge.

Sicherung des Wohnfriedens

In der Zeitschrift dem AmtesHaus und Heim" der DAF. heißt es: Es wäre verkehrt, die Schuld an gewissen unerfreulichen Zuständen in vielen Miethäusern in erster Linie oder gar allein dem Hauseigentümer zu geben. Auch die durch die Mieterfchutzgesetzgebung zum Teil zu sicher ge­wordenen Mieter hätten nicht immer das not­wendige Verständnis für die pflegliche Behandlung ihrer Wohnung aufgebracht. Solange nicht die Mög­lichkeit bestehe, im wünschenswerten Umfange Neu­bauten zu errichten, müßten wir uns mit dem Vor­handenen einrichten, und Mieter und Vermieter müßten gemeinsam um die Schonung des Wirt­schaftsgutes Hausbesitz besorgt sein. Es handle sich hier um eine Erziehungsaufgabe, die das Amt Haus und Heim" übernommen habe. Was früher der private Hauseigentümer als selbstverständliche Pflicht im Interesse seines Hauses und seiner Mie­ter betrachtete, die Auswahl der Mieter und die Ausmerzung störender Ele­mente, müsse heute von der für die Menschen­führung allein zuständigen Partei und ihren Or­ganisationen erreicht werden. Erfahrungen haben gezeigt, daß der im letzten Jahrzehnt in Augs­burg geschaffene Neubauwohnraum meist infolge mangelnder hauswirtschaftlicher Voraus­setzungen in erschreckend kurzer Zeit herunter- gewirtschaftet wurde. 200 demnächst fertig werdende Wohnungen in Augsburg werden erst­malig von der Betreuungsarbeit der DAF. erfaßt. Jede mit einer dieser Wohnungen bedachte Familie wird von einer. Beauftragten in ihrer bisherigen Wohnung besucht und geht von die- fern Tage an in die ständige Betreuung der Walte- rin über. Aus dieser Arbeit im Gau Schwaben sol­len die Folgerungen für die anderen Gaue gezogen werden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Staatssekretär der Luftfahrt ©eneraloberft Milch hat unter Führung des Staatssekretärs im italienischen Luftfahrtministerium, General Dalle, die Fliegerstadt Guidonia besichtigt. Die großen und hochmodern eingerichteten Versuchsanlagen und die Prüfungsmethoden aller Art sowie die Dor­führungsflüge, darunter solche mit den neuesten italienischen Flugzeugen, haben einen umfassenden Einblick in die Leistungsfähigkeit der italienischen Luftwaffe vermittelt.

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Im Hause des Deutschen Handwerks in Berlin­eröffnete der rumänische Gesandte Crutzescu im Bei- ein zahlreicher Vertreter des Staates und der Par­tei die erste rumänische Verkehrs- und Touri st en-Ausstellung, die ebenso wie die kürzlich in Bukarest aufgebaute deutsche Der» kehrsausstellung für Rumänien t- den deutschen Volksgenossen einen Ueberblick über die Schönheiten Rumäniens, die Sitten und Gebräuche und die Bodenschätze zeigen soll.

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Der Führer hat den Ministerialrat im Reichs­finanzministerium, Walter Bayerhof fer, zum Ministerialdirigenten ernannt. Ministerialdirigent Bayerhoffer bleibt weiterhin Mitglied des Reichsbankdirektoriums. Im Reichsfinanz­ministerium leitet er das Generalbüro für allge­meine Finanz- und Kreditfragen.

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Der Präsident der Reichsschrifttumskammer hat im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volks- aufflärung und Propaganda den Schriftsteller Ger­hard Schumann zum Leiter der Gruppe Schrift-