Ausgabe 
26.4.1939
 
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Mittwoch, 2b.ApriNYZY

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

nr.97 Dritte Blatt

OPEL

Die Schulen sammeln Heilpflanzen

ötnsscöÄ

'Rebbern die zitternde Erwartung, die bedingungs- rung spürbar, in einer Reihe ausgesprochen theatra- r .....w\V [i irti-hifhhriff- p-mnhtnhpnpr <->?pnpn non denen die

'Lehen werde.

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hervorwuchsen.

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seines Namens".

Juana zerbricht an dem Schicksal, zu dem die Mutter sie zwingt, sie kann die Trennung von dem mit glühender Hingabe geliebten Gemahl nicht ver­winden und fällt im Gefängnis in geistige Umnach­tung eine spanische Ophelia: die Begegnung zwischen ihr und Isabella im letzten Akt gehört zu den stärksten Szenen des Dramas, weil man hier die Polarität der beiden Figuren und die ganze un­menschliche Gewalt dessen begreift, was man als Unterordnung des Gefühls'unter die Staatsidee zu bezeichnen pflegt; zumal der Eindruck dieser Szene von der Erinnerung an eine frühere vertieft wird, die erste Begegnung nämlich der Juana mit dem ihr verlobten Herzog Philipp: hier gelang es

los hin geb ende Leidenschaft empfinden zu lassen, mit der sich die junge spanische Prinzessin dem Geliebten in die Arme wirft, und man fühlt schon hier, daß Juana zwar die Treulosigkeit Philipps verwinden, aber die Trennung von ihm nicht unversehrt über-

Jn Szenen wie diesen, in denen etwas vom leben­digen Atem und Pulsschlag des zeitlos Mensch­lichen zu empfinden ist, bewährt sich, wie uns scheint, die dichterische Gestaltungskraft Rehbergs stärker und unmittelbarer als in anderen, in denen er sich in historischen Anspielungen ergeht, gespenstische Schat­ten der Vergangenheit beschwört, den Berg der Fel­senburg von Arevalo tönen und stöhnen, Sonne und Mond auf- und untergehen läßt und Sätze formt, deren geheimen Sinn oder Doppelsinn man nur ahnen kann.

Dabei ist die Kraft seiner dichterischen Vision schwer zu bestreiten, obgleich sie sich im Gesamtein­druck mehr bildhaft-theatralisch als dramatisch äußert, denn der von einem dämonischen Willen getriebenen Aktion der Isabella fehlt eine innerlich ebenbürtige Gegenkraft; Juana ist eine mehr er­leidende und zuletzt erstarrende als handelnde Figur im Schauspiel, wiewohl gerade ihr die menschliche Teilnahme des Lesers und Zuschauers wahrschein­lich schneller und herzlicher zugewandt sein wird als der Königin. (Die Unüberbrückbarkeit der Kluft zwischen beiden kann nicht schärfer empfunden wer­den als in der Szene, da sich Mutter und Tochter als Königin und Herzogin anreden und so in der Anrede jede menschliche Beziehung und Blutsoer- bundenheit leugnen.) Ausgesprochen bildhaft ist wiederum die Szene geformt, in der Isabella das Paar der Verlobten mit dem Ring ihrer schwarzen Ritter umstellt, die Trennung zu erzwingen und mit gefällten Speeren ihrem Willen Nachdruck und Gehör zu verschaffen.

Das Stück erschien in Gießen als westdeutsche Erstaufführung. In Köln wird, wie wir Horen eine Inszenierung vorbereitet, welche die von Rehberg inzwischen umgearbeitete neue Schlußszene bringen soll. Wir können über diese, uns unbekannte Fas­sung kein Urteil abgeben; außer Zweifel steht jeden- salls, daß das Schauspiel in der gegenwärtig vor­liegenden Form bedeutende Anforderungen stellt: tn ihm überlagern sich ein politisches Schauspiel, ein Familiendrama, eine Liebeshandlung, em Welt­anschauungsstück ... oder doch die Ansätze zu alle­dem. Der Spielleiter, Herr Dr. Razum, war in der Verwirklichung von Rehbergs Jntensionen spür­bar bemüht, die sämtlichen Elemente seiner theatra­lischen Vision freizulegen und in ihren vielfältigen Ueberschneidungen sichtbar zu machen: nicht in der banalen Helligkeit des Naturalismus", der gewiß gerade diesem "Werk nicht gerecht würde; vielmehr betonte er das mystische Halbdunkel einer katholi­schen Welt, deren starre Zeremonie von dämonischen Kräften menschlicher Leidenschaft durchbrochen wird.

Daß dieKönigin Isabella" weniger Drama als Schau-Spiel ist, wurde auch in Razums Jnszeme-

auf dem Gebiete der Tuberkulosebekämpfung ist viel Arbeit geleistet worden. Die soziale Arbeit, die bis­her durch die Eisenbahnvereine für ihre Mitglieder geleistet worden ist, wird unverändert und kraftvoll auch vom Reichsbahn-Kameradschaf ts- Werk, in dem die bisherigen Eisenbahnvereine auf gegangen sind, geleistet werden. In unerschütter­licher Treue werden die Eisenbahner zum Führer stehen und ihm durch äußerste Pflichterfüllung zu ihrem Teil den Dank abstatten, den ihm das deutsche Volk schuldig ist.

lisch-bildhaft empfundener Szenen, von denen die der ersten Begegnung zwischen Juana und Philipp von Burgund ohne Zweifel rein dichterisch den rühen Höhepunkt bildete, ohne alle äußeren, büh­nenmäßigen Hilfsmittel und Stimmungsträger allein aus der seelischen Spannung, der Kraft des Gefühls und des innerlich entzündeten Wortes wirkend. Da, rein akustisch und auch dem Sinne nach, für den unvorbereiteten Zuschauer vielleicht nicht jedes Wort verständlich wird, kann Übrigens die Lektüre des Buches vor dem Besuch der Aufführung (auch eine kurze Rekapitulation der spanischen Geschichte) nur

von Nutzen sein.

Die szenisch-räumliche Einkleidung des Schau« piels bot dem Bühnenbildner, Herrn Löffler, o schwierige wie lohnende Aufgaben: er ordnete die wechselnden Spielfelder um die Dertikalachse eines mächtigen Pfeilers, aus dessen Schatten, überwiegend in flackerndes Helldunkel getaucht, die räumlich ge- chickt gegliederten, sparsam angedeuteten Schauplätze

Am vergangenen Samstag konnte der Eisenbahn- Verein Gießen, der die stattliche Anzahl von nahezu 1900 Mitgliedern aufzuweisen hat, in festlicher Form die Feier' seines 40jährigen Bestehens begehen. Im Hinblick auf dieses Jubiläum erscheint es angebracht, einen Blick auf die Geschichte des Vereins zu werfen.

Ende des vorigen Jahrhunderts führten Bestre­bungen einzelner'deutscher Männer, eine einheitliche Leitung aller deutschen Eisenbahnen zu erzielen, im Jahre 1895 zu einem Teilerfolg,durch die Vereini­gung der Eisenbahnen in Preußen und Hessen zu der'damaligen Preußisch-Hessischen Eisenbahn-Ge­meinschaft. 'In diese Zeit hinein fällt die Geburts­tunde der ersten Eisenbahn-Vereine. Von Kassel ausgehend, verbreitete sich der Gedanke, alle Eisen­bahner zur Pflege der Kameradschaft und des Zusammengehörigkeitsgefühls zusammenzuschließen, chnell über das gesamte Gebiet der Preußisch- Hessischen Eisenbahn - Gemeinschaft. Es ist ein bleibendes Verdienst des damaligen Präsidenten Ulrich von der Eisenbahn-Direktion Kassel, in der richtigen Vorausschau seinen Plan verwirklicht zu haben, um den Zusammenschluß der Eisenbahner

lombo, der eben von der Entdeckung Indiens zu- ' rückgekehrt ist und dem Königspaare die von der Weltreise mitgebrachten Kostbarkeiten zu Füßen legt; er verschwindet dann, um im Laufe der drei Akte nicht mehr aufzutguchen; seine Erscheinung, sonst im Gefüge des Schauspiels belanglos, diente nur dazu, von Anfang an den Raum des spanischen König­tums in der Vorstellung des Zuschauers imperial zu erweitern und ihm eine Ausdehnung zu verschaffen, vor deren Maßen erst Forderung und Verzicht, Kon-

likt und Opfer in ihrem ganzen Umfange begriffen werden.

Dies mag ein Beispiel sein für die Art, wie Reh- berg sich des Stosses zu bemächtigen sucht; es ge­schieht übrigens in einer Sprache, die etwa als eine gehobene Prosa bezeichnet werden kann, die sich manchmal zu rhythmischer Eindringlichkeit steigert, manchmal in heutiger Nüchternheit erstarrt, manch­mal auch merkwürdig abgekürzt, barock und mit Geheimnis belastet ans Ohr bringt.

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Die Königin Isabella von Kastilien ist die eigent­lich treibende Kraft in diesem Schauspiel; sie ahnt die ungeheure Bedeutung der von Kolumbus ge­machten Entdeckung, sie ist fanatisch besessen von der Idee des spanischen Weltreiches. Dieser Idee bringt sic das Glück ihres Lebens, das Glück ihres Hauses zum Opfer, denn sie weiß, was es mit demdor­nenreichen Amt der Könige" auf sich hat. Während sie die Ehe ihres Sohnes, des Jnfanten Juan, der sich in einer leidenschaftlichen Liebe auf^hrt und verbrennt", nicht zu lösen wagt, weil das wider Gott wäre, hat sie nach Juans Tode die Kraft zu trennen, was Gott zusammengefügt hat: die Ver­bindung ihrer Tochter Juana mit dem Herzog Phi­lipp von Burgund. Das Staatsgefühl, der Gedanke an die Zukunft eines weltumspannenden spanischen ; Reiches gibt Isabella die unmenschliche Kraft und Härte des Handelns. Während Philipp, der schöne, leichtfertige und treulose, Günstling und Eroberer der Frauen, unbeschwert in seine slandrische Heimat , zurückkehrt, wird Juana, die an seiner Seite das ! Glück eines leidenschaftlichen Herzens erfüllt sah, . von ihrer Mutter Isabella im Kerker zurückgehal- , ten, bis sie den heiß ersehnten Erben des Reiches zur Welt bringt: Karl,nach Karl dem Kühnen von : Burgund", den Kaiser,der der Fünfte fein wird

herbeizuführen. , ....

Im Jahre 1899 folgten zahlreiche Angehörige der Reichsbahn der Aufforderung des damaligen Vorstandes der Betriebsinspektion I Gießen, Eisen­bahndirektor Schobert, auch in Gießen einen Eisenbahn-Verein ins Leben zu rufen. Nach einer Veröffentlichung imGießener Anzeiger" fand die Gründungsversammlung am 23. November 1899 in Steins Garten statt. In dieser Gründungsversamm­lung wurde der Cisenbahndirektor Schobert zum 1. Vorstand gewählt. Aus den Gründungsakten ist auch der übrige Vorstand ersichtlich. Ihm gehörten an: Regierungs- und Baurat Roth, Eisenbahn­bauinspektor Berthold, Verkehrsinspektor Nord­mann, Stationskassenrendant Helmers, Loko­motivführer Dotzenrod, Bahnmeister Küpper, Stationsassistent K ö l l n e r , Eisenbahnfekretär B Ium, Weichensteller Belloff, Zugführer Re usch, Werkstättenvorsteher Klose, Stations­gehilfe Christ, Hilfsbremser Zinn, Hilfsbremser Rahm, Güterbodenarbeiter Wilke, Werkstätten­vorarbeiter K r a y e, Schlosser Schuhmann, Rottenführer Wagner, Streckenarbeiter Lep­per, Hilfsweichensteller ©immer, Hilfsheizer Schaub, Stationsarbeiter Weller und Hilfs­telegraphist G e i tz. v .

Die Pflege der Geselligkeit und der Kamerad­schaft, die Fürsorge für die Mitglieder und deren Angehörige, die Schaffung von Wirtschafts- und Selbsthilfe-Einrichtungen waren die Ziele, die sich der Eisenbahn-Verein Gießen gestellt hatte. Im Mittelpunkt der geselligen Veranstaltungen standen die alljährlichen Sommerausflüge, zu denen unter weitgehender Vergünstigung die Eisenbahnverwal­tung Sonderzüge zur Verfügung stellte. Aber nicht allein gesellige Veranstaltungen waren wie ja aus den Zielsetzungen hervorgeht der Zweck des Eisenbahn-Vereins, vielmehr wurde auch in wirt­schaftlicher Beziehung für die Mitglieder gesorgt. Mit dem Aufftieg des Vaterlandes entwickelte sich der Eisenbahn-Verein Gießen immer weiter und : mit Dankbarkeit wird heute der Männer gedacht, die in den Gründungsjahren den Grundstock zu der segensreichen Einrichtung der Eisenbahner-Fürsorge ' legten. _ , , n. .

Aus der Geschichte des Eisenbahner-Vereins Gießen

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19.30 bis 22 UhrDer Vetter aus Dingsda". Gloria-Palast (Reiters®eg):Liebe streng verboten". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Ein Walzer für dich".

Stadtlheaker Gießen.

Heute, 19.30 Uhr, findet die vorletzte Aufführung des großen OperettenerfolgesDer Vetter aus Dingsda" von Eduard Künneke statt. Für die Rolle des Hannchen wurde Frau Lilly Sedina vom Staatstheater Wiesbaden verpflichtet. Die musika­lische Leitung hat Joachim Popelka, die Spiel­leitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 28. Vorstellung der Mittwoch-Miete' statt und endet um 22 Uhr.

IM.-Untergau 116 Gießen.

Betr.: Jungmädel-Schwimmen.

Montags von 6 bis 7 Uhr: Anfängerinnen und Jungmädel von zehn bis zwölf Jahren.

Mittwochs von 7 bis 8 Uhr: Fortgeschrittene und Jungmäd'el von zwölf bis vierzehn Jahren.

Dienstags: JM.-Leistungsgruppe im NSRL.

betreut vom Schwimmverein.

Gießener Stadttheater.

Hans Rehbcrg:Die Königin Isabella."

Hans Reh berg, dessen SchauspielDie Köni­gin Isabella" erst vor wenigen Tagen in einer glanzvollen Inszenierung von Gründgens mit Her­mine Körner in der Titelrolle in Berlin uraufgefuhrt wurde, hat seine Sonderstellung unter den zeitge­nössischen Dramatikern mit Stücken aus der preu­ßischen Geschichte (wie zuletzt mit demSiebenjähri­gen Krieg") begründet und zwar nicht so sehr wegen- des Themas an sich, denn die geschichtlichen Gegenstände beherrschen noch immer weithin das stoffliche Reservoir des gegenwärtigen Theaters, sondern weil Rehberg in der Historie, die, vorge­formt und festgeleqt-in ihren Fakten und Daten, als billiger Rohstoff sich darbietet, nicht, wie so viele seinesgleichen, den Anlaß zu einer chronikalisch engen oder unverbindlich-lockeren Bilderbogenfolge dialogi­sierter Tatsächlichkeiten fand, sondern weil er das überlieferte Bild, das beglaubigte Schema von Fi­guren und Handlungsablauf, durchdringt und durch­leuchtet, um auf den Grund zu gelangen, die mensch­lichen Voraussetzungen und Beziehungen ans Licht zu holen und deutlich zu machen.

Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpslanzen- kunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) führt im Auftrage des Amtes für Roh- und Werkstoffe (Vier- jahresplan) die Sammlung der heimischen roilb= wachsenden Heilkräuter durch. Im Jahre 1938 hat der freiwillige Einsatz der Erzieher im Land Hessen bereits ein nach Menge und Gute beachtliches Er­gebnis gezeitigt.

In einem an die Kreisfchulämter, Stadtschulaniter und Direktoren der höheren Schulen ergangenen laß hat die hessische Landesregierung ihrem Wunsch nach einer verstärkten Durchführung dieser Vier­jahresplanarbeit Ausdruck verliehen. Diese soll da­durch weitestgehend gefördert werden, daß sich m diesem Jahre alle Schulen des Landes im Rahmen der zur Verfügung stehenden Freizeit für die volks- qefundheitlich fo wertvolle Heilkräuterfammlung zur Verfügung stellen. In allen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau sind mit Unterstützung der Gauwal- tung des NS.-Lehrerbundes und des Gauamtes für Volksgesundheit fachkundig geschulte Erzieher als Kreissachbearbeiter der RfH. eingesetzt worden, denen als fachmännische Sammelberater erfahrene Apotheker zur Seite stehen. Im Benehmen mit den Kreissachbearbeitern ist die Sammeltätigkeit der Schulen durchzuführen. Dabei müssen aber Flur­schäden unter allen Umständen vermieden und Pflan­zen, die unter Naturschutz stehen, sorgfältig geschont werden. Zum 15. November 1939 ist ein Sammel­bericht vorzulegen.

Die Kreissachbearbeiter des Gaues wurden im vergangenen Jahr an der Gauschule des N-^.-Leh- rerbunbes in Bensheim a. d. B. in einem mehr­tägigen, von Gaufachbearbeiter Apotheker R i P - perger (Frankfurt a.M.-Höchst) geleiteten Lehr­gang mit den ihnen gestellten Ausgaben vertraut , gemacht. Dieser Tage weilten sie nun wieder zu einer Kurzschulung an der Gauschule, um die bei der vorjährigen Sammeltätigkeit gemachten Erfah­rungen auszutauschen und die Richtlinien für die

NSG. Am 6. und 7. Mai findet der diesjährige Reichswerbe- und Opfertag für das deutsche Jugend- hcrbergswerk statt, bei dem sieben verschiedene Bau­handwerkszeuge verkauft werden. Die Sammlung dient der Unterhaltung und dem weiteren 2lu5= bau Ü c s Deutschen Jugendherbergs- werks, das 2000 Jugendherbergen fern eigen trennt. Deutschland besitzt damit mehr Jugendher­bergen als die ganze übrige Welt zusammen. Für das kommende Jahr ist im Gau Hessen-Nassau, in dem seit 1933 neue Jugendherbergen in Gersfeld, Herchenhain, Wiesbaden, Biedenkopf, Kempten, .Meckarsteinach, Oppenheim, Schlüchtern, Katzenellen­bogen, Sandplacken und Emmershäusermühle (bei Bad-Nauheim) errichtet werden konnten, die Freiherr-vom-Stein-Jugendherberge in Nassau und die Nidelungen-Herberge in Worms geplant.

Die große Bedeutung und die steigende Beliebt­heit der deutschen Jugendherbergen läßt sich daran erkennen, daß im Jahre 1938 in den deutschen Ju­gendherbergen 8 720 000 Uebernachtungen gezahlt wurden, von denen auf das Gebiet des Landesver­bandes. Rhein-Main 408 592 entfallen. Insgesamt stehen dem Jugendherbergswerk 151 732 Betten zur Verfügung. Das Rhein-Main-Gebiet, dessen 72 Ju­gendherbergen mit 6523 Betten ausgestattet sind, weist insbesondere eine ständig steigende Zahl aus­ländischer Besucher auf, die vor allem die Jugend­herberge Wiesbaden als Ausgangspunkt für ihre Fahrten im Gau Hessen-Nassau benutzen. Das Ziel der Jugendherbergsarbeit im Gau Hessen-Nassau ist, daß den ganzen Gau ein Netz von Jugendher­bergen durchzieht, die nicht mehr als 25 bis 30 Kilometer auseinander liegen.

gen? .

Was Rehberg hier zu-gestalten unternimmt ift nichts Geringeres als der Traum vom spanischen Weltreich, in welchen: die Sonne nicht untergeyt. Er führt, um dies auszumalen, beispielsweise in der Eingangsszene des ersten Aktes die geschichtliche Gestalt des Kolumbus ein, des Don Christel)al Co-

Arbeitstagung waren die Notwendigkeit der Heil­pflanzensammlung im Rahmen des Dierjahresplans, die volksgesundheitliche Bedeutuna der Heilpflanzen- ammlung, die Beziehungen zwischen Heilpflanzen­kunde und Naturschutz, allgemeine und grundsätz­liche Fragen des Sammelns, die Aufgaben und Möglichkeiten der Schule in der Heilpflanzensamm­lung. Im Verlauf der Tagung hielten Vorträge: Professor Dr. S p i l g e r (Darmstadt) überHeil­pflanzenkunde und Schule", Professor Dr. Schu­mann (Bensheim) über die Praxis des Heilpflan­zensammelns, Gausachbearbeiter RfH. Apotheker R i p P e r g e r überDon der Heilpflanze zum Me­dikament".

Aus der Stadt Gießen.

Kleine Leute übersieht man..

Lpd. Manche Menschen sind sehr ärgerlich, wenn sie übersehen werden. Sie vermuten darin eine Nichtachtung ihrer geschätzten Persönlichkeit. Auf die Entschuldigung:Ach Verzeihung, ich habe Sie tn Gedanken gar nicht gesehen", antworten sie dann leicht gekränkt mit der Redensart:Ja, kleine Men- kben übersieht man!"

In gewissen Fällen kann das Uebersehen von kleinen Menschen aber zu größerem Unglück führen. Z. B. wenn ein Kraftfahrer mit seinem Auto auf dunkler Landstraße einen Radfahrer übersieht und mit ihm zusammenstößt. Da hilft sehr oft keine bloße Entschuldigung, da geht es zumeist um Ge­sundheit und Leben. Uebersehen ist hier gleichbedeu­tend mit Ueberfahren. Während man im allge­meinen Leben und gesellschaftlichen Verkehr sehr zum Bedauern mancher Menschen nicht ohne weiteres die Aufmerksamkeit auf sich lenken undHier bin ich" schreien kann, ist für den Rad­fahrer es sogar auf dunkler Straße seine Pflicht, aufzufallen und sich rechtzeitig bemerkbar zu ma- chem.Er soll dafür sorgen, daß er nicht von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen wird. Neuerdings gibt es da ein wunderschönes Hilfsmittel, das ver­hindert,kleine Leute" zu übersehen, nämlich die Tretstrahler". Ihre große Sichtbarkeit, tue Dreh­bewegung der zurückgeworfenen Lichtstrahlen, kun­digen jedem Kraftfahrer aus beträchtlicher Ent­fernung an, daß vor ihm ein Radfahrer ist.

Also, mein Lieber, wenn Sie auffallen und nicht übersehen werden wollen, schaffen Sie sich Tret­strahler an. Sie sind ein sicheres Gegenmittel gegen das Uebersehen von kleinen Menschen.Wer auf­fällt, hat mehr vom Leben" bas Leitwort der Angeber" erhält so eine tiefe Bedeutung.

Alle 30 km eine Jugendherberge.

In seinem letzten Schauspiel nun wendet sich Reh­berg vom nahen Preußischen ins ferne Spanische, zurück in die Dämmerung eines Mittelalters, m dem sich eben die Umrisse der anbrechenden Neuzeit abzeichnen. In diesem Umkreise bewegt ihn das nämliche Thema wie in der kriegerisch blitzenden Welt des friderizianischen Preußentums: der Zusam­menstoß des Individuums mit überpersonlichen Ge­malten; genauer: die Unterordnung des Gefühls un­ter die Staatsidee, die Opferung, wie man schon sagen muß, des Menschlichen an ein Uebermensch- liches, des persönlichen Glückes an die zeitlose For­derung höherer Notwendigkeiten. Das umfchließt, ohne Zweifel, eine bedeutende Fabel für einen Dra­matiker/ein kleiftisches Thema, wenn man will, bei dem man an den Prinzen Friedrich von Homburg denken mag; das fchafft auch für Rehberg wie vor allem, worauf es ja ankommt, für den Lefer und Hörer im Theater eine lebendigere Beziehung zu der zeitlich und räumlich fernen Welt des alten Spanien, die uns sonst kaum eine tiefere Anteil­nahme würde abgewinnen können. Was wären uns, ohne den zeitlosen Konflikt, als dessen Trager sie bei Rehberg erscheinen, die Königin Isabella von Kastilien, ihr Gemahl und Mitregent, der König Ferdinand non Aragon, beider Tochter Juana, tue Königinmutter Uabetla, der Herzog Pchl.pp non Burgund und Flandern, vod manchen andern, schattenhafteren Figuren im Schauspiel zu schwei-

roärticntro'ufkmg des Vereins ein plötzliches Ende. Viele Mitglieder zogen hinaus, um in vorderster Front zu kämpfen, "andere wurden zu den Feld­eisenbahn-Formationen eingezogen. Die Zurückge­bliebenen beteiligten sich an Sammlungen aller Art. Ein großer Teil des Pereinsvermögens wurde als Kriegsanleihe gezeichnet. Das Vereinsleben ruhte völlig. Nach Beendigung des Krieges, als der Eisen­bahn-Verein seine Reihen sichtete, wurde festgestellt, daß 101 Kameraden den Heldentod für das Vater­land gestorben waren. In den Zeiten der Not nach dem Kriege begann ein langsamer Aufstieg des Eisenbahn-Vereins, dem aber durch die fortschrei­tende Geldentwertung, durch die politischen Wirren und manche Gegensätzlichkeit keine Stetigkeit zu eigen sein konnte. Heber alle Schwierigkeiten hin­weg bemühten sich aber die Leiter des Vereins, den Zusammenhalt der Kameraden zu wahren. Es gelang ihnen auch. Mit der Ausrichtung des deut­schen Volkes und der Beseitigung der politischen Zerrissenheit in unserem Daterlande durch den Füh­rer Adolf Hitler gestaltete sich die Entwicklung des Vereins weltlich günstiger. Die bisherige Be-

Frau Stirl war als Isabella eine rollenmäßig und geistig höchst anspruchsvolle Ausgabe zugefallen: ie hat den großen, durch drei Akte hindurchgehen­den Monolog vom Traum des spanischen Weltreiches zu sprechen; sie spielte diese Frau, mit einer kalten, klaren, befehlsgewohnten Stimme, die nur in selte­nen Augenblicken vorn aufschießenden Gefühl ver- chleiert wird, als eine Gestalt, in der die Kraft des Willens über die Regung des Herzens, die Königin über die Mutter zuletzt den Sieg behält. Giesela Vollert war die Juana, ein zartes, rührendes, minder handelndes als leidendes Geschöpf, mehr Gegenbild als Gegenspielerin, zuletzt mit einer hohen gebrechlichen Ophelia-Stimme, zu Anfang mit einem leisen Herzton wachen und erwartenden Gefühls, der unter den mancherlei Stimmen in diesem Schau­spiel am längsten nachhallte.

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Herr Weiland war der Herzog Philipp: jung, blond, höfisch, strahlend und fremd in der starren, unheilträchtigen, spanischen Welt, Herr Schorn ein kranker, vom nahen Ende gezeichneter, von irdischen und außerirdischen Gewalten umgetriebener Jnfant, Herr Schlick, als Gonzalo, in schwarzer AHa- Tracht, ein soldatisch beherrschter, ergebener Diener des königlichen Hauses. Herr C o s s o v e l war be­müht, dem sparsam belichteten König einigen Um­riß zu geben und ihn mit Würde neben der über­legenen Erscheinung der Regentin zu behaupten Hilde Kneip gab der vorn Wahnsinn heimgesuchten Königin-Witwe Isabella eine gespenstige Lebendig­keit. Eine gute, klangvoll und klar gesprochene Episode: der Colombo des Herrn Razum. Die Damen Garbe und Schl o e d e r , die Herren v o n Gschmcid 1 er, Geiger (Stimmen der Geister), Erler und Volck feien vom großen Aufgebot noch genannt.

Oie fast dreieinhalbstündige Aufführung fand starken Beifall, Hans Thyriot.

mühung des Vereins um die Pflege der Kamerad­schaft erhielt nun eine schone Bestätigung und die stattliche Zahl von nahezu 1900 Mitgliedern be­weist, daß fast alle Gefolgschaftsmitglieder der Reichsbahn in Gießen dem Verein angehören.

Durch die Fürforgeeinrichtungen der Eisenbahn­vereine war es im Laufe der Jahrzehnte oft mög­lich, von den Familien der Mitglieder Not und Elend fernzuhalten, viele tausend Kinder der Mit- qitcöcr fanden durch die Forderung des Vereins in Heil- und Kurorten Stärkung und Erholung. Auch

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