Ausgabe 
26.4.1939
 
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Premiere des allgemeinen deutschen Fernsehens.

Der Reichspostminister hatte im Sommer die Freiaabe des Fernsehrundfunks für den Bereich des Berliner Fernsehsenders angekündigt. Diese Freigabe wird in aller Kürze erfolgen. Am Fernsehrundfunk kann dann jeder unter ähnlichen Bedingungen wie für den Rundfunk selbst teilneh­men. Während die bisherigen Fernsehsendungen durch die öffentlichen Fernsehstellen und zu Der- suchszwecken mehr als eine Art Generalprobe zu betrachten waren, wird nun die Premiere des all­gemeinen deutschen Fernsehens erfolgen. Der Preis der Geräte ist durch die technische Ent­wicklung soweit herabgesetzt, daß mit einer grö­ßeren Zahl von Käufern gerechnet wer­den kann. Die öffentlichen Fernseh st el- l e n der Reichspost bleiben weiter unentgelt­lich geöffnet. Diese Ankündigung imPost­nachrichtenblatt" bedeutet einen wichtigen weiteren Schritt der Fernsehentwicklung überhaupt. Zum erstenmal tritt das Fernsehen aus dem Stadium der Erprobungen heraus in seinen eigentlichen öffent­lichen Dienst ein, und zwar ist die Eröffnung noch vor dem ursprünglichen, mit der Berliner Rund­funk-Ausstellung verbundenen Termin vorgesehen. Allerdings wird zunächst noch der überwieaende Teil der Fernsehsundungen von der Fernseh­bühne aus erfolgen. Die Beschränkung der Frei­gabe auf Berlin findet ihre Begründung in der Reichweite, die der Berliner Fernsehsender für einen guten Empfang bietet. Sobald die Fernseh­sender auf dem Brocken und dem F e l d b e r g betriebsbereit sind, werden zwei weitere Fernseh­kreise freigegeben werden.

Die neuen Veichstagsobgeordneten.

Berlin, 25. April. (DNB.) Als v o l k s d e u t - scheBertreterdesProtektoratesBöh- men und Mähren wurden auf Vorschlag des Fraktionsführers der NSDAP., Reichsleiter Dr. Frick, folgende Männer in den Großdeutschen Reichstag berufen: 1. Ernst Kundt, Prag; 2. ff* Sturmbannführer Dr. Meckel, Prag; 3. Kommis­sarischer Kreisleiter in Jglau Dr. S i e g e l; 4. Kreis­leiter Ingenieur Foltar, Brünn; 5. Kommissa­rischer Kreisleiter W e st e n , Budweis. Ihre Be­rufung soll durch eine spätere Wahl ihre Bestättgung erhalten. Aus dem deutschen Memelgebiet wurden berufen: 1. ^-Oberführer Dr. N e u m a n n, Memel-Mellneraggen; 2. SA.-Sturmbannführer Dr. B e r t u l e i t, Memel. Die Wahl im Memelland er­übrigt sich, nachdem die Memelländer erst am 11. De­zember 1938 ihre Stimme abgegeben haben.

Kleine politische Nachrichten.

NSG. Am Freitag, 5. Mai, wird d i e G a u - bräute - und Gauheimmütterschule des Deutschen Frauenwerkes in Weilburg (Lahn) auf dem Webersberg durch Gauleiter und Reichs­statthalter Sprenger einaeweiht. Die neue Schule ist die erste dieser Art im Gau Hessen- Nassau und dient der Vorbereitung der Bräute von Angehörigen der Partei und ihrer Gliederungen für ihre künftigen Aufgaben als Frau und Mutter. Darüber hinaus wird sie als Gauheimmütterschule vielen Müttern unseres Gaues Erholung und Ent­spannung bieten.

NSG. Für das Geschenkter S A.- G r u p p e H e s° s e n zum 50. Geburtstage des Führers hat der Führer mit folgendem Telegramm an den Führer der SA-Gruppe Hessen, Obergruppenführer Beckerle, gedankt:Nehmen Sie für die Freude, die Sie mir mit Ihrer Aufmerksamkeit anläßlich meines Geburts­tages bereitet haben, meinen herzlichen Dank ent­gegen. Adolf Hitler."

Dem Chef der Technischen Nothilfe, ^-Gruppenführer W e i n r e i ch , wurden aus An­laß der 5. Wiederkehr des Tages seiner Ernennung zum Chef der Technischen Nothilfe neben zahlreichen Glückwünschen aus Kreisen der Partei, der Gliede­rungen und Verbände vom Reichsminister des In­neren, Dr. Frick, und dem Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei, Himmler, Glückwünsche über­sandt.

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Die türkische Regierung hat mit der Deut­schen Lufthansa eine Vereinbarung über die Eröff­nung eines Flugdienstes zwischen Deutschland und der Türkei getroffen. Mit der Aufnahme des

Luftverkehrs zwischen Berlin und Istanbul ist schon in nächster Zukunft zu rechnen.

In Berlin ist eine litauische Delegation ein­getroffen, um mit der deutschen Regierung die deutsch-litauischen Wirtschaftsbezie­hungen zu erörtern. Die Verhandlungen über die Einrichtung eines litauischen Freihafens in Memel werden gleichfalls ausgenommen werden.

Der französische Botschafter Coulondre hat am Dienstagabend Paris mit dem Nordexpreß ver­lassen, um seinen Berliner Posten wieder zu über­nehmen.

In Paris wurde ein Vertrag zwischen dem Deut­schen Reich und Frankreich über das Stauwerk bei Kembs am Rhein unterzeichnet. Der Vertrag regelt die Festlegung der Grenze und die Ausübung der Hoheitsrechte in Zusammenhang mit dem Betrieb des Stauwehres.

In ganz Spanien wurde heute ein Appell an die Bevölkerung veröffentlicht, in dem zur Spende von Gold und goldenen Schmucksachen für den nationalen Staat auf­gefordert wird. Diese Spende in der Stunde des Triumphes, so heißt es, sei notwendig für das Wiederaufbauwerk und zwar als Er­satz für die ungeheuerlichen Diebstähle der Roten.

Kunst und Wissenschaft.

Olympia der Kunst -1940.

Die Ausschreibung für Kun st Wettbewerbe der Olympischen Spiele 1940 in Helsinki ist jetzt erschienen. Es sind folgende Kunstwettbe­werbe vorgesehen: I. Baukunst: a) Städtebau­liche Entwürfe; b) Architektonische Entwürfe; II. Malerei und Graphik: a)Gemälde in jeder Technik (Oel, Aquarell, Pastell, Fresko usw.) b) Zeichnungen und graphische Erzeuanisse (Holz­schnitte, Kupfersttche, Aetzungen, Lithographien); c) Gebrauchsgraphik (Marken, Siegel, Plakate, Ur­kunden, Diplome); III. Bildhauerei: a) Rund­plastiken; b) Reliefs; c) Plaketten und Medaillen; IV. Literatur: a) Lyrische Werke (Hymnen, Kantaten, Oden, Balladen, lyrische Prosa, Essays, Lieder); b) Dramatische Werke (Komödien, Tragö­dien, Librettos, Schwänke, Hörschpiele, Freiluft­spiele, Dialoge); c) Epische Werke (Novellen, Ro­mane, Erzählungen, Epos); V. Musik: a) Ge­sangskompositionen mit oder ohne Begleitung; b) Kompositionen für ein oder mehrere Instrumente; c) Kompositionen für Orchester.

AusstellungLebendige Vorzeit".

NSG. Im Hessischen Landesmuseum in Darm­stadt wurde die Reichsaus st ellungLeben­dige Vorzeit" durch den Gauwalter des NS.- Lehrerbundes, Ministerialrat Ringshausen, er­öffnet. Dozent Dr. Stemmermann (Karls­ruhe) gab ein Bild des Kampfes, den die Dor­geschichtsforschung um ihre Anerkennung gegen die alte Wissenschaft zu führen hatte. Nach ihrer nun errungenen Anerkennung trete die Vorgeschichts- forschüng in die zweite Phase ihrer Arbeit, die darin bestehe, den Vorgeschichtsgedanken in den breitesten Schichten unseres Volkes zu verwurzeln. Ministerialrat Ringshausen ging auf die hohen kulturellen Werte unserer Vorgeschichte ein. Die Ausstellung entlarve die Lüge, unsere Ahnen seien Barbaren gewesen, mit der man uns den Stolz und die Ehre habe nehmen wollen. Die Ausstellung sei hervorragend geeignet, den Stolz aus unsere Vorfahren zu wecken, die eine hohe Kultur entwickelt batten. Die Ausstellung vermittelt ein großartiges Bild ältester germanischer und deutscher Kultur, die an den Hausbauten, den Geräten, Waffen usw. zu erkennen ist.

Das Deutsche Volksbildungswerk während der Gaukulturwoche.

NSG. Im Rahmen der Gaukulturwoche wird das Deutsche Volksbildungswerk

in fast allen Kreisen unseres Gaues Feierstunden deutscher Meister gestalten, die in den Dolksbildungs- stätten, in Betrieben und auch in kleinen Dörfern stattfinden. Es werden besonders gewürdigt: Her­mann Löns, Albrecht Dürer, die Brüder Grimm, Freiherr vom Stein, Ulrich von Hutten. Als Gau- veranstaltung wird am 8. Mai im Frankfurter Rö­mer die FeierstundeBrüder Grimm" durchgeführt werden. Professor Dr. E. Geißler (Erlangen) spricht über das ThemaSprachpflege als Rassen­pflicht".

Internationales Musikfest in Frankfurt.

Vom 15. bis 24. Juni ffndet in Frankfurt a. M. das Internationale Musikfest desStän­digen Rates für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten" statt. Das letzte Internationale Musikfest wurde im vergangenen Jahr in Brüssel abgehalten. Das Musikfest in Frankfurt verspricht das größte internationale Musikfest zu werden, das bisher abgehalten' wurde. Die Gesamtleitung hat Generalintendant Meißner von den Städtischen Bühnen, die musikalische Leitung ist dem Musik­direktor der Stadt Frankfurt, Franz K o n w i t s ch - ni, übertragen worden. Die hervorragendsten Ver­treter des musikalischen Lebens von 19 europäischen Nationen werden erwartet.

Reichsarboretum in Frankfurt und Köln.

Die Gesellschaft Reichsarboretum, die auf Anregung des Reichsforstmeisters Hermann G ö - ring gegründet wurde, hat ihren Sitz in Frank­furt am Main, wo am 1. April ein eigenes Ver­waltungshaus eröffnet wurde. Präsident der Ge­sellschaft ist Ministerialdirigent Eberts, Vize­präsident ist der Leiter der Deutschen Dendrolo- gischen Gesellschaft, Rittmeister a. D. von Schroe - ter. Das Reichsarboretum wird aus zwei Haupt­anlagen in Frankfurt und Köln und mehreren Teilanlagen bestehen. Die Hauptanlage wird nach pflanzengeographischen Gesichtspunkten angelegt, die Hauptanlage in Köln wird systematisch bepftanzt. Mit der Bepflanzung der Hauptanlagen wird sofort begonnen. Teilanlagen, die vor allem Forschungs­zwecken dienen sollen, werden in Karlsruhe, Frei­burg, Bremen und anderen Städten angelegt. Die Gesellschaft wird alle mit der Gehölzkunde zusam­menhängenden Forschungsergebnisse, Büchereien, Holz- und Bildersammlungen einheitlich katalogi­sieren und für ihre Erhaltung sorgen. Eine Zeit­schrift wird über die Arbeiten berichten. Die erste Mitgliederversammlung findet vom 25. bis 27. April

1 in Frankfurt statt.

Aus aller Welt.

Oeffnung des Eginhard-Sarkophags in Seligenstadt.

In Seligenstadt wurde auf Veranlassung der staatlichen Denkmalspflege in der Einhardsbasilika der Marmorsarkophag, der die Gebeine Egin­hards enthält, geöffnet. Eginhard war der Ge­schichtsschreiber und Bevollmächtigte Karls des Gro­ßen für das Maingebiet, auf dessen Betreiben neben anderen bedeutsamen Bauwerken der karolingischen Zeit vor allem die heute im wesentlichen noch er­haltene Einhardbasilika in Seligenstadt er­richtet wurde. Der Sarkophag stammt aus dem Jahre 1722 und wurde damals auf Bestellung des Abtes Franz I. in Flandern hergestellt. Ursprünglich befanden sich die Gebeine Eginhards in einem früh- gotischen Sarg, der 1722 nach Erbach im Odenwald in das dortige Museum gelangte. Der Marmor­sarkophag, der 70 Zentimeter tiefer gelegt wird, um eine offene Gruft zu schaffen, enthält in zwei

kleinen schwarzen .Tuchsäckchen die Gebeine Egin­hards.

Die Vorarbeiten

zumlag des deutschen Handwerks".

DerTag des deutschen Handwerks 1939" findet vorn 19. bis 21. Mai in Frankfurt am Main statt und wird durch die Verkündung der Reichs- sieger aus dem Handwerkerwettkampf durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eingeleitet. Neben Fach- und Arbeitstagungen steht eine Kundgebung mit Reichswirffchastsmini'ster Dr. F un k und Reichs­organisationsleiter Dr. Ley in der Festhalle am Sonntag, 21. Mai. In diesem Jahre finden auch zum ersten Male eine wissenschaftliche und eine Kulturtagung des Handwerks statt, auf denen be­triebswirtschaftliche Fragen und die ideelle Seite des Handwerks herausgestellt werden. Nach Frank­furt sind 6000 Gausieger-Werkstücke zum Reichsent­

Oer Verkehr muß kühn sein!

Auf dem Wege zur ZVA. in Köln 1940.

Wer die diesjährige Architektur-Ausstellung in München besuchen konnte und staunend Modell auf Modell der Bauten des Dritten Reiches betrachten durfte, der hat auch die zukünftige Anlage des Berliner Zentralflughafens gesehen. Ein Teil dessen, was hier verkleinert steht, ist nun in Berlin schon Wirklichkeit geworden. Der Flug­hafen ist zu einem wesentlichen Teil fertiggestellt. Nichts vermag uns den großartigen Aufschwung des Verkehrs deutlicher bor Augen zu führen als dieses großzügige Bauwerk. Die Deutsche Lufthansa zog vor zwanzig Jahren erst von hier aus das erste Fädchen zu einem Netz von Flugoerkehrsverbindun- gen, das heute das dichteste der Welt ist. Und sie machte nicht Halt an unseren Grenzen und ist überall zu Hause, überfliegt Wälder und Felder, Städte und Dörfer, Ströme und Flüsse und macht nicht kehrt an den Gestaden der Weltmeere, sondern überkreuzt sie regelmäßig und mit der Sicherheit von Ozeanriesen aus Eisen und Stahl.

Jules Verne und die Zeppelin-Reederei

Mir fällt ein Buch in die Hände, das im Jahre 1873 erschien, beträchtliches Aufsehen erregte und bald in alle Kultursprachen übersetzt wurde. Sein Verfasser ist der französische Schriftsteller Jules Derne.Die Reise um die Welt in 80 Tagen" ist der Titel des Buches, und er verrät uns, daß hier von einem Menschen die Rede ist, der in der Rekordzeit von 80 Tagen um die Erd­kugel herumkam. Alter Jules Derne, was wür­dest du heute für Augen machen! ... Was würdest du sagen, wenn man dir in der Deutschen Zeppelin- Reederei in Berlin, Unter den Linden, einen Pro­spekt in die Hand drückte und dir sagte:Sie kön­nen morgen vom Weltflughafen in Frankfurt nm Main nach Südamerika starten. Ach so, Sie wollen am Sonntag in acht Tagen wieder in Berlin ober in Paris fein? Das können Sie ja sehr bequem schaffen!" -9Alter Jules Derne, du wärest bestimmt abergläubig geworden,.«

Vom IS-kin-Tempo Glephensons zum Fliegenden Kölner.

Als am 27. September 1825 zum erstenmal ein mit Personen besetzter Eisenbahnzug verkehrte, als die Strecke StocktonDarlington eröffnet wurde, brauchte er für die etwa 15 Kilometer lange Strecke 6 5 Minuten. Das war immerhin ein Weltrekord. Was aber würde der geniale Erfinder George Stephenfon sagen, wenn er heute in einem dieselelektrischen Schelltrieb- n> a g e n fahren könnte, der eine Spitzengeschwin­digkeit von 2 00 Stundenkilometer erreicht? Unb was würbe dazu bas Medizinalkollegium zu München sagen, das sich sehr energisch gegen die eqte deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth aussprach, weil die Reisenden von ber ungeheuren Geschwindigkeit Kopfschmerzen und Schwinbel be­kommen müßten, unb weil bie so rasch am Auge Dorüberfliegenben Bäume auf das Sehvermögen schäbigenb wirkten.

Nun, die Bahn wurde trotz solcher Bedenken am I - c<mm^er 1835 eröffnet, und schwindlig wurde kein Mensch; wohl aber wären sie allesamt schwind- hg geworden, hätte man ihnen damals glaubwür- big versichern können, daß nicht viel mehr als hun­dert Jahre später ein Heinkel-Flugzeug den Ge­schwindigkeit srekord mit 634 km/st palten würde. Ja, sie hätten wohl an unserem Ver- ftanbe gezweifelt, hätten wir ihnen sagen können, ein geschlossenes Eisenbahnnetz über Lander und Kontinente legen würde, daß man von Lissabon bis Wladiwostok auf dem Schienen- Iroege gelangen könnte Hätte man unseren Groß­eltern einmal unser letztes Kursbuch ber Deutschen Reichsbahn vorlegen können... Sicher hätten sie gestaunt. Aber, staunt ihr denn heute nicht auch? Sind wir denn nicht auch immer wieder überrascht, wenn sagen mir einmal Carracciola mit einem Mercedes-Rennwagen auf 432.7 km/st kam?

Auf dem Wasserwege quer durch den Kontinent.

Der Verkehr muß kühn sein. Und dennoch bewegt uns seine Kühnheit immer wieder aufs neue. Oder ist es alltäglich und uninteressant, wie Flüsse und Ströme durch Kanäle zusammenwachsen, wie Schiffshebewerke und Schleusen enfftehen, bis eines Tages ein System von Binnenwasserstraßen ent­standen sein wird, das es ermöglicht, von ber Elb- münbung durch Mitteleuropa hindurch das Schwarze Meer zu erreichen? Und ist es nicht auch erstaunlich, daß jedes Reisebüro zum Beispiel folgende Frage in wenigen Sekunden beantworten kann:Wie kommt man am schnellsten von Sydney über Broken Hill nach Adelaide?" Für den, der es nicht wissen sollte: Diese Städte liegen in Australien. Aber in wenigen Augenblicken haben wir den Bescheid, daß man mit der West Australian Airways Ltd. dienstags und freitags um 8 Uhr in Sydney startet, um 13.30 Uhr in Broken Hill ist, baß von hier ber Flug um 14.30 Uhr weitergeht unb baß die Maschine um 17 Uhr auf dem Rollfeld von Adelaide landet. Wollen Sie außerdem noch wissey, wann Sie zurück­fliegen können, was es kostet und welcher Flug­zeugtyp Verwendung findet? Nein? Das ist schade, denn der Reisebüroangestellte hätte Ihnen außerdem noch gesagt, daß auf dieser Strecke Kinder bis zu 3 Jahren umsonst, Kinder bis zu 14 Jahren mit 50 Prozent Fahrpreisermäßigung befördert wer­den. Ist das erstaunlich? Jur Sie wahrscheinlich sehr; für den Reisebürofachmann gar nicht. Er schaut im Welt-Luftkursbuch nach, so wie Sie im Duden, wenn Sie wissen wollen, wie man bas Wort Meerrettich schreibt.

Hören die Autobahnen

an den deutschen Grenzen auf?

Der Verkehr muß kühn sein. Dem Netz ber Eisen­bahnen unb Flugverbindungen, ber Schiffahrts­gesellschaften, bie die Meere unb Ströme und Kanäle befahren, folgt bie Autostraße. Der Gebaute Adolf Hitlers eine Reichsautobahn zu schaffen, hat in Deuffchlanb bi e fchönsten Straßen ber Welt entstehen lassen. Was wir heute als selbst­verständlich hinnehmes, was hätten wir dazu vor

scheid gebracht worden. 104 Berufsgruppen mit 242 Leistungsklassen mußten gewertet werden. In Frank­furt wurden 211 Reichsbeste ermittelt. Sie nehmen nun in Köln am Reichsentscheid des allgemeinen Berufswettkampfes teil. Die Reichsbesten haben noch einmal weltanschauliche unb berufskundliche Fragen zu beantworten. Nach bieser Prüfung wer­ben endgültig bie Reichssieger festgestellt Es werden in diesem Jahre etwa doppelt so viel herausgestellt wie im vergangenen Jahr. Die Reichssieger werden am 1. Mai dem Führer vor­gestellt werden. Die Gaue Sachsen unb Württem­berg haben je 20 Reichsbeste gestellt, es folgen bann München-Oberbayern unb Berlin mit je 14 Reichs­besten, ber Gau Schlesien mit 10, Franken mit 9, Köln, Süd-Hannover-Braunschweig unb Wien mit je 8, Düsseldorf mit 7 unb ber Gau Hessen- Nassau mitx 6 Reichsbesten. Die Steiermark stellte 4 unb das Sudetenlanb 2 Reichsbeste. Die Gaue Düsseldorf 7, Schwaben 6, Baden, Essen, Koblenz, Thüringen, Westfalen und Hamburg 5.

Ergebnisse der Europäischen Rundfunktagung in Montreux.

Der 1933 abgeschlossene Europäische Rundfunk- üertrag, durch den die gegenwärtige Wellenvertei­lung für den europäischen Rundfunk festgelegt wor­den ist, erlischt bestimmungsgemäß mit dem Inkraft­treten der Beschlüsse der Weltnachrichtentagung von Kairo (1938). Es war daher notwendig, rechtzeitig den Abschluß eines neuen europäischen Rundfunk­vertrages vorzusehen. Nach den Beschlüssen der Europäischen Rundfunktaguna in Mon­treux tritt die neue Wellenverteilung für den europäischen Rundfunk am 4. März 1940 in Kraft. Das Bestreben der Tagung von Montreux war es, die ungünstigen Verhältnisse im Lang­wellenband zu verbessern. Die deutschen Rundfunk­sender haben dabei einige Wellenänderungen er­fahren. Die wieder mit dem Reich vereinigten deut­schen Gebiete (Saarland, Ostmark, Sudetenland, Memelgebiet) sind bei der Wellenzuteilung gebüh­rend berücksichtigt worden. Der Deutschlandsender bleibt mit einer kleinen Verbesserung der Welle an seiner Stelle liegen.

Robert Ley" nach Teneriffa unterwegs.

Am Dienstagmittag verließ das KdF.-Flotten- flaggschiffRobert Ley" Funchal (Madeira) mit Kurs auf Teneriffa. Arn Montagabend waren die Spitzen der Behörden und die deutsche Kolonie Funchals auf dem größten deutschen Urlauberschiff zu Gast gewesen. Hauptamtsstellenleiter Dr. Trefz hatte die Gäste begrüßt, ber Vertreter des zur Zeit in Lissabon weilenden Gouverneurs von Madeira hatte für den herzlichen Empfang gedankt. An den offiziellen Teil der Veranstaltung hatte sich ein Bunter Abend angeschlossen.

Rumänischer Tankzug in die Luft geflogen.

Auf dem Bukarester Vorstadtbahnhof Silaret stieß ein Tankzug, der Erdöl nach Bukarest beförderte, mit einer Rangierlokomotive zusammen. Die sieben Wagen des Tankzuges fingen sofort Feuer und flogen unter schweren Detonationen in die Luft. In wenigen Minuten glich ber Bahnhof einem Flam­menmeer. Die Feuerwehr mußte sich bar auf be­schränken, ein Uebergreifen des Feuers auf die in Silaret befindlichen Industriebetriebe zu verhindern, in denen leicht brennbare Rohstoffe lagern. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Personen wur­den nicht verletzt.

Elf Menschen in der Donau ertrunken.

Auf ber Donau bei Ismail in Rumänien ereig­neten sich zwei schwere Unglücksfälle. Ein Boot mit 18 Insassen kenterte bei hohem Wellengang. Sieben Personen ertranken. Kurz darauf kippte ein zweites Boot mit vier Insassen um. Auch diese vier Personen fanden den T o d in den Wellen..

Feuer vernichtet wertvollen Baumbestand.

In der Nähe von Sahaburg am Hahnenberg bei Hofgeismar brach ein Waldbrand aus. Trotz energischen Einsatzes der Bewohner der umliegen­den Ortschaften und des Militärs aus Hofgeismar fielen doch 24 Morgen Schonung dem Feuer zum Opfer. Arbeiterinnen, die im Reinharbswald Kul­turarbeiten verrichten, hatten die Aufgabe, trockenes Reisig zu verbrennen. Die noch glühenden Haufen wurden vorschriftsmäßig mit Grasnarben zugedeckt. Der Wind muß dann einen brennenden Grasbüschel in einen Reisighaufen geschleudert und diesen in Brand gesetzt haben. Als die Arbeiterinnen das Feuer entdeckten, stand schon eine große Waldfläche in Flammen. Durch den bereitwilligen Einsatz aller Helfer konnte der Brand gelöscht werden.

zehn Jahren gesagt, wenn man uns damals in Stettin um 7 Uhr in der Frühe in ein Auto gesetzt hätte mit folgendem Auftrag:Ihr müßt heute abend in Salzburg sein, ohne auf eurem Wege eine einzige Stadt, ein einziges Dorf zu durch­queren!" Diese Straßen des Führers werden in wenigen Jahren ganz Deuffchlanb durchziehen. Wer­den sie an den Grenzen aufhören? Wir glauben es nicht. Schon interessieren sich die Derkehrsfach- leute der ganzen Welt für sie

Ein historischer Rückblick.

Der Verkehr muß kühn sein. Wer historischen Rückblick halten wollte, wer Wegen und Wand­lungen des Verkehrs nachginge, bei uns und bei anderen, der fände Kühnheit die Fülle und zu allen Zeiten. Sei es die Kühnheit, die an ein Projekt heranging, so wie Rom vor zwei Jahrtausenden Straßen baute, ober sei es bie Kühnheit im kleinen, bie nicht ahnen ließ, welche Folgen sie nach sich zog, so wie im Herbst bes Jahres 1887 eine Frau, Bertha Benz, mit ihren zwei Jungen, die Er- finbung ihres Mannes, von ber keiner etwas wissen wollte, aus bem Stall rollte unb nun bas erste Mal, daß überhaupt ein Automobil über Land fuhr die über hundert Kilometer lange -strecke Mann­heimPforzheim zurücklegte. Der Verkehr war kühn von Anbeginn bis zu dem genialen Baumeister, ber vor sechs Jahren ben Auftrag gab:Deutsche Arbeiter, fanget an!"

Im nächsten Jahre finbet in Köln die Inter­nationale Verkehrsausstellung statt. Sie wird uns zurückblicken lassen. Sie wird uns aber auch einen großzügigen peberblick geben über den Stand und die Aufgaben des Verkehrswesens der Gegenwart und darüber hinaus Probleme zu­künftiger Verkehrsgestaltung aufzeigen. Nichts be­stimmt die Organisation einer Volkswirtschaft stärker als ihr Verkehr. Das ist ein Gebiet von höchster technischer und wirtschaftlicher Aktualität, ein Gebiet, dessen dynamische Entwicklung keinen Stillstand kennt und das einen Aufgabenkreis erschließt, der über das technische und rein verkehrsmäßige Gebiet hinaus auch Fragen raumpolitischer, wirffchafts- organisatorischer und kultureller Art umfaßt, ein Gebiet, bas national wie international von gleich großer weittragender Bedeutung ist. Edi.