Ausgabe 
26.4.1939
 
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Simons neues Steuerbukett zur Finanzierung der englischen Mstungsausgaben.

kens mit dem Staat dokumentierte, wurde RiHolf Heß zur Gewährleistung engster Zusammenarbeit der Partei mit allen Stellen des Staates Reichs- m i n i st e r und damit Mitglied der Reichsregie- rung. Mit der gleichen Einsatzbereitschaft wie in der Kampfzeit widmete sich Rudolf Heß dem ihm vom Führer anvertrauten höchst verantwortungsvollen Aufgabenbereich. Seine Dienststelle wurde zum wichtigsten Bindeglied zwischen dem Staatsapparat auf der einen Seite und dem von der Partei ver­körperten und vertretenen Volkswillen auf der an­deren Seite. Seine nimmermüde Arbeitskraft ver­mochte es, die Vielzahl der ihm vom Führer über­tragenen Aufgaben in vorbildlicher Weise zu er­füllen.

Die Tatsache, daß gerade nach der Machtüber­nahme der Zustrom zur Partei außerordentlich stark wurde, stellte an den gesamten Apparat der Partei die schärfsten Anforderungen. Es galt, die nach Millionen zählende neue Anhängerschaft sinn- und zweckentsprechend in die Partei einzugliedern, es galt, nun auch im Laufe der Zeit aus den Reihen der neuen Parteigenossen eine Auswahl derer zu trcfftn, die ^eignet waren, in längerer oder kür­zerer Frist aktiv in Führerstellungen eingesetzt zu werden.

Reben der verantwortungsvollen Arbeit, im Be­reich der Partei obliegs dem Stellvertreter des Füh­rers eine entscheidende Mitwirkung bei zahlreichen Staatsgeschäften. Auf Anordnung des Führers ist er bei der Gesetzesgestaltung der verschiedenen Reichsbehörden maßgebend beteiligt. Alle Reichs- gcsetze und sämtliche Verordnungs-- und Durchfüh­rungsbestimmungen liegen ihm, ehe sie verkündet werden, zur Begutachtung und Stellungnahme vor. Eine entscheidende Mitwirkung fällt ihm ferner bei der personellen Besetzung der Reichsbehörden zu. Darüber hinaus widmet sich der Stellvertreter des Führers maßgeblich auch dem -großen Aufgaben­gebiet der Betreuung der Ausländsdeutschen. All­jährlich lauschen Hunderttausende von Ausländs­deutschen seiner über die Sender in alle Welt über­tragenen Weihnochtsbotschaft.

Für sein vielseitiges Aufgabengebiet steht dem Stellvertreter des Führers ein reichgegliederter Stob zur Seite, der unter anderem umfaßt: den Stabsleiter und den engeren Stab, Sachbearbeiter für innere Parteiangelegenheiten, für staatsrecht­liche Fragen, für Kunst- sind Kulturfragen, für alle Fragen der Volksgesundheit, für praktische und tech­nische Fragen, für Fragen der Arbeitsbeschaffung, Finanz- und Steuerpolitik, für Schulfragen und für alle Parteiangelegenheiten. Weiter sind zu nennen der Leiter der Auslandsorganisation, der Beauf­tragte für außenpolitische Fragen, für Fragen der Technik und ihrer Organisation, für alle Hochschul- ongelegenheiten, für den Neubau des Reiches, für Bauwesen, die parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums usw. Schon die Aufzählung dieser verschiedenen Aufgabengebiete läßt die vielseitige Arbeit, die der Stellvertreter des Führers zu leisten hat, deutlich erkennen.

Rudolf Heß ist immer der schlichte und beschei­dene Mitarbeiter des Führers geblieben. Er, den jemand einmaldas Gewissen der Partei" genannt hat, hat in den sechs Jahren seines hohen 11 nb verantwortungsvollen Amtes als Stellvertreter des Führers auf entscheidendem Posten an allen großen Geschehnissen in dieser Zeit mitgewirkt. Dieser Nationalsozialist, dem heute das gesamte Führerkorps der NSDAP, untersteht, erfreut sich in allen Kreisen des deutschen Volkes aufrichtigster und herzlichster Wertschätzung. Möge Rudolf Heß noch viele Jahre und Jahrzehnte als treuer Mit­arbeiter Adolf Hitlers weiter so zum Wohl von Vosk und Bewegung tätig sein, wie in den fast zwei Jahrzehnten, da er in der vordersten Front der Bewegung stand. D. S.

Bernhard Köhler gestorben.

Berlin, 25. April. (DNB.) In der Nacht zum Dienstag ist der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, nach kurzer, schwerer Krankheit im 56. Lebensjahre verschieden. Sein Tod bedeutet für die Partei und die deutsche Volkswirtschaft einen schweren Verlust. Die Kommission für Wirtschafts­politik bildet gewissermaßen den wirtschaftspolitischen Stab bei der Reichsleitung der NSDAP. In Bern­hard Köhler, der 1933 mit der Leitung betraut wurde, besaß sie sowohl einen kenntnisreichen Fach­mann, wie auch einen bewährten Anhänger des Führers. Köhler stammt aus einer Sahchurger Familie, die später in Oberfranken gewerblich tätig war, er selbst ist 1882 in Greiz geboren. Er stand als Offizier im Felde, bald nach Gründung der NSDAP, wurde er deren Mitglied, 1920 war er Schriftleiter beim Völkischen Beobachter. Seit 1931 l)nt Bernhard Köhler an einem grundlegenden Pro­gramm für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit mit­gearbeitet. Unter feiner Leitung hat noch der Macht­ergreifung die Kommission für Wirtschaftspolstil eine bahnbrechende Tätigkeit zur Vertiefung natio- nalsozialiitsscher Gedanken in der Wirtschaft ent­faltet.

Generaloberst von Rundstedt, Ehef desLnfanterie-Rqis 18

Bielefeld, 25. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Generaloberst von Rundstedt zum Chef des Infan­terie-Regiments 18 ernannt. Zur' Uebergabe war das Jnf.-Rgt. 18 in der Nähe v o n Biele­feld zu einer Ehrenparade angetreten. Der Ober­befehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Brau» chitsch, verwies darauf, daß das Jnf.-Rgt. 18 die stolze Tradition zweier hervorragender Regimenter der alten Armee fortsetze. Von einzelnen Waffen- taten dieser Regimenter hob er hervor, daß zwei Kompanien des ehemaligen 7 lothringischen Inf Rgts. 158 am 2. 6. 1916 das Fort Daux der Festung Verdun unter Führung des Leutnants Rackow er­stürmten. Aber auch das Jnf.-Rgt. 18 selbst habe stch in der Zeit seines Bestehens schon eine eigene Tradition entwickelt, es gehöre zu den Stammregi­mentern des ehemaligen deutschen Hunderttausend- monnheeres

Generaloberst v. R u n d st e d t gedachte der Toten des Regiments und schloß:Wir Soldaten wollen stets dessen eingedenk sein, daß gerade wir unse­rem Führer schlechthin alles zu ver­danken haben und daß es daher unsere heilige Pflicht ist, freudig Blutund Leben einzu­setzen. wenn der Führer und Oberste Befehls­haber der Wehrmacht sich in Zeiten der Not und Gefahr des Vaterlandes gezwungen sehen sollte, zu den Waffen zu greifen."

Der finnische Kultusminister besuchte Berliner Schulen.

Der finnische Kultusminister H a n n u l o , der aus Einladung von Reichserziehungsminister Rust in

abs. London, 25. April.

Die mit Spannung erwartete Haushaltsrede des Schatzkanzlers Sir John Simon brachte n e u c direkte und indirekte Steuern, die nach Simons Erklärung von allen Beoölkerungsteilen zur Deckung der erhöhten Rüstungs­ausgaben erhoben werden sollen. Der Normal­satz der E i n k o m m e n st e u e r wird nicht erhöht, dagegen ein Z u s ch l a g von weiteren 5 Prozent auf Einkommen zwischen zwei- und achttausend Pfund und von weiteren 10 Prozent auf Einkommen über 8000 Pfund erhoben. Erhöht wird ferner die Kraftwagensteuer für Privatkraftwagen von 15 .auf 25 Schilling je <5teuer--PS (entspricht 2- Steuer-?8. nach früherer deutscher Kraftfahrzeug­steuer). Die Grundabgabe auf Tabak wird auf 11 Schilling 6 Pence je Pfund ab 26. April erhöht, die Z u ck e r st e u e r um einen Farthing pro Pfund; eine Verbrauchsabgabe wird auf Filme und Platten englischer Herstellung gelegt. Diese Steuerveränderungen sollen eine Million Pfund pro Jahr ergeben. Gewisse Steuererleich­terungen sind vorgesehen und betreffen die Ermäßi­gung der Vergnügungssteuer und die Aufhebung der medizinischen Stempelabgaben.

Der Schatzkanzler betonte, daß die gesamte Finanz- aebarung von dem Rüstungsprogramm be­herrscht werde. Das Steueraufkommen in Höhe von 927 250 000 Pfund sei um 17,5 Millionen Pfund hinter dem Voranschlag zurückgeblieben, be­trage aber 25 Millionen Pfund mehr als im Vor­jahr. Der Ertrag der nationalen Wehrab­gabe liege mit 22 Millionen Pfund um 2 Mil­lionen Pfund höher als veranschlagt. Drei Millionen

Pfund hätten unvorhergesehen für die Unter» drückungder Unruhen in Palästina auf» gewendet werden müssen. Die nationale Schuld sei um 826 Millionen Pfund gestiegen, worunter auch Kredite an die Türkei und die Tscheche! in Höhe von 10,25 Millionen Pfund fallen. Der Voranschlag für die staatliche Verwaltung einschließlich der Wehr­macht liege um 3 Millionen Pfund niedriger als im Vorjahr, da ein großer Prozentsatz der- stungsausgaben auf dem Anleihewege gedeckt wer­den. Aus dem Steueraufkommen müßten die Staats­ausgaben in Höhe von 922,44 Millionen Pfund aufgebracht werden. Die Gesamtstaatseinnuhme für 1939/40 aus Steuern und Zöllen, auf die der Schatz­kanzler im einzelnen ein ging, werde auf der bis­herigen Grundlage mit 918 Millionen Pfund ver­anschlagt (914 Millionen Pfund). Sir John Simon kündigte dann an, daß die Ausgaben für die Lan­desverteidigung statt wie vorgesehen 580 Millionen Pfund 630 Millionen Pfund betragen würden, zu­mal d i e Territorial-Armee verdoppelt werden soll. Auch diese Zahlen könnten sich noch erhöhen.

Zur Verteilung der 50 Millionen Pfund Zwi­schen-Steueraufkommen und Anlei­hen äußerte sich der Schatzkanzler dahin, er halte die Aufbringung allein auf dem Anleiheweg nicht für gerechtfertigt, da cs eine Grenze des Borgge­schäftes gebe. Er schlug deshalb vor, von den 50 Millionen Pfund Rüstungsmehrausgaben 20 Millio­nen Pfund mehr aus Steuermitteln aufzu- bringen, womit der ordentliche Haushalt auf 942 Millionen Pfund steigt.

Hauptsache gegen öie Besteuerung der Kraftwagen. Die Automobilsteuer wird von demDaily Telegraph" alsfragwürdig" bezeich­net. DieDaily Mail" schreibt:Das ist ein hef­tiger Schlag nicht nur für die Waaenbesitzer, sondern auch für die englische Kraftwagen-Industrie. Dadurch werden die Verkäufe gedrosselt und der Exporthandel im englischen Wagen wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Wieder einmal wird Amerika diejenigen Ueberfeemärfte, in denen wir Absatz hatten, mit seinen Wagen überschwemmen."News Chronicle" befürchtet einen Rückgang der Ausfuhr durch die Besteuerung der hochpferdigen Wagen, die im Aus­land bevorzugt gekauft würden.

Auf der arbeiterparteilichen Seite läuft derDaily Herold" Sturm gegen d i e Tabak- und Zuckerversteuerung; beide seien überaus be­deutsam im Ausgabenetat jeder Familie mit schma­lem Einkommen. Das Blatt hegt Zweifel, ab es ge­lingen werde, die großen Steuerhinterzieher zu fas­sen, deren Machenschaften Schatzkanzler Sir Jahn Simon einen Riegel vorzuschieben versprach, da sie von den teuersten und besten Anwälten beraten würden. Das Blatt möchte eine echte Besteue­rung des Reichtums sehen und nicht eine un­gleiche Verteilung der notwendig gewordenen Lasten. Der konservativeDaily Telegraph" sagt:Es ist ein wenig unliebsam, daß der Kanzler uns nicht sagt, inwieweit er zu der bisher geltenden Idee steht, daß nur die außergewöhnlichen Derteidigungs- ausgaben über das Anleihekonto laufen, während die ständigen Ausgaben aus dem Steuer­aufkommen stammen müssen."

Gasencus Besuch in London.

Englische Kreise offenbar nicht befriedigt.

London, 26. April. (Europapreß.) Die Ver­handlungen der englischen Regierung mit dem ru­mänischen Außenminister Gafencu sind in der Hauptsache am Dienstag zum Abschluß gebracht worden. Am Mittwoch wird noch eine Zusammen­kunft stattfinden, nach der eine amtliche Mitteilung über die Besprechungen erwartet wird. Aus den Andeutungen der Presse wird offenbar, daß b e i weitem nicht solche Ergebnisse erzielt worden sind, wie man sie in London ursprünglich erhofft hatte. Es heißt lediglich, auf beiden Sei­ten feiein sehr günstiger Eindruck" ent­standen. Die Unterhaltungen zwischen Außenmini­ster Lord Halifax und Gafencu hättenzur Klä- rung der Lage ungewöhnlich beigetragen". Es werde von England jede Anstrengung unternom­men, Rumäniens Ausbau in materieller und wirt­schaftlicher Art zu unterstützen.

Seltsame Wirtschasts- grundsätze der LtSA.

Die Kritik, die im amerikanischen Volk selbst an der Politik des Präsidenten Roosevelt laut gewor­den ist, bezieht sich nicht nur auf die Politik im engeren Sinne, sondern auch auf die Wirt-' schaftspolitik, die vor einigen Wochen mit der Verhängung von Zollzufchlägen aegen eine Gruppe von deutschen Waren ihren sichtbaren Anfang nahm. Der ehe­malige Mitarbeiter Roosevelts, Johnson, be­zeichnet es als mit strenger Neutralität unverein­bar, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika wirtschaftliche Maßregelungen gegen ein Land vor­nehmen, das bereit und in der Lage ist, amerika­nische Erzeugnisse zu kaufen. Er will Zollzuschläge, wie fie das Bundesschatzamt gegen eine Reihe von deutschen Waren verfügt hat, nur im Kriege gelten lassen.

Dabei ist der Anlaß, aus dem die Zollzuschläge verhängt wurden, mehr als anderthalb Jahre alt. Die amerikanischen Interessenten haben mit still­schweigender Duldung der Washingtoner Regierung ein System ausgedacht und eingeführt, das prak­tisch auf einen Naturalaustausch hinaus­läuft. Auf Umwegen wurden ohne jede Devisenzah­lung deutsche Jndustriewaren gegen amerikanische Baumwolle und amerikanisches Kupfer getauscht. Der Außenminister des Präsidenten Roosevelt, Hüll, hat sich stets als Verfechter starrer Grund­sätze gezeigt. Er wollte unter keinen Umständen einen Naturalienaustausch anerkennen. Es muß da­her in Deutschland erstaunen und Empörung Her­vorrufen, wenn jetzt die Washingtoner Regierung Tauschgeschäften ausdrücklich z u ft i mmt, aller­dings Tauschgeschäften nicht mif Deutschland, son­dern mit Großbritannien und mit Frankreich. Bereits vor einigen Wochen wurde von jüdischer Seite ein Plan entworfen, demzufolge der britische und französische Wertpapierbesitz in den Vereinigten Staaten gegen amerikanische Lieferun­gen von Kriegsmaterial verrechnet werden sollte. Damit ist der Beweis geliefert, daß Amerika dem Naturalienaustausch nicht deshalb widerstrebt, weil es ihn für unvraktifch und zeitwidrig hält, sondern weil Deutschland dabei beteiligt ist.

Zu den wirtschaftspolitischen Vorwürfen, die von der Washingtoner Regierung gegen bas national­sozialistische Deutschland erhoben werden, gehört auch der, daß Deutschland sich auf Märkten einzu­nisten und auszubreiten suche, welche die natürliche Domäne der amerikanischen Union seien. Ein Mit­glied der deutschen Botschaft in Washington hat nun in einem Vortrag an der Universität Fordham an Hand ausführlicher statistischer Ziffern nachgewiesen, daß die Bemühungen Deutschlands um 'den süd­amerikanischen Markt keinen Einbruch in die Macht- und Interessensphären anderer Länder bar» stellen, sondern lediglich den Zweck verfolgen, ver­lorenes Terrain wiederzugewinnen. Vor dem Kriege nahm Deutschland im Südamerika­handel einen hervorragenden Platz ein; es wurde durch den Krieg und seine Nachwirkungen weit­gehend aus dem Geschäft verdrängt und hat erst in den letzten Jahren wieder erheblich auf­holen können. Der Vortrag hob hervor, daß sich Südamerika und Deutschland wirtschaftlich besser ergänzen als Südamerika und die Vereinigten Staaten, da die nordamerikanische Union für eine Reihe der wichtigsten Landesprodukte (Baumwolle und Weizen) keinen Bedarf hat, im Gegenteil den Versuch unternimmt, dem argentinischen Getreide

In englischen Wirtschaftskreisen wird das neue Steuerbukett Sir John Simons im allgemeinen mit Zustimmung aufgenommen. Man bezeichnet es in Anbetracht der Gesamtlage als wirtschaftsfreundlich. Es wird besonders begrüßt, daß eine allgemeine Einkommen st euer- erhöhung vermieden werden konnte, so daß die Kaufkraft der breiten Schichten nicht betroffen wird. Ferner herrscht Befriedigung darüber, daß eine weitere Sonderbelastung der Wirtschaft nach Art des nationalen Wehrbeitrages vermieden wor­den ist. Die starke Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer wird zwar vielfach bedauert. In unterrichteten Kreisen vermutet man dahinter nicht in erster Linie reine fiskalische Erwägungen, sondern die Absicht, die Abwanderung englischen Geldes durch Ankauf von großen amerika­nischen Wagen, die durch die Steuer besonders betroffen werden, a b z u b r e m s e n. Die Erhöhung

der zusätzlichen Einkommensteuer für hohe Ein­kommen (surtaxe) und der Erbschaftssteuer für große Nachlässe trifft die dünne Schicht der großen Einkommen und Vermögen sehr erheblich. Man sieht in Wirtschaftskreisen darin bereits einen erheblichen Schritt in Richtung auf die sogenannteWehr­pflicht des Reichtums", die aus inner­politischen Gründen als Voraussetzung für die Ein­führung einer allgemeinen Dienstpflicht angesehen wird. Der Präsident des britischen Jndüstriever- bandes, Peter Bennett, sprach sich gleichfalls mit gewissen Einschränkungey vorteilhaft über die Haushaltsoorschläge Sir John Simons aus und erklärte, man muffe ihm zustimmen, daß angesichts der unvermeidlichen Notwendigkeit von Steuer­erhöhungen der Schatzkanzler wahrscheinlich d i e am wenigsten schädliche Methode ge­wählt habe.

Die rechtsgerichteten Zeitungen wenden sich in der

Deutschland weilt, besuchte zwei Berliner Schulen. In der Paulsen-Oberschule für Jungen in Steglitz nahm er an Unterrichtsstunden in Deutsch, Englisch und Geschichte teil und besichtigte eine Zeichen-Aus­stellung. Die Spielschar der Schule trug ein kleines Händel-Konzert vor, Bläser und Trommler erfreuten die Gäste mit einem finnischen Marsch. Anschließend wohnte Kultusminister Hannula in der Karin- Göring-Oderschule für Mädchen in Lichterfelde dem Unterricht in Französisch, Biologie und Leibes­übungen bei. Nach dem Besuch des Werk- und

Kunst-Unterrichtes brachte die Spielschar der Schule ein Stück des jungen Mozart für Klavier und Zitherinstrumente zu Gehör, spielte Blockflöte, der gesamte Chor der Schule sang das Steuermannslied aus dem Fliegenden Holländer. Minister Hannula besichtigte ferner eine Ausstellung von Schüler- arbeiten im Rathaus Steglitz. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, empfing den Kultusminister. Am Mittag gab der Staats­sekretär im Auswärtigen Amt, von Weizsäcker, dem finnischen Gast ein Frühstück im Hotel Adlon.

Englands Ausrüstung zur See.

abs. London, 26. April.

Die britische Admiralität veröffentlicht Einzel­heiten über bas Schlachtschiff Prince of Wal e s ", das am 3. Mai durch die Schwester des Königs getauft werden wird. Das Schiff ist ein Schwesterschiff zu dem im Januar vorn Stapel ge­laufenen ,Mng George V." und hat eine Wasser­verdrängung von 35 000 Tonnen. Die Hauptbewaff- nung besteht aus zehn 35,6-cm-Gefchützen, die in drei Türmen untergebracht sind. Weiterhin verfügt das Schiff über sechzehn 14-cm-Geschütze in acht Türmen und eine größere Anzahl kleinerer Ge- chütze, die im wesentlichen für die Flugabwehr be- timmt sind. Das Schiff hat Getriebeturbinen und Oelfeuerung. Seine Geschwindigkeit wird mit 30 Knoten erheblich über der der bisher schnellsten englischen SchlachtschiffeNelson" undRodney" liegen, die 23 Seemeilen in der Stunde betrug, während die SchlachtkreuzerHood",Renown" undRepulse" bisher schon 30 Seemeilen in der Stunde laufen. Das Schiff wird mit Katapultvor­richtung zum Abflug der an Bord befindlichen Flug­zeuge ausgerüstet sein. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Schutz gegen Luftbomben und Minen gewidmet worden. Die Besatzung wird etwa 1500 Mann stark sein.

Der Marinesachverständige desDaily Tele­graph" gibt in feinem Blatt einen Ueberblick über das im Augenblick einer Beschleunigung unter» liegende gegenwärtige englische Flottenbau Pro­gramm Im Juni werden zwanzig neue G e» leit schisse von je neunhundert Tonnen auf Kiel

gelegt. Es handele sich hier um einen völlig neuen Typ, der einem Vorkriegszerstörer gleich­komme. In zwölf Monaten sollen die neuen Fahr­zeuge bei der Kriegsmarine Dienst tun. Beschleu­nigung wurde auch für die acht (von sechzehn) Z er­st ö r e r angeordnet, die unter der Bezeichnung ,.^"-Klasse im Bauprogramm zu finden sind und eine Raumverdrängung von achtzehnhundert Ton­nen haben werden. Nach einem Ueberblick über das Gesamtbauoorhaben erklärt das Blatt, monatlich erhalte die Flotte einen Zugang von achtzig neuen Geschützen, hauptsächlich vom Flak-Typ. Zur Bewaffnung von Handelsdampfern stünden in verschiedenen Häfen über zweitausend Geschütze montagebereit. In Kürze würden tausend Handelsdampser durch eine Deckversteifung zur Auf­nahme dieser Armierung bereit fein. Vor Ende des Jahres seien mehr als zehntausend Offi­ziere der Handelsmarine im Gebrauch dieser Ge­schütze ausgebildet. Seit März 1938 sei der Mannschaftsbestand der Flotte von 112 000 auf 133 000 gebracht worden. In den nächsten Wochen wird eine neue Zerstörerflottille aus acht Schiffen der Javelin-Klasse, zur Flotte stoßen kön­nen. Im Sommer sollen die übrigen acht Schiffe folgen. Sie haben alle eine Tonnage von nicht ganz siebzehnhundert Tonnen und sind mit sechs paar­weise angeordneten 4,7-Zoll-Geschützen (11,9 cm) sowie zehn Torpedorohrer ausgerüstet, die Ge­schwindigkeit wird mit 36 Knoten (67 Kilometer in der Stunde) angegeben.

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Gegen die Denlschenhehe in Südamerika

Die gleichen Brunnenvergifter wie 1914 om Werk.

Vuenos Aires, 25. April. (DNB.) Gegen die anhaltende antideutsche Greuelpropo» ga n d a wendet sich der Vorsitzende des Deutschen Bolksbundes in Argentinien, Dr. Roehmer m der ZeitschriftDer Bund". Zunächst wird dar­aus hingewiesen, daß der Deutsche Volks» v und, dem auch viele Argentinier angehören, sich wahrend seines 22jährigen Bestehens niemals u m p o 111 iJ d) e Dinge gekümmert und nur an der Festigung der Freundschaftsbande zwischen den beiden Völkern gearbeitet hat. Angesichts der augenblicklichen Hetze müsse er jedoch warnend bar» auf Hinweisen daß die Dinge nicht so roeitergingen. Die Ziele und Methoden der Hetze seien b i e* g f e i= d) e n w i e 19 1 3/1 4 , nur die angewendeten' Mit­tel seren setzt noch niederträchtiger und unsauberer und dre Tonart der Skandalpresse noch ekelhoster und verlogener. Die Hetzkampagne falle bezeichnen» der weise rru dem Versuch der angelsächsischen Län­der, Deutschland emzukreisen, zusammen und sei seitden letzten deutsch-ar- .....

Wirtschaftsabkommen s ch

Leider sei es unverkennbar, daß teilweise die in­ternationale Hetze das Ziel bereits erreicht habe. Verstimmung zwischen einem Teil der zirgentmier und der Deutschen. Tatsächlich würden Deutsche und Deutschstämmige Argentiniens grob» *1 beleidigt, verdächtigt und alsbösartige Verbrecher und Verschwörer" hingestellt, ohne daß die berufenen Stellen dagegen einschritten. Schließ- l:ch muhe jene ibelche zu den ruhigsten, anstän­digsten und arbeitsamsten Mitbewohnern des Lan­des gehörten, ein Gefühl der Verbitte­rung und Enttäuschung ergrei-fen, selbst wenn zahlreiche argentinische Freunde immer wie- öer versicherten, daß die wirklichen Argentinier mit öer Hetze nichts zu tun hätten. Es sei daher wün­schenswert, daß nach dem völligen Zusammenbruch der Patagomen-Hetze die argentinische Regierung Maßnahmen ergreife, die den gewerbsmäßigen Brunnenvergiftern, Agenten der Moskauer Inter­nationale und anderen Dunkelmännern, worunter sich nur wemge gebürtige Argentinier befinden dürf- ten, gründlich das Handwerk zu legen