Mittwoch, 2b. April 1939
189. Jahrgang
Nr. 97 Erstes Blatt
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Mengenabschlüsse Staffel 8
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Das Gewissen der Partei
25. Avril. (DNB.) Am Dicnstagnach- I benachbarten Ländern auch weiter fartzusetzen, der Königlich Jugoslawische Außen» i|i der Vertiefung des g e g e n s e i t i g c n
die Brüche würde es seine
, ^lottenoorherrschaft zum Vorteil jer Vereinigten Staaten und Japan verlieren. Es wäre deshalb ein schwerer Fehler Englands, wenn es erneut versuchen wollte, den aufgeblähten Roose- veltschen Ballon zum Start zu bringen oder an der
Unser Bild berichtet von der Ankunft des jugoslawischen Außenministers Dr, Alexander L i n c a r ° M a r k o w i t s ch auf dem Berliner Zentralflughafen Tempclhof, wo der Reichs» Minister des Auswärtigen von Ribbentrop seinen Gast begrüßte. Weiter links Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker vom Auswärtigen Amt mit dem neuen jugo» slawischen Gesandten in Berlin, Andric (in Zivil). — (Scherl-Bilderdicnst-M.)
aufrichtigste wünscht und worüber sie bisher schon so viel sichtbare Beweise gegeben hat. Der herzliche Empfang, der mir von dein Momente an, wo ich den Boden Deutschlands betrat, zuteil wurde, befestigt in mir den Glauben, daß unsere Aussprache von besonderem Nutzen für das deutsche und das jugoslawische Volk sein werden.
Einkreisungspolitik in Europa festzuhalten.
Die „Gazetta del Popolo" erklärt, die großen Demokratien glaubten, die Welt in ihrer Hand zu haben, aber als sie versuchten, die Schere zu einer direkten Drohung Deutschlands und Italiens zu schließen, mußten sie schleunigst ihren Ton ändern. Polen sei zu wenig, um damit eine Einkreisungspolitik zu verwirklichen. Die Zusammenkunft von Venedig habe die letzten noch übriggebliebenen Illusionen über die Möglichkeit der Einkreisungspläne entschwinden lasten. Aufforderungen für „Mäßigung", begleitet von „Drohungen", die obligatorische Wehrpflicht in England einzuführen, würden
feiten und führt dies auf den Wechsel in der englischen Außenpolitik sowie auf die in Europa gewährten Garantien zurück. Damit greift das Blatt eine Auslegung auf, die in der letzten Zeit immer wieder aufzutauchen pflegte und deren Sinn gewesen ist, daß nicht nur Frankreich, sondern auch die von England garantierten Staaten ihren politischen Einfluß nach der Richtung auf Einführung der Dienstpflicht I)in in London geltend gemacht haben. Heute vormittag wird das Kabinett früher als üblich zu einer neuen Sitzung zusammentreten, um zu beraten, in welcher Form der Beschluß dem Parlament bekanntgegeben werden soll. Die Leiter der Opposition und der Parteien sind bereits eingeladen worden, sich im Anschluß an die Kabinettssitzung in die Downingstreet Nummer 10 zu Chamberlain zu begeben. Ziemlich offen ist noch die Frage, welche Haltung die Labourpartei und die Gewerkschaften einnehmen werden. Auf der einen Seite weist alles darauf hin, daß die Vorsitzenden dieser Gruppen mit der Einführung der Wehrpflicht sich nicht einverstanden erklären werden, was aus der gestrigen Entschließung des Vollzugsausschusses der Labourpartei deutlich hervorgeht. Auf der anderen Seite scheint die Regierung trotz allem zu hoffen, Mittel und Wege zu finden, um der Opposition den „Vertragsbruch" schmackhafter zu machen.
Kein Eindruck in Ställen
Mailand, 26. April (DNB. Funkspruch.) Der „Corriere della Sera" schreibt, die Einschüchterungs-
Berlin, 25. April. (DNB.) Der Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, gibt im Einvernehmen mit dem Reichswirt- schaftsminister und dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung folgendes bekannt:
Der Führer antwortet Roosevelt!
Am 28. April 1939, mittags 12 Uhr, spricht der Führer vor den Abgeordneten des Groß- deutschen Reichstages und damit zum deutschen Volk und zur Welt Alle Deutschen werden Zeugen der Rede des Führers am Lautsprecher sein. Gemein schastsempsänge in den Betrieben in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr werden Betriebssichrer und Gefolgschaft beim Empfang der Führer-Rede vereinen. Um allen schaffenden Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Führer-Rede zu hören, werden die Ladengeschäfte während dieser Zeit geschlossen. Die deutsche Jugend hört die Führer-Rede im Roh
men einer Schulveranstaltung. Mer im Betrieb, zu hause oder beim Nachbarn nicht die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören, dem wird in Sälen, Gaststätten, Theatern und Lichtspieltheatern dazu Gelegenheit gegeben. Die Gau- und Kreispropagandaleitungen der NSDAP, haben hierfür alle Vorbereitungen getroffen.
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Reichserziehungsminister R u st hat angeordnct, daß der Unterricht an diesem Tage von 12 Uhr ab aussältt und dafür sämtliche Lehrer und älteren Schüler zum gemeinschast- t i ch e n Empfang der Führerrede zu versammeln sind. In den Volksschulen nehmen die Schüler und Schülerinnen d e s 7. u n d 8. Sch u I- jahres, in den mittleren und höheren Schulen die Schüler und Schülerinnen von der drille n Klasse einschließlich ab am Gemeinschaflvempfang leit.
Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England.
Das Kabinett beschließt die Einziehung gewiffer Jahrgänge zum aktiven Militärdienst
r e u nd s ch a f t l i ch e n V e r st ä n d n i s s e s zwi- chen dem deutschen und dem jugoslawischen Volke, owolft in ihrem eigenen Interesse, als auch im Interesse des Friedens, welchen die königlich-jugoslawische Regierung mit allen seinen Nachbarn auss
Am Freitag 12 Llhr spricht der Führer
Gemeinschaftsempfänge in den Betrieben.
Ladengeschäfte von 12 bis 13.30 tibr geschloffen.
Oer jugoslawische Außenminister in Berlin
Festigung und Vertiefung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft.
weder den Ton noch den Inhalt der Rede des Führers irgendwie beeinflussen.
Das Gcdo In Paris.
Paris, 26. April (Europaprcß). Von sranzö- sischer Seite aus hat der Druck auf die englische Regierung, mit der Einführung der Wehrpflicht so rasch wie möglich Ernst zu machen, in keiner Weise nachgelassen. Die französischen Blätter sind mit Artikeln angefüllt, in denen die Notwendigkeit nachgewiesen wird, daß England sich bereithalten müsse, nicht nur mit Geld und Gütern, sondern a u ch in i t Menschen in einem etwaigen Konflikt eingreifen zu können. Die französischen Blätter zeigen einen lebhaften Unwillen über den bisher von der englischen Arbeiterpartei gegen die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht ausgeübten Widerstand Der Gedanke, daß nur die jungen Männer von 18, 19 und 20 Jahren jenseits des Aermelkanalss eingezogen werden, beruhigt die Pariser Leitartikler nicht. Immer wieder wird darauf hingewiesen, daß England schon zu Beginn eines etwaigen Krieges so viele Truppen an die Front schicken müsse, wie es am Ausgang des letzten Krieges gehabt habe. Eine Zeitung vergleicht daher die letzten britischen Maßnahmen mit einem Regenschirm, der zwar mit SpanngUedern versehen, nicht' aber mit wasserdichtem Stoff überzogen sei.
Berlin, L„. -r.... x------- -
mittag traf der Königlich Jugoslawische Außenminister Dr. Alexander (Linear- Ma rkowit s ch, einer Einladung des Reichsministers des Auswärtigen v. Ribbentrop folgend, in Berlin ein. Reichs» außenminister v. Ribbentrop empfing Dienstagnach- mittaq Dr. (Eincar Markowitsch zu einer längeren Aussprache über die Deutschland und Jugoslawien berührenden Fragen. Die Unterredung wurde i n einem s r e u nd s ch a s t l i ch e n Gc i st e geführt und ergab eine weitgehende Uedereinst immun g der Auffassungen über die beide Länder berührenden Fragen.
Dienstag abend war der jugoslawische Außenminister Gast v. Ribbentrops bei einem Abendessen im Hotel Esplanade. Reichsaußenminister v. Ribbentrop würdigte in einer kurzen Ansprache die Zeit, in der Linear Markowitsch sich als Gesandter in
pläne der Demokratien seien zu einem kläglichen Mißerfolg verurteilt. Es sei unnütz, sich der neuen englischen Dienstpflicht als Drohung gegen die Staaten der Achse zu bedienen. Die englische Dienst- vflicht würde es im Konfliktfalle niemals verhindern, daß Frankreich das Hauptschlachtfeld Europas werde, und England wisse ganz genau, daß, wenn cs sich in einen großen europäischen Konflikt einmenge, sein Imperium in e n würde. Im besten Falle
Berlin für die Festigung und Vertiefung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft eingesetzt habe, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die offene Aussprache, zu der sich nunmehr Gelegenheit ergebe, dazu beitragen werde, die vielfältigen Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet in vertrauensvoller Zusammenarbeit weiter auszubauen. Diese Zusammenarbeit, die durch die neu gewonnene Nachbarschaft glücklich u n t e r st ü tz t werde, sei die beste Gewähr für eine weitere fruchtbare Gestaltung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen beiden Ländern.
Der jugoslawische Außenminister sagte in seiner Antwort: ,Hch erinnere mich immer sehr gerne der Zusammenarbeit sowie des Entgegenkommens und Verständnisses, welche Sie mir während meiner Mission in Berlin bezeigten, und ich bin glücklich, daß mir jetzt Gelegenheit geboten wird, als jugoslawischer Außenminister mit Ew. Exzellenz über Fragen, welche unseren beiden benachbarten Länder interessieren, einen Gedankenaustausch durch führ en zu können. Ich kann Ew. Exzellenz versichern, daß es auch unser aufrichtiger Wunsch ist, die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden
abs. London, 26. April.
Das englische Kabinett trat am Dienstagabend im 'Parlamentsgebäude überraschend zu einer Vollsitzung unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Chamberlain zusammen. In den Wandel- qängen des Parlaments neigte man zu der Annahme, daß die Frage der Einführung der Wehrpflicht Gegenstand der Besprechungen gewesen sei.
Die Londoner Abendblätter bringen übereinstimmende Berichte, wonach die Einführung einer allgemeinen Militärdienstpflicht möglicherweise bereits am Mittwoch vom Miniskrpräsidenten angekündigt werde. Die Blätter sprechen von einer „Wehrpflicht des Reichtums" und lasten dabei durchblicken, diese Maßnahmen sollten zu einer verstärkten Heranziehung der vermögenden Kreise für die Landesverteidigung dienen und dazu beitragen, den Widerstand der Labour Party gegen die Wehrpflicht zu mildern, deren Nationalrat auf einer Versammlung am Dienstag erneut schweren Bedenken gegen die Einführung der Wehrpflicht Ausdruck gegeben hat. Das Freiwilligensystem reiche aus, um die neuen außenpolitischen Verpflichtungen Englands zu erfüllen. Die Labour Party sei der Auffassung, die Wehrpflicht werde nur inneren Streit und eine Störung des Wirtschaftslebens verursachen.
wie man aus Kreisen, die der englischen Regierung nahestehen, erfährt, hat auf der Ka> binettssihung am Dienstag über die Einführung der Wehrpflicht voll ständige Einigkeit bestanden. Die Wehrpflicht wird sich a u f a 1 t e lllännet i m Alter von 18 bis 25 Jahren erstrecken. Obwohl unmittelbar zwei Millionen Männer erfaßt würden, beabsichtigt die Regierung zunächst nur 750 000 Männer auszuheben, und zwar die Jahrgänge von 18 bis 21 Jahren. Diese sollen nach Ableistung einer drei- bis viermonatigen Dienstzeit in der aktiven regulären Armee in die Territorialarmee überführt werden. Dort wird ihre Ausbildung an einem Tage jeder Woche und in einmal jährlich stattfindenden Hebungen fortgesetzt werden. Diese Hebungen werden sich über zwei bis vier Wochen erstrecken. Eine Vortage über die Wehrpflicht wird dem Parlament in dieser Woche bereits vorgelegt wer- den.
Es ist offensichtlich, daß der Beschluß des Kabinetts eine Ueberraschung darstcllt, obwohl in den letzten Tagen von einer solchen Maßnahme oft die Rede war, denn die ersten Ausgaben der Morgenblätter nehmen in ihren Leitartikeln noch keinen Bezug auf diese einschneidende Neuordnung. Als einziges Blatt äußert sich die „Daily M a i l". Das Blatt verweist auf die Abkehr von der Tradition der freiwilligen Dienstleistung in Friedens-
Am 26. April feiert der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, seinen -15. Geburtstag. Wenn wir dieses Tages gedenken, dann tun wir das deshalb, weil Rudolf Heß als einer der ältesten, engsten und getreuesten Mitarbeiter des Führers eine Arbeit leistet, die zwar nach außenhin, gegenüber der breiten Oefsent- lichkeit nicht täglich in Erscheinung tritt, die aber für die gesamte Partei und ihre Gliederungen, und damit für Deutschland, von allergrößter Wichtig feit ist.
Rudolf Heß ist Auslandsdeutscher. In Aegypten im Jahre 1894 geboren, nahm er am Weltkrieg als Flieger teil. Bereits 1920 trat er der NSDAP, bei. Von diesem Zeitpunkt an war sein ganzes Leben dem Führer verschrieben, an dessen Kamps er in vorderster Front teilnahm. Keine Großkundgebung mit dem Führer verstrich, bei der Rudolf Heß nicht dabei war und mehr als einmal für den Führer persönlich in die Bresche sprang. So sah ihn auch der 9. November an der Seite Adolf Hitlers aus dem Marsch zur Feldherrnhalle. Siebeneinhalb Monate mußte er — ebenso wie der Führer und seine anderen Getreuen — auf der Festung Landsberg zubringen.
Im Jahre 1925, nach der Wiedergründung der Partei, wurde Rudolf Heß Privatsekretär des Führers. Diese verantwortungsvolle Tätig« leit stellte an ihn die höchsten Anforderungen. Jahr um Jahr war sein Lebensweg untrennbar mit dem Führer verknüpft, der als äußeres Zeichen feiner Anerkennung feinen treuen Mitarbeiter ein Jahr vor der Machtübernahme zum Vorsitzenden der politischen Zentralkommission der Partei ernannte
Die Machtübernahme stellte Rudolf Heß vor eine neue große und verantwortungsvolle Ausgabe. Die Tatsache, daß nach der Berufung des Führers zum Reichskanzler ein großer Teil seiner Mitarbeiter in wichtige Staatsstellen einrückte, machte es notwendig, einem Mann d i e Stellvertretung in der Parteiführung zu übertragen. Für diese Aufgabe bestimmte der Führer seinen geil ciyn Mitkämpfer Rudolf Heß, dem er die Vollmacht in allen entscheidenden Fragen der Par» tcileitung übertrug. Diese Betreuung war ein äußeres Zeichen und ein Sinnbild zugleich für den im Jahre 1933 stattgefundenen Ucbcrgaiig des rxvolu tionären Kampfes der Partei zum evolutionären Aufbau und Ausbau des, nationalsozialistischen deutschen Volksreiches.
Durch das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. November des gleichen Jahres, das die unlösbare Verbundenheit der NSDAP, als Trägerin des deutschen Staatsgedan»


