Ausgabe 
26.4.1939
 
Einzelbild herunterladen

Mittwoch, 2b. April 1939

189. Jahrgang

Nr. 97 Erstes Blatt

ErfcheMt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatt-Vezugspreir:

Mit 4 BeUagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Liehen

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main 11688

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche Untverfitätrdruckerei «.Lange in Siegen. Schristieiiung und Geschäflrftelle: Schulftrahe 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8^/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.» für Test- anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,P!ahvorschrist nach vorh.Vereinbg.25°/, mehr.

Ermähtgte Grundpreise:

Stellen., Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein* Ipaltige Gelegenheitsanzei- gcn 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf.

Mengenabschlüsse Staffel 8

K

W

F *

W E

A . i

v iMW

W W MLM

Das Gewissen der Partei

25. Avril. (DNB.) Am Dicnstagnach- I benachbarten Ländern auch weiter fartzusetzen, der Königlich Jugoslawische Außen» i|i der Vertiefung des g e g e n s e i t i g c n

die Brüche würde es seine

, ^lottenoorherrschaft zum Vorteil jer Vereinigten Staaten und Japan verlieren. Es wäre deshalb ein schwerer Fehler Englands, wenn es erneut versuchen wollte, den aufgeblähten Roose- veltschen Ballon zum Start zu bringen oder an der

Unser Bild berichtet von der Ankunft des jugoslawischen Außenministers Dr, Alexander L i n c a r ° M a r k o w i t s ch auf dem Berliner Zentralflughafen Tempclhof, wo der Reichs» Minister des Auswärtigen von Ribbentrop seinen Gast begrüßte. Weiter links Staats­sekretär Freiherr von Weizsäcker vom Auswärtigen Amt mit dem neuen jugo» slawischen Gesandten in Berlin, Andric (in Zivil). (Scherl-Bilderdicnst-M.)

aufrichtigste wünscht und worüber sie bisher schon so viel sichtbare Beweise gegeben hat. Der herzliche Empfang, der mir von dein Momente an, wo ich den Boden Deutschlands betrat, zuteil wurde, be­festigt in mir den Glauben, daß unsere Aussprache von besonderem Nutzen für das deutsche und das jugoslawische Volk sein werden.

Einkreisungspolitik in Europa festzuhalten.

DieGazetta del Popolo" erklärt, die großen De­mokratien glaubten, die Welt in ihrer Hand zu haben, aber als sie versuchten, die Schere zu einer direkten Drohung Deutschlands und Italiens zu schließen, mußten sie schleunigst ihren Ton ändern. Polen sei zu wenig, um damit eine Einkreisungs­politik zu verwirklichen. Die Zusammenkunft von Venedig habe die letzten noch übriggebliebenen Illu­sionen über die Möglichkeit der Einkreisungspläne entschwinden lasten. Aufforderungen fürMäßi­gung", begleitet vonDrohungen", die obligato­rische Wehrpflicht in England einzuführen, würden

feiten und führt dies auf den Wechsel in der englischen Außenpolitik sowie auf die in Europa gewährten Garantien zurück. Damit greift das Blatt eine Auslegung auf, die in der letzten Zeit immer wieder aufzutauchen pflegte und deren Sinn gewesen ist, daß nicht nur Frankreich, sondern auch die von England garantier­ten Staaten ihren politischen Einfluß nach der Richtung auf Einführung der Dienstpflicht I)in in London geltend gemacht haben. Heute vormittag wird das Kabinett früher als üblich zu einer neuen Sitzung zusammentreten, um zu beraten, in welcher Form der Beschluß dem Parlament bekanntgegeben werden soll. Die Leiter der Opposition und der Parteien sind bereits eingeladen worden, sich im Anschluß an die Kabinettssitzung in die Downingstreet Nummer 10 zu Chamberlain zu begeben. Ziemlich offen ist noch die Frage, welche Haltung die Labourpartei und die Gewerk­schaften einnehmen werden. Auf der einen Seite weist alles darauf hin, daß die Vorsitzenden dieser Gruppen mit der Einführung der Wehrpflicht sich nicht einverstanden erklären werden, was aus der gestrigen Entschließung des Vollzugsausschusses der Labourpartei deutlich hervorgeht. Auf der anderen Seite scheint die Regierung trotz allem zu hoffen, Mittel und Wege zu finden, um der Opposition den Vertragsbruch" schmackhafter zu machen.

Kein Eindruck in Ställen

Mailand, 26. April (DNB. Funkspruch.) Der Corriere della Sera" schreibt, die Einschüchterungs-

Berlin, 25. April. (DNB.) Der Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda, Dr. Goeb­bels, gibt im Einvernehmen mit dem Reichswirt- schaftsminister und dem Reichsminister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung folgendes be­kannt:

Der Führer antwortet Roosevelt!

Am 28. April 1939, mittags 12 Uhr, spricht der Führer vor den Abgeordneten des Groß- deutschen Reichstages und damit zum deutschen Volk und zur Welt Alle Deutschen werden Zeugen der Rede des Führers am Lautsprecher sein. Gemein schastsempsänge in den Betrieben in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr werden Betriebssichrer und Gefolgschaft beim Emp­fang der Führer-Rede vereinen. Um allen schaffen­den Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Führer-Rede zu hören, werden die Laden­geschäfte während dieser Zeit geschlossen. Die deutsche Jugend hört die Führer-Rede im Roh­

men einer Schulveranstaltung. Mer im Betrieb, zu hause oder beim Nachbarn nicht die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören, dem wird in Sälen, Gaststätten, Theatern und Lichtspieltheatern dazu Gelegenheit gegeben. Die Gau- und Kreispropagandaleitungen der NSDAP, haben hierfür alle Vorbereitungen getroffen.

Reichserziehungsminister R u st hat angeordnct, daß der Unterricht an diesem Tage von 12 Uhr ab aussältt und dafür sämtliche Leh­rer und älteren Schüler zum gemeinschast- t i ch e n Empfang der Führerrede zu versam­meln sind. In den Volksschulen nehmen die Schüler und Schülerinnen d e s 7. u n d 8. Sch u I- jahres, in den mittleren und höheren Schulen die Schüler und Schülerinnen von der drille n Klasse einschließlich ab am Gemeinschaflvempfang leit.

Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England.

Das Kabinett beschließt die Einziehung gewiffer Jahrgänge zum aktiven Militärdienst

r e u nd s ch a f t l i ch e n V e r st ä n d n i s s e s zwi- chen dem deutschen und dem jugoslawischen Volke, owolft in ihrem eigenen Interesse, als auch im Interesse des Friedens, welchen die königlich-jugo­slawische Regierung mit allen seinen Nachbarn auss

Am Freitag 12 Llhr spricht der Führer

Gemeinschaftsempfänge in den Betrieben.

Ladengeschäfte von 12 bis 13.30 tibr geschloffen.

Oer jugoslawische Außenminister in Berlin

Festigung und Vertiefung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft.

weder den Ton noch den Inhalt der Rede des Füh­rers irgendwie beeinflussen.

Das Gcdo In Paris.

Paris, 26. April (Europaprcß). Von sranzö- sischer Seite aus hat der Druck auf die englische Regierung, mit der Einführung der Wehrpflicht so rasch wie möglich Ernst zu machen, in keiner Weise nachgelassen. Die französischen Blätter sind mit Ar­tikeln angefüllt, in denen die Notwendigkeit nach­gewiesen wird, daß England sich bereithalten müsse, nicht nur mit Geld und Gütern, sondern a u ch in i t Menschen in einem etwaigen Konflikt eingreifen zu können. Die französischen Blätter zeigen einen lebhaften Unwillen über den bisher von der eng­lischen Arbeiterpartei gegen die Einführung der all­gemeinen Dienstpflicht ausgeübten Widerstand Der Gedanke, daß nur die jungen Männer von 18, 19 und 20 Jahren jenseits des Aermelkanalss einge­zogen werden, beruhigt die Pariser Leitartikler nicht. Immer wieder wird darauf hingewiesen, daß England schon zu Beginn eines etwaigen Krieges so viele Truppen an die Front schicken müsse, wie es am Ausgang des letzten Krieges ge­habt habe. Eine Zeitung vergleicht daher die letzten britischen Maßnahmen mit einem Regenschirm, der zwar mit SpanngUedern versehen, nicht' aber mit wasserdichtem Stoff überzogen sei.

Berlin, L. -r.... x------- -

mittag traf der Königlich Jugoslawische Außen­minister Dr. Alexander (Linear- Ma rkowit s ch, einer Einladung des Reichsministers des Auswär­tigen v. Ribbentrop folgend, in Berlin ein. Reichs» außenminister v. Ribbentrop empfing Dienstagnach- mittaq Dr. (Eincar Markowitsch zu einer längeren Aussprache über die Deutschland und Jugoslawien berührenden Fragen. Die Unterredung wurde i n einem s r e u nd s ch a s t l i ch e n Gc i st e geführt und ergab eine weitgehende Uederein­st immun g der Auffassungen über die beide Länder berührenden Fragen.

Dienstag abend war der jugoslawische Außenmini­ster Gast v. Ribbentrops bei einem Abendessen im Hotel Esplanade. Reichsaußenminister v. Ribbentrop würdigte in einer kurzen Ansprache die Zeit, in der Linear Markowitsch sich als Gesandter in

pläne der Demokratien seien zu einem kläglichen Mißerfolg verurteilt. Es sei unnütz, sich der neuen englischen Dienstpflicht als Drohung gegen die Staaten der Achse zu bedienen. Die englische Dienst- vflicht würde es im Konfliktfalle niemals verhin­dern, daß Frankreich das Hauptschlacht­feld Europas werde, und England wisse ganz genau, daß, wenn cs sich in einen großen europä­ischen Konflikt einmenge, sein Imperium in e n würde. Im besten Falle

Berlin für die Festigung und Vertiefung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft eingesetzt habe, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die offene Aussprache, zu der sich nunmehr Gelegenheit ergebe, dazu beitragen werde, die vielfältigen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Jugosla­wien auf politischem, wirtschaftlichem und kultu­rellem Gebiet in vertrauensvoller Zusammenarbeit weiter auszubauen. Diese Zusammenarbeit, die durch die neu gewonnene Nachbar­schaft glücklich u n t e r st ü tz t werde, sei die beste Gewähr für eine weitere fruchtbare Gestal­tung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen beiden Ländern.

Der jugoslawische Außenminister sagte in seiner Antwort: ,Hch erinnere mich immer sehr gerne der Zusammenarbeit sowie des Entgegenkommens und Verständnisses, welche Sie mir während mei­ner Mission in Berlin bezeigten, und ich bin glück­lich, daß mir jetzt Gelegenheit geboten wird, als jugoslawischer Außenminister mit Ew. Exzellenz über Fragen, welche unseren beiden benachbarten Länder interessieren, einen Gedankenaustausch durch führ en zu können. Ich kann Ew. Exzellenz versichern, daß es auch unser aufrichtiger Wunsch ist, die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden

abs. London, 26. April.

Das englische Kabinett trat am Dienstag­abend im 'Parlamentsgebäude überraschend zu einer Vollsitzung unter dem Vorsitz des Ministerpräsiden­ten Chamberlain zusammen. In den Wandel- qängen des Parlaments neigte man zu der An­nahme, daß die Frage der Einführung der Wehrpflicht Gegenstand der Besprechungen ge­wesen sei.

Die Londoner Abendblätter bringen übereinstim­mende Berichte, wonach die Einführung einer all­gemeinen Militärdienstpflicht möglicherweise be­reits am Mittwoch vom Miniskrpräsidenten angekündigt werde. Die Blätter sprechen von einerWehrpflicht des Reichtums" und lasten dabei durchblicken, diese Maßnahmen sollten zu einer ver­stärkten Heranziehung der vermögenden Kreise für die Landesverteidigung dienen und dazu beitragen, den Widerstand der Labour Party gegen die Wehr­pflicht zu mildern, deren Nationalrat auf einer Ver­sammlung am Dienstag erneut schweren Bedenken gegen die Einführung der Wehrpflicht Ausdruck ge­geben hat. Das Freiwilligensystem reiche aus, um die neuen außenpolitischen Verpflichtungen Eng­lands zu erfüllen. Die Labour Party sei der Auf­fassung, die Wehrpflicht werde nur inneren Streit und eine Störung des Wirtschaftslebens verur­sachen.

wie man aus Kreisen, die der englischen Regierung nahestehen, erfährt, hat auf der Ka> binettssihung am Dienstag über die Einführung der Wehrpflicht voll ständige Einigkeit bestanden. Die Wehrpflicht wird sich a u f a 1 t e lllännet i m Alter von 18 bis 25 Jahren erstrecken. Obwohl unmittelbar zwei Millionen Männer erfaßt würden, beabsichtigt die Regierung zunächst nur 750 000 Männer auszuheben, und zwar die Jahrgänge von 18 bis 21 Jahren. Diese sollen nach Ableistung einer drei- bis viermonatigen Dienstzeit in der aktiven regulären Armee in die Territorial­armee überführt werden. Dort wird ihre Aus­bildung an einem Tage jeder Woche und in einmal jährlich stattfindenden Hebungen fort­gesetzt werden. Diese Hebungen werden sich über zwei bis vier Wochen erstrecken. Eine Vortage über die Wehrpflicht wird dem Par­lament in dieser Woche bereits vorgelegt wer- den.

Es ist offensichtlich, daß der Beschluß des Kabi­netts eine Ueberraschung darstcllt, obwohl in den letzten Tagen von einer solchen Maßnahme oft die Rede war, denn die ersten Ausgaben der Mor­genblätter nehmen in ihren Leitartikeln noch keinen Bezug auf diese einschneidende Neuordnung. Als einziges Blatt äußert sich dieDaily M a i l". Das Blatt verweist auf die Abkehr von der Tra­dition der freiwilligen Dienstleistung in Friedens-

Am 26. April feiert der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, seinen -15. Geburtstag. Wenn wir dieses Tages ge­denken, dann tun wir das deshalb, weil Rudolf Heß als einer der ältesten, engsten und getreuesten Mitarbeiter des Führers eine Arbeit leistet, die zwar nach außenhin, gegenüber der breiten Oefsent- lichkeit nicht täglich in Erscheinung tritt, die aber für die gesamte Partei und ihre Gliederungen, und damit für Deutschland, von allergrößter Wichtig feit ist.

Rudolf Heß ist Auslandsdeutscher. In Aegypten im Jahre 1894 geboren, nahm er am Weltkrieg als Flieger teil. Bereits 1920 trat er der NSDAP, bei. Von diesem Zeitpunkt an war sein ganzes Leben dem Führer verschrieben, an dessen Kamps er in vorderster Front teilnahm. Keine Großkundgebung mit dem Führer verstrich, bei der Rudolf Heß nicht dabei war und mehr als einmal für den Führer persönlich in die Bresche sprang. So sah ihn auch der 9. November an der Seite Adolf Hitlers aus dem Marsch zur Feldherrnhalle. Siebeneinhalb Mo­nate mußte er ebenso wie der Führer und seine anderen Getreuen auf der Festung Landsberg zubringen.

Im Jahre 1925, nach der Wiedergründung der Partei, wurde Rudolf Heß Privatsekretär des Führers. Diese verantwortungsvolle Tätig« leit stellte an ihn die höchsten Anforderungen. Jahr um Jahr war sein Lebensweg untrennbar mit dem Führer verknüpft, der als äußeres Zeichen feiner Anerkennung feinen treuen Mitarbeiter ein Jahr vor der Machtübernahme zum Vorsitzenden der po­litischen Zentralkommission der Partei ernannte

Die Machtübernahme stellte Rudolf Heß vor eine neue große und verantwortungsvolle Ausgabe. Die Tatsache, daß nach der Berufung des Führers zum Reichskanzler ein großer Teil seiner Mitarbeiter in wichtige Staatsstellen einrückte, machte es not­wendig, einem Mann d i e Stellvertretung in der Parteiführung zu übertragen. Für diese Aufgabe bestimmte der Führer seinen ge­il ciyn Mitkämpfer Rudolf Heß, dem er die Vollmacht in allen entscheidenden Fragen der Par» tcileitung übertrug. Diese Betreuung war ein äuße­res Zeichen und ein Sinnbild zugleich für den im Jahre 1933 stattgefundenen Ucbcrgaiig des rxvolu tionären Kampfes der Partei zum evolutionären Aufbau und Ausbau des, nationalsozialistischen deutschen Volksreiches.

Durch das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. November des gleichen Jahres, das die unlösbare Verbundenheit der NSDAP, als Trägerin des deutschen Staatsgedan»