«ruf dem brasilianischen Markt Konkurrenz zu machen.
Deutschland und früher auch andere europäische Länder haben verschiedentlich an den seltsamen Wirtschaftsgru-ndsätzen der Washingtoner Regierung Kritik üben müssen. In vieler Beziehung gebärdet sich die Bundesregierung zu Washington so, als ob die amerikanische Union noch das unerschlossene und kapitalbedürftige Land von früher wäre. Ein Land, das Fremdkapital an sich ziehen mußte, ist gezwungen, Außenhandelsüberschüsse zu erzielen, um das geliehene Kapital zu verzinsen und zu tilgen. Wenn aber ein Land aufgehört hat, Gegenstand der Erschließung durch andere zu sein und wenn es selbst anderwärts Erschließungspolitit treibt, so darf es nicht darauf bestehen, auch im Außenhandel Heber« schüfst zu erzielen. Es muß im Gegenteil seinen Schuldnern die Möglichkeit bieten, Geld zu verdienen um mit diesem Geld die SchuDen abzutragen. Es muß zu einer einseitigen Anhäufung von Kapital und Gold in den Bereinigten Staaten von Amerika führen, wenn zu den ein- strömenden Zinsen aus geliehenen Kapitalien auch
noch einströmende Gelder aus Exportüber« s ch ü s s e n hinzukommen.
Hebrigens hat sich gezeigt, daß Goldreichtum und Ziftammenballung großer Vermögen in wenigen Händen alles andere ist als eine Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt. In keinem großen Lande der Erde gibt es so scharfe Gegensätze zwischen maßlosem Reichtum und bitterster Rot wie in den Vereinigten Staaten. Es gehört schon allerhand Selbstgefühl und Blindheit gegenüber den wirklichen Verhältnissen dazu, um vom hohen Pferd herab andere Länder so abzukanzeln, wie es in gewissen amerikanischen Kreisen heute gegenüber Deutschland geschieht. Das deutsche Volk hat mit dem Auftreten der Amerikaner als wirtschaftspolitische Schicksals macher denkbar schlechte Erfahrungen gemacht. Die Behauptung des Staatssekretärs Hüll, daß Deutschland „alle Segnungen des Welthandels und alle internationalen Rohstoffquellen" genießen könne, wenn es sich im Sinne der westlichen Demokratien wohl- verhalten würde, ist in ihren wahren Motiven durchschaut. Man hat in Deutschland aber auch erkannt, daß die Amerikaner nur durch eigenen Schaden klug werden können. , Cr.
Die Kriegshetzer werden nervös.
Von unserer berliner Schristleitung.
Berlin, 26. April.
Dor Wochen wurde amtlich gemeldet, daß ein Teil der deutschen Flotte seine planmäßige Hebungsfahrt in die spanischen Gewässer antreten werde. Die englische Presse geriet darüber in eine kleine Aufregung, die sich jetzt auch im Parlament bemerkbar machte. Dazu ist rein sachlich zu sagen: das Deutsche Reich hat es nicht nötig, die EnAänder um Genehmigung zu bitten, wenn seine Kriegsschiffe eine Fahrt in den Atlantischen Ozean antreten. Die deutsche Presse verzichtet ja auch darauf, den Engländern gute Lehren über die zweckmäßigste Form der Landesverteidigung zu erteilen, etwa darüber zu urteilen, ob in England die allgemeine Dienstpflicht notwendig ist oder nicht. Diese Bevormundung englischer Einrichtungen überlassen wir gern den Franzosen. Ebenso überflüssig aber ist es, wenn man sich in London darüber ereifert, daß ein Teil der deutschen Flotte fremde Gewässer aufsucht, um dort Hebungssahrten durchzuführen.
Daß spanische und portugiesische Häfen von unseren Schissen angelaufen wurden, ist seit 1926 fast jedes Jahr geschehen, erst der spanische Bürgerkrieg unterbrach diese Gewohnheit, weil er unseren Kriegsschiffen andere Aufgaben zuwies. Die Ostsee und die Nordsee sind für Flottenübungen im größeren Verbände wenig geeignet, daher fördert es die Ausbildung unserer Schiffe, wenn weiträumige Gewässer ausgesucht werden. Wenn unsere Einheiten englische ober französische Häfen dabei besuchen würden, würde das Geschrei der Kriegshetzer in der Londoner Presse noch größer werden, als es ohnehin schon ist. Dagegen werden sich unsere Seeleute freuen, nach langen Hebungsfahrten in ben Häsen b e f r eunb eter Nationen zu erscheinen, die von der englischen Einkreisungspolitik gegen Deutschland nichts wissen wollen. Das Thema von der „Freiheit der Meere" hat durch die jetzige englische Haltung allerdings eine eigenartige Beleuchtung erfahren. Man spielt sich in London als der Herr des Ozeans auf, ohne dessen freundliche Zustimmung kein anderes Kriegsschiff den 'Aermelkanal durchfahren soll.
In ähnlicher Weist beteiligt sich der amerikanische | 'Präsident Roosevelt an der Panikmache. Es ift im Erinnerung, daß er Mitte Februar demonstrativ i Die Flottenmanöver verließ, angeblich, weil „beun- uuhigende Nachrichten" aus Europa Vorlagen. Da- j nnals stieg die Nervosität in den Vereinigten Staa- ' tien schon auf ihren Gipfelpunkt. Jetzt hat derselbe ^Präsident Roosevelt seine Beteiligung an geinem Bankett in Neuy ork abgelehnt «mit der Begründung, daß die „außenpolitische Spannung" so groß sei, daß er Washington micht verlassen könne. Der Schnellzug von Washington nach Neuyork braucht 31/3 Stunden, Das Flugzeug etwa 90 Minuten. Fernsprechverdin- Dungen dürfen hinreichend vorhanden sein, so daß Die Absage des Präsidenten nichts anderes ist als ocine Finte, um die Panik im Lande zu steigern. Dieses Spiel ist bisher den Kriegshetzern durchaus ^gelungen. So ist in den Städten Philadelphia und Milwaukee eine große Erregung ausgebrochen, als Dort einige Sprengungen vorgenommen wurden, Die laute Detonationen hervorriefen. Alle Welt glaubte, der Krieg sei erklärt, zumal gerade einige [Heine Truppenabteilungen über die Straße zogen. Ws wäre besser, wenn die amerikanische Regierung Ihren Bürgern darüber Auskunft geben wollte, welchen Zweck die großen Verkäufe von Flugzeugen inn die europäischen Westmächte verfolgen.
Vorläufig keine Frankreich- Weisen deutscher Sportler.
Berlin, 25. April (DNB.) In die seit Jahren nm Geiste bester sportlicher Freundschaft bestehenden Beziehungen deutscher und französischer Mannschaften ist durch die kürzliche französische Absage verschiedener Begegnungen von Ländermannschaften em Mißton gekommen. Alle Absagen sind auf Veranlassung der ranzösischen Regierung erfolgt, obwohl sich die Kreise des französischen Sports und die iranzösische Sportpresse aufs Stärkste dafür ein- gesetzt haben, daß die vereinbarten Treffen, für die | (»er französische Sport voll einstehen wollte, zum Uustrag kommen. Die französische Regierung glaubte I bedach, die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Durchführung nicht übernehmen zu können. ' Diese Entscheidung der ftanzösischen Regierung mfft den französischen Sport härter als uns. Eine Einmischung in die Auseinandersetzungen zwischen tiiem französischen Sport und seiner Regierung ist mich weder unsere Sache noch unsere Absicht. Deutschland hat jedoch so viele Möglichkeiten zur Austragung internationaler freundschaftlicher ^Begegnungen, daß es weder den Ausbau seines sport- ächen Programms noch auch seine akttven Sports- Lute, für die ja derartige Begegnungen die Krönung ihrer Laufbahn sind, der steten Gefahr so kurzfristiger und kurzsichtiger Absagen aussetzen 1 bann. Der R e i ch s s p o r t f ü h r e r hat sich daher ntschlossen, solange keine deutschen Mannschaften mehr auf französischem Boll lien starten zu lassen, als die französische Regierung dem französischen Sport nicht die Ge- i| währ dafür gibt, daß Abmachungen von ^Begegnungen zwischen deutschen und ftanzösischen Na- 'ionalmannschasten nicht derarttg kurzerhand verboten werden, wie das neuerdings der Fall war. Dabei bleibt ausdrücklich festzuhalten, daß für Be
gegnungen mit französischen Mannschaften i n Deutschland, wo Ordnung und Sicherheit dieser Spiele unter allen Hmständen garantiert sind, keinerlei Hindernis besteht.
Deutschland, das Vorbild.
General Moscardo über die künftige Politik Spaniens.
Berlin, 25. April (DNB.) Der heldenhafte Verteidiger des Alcazars von Toledo, _ General M o s c a r d o , der als Ehrengast des Führers in diesen Tagen in Berlin weilt, erklärte einem Pressevertreter: Die Politik Spaniens wird durch den Caudillo auf 6er Basis der 26 Punkte der Falange geführt werden. Sie umfassen alles, was von der Tradition übernommen und verwertet werden muß, ohne dabei die Stimme der Jugend auszulöschen, einer Jugend, die mit dem Einsatz ihres Blutes das Verschwinden von all dem fordert, was sich dem nationalen Geist widersetzt. Man kann die Bewunderung, die das neue Deutschland Adolf Hitlers feinen Freunden einflößt, nicht in wenigen Worten genügend zum Ausdruck bringen. Selbst jene Dinge, die auf Grund ihres Charakters oder der geographischen Lage nicht auf das spanische Volk anwendbar sind, erwecken in uns große Bewunderung und Anerkennung. Der organisierte Willen des deutschen Volkes und vor allem jener blinde Glaube an euren genialen Führer, den Gott lange Jahre beschützen möge, gilt uns als Vorbild. Ihr seid das große Beispiel von Disziplin inmitten einer chaotischen Welt."
Oer Umschwung in Bolivien.
L a P a z (Bolivien), 25. April. (Europapreß.) Die Hmwälzung in Bolivien ist ohne Blutvergießen und ohne Anwendung von Gewalt vor sich gegangen. Staatspräsident Oberstleutnant Busch, hinter dem geschlossen das gesamte Heer steht, hat die Staatsgewalt fest in Händen. Das äußere Bild der bolivianischen Hauptstadt La Paz zeigt sich denn auch nach dem Hmsturz in keiner Weise verändert. Banken, Transportunternehmen, Schulen usw. sind nach wie vor geöffnet, und die öffentliche Ordnung war im Lande nirgendwo auch nur einen Augenblick lang gestört. Aus dem Verhalten der Be- völkerung wird geschlossen, daß diese mit dem Um- schwung einverstanden ist und hinter Staatspräsident Busch steht. , . m flf
In einer durch Rundfunk verbreiteten Proklamation richtete Staatspräsident Busch scharfe Worte gegen die politischen Geschäftemacher und die parlamentarische Mißwirtschaft. Kapital und Arbeit müßten sich finden und ihre gegenseitigen Rechte und Pflichten harmonisch ausbalancieren. Er strebe ein System an, so sagte der Staatspräsident weiter, das Bolivien in diesem kritischen Augenblick brauche, um es vor politischen und sozialen Schwierigkeiten sowie aus einer wirtschaftlichen und finanziellen Krise zu retten. Nach den hier vorliegenden Meldungen hat der Hmschwung in Bolivien in allen südamerikanischen Staaten größtes Aufsehen erregt und wird von der Presse allenthalben als ein überraschendes Ereignis bezeichnet.
Vor einer Regierungsumbildung in Belgrad.
Budapest, 25. April. (Europapreß.) Prinz- regent Paul hat Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten des politischen Lebens begonnen. Es soll sich um die Vorbereitungen zur Bildung einer neuen Regierung handeln, die unter Führung des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Zwetko - witsch sich außer auf die gegenwärtige Regierungsmehrheit auch auf die kroatische Bauern- und Demokraten-Koali t i on stützen solle. Die Einbeziehung der Kroaten in die Regierung werde die Folge der serbisch-kroatischen Verständigung sein, deren Bekanntgabe für Samstag erwartet wird. Gleichzeitig werde auch die Neubildung der Regierung bekanntgegeben werden. Es seien auch Gerüchte im Umlauf, wonach auch die dritte Volksgruppe Jugoslawiens, die slowenische, in das neue Kabinett einbezogen werden solle.
Militärische Sicherheitsmaßnahmen Dänemarks.
Kopenhagen, 25. April. (DNB.) Jrn Hinblick auf die gegenwärtige internationale Lage hat die dänische Regierung die vier großen Parteien des Reichstages (Sozialdemokraten, Radikale, Konservative, Venstre) davon unterrichtet, daß sie schon jetzt die ausgebildete Mannschaft zum Heer einberufen werde statt erst zu den Herbstmanooern. Auch für die Kriegsmarine werden entsprechende ergänzende Einberufungen vorbereitet. Begründet wird diese Maßnahme darauf, daß die Wintermannschaft jetzt ihre fünfmonatige Ausbildung vollendet habe und entlassen werde. Die neu einberufene Sommermannschaft erlerne erst den Waffendienst. Es bestehe also ein Vakuum in der Verteidigungsbereitschaft Däne- marts. Bei ben Einberufungen zum Heer handele es sich um den Jahrgang 1938, insgesamt etwa 8000 Mann, bei den Einberufungen zur Marine um etwa 1000 Mann verschiedener Jahrgänge.
Sechstens: Je williger der Tabak Feuchtigkeit aus der Luft auf nimmt, desto reicher ist er an aromatischen
Bestandteilen. Der Fachmann prüft
daher seine Tabakproben imfeucht-
warmen Luftstrom seiner Klima
anlage.
Deswegen pflegt auch der Kenner in eine frisch geöffnete Cigarettenschachtel zu hauchen, um mit der
Entwicklung des aromatischen Duf
tes die Qualität der Cigarette zu
prüfen.
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