Ausgabe 
26.1.1939
 
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Aus der engeren Heimat.

Eröffnungsappell

des »Jahres der Gesundheitspflicht».

LPD. Frankfurt a. M., 24. Jan. Am Sonntag, 29. Januar, wird der Reichsarzt der HI., Oberbannführer Dr. Hör bemann, für das Gebiet Hessen - Nassau einen Eröff­nungsappell desJahres der Gesund­heitspflicht" durchführen. In dessen Verlauf wird er den im Gesundheitsdienst der HI. tätigen Aerzten und Aerztinnen, Zahnärzten, Apothekern und Apothekerinnen ihre umfangreichen Aufgaben im Rahmen der Gesundheitsaktion aufzeigen. Außerdem spricht der Führer des Gebiets Hessen- Nassau, Gebietsführer Erich Brandt. Der Appell findet im Aerztehaus zu Frankfurt a. M. statt. Neben der Führerschaft der HI. und des BDM. nehmen auch bie, Aerzte sämtlicher Gliederungen der Partei, die Kreisomtsleiter des Amtes für Volksgesundheit und die Kreisärzte daran teil.

Ankerturm in Lauterbach erhält ein Museum.

NSG. Lauterbach, 25.Jan. Die Stadtver- mattung Lauterbach läßt zur Zeit den Anker- türm, dessen älteste Teile aus dem vierzehnten Jahrhundert stammen und der sein heutiges Aus- sehen im Jahre 1845 erhalten hat, innen und außen wieder herstellen. Er gehört zur ältesten Stadt­mauer. Nach der Fertigstellung wird das Lauter­bacher Museum einen Sammlungsraum darin einrichten.

Faule Eiergeschäfte

eines geriffenen Schwindlers.

LPD. Wetzlar, 24. Januar. Der 27 Jahre alte Willi P l e t s ch von Wetzlar wurde vom Schöf­fengericht wegen Diebstahls, Unterschlagung, Be­trugs und Untreue sowie Hehlerei zu IV» Jah­ren Zuchthaus und 100 RM. Geldstrafe ver­urteilt. Pietsch, der schon ein erhebliches Vorstra­fenregister aufweist, verstand es, zahlreiche Land­wirte und andere Hühnerhalter um große Men­gen von Eiern zu beschwindeln, die er angeblich in feinerBrutanstalt" durch einen Apparat aus­brüten lassen wollte, um den Eierlieferanten dafür Hühnchen zu geben. Die Hereingefallenen waren aber nur die Eierlieferanten, die von der ganzen Geschichte nichts mehr hörten.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Buseck, 24. Jan. Der Ge- sangvereinHeiterkeit^-Sängerkranz" hielt in seinem Vereinslokal unter Leitung des Der- einsführers Ludwig Wagner feine Generalver­sammlung ab. Der Vereinsführer gab nach Gruß­worten an feine Sängerkameraden einen Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr. Dabei erinnerte er u. a. an das wiederholte öffentliche Singen des Ver­eins, an den Ausflug im Juli mit 162 Personen nach dem Heimatort des Vereinsführers (Saasen), an den Besuch des Buchdrucker-GesangvereinsGu­tenberg" zu Darmstadt und an verschiedene geselliae Veranstaltungen. Hierauf berichtete der Schriftfüh­rer über den durchschnittlicken Besuch der Sing­stunden. Eine besondere Ehrung wurde Sanges- 6ruber Wilhelm Weiß zuteil, der in sechs Jahren keine Gesangsstunde versäumt hatte. Den Kassen­bericht, der von den Revisoren in bester Ordnung befunden worden war, erstattete der Rechner Lud­wig S ch e l d. Dem Rechner und dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Weiter wurde u. a. be­schlossen, dem befreundeten GesangvereinGuten­berg" in Darmstadt im kommenden Mai einen Ge­genbesuch abzustatten.

* Großen-Buseck, 26. Jan. Heute feiert in körperlicher und geistiger Frische Herr Balthasar Hahn seinen 87. Geburtstag. 45 Jahre war der Jubilar in der Oberhessischen Bahn-Nebenwerk- statt in Gießen als Bohrer beschäftigt. In seinem Hcimatdorfe machte er mehrere Jahre in der Kirche Hilfsdienste bei dem Organisten. Im Dorfe erfreut er sich allgemeiner Beliebtheit. Fast täglich noch macht er seinen Spaziergang durch das Dorf und durch das Feld. An allen Geschehnisfen der Gegen­wart nimmt er noch regen Anteil. Herzlichen Glück­wunsch zu seinem Ehrentag.

A Treis (Lumda), 26. Jan. Die Eheleute Phi­lipp Jungk und Ehefrau Maria, geb. Sauer, da­hier, Hauptstraße, können am morgigen 27. Januar das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar ist im 76., die Jubilarin im 73. Lebensjahr. Leider ist die Jubilarin xur Zeit ernstlich erkrankt. Zur Goldenen Hochzeit herzlichen Glückwunsch.

Treis (Lumda), 23. Jan. Der Gesang­vereinLiederkranz" veranstaltete am Samstagabend im Saale von Heinrich Will einen Liederabend, der in allen Teilen gut gelungen war. Nach dem Sängergruß entbot Dereinsführer H. O p p e r ein herzliches Willkomm. Die von dem Dereinschor vorgetragenen Chöre und Volkslieder unter der Stabführung des Chormeisters K. N i c o- l e i (Großen-Buseck) zeigten gute Schulung und sehr beachtenswertes Können der Sänger. Im wei­teren Verlaufe des Abends wurden einige Mitglie­der für Treue und Fleiß im Dienste des deutschen Liedes durch den Vereinsführer geehrt. Für 25jäh- rige aktive Tätigkeit im Verein wurden zu Ehren- Mitgliedern ernannt: Ludwig Göbel und Heinrich Schick, Schmiedemeister. Für 40jährige aktive Tätigkeit überreichte der Vereinsführer dem San- ger Heinrich K e h r IV. eine Führerbüste mit Wid- mung. Im Namen der Geehrten dankte Sänger H.

Kehr IV. und gelobte dem Verein auch fernerhin die Treue. Dereinsführer Opper richtete zum Schluß den Appell an die Jugend, sich mehr mit der Pflege des deutschen Liedes zu befassen und ein- zutreten in die Reihen der Sänger.

8 Hattenrod, 23.Jan. Am Samstag hielt der Standort Hattenrod der Hitler-Ju­gend in Gemeinschaft mit dem Bund Deut­scher Mädel (BDM.) einen Elternabend ab. Mit einem Musikstück wurde der Abend eröffnet. Dann folgte ein Theaterstück, in dem den zahlreichen Besuchern ein Ausschnitt aus dem Kampf der Su- detendeutschen vor der Eingliederung in das Deut­sche Reich gezeigt wurde. Die Darbietung wurde mit großem Beifall aufgenommen. Es folgten Frei­übungen des BDM. und der Hitler-Jugend. Auch wurden noch einige kleine Lustspiele gezeigt. Die Pausen wurden ausgefüllt durch kleine Musikstücke, die von HJ.-Kameraden vorgetragen wurden. In einer Ansprache des Führers des Stammes der Hitler-Jugend, Scharführer M e n g e l (Hattenrod), in der er die Gäste und Eltern willkommen hieß, sprach er von der Bedeutung eines Elternabends. Zum Schluß folgten noch Volkstänze, ausgeführt vom BDM. und der HI. In guter Volksgemein­schaft blieb man dann noch einige Stunden beisam­men.

+ Grünberg, 25. Jan. Die örtliche Leitung der NSV. hat in einer Besprechung mit den Der- einsführern der beiden Gesangvereine, des Musik­vereins und des Turnvereins eine Veranstal­tung zu Gunsten des WHW. für Samstag, 4. Februar, in der Turnhalle vorgesehen. Um die Veranstaltung recht wirkungsvoll zu gestalten, wird außer Chören der Gesangvereine, Musikvorträgen des Musikvereins und turnerischen Vorführungen des Turnvereins noch ein Lustspiel zur Aufführung gelangen. Die Witwe Elisabeth Leonhard, geb. ^Hofmann, aus Hungen stammend, vollendet am Freitag, 27.Januar, ihr 80. Lebensjahr.

Kreis Alsfeld.

-7. Homberg, 23. Jan. Frau Elisabeth Seim, Witwe, vollendete am 22. Januar ihr 73. Lebensjahr. Pfarrer a. D. August Praetorius wird heute, am 23. Januar, 70 Jahre und der frühere Apotheker Leo Suffert sogar 80 Jahre. Die Hochbetaaten erfreuen sich noch einer ihrem Alter entsprechenden guten Gesundheit. Der hie­sige Wanderverein unternyhm am Sonntag seine erste Wanderung in diesem Jahr. Sie führte nach Büßfeld und zeigte die Beteiligung von 50 Mitgliedern. Während der Rast begrüßte der Wan­derführer die stattliche Schar. Er sprach über den Wert des Wanderns und erinnerte daran, daß am 2. Juli die Hauptversammlung des OHGV. in Hom­berg statt finde. Frl. Elli Kuhl trug ein heiteres Gedicht vor. Unter dem Gesang schöner Weisen und unter humoristischen Vorträgen kam bald eine vor­zügliche Stimmung auf.

Kreis Wetzlar.

d) K r 0 fd 0 r f, 24. Jan. In zwei Gehöften unse­res Ortes ist die Maul - und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Allem Anschein nach hat ein von auswärts eingeführter Transport Ferkel die Krankheit eingeschleppt. Die Gemeinde Krofdorf bildet einen Sperrbezirk, über die betreffen­den Gehöfte wurde die Stallfperre verhängt. Es sind alle erforderlichen Anordnungen getroffen worden, um die gefährliche Seuche auf ihren Herd zu be­schränken.

<> Wißmar, 24.Jan. In diesen Tagen hat die Maul- und Klauenseuche leider auch in hiesigen Gehöften Eingang gefunden. Die not­wendigen Schutzmaßnahmen wurden sofort veran­laßt. Zur Zeit werden Schutzimpfungen durchge- führt. Die hiesige Spar- und Darlehens­kasse nahm vor etwa 2 Jahren die Verschmel­zung mit der Landwrrtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft vor, die sich als sehr zweckmä­ßig erwiesen und segensreich ausgewirkt hat. Die Mitgliederzahl wuchs von 209 auf 286. Die Ein­lagen stiegen um 80 v. H. Die kurz- und mittel­fristige Darlehenshergabe konnte laufend erfolgen. Der laufende Rechnungsverkehr wurde bedeutend ausgebaut, der Zinsfuß zweimal gesenkt, das Wa­rengeschäft nahm einen erheblichen Aufschwung. Das Geld- und Warengeschäft wurde bisher in getrennt liegenden, gemieteten Räumen betrieben. Diese Räume sind für den heutigen Geschäftsum­fang nicht mehr ausreichend. Daher hat eine außerordentliche Generalversammlung beschlossen, Ibas sich in bester Lage befindliche Hausgrundstück Bahnhofstraße 213 käuflich zu erwerben und für die Zwecke der Genossenschaft Herrichten zu lassen. In diesem Gebäude soll nach dem Umbau das Geld- und Warengeschäft (Konsumwaren und land­wirtschaftliche Bedarfsartikel) untergebracht wer­den.

Kreis Biedenkopf.

A Weidenhausen, 24. Jan. Der Turn­verein hielt seine Jahresversammlung in der Wirtschaft Platt ab. Vereinsführer Müller er­stattete Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Es wurde eine Abteilung für Fußball neu ausge­stellt, so daß allen Sportfreunden Gelegenheit ge­geben ist, sich aktiv zu betätigen.

Hartenrod, 24. Jan. Die NSV. errichtete hier einen Kindergarten. Die D b ft b a u m- zücht wurde im Heimatgebiet stark gesteigert. Es wurden mehrere hundert Bäume neu gepflanzt.

Bottenhorn, 24. Jan. Die Kreisverwal­tung strebt den Bau einer Straße nach R a - chelshaufen an. Man rechnet demnächst mit dem Baubeginn.

Lokal-Geflügelschau in Lollar.

* Lollar, 25. Jan. Nachdem die dem Ge­flügel» und B r i e f t a u b e n z u ch t v e r e i n Lollar übertragene 6. Kreisgeflügelschau des Kreises Gießen zum zweitenmal wegen Maul- und Klauenseuchegefahr abgesagt werden mußte, ent­schloß sich der Verein, eine Lokalschau abzuhal­ten. Die Beschickung (167 Tiere standen zur Schau) bewies, mit welcher Hingabe sich die Züchter in Lol­lar befleißigen, an der Nahrungsfreiheit des deut­schen Volkes durch wirtschaftliche Geflügelzucht mit­zuarbeiten. Durch Ehrenpreis-Stiftungen der Ge- meinde, sowie der Firmen in Lollar, kam jeder Züchter auf seine Kosten. Als Richter fungierte Herr Nern aus Pohl-Gons. Bei der Qualität der Tiere hatte er kein leichtes Amt, er wurde aber allen Ausstellern gerecht. Den Leistungspreis des Vereins errang der Züchter Hch. Geiß mit 64 Punkten.

Abteilung Hühner.

Schwarze Hamburger: Karl Frank, Lollar: ein Ehrenpreis, 1 fg. 1., 1 fg. 2., 1 jg. 3.. 5 gut. Ply­

mouth-Rocks geftr.: Heinrich Fuch IV., 1 sg. 1. Z., 1 sg. 1., 1 gut. Wyandotten, weiß: Otto Nuhn, 1 sg. 1., 1 gut. Wyandotten, schwarz: Ludw. Klinkel XIII., 1 Ehrenpreis, 1 sg. 1., 1 sg. 2. Rheinländer, schwarz, Ludwig Spuck, 1 RF.-Ehrenpreis, 3 fg. 1., 1 sg. 2. Fr. Riehm V., 1 Ehrenpreis, 1 sg. 3., 1 gut. Barne­velder, dpplt. gef.: Ludwig Geißler V., 1 fg. 1., zwei gut. Italiener, rebhfbg.: Karl Erbe, 1 Ehrenpreis, 2 sg. 1., 1 gut. Hch. Schupp, 1 gut. Hch. Seipp VII., 1 fg. 2., 1 gut. Kraienkoppe: Ernst Geißler, 1 sg. I.Z., 1 sg. 2. Ostfr. Silbermöven: Wilh. Römer: 1 Ehrenpreis, 1 sg. 1., 1 sg. 2., 2 gut. Hamburger Goldsprenkel: Karl Espich, 1 Ehrenpreis, 1 fg. 1., 1 fg. 2., 2 gut. Silber-Brackel: Joh. Becker, 1 fg. 1.3-, 3 gut.

Abteilung Zwerghuhner.

Schwarze Wyandotten: Ludw. Klinkel XIII., ein Ehrenpreis, 1 fg. 1. Z., 3 fg. 1., 2 fg. 2., 3 gut. Wyandotten, dunkel: Albert Fuchs, 1 Ehrenpreis,

1 fg. 1., 3 gut. Wyandotten, geftr.:(^eorg von der Au, 2 Ehrenpreise, 1 sg. 1., 2 fg. 2., 1 gut. Heinrich Geiß, 3 fg.<L, 1 sg. 2., 1 fg. 3., 1 gut. Otto Kutscher, 4 gut. Karl Frank, 1 gut. Wyandotten, gold: Fr. Riehm V., 1 Ehrenpr., 1 gut. Rheinländer, schwarz: Lud. Frank, 1 Ehrenpreis, 1 sg. 1., 1 fg. 2., 1 fg. 3. Bantam, schwarz: Karl Zimmermann: 1 fg. 1. Z., 1 sg. 2., 2 gut. Rhodeländer: Wilh. Becker, 1 sg. 1., 2 gut.

Abteilung Tauben.

Hessen-Kröpfer: Wilh. Becker, 1 fg. 1. Z., 2 gut. Elster-Kröpfer: Wilh. Becker: 1 fg. 1., Straffer: Wilh. Becker: 1 Ehrenpreis, 2 fg. !., 2 fg. 2., 2 gut.

Steinheimer Bagdetten: Georg von der Au, ein Ehrenpreis, 2 fg. 1., 2 fg. 2., 1 fg. Lahore-Tauben: Georg von der Au, 1 fg. 1. Z., 1 fg. 2., 2 gut. Schau­tauben: Anguß Geiß, 1 Ehrenpreis, 1 fg. 1. Z., ein fg. 1., 2 fg. 2., 2 fg. 3., 1 fg., 6 gut. Nürnberger Lerchen: Heinr. Geiß, 1 Ehrenpreis, 1 fg. 1. Z., ein fg. 1., 1 fg. 2., 2 fg. d., 3 fg., 3 gut. Locken-Tauben: Rudolf Sch erb, 1 fg. 1., 1 fg. 2., 2 gut. Thr. Flügel- tauben: Karl Zimmermann, 1 Ehrenpreis, 1 fg. 1. Z., 2 fg. 1., 1 fg. 2., 1 gut. Thr. Schwalben: Karl Schäfer: 1 fg. h-, 1 gut. Reifebrieftauben: Willi Borfchel, 1 fg. 1., 1 fg. 2., 1 fg. 3., 2 gut. Forellen» Tauben: Ernst Schwarz, 1 fg. 1., 2 gut.

Wilderer und Einbrecher im Kreise Viedenkops.

Zwölf Personen festgenommen.

LPD. Biedenkopf, 25. Jan. Beamte der Kriminalpolizeistelle in Frankfurt a. M. sind seit Wochen, auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Marburg und des Gaujagdamtes in Frankfurt am Main, zur Bekämpfung des Wildererun­wesens im Kreise Biedenkopf tätig. Mit Unterstützung durch den Kreisjägermeister, durch Gendarmerie und Ortspolizei wurden zunächst um­fangreiche Untersuchungen in Holzhaufen, Frechen­hausen, Nieder-Weidbach, Buchenau und Umgebung durchgeführt, die zur vorübergehenden Festnahme mehrerer der Wilderei und des verbotenen Waffen­besitzes dringend verdächtiger und überführter Per­sonen und zur Beschlagnahme von Wildererwaffen führten.

Nunmehr ist in Zusammenarbeit mit' dem Kreis­jägermeister in Gladenbach und dem Gendarmerie- meister in Breidenbach ein großer Schlag geglückt. In Breidenbach wurden jahrelang andauernde und umfangreiche Wilddiebereien ermittelt. Es konnten drei Gruppen von Wilderern festgestellt werden, die manchmal gleichzeitig, auch in der Schonzeit, in den Wäldern um Breidenbach und angrenzenden Jagdbezirken in nicht weidmän­nischer Art jagten. Bei den mehrfachen gemein­samen Jagdessen wurden Wildererlieder ge­sungen. Der gesamte Wildererbetrieb ging bis zum Erlaß des neuen Jagdgesetzes im Jahre 1934 ziem­lich offen vor sich. Ein Wilddieb ließ sich sogar mit einem erlegten Reh auf dem Rücken photographie­ren. In späterer Zeit wurde man vorsichtiger und verlegte sich mehr auf Schlingenstellen und Fischen. Als eines Tages im Jahre 1933 die Gendarmerie­beamten zugreifen wollten, waren die Wilderer, die zum großen Teil in früherer Zeit der KPD. ange­

hörten oder nahestanden, aüf einem jetzt feftge« stellten Weg gewarnt worden, so daß die Wilderer- waffen und das erlegte Wild nicht gefunden wur­den. In der letzten Woche wurden bereits fünf P er s0 nen aus Breidenbach der Wilde- rei überführt und vom Biedenkopfer Amtsge­richt in Haft genommen. Inzwischen haben die Kriminalbeamten weitere sieben Personen vorläufig fest genommen, gegen die nach ihrer Vernehmung ebenfalls Haftbefehl beantragt wird.

Bei der Bearbeitung dieser Wilddiebereien haben sich Anhaltspunkte dafür ergeben, daß sich unter den festgenommenen Personen die bisher unbekannten Täter für verschiedene Einbruchsdieb stähle in Breidenbach befinden. U. a. ist jetzt der Waf­fen- und Munitionsdiebstahl aufgeklärt, der nach Ablieferung der Waffen nach der Macht­übernahme nachts im Rathaus in Breidenbach ver­übt wurde. Hierbei ging es den Wilderer-Ein­brechern, die ihre Waffen behalten hatten, haupt­sächlich um die Munition. Sehr wahrscheinlich findet auch der nächtliche Raub unter Verwendung einer Pistole bei dem Bäckermeister Albert Scheffel in Breidenbach im Jahre 1936 seine Aufklärung.

Die Polizeibeamten bedürfen zur restlosen Er­fassung aller Wilderer und zur Aufklärung der bis­her unaufgeklärten, aufsehenerregenden Straftaten in Breidenbach der Mitarbeit aller Volksgenossen. Sachdienliche Mitteilungen, die auf Wunsch vertrau­lich behandelt werden, sind an den Kreisjägermeister in Gladenbach, die Beamten der Kriminalpolizei­stelle Frankfurt a. M. im Rathaus zu Gladenbach und an jeden Polizeibeamtfln zu richten.

Wittschast.

Mein-Mainische Börse.

TNitlagsborse freundlich.

Frankfurt a. M., 25. Jan. Die Börse er­öffnete in freundlicher Haltung. Wenn auch das Ge­schäft sich in kleinern Rahmen hielt, so trat doch hier und da Kaufinteresse seitens der Kundschaft hervor, so daß die Kurse am Aktienmarkt meist etwas über denen der gestrigen Abendbörse lagen. Eine Sonderbewegung hatten von Zellstoff- werten Aschaffenburger, die mit 113,25 (110) 3,25 v. H. gewannen. Die übrigen Kursbewegungen hielten sich meist unter 1 v. H., fo AG. für Verkehr 121,75 (121). Von den führenden Montanwerten zogen Rheinstahl auf 137,25 (136,65) an, während Mannesmann 110,65 (111), Verein. Stahl mit 108,90 (109) und Laurahütte mit 14 (14,65) noch abgeschwächt lagen. IG. Farben zunächst 151,65 (151,40), bei weiteren Umsätzen ergab -sich eine neue Steigerung um 0,40 v. H. Von Tarftwerten lagen RWE. mit 117,40 (117,90) nur knapp gehalten. Maschinen- und Autowerte uneinheitlich, Adlerwerke 105,50 (106,50), anderseits Daimler 137,13 (137), Rheinmetall 135 (134,25), Moenus unverändert 125. Don Bauaktien lagen Holzmann mit 149,25 (150,40) weiter schwächer, auch Zement Heidelberg 0,25 v. H. ermäßigt. Sonst waren noch Conti Gummi 212 (213,25), Westdeutsche Kaufhof unverändert 105,25.

Am Rentenmarkt war das Geschäft weiter­hin ruhig und die Kurse lagen im allgemeinen kaum verändert. Reichsbahn-VA. etwas freundlicher mit 123,65 (123,50). Reichsaltbesitz befestigten sich auf 129 (128,65). Im Freiverkehr Kommunal-Um- schuldung 93,15, späte Schuldbuchforderungen 99,25 (99,13). Pfandbriefe hatten einiges Geschäft bei wenig veränderten Kursen, von Liquidationswerten Meininger 101,13 (101), Rheinische 101,20 (101,30). Stadtanleihen unverändert. Industrie-Obligationen bröckelten 0,13 bis 0,25 v. H. ab.

Im Verlaufe verstärkte sich die freundliche Hal­tung. Die Anfangsrückgänge konnten zumeist auf­geholt werden, wobei Montanwerte im Vorder­grund standen. Hoesch 110,50 nach 109,50, Mannes­mann 112,25 nach 110.65, Verein. Stahl 109.75 nach 108,90. Daimler gingen auf 138 nach 137,13, Bem- berg auf 139 nach 137,50 und IG. Farben auf 152,25 nach 152. Auch auf den übrigen Markt­gebieten ergaben sich überwiegend leichte Erhöhun­gen. Die später notierten Werte waren durchschnitt­lich 0,50 bis 1 v. H. höher, darüber hinaus Südd. Zucker 216,50 (214), Scheideanstalt 205 (203).

Im Freiverkehr nannte man Dingler 103,75 bis 105,75 (104 bis 106), Katz & Klurnpp 91 bis 93 (92 bis 94), Verein. Fränk. Schuh 78 bis 80 (79 bis 81). Tagesaeld unverändert 2,25 v. H.

Abendbörse fest.

Die Abendbörse war weiter fest, da sich von der Kundschaft die Käufe fortsetzten und das stellen­weise vorliegende Angebot glatt auffogen. Die Um­sätze erreichten teilweise beachtlichen Umfang, wäh­rend sich die durchschnittlichen Erhöhungen am Aktienmarkt bei 0,50 v. H. hielten. 21^ lebhaft sind besonders Der. Stahl mit 110 (109,75) und JG.-F"rben mit 152,25152,40 (152.25) zu erwäh­nen. Stärkere Erhöhungen wiesen Ilse Genuß mit 133,50 (132,50), Adlerwerke mit 107 (106), MAN. mit 141 (140), Conlj Gummi mit 213.25 (212), Scheideanstalt mit 207 (205,50) und Daimler mit 138,75 (138) auf. Am Einheitsmarkt kamen Bayr. Hyp. Bank nach Pause mit 100 (98.50), ebenso nach Pause Schofterhof-Binding mit 193 (191.75) zur Notiz. Der Rentenmarkt war ohne Geschäft, nur in 6 v. H. JG.-Farben gingen kleine Beträge zu unv. 119,75 um.

frankfurter GetreidebSrfe

Frankfurt a. M., 25. Jan. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 206, WH 208, W 12 209, W13 210, W16 213, W 18 215, W19 217, W 20 219, Roggen RH 191, R12 192, R14 194, R 15 195, R16 197, R17 198, R18 199, R19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten

Preisgebiete. Futtergerste, Futerhafer. Wei­zenmehl Type 812 W 13 29,55, W 16 29,55, W 18 29,55, W 19 29,55, W 20 (Kreis Alzey) 29,55, W 20 (Kreis Worms) 29,90 plus 0,50 RM. Fracht» Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Bei­mischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Rpf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, RI6' 22,95, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Roggenfutter­mehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00, Nog» genkleie R12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, N18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlensta­tion. Treber. Wiesenheu handelsüblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40, Wiesenheu gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstestroh 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeu­ger-Verladestation. Tendenz: ruhig.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

R. Tr. 1. Nach den allgemeinen Bestimmungen ist unter einem Gewerbebetrieb zu verstehen eine planmäßig fortgesetzte Tätigkeit mit dem Zweck, mittels handwerklicher Fertigkeiten Gewinne zu erzielen. 2. Die Anmeldepflicht besteht, sobald man mit der Durchführung einer gewerblichen Tätig­keit beginnen will. Sie hat bei der Bürgermeisterei zu erfolgen. Dort erhält man auch Auskunft über die mit der Anmeldung zusammenhängenden^'Fra­gen. Weitere Auskunftsstellen sind die Industrie» und Handelskammer und das Gewerbevolizeiamt.

k. TU. W. Der Hausbesitzer ist Dann für Verletzungen feines Mieters haftbar, wenn der Unfall des Mieters durch einen gefahrbringenden Zustand der Treppe verursacht worden ist, den der Vermieter zu vertreten hat.

R. S. 1. An sich ist in der Regel in der ver­einbarten bzw. gesetzlichen Miete das Wassergeld enthalten. 2. Der Vermieter ist aber berechtigt, falls ihm der Wasserverbrauch zu hoch erscheint, die Miete um 3 v. H. zu ermäßigen und dafür das Wassergeld auf die Mieter anteilig umzulegen.

h. Ch in L. Nach Ihren Angaben handelt es ist in Ihrem Falle um einen gewöhnlichen Kauf mit der Verpflichtung des Verkäufers, die Kauf­sache an den Wohnort des Käufers zu bringen. Da der Verkäufer auch in diesem Falle bis zur Uebergabe, also auch während des Transportes, die Gefahr des zufälligen Untergangs der Kauf- fache trägt, ist der Anspruch des Verkäufers gegen Sie auf Zahlung nicht gerechtfertigt. Das Schwein ist ja schon tot gewesen, als es am Bestimmungs­ort ankam.

G. k. in V. Die Hausschlachtungen sind nicht allgemein freigegeben. Hausschlachtungen kann nur der Bauer ober Landwirt vornehmen, der das Schwein selbst gemästet hat. Ferner können die­jenigen schlachten, die durch Steuerbescheid ober Vorlage eines früheren Schlachtscheins nachweisen können, baß sie in den letzten zwei Jahren geschlach­tet haben. Anträge zur Genehmigung von Haus­schlachtungen sind über den Ortsbauernführer beim Viehwirtschaftsoerbanb, Außenstelle Friedberg, ein­zureichen.

Sranffurter Schtachtviehmark».

Frankfurt a. M., 26. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1171 Rinder (357 Ochsen, 113 Bullen, 484 Kühe, 217 Für- sen), 428 Kälber, 50 Hämmel, 70 Schafe und 219 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 46,50 Mark, Bullen 39 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 38 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. Marktverkauf: Kälber, Großvieh und Schweine zu- geteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig.