Ausgabe 
26.1.1939
 
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Oie deutsche Polizei.

Das WortPolizey" bedeutete ursprünglich nichts anderes alsb ie gute Ordnun g". Aber die Ausgaben der Ordnungshüter haben sich im Laufe der geschichtlichen Entwicklung vielfach gewandelt, sie gingen über den anfänglichen Begriff hinaus oder blieben darunter, je nachdem die.Staats» i d e e sich veränderte. Auch heute noch ist die Ein- stellung der deutschen Bevölkerung zur Polizei und ihren einzelnen Organen nicht ganz eindeutig. Zu­mal in der älteren Generation'lebt teilweise noch der Gedanke fort, als ob die Polizei eine Einrich­tung sei, mit der man besser nicht in Berührung komme und vor deren Tätigkeit man sich scheuen müsse. Diese Auffassung dürste im wesentlichen eine Folge der schlechten Erfahrungen sein, die eben nicht allein das Verbrechertum, sondern auch der anstän­dige Teil des deutschen Volkes unter früheren Staatssystemen mit der Polizei gemacht hat. Um diese gewisse innere Fremdheit und gegenseitige Ab­neigung endgültig zu überwinden, läßt der Natio­nalsozialismus nichts unversucht. Auch solche Ver­anstaltungen, wie der Tag der deutschen Polizei, dienen dem angedeuteten Zweck. Welches ist nun aber die Stellung der Polizei im neuen Deutschland? Der Führer selbst hat sich einmal sehr kurz, aber deutlich und erschöpfend darüber ausge-

D«'e Dynamik der

Der Münchener Lehrgaira der Kommission für Wirtschaftspolitik.

München, 25. Ian. (DNB.s Am dritten Tage des Lehrganges der Kommission für Wirtschafts­politik sprach der Beaustragte für die M a s ch i - nenproduktion Ministerialrat Karl Lange über die Maßnahmen zur Steigerung der Maschi­nenproduktion, über die Erhöhung der Produktion des Bergbaues, den Ausbau der Werften und der Energieversorgung, die Mechanisierung der Bcm- wirtschatt und die Versorgung der Ostmark mit mo­dernen Maichinen. Im Vordergrund stehe zunächst eine erhebliche Erhöhung der Werkzeug- maschinenvroduktion einschließlich der Zu- licferungsindustrie.

Weil wir unsere Wirtschaftskapazität erweitern müssen, und anderseits mit Arbeit, Metall und Kapital hauszuhalten hätten, müßte die äußerste Sparsamkeit anoewen- det werden. Die zukünftige Finanzpolitik werde sich wie bisher jedes Erperimentes enthal- t e n. Das System der Steuerung und Lenkung des Kapitalmarktes und Kapitalstromes werde beibe­halten werden, ober es werde fortankein Svar- system der Lenkung" sein, sondern sich der Dy­namik der Wirtschaft onpassen.

Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Bernhard Köhler, ging hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Inlands von dem Grundsatz aus, daß das deutsche Volk ein Bauern­volk sein werde und sein müsse, weil ohne eine gesunde Landwirtschast ein Volk nicht sein kann. Darüber hinaus müsse dos deutsche Volk sich in seinem Verbrauch noch mehr auf die ge­gebene Leistung seiner Landwirt­schaft ein stellen. Eine weitere Aufgabe sei die echte Vermögensbildung des deutschen Volkes.

Reichsführer SS. Himmler mit den Worten tat:Die Polizei hat sich als Organ zum Schutze des Volkes zu fühlen, als Freund und Hel­fer jedes Volksgenossen". Die Polizei steht also nicht mehr, wie es früher der Fall war, wie ein drohender Halbgott über dem Volk, son­dern mitten im Volk. Aus dieser seelischen Um­stellung ergibt sich auch eine neue Ausrichtung in rechtlicher Hinsicht, wie sie der Reichsrechtsführer Dr. Frank angedeutet hat:Der Polizeiakt im einzelnen ist in jedem Falle auch die Durchfüh­rung eines Rechtsaktes der Gemein­schaft, ist nie Ausdruck einer reinen Willkür­haltung, sondern immer hineingebaut in den Ge­samtablauf einer vorgesetzten rechtlichen Ordnung: Ursprung von Polizei und Recht sind in diesem Sinne identisch?"

So vollzog sich in vier Jahren die Umwandlung des Polizeistaates in einen Volksstaat, d. h. in eine Gemeinschaft, in der sich die Funktionen der Polizei ganz natürlich auf ihr eigentliches Gebiet beschrän­ken können. Das äußere Bild unserer Städte und Verkehrsstraßen spiegelt diese Entwicklung deutlich wieder. Der Gummiknüppel ist verschwunden, und wenn eine Polizeimannschast in ihren Lastwagen dahergebraust kommt, dann nicht, um irgendwelche Lebensmittelunruhen oder parteipolitischen Demon­strationen zu unterdrücken, sondern um die nötigen Absperrungen und Verkehrsumleitungen vorzuneh­men, wenn die jubelnde Volksmenge den Führer erwartet. Sonst aber tauchen die- uniformierten Gestalten unserer Ordnungshüter nur noch selten im Straßenbild auf, weil das Volk selbst seine innere Disziplin und Sicherheit zurückgewonnen hat.

Mit der inneren Reform der Polizei ging die organisatorische Neugestaltung Hand in Hand. Sie fand ihren vorläusigen Abschluß durch einen Führererlaß vom 17. Juni 1936, durch den der Reichsführer SS. Himmler zum Chef der gesamten deutschen Polizei und General D a l u e g e zu seinem Stellvertreter ernannt wurde. Damit war auch in der Spitze die einheitliche Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich erfolgt, nach­dem schon durch das Gesetz vom 30. Januar 1934 das Reich die eigene Polizeihoheit erhalten hatte, die es bis dabin tausend Jahre lang nicht besaß. Die deutsche Polizei ist nun fachlich in zwei große Säulen gegliedert: in die Ordnungspolizei und in die Sicherheitspolizei, wobei letztere die Geheime Staatspolizei und.die Kri- minalpolizei umfaßt. Somit ist eine klare innere und äußere Ordnung geschaffen, die wieder­um die Voraussetzung für das natürliche Ver­trauensverhältnis zwischen dem Volk und seiner Polizei bildet. Ev.

Oie Polizeiuniform auf der Postkarte.

Für den Tag der deutschen Polizei hat sich unsere Polizei eine besondere Ueberraschung ausgedacht. Da viele Volksgenosien die neue Polizei­uniform wenig kennen, sind von den Dienstzweigen der Ordnungspolizei und der- Sicher­heitspolizei farbige Uniformbilder geschaffen und als Versandkarten 'hergestellt worden. Man fin­det hier in bunten Bildern den Mann der Schutz­polizei in Paradeuniform und die motori­sierte Gendarmerie mit ihren neuen weißen Sturzhelmen, daneben den Mann der Wasser- s ch u tz p o l i z e i in der blauen marineähnlichen Uniform, den Verkehrsposten mit weißem Paraderock, Braunhemd und schwarzem Binder, dazu die neue Uniform der jüngsten Volizeisparte, der Feuerschutzpolizei, und sieht überhaupt zum erstenmal, was alles zur Polizei gehört.

Berlin jetzt die Früchte ihres Eintretens für die europäische Kultur ernte, worauf Farinacci tn Nürnberg noch näher eingehen werde, Wog der Vorkämpfer des Faschismus feine wiederholt von lebhaften Zustimmungskundgebungen begleiteten Ausführungen.

Gauleiter Streicher

wies dann auf die Notwendigkeit hin, die Wesens­grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschau­ung immer wieder und gerade auf den Hoch­schulen der Jugend nahezubringen, damit sie mit- helfen könne, das zu erhalten und in die Zukunst zu tragen, was in den letzten 20 Jahren für Deutsch­land erobert und gewonnen worden sei. Unaufhör­lich sei der Jude als Drahtzieher am Werk und ver­breite bewußt Verleumdung über Verleumdung. Es gelte, diesen Verdrehungskünsten und ewigen Stö­rungsversuchen mit der gebotenen Schärfe entgegen­zutreten. Mit aller Deutlichkeit wandte sich Streicher auch gegen jene, die immer von Religion sprechen, sich selbst aber niemals praktisch wahrhaft religiös betätigen. Es bestehe ein großer Unterschied zwi­schen Frommsein und Frömmeln, und die Mutter z. B., die ohne vielleicht in die Kirche zu gehen, auf­opferungsvoll und still ihr Leben lang für ihre Kin­der arbeite, sei in Wahrheit viel religiöser als man­cher politisierende Priester.Ohne Glauben an gött­liches Walten würden wir nicht in ein Deutschland hineingewachsen sein, wie wir es heute vor uns sehen und von dem wir nur sagen können: Es ist mit Gottes Segen entstanden! Es ist von Kamp» fern geschaffen worden, die eine tiefe Religiosität gehabt haben müssen!" Wenn man behauptet, wir seien gegen die Religion, dann beweise das neue Deutschland, in dem jeder nach seinem Glauben leben könne, das völlige Gegenteil. Wenn aber jemand die Kirche gegen sein Volk und die Nation mißbrauche, dann werde in Deutschland dagegen ge­nau so eingeschritten wie das Mussolini in Italien tue. Wer sich mst uns zum Führer und zum neuen ewigen Deutschland bekennt, der hat schon eine Re« ligion in sich.

^Weit über den Erdball hinweg in die Ferne! schauend, wisse das nationalsozialistische Deutschland, daß es so lange keine Freiheit auf der Welt geben werde, als noch Juden auf ihr lebten, die ungehin­dert nach dem ihnen angeborenen Wesen handeln könnten. Der Jude hetze zu einem Vernichtungskrieg auch gegen die deutsch-italienische Freundschaft. Das Schicksal habe diese beiden Völker zusammengeführt, und wie ihre Staatsmänner, so seien auch die Na­tionen fest und untrennbar miteinander verbunden. Die Zukunft gehört nicht den Händlern und den Pharisäern, sie gehört den Kameraden, sie gehört dem neuen Deutschland und dem neuen Italien, sie gehört Adolf Hitler und dem Duce!"

Neue Aufgaben der Reichsanstalt

Don unserer Berliner Schrifkleiiuna

Der 10. Jahresbericht der Reichs­an st alt für Arbeitsvermittlung stellt fest, daß die Leistungen dieser Anstalt an das Reich seit 1933/34 rund 2,5 Milliarden RM be­tragen. Darunter befinden sich 816 Millionen für die Reichswohlfahrtshilfe, 300 Millionen RMür Reichsstraßen und Kanäle, 404 Millionen RM für Wechselfälligkeiten aus dem Arbeitsbeschaffungs? Programm 1932/33, 415 Millionen RM. Darlehen an die Gesellschaft Reichsautobahnen und 369 Mil­lionen RM. unmittelbar an die Reichskasse abge­lieferte Ueberschüsse. Dazu treten noch rund 100 Millionen an die Träger der Rentenversicherung und für sdnstige Zweige der Arbeitslosenhilfe. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die noch er­hobenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung eine produktive Verwendung finden und damit zu einer Grundlage für den wirtschaftlichen Aufftieg geworden sind, an dem alle Volksgenossen teilnehmen.

Wenn der Charakter der Reichsanftalt als Ar« beitslosenversicherung in den Hinter­grund getreten ist, so sind ihre Aufgaben f ÜT den Arbeitseinsatz umso bedeutungs­voller geworden. Heute ist nicht mehr die Ar< beitslosenziffer der Gradmesser unseres Wirtschafts« lebens, sondern der Verlauf der Beschäftig­te n z i f f e r. Hier ergibt sich, daß im Altreich im Jahre 1937/38 im Monatsdurchschnitt rund 18,7 Millionen Angestellte und Arbeiter beschäftigt wa­ren, diese Ziffer ist um über eine Million größer als beim Stande der Hochkonjunktur im Jahre 1929. Im Jahre 1938 hatten mir Ende Sevtember sogar eine Höchstbeschäftigung von 20,75 Millionen Ar­beitern und Angestellten. Dabei wird hervorqe- hoben, daß die Schwankungen der Beschäftigten­zahl in den verschiedenen Jahreszeiten geringer geworden sind. Der Facharbeitermangel veranlaßt die Betriebe, größere Teile ihrer Gefolgschast auch in stilleren Zeiten durchzuhalten.

Die staatliche Lenkung des Arbeitseinsatzes hat eine große Anzahl von Maßnahmen notwendig gemacht, die von der Reichsanstalt und ihren Ar­beitsämtern zu erledigen waren. Dazu gehört z. B. die Regelung des Arbeitseinsatzes in der Bauwirt- schaft, die Beschränkungen im Wandergewerbe und im Hausierergewerbe, weiter auch die Einfüh­rung des weiblichen P f l i ch t j a h r e s. Die Arbeitsämter werden für die A r b e i t s v s r» mittlung noch rege beansprucht. Die Len­kung des Berufsnachwuchses fordert sorgfältige Auslese nach staatspolitischen Gesichts­punkten, ebenso die Hebung der Qualität der Aus­bildung. Nach wie vor wird der Mangel an Arbeitskräften für die Landwirt» schäft beklagt, sodaß die Zahl ausländi­scher Landarbeiter wieder im Steigen ist. Ende März wurden in Deutschland rund 380 000 ausländische Arbeiter beschäftigt, inzwischen ist die Zahl weiter gestiegen. Im Jahre 1939 werden allein 37 000 italienische Landarbeiter nach Deutschland kommen. Die im Jahre 1935 erfolgte Einführung des Arbeitsbuches gestattet schon heute ein umfasiendes Strukturbild des deut­schen Arbeitseinsatzes. Dieses wird die Unterlagen für künftige Maßnahmen des Staates auf diesem Gebiete sein.

Soeben hat Staatssekretär S y r u p angedeutet, daß im Interesse der Gesamtleistung die Arbeits­kräfte stärker an den Betrieb gebunden

Lager der nationalen Einigung das Kampffeld überließ und die knapp 60prozentige Wahlbeteiligung keinen Anhaltspunkt für die wirk­liche Stimmung der Bevölkerung bot. Als dann die Kommunalwahlen mit stärkstem Einsatz der Oppositionsparteien das viele überraschende Ergeb­nis der sicheren Verankerung des rechtsoppositio- nellen Nationaldemokratie in den West- Woiwodschaften und die außerordentlich st a r k e Position der Linksparteien durch den jüdischen Zuwachs offenbarten, da zeigte sich, datz die polnische Nation heute noch weder für eine rein autoritäre Staatsführung noch für die Schaffung einer politischen Einheitspartei reif ist,' sondern daß sich wie vor und zu Pilsudskis Zeiten das innerpoli- tische Leben der Republik Polen in scharf gegenein­ander eingestellte Parteien und Jnteressentengruppen aufgespaltet ist, zwischen denen das von General Skwarczynski geführte Lager der nationalen Eini­gung ein nicht leichtes politisches Dasein fuhrt, denn es hatte wenig über die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigt und damit eine viel geringere An­ziehungskraft bewiesen, als die Freunde einer über­parteilichen und auf mittlerer Lime operierenden Staatspolitik erhofft hatten.

Nationaldemokraten, bäuerliche Volksparteiler und Marxisten stehen Kommunistische Partei ist ver- boten, und wo ihre Akteure auftauchen und gefaßt werden, unterliegen sie schweren Strafen- in OP - Position zurRegierung Skla d k o w f k t, neben dem sich Marschall Rydz-Smigly und der Vize- Premierminister Kwiatkowski in engster Uebereln- stimmung mit den Wünschen des Staatspräsidenten Moscicki um die Verbreiterung der politischen Grund- läge der Staatsführung nach rechts und links vom Lager der Nationalen Einigung bemühen. Bisher sind zwar alle Versuche dieser tieferen Verankerung der Regierunqspolitik fehlgeschlagen, weil sich die Ovvositionsparteien nicht nur ideologisch allzu streng festaeleqt haben, sondern auch zahlenmäßig über be­deutende Anhängerschaften verfügen, weswegen sie nicht leicht zu Zugeständnissen zu bewegen sind Aber man erwartet jetzt viel von der neuen polt ti­schen Sammelaktion Kwiatkowskis, dessen kraftvolle Persönlichkeit sich in dem Aufbau Gdingens wie in der Anlegung der zentralen In- dustriegebietes um Sandomir offenbart und dessen übervarteiliche und volitisch großzügige Haltung wie geschaffen für die Meisterung der Aufgaben ist, das innervolitische Leben von dem Varteigegensatz all­mählich zu befreien und die Nation auf das eigent­liche Staat^ziel einheitlich Und einmütig auszurich- ten: Alle Kraft auf die Sicherung Volens im In­nern und nach außen anzusetzen und die Verteidi­gung des Vaterlandes allen anderen Zielen überzu- orbnen! Ob Kwiatkowski di-se Aufgabe. Orbnung in das innernolitische Leben Volens zu bringen, tn ab» fehbarer Zeit wird losen können, ist eine durchaus offene Frone daß fein Vorhaben die Unterstützung aller polnischen Patrioten findet, ist gewiß.

In Warschau weiß man, daß das innere und äußere Wohl Polens nicht nur von seiner wehr­haften Neutralitätshaltung zwischen Deutschland und der Sowjetunion, gegründet auf der zehnjährigen Friedensversicherung mit dem Deutschen Reich und dem Nichtangriffspakt mit der Sowietunion sowie auf der politischen Zu­sammenarbeit aller Staaten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, sondern auch von der Befriedung des innerpolni­schen Lebens abhängt zu der Befriedung des innerpolnischen Lebens gehört aber neben der Ueber- windunq d-r gegensätzlichen Parteifronten die po­sitive Mitarbeit der fremden Volks­gruppen, die mit über 10 Millionen Köpfen ein Drittel ber Gesamtbevölkerung V o - lens ausmachen. Die volksfremd-n Nationalitäten, voran die Ukrainer und die Deutschen, stel­len einen politischen Wirklichkeitsbestand bar, an dessen Eriltenz bi" Revublik Bolen aus außen- wie inn-rpolitischen Grünben nicht leicht vorbeigehen sollte.

Wir wollen am 5. Jahrestage bes deutsch-polni­schen Friedens- und Freundschaitsvertrages nicht näher auf die selbstherrliche, gegen das bodenver­bundene Deutschtum gerichtete Polonisierungspolitik gewisser Nachgeordneter Behörden eingehen, aber die Hoffnung nicht aufgeben, daß man sich in Marschau um ber großen Pinie ber deutfch-nolnischen Verstän­digungspolitik mitten doch endlich einmol mehr um das kümmert, was entgegen dem Geiste und dem Buchstaben der deutsch-polnifchen Vereinbarungen in Kattawitz und Thorn, in Posen und Teichen geschieht. Die Berchtesgadener Zusammenk"nft hat das freund- nachbarliche Verhältnis B^rlin-Warfchau als trgg- fähiaes Element her Neuachnuna Europas bestätigt: wann werden sich dieser Erkenntnis die kleinen Stö­renfriede unterordnen, deren Umtriebe die guten deutfch-nolnischen Beziehungen immer wieder be­schatten?

chen haben wir Sie schon seit langem kennen und schätzen gelernt." Der Führer empfing nach­mittags in Gegenwart von Gauleiter Streicher den Staatsminister Farinacci.

Am Mittwochabend hielt der Gau Berlin der NSDAP, im Sportpalast eine Kundgebung ab, auf der Farinacci und Julius Streicher, die beiden Vorkämpfer gegen das Weltjudentum, das Wort ergriffen. Farinacci wies in feiner Rede auf den regen Austauschverkehr zwischen den national­sozialistischen und den faschistischen Organisationen hin. Die gleichen Ideen, die gegenteilige Achtung vor unserer Tradition, vor unserer Kultur und vor unseren gleichen Interessen und die glei­chen Feinde verbänden Italien und Deutschland zu ihrer festen Freundschaft. Nationalsozialismus und Faschismus seien als Träger einer neuen Lebensform daher ausgesprochen antidemo­kratisch, sreimaurerfeindlich und antikommunistisch eingestellt.

Farinacci wandte sich sodann der Judenfrage in Italien, wo der Duce im Jahre 1919 bereits das Raffenproblem in feiner wahren Trag­weite fest umriffen habe und der alte Vorkämpfer Dr. Giovanni Preziosi seit 1914 und der Red­ner selbst seit 1921 das Judentum als den Urheber allen Unheils bekämpfte, zu.Was wir bis heute noch nicht verstehen können", so führte ber Rebner aus,ist hierbei bie Haltung ber katho­lischen Kirche, jener Kirche, bie gerabe eine lange Trabition in ber unerbittlichen, ja manchmal grausamen Verfolgung der Juden und des Juden­tums aufzuweisen hat.Warum dieser plötzliche Kurswechsel? Heute habe die Kirche eine größere Sympathie für die judenfreundlichen Staaten als für uns, die wir in Schule und Volk die Moral und in dem Staat wieder Ordnung eingeführt haben. Ueber diese seltsame und arglistige Haltung würden die faschistischen Katholiken schmerzlich be­rührt sein. Wir sind uns aber darüber klar, baß sich diese politische Einstellung unheilvoll auf bie Kirche auswirken muß. Die Religion darf nicht mehr mit Politik verwechselt werden Von der Kanzel soll das Evangelium gepredigt werden, und ber Pfarrer soll durch das Beispiel auf das himm­lische Reich vorbereiten. Alles andere ist Mißbrauch, Verrat und Betrug."

Er kehrte auch die durchsichtigen Bemühungen der jüdisch-freimaurerischer Kräfte heraus, die es sich angelegen sein lassen, zwischen Deutschland und Italien Zwietracht zu säen. Die deutsche Haltung im Abessinien-Konflikt habe im italienischen Volk einen tiefen Eindruck hinterlassen, und dies habe stets im gegebenen Augenblick seiner Dankbarkeit durch Taten Ausdruck gegeben. Das gemeinsame Ziel Deutschlands und Italiens fei die Verteidigung der europäischen Kultur gegen die kommunistische Gefahr. Mit dem Hinweis, daß die Achse Rom

Staatsminister Farinacci in Berlin von Gau­leiter Julius Streicher empfangen. (Scherf-M.) Goebbels zu einem Frühstück in feinem Mini- terium, an dem auch Italiens Botschafter, Exzellenz Attolico, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, die Staatssekretäre Dr. Dietrich und Hanke, SA.-Oder- gruppenführer von Jagow u. a. teilnahmen. Dr. Goebbels hieß Farinacci als einen ber energisch- ten unb kompromißlosesten geistigen Bannerträger bes Faschismus herzlich willkommen.Wir wissen als Revolutionäre sehr wohl", so betonte Dr. Goeb­bels,welchen großen Wandlungen eine revolutio­näre Idee in den verschiedenen Stadien ihrer Ent­wicklung unterworfen ist. Aufgabe des wahren Staatsmannes ist es dabei, die Ideologie einer Re­volution in stete Uebereinftimmung mit den realen Gegebenheiten des Tages zu bringen. Das erfordert dauernde Kompromisse. Um so erfreulicher ist bann ein Mann, ber in seinem Leben mit möglichst wenig Kompromissen auszukommen weiß. Als einen jol-

sprochen. Nach seinem Wort ist bie Polizei bie klarste und prägnanteste Form des Seldsterhal- t u ngs willens eines Volkes. In diesem Satz schon offenbart sich der ganze Unterschied zwischen den polizeilichen Ausgaben einst unb jetzt.

Noch vom absolutistischen Zeitalter her, in bem die Aufrechterhaltung ber Ordnung mit hem Schutz ber bynastischen Herrschaft vielfach ibentifiziert war unb in bem ber Polizei beshalb über ihre eigent­lichen Aufgaben weit hinausreichenbe Befugnisse erteilt würben, behielten bieGendarmen" bis ins 19. unb 20. Jahrhundert hinein ' ben Charakter eines Büttels ber Staatsmacht. Auch nach bem Weltkriegs änberte sich hieran nichts. Ja, vertrat die Polizei im wilhelminischen Kaiserreich immer­hin noch bie Staatsinteressen, so wurde sie unter bem Novembersystem fast ausschließlich für bie Machtausübung ber wechselnben Parteiregierungen eingespannt. Von einer inneren Verbunbenheit mit bem Volksganzen konnte nicht mehr bie Rebe sein. Der Gummiknüppel würbe zum Wahrzeichen ber staatlichen Exekutive. Der inneren Ziellosigkeit ent- sprach bas Fehlen jeher äußeren Einheit. Die Po­lizei unterstand nicht einer zentralen Reichsgewalt, sondern den einzelnen fiänberregierungen, die eifer­süchtig darüber wachten, daß dieses Rudiment eines bewaffneten Partikularismus ihnen nicht genom­men wurde. Wollte das Reich besondere Aktionen, etwa gegen Kommunistenaufstände unternehmen, sa mußte es sich entweder der Reichswehr bedienen oder bie einzelnen Länder um Polizeihilfe ersuchen. Es läßt sich leicht vorstellen, wie sehr bie Schlag­kraft ber Reichsgewalt unter diesen Umständen litt, und es war aeradezu ein Hohn auf die Hoheit des Reiches, daß oiefes noch zur Zahlung regelmäßiger Polizeikostenzuschüsse an bie Länder verpflichtet war.

Mit dieser Polizeiordnung, die man mehr eine Unordnung nennen könnte, hat ber nattonalsozia- lsiistche Staat gründlich aufgeräumt Eine neue Sinngebung, die sich aus dem Gedanken der Volkshoheit und der Einheit von Bewegung und Staat ohne weiteres ergab, erfüllte auch die Polizei mit dem Geiste der D o l k s g e m e i n s ch a f t. Man kann diese innere Wandlung wohl nicht besser kenn­zeichnen, als es der Ches der deutschen Polizei und

B e r I i n , 25. Januar. (DNB.) Der italienische Staatsminister Farinacci traf am Mittwochoor- mittag in Berlin ein. Dem alten Mitkämpfer des Duce und Mitbegründer der faschistischen Bewegung wurde ein herzlicher Empfano durch Gauleiter Streicher und Gaupropagandaleiter Wachter sowie höhere Offiziere ber beutschen Wehrmacht zu- teil. Farinacci unb Julius Streicher folgten am Mittag einer Einlabung von Reichsminister Dr.

Deutsch-italienische Krönt im Kampf gegen das Weltjudentum

Farinaccis Besuch in Berlin.