Ausgabe 
25.11.1939
 
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der Reichsführung, all dies irrsinnige Geschwätz, mit dem die britischen Zeitungen ihre Spalten füll­ten und bei ihren Lesern die Meinung auskommen ließen, als ob Deutschland vor einem Zusammen­bruch ähnlich dem des November 1918 stände, war nicht nur Stimmungsmache zum innerpolitischen Hausgebrauch, auch nicht nur zur Täuschung der Neutralen und Verwirrung des deutschen Volkes in die Welt gesetzt worden, sondern die leitenden Männer in London glaubten ganz offensichtlich selbst an diesen Unsinn, der ihnen von Emigranten und ihren bezahlten Subjekten eingeredet worden war und ihnen so lieblich in den Ohren geklungen hatte.

Mit der Entlarvung des Urhebers und der An­stifter des fluchwürdigen Verbrechens von München ist diese schillernde Seifenblase zerplatzt. Man wird in London begreifen müssen, daß man sich durch die Wichtigtuerei eines notorischen Lumpen wie Otto Strasser und seiner Spießgesellen ebenso hat täu­schen lassen, wie durch die famosen Berichte der eigenen Spionageorgane und zudem sieht man sich durch die Festnahme zweier Säulen des Intelli­gence Service, die der deutschen Geheimpolizei ins Garn gegangen sind, vor aller Welt unsterblich blamiert. Die deutsche Polizei hat ganze Arbeu geleistet. Es ist ihr durch minuziöse Untersuchung der Münchener Höllenmaschine nicht nur gelungen, die Vorbereitung des scheußlichen Verbrechens zu rekon­struieren, sondern auch durch schnellen Zugriff an der Grenze das elende Subjekt festzunehmen, das zur Ausführuna dieser gemeinen Mordtat gedungen war. Sein Geständnis hat im einzelnen bestätigt, daß Otto Strasser der Urheber des Attentats war, ein moralischer Lump, der vom Politiker zum Intriganten, Verschwörer und Landesverräter herabsank und in seiner Verkommenheit nicht vor den gemeinsten Untaten zurückschreckte, um sein maßloses Geltungsbedürfnis und seinen ohnmäck- tigen Haß gegen das nationalsozialistische Deutsch­land und seinen Führer au befriedigen. Seit seiner Flucht aus Deutschland hat er nichts anderes ge­trieben, als gegen das Reich zu Hetzen, wo auch immer er nur glauben konnte, daß der Boden für seine Wühlarbeit günstig sein mochte. Daß er in Benesch und Konsorten bereitwillige Geldgeber und Förderer seiner dunklen Pläne fand, war selbst­verständlich. Selbst feige im Hintergrund sich hal­tend, hat er immer wieder seine Komplizen über Hie Grenzen geschickt, um Mordanschläge auf das Leben des Führers vorzubereiten. Durch die Wach­samkeit der Polizei konnten sie stets vereitelt wer­den. Aber Otto Strasser gcrb keine Ruhe. Als das Benesch-Regime verschwand, fand er einen neuen Freund in dem brittschen Intelligence Service, für den eine Derbrechernatur wie Strasser gerade der rechte Mann war. Seiner Gesinnungslosigkeit konnte man auch das abscheulichste Verbrechen aumuten, >er wurde ein willfähriges Werkzeug der brittschen Mörderzentrale.

Aber der deutschen Geheimpolizei ist es nicht nur gelungen, diese Fäden aufzudecken, die von dem Münchener Attentäter zu seinen Auftraggebern und Geldgebern in London liefen, sondern es war ihr auch geglückt, mit hervorragenden Agenten des Intelligence Service, der Abteilung des brittschen Secret Service, die für die Arbeit im Ausland be- sttmmt ist, in Verbindung au kommen und diese Leuchten der politischen Geheimwissenschaft so zu düpieren, daß sie Den deutschen Beamten, die sich chnen als Dertteter einer gegen den National- sozialismus wühlenden Opposittonsgruppe ausge- geben hatten, sogar ein Funkgerät ausgehänlngt haben, mit dessen Hilfe diese mit Organen des Intelligence Service in Unterhaltung traten. Schließlich gelang es sogar, die in Holland statio­nierten Agenten Des Intelligence Service über die Grenze zu locken und festaunehmen. Welch wert­vollen Fang damit die deutsche Polizei gemacht hat, hat sich bereits aus den inzwischen veröffentlichten Aussagen des Captains Stevens ergeben. Der Intelligence Service ist durch diese Geständnisse eines seiner eigenen Agenten als eine weitver­zweigte Sabotageorganisation entlarvt worden, die bereits im Jahre 1938 auf deutschen, italienischen und japanischen Schisfen eine Reihe von schweren Explosionen und Bränden verursacht hat. Sämt­liche Anschläge waren mit Hilfe von Höllenmaschi­nen mit Zeitzündern verübt worden, deren am Tat­ort aufgefundene Teile die gleiche Konstruktion und Anlage zeigten, es waren auch immer die gleichen Metallhülsen verwandt worden. Der deutschen Po­lizei war es schon damals gelungen, auf ähnliche Weise wie heute Einblick in die Arbeit des Intelli­gence Service zu erhalten. Die Aussagen des Cap- tain Stevens haben nun bestätigt, daß der als Ur­heber dieser Verbrechen der deutschen Polizei be- kannte Emigrant Poetzsch der Leiter einer beson­deren Sabotageabteiluna des britischen Intelli­gence Service gewesen ist. Er war in einem neu­tralen Land verhaftet worden, und man hatte bei ihm höchst belastende Skizzen gefunden. Trotzdem war es eben dem Captain Stevens gelungen, ihn freizubekommen. Freilich hat den Verbrecher dann doch noch fein Schicksal erwischt. Er verbüßt soeben in Dänemark eine Gefängnisstrafe für Spionage, die er bezeichnenderweise in englischem Auftrag getrieben hatte.

So hat die deutsche Geheime Staatspolizei in lückenloser Beweisführung den brittschen Intelli­gence Service als das demaskiert, was er in Wahr­heit ist, wenn man chn der falschen Romantik ent­kleidet, mit der ihn die Briten aus höchst durchsich­tigen Gründen umgeben hatten, als eine skrupellose Derbrecherorganisation, die kein Mittel scheut, wenn Ite glaubt, damit ihr Ziel au erreichen, Unruhe und Infrieden in der Welt zu säen, denn sie allem sind die Säulen der britischen Weltherrschaft. Jeder mo­derne Staat hat seine Geheimpolizei und seine Or­gane zur Abwehr ausländischer Spionage, aber be- zeicknenderweise gibt es unter den großen Kultur­nationen der Erde nur eine einzige, die von Amts wegen eine mit staatlichen Mitteln aufgezogene und mit außerordentlichen Vollmachten ausgestattete Or­ganisation unterhält, deren einzige Aufgabe die Durchführung politischer Verbrechen ist. Und es ist nicht weniger lehrreich, zu wissen, daß diese Nation flerabe England ist, jenes selbe England, das in seinem politischen Sprachgebrauch zu Propaganda­zwecken die Wortefairness undgentleman stets ganz oben anstellt und in seiner verlogenen «lei, aber im Brustton der Ueberzeugung sich orkämpfer der Humanität und Gerechtigkeit hinzustellen beliebt. Aber wie die Geschichte kaum eines anderen großen Volkes so mit Blut geschrie­ben worden ist, wie die des englischen, so wurde auch die moderne britische Weltherrschaft errichtet und befeftipt mit Hilfe von "Mord und hinterlistiger Gewalt. Sie organisierte der Intelligence Service, dem ungeheure Geldmittel zur Verfügung standen, um überall Verbindungen anzuknüpfen und Mit­telsmänner zu unterhalten, die das Geld rücksichts­los springen lassen konnten, wenn es galt, sich Ein­fluß in der ausländischen Presse zu verschaffen, den Weg zu führenden ausländischen Politikern zu

offen über Buenos Aires

Von unserem hs.-Korrespondenien.

Buenos Aires, im November.

Seit Tagen sieht man, wenn man zum Fenster hinaus auf die Straßen blickt, das gleiche Bild: Ein grauer Himmel hängt über der Stadt, fast wehmütig ragen die seltsam geformten Schorn­steine der meist im Stil französischer Stadthäuser gebauten Dächer in diesen Himmel, und es reg­net. Es regnet fein, nieselnd, Nicht tropenhaft und rauschend, wie wir das sonst in dieser Stadt ge­wöhnt sind. Es regnet fein, unablässig, es ist ein dünner, grauer, hoffnungslos bis aus die Haut durchdringender unaufhörlicher Regen, der grau ist wie der Himmel, grau wie das Wetter, grau wie diese ©tobt und grau wie die Stimmung ...

Grau wie die Stadt und $ r a u w i e die Stimmung. Es ist alles verändert, die lebens- ftohe, durch und durch optimistische Stadt am La Plata scheint etwas von ihrer Lebensfreude und ihrem Optimismus ein gebüßt zu haben. An den Regen ist man gewöhnt, und es ist nicht deswegen, daß die Hafenarbeiter mißmutig in den Kneipen umhevsitzen und die Kais wie ausge st orben sind. Es ist wenig zu tun im Hafen, seitdem die großen Dampfer und die Frachtschiffe aus Europa nicht mehr regelmäßig ankommen und abfahren. Die deutschen und auch die französischen Schiffe sind so gut wie ganz weggeblieben, es gibt wohl einige kleine Deutsche Frachtdampfer und Tramper hier, aber sie dürften vorläufig nicht mehr ausfah­ren, sondern müssen, nachdem sie sich in den sicheren Schutz des neutralen Hafens begehen haben, auf der Reede draußen den Kriegsverlauf abwarten. Auch englische Schiffe nähern sich nur mit An­zeichen äußerster Vorsicht den südamerikanischen Küsten: Sieht man sich die wenigen englischen Fracht- und Passagierdampfer an, die heutzutage in den Hafen von Buenos Aires einlaufen, so stellt man fest, daß mit ihrem Aeußeren wichtige Ver­änderungen vor sich gegangen sind. Manche haben einen Schornstein mehr als früher oder einen Mast

weniger, die Bullaugen sind meist dunkel bemalt, vielfach hat auch das ganze Schiff einsn anderen Anstrich erhalten. Dennoch, so be­richten die Passagiere, durfte während der Fahrt, die über eine andere als die gewohnte Route führte, kein Licht angezündet werden, auch abends nicht. Die Ueberfahrt war, da große Umwege ge­macht und auch afrikanische Häsen angelaufen wurden, erheblich länger als sonst und entsprechend unangenehm. Man ist froh, daß man von Bord gehen kann unddaheim" ist ...

Es ist wenig zu tun im Hafen, und es ist wenig zu tun auch außerhalb des Hafens. Noch ist alles, was man über große Geschäfte und Mög­lichkeiten hört, nichts mehr als Zukunftsmusik. Die Engländer wollen in diesem Jahre 200 000 Tonnen Gefrierfleisch mehr als sonst kaufen, heißt es, und geheimnisvoll munkelt man davon, daß die ge­samte Weizenernte bereits verkauft sei. Aber diese großartigen Verkäufe sind noch nicht abgeschlossen worden, und noch weiß man nickt, mit welchen Schiffen diese Waren befördert werden sollen, selbst wenn die Verkäufe bereits Wirklichkeit wären. Der Absatz der argenttnischen Produkte ft o ck t, wenig­stens vorübergehend, und auch «die Belieferung des Landes mit Importwaren läßt zu wünschen übrig. Jetzt erst spürt man, in welchem Maße dieses Land Europa zugewandt und mit Europa wirt­schaftlich und finanziell verbunden war und ist. Jetzt erst wird deutlich, wieviele Dinge biefes Land aus Eurova, und namentlich aus den drei jetzt in Europa Krieg führenden Ländern bezogen hat. Man braucht nur in irgendeinen Laden zu gehen und irgendeinen Arttkel zu verlangen, sei es einen Kleiderstoff, ein« bestimmte Sorte von Knöpfen, eine Rasierklinge, eine Schallplatte, eine Schreib­maschine, eine Sorte Schreib- oder Luftpostpapier, immer erhält man die Antwort:Nicht mehr vorrätig, wir bezogen das aus Deutschland oder England oder Frankreich ... Wir wis­sen nicht, wann wir es wieder bekommen. Wir

versuchen, es In Italien ober In 9lorf>amerffa zu er­stellen ..."

Es ist klar, daß die Situation im Jmporthandel zuweilen ausgenutzt wird. Man weih bestimmt, daß Die meisten Importeure ihre Ware z u r ü ck h a l. te n, denn es ist ganz ausgeschlossen, daß der recht stattliche Warenvorrat in den Geschäften innerhalb weniger Wochen ausverkauft worden ist. Viele Hal- ten ihre Waren zurück, weil sie erst einmal abwar­ten wollen, wie sich d i e P r e i s e gestalten, vielleickt auch, weil sie wirklich fürchten, ihren Vorrat nicht mehr oder jedenfalls nur noch zu erheblich höheren Preisen ergänzen zu können. Denn sicher wird alles, was eingeführt werden muß, teurer wer­den, weil die Frachten, die Frachtversicherungen und wahrscheinlich auch die Preise in den Erzeuger- ländern selbst teurer werden. Es ist zwar von Staats wegen verboten, Waren beiseitezuschaffen und aufzustapeln, ebenso wie es verboten ist, Waren teurer, als zum amtlich festgesetzten Höchstpreis zu verkaufen. Aber es ist in diesem Lande nicht weni- ger schwer, einem Kaufmann nachzuweisen, daß er Warenbeiseitegeschafft" habe, als das anderswo der Fall ist, und außerdem werden die Höchstpreise erst langsam und sehr allmählich festgesetzt, obwohl sich eine ganze Kommission damit beschäftigt. Es gibt Tausende von Waren, aber bisher noch keine hundert Höchstpreise. Es ist nämlich auch gar nicht leicht, Höchstpreise festausetzen, namentlich nicht für Staatsbeamte, die sich bisher mit ganz anderen Dingen beschäftigt haben und sich bei ihrem neuen Amt von Kaufleuten und Fabrikanten, alsFach­leuten", beraten lassen müssen, also gerade von denen, die sie mit ihren Höchstpreisen doch eigent­lich kontrollieren sollen.

Es ist wenig zu tun, die Geschäfte stocken, man wartet ab. Was soll man tun? Soll man danach trachten, als Kaufmann einen großen Dor- rat von Waren anzulegen, die man, wenn man sie überhaupt bekommen kann, teuer bezahlen muß? Soll man keine Waren, keine Vorräte kaufen, um sich möglicherweise, wenn der Krieg länger dauert, zu viel höheren Preisen eindecken zu müssen? Für leben bringt diese Zeit schwere Entscheidungen. Es ist, als habe sich eine schwere, dunkle Wolke über diese Stadt gesenkt.

ebnen, Organe einer fremden Macht zu bestechen und der Spionage hörig zu machen, aber auch Ver­schwörungen anzuzetteln und schließlich sogar irgend­welche feilen Subjekte zu kaufen, wenn es galt, einen England unbequemen Mann aus dem Wege zu räumen. Wir haben hier schon nach dem Mün­chener Attentat aus diese unterirdische Tätigkeit des Secret Service hingewiesen und eine Reihe von Mordtaten der jüngsten Geschichte genannt, die zwei­fellos auf das Schuldkonto des britischen Geheim­dienstes fallen.

Wie verächtlich und erbärmlich es für eine Welt­macht vom Range der britischen ist, sich in der Politik Methoden zu bedienen, die die Regierung eines Weltreiches auf eine Stufe mit gemeinen Verbrechern stellt, darüber hat man sich in Londop anscheinend noch keine Gedanken gemacht. Die pharisäerhafte Selbstgerechtigkeit des Briten und die völlige Skrupellosigkeit, mit der ihm alle Mittel willkommen sind, wenn er nur glaubt, mit ihrer Hilfe seine auf Lug und Trug errichtete Herrschaft stützen zu können, lassen keine Bedenken aufkom­men, so sehr der gleiche Brite in hellste Empörung gerät, wenn irgendwo in der Welt ein Volk poli­tischer Methoden zu bedienen sich erlaubt, die Eng­land nicht genehm sind. Die ständigen Verletzungen der anerkannten Grundsätze des internationalen Rechtes durch britische Blockademahnahmen stehen ja auf demselben Papier. Aber wie die schonungs­lose Aufdeckung des verbrecherischen Treibens der Agenten des britischen Geheimdienstes den mysti­schen Nimbus zerstört, mit dem England sein poli­tisches Gangstertum umgeben hat, so werden auch noch der Welt die Augen aufgehen Uber die schänd­lichen und perfiden Methoden, mit denen England mit vollendeter Rücksichtslosigkeit gegenüber den Interessen der Neutralen seine politischen Ziele ver­folgt. Die Enthüllung der Hintergründe des Mün­chener Attentats und die Demaskierung des Intelli­gence Service sind ein heilsamer Anschauungsunter­richt für alle und es gibt noch genug Summe und Gutgläubige in der Welt, die in England noch immer so etwas wie einen Hort der Freiheit und Gerechtigkeit sehen. Mit diesem törichten Mär­chen muß einmal endgültig aufgeräumt werden und dazu hat die deutsche Polizei mit ihrer ebenso akku­raten und systematischen wie klugen und geschickten Erkundung hervorragende Arbeit geleistet. England bat eine schwere Schlappe erlitten auf einem Schlachtfeld, auf dem es bislang unbestrittener Mei­ster war, weil es mit verborgenen Waffen kämpfen konnte. Wir haben die Hüllen weggezogen und den Intelligence Service als das infame Mordinstru­ment der englischen Politik vor aller Welt an den Pranger gestellt. Die Kriegshetzer in London sollen wissen, daß wir nicht nachlassen werden, ihnen auf den Fersen zu bleiben. Fr. W. Lange.

Ll-Booistatte durch deutsches vernichtet.

Aufklärungsflüge über Frankreich.

Berlin, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Westen örtliche Spähtrupptätigkelt und an einzelnen Stellen der Front schwaches Artillerie­feuer. N

An der De st grenze fanden vereinzelt Auf­klärungsflüge des Feindes im Grenzgebiet statt, während die deutsche Aufklärung bis nach Wittetfrankreich vordrang. .

Ein deuffches U-Boot hat in feinem Operations­gebiet eine englische U-Bootfalle, ein Hilfskriegsschiff von 7000 Tonnen, vernichtet. Die U-Bootfalle hatte sich als holländischer Dampfer getarnt.

Rach englischen Meldungen sank der 8860 Ton­nen große britische DampferM a n g a l o r e durch Minentresser an der englischen Südostküste.

Die enalifche presse gibt neue Schisssverluste zu.

London, 24. November. (Europapreß.) Don der englischen Presse werden neue Schiffsoerluste zugegeben. Das Minensuchboot21 r a g o n i t e" lief auf eine Treibmine. Vier Matrosen wurden schwer verletzt. Ferner ist der DampferGeral- d u s" aus Hutt untergegangen, er lief wahrschein­lich auf eine Mine. DieDarin o" aus Liver­pool ist von einem U-Boot versenkt worden. Els

Otto Strassers Helfershelfer.

Oer Fall Oöpking und Kremin.

Berlin, 24.Nov. (DND.) Amtlich wirb ver- lautbart: Am 21. September 1939 wurden, wie be­reits gemeldet, vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen'und Landesverrat der Hotel- diener Karl Döpking, geb. 28.8.98 in Danker­sen, und der kaufmännische Angestellte Kre­mln, geb. 4.5.07 in Stewken, zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte verurteilt.

Aus dem Urteil ist zu entnehmen, daß Döpking im Mai 1938 aus Deutschland nach der damaligen CSR. emigriert war, während Kremin im Juli 1936 aus Furcht vor einer Bestrafung wegen eines begangenen Raubüberfalles Deutschland verlassen hatte. Beide fanden durch Emigrantenkreise in Prag Anschluß an Otto Strasser und waren schließlich In der Folgezeit in dem Büro Otto Stras­sers in Prag tätig. Als sich Strasser nach dem Scheitern seines ersten Versuches eines Spreng­stoffattentates im Jahre 1936, in dessen Verlaus Der Prager Jude Helmut Hirsch in Stuttgart fest­genommen und am 8.3.1935 zum Tode ver­urteilt und hingerichtet wurde, mit der erneuten Durchführung von Sprengstoffanschlä­

gen im Jahre 1937 befaßte, gewann er beide für seinen Plan.

Zunächst war ein Anschlag aufdenRei ck s- varteitag in Nürnberg geplant. Dieser An­schlag kam jedoch aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Durchführung, weil der Parteitag in­zwischen schon zu Ende gegangen war. Strasser gab nunmehr den Auftrag, den Anschlag während des Ducebesuches in Deutschland (25.V. bis 29.9. 3Z) und falls dieser nicht durchgeführt wer­den kann, jedenfalls während des Ernte­dankfestes aufdemBückeberg (3.10.1937) durchzuführen. Döpking und Kremin haben darauf­hin Den Sprengstoff durch Mittelsmänner am 16.9.1937 nach Deutschland verbringen und zu­nächst auf dem Bahnhof von Leipzig und Dresden aufbewahren lassen. Das geplante Verbrechen kam nicht mehr zur Ausführung, die Geheime Staats­polizei hatte, wie beim ersten Versuch, alül-"'icher- weise noch rechtzeitig durch systemattsche U ber- wachungsmaßnahmen Kenntnis von dem neuerlichen Plan erhalten und diesen durch die Sicherstellung des Sprengstoffes und die spätere Festnahme der Beauftragten Döpking und Kremin vereiteln können. Die beiden Verbrecher erwar­tet nunmehr die Vollstreckung des Urteils.

Vesatzungsmitglieder wurden von einem italieni­schen Schiff an Land gebracht, nachdem sie drei Tage an Bord des U-Bootes zugebracht hatten. In der Nordsee ist dieLo wland" (974 Tonnen) untergegangen. DieSulb y" (287 Tonnen) ist von einem U-Boot versenkt worden. Aufsehen er­regt auch der Untergang eines französischen Motor­fischerbootes im Kanal, das auf eine Mine gelau­fen ist. Es handelt sich um das Fischerboot Santa Chiara B 922", das zu einem Hilfs­kreuzer urngewandelt worden war. Im Atlanttk hat ein deuffches U-Boot einen französischen Fischdamp- fer versenkt. Der Name des Schiffes ist nicht be­kanntgegeben worden.

Witt England ganz Europa blockieren?

Rom, 24. Nov. (Europapreß.) DasGiornale d'Jtalia" nimmt scharf gegen Ausführungen des Evening Standard" Stellung, in denen das eng­lische Blatt erklärte,eine ft r e n g e Rationie - rung aller europäischen Neutralen auf der Grund­lage der E i n s u h r z i f f e r n in der Vorkriegszeit würde für England eine verhältnismäßig einfache Sache fein, da eine geringe Seestreitmacht vor der Enge von Gibraltar, vor der Enge von Dover, zwi­schen den Shetland-Inseln und der Küste Norwe­gens genügen würde, um ganz Europa b i e Zufuhren jener Mengen an Rohstof­fen zu nehmen, ohne die die europäischen Staaten in kürzester Frist ermatten würden". Das italienische Blatt verweist darauf, daß England also eine Blockierung ganz Europas in Betracht ziehe, die die lebenswichtigen Rechte und Interessen aller europäischen Staaten verletzen würde, selbst jener, die diesem Krieg fern geblieben seien. Zu dem Hinweis desEvening Standard", der erkennen läßt, daß man sich in England bereits mit dem Gedanken einer Sperrung der Enge von Gibraltar befaßt, sagtGiornale d'Jta­lia":Das Jnbetrachtziehen einer derartigen Mög­lichkeit ist eine neue Bestätigung des schwierigen Zustandes, der gegenwärtig für alle Mittelmeer­nationen besteht, vor allem aber Italien emp­findet ihn als schwer z u ertragen, weil es in diesem Meer den ausschließlichen Sitz seines nationalen Lebens hat. Dieser Zu­stand wird durch das gegenwärtige Regime im Mittelmeer geschaffen, dessen Zugänge sich in ber Hand einer einzigen Macht befinden."

Oer Secret Service auf Malta.

Dalenzia, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ein von ber Insel Malta, ber britischen Kron­kolonie im Mittelmeer, eingetroffenes spanisches Schiff berichtet, baß ber britische Secret Service umfangreiche Verhaftungen auf Malta hat vor­nehmen lassen. Unter ben Verhafteten befinden sich auch die Führer der Bewegung, die für

Malta eine selbständige Verfassung er­strebten, und die insbesondere die Einführung Der italienischen Sprache im Amtsverkehr wünschen. Drei leitende Persönlichkeiten der Malteser Freiheitspartei sind bereits vor Kriegsausbruch de­portiert worben und werden gefangen gehalten. Die Maßnahmen haben in ber Malteser Bevölkerung großes Aufsehen erregt, obwohl bie englischen Be­hörden alles tun, um Die Vorgänge wegen ber stra­tegischen Bedeutung Maltas völlig geheimzuhalten.

Oeutschensreunde sogar auf Samoa verfolgt.

Schanghai, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die australische Regierung hat in ben ehemaligen deut­schen Kolonialgebieten auf Weisung der Londoner Regierung die wenigen Deutschen noch vor Kriegsausbruch verhaftet. Jetzt hat die austra­lische Polizei auch eine Reihe von Häuptlingen verhaften lassen, die aus ihrer Sympathiefür Deutsch la nd nicht ein Hehl gemacht haben. Die Verhaftungen werden damit begründet, daß es sich um Vorsichtsmaßnahmen handle.

Bedrängte Lage der Slowaken in Frankreich.

. Preßburg, 24. November. (Europapreß.) Den slowakischen Regierungsstellen gehen Briefe von Tausenden in Frankreich lebenden Slowaken zu, bie unter bem Benesch-Regime in ber Heimat feine Arbeit gefunden hatten und nach Frankreich ausgewandert waren. Heute werben sie von ben Emigranten unter ber Führung Beneschs und Osus- kys in bie tschechische Emigranten­armee gezwungen. Hunderte von slowakischen Arbeitern lehnten dies ab, sie sind dafür in Kerker und Konzentrattonslager gebracht worden. Die slo­wakische Negierung hatte beim Ausbruch des Krie­ges alle Slowaken aufgefordert, heimzukehren. Die französischen Behörden bereiten jedoch den slowa- kffchen Arbeitern Schwierigkeiten.

Militärische Hebungen in Italienisch-Ostafrika.

Rom, 25. Nov. (Europapreß.) Große militä­rische Hebungen sind, wie aus Addis Abeba ge­meldet wird, in ber Nähe ber Hauptstabt von Jtalienisch-Ostafrika in Anwesenheit bes Diaekönigs, Herzog von Aosta, abqehalten worden. An ben Manövem nahmen bie Divisionen ber Grena­diere von Savoyen, eine Gruppe eingeborener Truppen, darunter bie Reiterei von Neghelli und ein Bombengeschwader teil. Die Manöver, die mit einer Artillerieschiehübung abgeschlossen wurden, haben den hohen Ausbildungsstand der Truppen und die vollkommene ZufammenarLett der einzrd