Ausgabe 
25.10.1939
 
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-J Schicksal eines wehrhaften, hochbegabten Dockes war n, 1 -iS, das mir Mheging.

Meine Vermutung, daß ich in ihm einem Floh et' vorgerückten Jahren gegenüberstünde, bestätigte 'ich. Er tonnte, wie ich feststellen mußte, nur mehr ,.groaln", die Kiefensäge mies alte Scharten auf. Ljp 3mir zögernd tteß er sich zum Interview herbei und fistelte dazu mit so leisem, schwer verstand-

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Gin Zufall hatte mir ihn in die Hand gespielt, stmch einem Besuche bei Dante Ulrike, in deren ldservaten er der Ausrottung entgangen war. Ich Ler hatte in der drängenden Hast des Tages kaum

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,pnds gegangen," Er schneuzte sich ergrifsen.

.Und tüfst di« Nachricht zu, daß eine große limche, ein großes Sterben Ihr Volk dezimiert?

Lr nickte trübe: ,^ch bin in einem Madchen- 'Ptute aufgemachsen, unter hundert-m nierner !Sr»er. Und heute? Ich kann tagelang reisen, ohne Wn meines Volkes zu begegnen. Wenn rnttji «eine chausfrau allwöchentlich aus dem Kino einen liimbrächte, ich ersuhre nichts von der großen Welt. Siber diese leichtfertigen Kinoflohe hungern lteber -i» ganzen lag, um dann des Abends ,m iprunt- Wien Saal M abgevlendeten SW* i« schwelgen, zu schlemmen! sind ganz verwelchlich,

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadtcheater: 19.30 bis 22.30 Uhr:Gasparone". - Gloria-Palast (Seltersweg):Zentrale Rio". Lichtspielhaus (Bcchnhosstraße):Renate im Quar­tett".

Stadttheater Glehen.

Lm heMgen Mittwochabend wird die Operette Gasparone" von Karl Millöcker zum ersten Male viederhott. Spielleitung Harry Grüneke, musika- iifche Leitung Heinz Markwardt. Tanzgruppe Thea Maaß. Die Leitung der Chöre hat Richard Boeck. Die Bühnenbilder stammen von Karl Löffter. I. Darstellung der Mittwoch-Miete. Beginn 19.30 Ihr, Ende 22.30 Uhr.

Kleidersammlung

der Ortsgruppe Gießen-Mitte.

Die Sammlung getragener Kleider und Schuhe sindet in der Ortsgruppe Gießen-Mitte am 26., 27. md 28. Oktober ab 14 Uhr statt. Es wird gebeten, He Spenden verpackt bereitzuhalten.

Der letzte Floh.

Von Hans Kloepfer

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Aus der Stadt Gießen.

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Völlig unmilitärisch und deshalb sinnlos scheint dieses Kommando. Dennoch hat es einen tiefen und !Eefro®<n3n>eS ®inn. ®s geht hierbei Nicht um ten Mann an stch, vielmehr darum, was den Mann wenigstens seiner äußeren Erscheinung nach, aus- Mcht, nämlich um den Anzug. Der Mann ist nun Ml, genau so wie die Frau, von seiner , nächsten" Umgebung abhängig. Diesenächste' Umgebung Koch ist seine Garderobe. Sehen wir von dem sich manchmal darin ausdrückenden übertriebenen Geltungsbedürfnis ab, so erfüllt die Ueberkleiduna des Mannes meist viel mehr als nur einen physi­schen Zweck. Es sind keine Schlagworte, die von dem Gefühl erhöhter Sicherheit sprechen, das in einem gutgebauten" Anzug oder Mantel steckt. Es ist schon etvas Daran, an dem gutangezogenen Mann. So manches Geschäft würde nicht gemacht werden, wenn nicht der Träger guter Garderobe ein entsprechend sicheres Auftreten an den Tag legen würde, wenn er nicht, unterstützt von der bewußt sicheren Wirkung seines Angezogenseins, zu überzeugen wüßte. Diese wirtschaftlichen Tatsachen müssen immer berücksich­tigt werden, wenn man statistisch errechnet, daß die Männer in Deutschland vorsichtig angegeben! etwa 20 v. H. ihres Einkommens pro Jahr für Gar­derobe ausgeben. Millionenwerte wurden auf diese Weise in den vergangenen Jahren dafür festgelegt.

Jene investierten Millionenbeträge bedeuten tat­sächlich eine absolut einseitige Kapitalsanlage. Be­kanntlich hat jedes Ding zwei Seiten, mithin lo­gischerweise auch die Herrengarderobe. Um jene zweite Seite geht es, wenn es sich darum handelt, allen Teilen zu helfen und gleichermaßen gerecht zu werden. Tatsache ist, daß gegenwärtig nicht jene Mengen an Textilwaren zur Verfügung stehen kön­nen, die Meist wegen mangelnden Einteilungsver­mögens von allen Seiten gleichzeitig beansprucht werden. Tatsache ist ferner, daß das gegenwärtige Aeußere eines Kleidungsstückes absolut nicht ent­scheidend ist für feinen künftigen Gebrauchswert. Erst die Enthüllung der Kehrseite Die Aufgabe des tüchtigen Schneiders ist zeigt, was aus den Stücken, die einmal hundert und mehr Mark ge­kostet haben, noch zu machen ist. Ueberraschend wirb in Der Mehrzahl aller Fälle festgestellt, daß Die bis­herige Inanspruchnahme eines Kleidungsstückes kei- nerwegs eine endgültige wertmäßige Beanspruchung bedeutet. Hinter Der blanken oder aufgerauhten Schale verbirgt sich meist noch ein als neu cmzu- sprechender Kern, der seinem Träger nach getaner Arbeit das Aussehen eines Mannes gibt, dessen nächste Umgebung wieder absolut einwandfrei ist.

Schließlich ist festzustellen, daß das deutsche Herrenschneiderhandwerk, das sich in der Neu- ansertigung leistungsfähig zeigte, sich schnell auf Die llenderungsschneiderei und Neuverarbeitung um­stellte. Auf diese Weise wird allen geholfen: Der Staat spart Rohstoffe und wir Männer haben eine inständigeSchale". Darum:Links um, meine Herren!^

Jeil gefunden, mich ihm zu widmen. Erst nach sich>em Nachtgebet für unser Steuer amt entdeckte ich hl in wieder.

4*5 Nun hatte ich neulich in Der Zeitung gelesen, daß tfn Geschlecht ausstürbe, ich weiß nicht mehr, an 4(L Wer Seuche oder an Dekadenz. Und Daß einer von hnen von entsprechenden Instituten schon mit zehn rwr Stargage entlohnt würde.

Mich lockte keine Gewinnsucht, aber das tragische

und fistelte Dazu mit so leisem, schwer ver|lano° lichem Diskant, oft wie verträumt stockend, Daß ich chi ganz ins Ohr setzen muhte, um ihn zu ver- 'lehen. Nachdem er sich aber an das Dröhnen :Heiner Stimmer, die wie Die Posaunen von Jericho ihnd) Die Eustachische Trompete klang, erst einmal ! Wohnt hatte, kamen wir leidlich ins Gespräch.

Was ich erfuhr, war in Der Tat die große Tra- lobte eines untergehenden Volkes.Ich bm aus itrdtem Geschlechte", erzählte er o^eme Ururur- tt J Whmutter hauste noch unter einer ®ßt$?e|e51n ittfä lies alten Burgtheaters und war llteransch hoch- * bildet, hatte noch Die Wolter m ihrer Garderobe ljrib ; l:ejud)t, und ist Dann, von einer blutjungen Chor gie ftin angelockt, beim Brande Des Rmgtheaters zu- v hfii . r. . ° re- Afrtrifrpn.

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Der Garten des Städters.

Keine Kündigung im Kriege. Ueichshilfe für neue Kleingärtner.

Ein Stück Gartenland und mag es noch so klein sein verbindet mit der Natur und ermög­licht auch dem Städter nach der beruflichen Arbeit frohe Stunden auf eigener Scholle. Deshalb ist schon sehr früh in Verbindung mit dem Wachstum Der Städte und Der Industriebezirke eine Klein­gärtnerbewegung ins Leben getreten, Die sich seit Der Jahrhundertwende immer mehr ausgebreitet hat. In der Tat bedeutet Der oft weit entfernt lie­gende Kleingarten dem Großstädter mindestens ebenso viel wie Dem Kleinstädter und Dem Dorfbe­wohner der große Gartengleich hinter dem Hause".

In volkswirtschaftlicher Hinsicht verdient die Tätigkeit des Kleingärtners jede Förderung. Diese Ueberzeugung hat sich heute allgemein auch bei den Behörden durchgesetzt. Man weiß, wie wichtig es ift, daß es in Groß- und Mittelstädten viele Fami­lien und Haushalte gibt, die man in gewissem Um­fange für verschiedene Nahrungsmittel als Selbst­versorger bezeichnen Fann. Das gilt in erster Linie für Gemüse und Obst, aber auch für Kartoffeln, und in manchen Fällen für die Produkte, die die Kleintiere abwerfen (Geflügel, Kaninchen, Bienen usw.).

Der Reichsarbeitsminister hat durch eine Ver­ordnung vom 27. September die Kündigung und Räumung bestehender Kleingartenanlagen, von be­gründeten Ausnahmefällen abgesehen, verboten. Man rechnet wieder mit einer verstärkten Nach­frage nach Gartenland, ebenso wie es im Welt­krieg und kurz danach gewesen ist. Man will diese Bewegung in jeder Weise unterstützen und Dabei gleichzeitig die Fehler vermeiden, Die bei Der Land­zuteilung und -Verpachtung in Den früheren Jahren gemacht worden sind. Die Kleingärtner sollen in Zukunft nur solches Land erhalten, das auch nach dem Kriege für die kleingärtnerische Benutzung zur Verfügung steht. Es soll mit aller Beschleunigung eine Feststellung derjenigen Flächen vorgenommen werden, Die für eine DauernDe Nutzung als Klein­gartenland in Betracht kommen. Die neuen Klein­gärten sollen Dann in großem Umfange bereits im nächsten Jahre für die Bewirtschaftung frei gegeben werden. Schließlich wird darauf hingewiesen, daß die Bewerbung um Kleingärten an Die Gemeinde­behörden oder an Die örtliche Dienststelle Der Klein­gartenvereine zu richten sind.

Inzwischen ist noch eine weitere VerorDnung Des Reichsarbeitsministers vom 12. Oktober erlassen und zugleich in Kraft getreten. Es handelt sich dabei um eine Aenderung Der Bestimmungen über Die För­derung von Kleingärten, die im März 1938 erlassen wurDen. Von jetzt ab kann für Die Einrichtung eines Kleingartens und von Kleingartenanlagen ein Reichsdarlehen bis zu 300 RM. gewährt werden. Kleingärtner, Die ein solches Darlehen erhalten, müssen es in 20 Jahren tilgen. Weiter können ReichsDarlehen bis zu 250 RM., bei höheren Er­

werbspreisen Darüber hinaus bis zur Hälfte Des Erwerbspreises, für Den Erwerb von Land aus Privatbesitz gewährt werden, wenn Dieses entroeDer ür Die Errichtung neuer Kleingartenanlagen be- timmt ist, oder bereits kleingärtnerisch genutzt wirD, eine weitere kleingärtnerische Verwendung aber ge- ährdet erscheint. Solche GemeinDen, die bisher kleingärtnerisch genutzte Grundstücke veräußern, er­halten erst Dann Reichsdarlehen zum Landerwerb, wenn sie Den bei Der Veräußerung erzielten Erlös für Den Erwerb von Kleingartenland und für solche Auslagen verwendet haben. Durch Die das neu­erworbene Land zur kleingärtnerischen Daueranlage ausgestaltet wird. Darlehen dieser Art sind aber in geringerer Höhe zu vergeben oder ganz zu versagen, wenn die Bewerber die entstehenden Kosten aus eigenem Vermögen decken können. Frühere Nut­zungsberechtigte können nur Dann aus Reichsmitteln entschädigt werden, wenn Das Land sonst nicht zu beschaffen ist, die Ansprüche sich in angemessenen Grenzen halten und Die Kleingärtner nicht über Ge­bühr belastet werden. Man kann erwarten, daß die Kleingartenbewegung durch die neuen Bestim­mungen einen neuen erfreulichen Auftrieb erhalten wird.

Die Kleingärten in Stehen.

Die Bestrebungen der Kleingartenwirtschaft wer­den in Gießen von der Stadtverwaltung durch pachtweise Hergabe von städtischem Gelände weit­gehend unterstützt. Jenseits der Lahn ist ein städti­sches Grundstück mit rund 40 Kleingärten an den Obst- und Gartenbauverein verpachtet, der die Ge- länDeanteile an Vereinsmitglieder zur Bewirtschaf­tung Übergeben hat. Ferner sind jenseits der Lahn etwa 30 Gartenstücke an den Gartenbau- und Kleintierzuchtverein für Post- und Telegraphen­beamte, sowie -etwa 30 weitere Kleingartenstücke von Der Stadt direkt an Kleingärtner in Pacht gegeben worden. Aus städtischem Besitz sind weiter­hin für Die Kleingartenwirtschaft etwa 100 Garten­stücke auf Dem Gelände hinter dem Schlachthof, etwa 100 Gartenstücke am Erdkauterweg, etwa 70 Stücke am Aulweg und etwa 40 Stücke hinter der Lupusheilstätte verpachtet. Jedes Dieser Gartenstücke ist etwa 300 Quadratmeter groß. Der Obst- und Gartenbauverein hat für Kleingartenzwecke, neben Der Pachtung aus städtischem Grundbesitz, noch eine Geländefläche für etwa 100 Gartenstücke aus Pri­vateigentum gepachtet. Das gegenwärtig durch die Müllabfuhr allmählich zur Auffüllung kommende große Geländestück am Schiffenberger Weg soll, nach Abschluß der Auffüllarbeiten und nachdem das aufgefüllte Erdreich sich gesetzt und eine Humus­decke gebildet hat, voraussichtlich ebenfalls für Kleingartenzwecke Verwendung finden.

Sonderkurse

des Deutschen Frauenwerkes.

Um Dem Zeitmangel Der Hausfrauen in Der jetzi­gen Zeit Rechnung zu tragen, hat sich Das Deutsche Frauenwerk (Abteilung Mütterdienst) entschlossen, neben ihren regulären Kursen noch Sonder- oder Schnellburse zu veranstalten. Diese Kurse bauern acht Tage, haben Den gleichen Wert, wie die Voll­kurse, und berechtigen ebenso wie Diese, zur Zu­sammenstellung für Dus Gaudiplom.

Die Sonderkurse umfassen Die gleichen Arbeits­gebiete der Vollkurse. Die Arbeitsgebiete sind Säug­lingspflege, Gesundheitsführung und häusliche Kran­kenpflege, Kinderdefchäftigung und Erziehung, Nähen und Kochen. Außerdem als Zusatz, wieder­um den Anforderungen Der jetzigen Zeit entsprin­gend, einen Kurs für Masse nkochen.

Die Teilnehmerinnen Der Kurse können Die er­worbenen Kenntnisse zu ihrem eigenen Vorteil verwerten, sich aber auch als geschulte Kräfte zur Hilfeleistung Dem Deutschen Frauenwerk zur Ver­fügung stellen. Zugleich sei noch erwähnt, daß die

Bräuteschule in Weilburg ebenfalls vierwöchige (also verkürzte) Kurse eingerichtet hat, mit Dem gleichen Lehrplan und Dem gleichen Enderfolg, wie die bisher sechswöchigen Kurse. Anmeldungen hier­für nimmt Die Bräuteschule selbst, sowie Die ©au» stelle in Frankfurt a. M. entgegen.

Die Meldungen zu den Sonderkursen Der Abtei­lung Mütterdienst sind an Die Kreisgeschäftsstelle der NS.-Fronenschaft, Frankfurter Straße 1 zu richten.

Es liegt bei Den heutigen Zeitverhältnissen hn Interesse einer jeden jungen Frau und Mutter und eines jeden fangen Mädchens, sich an einem dieser aufschlußreichen Kurse zu beteiligen. Mehr denn je braucht man in allen Lebenslagen geschulte und rasche Kräfte, durch deren Können Fehler ver­mieden werden. Gfs.

Die Heise- und Gaststättenkarte

Wer regelmäßig in einer Gaststätte ißt, wird sich eine Reise karte und Gaststätten karte für vier Wochen aushändigen lassen. Wer gelegentlich allein, oder auch mit seinen Familienangehörigen in einer Gast- ftätte ißt, erwirbt eine Reise- und Gaststättenkarte

verweiblicht. Ziehen mühelose Rundreisen um locker gekleidete Frauen unseren alten Forschungsreisen vor. Was war das doch für ein frohes Wandern zu meiner Jugendzeit, voll heimlicher Rätsel und dunkler Gefahren, durch festgeschnürte Bänder, in finsteren Nahtklüften, unter Den ragenden Urwald - ftämmen einer haarigen Dienstmannsbrust, Und Dies traute engbürgerviche Wohnen in Den Dielensugen einer guten Stube, so biedermeierisch, wahrhaft spitzwegisch, wenn Sie davon schon aehört haben. Wo heute Linoleum spiegelt und Der Dacuumreini- ger uns zu Hunderten in die kalte Fremde saugt. Da lob ich Mir Die alte Zeit! Das war noch eine chrliche Jagd. Zwar bieten Die Männer im allge­meinen eine recht frugale Kost; aber Die Naivität und Umständlichkeit ihrer Fangmechoden haben mir stets Tränen Des Lachens erpreßt. Beim weiblichen Geschlecht ist's allerdings anders. Meine Groß­mutter ist noch als junaes Mädchen dabei ihrem Uebermute zum Opfer gefallen. Denn als ein Fräu- lein Li fette vo rm Schlafengehen im letzten Nacht- gewande über einer Kerze nach ihr spähte, sprang sie geblenDet von so viel Licht und Fülle, gerade- wegs in Die Flamme und verbrannte."

Sie sprachen eingangs von Beziehungen Ihrer Vorfahren zur Kunst. Darf ich Darüber noch Nahe- res hören?" Er nickte geschmeichelt:

Einer meiner Vorfahren hatte sich als tollkuh- ner Parforcespringer im Damals weltberühmten Wirfus Pulicelli einen Namen gemacht. Aber bei einer Festoorstellung gelegentlich einer Vermahlung am kursächsischen Hofe ist er vom Liebreiz einer Vrin-iessin hingerissen, ihr ms Dekolletä gesprungen. Der Direktor war untröstlich. Wohl hatte sie sich sogleich mit einer Hofdame zurückgezogen. Aber als diese Den vermeintlichen Ausreißer zuruckstellen wollte konnte Der Direktor nur feststellen baß das nicht sein Künstler sei. Und nmßte nachher schleu­nig das Land verlassen, da ihm vom Oberftaats- anwalt eine Klage auf Majestatsbeleidigung drohte ffiner meiner Onkel ist zur Manne gegangen, auf Ueberfee. Er hat es weit gebracht. Im Hafen von Rio fand er Anschluß an die Tochter des Hafen- kapitans, eine Kreolin. Er hat sich völlig naturali­siert und ist als Flohkrebs in hohem Alter gestor- ^"und wie verhalten Sie sich nun jur Wissen­schaft?" Er verzog höhnisch Den Mund bis zu Den ^ur Wissenschaft haben wir nur sehr lose Be- Di- Gelehrten ftni) Uns lm °llg°me,nen Ich mußte lachen als tdl- lungst m -ln°m Vertrage hörte, daß am Beqmne b°r Verdau- Ü«g di« M,-hm-nh° Alkaleszenz de- Mute- unsere

Appetenz zyklisch beeinflusse. Die moderne Psycho- 'analyse will uns als Sensibilisatoren genuinen Trieblebens nicht gelten lassen. Und Coue leugnet uns rundweg. Dem möcht ich's zeigen!"

Wir hatten lange geplaudert. Es ging auf Mit­ternacht. Das Gespräch stockte. Ich entschuldigte mich,Also auf morgen", meinte er gutmütig. Ich mußte danken. Morgen hätte ich ein Rendezvous mit einer Dame, bei Dem Die Anwesenheit eines Dritten doch vielleicht störend empfunden würde.

Das hat ihn wohl gekränkt. Mit einem Satze fprang er aus Dem Bette und ist wohl ertrun­ken im Wasserglas auf meinem Nachtkasten.

Renate im Quartett."

Das ProblemMusik und Film" ist nicht neu. Das Leben bedeutender Komponisten ist immer schon ein begehrter und dankbarer Filmstoff ge­wesen. Ganze Opern und Operetten sind verfilmt worden. Aber auch ohne diese gegebenen Zusam­menhänge kommt Der Film ohne die Musik selten aus, fast ebenso selten freilich ist eine vollkommene Harmonie zwischen beiden erreicht worden, sobald man, um eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, statt einer eigenen Komposition klassische Musik benutzte. Auf eine höchst graziöse und zwanglose Art ist die­sem Problem in Dem Tobis-FilmRenate im Quartett" zu Leibe gerückt worden. Und deshalb verdient Der Komponist Norbert Schultze als Der eigentliche Held dieses Films zuerst genannt zu wer­den. Er hat alles Banale und Unechte vermieden und Die klassischen Melodien Schubertscher Quartett­sätze nur dahingebracht, wo sie ganz für sich zu geschlossener künstlerischer Wirkung kommen und wo sich daher Die Sammlung der aufmerksam Lauschen­den aus Dem Konzertsaal des Filmspiels wie selbst­verständlich auf den Betrachter Des Filmwerks selbst überträgt. Daß bei diesem sauberen Auseinander- halten von Film und Musik die Handlung keines­wegs zu kurz kommt, Dafür hat Paul Verhoeven gesorgt, Der nach einem Roman von Georg Albrecht von Ihering ganz leicht und spritzig, mit köst­lichem Humor und einem kleinen Schuß Sentimen­talität und Ironie ein luftiges Spiel arrangiert hat um Die Sorgen unD Nöte eines berühmten Konzert­quartetts, Dem zu unpaffenDfter Stunde der Brat­schist untreu wird, weil er sich einmal im Darietä versuchen will. Wie als Ersatz ein Mädchen ein- springt, das nicht nur musikalisch hoch begabt, son­dern leider auch hübsch ist und Damit jedem Der Quartettgenossen gefährlich wirk», entwickelt sich auf höchst amüsante Weise. Die Düsteren Ahnungen eines

für eine oder zwei Wochen. Die Reise- und Gast­stättenkarte besteht aus einer Brottarte, einer Fleisch- und Nährmittelkarte, einer Butter- und Fettkarte. Die Brotkarte ist in Abschnitte zu 50 g bzw. 25 g unterteilt. Die Fleisch- und Nährmittel­karte eMhält Abschnitte für Fleisch und Fleisch­waren zu je 50 g und Nährmittelkarten zu je 25 g. Die Butter- und Fettkarte enthält Teilabschnitte für je 5 g Butter, Margarine, Schweineschmalz usw.

Verkauf bezugsscheinpflichtiger Waren an Gefoigschaktsmitglieder.

Derschiedenttich ist Die Frage aufgetaucht, ob Die Abgabe von Waren an Gefolgschastsmitglieber in Hersteller- und Handelsbetrieben Der Bezugschein- pflicht unterworfen sei. Diese Frage ist zu bejahen. Die Zugehörigkeit zu einem Betrieb, Der bezug­

scheinpflichtige Waren herstellt oder verkauft, Darf im Interesse einer gleichmäßigen Versorgung aller Volk steile keine Mehrbelieferung mit solchen Waren Aur Folge haben. Das Gefolgschaftsmitglied muß deshalb beim Bezug im eigenen Betrieb stets einen Bezugschein vorlegen.

Die Auszahlung des Familienunterhalts.

Vom Städttschen Sozialamt wird uns mitgeteilt: Zur Vereinfachung Der Auszahlung Des Familien­unterhaltes werden die Unterhaltsbettäge vom 1. November ab in zwei Monatsraten ausgezahlt. Am jeweiligen Zahltag roirt) Der nächste Ausmh- lungstermin durch Anschlag bei Der Zahlstelle (Be- zirkssparkasse) bekanntgegeben. Im Interesse von Mieter und Vermieter sei ausdrücklich bemerkt, daß bei Der Festsetzung der Unterhaltsbeträge Die volle Miete berücksichtigt wird. Als zweckgebundene Mittel sind diese Beträge daher voll zur Bestreitung Der Miete zu verwenden. Es besteht keine Möglich­keit, etwa auflaufende Mietrückstände aus Familien- Unterhattsmitteln zu übernehmen.

Die Einreise in die Saarpfalz.

Die Einreise in Die Kreise: Restkreis Merzig- Wadern, Saarlautern, Saarbrücken-Stadt, Saar­brücken-Land, Ottweiler, St. Ingbert, Homburg, Zweibrücken, Bergzabern, Pirmasens, Landau und Germersheim ist für Zivilpersonen, Die in Diesen Kreisen Nicht ihren Wohnsitz haben, sich aber aus wirtschasttichen Gründen Dorthin begeben müssen, nur auf Grund eines besonderen Ausweises mög­lich. Die Ausstellung eines solchen Ausweises Darf nur in dringenden Fällen bei Der für Den Wohn­ort Des Antragstellers zuständigen unteren Verwal­tungsbehörde (Landrat oder Polizeipräsident) be­antragt werden. Die Ausgabe von Fahrkarten durch die Reichsbahn nach Orten in Den oben genannten Kreüsen findet nur gegen Vorlage eines gültigen Ausweises statt.

** Verlegung Der Di en st räume des Städtischen Jugendamtes. Die Geschäfts­lage beim Städtischen Sozialamt macht eine vor­übergehende Verlegung der Diensträume des Städ- ttschen Jugendamtes erforderlich. Das Städtische Jugendamt befinDet sich ab Donnerstag, 26. Oktober, im Städttschen Haus, Lonystraße 2, 1. Stock.

** Von Der Seifenkarte. Der Abschnitt B der Reichsseifentarte berechtigt erst vom 1. Novem­ber ab zum Bezug von Seife und Seiftnpulver.

Strafkammer Gießen.

Der G. S. in Afsenheim hatte sich wegen Ur­kundenfälschung und Betrug zu verantworten. Er hat in Den Jahren 1937 bis 1939 sich und seine Braut wieDerholt bei Der PolizeibehörDe an- und abgemeldet und sein unehelich geborenes Kind als ehelich geboren beim Standesamt angemeldet. Er hat weiter dadurch bewirkt, daß er Fettverbil­ligungsscheine und Zuwendungen von Der NSV. erhielt. Der Angeklagte war geständig und bereute

Freundes, Der an die StanDfestigkeit des rein sach­lich-künstlerischen Fundaments der Beziehungen zwi­schen dem Quartett und seinem neuenvierten Mann" nicht glaubt, sollen sich nur zu schnell verwirklichen. Die Bratsche muß sich selbst Dem Sturm der Kon­flikte entziehen. Der sie heraufbeschworen hat. Aber überraschend und wahrlich wieder einmal im be­rühmten letzten Augenblick findet sich eine Lösung, die alle befriedigt, die künstlerische Einheit Des Quartetts rettet und auch Gott Amor zu seinem Recht kommen läßt. Zu einem Quartett recht ver­schiedener Temperamente haben sich Attila Hör­biger, der Primgeiger, geradezu, bärbeißig und leicht cholerisch, Hans Brausewetter, die zweite Geige, behaglich-heiteren Gemüts mit einem senti­mentalen Anflug, und Johannes Riemann, das Cello, zuverlässig und ausgeglichen, wie es seinem Instrument angemessen ist, zusammengefunDen. Ha­rald Paulsen ist Der treulose vierte Mann, dem man den extravaganten Ausflug in die unseriöse Welt Des Varietes wohl glauben mag. Ihn ersetzt Käthe von Nagy als Bratsche, bei allem Charme doch selbstbewußt und sachlich. Den Freund, der sich schließlich selbstopfert", um das Quartett zu retten, spielt Gustav Fröhlich, mit heiterer Gelassenheit über Den Dingen stehend. Die Regie Paul 23 er» hoevens hat in der bezaubernden Anmut des Würzburger Barocks und Der Behaglichkeit eines winterlich verschneiten Berggasthofs dem luftigen Spiel einen ihm angemessenen Rahmen geschaffen.

*

Im Beiprogramm sah man einen geschickt aufge­zogenen Film von der Zündhol^fabrikation. In Der Wochenschau interessierten besonders Die Bilder vom Handelskrieg unserer Marine, Die wirkungsvollste Antwort auf Englands Blockadeerklärung.

Fr. W. Lange.

Zeitschriften.

Die neueste Jllustrirte Zeitung bringt eine Zeichnung von Karl StorckDeutscke Infan­terie mit Granatwerfer beim Angriff"; ferner ein vierfarbiges Bild von Rudolf Lisins Deutsche Pio­niere beim Bau einer behelfsmäßigen Brücke"; so« knmn eine weitere Zeichnung von Karl Storch, die das Anhalten eines Handelsschiffes zeigt, und schließlich ein Gemälde von dem Marinemaler Wal­ter ZeedenAngriff deutscher KampfflULZeuge auf einen englischen Flugzeugträger". Sehr eindrucks­voll ist Der BildberichtMarschieren Marschie». ren", der Eindrücke von Den Leistungen Der Truppe vermittelt