Ausgabe 
25.7.1939
 
Einzelbild herunterladen

471t

Dienstag, 25.Zuli 1939

Kr. Ul Zweites Blatt

bräunt-fchützt

Haut-Oel -.70, 1.20

39»

i g f ü r b a s Geschäfts- M. in Einnahme und 4894

Sie Aengefialtrmg am Selierstor

betannl

SomenstrO^

i echt Gol

Sieben Uraufführungen in Gießen

der

Uraufführung angenommen.

mittags 18,4 6»!

25. M: imtjg.

d, Minimum ic ren in 10 an L am 25.Mr: 8,5 mm. &?

Lehrer

b. Schck

»ei- 0(f

jahr 1 9 3 9 mit 4940 R'

RM. in Ausgabe zur Kenntnis der Versammlung gebracht und gutgeheißen.

Graphiker Rohrbach, Gastwirt Herr und^Werbe- kaufmann Herr. Der Ausschuß für Stadt­verschönerung setzt sich zusammen aus Stadt­baudirektor Graoert, Gärtnereibesitzer Weber, Kauf­mann Täubert, Kaufmann Kreuder und Kaufmann Winterhoff. Diese Ausschüsse sollen neue Ge­danken zur Werbung bzw. V e r s ch ö n e - rung der Stadt ans Tageslicht bringen und so durcharbeiten, daß der Verein damit eine fruchtbare Arbeit für unsere Stadt entfalten kann.

Der Fremdenverkehrsoerein Gießen hielt am gestrigen Dienstagabend unter der Leitung des 2. Vorsitzenden, Beigeordneten Nicolaus, im Hotel Hindenburg seine diesjährige Mitgliederver­sammlung ab. Der Besuch, insbesondere' aus den Kreisen der Geschäftswelt, war sehr gut, so daß man daraus wohl den Schluß ziehen darf, daß das Interesse .an der gemeinnützigen Arbeit dieses Ver­eins in jüngster Zeit erheblich zugenommen hat.

Nach dem Gedenken der im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder wies Beigeordneter Nico­laus auf den Geschäftsbericht für das Geschäfts­jahr 1938 hin, der im Gießener Anzeiger Nr. 137 vom 15. Juni ausführlich zur Kenntnis der Oeffent- lichkeit gebracht wurde. Ferner hörte man die er- reuliche Mitteilung, daß der Verein in jüngster Zeit einen ansehnlichen Zuwachs an Mit­gliedern erhalten hat, so daß ihm jetzt über 290 Einzelpersonen und einige Körperschaften ange­hören. Mit gutem Grund wurde jedoch betont, daß immer noch mehr Volksgenossen, hier wiederum Geschäftsleute, MitgliederdesVer- eins werden müssen, damit dessen Leistungs­fähigkeit im Interesse unserer Stadt noch weiter

schrieben worden, von dem man sich ebenfalls ein starkes Echo verspricht. Zu diesem Wettbewerb sind neben den Berufsphotographen auch alle Amateure aufgerufen. Ein Preisgericht aus mehreren Mit- aliedern wird die eingesandten Photos prüfen und bewerten. Man hofft bei der Vereinsführung, daß dieser Wettbewerb eine große Zahl von Photo­freunden auf den Plan ruft.

Für Oktober ist wiederum, wie 1937, das Karpfen­fest mit Preisangeln, ein F i s ch f e st mit Wett­angeln am Schlageterteich vorgesehen, das insbesondere von den Sportanglern stärkste Be­teiligung finden muß, aber auch alle Volksgenossen zu reger Anteilnahme auffordert. Es soll dafür Sorge getragen werden, daß man von den ge­fangenen Karpfen abends an Ort und Stelle auch eine gute Mahlzeit erhalten wird. Zum Angeln werden nur die Angehörigen des Reichsverbandes der deutschen Sportfischer zugelassen. Allerlei ge­sellige Unterhaltungen sollen mit diesem Fischfest und Wettangeln durchgeführt werden.

Ein Neudruck des Stadtplans von Gießen ist in Vorbereitung, als Grundlage dazu foll der neue Stadtplan dienen, der auf dem Bahn­hofsplatz als Orientierungstafel aufgestellt ist.

Zur Werbung der Autofahrer für Gießen sollen an den Tankstellen Werbeschriften unserer Stadt ausgegeben werden, womit man bis­her bei der Tankstelle in Stembach schon gute Er­fahrungen gemacht hat. Diese Werbung soll einen weiteren Ausbau erfahren.

Die Weihnachtswerbung in der Form eines L i ch t f e st e s soll auch in diesem Jahre mit Hilfe des Gießener Einzelhandels wieder durch­geführt werden. Man verspricht sich davon einen starken Fremdenverkehr, wie er auch im Vorjahre hier zutage trat.

Im Vorprogramm gibt es die neue Ufa-Wochen­schau, die u. a. einen Bildbericht vom Tage der Deutschen Kunst in München enthält.

Hans Thyriot.

J r 51 a g: 5k 'tg; für die Ich

ter ihres ältesten Sohnes, vertieft und sogar ein wenig verklärt. Die national begründeten, charak­teristischen Elemente dieses Films wird man vor allem in dem Appell an das reine Gefühl, an das menschliche Verständnis für eine große, wiewohl verspätete Leidenschaft erkennen; auch in der hell­sichtigen Klarheit, mit der die Entwicklung und das Ende dieser Liebe vorausgefühlt werden. In der Inszenierung, der Darstellung und der Photo­graphie (an der Kamera stand Rene Gaveau) dürfen wohl als typisch französisch vor allem der Sinn für Theaterwirkung, für die große Szene wie die intime Episode, die Sinnlichkeit und Eleganz des Spieles und endlich gewisse Bildwir­kungen gelten, die an Gemälde der Impressionisten erinnern. Jean-Pierre Aumont, der den jungen Liebhaber spielt, Jean Worms, der Gatte, und Bernard Laueret, der älteste Sohn der Colibri, stehen neben Huguette Duflos in der Titelrolle: sie erinnert im Gesichtsschnitt an unsere Hilde Körber, sie ist eine sehr geschickte, bewegliche und steigerungsfähige Schauspielerin; schade, daß man sie nicht sprechen hört, während sie, die Rolle voll ausschöpfend, die Skala der Empfindungen und Ausdrucksmöglichkeiten vom heimlichen Glück bis zum stillen Verzicht und einer späten Mütterlichkeit durchläuft. (Badalo-Film).

Die sind im ersten Dämmer auf die Felder hin­ausgewechselt und haben sich zwischen den decken­den Roggenbreiten platt in die Furchen gedrückt; andere taten sich unter den raumen Buchen nieder, wo der Tropfenfall am ehesten versiegt, denn alle hat die stürmische Nacht so mitgenommen, daß das Verlangen nach Ruhe stärker ist als die Wach­samkeit: sie schlafen wie die Murmeltiere. Nur der alte Dreistangen-Bock vom Steinberg, der im Heidekraut zwischen Kusseln und meterhohen Far­nen am Rand der Föhren sitzt, muß sich über eine einfältige Brummfliege ärgern kaum ist er ein­genickt, surrt sie ihm um die empfindlichen Lauscher. Darum nimmt er schon von weitem den Grünrock wahr, der, um die müden Tiere nicht hochzumachen, mit sachten Schritten den Weg unter den Kiefern daherkommt mit wenigen kurzen Fluchten taucht er in dem nahen Mischbestand unter ...

fteüer!

Der Jagdpächter aus der Stadt in moorgrüner Iägertracht und nagelneuen Ledergamaschen ist von früh bis spät im Revier; auf Pirsche und Ansitz hat er bisher keinGlück" gehabt. Der Förster hat ihm geraten, beim Blatten nicht die Hochsitze zu be­nutzen, die der Pächter an Feldrand und Seeufer verschwenderisch hat anbringen lassen, sondern seine Künste lieberim Parterre" zu üben. An einem Tage hat er unter den jungen Buchen Posten ge­faßt; doch auf einen sehnsüchtigen Fieprus hatte nur die alte Schwammerlies, die dort Blaubeeren suchte den Kopf aus dem Busch gesteckt und den lästerlichen Fluch des Enttäuschten mit boshaftem Grinsen quittiert. Heute aber die Brunft geht schon zu Ende hat er sich einen bequemen Sitz im trockenen Graben des Bruchholzes gerichtet und blattet frisch darauf los. Nichts rührt sich. Aber er weiß, daß Geduld die erste Jägertugend ist; darum stimmt er den Lockruf von neuem an. Doch alles bleibt stumm wie zuvor. Da rückt er sich zurecht, legt die gestochene Büchse über die Knie, und aus

Mhelm trs: 6r*b t unb Ä.

i. D.: (Em: i.-' Thyriot; fiM

Ernst Wb ner. Anzeige^:, len Anhalt tafe VI. 1939: M IniüerfiiätsbniiiF: ßen. Mnatckp j Pf. Zustchb ehr. Einzelver!^ Pf., mit bet D ist Preisliste & 37 gültig.

* hat p» ft unb einen ra i

In benP

die Tempetr urückgegangen.! efchauern. } l wird sich jttan einstellen, bot t zu rechnen

Wechsel erschlüge, meifer:

Aus der Stadt Gießen.

Unterbrochenes Spiel.

In einer Seitenstraße mit anmutigen Vorgärten mb lindenüberschatteten Bürgersteigen tollten zwei finge Katzen in wilder Spielleidenschaft fauchend int) mauzend einander nach. Sie tobten auf den (rirtenmäuerchen hin, huschten durch die Latten der jüune, setzten in geschmeidigen Sprüngen über bcken und Pfosten und rasten ausgelassen über die strafte. Bald flüchtete die schwarz-wciß Gescheckte in- dem getigerten Verfolger als jagte sie wie eine lifgeftöberte Maus um ihr Leben, bald machte in sihem Wechsel der Rollen die scheinbare Beute plötz- Iti) kehrt und fegte nun mit funkelnden Pupillen linier dem zum Ausreißer gewordenen Angreifer l r. Schließlich setzte die schwarz-weiß Gescheckte rit spitzen Krallen wie ein kletterndes Eichhörnchen

I f'il an einem Lindenbaum hoch und bis ins unterste Z'twerk hinauf. Aber ebenso flink blieb ihr die Ge- teerte dicht auf den Sohlen, sprang mit ihr ab und lng, wie sie, im nächsten Augenblick in halber jähe eines zweiten Stammes, wo sie sich mit ge­staubtem Fell und tückisch wedelnder Schweifspitze tnander anknurrten, als sei es ihnen blutigster ("nft und den gezückten Krallen eine Wollust, sich berraschenb in den Pelz des Gegners zu hauen. 'Da erklang vom andern Bürgersteig her das Ge- l°ff eines schwarzhaarigen Pinschers. Es hörte sich r,:e ein entrüstetes Schimpfen an, als wollte er den btzen sagen, daß ihre Tollheiten ganz und gar icht auf die Straße paßten und daß sie sich gefäl- 1Jlft in ihre Höfe machen sollten. Bei dem ersten ; laut des Hundes waren die Katzen wie verwandelt nm Baum herabgeglitten und hatten mit geduckel- ; in Rücken eine groteske Abwehrstellung eingenom- r?n. Als aber der Hund, sich an seinem eigenen <?bell ermutigend, mit ein paar Sätzen herüber- stang, zog sich die schwarz-weiß Gescheckte auf ein Bäuerchen zurück. Die Getigerte indes wich keinen schritt, und der Pinscher wagte den letzten Satz r.Hjt zu tun. Er versuchte eine Umgehung, aber die Litze folgte seinen Bewegungen mit grünsprühen- b-n Lichtern. Diese und ihr seltsam wie eine Brücke ciporgebäumter Rücken verrieten, wie aufgewühlt s war und wie sie von Kampfstimmung überkochte, s ruhig und gelassen sie auch sonst äußerlich er- stien.

Der Pinscher, der verstummt war, keineswegs coer, ganz ohne einen Eindruck hinterlassen zu tiben, abziehen wollte, versuchte mit einem Mal Im Freundlichen zu spielen. Er warf die Dorder- lüne vor, machte mehrere Bücklinge und Kopf- nrrenfungen, wobei nicht nur der Schwanzstum- rH, sondern das ganze Hinterteil wackelte, und gab rnige Laute, die man wie frohe Zurufe, oder wie belachter zu feinem drolligen Gebühren deuten itmte. Die Getigerte verharrte jedoch in Unnah- irFcit, was ihn veranlaßte, sich noch etwas ver- - üblicher zu machen. Er beugte den Kopf weiter nr, aber schon saß ihm mit einem Zischlaut die Ätze der Getigerten auf der Nase, daß er sich Äqend davontrollte.

°Jm nächsten Augenblick krallte sie sich wieder am iQum hoch, und die Gescheckte hinter ihr drein. Das Lviel nahm seinen Fortgang. P. B.

Ernteeinsatz der Beamtenschaft.

! WSG. Die Beamtenschaft des Gaues Hessen-Nassau if sich der Bedeutung des Einsatzes weitester Volks- siiiichten zur restlosen und rechtzeitigen Erfassung der di-sjährigen Ernte, also zur Sicherstellung der Er- rlhrung unseres Volkes bewußt. Wie in den ver- pingenen Jahren, so werden sich die Beamten aller Isenstzweige auch im Ernteeinsatz 1939 weitgehend Heiligen. In einer Besprechung mit den Kreisamts- htern hat der Gauamtsleiter des Amtes für Be- o:nte, Kremmer, die Richtlinien für den diesjährigen Ernteeinsatz der Beamten des Gaues Hessen-Nassau blanntgegeben. Durch enge Zusammenarbeit mit t-m Kreisleitern und dem Reichsnährstand, sowie den ^chördendienststellen und den zuständigen Arbeits- antern' ift die zweckmäßige Durchführung des Ernte- Ansatzes der Beamtenschaft sichergestellt.

fachen dieses Verbesserungswerkes, sondern auch der vorausschauende Blick auf die künftige Derkehrs- geftaltung an dieser Stelle vom Zeitpunkt der E i n- führung der Oberleitungsomnibusse im Laufe des nächsten Jahres machte es dringend notwendig, am Selterstor Neues und Gutes zu schaffen, wenn man nicht riskieren will, daß dort von Tag zu Tag tödliche Unglücksfälle im Fähr­verkehr entstehen. Um vielfältigen Gefahren von vornherein zu begegnen, habe sich die Stadt, bei aller Achtung vor historischen Bauwerken, doch ent­schließen müssen, bereits ein Torhaus am Selters- tor abzubrechen, und es sei damit zu rechnen, daß auch das andere Torhaus an dieser Stelle beseitigt werden müsse, um genügend freies Ge­lände für eine einwandfreie Ver - kehrsgestaltung und die erforderlichen tech­nischen Anlagen der Oberleitungsomnibusse zu schaf­fen. Diese neuen Verkehrsmittel, mit denen wir vom nächsten Jahre ab rechnen können, machen die durchgreifende Neugestaltung des Platzes unum­gänglich notwendig. Bei dieser Gelegenheit solle aber auch die Frage der Parkplätze für Autos eine weitgehend befriedigende Losung er­fahren dergestalt,* daß das Gartengelände am Hindenburgwall gegenüber der Einmündung ber Bleichstraße, also zwischen den HäusernAn der Iohanneskirche bis zum Torhaus am^ Seltersweg (Gärten hinter Nowack), das von der Stadt bereits angekauft wurde, für Parkplatzzwecke Verwendung finden soll. Ferner ist vorgesehen, vom Horst- Wessel-Wall aus eine Parkplatzstraße in Richtung zur Wolkengasse am Dolksbad vorbei zu schaffen, damit auch dort genügend Parkmöglichkeit für Kraftwagen vorhanden sein wird. Beide Parkplätze

Glona-palast:Mama Colibri".

Es ist, schon um der verhältnismäßig selten ge­botenen Möglichkeit des Vergleiches willen, lehr­reich und interessant, einen ausländischen Film zu betrachten und zu sehen, was die andern machen, und wie sie es machen. Allerdings muß man, was den Film betrifft, immer bedenken, daß ein reiner Vergleich bei uns nicht möglich ist, daß man stets nur Annäherungswerte erhalten wird: das liegt an der Synchronisation. Der Eindruck einer schauspiele­rischen Leistung wird stets unvollkommen sein, wenn man die ursprüngliche Stimme nicht hört; auch bann, wenn gegen die deutsche Ersatzstimme an sich nichts einzuwenden ist. Im übrigen liegen, aus sprachlichen Gründen,, die Verhältnisse bei einem französischen Film wie diesem das Problem müßte einmal genauer untersucht werden wahrscheinlich günsti­ger als bei einem englischen oder amerikanischen; beim französischen wird man wiederum besonders auch das unterschiedliche Sprechtempo berücksichtigen müssen; man kann, rein äußerlich, bei gleicher Zeit mehr französischen Textunterbringen" als deut­schen. Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, wurde jeweils nur der Vergleich mit ber Originalfassung entscheiben können.

Mama Colibri" wurde gedreht nach einem Schauspiel des Dramatikers Henry Bataille; das Buch schrieb Andre H. Legrand; Regie führte Jean Dreville. Es handelt sich hier um die Geschichte einer Frau, die der Liebe zu einem viel jüngeren Mann ihre Ehe opferst ihren Gatten und ihre beiden schon erwachsenen Söhne verläßt; das Ende ist vorauszusehen: der Geliebte findet nach einer kurzen Zeit des Glückes ein Mädchen, eine neue und junge Liebe; die viel ältere, schon leise alterndeColibri" begreift sofort, daß nun alles aus ist, die jüngere wird das Feld behaupten; ihr selbst bleibt nur der stille Verzicht, die Erinne­rung unb die Heimkehr; ihr beim Abschied schon ganz mütterliches Gefühl wird durch die Freude über ein inzwischen geborenes Enkelkind, die Toch­

Jm Anschlutz an einige Bemerkungen aus dem Mitgliederkreis über unsere Anlagen, ins­besondere am Hindenburgwall, über die Frage der Parkplätze, des Parkens an ver­kehrshemmenden Stellen, Zusammenballungen von Kraftfahrzeugen usw. äußerte sich der Vorstand des Stadtbauamtes, Stadtbaudirektor G r a v e r t, über alle diese Fragen. Er brachte dabei überzeugend zum Ausdruck, daß die Stadt hinsichtlich der schö­nen Anlagengestaltung bisher schon alles getan hat, was man billigerweise von ihr erwarten kann und was auch in mancherlei^Hinficht das Bild unserer Anlagen in vorteilhafter Weise gestaltet hat. Ferner betonte er, daß die Stadt bei ihren Be­mühungen, unsereAnlagen immer weiter z u verschönern, nicht müde werden wird, aber doch auch der dringenden Erwartung Ausdruck geben muß, daß diese Verschönerungsarbeit von allen Kreisen der Bevölkerung die verdiente Wür­digung und Anerkennung erfährt.

Zur Autoverkehrs- und Parkplatz- Frage übergehend stellte Stadtbaudirektor Gra - vert die in den Anfragen besonders behandelten Verhältnisse am Selterstor in den Vor­dergrund seiner Mitteilungen. Er machte dabei deutlich, daß sich an dieser Stelle immer stärker Verhältnisse herausgebildet haben, die dringend einer durchgreifenden Abänderung mit dem Ziele einer Verbesserung bedürfen. Zu diesem Zwecke habe ^etzt die Stadt die Durchführung eines groß­zügigen Plans d e r Neugestaltung am Selter stör in Angriff genommen. Nicht allein die nachgerade unhaltbar gewordenen Verkehrsver­hältnisse am Selterstvr, insbesondere im Kraftfahr^ zeug- und im übrigen Fährverkehr, waren die Ur-

Verkehrswerbung und Gtabtverschönerung.

Oie Neuordnung des Stadtbildes am Gelterstor. Neue Parkplätze und endgültige Gestaltung des Ludwigsplatzes.

5s^

Der Sommer ist vorgerückt, die Hundstage haben große Hitze gebracht; allnächtlich steht fahles Wet­terleuchten über den fernen Waldbergen. Jetzt ift der Wald voll Gefahren, denn die Zeit, wo der Rehbock geschont werden mußte, ist vorüber und die Brunft ist da; schon sind auf Lichtungen und Blößen dieHexenringe" zu sehen, das sichere Ze­chen des Brunftbeqinns, denn dort trieb em Bl die Erkorene im Üiebeskreis um die rotblühenden Weidenröschen und Stauden. Auch die paarweis jagenden verwilderten Dorfköter sind zu fürchten, und die schlimmste Pest des Waldes, die Schlingen-

Wünsche und Anregungen.

Nach ber raschen Erledigung der geschäftlichen An­gelegenheiten entwickelte sich eine umfangreiche Aus­sprache über mancherlei Wünsche und A n - regungen für die Vereinsarbeit im neuen Geschäftsjahr 19 39/40.

Im Vordergrund stand hierbei zunächst wieder die Dringlichkeit des weiteren Zuwachses an Mitgliedern, da nur ein wirtschaftlich starker Verein die beste Verkehrswerbearbeit im Interesse unserer Stadt leisten kann. Hier erging erneut der Appell vor allem an die Geschäfts­leute, den Verein durch ihre Mitgliedschaft bei seinen Aufgaben ber Verkehrswerbung zu unter­stützen, zumal bie Erfolge ber Verkehrswerbearbeit in erster Linie ber Geschäftswelt zugutekommen. Da­neben ist aber auch jeber andere Volksge­nosse in unserer Stadt dem Fremdenverkehrsver­ein als Mitglied willkommen, da er seine Arbeit auf ber benfbar breitesten Grunblage zum Wohl der Allgemeinheit entfalten will.

Für bieses Geschäftsjahr hat die Vereinsführung wiederum eine Reihe von Deranstal- t u n g e n vorgesehen, von deren Durchführung eine gute Verkehrswerbung erwartet wird. Es sei hier zunächst ber Blumenschmuckwettbewerb erwähnt, für ben jetzt schon sehr viele Anmeldungen vorliegen. Neben ben bisher üblichen Preisen wird ber Verein von jetzt ab für bie besten Leistungen auch b r e i Ehrenpreise verteilen. Ein Preis­gericht aus brei Sachverständigen wird bie Ent- scheidung über bie Wettbewerbsarbeit treffen. Die Verteilung ber Preise wirb künftighin nicht mehr wie früher burch bloße Aushänbigung erfolgen,' fonbern sie soll im Rahmen einer kleinen, aber mürbigen Feier vorgenommen werben.

Zur Erlangung von schönen Bilbern aus unserer | Stabt ist ein Photo-Wett bewerb ausge-

rokr»11

gewöhn1 u Mi^rsp WlG#iir if«" eh«- Gieß"1"'*

n rt' 'S41

gesteigert werben kann.

Sobann würbe bie Rechnung für 1 938 vor­getragen, die wir bei ber Besprechung bes Geschäfts­berichts für bas abgelaufene Vereinsjahr ebenfalls schon zur Kenntnis 'ber Bevölkerung brachten. Der Vereinsführung mürbe einmütig Entlastung erteilst nachbem bie Rechnungsprüfer mitgeteilt hatten, daß die Kassenführung in allen Teilen in bester Ord­nung und vorbildlich befunden wurde. Sodann wurde der V o r a n s ch l a 'x £ 1'

dem Geschreiblatter neuesten Systems aellt es schril­lend durch das Bruch:Piju, Piju". Lange erwar­tungsvolle Stille, vielleicht kommt der Bock, wie so oft, geschlichen. Das tat er auch nur war er so schlau gewesen, den Nimrod zu umgehen, und als er unversehens üblen Wind bekam, prasselte er mit höchster Fahrt erbost schmälend davon; er war für alle Zeitverblattet" ...

Das Stadttheater Gießen (Intendant Hermann Schultze-Griesheim) bereitet, wie bas Dramaturgische Büro mitteilt, für bie Spielzeit 1939/40 folgenbe Uraufführungen vor: Von M o l i ö r eDer eingebilbete Kranke" in der Uebersetzung von Wolde unbDie erzwungere Hei- rat" in ber Uebersetzung von Koester. Von bem ungarischen Dichter Dorösmarty gelangt bas SchauspielCsongor unb Tünde" zur Uraufführung und von bem irischen Dichter William Butler Y e a t s bas SchauspielDie Kriegsfurie". An Ur­aufführungen deutscher Werke sind vorgesehen: Don Wilhelm E s ch m a n nAriadne" und von Hans R e h b e r gPreußische Komödie". Ferner wurde das BallettSüdfrüchte" von Eugen B o b a r t zur

Goninier-Nehe.

Von Karl Scherer.

Jlleber den reglosen Baumkronen, über den dür- I irden Wiesen unb Weiden lastet seit Hellwerden Uiickende Gewitterschwüle. Die Schwalben fahren kiht über den Boden unb ziehen ihre Kreise um (her unb Mensch. Kraut unb Gras unb die weißen Maßliebe am Walbrand lassen müde die Kopse hangen. In der Frühe hat sich die Sonne blutrot cuis trockenem Qualm erhoben, ber Tag verging in d mpfem Brüten; gegen Abend verschwindet das ksistirn hinter schwarz geballten, von goldenen Lich­ten noch umzitterten Wolken, bann wirb es bunkel, h-s Wetter bricht los.

-Der Regen strömt in schweren Güssen. Auf Augen- bivcke loht der Walb in bem brausenben Wehen, tt.5 ständen Stämme und Aeste in Hellem Feuer, ui.b bei jedem Wetterschlag fegen geängstete Mhe laut schreckend durch das triefende Unterholz. Uss die ersten Strahlen des jungen Tages über die Birge zucken, steht die Luft klar unb rein über den frischten Wäldern unb Fluren unb unter den k iumen weht es kühl und würzig. An Blatt und Rus hängen glasklare Tropfen, unb bie Blüten finb [dimer von Wasserperlen.

Auf einer Waldwiese zwischen Hochwald Hügeln, |u der sich selten ein Mensch verirrt, äsen drei R3f)e. Der Winkel ist still unb heimlich. Unter 'ksern unb Korbweiden gluckert es in sanftem Ge­ißle silbern talwärts, Blutweiderich wächst am [eichten Ufer unb zwischen den Steinen nicken die Ledel des Wasserfarns. Die Rehgeiß, müde von ! ki Schrecken der Nacht, hat sich in ber Deckung k bichten Wiese niebergetan, boch sie schläft nicht; kirn bie wochenalten Kitzen sind noch unerfahren irn nähern sich äsend gern dem Waldsaum, wo der v« Räuber umherschleicht, dem die hungrigen Zingfüchse jetzt keine ruhige Stunde lassen. Schmuck im schon ist das Pärchen, eine Augenweide für i ie i Freund des Waldes. Ueber die rostrote Decke irx> gelbe Tupfen und Flecke verstreut, die sich mit I iem ersten Winterhaar verlieren. Der schwarze, i arner feuchte Aeser taucht tief zwischen bie langen Ijtlme, doch der Naturtrieb ist schon mächtig: so ' if: das Köpfchen auszuckt, äugt unb windet bas Kitz iLTmertfam in bie Runbe trau, schau wem! Kes Revier hat reichen Rehstand, aber von ben it len Schmalrehen und führenden Geißen, die v st um diese Sstunde gern unter ben Buchen um= ?c ziehen, ist nichts zu sehen.

bc; Ä 1 w K; V

r»

Sie ü S r Don IjÄi r9ibt ein h w nb tröJh trab, ft.» in" LE "2'oparb 8. *» Hm Ä"°d

c ""ch erzählt. nann 21. A v ' d-5 Lebens l berichtet.

Zur Bearbeitung von Sonberaufgaben wurden ein Werbeausschuß und ein Verschone.- rungsaus schuß eingesetzt. Dem Werbeausschuß gehören an: Kaufmann Schultze, Kaufmann Schulte, Kaufmann Röder, Schriftleiter Dr. Lich, Schriftleiter Blumschein, Reichsbahnoberinspektor Kliffmüller,