Ausgabe 
25.5.1939
 
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Nr. ,20 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger(General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 25. Mai,939

Man kann

die-

26 Trauungen zu Pfingsten.

da

Zeitschriften.

un- wir

jetzt auf 2 Arten braun werden)

1 - Allmählich an die Sonne gewöhnen - mit NIVEA-CREMEI

2 Vom ersten Tag an fange in der Sonne bleiben - mit NIVEA-ULTRA-OL«

versuchen. Sie werden, wenn Sie dann noch sind, sehen können, wie ein Rettich aussieht." Da bin ich neugierig", sagte ich.

Schmeckt es Ihnen?" fragte der Mann.

In Wien wurde die Große Deutsche Luftschutz- Ausstellung eröffnet. Dazu bringtDie Sirene" ein Sonderheft Oesterreich heraus. Ein Geleitwort des Reichsstatthalters Bürckel würdigt die Arbeit des Reichsluftschutzbundes. Schöne Bilderartikel zeigenLuftschutz rund um den Stephansdom", Selbstschutz auf dem Grazer Schloßberg, auf einem Bauernhof und in Innsbruck". Andere interessante Aufsätze erzählen von der Landesgruppen-Luftschutz- schule in Grinzing, von einem Besuch in einem Salz-

Wo haben Sie die Rübe denn her?" unterbrach er mich.

Herr", sagte ich,es ist keine Rübe. Es ist ein Rettich. Ich habe ihn in einem Laden gekauft."

Haben Sie einen Rettich verlangt?" fragte er. Allerdings. Das heißt", verbesserte ich mich,vor dem Laden stand ein ganzer Korb voll Rettichen, und da habe ich mir diesen ausgewählt, weil er besonders schön war, ihn aus dem Korb genommen und gefragt, was er kostet."

,^Haben Sie gefragt, was kostet dieser Rettich?" Ich habe nicht mit Worten gefragt", sagte ich. Ich hielt den Rettich hoch, und da nannte die Ver­käuferin den Preis."

Er nickte, dann sagte er:Sie haben also weder einen Rettich verlangt, noch gefragt: was kostet dieser Retttch. Woher wollen Sie dann eigentlich wißen, daß das, was Sie gekauft haben, ein Rettich

Aber Herr"> sagte ich,ich kenne doch Rettiche. Jedes Kind wird Ihnen sagen können, daß das hier ein Rettich ist."

..Run", sagte er,ich sage Ihnen, daß es keiner ist, und ich bin ein alter Rettichpflanzer. Ich bin Fachmann sozusagen, wenn ich auch kein Rettich­gärtner bin."

Aber was ist es denn dann?" fragte ich ver­zweifelt. Der Kerl fing nachgerade an, mir meinen Rettich zu verleiden.

,Lch weiß es nicht", sagte er.Ein Erdgewächs scheint es zu sein. Ich bin sehr vorsichtig im Urteil und äußere mich nur da, wo ein Zweifel aus­geschlossen ist. Infolgedessen kann ich Ihnen nicht sagen, was es ist, ich kann Ihnen nur sagen was es nicht ist, nämlich: ein Rettich ist es nicht. Vielleicht ist es die Wurzel irgendeines Nachtschatten­gewächses."

Bitte?" sagte ich. Er hatte mir jetzt wahrhaftig die Freude verdorben. Ich saß da und hatte fast den ganzen Rettich gegessen, und jetzt schmeckte er mir nicht mehr. Als ein Mädchen vorbeiging, das die leeren Teller abräumte, gab ich ihr meinen Teller mit dem Rest meines Rettichs mit. Ich dachte ver­drossen an Nachtschattengewächse. Ohne jnir helfen zu können, dachte ich plötzlich an Nachtschatten­gewächse in meinem Magen. Es war blödsinnig, aber ich fing auf einmal'zu überlegen an, ob es möglich sein konnte, daß ich etwas andres gekauft und gegessen hatte als einen Retttch.

Dann kam die Frau des Mannes und brachte eine Einkaufstasche mit, aus der sie allerhand hcr- vorholte. Brot, ein Stück Wurst, Käse und etwas '

eher an Präzisionsarbeit gewöhnt waren und schon in den 60er Jahren die Teilfabrikation einge­richtet worden mar, auf denen sich die Vielseitig­keit der Produktion, die rationelle Arbeit und die hohen Leistungen gründen.

Nach einer Besichtigung der Produktionsräume des Hauptwerkes trug sich der Botschafter in das Goldene Buch der Stadt Wetzlar ein. Don Wetzlar setzte er dann, seine Fahrt nach Bad-Nauheim fort. Tödlicher Unfall bei Rodheim a. d. D. Verhängnisvolle Schwarzfahrt mit dem Wolarrad des Schwagers.

In der vergangenen Nacht gegen 22 Uhr ereignete sich in der scharfen Kurve an der Amtmannsmühle unweit von Rodheim ein schwerer Verkehrs-- Unfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel und ein zweites in schwerste Gefahr gebracht wurde. Der 17jährige Heinrich Wagner von Krumbach, der heimlich den Motorradschlüssel seines Schwagers aus dessen Tasche genommen hatte und ebenso heimlich das Motorrad an sich nahm, um damit zu fahren, machte sich mjt einem Bekannten auf dem Soziussitz auf den Weg nach Rodheim. Hier ließ er seinen Fahrgast absteigen, ließ dann aber einen anderen jungen Mann, den 16jährigen Hans Schneider von hier, zur Mit- ahrt auffitzen und setzte mit ihm die Fahrt in der Richtung nach Gießen fort. Dabei fuhr er in her Kurve unweit der Amtmannsmühle mit großer Wucht gegen einen Baum und erlitt dabei 'einen chweren Schädelbruch. Auch fein Mitfahrer wurde chnier in Mitleidenschaft gezogen und erlitt mut­maßlich ebenfalls einen Sch'ädelbruch. Gegen 23 Uhr wurden beide Verunglückte von Arbeitern, die von Abendstern her in der Richtung nach Rodheim gin-

dem Städtmädel immer erinnerlich bleiben, wie das Schwalbennest unter dem Dache und das Rauschen des Brunnens in der Abendstille.

Nicht aber nur zuschauen sollen unsere Mädel. Der BDM.-Obergau hat jeder Fahrtengruppe einen Zwei- bis dreitägigen L andeinsatzdienst ver­mittelt. Beim Kartoffelsetzen waren willige Hände bestens willkommen; an regnerischen Tagen hat die Bäuerin ihre Hilfe gehabt: Flicken und Stopfen können auch die Mädel aus der Stadt, oder es waren Schuhe zu putzen und Kinder zu hüten. Und wie gerne wird beim Kuchenbacken geholfen.'

Oie alten Retiichpflanzef.

Von Rudolf Schneider-Schelde.

Was essen Sie da?" fragte der Mann in dem Biergarten, wo ich mich niedergelassen hatte, um einen Rettich zu essen. Er saß'an meinem Tisch und sah mir zu, wie ich auspackte, und sah neu­gierig meinen Rettich an.

Einen Rettich", sagte ich.

Nein", sagte er,ein Retttch ist das nicht."

Wieso? fragte ich,wieso ist das fein Rettich; fes ist doch einer, und zwar ein sehr schöner."

Nein", sagte er lächelnd,Rettiche kenne ich. Ich pflanze selbst Rettiche. Ein Rettich ist das nicht."

Entschuldigen Sie", sagte ich,ich weiß nicht, was Sie pflanzen, aber ich weiß, daß das hier ein Rettich ist, und wenn das, das Sie pflanzen, nicht so aussieht, wie das hier, dann sind es jeden­falls keine Rettiche."

Sie täuschen sich", sagte der Mann,ich pflanze feit Jahren Rettiche, obwohl ich fein Gärtner bin, aber ich habe einen Garten, und da pflanze ich seit Jahren Rettiche. Rettiche sehen anders aus, ganz anders als das, was Sie hier hoffentlich ohne Beschädigung Ihrer Gesundheit verzehren wollen."

Wie sehen Rettiche denn aus?" fragte ich humor­voll.

Ich sehe. Sie essen dieses Zeug da auf Rettich­art", sagte der Mann, der mir aufmerksam zusah, als ich den Rettich sorgfältig einschnitt und salzte, aber ein Rettich ist es trotzdem nicht."

Wollen Sie mal versuchen?" fragte ich, als ich fertig war und der Rettich genügend gezogen hatte.

Nein, danke", sagte der Mann,ich werde nach­her einen Rettich essen, den mir meine Frau aus meinem Garten mitbringt, ich möchte lieber nicht

Während der Pfingstwoche, und vor allem mittelbar vor und nach den Feiertagen, haben in Gießen eine besondere Heiratsfreudigkeit zu ver­zeichnen. Insgesamt haben 26 junge Paare die Ehe­schließung vor. Am gestrigen Mittwoch wurden beim Standesamt vier Trauungen vollzogen, für den morgigen Freitag ist eine Trauung vorgesehen, am Samstag findet beim Standesamt Hochbetrieb statt, denn an diesem Tage allein sind 19 Trauungen angesetzt, am Mittwoch nächster Woche schließlich olgen noch zwei Trauungen. Den jungen Paaren wünschen wir alles Gute für ihren gemeinsamen Lebensweg.

Dasaiuto" Leonardos.

Wie man vorhergesagt hatte, erregt beim Publi­kum in der kürzlich eröffneten Leonardo-Ausstellung in Mailand vor allem der Teil das größte Inter­esse, in dem Leonardo als der große Erfinder und Anreger technischer Errungenschaften gezeigt wird. Nach seinen Zeichnungen sind Modelle ausgeführt, die ihn als den großen Vorläufer der heutigen Tech­niker zeigen. In einem großen italienischen Werk über die Entwicklung des Automobils widmet der Herausgeber Giovanni Canestrini auch dem Anteil Leonardos an den Problemen der Bewegung von Fahrzeugen eine eingehende Betrachtung, und es ist gerade diese Betätigung des Genies Leonardos, die vor allem die Aufmerksamkeit der Ausstellungs-

besucher erregt; mehr noch als vor den Studien über ben Vogelflug und über den Fallschirm bleiben sie oor dem Modell stehen, das allgemein dasAuto Leonardos" genannt wird. Es ist ein sich selbst be­wegender Wagen, der'mit Hilfe starker Federn im Inneren in Bewegung gesetzt wird. Dieser sich selbst bewegende Wagen Leonardos, der ein richtiges Dif- erential, eine Transmission mit voneinander ab­hängigen Rädern und einen Volant aufweist, ist zweifellos die Sensation der Ausstellung, die auch dem einfachsten Besucher das umfassende Genie Leonardos näherbringea wird. C. &

»Sechsundsechzig ' als Ehestster.

In einem psychologisch sehr feinsinnigen Beitrag, den Professor Dr. Heinrich Z i m m e r im Juniheft von Velh a g-e n & Klasings Monats­heften veröffentlicht, unterzieht der Heidelberger Gelehrte ein paar bekannte Kartenspiele einer Prü­fung auf ihren sinnbildlichen Wert. Sehr hübsch erblickt er in der Mariage den Zweck und die Moral des.Sechsundsechzig, das etwas altfränkisch geworden ist. Man soll, so will es das Spiel, und forderte es das Leben, den Mut haben, auf eine standesgemäße, wohlverwandt - harmonische Erfül­lung der Ehechance zu warten.Sechsundsechzig" ist ein gutartig-altmodisches Spiel für Heiratslustige, für Ehekandidaten und enthält eine zeitlos gültige, gesunde Moral; es ist aber auch ein Spiel für Mütter und Tanten, die mit harmlos-fürsorglichem Kuppelsinn die ihnen anvertrauten jungen Leute glücklich in den Ehehafen steuern möchten. Ein liebenswürdiges, unterhaltsames Spiel! Eigentlich ist es recht ein Spiel für Ballmütter einer etwas verschossenen Zeit, in der die Heranwachsenden Kin­der sich noch gängeln ließen und nicht selbständig auf Fahrt gingen.

Das Leben des Bauern bleibt sich überall gleich: hart und mühevoll ist es, reich an Sorgen un'd Ar­beit. Doch dafür kommt auch das ^Lachen und die Fröhlichkeit aus dem tiefsten Herzen. Und zum Frohfein bringen die Mädel allerlei mit: ein neues Lied, die luftige Scharade, ein feines Märchenspiel - Dorfgemeinschaftsabende, öffentliche Singen, ein fröhlicher Kindernachmittag find von den 'meisten Fahrtengruppen im Programm vorgesehen. Auch die entlegensten Dörfer unseres Gaues sollen etwas hören und spüren vom Gemeinschaftsgeist unserer Jugend. Und damit mögen sie den Dank der Mädel für ihre Gastfreundschaft annehmen.

Die Fahrtgruppen des BDM. aber werden mehr nach Hause bringen als ein Fahrtenbuch mit Pho­tos, Bildern und Schilderungen sorgloser Tage. Sie tragen das Erleben bäuerlichen Wesens selbst in die großen Städte hinein. Daß das Verstehen der Ju­gend Brücken schlage zurück zum Land und seinen Kräften, das wäre der vornehmste Erfolg auch ser Jugendarbeit.

Ausgezeichnet", sagte ich.

Dann ist es ja gut", sagte er,aber ein Rettich ist es nicht. Es wird wohl irgendeine Rübe fein, vielleicht eine Zuckerrübe."

Lieber Herr", sagte ich so sanft wie möglich, beruhigen Sie sich:' es ist ein Rettich "

Es ist wohl das erstemal, daß Sie so etwas effen?" fragte er nach einer Weile.

Nein", sagte ich,ich esse Rettiche feit vielen Jahren, feit meiner Kindheit sozusagen, ich habe schon Hunderte oder Taufende von Rettichen ver­speist und"

Aus -er Stadt Gießen,

prangende Erde.

Leuchtende Schönheit hat der Mai in allen Gär­ten und Anlagen entzündet. Es ist, als veranstalte die Mutter Erde ein strahlendes Fest, zu dem sie all ihren berückenden Zauber offenbart, der sich in tausend knospenden und blühenden Wundern kundtut. Duft und Farbe wetteifern schier, der prangenden Erde das festliche Kleid zu geben.

Hinter meinem Hause steht ein Blütenbaum. Er ist über und über mit schneeigem Weiß bedeckt, und wenn ein Windstoß kommt, weht, er schimmernde Flocken herab. Es ist die köstliche Pracht eine Mär­chenbaumes, die sich inmitten des Grünen zeigt. Nicht weit davon gedeihen verheißungsvolle Hecken­büsche, auf den schmalen Rabatten jubiliert die Farbe der Blumen. Jeder Blick aus dem Fenster auf diese paradiesische Schönheit ist wie eine tiefe ^AH^ung, die Körper und Seele in gleichem Maße

Am schönsten zeigt sich der Schmuck der pran­genden Erde in den frühen Morgenstunden, wenn noch die Frische der Nacht auf Blatt und Blüten liegt, und wenn der Wettgesang der Vögel wie ein Preislied auf die Schöpfung erschallt. Dann ruft die Amsel gleich einem Herold in weithin vernehm­baren Tonen, dann schmettern die Finken ihre frohe Weise, und mit ihnen grüßen all die vielen kleinen Sänger den strahlenden jungen Tag. Ein Gang durch den Garten in dieser Morgenstunde wird zum beglückenden Er/eben, das mit feiner nach­haltigen Wirkung den ganzen Werktag verschönt.

Auch in den Anlagen verspürt man die Köstlich­keit und den erfrischenden Atem der prangenden Mutter Erde. Welch ein Zauber geht von den blühenden Büschen aus, welche Kraft scheint in dem üppig wachsenden Rasen zu wohnen. Und ist nicht der Starengesang in den hohen Bäumen ein stän­diges Triumphlied auf das Leben, das sich rings­umher in der buntesten Vielfältigkeit zeigt? Loch auch am Rande der Stadt, wo die Schrebergärtner ihre kleine Scholle bewirtschaften, ist ein Blühen und Gedeihen, als gelte es, alle Pracht und Herr­lichkeit auf einmal zur Schau zu stellen. Ein Spa- giergang durch diese Gärten gleicht einem Streifzug durch das Paradies, in dem die Wunder des Lebens all ihre mannigfachen Reize entfalten.

So grüßt uns jetzt die prangende Erde überall, wohin wir auch die Schritte lenken mögen. Selbst in dem einsamen Baum am Straßenrand kommt ihre Schönheit prachtvoll zur Geltung, und wo auch nur ein Blumenstrauß am Fensterbrett steht, leuch­tet der Abglanz ihrer ganzen Herrlichkeit. Es ist ein Glück, solche Maientage zu erleben.

H. W. Sch.

Dornotizen.

Tagcskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Spiel im Sommer- toinb". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Kartha­gos Fall".

nHemeinWt M Kraft im Sreiiöe

Frühlingsfahrt nach Wiesbaden.

Arn ersten Pfingstfeiertag findet eine Omnibus­fahrt über/ Usingen, Salbürg und Bad Homburg nach Wiesbaden statt. Fahrpreis 5 Mark! Aus- fwnft und Anmeldung in unserer Fahrkartenver- kaufsstelle Seltersweg 60. 3802D

Durchführung des Stadtkreisgesetzes.

Der Polizeidirektor in Gießen gibt heute bekannt, daß mit Wirkung vom 15. Mai die nach dem Stadt­kreisgesetz und der Durchführungsverordnung auf den staatlichen Polizeiverwalter übergehenden Auf­gaben von ihm übernommen worden sind. Danach werden u. a. für den Stadtkreis Gießen Fahr­erlaubnisse (Führerscheine) und Zulassungen «non Kraftfahrzeugen (Kraftfahrzeugscheine) künftighin van der Polizeidirektion in Gießen erteilt.

neugierig auf den Rettich. Der Mann fing an, ihn auszuwickeln und zeigte ihn mir. Es war eine rote Rübe.

Hier sehen Sie einen Rettich", sagte er.

Es ist eine rote Rübe", sagte ich'lachend.

Bitte?" sagte er.Natürlich ist ein Rettich rot, wie schon der Name sagt, jeder Rettich ist rot ur­sprünglich hieß das Wort rötlich, der Rötliche."

Ich lachte.

Der Herr hier", sagte der Mann zu feiner Frau, verzehrte etwas, das er für einen Retttch hielt. 3d) sagte ihm, du würdest einen aus unserem Garten mitbringen."

Wir sind alte Rettichpflanzer", sagte die Frau.

Jedenfalls ist das hier eine rote Rübe", sagte ich, auch rote Beete genannt." Ich lachte immer noch.

"Wir ziehen die Samen selbst", sagte der Mann und fing an, die rote Rübe einzuschneiden, wie man einen Retttch einschneidet, und fing sie zu salzen an. "Dor Jahren haben wir durch gute Freunde, die auch ihre Rettiche selbst zogen, die ersten Samen erhalten; es ist eine besonders feine Sorte."

Aber das kann man doch ungekocht nicht effen" sagte ich lachend.

Rettiche lassen sich nicht kochen", sagte die Frau.

Dieses Jahr", sagte der Mann, sind sie besonders schon und haben einen besonders feinen Geschmack." Er drückte mit dem Finger die rote Rübe zu­sammen, so daß ein rötlicher Saft herauslief, und nahm vorsichtig eine Scheibe und steckte sie in den Mund. Auch die Frau nahm eine Scheibe und steckte sie in den Mund. Beide kauten.

Er schmeckt sehr würzig", sagte der Mann, wollen Sie nicht versuchen?"

Ich bedankte mich. Ich sah ihnen zu, wie sie kauten. Sie aßen die ganze rote Rübe auf, und sie war noch nicht einmal gekocht. Ich versuchte ihnen noch ein paarmal klarzumachen, daß es eine rote Rübe war, aber es war nichts zu machen. Sie waren zwei alte Rettichpflanzer.

Brücke der Lugend zur bäuerlichen Welt

Die Heffen-Aaffau-Kahrt des BDM.

Japans Botschafter in Berlin besucht Wehlar.

Am gestrigen Mittwoch stattete der japanische Botschafter in Berlin, Generalleutnant Oshima, den optischen Werken Ernst Leitz in Wetzlar einen Besuch ab.

Die Reisegesellschaft wurde von dem Vertreter des Gauleiters, Kreisleiter Haus, und Dr. Ernst Leitz begrüßt. Dr. Ernst Leitz richtete an den Botschafter eine Ansprache, in der er u. a. sagte, baß es ihm eine besondere Freude sei, den Ver­treter eines Landes zu begrüßen, mit dem die Firma Leitz schon seit Jahrzehnten in geschäftlichen Be­ziehungen stehe. Dr. Leitz begrüßte dann die übrigen Gäste, insbesondere Kreisleiter Haus als Ver­treter des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger. Er sagte hierauf den Besuchern, daß sie sich in einer Firma befinden, die seit beinahe 90 Jahren besteht und die sich aus kleinen Anfängen zu einem Un­ternehmen von vier Werken, einschließlich des Zweigbetriebes Rastatt, entwickelt hat. Die Fabri­kation ist begründet auf Mikroskopen wissenschaft­licher Art, so daß die Firma heute die meisten Mikroskope der Erde fabriziert. Die Herstellung dehnte sich bann auf industrielle Geräte und eine ganze Reihe von Nebenapparaten aus. Das Un­ternehmen ging bann auch auf bie Mikrophoto­graphie über und kam zur allgemeinen Photo­graphie, zum Kleinbild, der Leica, die heute in aller Welt bekannt ist. Es gelang, dem Kleinbild ben Weg zu ebnen und einen Apparat herzustellen, der die ganze Welt erobert hat. Die Hauptentwicklung kam in den letzten Jahren, als das Kleinbild sich 'durchgesetzt hat. Dr. Leitz wies weiter darauf hin, daß feine Firma besonders befähigt war, das Kleinbild zu entwickeln, weil feine Mitarbeiter von

NSG. In zwei Fahrtabschnitten, vom 12. bis 22. Mai und vom 22. bis 31. Mai, führt der BDM. - Obergäu 13 seine diesjäh­rige Hessen-Nassau-Fahrt mit ins­gesamt 210 Fahrtengruppen von je 20 Mä­del durch. Zielgebiete sind: Westerwald und Vogelsberg, Odenwald und Spessart, Rheingau, Taunus und Lahntal. Die Fahrt steht unter dem Motto:Wir entdecken Hes­sen-Nassau" und wird durchgeführt unter starker Berücksichtigung heimatkundlicher und bodengebundener Werte. Darüber hinaus hat der BDM.-Obergau im Rahmen dieser Fahrt erstmalig einen zwei- bis dreitägigen Land- einsatzdienst.eingeführt, der die Mädel mit bäuerlicher Arbeit bekannt machen soll. Schon leit langem verwertet der BDM.-Ober­gau 13, Hessen-Nassau, Volks- und Brauchtum, Heimatkunde und Geschichte unseres Gaues bei sei­nen Schulungen und Heimabenden. Auf der großen Führerinnentagung in Frankfurt a. M. im April gab die Obergauführerin Else Riese der gesamten Arbeit des Sommers das Leitwort:Wir entdecken Hessen-Nassau" und legte damit für die Erziehungs­arbeit des BDM. eindeutig die Ausrichtung fest: junge Menschen hinzuführen zum Quell unserer Volkskraft zur Heimat und zur bäuerlichen Welt. Damit vertieft sich auch die Aufgabe der dies­jährigen Fahrtenaktion. Hatte sich die'Hessen-Nassau- Fahrt 1938 zum erstenmal als Fahrt großen Ausmaßes mit 5000 Mädel durchgeführt damit begnügen müssen, die Mädel ans Beruf und Schule für zehn Tage dem Alltag zu entreißen und ihnen im grünen, blühenden Land den Frühling und das Erlebnis der Gemeinschaft zu schenken, so kann die Hell^n-Nassau-Fahrt 1939 ein Stück weitergehen auf bic i Wege. Im längeren Derweilen an'den ein­zelnen Orten bietet sie mannigfaltige Möglichkeiten, daß die Mädel, vor allem die aus den Städten, einen Zugang finden zu jener einfachen und ur­tümlichen Welt, in der der Bauer pflügt und sät, wo die Bäuerin alle Hände voll zu tun l>at und fleißig ist, und in manchen alten Truhen noch Schätze fast vergessener Volkskunst ungenutzt schlum­mern.

Und mit dem Bekanntwerden in dieser Welt ver­bindet sich wohl für jedes gesund und natürlich empfindende junge Menschenkind die Liebe zu allem, was in Hof und Stall, Scheune und Garten lebendig ist. Das kleine, unbeholfene Kälbchen wird

Eingewickeltes in der Größe einer Kinderfaust, ich ... UUH eiliCII

vermutete, daß es der Rettich war. Ich war sehr! bergwerk und vieles andere.

Bon Hannover nach Oberhessen im Segelflugzeug

Am Dienstag gegen 16 Uhr landete dicht bei dem Dorfe Bill in gen bei Hungen ein Segel­flugzeug, das an einem Gruppen - Segelflugwett­bewerb von Hannover aus teilgenommen hatte. Der Flieger hat bei feinem Flug von Han­nover bis nach Villingen eine Strecke von rund 170 Kilometer zurückge- legt. Die Landung voll­zog sich glatt. Das Flug­zeug wurde gegen Abend auf ein Auto verladen und abtransportiert. Un­ser nebenstehendes Bild (Aufnahme: Paul) zeigt das Segelflugzeug un­mittelbar nach feiner Landung.

Ein zweites Segelflugzeug aus diesem Wett-s von Watzen-born-Steinberg und kam bewerb landete am gleichen Nachmittag in der Nähe * ebenfalls glatt zu Boden.

Wf: