Ausgabe 
25.5.1939
 
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Dringt Moskau durch?

Oie Verhandlungen um den Ruffenpakt.

schloffen. Dem Theaterarchitekten Professor Bau m« garten (Berlin), dem Neugestalter des Deutschen Opernhauses und Schöpfers des Weftmark-Theatsrs, ist es gelungen, technisch und architektonisch aus dem alten Theater einen Kunsttempel zu machen, der Zeugnis von der Kraft nationalsozialistischer Kunst- gestaltung ablegt. Am Mittwochabend wurde das Haus mit einer Festvorstellung von Wagners Lohengrin" in Gegenwart des Führers eröffnet. Eingehend besichtigte der Führer das neue Theater, das in seiner neuen Gestalt mit der er­weiterten Front, den neuen Aufgängen und Gesell­schaftsräumen, dem neügestalteten Zuschauerraum und dem gewaltig vergrößerten Bühnenraum, mit den neuzeitlichen technischen Anlagen in die erste Reihe der modernen Theaterbauten Großdeutschlands tritt.

Der Reichsminffter für Dolksaufklärung. und Propaganda hat angeordnet, daß der Baden­weiler Marsch nur bei Veranstaltungen, an denen der Führer teilnimmt, und nur in seiner Anwesenheit öffentlich gespielt werden darf.

Bon Neapel sind sieben Truppentransportschiffe . und von Genua der Uebersee-DampferDuilio" nach

Kunst und Wissenschaft.

Old Shatterhand und Winnetou in der Sächsischen Schweiz.

Auf der romantischen Felsenbühne des Kurorts Rathen in der Sächsischen Schweiz werden am 26. Mai dieKarl-May-Spiele 1939" er­öffnet, die unter der Schirmherrschaft von Reichs­statthalter Mutschmann stehen. Die Auffüh­rungen, in deren Mittelpunkt die Winnetou-Hand­lung steht, werden bis Ende August dauern. Die szenische Wirkung des Spiels erhält durch die starke Verwendung von Pferden, Büffeln usw. eine außer­ordentliche Ergänzung. Die Rolle des Old Shatter­hand ist mit dem durch verschiedene Filme, u. a. 13 Mann und eine Kanone", bekannt gewordenen Schauspieler Hans Kettler besetzt, während der Winnetou durch Herbert Dir moser von den Sächsischen Staatstheatern verkörpert wird. Die Rolle des Medizinmannes ist mit dem Indianer Oskomon vom Stamme der Pakemas besetzt worden.

Cadiz ausgelaufen, um die italienischen Legionäre aus Spanien heimzuholen. Die Schiffe sollen in den ersten Tagen des Juni mit zwanzigtausend Mann in Neapel wieder ein­treffen.

Gemäß einer Vereinbarung zwischen dem Reichs­nährstand und dem faschistischen Bauernverband wird laufend ein Austau sch deut sch er und italienischer Bauernsöhne stattfinden. Am 30. Mai wird die erste Gruppe italienischer Bauernsöhne nach Deutschland reisen, während gleichzeitig deutsche Bauernsöhne nach Italien kom­men werden.

Li. London, 25. Mai.

Ministerpräsident Chamberlain erklärte im Unter­haus:Das Haus weiß, daß der Außenminister in Genf die bis dahin in London geführten Gespräche mit dem sowjetrussischen Botschafter fortsetzen konnte. Ich habe allen Grund, zu hoffen, daß als Ergebnis von Vorschlägen, welche die englische Regierung jetzt zu den hauptsächlichsten Fragen machen kann, sich ein umfassendes Abkommen erreichen lassen wird. Es sind noch weitere Punkte auf­klärungsbedürftig, aber ich nehme nicht an, daß dies zu irgendwelchen ernsten Schwierigkeiten An­laß geben wird." 1

Aus dem Wirrwarr von Erklärungen politischer Kreise und den Auslassungen der Presse läßt sich kein klares Bild über den Stand der Dinge gewin­nen. Gewisse Anzeichen lassen darauf schließen, daß sowohl London und Paris den Moskauer Forderun­gen weiter nachgegeben haben und nunmehr bereit sind, einen Dreierpaktauf der Grund­lage der Moskauer Forderungen einzu­gehen. In ausländischen Diplomatenkreisen war man der Auffassung, die Genfer Kulissengespräche hätten dazu beigetragen, eine Uebereinstimmung der englischen und französischen Auffassungen zu er­zielen. Man habe gemeinsam neue Vor­schläge ausgearbeitet, die bereits vom englischen Kabinett beraten worden seien und nach Moskau übermittelt wären.

Ueber das Wesen des gegenseitigen Nichtangriffs­paktes erfährt man folgendes: England, Frankreich und .Sowjetrußland verpflichten sich, jedem der drei Unterzeichner zu Hilfe zu kommen, falls eine der drei Nationen das Opfer eines Angriffs werden sollte. Die Unterstützung sieht den Einsatz der militärischen Kräfte der drei Na­tionen vor und soll schon in Kürze wie man aus

Reichsjugendführer Baldur von Schirach verab­schiedete dreißig höhere BDM. -Führe­rin n e n, die unter der Führung der Reichsreferen­tin Dr. Jutta Rüdiger auf Einladung des Parteisekretärs und Chefs derGioventü dell Littoro", Starace, nach Rom fahren.

Der Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! be­gibt sich auf Einladung Mussolinis zu einem kurzen Besuch nach Italien. Er wird in Rom vom Duce empfangen und auf Einladung des Staatssekretärs Tassinari die Städte Littoria und Sabaudia mit den meliorierten Pontinischen Sümp- en besuchen.

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Am zweiten Tage des Staatsbesuches der Köni­gin W i l h e l m i n a der Niederlande in Belgien fand ein Empfang im Brüsseler Rathaus statt. Die Köni­gin betonte, wie sehr angesichts der internationalen Lage Holland und Belgien auf eine Zusammen­arbeit angewiesen seien. Anschließend besuchte die Königin die Gruft, in der König Albert und die Königin Astrid begraben liegen.

Oer Führer

bei der Eröffnung des neugestatteten Augsburger Stadttheaters.

Augsburg, 24. Mai. (DNB.) Anfang 1937 gab der Führer dem Oberbürgermeister von Augsburg den Auftrag zur N e u g e st a l t u n g des Stadt­theaters, die nach den vom Führer selbst ent­worfenen Plänen sofort in Angriff genommen wurde. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit ist nun die Erneuerung des Augsburger Stadtcheaters abge-

enden dort ein vollständiges Hochschulstudium mit der Diplomingenieurprüfung der ein­schlägigen Fachrichtung, werden dann zwei weitere Jahre als Fähnriche und Oberfähnriche zur Sonderausbildung zu verschiedenen Dienststel­len des Heeres kommandiert und nach Ablegung der zweiten Staatsprüfung zum Offizier (Jng.) aewählt. Die Beförderungsaussichten in dieser Lauf­bahn sind günstig. Studierende des Jngenieurwesens (Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieur- uitd Vermessungswesen) oder für eine gewisse Ueber- gangszeit auch bereits geprüfte Diplom­ingenieure, die im Jngenieurberuf tätig sind, können sich jederzeit für diese Laufbahn melden bei der Inspektion des allgemeinen technischen Trup- pendienstes, Berlin W 35, Lützowufer 13.

Verschärfung der Lage im Fernen Osten.

Die Kulangsu-Berhandlungen abgebrochen

London, 25. Mai. (Europapreß.) Nach Berich­ten aus Honkong sind die von den englischen, fran­zösischen und amerikanischen Marinekommandanten mit den japanischen Marinebehörden geführten Ver­handlungen wegen der Zurückziehung der auf der Insel K u l a n g s u, der internationalen Niederlas­sung von A m o y, gelandeten Truppen, ergeb­nislos abgebrochen worden, weil der Chef der englischen China-Station, Admiral Sir Percy Noble, als Bedinguna für eine Verständigung die Zurückziehung sämtlicher japanischer Lan­dungstruppen aus Kulangfu gefordert hatte. Das japanische Marinekommando hat nach dem Scheitern der Verhandlungen eine Blockade über Kulangfu verhängt. In der internationalen Nieder­lassung von Kulangfu erwartet man die Landung weiterer japanischer Marinetruppen. Die japa- msche Presse rechtfertigt das Eingreifen der japani­schen Landungstruppen in Kulangsu mit den ört­lichen Verhältnissen und der allgemeinen Lage; die Haltung Englands und Amerikas wird von den japanischen Zeitungen scharf verurteilt. In einer Er­klärung des japanischen Auswärtigen Amts wird mitgeteilt, wenn sich die Ankunft mehrerer ehe­maliger französischer Offiziere in T s ch u n g k i n g, dem Sitz der Tschiangkaischek- Regierung, bewahrheite, so stelle das einen u n - freundlichen A k t gegenüber Japan dar. Ja­pan müsse sich gegebenenfalls Gegenmaßnah­men Vorbehalten.

Graf Ciano überreichte Mussolini die Pakturkunde.

Rom, 24.Mai (DNB.) Der italienische Außen­minister Graf Ciano, der sich unmittelbar nach seiner Ankunft in Rom in den Palazzo Venezia begab, überreichte Mussolini die Urkunde des deutsch-italienischen Bündnispaktes. Wie vor dem Bahnhof, kam es auch auf der Piazza Venezia zu stürmischen Kundgebungen für das deutsch-italienische Bündnis, die immer stärkere Formen annahmen, bis schließlich der Duce auf dem Balkon erschien und der begeisterten Menge mit dem römischen Gruß für ihre ununterbrochenen Ovationen dankte. Der König und Kaiser hat Außenminister Graf Ciano in einem Telegramm seine freudige Genugtuung und Anerkennung über seine tatkräftige und erfolgreiche Tätigkeit ausge­sprochen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Leiter der Reichsbahnzentrale und Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros in Santiago, Voigt, ist kürzlich in rücksichtsloser Form aus Chile ausgewiesen worden, der erste derartige Fall in der mehr als hundertjährigen Geschichte der deutsch-chilenischen Freundschaft. Es ist zu hoffen, daß eine genaue Nachprüfung dazu führen wird, Mittel und Wege zu finden, um die drohende Trü­bung der freundschaftlichen Verbundenheit des deut­schen und des chilenischen Volkes abzuwenden.

seinen Katakomben und seinen Schätzen von großem materiellem und kulturgeschichtlichem Wert, durch das Petschur über die Grenzen Estlands hinaus be­kanntgeworden ist, wurde glücklicherweise von dem Feuer verschont.

Nach den letzten Meldungen sind etwa 2000 Ein­wohner der Stadt obdachlos geworden. Zwei Personen fanden den Tod, während acht v e r - l e tz t wurden. Zur Versorgung der notleidender, Bevölkerung werden große Lebensmittelvorräts herbeigeschasft, die durch das Schutzkorps zur Ver­teilung gelangen. Es sind bereits eine große Zahl von Spenden für die Opfer der Katastrophe eilige« gangen.

Nach dreizehn Jahren abgeurteitt.

2 Iahre Zuchthaus wegen vorsätzlicher Brandstiftung«

Lpd. Marburg, 24. Mai. Der 47jährige Hein« rich Schmidt aus Breidenbach (Kr. Bieden­kopf), der seit Januar dieses Jahres auch wegen Wilddiebereiverdachtes in Untersuchungs­haft sitzt, wurde beschuldigt, in der Nacht vom 8« zum 9. September 1926 sein Wohnhaus vor­sätzlich in Brand gesetzt zu haben. Schon damals geriet Sch. in Brandstiftungsverdacht, da er sich nicht an den Löscharbeiten beteiligte, sondern in erster Linie Möbel und Hausrat zu retten versuchte. Das Haus, von dem infolge raschen Eingreifens der Ortsfeuerwehr nur der Dachstuhl ausbrannte, war mit 10 000 Mark versichert Außerdem hatte Sch. sein Mobiliar mit 10 000 Mark und auch das Warenlager hoch versichert. Am Abend des 8. Sep­tember hat Sch. vor dem Schlafengehen eine Kerze auf den Fußboden des Dachflurs angezündet und war entschlossen, das Haus durch Feuer zu ver­nichten. Das Gericht erkannte wegen vorsätzlicher Brandstiftung auf 2 Jahre Zuchthaus und 2 Jahre Ehrverlust. Der Verurteilte nahm die Strafe sofort an.

Neue Bahnstrecke auf dem Westerwald.

Lpd. Dieser Tage wurde im Westerwald eine neue Reichsbahnstrecke in Betrieb genom­men. Sie ist eine Teilstrecke der Neubaustrecke Hai- aerGusternhain und verbindet die Orte Raben- scheid und Breitscheid im Dillkreis. Dazwi­schen liegt noch der Haltepunkt Medenbach. Die neue Strecke ist eingleisig und regelspurig. Sie untersteht dem Betriebsamt Betzdorf und dem Maschinen- und Verkehrsamt Gießen. Die Züge auf der neuen Strecke haben in Haiger Anschluß an die Züge Gießen-Köln.

Lustschutzausbildung der 13= bi« 14-Iührigen.

Auf Grund einer Vereinbarung zwischen Reichs« luftschutzbund und Reichsjugendführung werden alle Jungen und Mädels im Alter von 13 bis 14 Jah­ren, also der letzte Jahrgang des Deutschen Jung­volks und des Jungmädelbundes, beginnend mit dem 1. November 1939 in jedem Jahr in Sonder- lehrgängen im Selbstschutz ausgebildet. Zu dieser Jugendausbildung sollen die zusätzlich benö­tigten Lehrkräfte von der Hitler-Jugend selbst ge­stellt werden. Es wird die Aufstellung von ungefähr 12 000 Lehrkräften erforderlich. Das Alter der Luft­schutzlehrer soll nicht unter 20 Jahren liegen. In den Sommerlagern der HI. und des BDM. werden Unterweisungen im Luftschutz stattfinden.

unterrichteten Kreisen erfährt, durch die Aufnahme militärischer Besprechungen vorbereitet werden. Die Stellung der von England und Frankreich garan­tierten Staaten, wie Polen und Rumänien, wird dahingehend umrissen, daß im Falle eines Angriffs auf diese garantierten Staaten und im Falle einer damit verbundenen militärischen Unter­stützung durch England und Frankreich, für diese Staaten d i e Hilfe Sowjetrußlands automatisch verfügbar" sein würde. Of­fensichtlich will man in dieser Frage den Regie­rungen der garantierten Mächte die Entscheidung darüber überlassen, ob eine sowjetrussische Unter­stützung erwünscht ist oder nicht. Nach den bis­her laut gewordenen Andeutungen fallen die bal- tischenStaaten nicht unter die Abmachungen des Dreier-Paktes. An zuständiger Stelle äußert man sich noch nicht Über die Frage, ob das yuto- matische Inkrafttreten des englischen und franzö- sischen Beistandes im Falle eines Angriffs auf Sowjetrußland auch auf die fernöstlichen Grenzen Sowjetrußlands Anwendung findet.

DieDaily Mail" schreibt, die noch zu klärenden Meinungsverschiedenheiten zwischen England und der Sowjetunion dürften durchaus nicht so gering­fügiger Natur sein, wie von interessierter Seite an­gegeben werde. Das Blatt rechnet nicht mit einem Paktabschluß vor Ablauf von zehn Tagen.News Chronicle" will wissen, daß der gestrige Kabinetts- beschluß einstimmig gefaßt worden sei; er be­deute die völlige Annahme des sowjetrussi­schen Standpunktes zu dem Begriff eines drei­seitigen gegenseitigen Beistandspaktes und die Auf- gäbe der früheren Vorbehalte des Kabinetts. Die noch offenstehenden Punkte bezögen sich auf die britische Garantie für Polen, Rumämen, die Türkei und Griechenland.

Aus aller Wett.

Verheerende Feuersbrunst in einer estländischen Stadt.

Ein Brand von einem Ausmaß, wie ihn Est- land wohl noch nicht erlebt hat wütete am Mitt­woch in der im südösllichen Zipfel Estlands gelege­nen Kreisstadt Petschur. Das Feuer kam in einem zur Aufbewahrung von Lumpen dienenden Holz- schuppen auf und griff, von der langandauernden Trockenperiode und von stürmischem Wind begün­stigt, mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich. Im Laufe einer Stunde stand das ganze Stadt­zentrum in Flammen. Zur Bekämpfung des Brandes wurden aus ganz Süd-Estland Feuerwehr ren herbeigerufen. Leider wurden die Löscharbeiten durch Wassermangel erschwert. Um 13 Uhr MEZ. gelang es schließlich, des Feuers in der Stadt Herr zu werden, nachdem über 200 Häuser, d. h. etwa die Hälfte der Stadt, in Schutt und Asche gelegt worden waren. Unter den nieder- gebrannten Häusern befinden sich das Elektrizitäts­werk, das Gebäude der Stadtverwaltung, zwei Ban­ken, die Städtische Apotheke, zwei Gasthäuser, das Kino sowie Lagerräume mit reichen Warenvor­räten. Vier Straßen wurden vollkommen zerstört. Dom Winde wurden die Funken weit fortgetragen, wodurch zwei Dörfer in der Umgebung in Mit­leidenschaft gezogen wurden. Dort wütete das Feuer noch um 18 Uhr MEZ. Das bei der Stadt gelegene aus dem 15. Jahrhundert stammende Kloster mit

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