Ausgabe 
25.5.1939
 
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ostwärts Berlin die Reichshauptftabt gegen den Zugriff von Osten.

Auch Ostpreußen genießt den besonderen Schutz einer starken Landesbefestigung. Es ist selbst­verständlich, baß im System der ostpreußischen Landesbefestigung die Hauptstadt Königsberg eine besondere Rolle spielt. Die Rolle, die Königs­berg 1914 spielte, der Einfluß, den die zurF e - st u n o Samland" mit densturmfreien Gräben" von Pregel und Dehne erweiterte Festung beim Russeneinbruch spielte, als sie trotz ihrer ge­ringen Besatzung dem Vormarsch der Armee Ren­nenkampf schwere Bleigewichte anhängte und durch ihr bloßes Vorhandensein dem deutschen Oscheer unter Hindenburg die Zeit zum siegreichen Durch­kämpfen der Dernichtungsschlacht bei Tannenberg zu sichern vermochte, ist bekannt. Eine Festung im Umsang derFestung Samland" vom Jahre 1914 würde heute ihren Aufgaben nicht mehr genügen können. So war es eine der ersten Aufgaben der Heeresleitung, die schon 1932 begonnen wurde, die Festung Königsberg zu einem befestigten Raum großer Ausdehnung zu erweitern, der sich zu beiden Seiten an die Haffe anlehnt und wie die alte Feste Königsberg über den stark be­festigten, mit neuen weitreichenden Batterien be­stückten Hafen P illau seine Verbindung mit dem Reich nimmt.,

Die neue West-, Süd- und Ostfront von Königs­berg ist alsHeilsberg-Stellung" und als erstes größeres Befestigungswerk der Nachkriegszeit seinerzeit auch weiteren Kreisen bekannt geworden. Ueber mehr als 200 Kilometer dehnt sich die Stel­lung, vielfach hinter starken Geländeabschnitten wie Passarge, Alle und den kaum überschreitbaren Nie­derungen der Deime, häufig durch die Lage in aus­gedehnten Forsten der gegnerischen Beobachtung entzogen, andererseits die entscheidenden Höhepunkte überall einbeziehend und damit auch für Angriffe auf dem befestigten Raum heraus günstige Vor­aussetzungen schaffend. Die unübersichtliche, kulissen­reiche Landschaft des Ermlandes und Natangens bietet überall hervorragende Möglichkeiten getarnter Aufstellung aller Abwehrwaffen, die auch einem mit starken Angriffsmitteln ausgestatteten Gegner es unendlich schwer machen, die tiefgestaffelten, ein­ander planmäßig ergänzenden Kampfanlagen aus­zuschalten.

Bildet des befestigte Raum von Königsberg die Zitadelle der Festung Ostpreußen, so stellen die vor- Seschobenen befestigten Räume sozusagen die

lußenforts dar. Wichtigstes und stärkstes un­ter ihnen ist die erweiterte Festung Lötz en. Das Gewirr von Seen, das stch um Lötzen erstreckt, mit Seinen wenigen ausgesprochenen Engen, bildet für Feindkräfte, die von Osten und Süden in Ost- preußen einfallen, eine nahezu vollkommene Tren­nung, die das Zusammenwirken von Teilkräften, die dieses Gebiet zu umgehen fuchen, außerordent­lich erschwert. Weit vor die Seenpässe vorgeschobene Befestigungen Schließen ein ausgedehntes Gebiet ein, dessen langgestreckte Flanken eine starke Bedrohung jedes Gegners bilden, der an der Festung vorbeizu- stoßen Strebt, wobei die sicheren Verbindungen durch die Seenengen hindurch als treffliche innere Linie die im Bereich von Lötzen operierenden Kräfte an jeder Stelle zu vereinigen gestatten. Berückfichtigt man, daß das Dorgelände der befestigten Gebiete und das zwischen ihnen liegende Gelände bis tief in das Landesinnere mit vorbereiteten Sperren in großer Dichte durchsetzt ist, die alle Bewegungen aufs stärkste erschweren und schnelle Operationen des Gegners auf ostpreußischen Boden nahezu aus­schließen, so wird klar, welch außerordentliche Stärke unserer Abwehr schon durch die Eigenart der Land­schaft gegeben ist, die mit ihren Wäldern und Seen und dem hierdurch stark eingeschränkten Wegenetz die Schaffung solcher Bewegungshindernisse in be­sonderem Maße begünstigt.

Der studentische Reichsberufs- wettkampf.

Würzburg, 24. Mai. (DNB.) In Anwesenheit von Vertretern der Partei und chrer Gliederungen, der Wehrmacht und der Behörden eröffnete Reichs­studentenführer Dr. Scheel den studentischen Reichsberufswettkampf. Der studentische Leistungs­kampf, so sagte Dr. Scheel, ist die Krönung unfern Erziehungsarbeit. Er stellt uns mitten hinein in das große Ringen unseres Volkes um seine Selbsterhal- tung und um die Verbesserung feiner Lebensbe­dingungen. In diesem Ringen verkörpert auch das deutsche Studententum Werte, die das deutsche Volk dringend braucht und die ihm sonst niemand geben kann. Ich freue mich über den ausgezeichneten Er­folg des abgeschlossenen Leistungskampfes. Ueber den neu gestellten Aufgaben steht als zentraler Ge­dankt der Einsatz der deutschen Wissenschaften an all' den Punkten unseres völkischen Lebens, wo die Not am größten und eine rasche Abhilfe am drin­gendsten ist. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dabei heute der Bearbeitung und Klärung aller Fragen, die den deutschen Osten betreffen. Der Reichsstudentenführer gab dann die Themen des 5. studentischen Leistungskampfes bekannt.

Hauptamtsleiter ©eigner sprach darauf über den Wettkampfgedanken in der deutschen Sozial­politik. Es werde durch den Nationalsozialismus der Tat gelingen, daß an die Stelle der Belitz- ariftofratie die Leistungsaristokratie gesetzt werde. Alle Kräfte auf dem Gebiete des Körper­lichen, Seelischen und Verstandesmäßigen müßten mobilisiert werden. Wie im Bereich des allgemeinen Berufswettkampfes die Betriebe die Einheiten feien, so seien diese Einheiten auf dem Gebiete der Hochschule die Arbeitsgemeinschaften. Der Wetkampfgedanken verwirkliche das national­sozialistische Hochziel. Der Sozialismus fei die här­teste Pflichterfüllung.

Der japanische Botschafter besichtigt die rhein-mainische Wirtschaft.

NSG. Am Mittwoch machte der japanische Bot­schafter, Generalleutnant Oshima, eine wirt- fchaftskundliche Fahrt durch das Rhein-Main-Gebiet. Die Fahrt führte von der Gauhauptstadt Frank­furt a. M. zunächst nach Wetzlar, wo die Seife« Werke besichtigt wurden. Dann wurden die Kur- anlagen von Bad-Nauheim und das dortige Herzforschungsinstitut aufgesucht. Nach dem anschlie­ßenden Besuch des Verwaltungsgebäudes der IG. in Frankfurt a. M. folgte eine Führung durch das Werk Höchst der IG. Den Abschluß der Besichtigung bildete der Besuch der Opel­werke in Rüsselsheim. Am Abend hatte der Botschafter Gelegenheit, sich auf einer erwei­terten Beiratsfifeung der WirtschaftS - kammer 5) e f f e n in Wiesbaden mit maßgeben­den Wirtschaftsführern des Bezirks über eine Er­weiterung der Beziehungen zwischen der japanischen und der rhein-mainifchen Wirtschaft auszusprechen. Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Vorträge

Oer freie Durchgangsverkehr durch den Korridor

Provokationen.

Don unserer Berliner Schristleiiung.

E. S. Berlin, 24. Mai.

Der polnische Chauvinismus hat die Erschießung des Deutschen Grübner auf Danziger Gebiet auf dem Gewissen, die mit einer Militärpfftole aus einem Diplomatenauto erfolgte. Während noch der Danziger Senat die Note mit der Forderung nach Genugtuung und nach Abberufung der Schuldigen Beamten aufsetzte, ereignete sich der Feuerüberfall an der Grenz st elle Ließau - Brücken­kopf D i r f ch a u. Auch hier wäre es zu einem Morde gekommen, wenn nicht der deutfche Kraft- ahrer sich bei den Schüfsen sofort zu Boden ge­worfen hätte. Der neue Feuerüberfall ereignete sich an einer der wenigen Durchgangs- trotzen durch den Korridor. Hiernach bleibt alfo nur die Feststellung übrig, daß auf pol­nischer Seite für die Sicherheit bei der Benutzung dieser Durchgangsstraßen keinerlei Gewähr mehr besteht! Damit gibt es also zur Zeit keine Sichere Landoerbindung mehr zwischen dem Reich und Ostpreußen.

Die Polen haben, wie erinnerlich, nach der Reichs- tggsrebe des Führers überall die Behauptung ver­breitet, Deutschland habe gar keinen Stichhaltigen Grund, sich über die Beeinträchtigung der Korridor­oerbindungen zu beklagen, und dadurch werde auch eine Forderung nach einer Aenderung des durch Derfailles geschaffenen Zustandes hinfällig. Nachdem der Feuerüberfall von Ließau bereits als der dritte derartige Vorgang festgestellt werden mußte, braucht man kein Wort weiter darüber zu verlieren, welche Schwerwiegenden und Stichhaltigen Gründe die Polen Selbst für den deutschen Stand­punkt gefchaffen haben. Man wird in Warschau gut tun, sich endlich daran zu erinnern, daß Polen von maßgeblicher deutscher Seite noch vor kurzem in der allerernstesten Form verwarnt worden ist. Im übrigen liegt der Tatbestand eines Vertrags­bruches vor, wenn Polen die Sicherheit des Transitverkehrs nicht mehr pflichtgemäß garantieren kann oder will. Damit rft zweifellos eine Lage ge­schaffen, in der vertragsmäßige Rechte Deutschlands aufs schwerste beeinträchtigt oder gar annulliert wer­den. Dieser Zuftand kann unmöglich von Dauer sein.

Die in bedrohlichem Ausmaß sich häufenden Zwischenfälle sind das Ergebnis einer Nervenkrise, die in Polen dadurch entstanden ist, daß die demo­kratischen Einkreiser demautoritär" regierten Po­len durch ihren Garantiepakt einen Blanco-Scheck ausgestellt haben. Mit diesem ausgeftattet, kann es sich der polnische Chauvinismus leisten, mit der brennenden Lunte an das offene Pulverfaß zu gehen. Ob es den Engländern und den Franzosen, die den polnischen Chauvinisten den Blanco-Scheck in die Hand gedrückt haben, Nicht heute angst und bange werden muß ob der Gefahren, die von Polen heraufbeschworen werden, ift eine Frage für sich. Wie weit aber die Beeinflussung der öffent­lichen Meinung in den westlichen Demokratien Schon gekommen ift, wird dadurch belegt, daß felbft die englische RuNdfunk-Nachrichten-Gesellschaft, von der Presse ganz zu schweigen, nur die polnischen Mel­dungen über den Vorgang bei Kalthof gebracht hat. Das alles sieht nach amtlicher Regie aus mit der Rückwirkung, daß die Polen auf den Blanco-Scheck noch viel mehr hinaufschreiben, als bisher Schon. Sind sich die westlichen Demokratien über die un­geheure Verantwortung klar, die fie damit über­nehmen? Vor zwanzig Jahren waren Posen und Westpreußen wirtschaftlich und sozial blühende Provinzen eine Entwicklung, die genau zu der Zeit eingesetzt hatte, als diese damals fast menschen-

in Krage gestellt.

leeren und wüsten Gebiete wieder zu Preußen und Deutschland tarnen. Heute, nach zwanzig Jahren entdecken die Polen mit einem Male, daß Danzig ein Weichselhafen ist, obschon gerade die Polen in diesen zwanzig Jahren die Weichsel als Strom in einer Weise haben versacken lassen, wie das selbst unter russischer Verwaltung nicht der Fall gewesen ist. Die westlichen Demokratien werden die Proble­matik des Korridors und Danzigs vielleicht erst dann verstehen und begreifen, wenn die Schweiz einen französischen Nordseehafen zugewiesen erhalt, mit dem sie durch einen Korridor quer durch ganz Frankreich verbunden wird. Ohne diesen Anschau­ungsunterricht scheint es weder in Frankreich noch in England ein Verständnis für das Problem an der Weichselmündung zu geben.

Danzia, 24. Mai. (DNB.) Ein (Eibinger Last- kraftVagenführer, der von Ostpreußen durch den Korridor nach dem Reich fuhr, ift auf Danziger Gebiet an der Grenzstelle LieffauBrückenkopf Dirschau von polnischen Beamten be­schossen worden. Der Kraftwagenführer stand mit seinem Lastzug vor dem Danziger Zollhaus und erledigte dort zunächst die Danziger Grenzformali­täten. Danach begab er sich zu Fuß zur polnischen Grenzstelle, um die dortigen Formalitäten zu er­ledigen. Noch auf Danziger Gebiet wurde er ohne Wortwechsel von einer polnischen Grenz- person beschossen. Es fielen mehrere Schüsse. Der Chauffeur warf sich sofort zu Boden. Dem her­beieilenden Danziger Zollbeamten gelang es, den Chauffeur in Sicherheit zu bringen. Kurz nach Mit­ternacht überschritten zwei polnische Solda­ten mit auf gepflanztem Seitengewehr bin Danzig-polnische Grenze bei Kohling. Sie kamen bis an den Schlagbaum des Danziger Zoll­hauses. Unerwartet rat ein Danziger Zollbeamter aus dem Hause und gebot den polnischen Soldaten Daraufhin flüchteten die beiden Sol­daten unter Hinterlassung eines Fahrrades auf pol­nisches Gebiet.

Der Präsident des Senats hat schärfsten Proteft gegen diese neue unerhörte Verletzung des Danziger Gebietes eingelegt. Der Präsident weist darauf hin, daß es nur der straffen Disziplin der Danziger Beamten und der Danziger Bevölkerung zu ver­danken fei, wenn durch die Provokationen von be­amteten Personen der Republik Polen kein weiteres Unheil geschehen ist und fordert, daß die polnische Regierung dafür sorge, daß endlich wieder Ruhe und Ordnung an der polnischen Grenze eintrete und daß die polnische Regierung dem all­mählich an Hysterie grenzenden gefährlichen Ver­halten ihrer Beamten Einhalt tue, bevor unabseh­barer Schaden geschehe.

Die Mordtat von Kalthof.

Danziger Protestnoten an Polen.

Danzig, 24.Mai. (DNB.) Die Danziger Regie­rung hat der diplomatischen Vertretung der Republik Polen zwei Noten überreicht, in denen an Hand der polizeilichen Ermittlungen über die Vorfälle i n K a l t h o f die polnische Schilderung der Zwischen­fälle sowie die daraus gefolgerten Rückwirkungen und Forderungen Polens an die Danziger Regie­rung energisch zurückgewiesen werden. Darüber hinaus wird die Erwartung ausgesprochen.

Porte peinlich überrascht.

Paris, 25. Mai (DNB.) Die französische Früh, presse widmet dem Danzig-polnischen Zwischensall breiten Raum. Man unterstreicht, daß e s nicht im wahren Interesse Pole n s läge, Un­ruhen dieser Art zu provozieren. Für die War­schauer Regierung könne es doch nur vorteilhaft sein, wenn ihre Beamten ohne die geringste Un­geschicklichkeitwie in der Vergangenheit" die Zoll­kontrolle ausüben. Man habe den Eindruck, daß die Grenzzwischenfälle geradezu die deutsche Politik fördern. Der Ton der deutschen Presseangriffe gegen Polen, so meint dasJournal", weise dieselben Züge auf wie gelegentlich der Ereignisse, die zur Auflösung der Tschecho-Slowakei führten.

daß Legationsrat Perkowski, Zollinspektor Swida und Rat Dr. Sziller, die durch den Zwischenfall der Ermordung des Danziger Staats­angehörigen Grübner auf das schwerste kompromit­tiert worden sind, von ihren Posten abberufen werden, da der Danziger Regierung nicht zugemutet werden könne, mit diesen Herren weiterhin zusam­menzuarbeiten. Die Genannten, die diplomatische Vorrechte genießen, hatten sich am Sonntagabend ohne jeden Anlaß schwer bewaffnet mit Armee­pistolen nach Kalthof begeben. Sie haben eine dieser Armeepistolen ihrem Kraftfahrer üb erlaffen und sich so zu Mithelfern der Untat gemacht. Ihre selbstverständliche Pflicht wäre es gewesen, sich nach der Tat um den Verwundeten! zu kümmern, den Täter festnehmen zu lassen und sich sodann der Polizei zur Aufklärung des la In bestandes zur Verfügung zu stellen. Stattdessen haben sie sich der Begünstigung des Verbrechens schuldig gemacht, indem sie den Täter kurz hinter der Station Kalthof auf einer eigens aus Dirschau angeforderten Lokomotive auf polnisches Gebiet in Sicherheit bringen ließen.

DieTrauerseier sürMxGrübner

Danzig, 25. Mai. (DNB.) In Kalthof fand die Trauerfeier für den von Polen ermordeten Danziger Staatsangehörigen Max Grübner statt. Max Grub- ner, der älteste Parteigenosse der Ortsgruppe Kalt­hof, Ivar im Gemeinschaftshaus der Ortsgruppe unter Blumen und Kränzen aufgebahrt. Die Haken­kreuzfahne deckte feinen Sarg. Nach den Klängen des Beethoo'fchen Trauermarsches hielt Senatspräsident Greiser dem toten deutschen Volksgenossen und treuen Parteigenossen die Totenrede. Sein Tod sei nicht nur der Opfertod für die Lebenden, sondern das Fanal in e n t scheidungs s ch werer Stunde, in einer Zeit, in der harte Gegensätze an blutender Grenze auf eine Entscheidung harrten. Bei den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen. Gauleiter Forster trat bann an den ©arg. Mit erhobenem Arm grüßte er den Toten:Parteigenosse Grübner! Im Auf­trage deines Führers, des Führers unseres Volkes, habe ich an deiner Bahre einen Kranz nie­dergelegt." Zur Beisetzung wurde der Tote nach Marienburg übergeführt, da die Grenzziehung von Versailles den Marienburger Ortsteil Kalthof von feinem Friedhof getrennt hat. 1000 Mann aller Gliederungen der Partei gaben dem Toten das Geleit.

Reue Zwischenfälle an der polnischen Grenze veranlassen Danzig zu scharfem Protest.

von Professor A r a k i überDas Wirtschafts- Problem Japans" und von Professor Dr. L ü e r überStruktur und Weltbeziehungen der Rhein- Mainischen Wirtschaft".

Menschenführung und Personalpolitik.

NSG. In Frankfurt a. M. fand eine Arbeits­tagung des Gaupersonalamtes der Gauleitung Hes­sen-Nassau der NSDAP, statt. Gauleiter Spren­ger faßte alle Grundsätze zusammen, nach denen die Menschenführung auf allen Gebieten, auf die die NSDAP. Einfluß nimmt, im Gau Hessen- Nassau zu erfolgen hat. Dor allem betonte er die besondere Schlüsselstellung der Personalämter und ging auf die Wichtigkeit der Auslese des Füh­rernachwuchses ein. Gaupersonalamtsleiter Heyse forderte, daß keine Personalangelegenheit in Partei und Staat ohne Wissen und Willen des zuständigen Hoheitsträgers entschieden werden darf. Die Auswahl der Politischen Leiter, durch die da­für Sorge getragen wird, daß der richtige Mann auf den richtigen Platz gestellt wird, behandelte er an praktischen Beispielen und betonte, daß an er ft erstelle dieser Auslese immerderCha- ratter zu stehen hat, daß sich Wissen vermitteln läßt, aber der Wille und die Aufnahmefähigkeit hierfür vorhanden sein müssen. Die innere orga­nische Gestaltung der Partei liegt fest und hat einen einheitlichen Rahmen. Sie mit lebendigem Geiste zu erfüllen, ist die Aufgabe der einzelnen Politischen Leiter. Don ihrer Einsatzfreudigkeit, aber auch von ihrer Menschenkenntnis, wird es abhängen, welche Aktionsfähigkeit und Bedeutung dieses Amt in fei­nem Rahmen Hal.

Zusammenarbeit 6er deutschen und italienischen Lugend.

Berlin, 24. Mai. (DNB.) Nachdem Deutschland und Italien ihre Freundschaft in einem Vündnispakt besiegelt haben, tritt auch die Jugend der beiden Dölker an die Öffentlichkeit mit einem neuen Ar- beitsprogramrit für das Jahr 1939. Einen Besuch, der weite Teile des Großdeutschen Reiches erfaßt, werden Anfang Juli 100 Jungfaschiften mit Fahr­rädern mit einem 30 Mann starken Fanfarenzug der deutschen Jugend abstatten. Am Brenner werden die Jungfaschisten von einer deutschen Abordnung empfangen, und beide Gruppen fahren bann ge­schlossen mit ihren Räbern burch Deutschland nach Berlin weiter, nach Hamburg und von dort aus wieder mit der Bahn nach Italien zurück. Die deut­schen Begleiter nehmen anschließend an einem Lager der italienischen Jugend bei Rom teil. Im Adolf- Hitler-Marsch zum Reichsparteitag nach Nürnberg marschieren dieses Jahr zum ersten Male auch Fahnen-Abordnungen der OIL. (Gioventü Italiana

del Littorio). Am Reichsparteitag selbst nimmt eine Abordnung von 30 Offizieren der GIL. teil. Führer und Führerinnen der nationalsozialistischen Jugend werden in zwei Gruppen nach Italien fahren, und zwar eine Abordnung von Gebietsführern und Amtschefs der RIF. und 30 Obergauführerinnen. 3um Studium italienischer Kunststätten wird eine 60 Mann starke Abordnung von HJ.-Führem im September eine Reise durch Italien unternehmen, um anschließend die deutsche Jugend im großen italienischen JugendlagerCampo Dux" und Campo Roma" zu vertreten. Auch der Austausch von Orchestern, Musikzügen und Spielscharen rft fest­gelegt worden. Während Anfang Oktober das Or­chester derAcademia Fascista" auf dem Forum Mussolini mit 120 Jungen in Berlin, Köln, Ham­burg und Frankfurt auftritt, werden zur sel­ben Zeit ein Musikzug und eine Singschar der HI. ihr Können in verschiedenen italienischen Städten zeigen. Für 1940 sind vor allem sporttiche Austausch- veraNstaltungen vorgesehen.

Graf von der Gchulenburg in Treffow beigeseht.

^-StandarteMecklenburg" nach ihm benannt.

T r e s s o w , 24. Mai. (DNB.) Nach dem Staats­akt in Potsdam wurde am Mittwoch Friedrich Graf von der Schulenburg in feiner mecklenburgischen Heimat beige setzt. Vor dem Schloß Tressow nahmen ein Ehrenbataillon der ff-TotenkopfstandarteBran­denburg" sowie Ehrenabordnungen des Artillerie- Regiments 12, Rostock, und des NS.-Reichskrieger- bundes Aufstellung. Unter dumpfem Trommelschlag und dem Gesang des ff-Treueliedes wurde der Sarg auf die Lafette gefetzt. Durch ein Spalier von ff-Männern faroegte sich der Trauerzug durch den Schloßpark zu der Familiengrabstätte. Neben den Familienangehörigen schritten hinter dem Sarg Gauleiter und Reichsstatthalter Hildebrandt, Reichsführer ff Himmler, Generaloberst von Bock, General R a d o w i tz als Vertreter des NS. - Reichskriegerbundes, SA. <= Obergruppenführer Prinz August Wilhelm, Reichssportführer von Tschammer und Osten, zahlreiche Der- treter der Generalität der alten Armee und der neuen Wehrmacht sowie Vertreter des Staates und der Partei und ihren Gliederungen. Unter den Klängen des Niederländischen Dankgebetes trugen ff-Führer den Sarg an bas Grab. Nach der Ein­segnung durch den Geistlichen wurde der'Sarg unter den Klängen von Preußens Gloria und drei Ehren­salven in die Gruft hinabgelassen. Darauf ergriff Generaloberst von Bock bas Wort, um den Ver­

storbenen als einen Offizier und einen Herrn in des Wortes bester und schönster Bedeutung zu feiern. Gauleiter und Reichsstatthalter Hilde­brandt erklärte in seiner Ansprache, was der Gau Mecklenburg durch den Bekennermut und poli­tischen Einsatz des Verstorbenen gewonnen habe, werde einst unsere Gau-Geschichte feststellen. Reichs­führer ff Himmler betonte den Stolz der Schutz- staffel darauf, daß dieser große Feldherr des Welt­krieges, der auch ein tapferer Kämpfer des neuen Deutschlands war, in den Reihen der ff marschiert sei. Er hat uns allen vorgelebt, daß Altes und Neues, baß alles, was für Deutschland lebt und gex kämpft hat, zusammengehört, weil es deutsch ist. Der Reichsführer ff gab bann die Verfügung des Führers bekannt, wonach die Standarte Mecklenburg" der ff in Zukunft den Namen Friedrich Graf von der Schule nburg" führen wird. Der Reichsführer schloß auf besonderen Wunsch des Verstorbenen mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Während die Ehrenkompanie das Ge­wehr präsentierte, fand die Trauerfeier mit dem Gesang der nationalen Lieder ihren Abschluß.

Der Ingenieuroffizier.

Eine neue Offizierslaufbahn des Heeres.

Der Aufbau der Wehrmacht hat in unvorherge­sehenem Maße zum stärk st en Einsatz der Technik, insbesondere der Motorisierung unt) des Festungsbaues geführt. Zwangsläufig entstand hierdurch in kürzester Zeit em Truppeninge- nier-Korps, das sich aus Fachleuten aus der Industrie ergänzte. Für den ersten Ausbau dieses Korps wurden die Iruppeningeneure als Wehr- macht sbeamte übernommen. Die Truppen­ingenieure sind inzwischen mit den Truppenteilen völlig verwachsen und so ein Bestandteil der Truppe geworden. Aus diesem Grund und aus den Erfahrungen der drei Einsätze der Wehrmacht seit Frühjahr 1938 ergab sich die Notwendigkeit bet völligen militäris chen Einreihung dieser Beamten. Daher hat der Führer die Grün­dung einer Offizierslaufbahn (Jng.) an* geordnet und befohlen, daß die bisher beamteten Truppeningenieure zu den Ingenieuroffi» zieren überge führt werden, soweit sie die Voraussetzungen dafür erfüllen.

Damit ist eine neue Offizierslaufbahn im Heere geschaffen. Außer den bereits im Heere vorhan­denen Truppeningenieuren können Abiturien­ten, die in jeder Hinsicht für den Offiziersberuf tauglich sind und technisches Interesse haben, diese Laufbahn einschlagen. Sie werden als Osfizieran- roärter nach Ableistung eines Teiles der Wehr­pflicht zur weiteren Ausbildung zur wehrte ch- nijcheu Fakultät kommandiert, w*