Nr. 120 Erstes Via«
189. Jahrgang
Donnerstag, 25. Mai 1939
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Die türkisch-englische Allianz und der Valkanbund
Von unserem Or. He-Korrespondenien.
Bukarest, Mai.
Von der Zusammenkunft Gafencus mit dem jugoslawischen Außenminister Cincar-Marko- w itsch auf einem Donaudampfer bei Turn-Seve- rin, die so plötzlich beschlossen wurde, sagt das amtliche Kommunique, sie habe einen freundschaftlichen Und informativen Charakter (caracter prietenesc si informativ.) Wir bestreiten das keineswegs. Aber ebenso sehr ist ihr Hauptzweck ein offenes Geheimnis: Erörterung der durch das englisch-türkische Militärbündnis für die Balkanstaaten geschaffenen neuen Lage.
Kemal Atatürk hat nach dem Zusammenbruch des Ottomanischen Reiches im Weltkrieg die Türkei nicht zuletzt durch eine vorbildliche Neutralitätspolitik gerettet und neu aufbauen können. Ministerpräsident Refile Saydam hat das Abgehen von dieser Neutralitätspolitik damit begründet, daß die letzten Ereignisse im Mittel meer die Türkei dazu gezwungen hätten, und maßgebende türkische Kreise haben durchblicken lassen, daß die englisch-türkische Militärallianz nicht gegen Deutschland, sondern „nur gegen das im östlichen Mittelmecr vordringende Italien" gerichtet sei. Jener berühmte demokratische „Friedensblock", dem die Türkei sich angeschlossen hat, scheint doch allzu sehr nach dem Grundsatz getauft zu sein, daß — um Tallcyrand abzuwandeln — Namen dazu da sind, das innere Wesen zu verschleiern.
Es wirkt heute mehr als merkwürdig, wenn Winston Churchill z. B. die Notwendigkeit der englisch-türkischen Allianz für die Türkei mit dem Hinweis auf 1911 begründet. Damals haben die Engländer die Türken trotz ihrer Hilferufe im Stich gelassen und zugesehen, wie die Italiener Tripolis (Libyen) eroberten. Der griechisch-türkische Feldzug nach dem Weltkrieg ist ein zweites Beispiel für die Hilfsbereitschaft", die die Engländer der Türkei angeblich so ost in der Vergangenheit angedeihen ließen. In diesem Falle unterstützten sie nämlich die Griechen gegen die Türkei, und nur dank der überragenden Tüchtigkeit Atatürks und seiner Mitarbeiter konnte der Feldzug für die Türken gewonnen werden. Und schließlich braucht man nur etwas weiter zurückzugehen und an den griechischen Unabhängigkeitskampf zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zu erinnern, in dem (Eng» land nicht so sehr, wie es behauptete, des Christentums und der Freiheit willen, sondern in erster Linie aus Furcht vor russischen Hegern o n i e a b s i ch t e n die Griechen gegen die Türken unterstützte.
In Wirklichkeit geht es Großbritannien auch jetzt gar nicht so sehr darum, der Türkei zu helfen, als vielmehr in ihr einen Gendarmen für die Bewachung der englischen Interessen an den Meerengen und einen weiteren Partner der Einkreisungsfront zu finden. England kann jetzt für Schwierigkeiten, die ihm im Konfliktsfall am Suez-Kanal, in West-Aegypten, im Südosten des Sudan oder in Palästina erwachsen könnten, die für Kämpfe in- heißen Gegenden sehr erprobte türkische Armee gebrauchen. Der englische 16-Mil- lionen-Pfund-Kredit für Ankara war dabei nur das Lockmittel.
Es ist auch klar, daß Frankreich diese englisch-türkische Freundschaft unterstützt und ihr wahrscheinlich demnächst ein französisch-türkisches Bündnis folgen läßt. Und wenn es wahr ist, daß Frankreich in Kürze Hatay (Sandschak Alexan- drette) — über das es eigentlich nicht verfügen kann, da der Sandschak zum syrischen Mandat gehört — an d i e Türkei abtritt, dann zahlt es damit nur wieder einmal den Kaufpreis für eine englische Erwerbung. Wie diese Militärallianz iv Wirklichkeit gedacht ist, geht ganz unoerhüllt aus einem Artikel Winston Churchills hervor, in dem es heißt, im Kriegsfälle könne unter den neugeschaffxnen Umständen Getreide aus Südrußland auf die Weltmärkte — gemeint sind natürlich nur die Märkte der Einkreisungsfront — gebracht und umgekehrt dank der Vorherrschaft Frankreichs und Englands im Mittelmeer Munition und Rohstoffe in die russischen Schwarzmeerhäfen gebracht werden. Damit nicht genug, beschwört Churchill Bulgarien, doch jene dritte und unwiderbringliche Gelegenheit, ein Bündnis m i t R u ßland und der Türkei zu haben, nicht wie 1913 und 1915 ungenutzt verstreichen zu lassen, sondern ebenfalls der „Friedensfront" beizutreten.
Um der Scylla der angeblichen italienischen Gefahr zu entgehen, ist die Türkei der englischen Charybdis in die Arme gelaufen. Um ihre „Unabhängigkeit" zu wahren, ist sie der Polizist eines Staates geworden, der kein Anlieger der Meerenge ist. Während also England im Frieden gewonnen hat, was es im Weltkriege trotz aller Anstrengungen nicht erreichen konnte, hat die Türkei dabei ihre Neutralität verloren und außerdem den Balkonbund in Gefahr gebracht. Wenn auch Ministerpräsident Refile Saydam in seiner Rede vor der türkischen Nationalversammlung sagte: „Im Schoße des Balkanbundes, eines Organismus, der dem Frieden gewidmet ist, hat der Platz der Türkei gar keine Veränderung durch die Tatsache erfahren, daß sie eine Haltung zuverlässigerer Zusammenarbeit am Werke des Friedens eingenommen hat", und wenn auch ein großes rumänisches Blatt wie der „Universul" im ersten Augenblick meinte, die neuen Verpflichtungen der Türkei aus dem Abkommen mit England stünden in keinem Widerspruch zu den Verpflichtungen der Türkei aus dem Balkanpakt, jo ist man inzwischen
doch, wie die Gafencu-Reise zeigt, anderen Sinnes geworden. Wenn ein Mitgliedsstaat des Balkanbundes aus seiner Neutralität heraustritt und sich einseitig zugunsten einer dritten Macht festlegt, dann sind damit die Ziele des Bundes — Friede, Sicherheit und Unabhängigkeit — für alle übrigen Mitglieder gefährdet. Friede und Sicherheit im Mittelmeer waren bei dem bisherigen Zustand viel besser gewahrt. Das Gleichgewicht der internationalen Kräfte, das die Türkei an den Meerengen neuerdings aufrechterhalten soll, ist ein unsicheres Schaukelbrett, dem sich die übrigen Mitglieder des Balkanbundes nicht einfach anvertrauen möchten. Auch die Behauptung Churchills, die Garantie, die Großbritannien und Frankreich Rumänien gegen jeden Angriff gegeben haben, habe nur effektiv werden tönen, wenn die Türkei den britischen Kriegsschiffen und notfalls auch den französischen und britischen Truppen die Durchfahrt durch das Schwarze Meer gestatte, hat demgegenüber wenig Zugkraft.
Folgerungen für den Balkan.
Budapest, 24. Mai. (Europapreß.) Unter der Ueberschrist „Die Rolle der Balkanländer" beschäf-
Vigo, 25. Mai. (DNB.) Während des ganzen Mittwoch trafen Züge mit deutschen Freiwilligen ein, die aus dem Bahnhof von einer riesigen Volksmenge erwartet wurden. Mit klingendem Spiel marschierten die Freiwilligen durch die Stadt zum Hafen. Das erste Transportschiff mit etwa 900 Mann an Bord verließ bereits den Hafen in Richtung Hamburg. Die Abfahrt der restlichen Schiffe wird heute erwartet. Die deutsche Kolonie von Vigo bereitete den heimreisenden Freiwilligen einen herzlichen Abschied. Aus der unübersehbaren Menschenmenge, die den Hafen umsäumte und die Freiwilligen stürmisch grüßte, erschollen immer wieder Rufe wie „Arriba Alemania" und „Heil Hitler".
Die deutschen Freiwilligen in Spanien haben der spanischen Sozialhilfe 4500 vollständige Bekleidungsausrü st ungen, bestehend aus Mänteln und Anzügen, zum Geschenk gemacht. Die Sozialhilfe hat dem Befehlshaber der deutschen Freiwilligen, Generalmajor Freiherrn von Richthofen, für das Geschenk, das den
N e uy or k, 24. Mai. (DNB.) Wie aus Portsmouth gemeldet wird, werden die Rettungsversuche an dem mit 62 Mann Besatzung gesunkenen amerikanischen U - Boot „Squalus" durch eine Reihe von Hindernissen immer weiter verzögert. Am Dienstag riß die Telephonverbindung, die oon den Tauchern hergestellt worden war. Eine große Welle warf das über der Unfallstelle liegende U-Boot „Sculpin", mit dem die Verbindung bestand, zur Seite, und das Kabel konnte den Zug nicht tragen, es brach. Erst fünf Stunden später gelang es den Rettungsschiffen, die genaue Position des gesunkenen „Squalus" wiederzufinden. Das letzte durch Klopfzeichen aufgenommene Lebenszeichen aus dem Innern des „Squalus" lautete „Zu st and befriedigend, aber kalt". — „Squalus" ist das größte und modernste Unterseeboot der Vereinigten Staaten. Es wurde für fünf Millionen Dollar erbaut und erst im März in Dienst gestellt. Das 1450-Tonnen-Boot sollte am 13. Juni seine formelle Versuchsfahrt unternehmen. Inzwischen wurde festgestellt, daß die Ursache des Unglücks nicht ein versehentlich offen- gelassenes Ventil ist, sondern ein mechanischer Defekt an dem 35 Zentimeter breiten Haupt eines Induktionsventils am Oelmotor. Das schadhafte Ventil entwickelte bei der Tauchübung ein Leck.
Ein am Vormittag auf das Deck des gesunkenen ll-Vooles hinabgestiegener Taucher ermillette durch Klopfzeichen, daß im Vorderschiff nur noch 3 3 211 a n n als lebend gemeldet wurden. Titan befürchtet danach, daß mindestens 26 Mann in den anderen Abteilungen durch das eingedrungene IBaf- fer umgekommen find. Die Gesamtzahl der Ein- geschlosienen betrug anscheinend 59 und nicht 62, wie anfänglich gemeldet worden war. Die Eingeschlossenen teilten durch Klopfzeichen mit, daß es ihnen den Umständen angemessen gehe und daß sie vorläufig genug Lebensmittel hätten. Sie feien jedoch vöttig hilflos und könnten nichts tun, um zu ihrer Rettung beizutragen. Von ruhiger See begünstigt begann am Mittwoch mittag die von Tauchern auf das Unterseeboot aufgesetzte und befestigte Rettungsglocke mit sieben Ueberleben- den aus 72 Meter Meerestiefe ihren Aufstieg an
tigt sich der „Pester Lloyd", das Blatt des ungarischen Außenministeriums, mit der Begegnung der Außenminister Rumäniens und Jugoslawiens. Die große Diskretion, mit der diese Begegnung behandelt würde, könnte ein Zeichen fehlenden Einverständnisses in wichtigen Fragen sein, vor allem in bezug aus den Abschluß des englisch-türkischen Beistandspaktes. In Belgrad habe man die Nachricht von der Einbeziehung in das westliche Garantiesystem mit großem U n - behagen ausgenommen und darin eine Schwächung, wenn nicht gerade eine Verletzung des Balkanpaktes empfunden. Rumänien dagegen erwarte von dieser neuen Abmachung ein leichteres Funktionieren der englischen Garantie. Jugoslawien sei darauf bedacht, mittelbar nicht in Konflikte hineingezogen zu werden, während Rumänien gegen die Einflußnahme fremder Mächte auf die Balkanpolitik anscheinend nicht Stellung zu nehmen gedenke. Hieraus folgert das Blatt, daß durch die englisch-türkischen Abmachugen die innere Festigstkeit und Wirksamkeit des Balkanbundes beeinträchtigt worden sei. Ein Hauptzweck des Balkanbundes bestehe darin, die Rivalitäten der Großmächte vom Balkan fernzuhalten. Dies fei heute nicht mehr der Fall. Die einzelnen Balkanstaaten .hätten aus der neuen Lage die Konsequenzen abzuleiten, die sie für sich am vorteilhaftesten fänden.
Bedürftigen Spaniens zugutekommt, herzlich gedankt.
Generaloberst Milch in Rom.
Rom, 25. Mai (DNB.) Staatssekretär Generaloberst Milch traf am Mittwochmorgen im Flugzeug in Rom ein, wo er von Staatssekretär General Valle, zahlreichen hohen Offizieren der italienischen Luftwaffe und vom deutschen Luftfahrtattache General von Bülow empfangen wurde. Am Nackirnittag hatte er im Luftfahrtministerium eine anderthalbstündige Unterredung mit Staatssekretär General Valle. Abends fand im Fliegerhaus zu feinen Ehren ein Essen statt, bei dem General Dalle und Generaloberst Milch herzlich gehaltene Trinksprüche auf die Luftwaffe der verbündeten Völker ausbrachten. In Begleitung des Staatssekretärs Milch befinden sich der ehemalige deutsche Luftattache in Rom, Oberstleutnant des Generalstabes Hoffmann von Waldau, ferner Oberstleutnant Polte, Hauptmann d. G. Schlich-, fing und einige andere Offiziere der Luftwaffe.
die Oberfläche. Damit wurden zum ersten TNale in der amerikanischen TNarinegefchichte Menschen aus derartiger Meerestiefe gerettet. Sofort nach Rettung der ersten sieben lleberlebenden wurde die Rettungskammer abermals hinabgelassen. Sie brachte diesmal weitere neun Mann ans Tageslicht. Alle Geretteten konnten ohne Hilfe der Rettungskammer entsteigen. Beim dritten Versuch gelang es, durch die Rettungskammer abermals weitere neun lleberlebende ans Tageslicht zu bringen. Die letzten acht lleberlebenden rour- geborgen, nachdem die neun Tonnen schwere Ret tungsglocke vier Stunden lang in 50 Me- ter geschwebt hatte, weil sich das hebelau verfangen hatte. Während dieser Zeit war es den Tauchern nach mehreren vergeblichen Versuchen geglückt, den in der Glocke eng zusammengepferchten und kur; vor der erhofften Rettung erneut vom Erstickungstode bedrohten Marinesoldaten Luft zuzuführen. Rach langen, für die Eingeschlossenen qualvollen Minuten gelang es endlich, vom U-Voot- hebeschiff „Falcon" aus zwei Schleusen in die Glocke einzuführen. Dadurch konnte ein zweites Unglück verhütet werden. — Der am Rettungswerk beteiligte Kreuzer „Brooklyn" erhielt vom U-Voot- hebeschiff „Falcon" die Meldung, daß sich die Nachricht bestätigt, derzufolge etwa 30 Mann bcs 21- Bootes bereits tot seien.
^Sämtliche 33 lleberlebenden sind im Schiffshospital des Kreuzers „Brooklyn" untergebracht. Die Aerzte glauben, daß alle mit dem Leben davonkommen werden, wenn auch einige in furchtbarem Zustand darniederliegen. Das Gesicht des einzigen vernehmungsfähigen Ueber- lebenben, des Obermaaten Bland, war, als er die Katastrophe vor dem inzwischen eingesetzten aus hohen Seeoffizieren bestehenden Untersuchungsausschuß beschrieb, purpurrot angelaufen. Bland, der 31 Stunden in dem gesunkenen „Squalus" eingeschlossen war, hatte Mühe zu sprechen. Er erzählte, daß das durch ein defektes Ventil hereinstürzende Wasser erst eine Minute nach Tauchbeginn bemerkt wurde. Viele verdankten ihr Leben heute der übermenschlichen Kraft eines Mannschaftsmitgliedes,
OerGrenzwall im Osten
Die letzte Besichtigungsfahrt des Führers durch die Westbefestigungen hat erneut die Stärke des deutschen W e st w a l l s der Welt deutlich vor Augen geführt. Aber auch der Osten des Reiches, an dessen Grenze gerade jetzt der polnische Nachbar vernehmlich mit dem Säbel rasselt, ist ausreichend gesichert. Das geht aus zwei Aufsätzen hervor, die der Oberstleutnant des Generalstabes v. Wedel und der Kommandeur der Pionierschule I Oberst Dittmar über die ßanbesbe« festigungen im Osten in der Zeitschrift „Die Wehrmacht" veröffentlichen. Es heißt darin:
Als nach dem Weltkriege Deutschland weite Landstriche im Osten an Polen abtreten muhte, wurden naturgemäß auch die Festungen dieser Gebiete mit übergeben. Posen, Thorn, ©raubens und viele andere fielen damit für die Verteidigung der deutschen Ostgrenze künftig aus. Etwa 1000 Kilometer deutscher Grenze, oon der Natur ungeschützt, lagen auch militärisch ungeschützt dem Zugriff feindlicher Gewalten offen. Schlesien lag damals als schmaler, ungeschützter Streifen zwischen Polen und der Tschecho-Slowakei, Berlin ohne Schutz 150 Kilometer von der Reichsgrenze. O st preußen, das vom Reich getrennte Stammland Preußens, lag nach Süden und Westen hin ebenfalls offen. Im ganzen war Deutschland dem Zugriff von Osten her schutzlos preis- gegeben.
Schon bald nach dem Weltkrieg war die Heeresleitung bemüht, hier in bescheidenen Grenzen Abhilfe zu schaffen und Befestigungen anzulegen. Verrat im eigenen Lande und darauf die Forderung der Entente ließen die Anfänge der Jahre 1925/26 wieder zerstören. 1927 endlich wird im Pariser Abkommen eine Linie festgelegt, hinter der man uns die Anlage von Befestigungen gnädigst erlaubt. Diese Linie verläuft in Schlesien hinter der Oder, in Pommern etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt. In Ostpreußen durfte nur ein ganz kleiner Raum im Kem des Landes befestigt werden, das sogenannte Heilsberger Dreieck. Don 1928 ab beginnt nun, selbstverständlich im Rahmen der damaligen, absolut beschränkten Möglichkeiten, die Befestigung der Ostgrenzen und Ostpreußens. Bis 1933 kann immerhin schon eine gewisse Stärkung der Abwehrkraft festgestellt werden. In den Jahren seither ist selbstverständlich in erhöhtem Tempo und vergrößertem Umfange weitergebaut worden. In Schlesien unter Ausnutzung der Oder, in Pommern in Anlehnung an die' zahlreichen Seenabschnitte sichern heute ausgedehnte Befestigungen den schlesischen Raum mit Breslau bzw. das pommersche Land sowie den Unterlauf der Oder mit Stettin. Zwischen den beiden genannten Abschnitten schützen starke Anlagen an derGrenze
bas die Stahltür zwischen dem überfluteten Mann- schaftsraum und dem Vorderschiff schloß. Unter den Geretteten befinden sich auch der Kommandant der „Squalus", Naquin, der das Schiff als letzter verließ, sowie drei von den fünf Offizieren. Zwei der drei Zivilisten, die an Bord waren, kamen um, ebenso der Olympiakämpfer Patterson. — Die Taucher sollen jetzt sämtliche Luken der „Squalus" öffnen, um die Leichen der 26 Ertrunkenen zu bergen und womöglich die Ursache der Katastrophe festzustellen. ,
In allen U-Booten befinden sich für die Besatzungen Rettungsgeräte. Bei Deffnung der Luke schwimmt man mit dem Sauerstoffgerät aus dem Boot heraus an die Oberfläche. Unser Bild zeigt eine Hebung englischer Matrosen mit dem Gerät, r-? (tzcherl-B ilderdienft-M.)
Die Spanien-Freiwilligen ans der Heimfahrt.
Oer erste Transport verließ Vigo.
33 Bann ans dem gesunkenen amerikanischen Ll-Voot gerettet.
Man rechnet mit etwa 30 Todesopfern. — Erster Bericht eines Lleberlebenden.


