Ausgabe 
25.1.1939
 
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!tr. 21 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Mittwoch, 25.Zanuar 1939

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H. B. Paris, im Januar.

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iuje- den Aerzten der Pariser Gegend 2,5 d. 5). Slii'en, im Jahre 1931 schon 10 v. im Jahre 1938 '. Der Prozentsatz der Juden im

größere Provinzstädte unter vorwiegend jüdischem Einfluß, wie es früher in Deutschland Frankfurt und Breslau waren, gibt es in Frankreich nicht. Paris hat ein ausgesprochenes Judenviertel,

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Frankreich schützt hie Grenze.

Die Bevölkerung Barcelonas erwartet ihre Befreier.

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die Befestigungen bis zu einer Tiefe von 12 Kilo­meter angelegt waren. Durch Täuschungsmanöver konnte der Feind jedoch umgangen und geschlagen werden.

Eine Zwischenbilanz ergibt folgendes Bild: Franco beherrscht jetzt 15,5 Millionen Spanier» während sich die Herrschaft der Roten nur noch auf 6,5' Millionen erstreckt. Während Nationalspanien über 39 Provinzen sowie die Kolonien und Marokko verfügt, kontrolliert Sowjetspanien' nur noch 11 Provinzen. Die Fläche des nationalen Gebietes beträgt auf dem Festland 377 363 Quadrat­kilometer gegen 128 844 Quadratkilometer bei den Roten. Die Roten besitzen lediglich noch die Häfen Valencia, Cartagena sowie Alicante. Franco hat jetzt die reichsten Gebiete Spaniens in der Hand. Mit der Eroberung Kataloniens ist eine ausgedehnte Textilindustrie zu Franco gekom­men, die im letzten Jahre fast ausschließlich für Sowjetrußland gearbeitet hat.

In militärischen Kreisen wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß mit dem Fall von Barcelona der Spanienkrieg in die letzte Phase eintritt. Es ist zu erwarten, daß der restliche Teil Kataloniens kaum noch Widerstand leisten wird, so daß die ganze Provinz in kurzer Zeit befreit ist. Die militärische Schlagkraft General Francos hat erneut ungeheuer zugenommen, da in den neuen Gebieten zwei neue Divisionen aufgestellt werden können.

durch die Juden zum Bewußtsein gebracht. In Frank­reich hat man bisher die heuchlerische anglo-amerika- nische Protestbewegung nicht mitgemacht; die fran­zösische Presse hat dies ihren Lesern nicht vorzusctzen gewagt. Dagegen nimmt die antijüdische Propaganda starken Auftrieb. In Paris wur­den in den letzten Tagen eine Reihe Flugblätter verteilt, in denen auf die jüdische Gefahr für das Land hingewiesen wird. Einige große Blätter, wie die royalistischeAction Franycuse" und die Wochen­zeitschriftGringoire" und besondersJe suis Par­tout" fordern in scharfen Worten die energische Zu- rückdrängung des jüdischen Einflusses im Lande und denNumerus clausus für die Juden. Der Pariser Stadtverordnete Darquier de Pellepoix hat eine antijüdische Sammelbewegung Frankreichs" ge­gründet, die bereits ein Flugblatt hat verteilen las­sen, mit der Ueberschrift:Das Judenkomplott ge­gen den Frieden". Darin wird die Befreiung Frank­reichs von dem jüdischen Joch als Vorbedingung der Einigkeit aller Franzosen gefordert.

Paris, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.) Nach den in den frühen Morgenstunden in Paris vor­liegenden Meldungen liegt Barcelona seit Dienstag unter dem Feuer der nationalen Artille­rie und Infanterie. Von den vorgeschobenen Stel­lungen aus beobachtet man Rauchsäulen in den verschiedenen Vierteln der Stadt, über deren Ursprung man noch keine Festellungen machen konnte. Die ausländischen Journalisten haben, begleitet von der Zensurverwaltung, Bar­celona verlassen, um sich in Gerona oder Figueras niederzulassen. Bei Perthus an der fran­zösisch-katalanischen Grenze hat das Personal der schwedischen Gesandtschaft die Grenze überschritten, ebenso auch zahlreiche ausländische Journalisten und Beamte. Alle versichern, daß der größte Teil der Bevölkerung Barcelona nicht verlassen, sondern den Einmarsch der Truppen General Francos abwarten werde.

An der französischen Grenze sind alle Maß­nahmen getroffen worden, um einen Massen- übertritt von roten Flüchtlingen zu verhindern. Für Frauen und Kinder und Greise sind mehrere S a m m e l l a g e r eingerichtet worden. Die französische Regierung hat die Sow­jetspanier wissen lassen, daß es ihr unmöglich sei, eine größere Zahl von Flüchtlingen in Frankreich aufzunehmen. An der Grenze seien daher Maß­nahmen getroffen worden, um ein Eindringen der bolschewistischen Söldner auf französisches Gebiet zu verhindern. Die französische Regierung habe lediglich gestattet, Kindern, Frauen und Greisen, falls sie sich an der Grenze ein­finden sollten, den Uebertritt zu ermöglichen. Aber auch bei ihnen könnte es sich nur um eine

Bilbao, 24. Jan. (DNB.) In den Abendstun­den des Dienstag erreichten die nationalen Truppen die unmittelbare Umgebung der katalanischen Haupt­stadt. Sie stützen nur noch einen Kilometer von der Süd grenze der Stadt entfernt und haben bereits die ersten Häuser des Stadtteiles Sans erreicht. Das Fort Montjuich liegt un­mittelbar vor den nationalen Truppen, ihr Infante-

Spaniens Kuliurkampf.

Das deutsch-spanische Kulturabkommen hat seine' Vorgänger in den Kulturabkommen, die das Deut­sche Reich mit Japan und Ungarn abgeschlossen hat. Es erinnert ferner an die enge Zusammen­arbeit, die zwischen Deutschland und Italien auf allen kulturellen Gebieten besteht und ebenfalls vertragsmäßig festgelegt wurde. Es ist von tiefer Bedeutung, daß zur gleichen Stunde, in der dis nattonalspanifchen Truppen sich auf dem stürmi­schen Vormarsch nach Barcelona befinden, die Re­gierung Franco mit dem befreundeten großdeut­schen Reiche einen Vertrag unterzeichnet, der als ein Element des Friedens und des Aufbaues zu betrachen ist und das zwischen beiden Nationen bestehende Einvernehmen verstärkt und besiegelt.

Das nationale Spanien hat einen langen und opfervollen Kampf gegen die zerstörenden Kräfte des Bolschewismus führen müssen. Dieser Kampf ist noch nicht beendet, aber an seinem Ausgang besteht kein Zweifel. Die Geschichte wird es dem Generalissimus Franco als ein besonderes Ver­dienst anrechnen, daß er nicht nur seine militäri­schen Pläne klug berechnet und sorgsam vorberei­tet hat, sondern auch mitten in den Kämpfen gegen einen gefährlichen Feind das Werk einer gei­stigen und gesellschaftlichen U m g e ft a I t u n g Spaniens zielbewußt einleitete. Franco ist von der Erkenntnis durchdrungen, daß es nicht genügt, den roten Schrecken zu überwinden und nach vollendetem Kampfe den wirtschaftlichen Auf­bau zerstörter Landschaften nach alten Methoden zu betreiben, er ist vielmehr von der Ueberzeugung durchdrungen, daß ein neues Spanien er­stehen muß, das sich frei macht von den Sünden der Vergangenheit, das an seine alte und große Kultur anknüpfen soll, um die geistigen Kräfte zur Ueberminbung des Bolschewismus zu gewinnen.

Neben den Waffen hatte die Politik das

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Vor einiger Zeit setzte sich der ehemalige franzö- iche Ministerpräsident Leon Blum, Haupt­triftleiter des sozialistischen ParteiblattesLe Po- !.laire", an den Schreibtisch und diktierte einen ü itarüEel für sein Blatt, der die UeberschriftIch

riefeuer erreicht bereits die Pferderennbahn sowie den Stadtteil Las Corts.. Verschiedene Straßenzüge des Vorortes Hospitalet sind schon im Besitz der Nationalen.

Eine Division des Armeekorps General Nagues nimmt unmittelbar vor Barcelona eine Linksschwen­kung vor und umgeht dieStadt imWesten. Der 23orori oarria liegt bereits im MG.-Feuer dieser Abteilung. Das Marokko-Korps General Sa­gues besetzte im Sturm Prctt de Llobregat und den dort befindlichen Flughafen, bann kreuzte es auf ben erhalten gebliebenen Brücken ben Llobregat. Die Geschwindigkeit des Vormarsches war so groß, baß ber Nachschub außerstanbe war, Schritt zu hal­ten. Daher ließ die nationale Heeresleitung Mate­rial, Munition und Verpflegung durch Großbomber nachbefördern.

Die vierte Navarra-Brigade unter General Alonso Vega eroberte die Stadt M a r 10 r e I r, ein wichtiger Knotenpunkt an der Hauptstraße Jgua- ladaBarcelona, mit 5000 Einwohnern. Die Be­völkerung war noch fast vollzählig zurückgeblieben, da das Erscheinen der Nationalen keineswegs so schnell erwartet wurde. Als die Soldaten Francos in die Stadt einrückten, stürzte die Bevölkerung in dichten Mengen auf die Straßen und umarmte ihre Befreier mit unbeschreiblicher Begeisterung.

Nach ber Eroberung Martorells rückten die Trup­pen gleich weiter und kreuzten widerstandslos ben Llobregat-Fluß, genau in östlicher Richtung vor- stoßenb. Da diese Kolonne versucht, Barcelona nörd­lich zu umgehen, wird die Einkreisung der Stadt in kürzester Zeit vollzogen fein.

Das Armeekorps M a e st r a z g 0 , das unter Füh­rung des Generals Garcia Dalino gemeinsam mit ben Navarra-Brigaben über Jgualaba hinaus vorrückte, eroberte zunächst Esparraguera unb mar­schierte bann in Eilmärschen auf Tarrasa zu, besten Uebergabe stündlich erwartet wirb. Nationale Truppenteile haben inzwischen ben Vormarsch über

Die Juden in Frankreich

Eigener Äerichi des Gießener Anzeigers.

Tarrasa hinaus fortgesetzt und stehen vor ber zehn Kilometer weiter östlich liegenden Stadt S a - bab eil. Nördlich oon Tarrasa wurden das Ubach- gebirge und im Nordosten der Gipfel San Lorent del Munt (1100 Meter) besetzt.

Das Ergebnis der großen Schlacht in Katalonien.

Saragossa, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.) In einem Rückblick sagt bas Hauptquartier der nationalspanischen Armee über ben bisherigen Ver­lauf ber Operationen:

Der glänzenbe Verlauf ber Schlacht in Kata­lonien ist bie Folge unb bas Ergebnis ber vorher­gegangenen Schlacht am Ebro. Das Ziel ber nationalen Heeresleitung war, Rotfpanien in zwei Teile zu spalten, was mit einer großen Offensive in Richtung auf die Mittelrnerküste ge­lang. Die Teruel-Schlacht hat bie Zerstörung bes roten Heeres ermöglicht. In biefer Lage ver­suchte ber Gegner einen verzweifelten Ret­tungsversuch am Ebro. Die nationalen Truppen haben jeboch systematisch 14 rote Divisio­nen am Ebro-Bogen aufzure iben vermocht. Diese Vernichtungsschlacht hat bann bie Siege in Katalonien vorbereitet unb ermöglicht. Die feinb­lichen Verteidigungslinien waren am stärksten in ben Tälern bei ßeriba ausgebaut, wo

Aerzteberuf in ganz Frankreich beträgt mehr als 15 0. H. Dieser verhältnismäßig niedrige Prozent­satz erklärt sich daraus, daß es die Juden vor allem nach derLichtstadt" Paris zieht, wo sie hoffen, in leichter und angenehmer Weise verdienen zu kön­nen. Das oft mühsame Leben in ber Provinz lockt die Juden nicht. Die ungeheure Erhöhung bes Pro­zentsatzes jübischer Aerzte in Groß-Paris ergibt sich vor allem aus ber Zuwanderung aus dem Auslande. In Groß-Paris gibt es gegenwärtig nach einwandfreien Angaben aus Aerztekreifen rund 1500 naturalisierte jüdische Aerzte. Dazu kommt, daß gewisse französische Gesetze bie naturalisierten Aerzte sie sind zu 99 0. H. Juden noch besonders be­günstigen. Ein naturalisierter Arzt, der zwei Kinder hat, ist vom 27. Lebensjahr ab automatisch vom Mi­litärdienst befreit; im Falle er noch während des Militärdienstes das 27. Lebensjahr erreicht, wird er sofort entlassen. Ein französischer Arzt im gleichen Alter muß seiner Militärdienstpflicht bis zum letzten Tag nackkommen. Die jüdischen Aerzte können sich währenddessen in die Kundschaft des französischen Arztes einführen! Das Uebel liegt zum großen Teil an der Wurzel: In ber Pariser medizini- schen Universität waren im Jahre 1935 von 3282 eingeschriebenen Stubenten 1530 Auslänber, fast sämtlich Juben. In ben großen Pariser Kran­kenhäusern finb eine Reihe leitender Stellungen mit Juden besetzt. Auch im Rechtsanwaltberuf nimmt das jüdische Element seit dem Weltkrieg im­mer mehr überhand.

Wo wohnen die Juden? Wir haben schon oben darauf hingewiesen, baß es bie Juben vor allem nach Paris zieht, wo sie bie besten Vorbedingun- gen für bie Ausübung ihrerTätigkeit" erhoffen. In ber Provinz gibt es wenige Juden, und

ein ausgesprochenes Judenviertel, genanntTemple" ist die französische Bezeichnung für Synagoge. Das Viertel liegt im vierten Arrondissement zwischen dem Rathaus und dem Republikhaus. Schmutzige, niedrige Häuser mit vielen Hinterhöfen, enge, dreckige Straßen, kleine, unsaubere Läden und die entsprechenden Bewohner, das sind die Merkmale dieses Pariser Ghettos. Die Rue des Rosiers" Straße ber Rosenstöcke ist bie ebenso enge wie schmutzigeHauptstraße" bieses Viertels. Daneben gibt es andere Viertel, in denen ganze Straßenzüge mit Juden bevölkert sind. Schätzungsweise bewohnt mindestens ein Drittel ber jüdischen Bevölkerung Frankreichs Groß-Paris.

Die Aufwerfung ber Jubenfrage burch Deutsch­land und die Notwendigkeit einer raschen internatio­nalen Regelung dieses Problems hat auch vielen Franzosen die Gefahr ber Beherrschung bes Laubes

Zufluchtszone in Verbindung zu treten.

Da der Zugverkehr in Barcelona fast ganz eingestellt ist, verlassen zahlreiche rote Bonzen mit ihren Familien bie Stadt in Autos, Gespannen und sonstigen Vehikeln in Richtung Ge- rona und Figueras. Das gesamte restliche Ver­mögen ber Barcelonaer Banken, Sparkassen und Kreditinstitute sowie Berge oon Aktenmate­rial werden mitgeschleppt. In Barcelona stehen rote Posten mit Gummiknüppeln und Maschinen­pistolen vor den öffentlichen Gebäuden, weil man mit einem Aufstand der gequälten Bevölkerung zu rechnen scheint. Die Straßen liegen völlig ver­lassen, da sich die Bevölkerung in Befürchtung eines Artilleriebombardements in bie Schutzkeller zurückgezogen hat. Inzwischen haben auch sämt­liche ausländische Vertretungen die katalanische Hauptstabt verlassen unb sich nach Calbetas begeben. Nur ber französische Bot­schafter ist mit seinem Personal noch dort geblieben.

In ben nördlichen Vororten Barcelonas haben sich zahlreiche Gruppen wehrfähiger Männer ge­bildet, die aus der inneren Stadt geflüchtet sind. Sie sollen entschlossen sein, sich ben Roten mit Waffengewalt zu widersetzen. Von den Sowjetbon­zen wurden Schergen mit Maschinengewehren aus» gesandt, um dieAufständischen" zu bekämpfen. Weiter erfährt man aus Barcelona, daß die Anarcho- Syndikalisten ben gegenwärtigen Augenblick für günstig halten, um bie von ihnen gehaßte Herrschaft ber NegrinschenZentralregierung" abzuschütteln. Es solle heftige Kämpfe entbrannt sein.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche llniverfitSirdruckerei N. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7

tjca m i I i e aus bem Elsaß, seien alsoge= birene Franzosen"!?) und er selbst sei in Paris, in eiern Haus mitschmaler und ärmlicher Dorder- fiMe" in der Rue St. Denis geboren. Diese Selbst­verteidigung des französischen Sozialistenführers ist bgeichnender für den gegenwärtig im französischen T'lk herrschenden Geisteszustand als hundert Leit- aiikel oder antisemitische Flugschriften. Die letzte­re gibt es auch in Frankreich; die antisemitische Be- n gung tritt seit einigen Monaten stärker hervor als inals seit der antijüdischen Welle beim Dreyfus- Aozeß. Die Gefühle des französischen Volkes gegen« itsr den Juden lassen sich wohl am treffendsten so «.»drücken: Es liebt den Juden nicht; aber für die A^hrzahl der Franzosen gibt es noch kein Juden- pDb(em. Es schimpft über ihn; aber damit sind auch fr ben Durchschnittsfranzosen bie Grenzen seiner L: Neigung gegen bie Juden erreicht.

Daß Leon Blum sich zum Schreiben des oben er« tr. hnten Artikels durchrcmg, beweist, baß er sich ber Zmahme ber jubenfeindlichen Stimmung in Frank- fed), ja selbst unter seinen eigenen Anhängern be­te. ßt ist. Es ist übrigens fein Geheimnis, daß ber CSmeralfetretär ber Partei, Paul Faure, um eben vorsichtigen Ausbruck zu gebrauchen, einer von iiiijenigen ist, bie die Juben nicht lieben. Der fran« zöische Arbeiter, ber ber Sozialistischen Partei an« Wärt, hat nie richtig verstauben, warum ausgerech- Ai ber Jube Leon Blum zur Führung ber Partei laufen fein sollte. Auch bieproletarische" Abstam­mung Blums hat ber Arbeiter immer angezweifelt. 2mm hat Leon Blum in seinem Verteidigungs- criifel hinzugefügt, daß erin einem Hause mit Quäler und ärmlicher Vorderseite" geboren sei. Ob ja zieht, kann bezweifelt werden; denn selbst wenn Lim Blum sich herbeiläßt, bei öffentlichen Kund- pelmngen im Zuge mit denProletariern" zu mar« Mr en und einert für diese Anlässe besonders bereit» gehaltenen schäbigen Anzug anzieht, kann er ben ».Lnlonmarxisten" nicht verleugnen.

i Der NotschreiIch bin Franzose" des Juben Leon Nlm klingt übrigens wenig überzeugend, wenn bnm sich einer Rede erinnern, bie Blum vor einiger fötti in Lille gehalten hat.Ist es möglich", er« Krte er,einen Juden gegenwärtig an bie M>cht zu bringen? Es handelt sich nicht um mich; obr wenn man sich an diesen Juden wendete, dann tunbe er vielleicht selbst das Gefühl haben, daß er es gegenwärtig nicht als feine Pflicht betrachten toime, bie bestehenden Schwierigkeiten zu vermeh­re: " Natürlich meint Blum sich selbst, unb er Bit zu, baß bas französische Volk, als Ganzes be­hextet, ihn gegenwärtig n i ch t an ber Macht sehen m,, nicht, weil er Sozialist unb ber Vater eines f(^gegangenen Regierungsexperiments ist biefen Zuschlag würde Blum niemals zugeben, son- d.m weil er Jude ist.

Dieviele Juden gibt es in Frankreich? Amtliche Wckistiken bestehen nicht; schätzungsweise sind in jriintreid) 350 000 Juden, bie burch Geburt bie sta.zösische Staatsangehörigkeit besitzen, ansässig, im kommen etwa 100 000 Juben, die seit bem Ski ge zugewanbert finb; bavon hat ein starker Htt-zentsatz sich naturalisieren lassen. Im ganzen lll>m also gegenwärtig runb 450 000 Juben in Jrnifreid); d. i. etwas mehr als 1 v. H. der Bevöl- tirimg. Die Juden haben sich in Frankreich, genau Mi in ben anberen ßänbern, in ben ihnen befonbers llhnfiD erscheinenben Posten und Berufen einge« Mit. Die höheren Verwaltungsstellen fcj mit Juden angefüllt, unb hier wie überall ver- ijjg ber Jube ben Grunbsatz: möglichst viele Rasse- I j<i ssen um sich zu sammeln. Als Leon Blum 9)11= i in srpräfibent war, besetzte er alle leitenden Stellen I Ihüs eigenen Kabinetts und Sekretariats mit Ju- lün Seine nächsten Mitarbeiter hießen: Blurnel, iLkm-Salvator, Heilbronner usw.

Jia r t e i e n und Presse sind mit Juden über» ili Die meisten Juden sind bei ben Linksparteien, i iv-lssonbere bei ben Sozialisten eingeschrieben. Be- 1 ipiisrs bie Rebaktion bes sozialistischen Partei- i ngemsPopulaire" besteht fast ganz aus Ju- i)(i zum großen Teil aus zugewanderten und emi- ! pevten Juden. Auch bas marxistische Abenbblatt .Ai Soir" steht ganz unter jübischer Leitung.

auch in ben großen Informationsblättern und prir: in -er Rechtspresse haben bie Juben maß- - pbnben Einfluß. Von ben Rechtsblättern haben i )c; moskaufreundlicheOrbr e" und die gegen " chland besonders gehässige Wochenzeitschrift ,Lix Eco Utes" fast ausschließlich jüdische Re- iiatDnen. Natürlich haben die Juden auf kul- tme/em Gebiet, im Theater, in den Museen, Kunst­fl chllm, im Rundfunk zahlreiche leitende Stellungen

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),nßfV f d s Ueberhandnehmen der Juden hat sich auch in und311 Wuckreich in zwei Berufen besonders bemerkbar ejkDcht: im Aerzte- unb Rechtsanwalt- hietfef' iitrm f. Man kann ruhig behaupten, baß gerabe bie gnn^ Versetzung biefer Berufe mit Juden auch in

' rsmüreich die antisemitische Welle erst wieder hoch inK a(te § lei cht hat- Es stehen uns einige recht beredte t/ 5 od Wli-n zur Verfügung: Im Jahre 1911 gab es

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