Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschlossen.
Iah-
Wirtschaft
Hhein-Mainische Börse.
Tendenz: Schwächer.
5 v. Sy Mittelstahl um 0,65 v. H. erholt auf 100,65.
Der Fußball-Weltmeister im Olympiastadion!
8. Länderkampf Deutschland — Italien.
Zuchttierversteigerung in Gießen
Neri
Handball im Dienste des WHW
folgende
lösen.
Für Spiele
den kommenden Sonntag sind vorgesehen:
Garbenheim — Mtv. Gießen
Hochelheim — Hörnsheim
Der Einsatz des Fachamtes Handball im vergangenen Fahre gestaltete sich zu einem großartigen Erfolg. Um mehr als 30 v. H. konnte das letzte Ergebnis verbessert werden; mit dem Endbetrag marschierten der Kreis Gießen an der Spitze aller Kreise des Gaues 12. Es ist klar, daß man auch diesmal wieder bestrebt ist, diesen Erfolg zu erreichen. Aus dem Grunde hat der Kreisfachwart ein Programm zusammengestellt, das am 26. November und 3. Dezember abrollen soll und das
Sieden Länderkämpfe wurden bisher zwischen Deutschland und Italien ausgetragen und nur einmal — 1929 in Turin, als Heiner Stuhlsauch das Spiel seines Lebens lieferte — gab es mit 2:1 einen deutschen Sieg. Fünfmal siegten die Italiener und das 1936er - Spiel im Berliner Olympia-Stadion endete 2:2.
(140,50) und do. IN auf 110,75 (110,50). Reichsalt. besitz verloren zusammen 0,25 v. H. mit 136,75 bis 136,65, anderseits zogen Reichsbahn-VA. auf 126,13
Frankfurter Schlachwiehmarkt.
Frankfurt a.M., 23. November. Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43,50 bis 46,50 (am 16. 11. 43,50 bis 45,50), b) 41,50 bis 42,50 (40,50 bis 42,50). Bullen a) 41,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (39 bis 40 50) Kühe a) 41,50 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 26 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 14 bis 25 (14 bis 25). Färsen a) 42,50 bis 45,50 (44 bis 45,50), b)38,50 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 33 bis 36,50 (35 bis 36,50), d) 20 bis 24 (28). Kälber a) 61 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 44 bis 50 (46 bis 50),d) 28 bis 40 (30 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 45 bis 48 (44 bis 48), c) 30 bis 42 (32 bis 40). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (37 bis 39), c) 15 bis 32 (28 bis 32 . Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). D^rktverlauf: Großvieh, Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt.
Olivieri
Marchi Sardelli Genta Battistoni Locatelli Sansone Boffi Scarabello Colaufsi.
Erst ein deutscher Sieg!
auch hohen Ansprüchen Rechnung trägt. Es wird erwartet, daß wie immer, auch diesmal alle Sportfreunde auf die Plätze kommen und den Handballern helfen, die gestellte Aufgabe erfolgreich zu
Luh, Lang-Göns.
III. Wertklasse: Willi Keßler, Lang-Göns.
Die Versteigerung wurde von dem Leiter des Tierzuchtamts Gießen, Dr. Wagner, eröffnet, der aus die sehr guten Leistungen sowohl bei den Bullen als auch bei den Ebern hinwies. Die ^Versteigerung setzte sehr flott ein, so daß die Züchter gute Preise für ihr Dich erhielten.
schäft zu schlagen. — Großen-Buseck rechnet man mit einem Sieg der Londorfer, die sicherlich stark genug sind, die Oberhand gegen die Mnaen Gastgeber zu behalten. — Aehnlich ist die Situation in Beuern. Die Gäste aus Gießen haben das größte Interesse daran, ihre Erfolgsserie fortzusetzen und auch dieses Spiel zu gewinnen. — Der Kamps in Krofdorf ist vollkommen offen. — Heuchelheim wird es auch zu Hause nicht leicht fallen, gegen Klein-Linden zu gewinnen. — Dutenhofen ist stark genug, um einen Erfolg der Gaste 3U Der- hindern, falls diese mit Ersatz antreten sollten. Gegen eine komplette Einheit durfte allerdings sehr schwer etwas zu machen sein. — Wi^ es Munch- Holzhausen schaffen und die eifrige Els der Holz. Heimer schlagen? — Katzenfurt sollte gegen Ni^er- qirmes gewinnen. — Holzheim geht keinen leichten Gang nach Ebersgöns. Das Spiel Grpmngen gegen Lich "ist offen, und auch im Treffen Nauborn gegen Garbenheim ist keine Voraussage zu treffen.
Mit riesiger Spannung sieht die deutsche Fuß- Lallgemeinde dem achten Länderkampf zwischen Deutschland und Italien am kommenden eonntag im Berliner Olympiastadion entgegen. Zwar gelang es vor 15 Tagen den Eidgenossen in Zürich, die sieggewohnten „Azzurris" zu schlagen, aber diese Niederlage, die einen großartigen Siegeszug unterbrach, hat natürlich dem Weltmeister nichts van seinem Ruf genommen. Wie fußballbegeistert man in Deutschland ist und wieviel man gerade von diesem Treffen mit dem Weltmeister hält, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß das riesige Olympiastadion schon seit Tagen restlos ausverkauft ist. Wenn also am Sonntagnachmittag die Auserwählten der beiden befreundeten Nationen unter Führung des spanischen Schiedsrichters Esquartin den grünen Rasen betreten, dann wird sie der Beifall von rund 90 000 Fußballfreunden umrauschen. Der Kampf zwischen Deutschland und Italien wird den gleichen prächtigen und eindrucksvollen Rahmen haben, wie all die anderen sportlichen Großereignisse an der gleichen Stätte zuvor.
Im deutschen Lager hat man sich auf diesen Kampf mit dem Weltmeister recht sorgfältig vorbereitet. Unsere Nationalspieler wurden unter- Lei- hing von Reichstrainer Herberger einem Spe- zial'training unterzogen und so darf man hoffen, daß am Sonntag eine starke und von Kampfgeist und Siegeswillen beseelte deutsche Elf auf dem Feld stehen wird. Die endgültige Mannschafts- aufftellung ist zur Stunde noch nicht bekannt, aber
ders die Hintermannschaft auszeichnete. Durch zwei Tore von Kümmel und Tiemann wurde der Sieg stchergestellt.
Torrauf auf dem Zuakpitzvwtt.
Rund 100 Nennungen zum Schlsporl-Aufiatt.
Der Schisport-Winter wird am kommenden Sonn- tag mit einem reichsoffenen Torlauf auf dem Zug- spitzplatt eröffnet. Rund 100 Nennungen sind eingegangen. Fast die gesamte deutsche Spitzenklasse ist vertreten. Wir finden so bekannte Namen wie Geschwister Cranz, Willy Walch, Helmut Lantschner, Peppi Jennewein, Pfeiffer, Gabel, Wimmer, Peiß, W. Clausina, H. Kemser, Sörensen, Gantner und Dori Neu. Bei den Frauen starten u. a. die Weltmeisterin Christel Cranz, die Innsbruckerinnen Helga Gödl, Rosmarie Proxcmf und Anneliese Proxauf sowie die Münchnerin Lisel Hoferer. Gut besetzt ist auch die Altersklasse.
Der Landesverband der Rinderzüchter in Hessen- Nassau (Gruppe Fleckvieh) und der Landesverband der Schweinezüchter hielten ihre Zuchtviehversterge- rung in der Rhein-Main-Dersteigerungshalle ab. Der Auftrieb erfolgte bereits am gestrigen Donnerstag, so daß anschließend die Sonderkörung und die Einteilung in die Wertklassen vorgenommen werden konnte. Zur Versteigerung kamen Bullen des Hessischen Fleckviehs, Eber des Veredelten Landschweines und des Deutschen Edelschweines. Sowohl bei dem Fleckvieh wie auch bei den Schweinen handelte es sich um ausgezeichnetes Zuchtmaterial aus den oberhessischen Zuchten.
Nachstehend bringen wir einen Auszug aus der Liste der Einteilung in Wertklassen:
herdbuchfählge Bullen:
Gruppe Fleckvi e h. II. Wertklasse: Gutsoerwaltung Eisenbach; Ernst Kreuder, Brauer- schwend; Hugo Steten, Reichelsheim (Wetterau); Karl Horack, Reichelsheim (Wetterau); Karl Wilhelm Müller, Kirch-Göns; Eberh. Rumpf III., Gambach; Konrad Walter, Trais-Münzenberg (2 Bullen); Heinrich Görlach, Ober-Hörgern.
III. Wertklasse: Heinrich Weitzel, Brauer- schwend; Wilhelm Konrad Pfeil, Ober-Ofleiden; Karl Walz V., Lick; Albert Westrupp, Ermenrod; Wilhelm Nau, Ober-Ofleiden; Heinrich Erb II., Beltershain.
Veredeltes Landschwein.
Wertklasse I: Freiherr!, v. Riedeselsche Guts- Verwaltung Sickendorf; Wilhelm Wentzel I., Lang-
Es muß bann selbstverständlich in Kauf genommen werden, daß bei Fliegeralarm die Trockenspeicher von der aufgehängten Wäsche fteizumachen sind. NSG.
♦
** Stadttheater. Miete. Die Einlösung der dritten Rate der Stammiete hat am Montag, 27. November, für die Freitag-Mieter, am Dienstag, 28. November, für die Dienstay-Mieter und am Mittwoch, 29. November für die Mittwoch- Mieter zu erfolgen.
Dornholzhausen — Großen-Linden Großen-Buseck — Londorf Beuern — VfB.-R. Gießen Krofdorf — Launsbach Heuchelheim — Klein-Linden Dutenhofen — Lützellinden Münchholzhausen — Holzheim Katzenfurt — W.-Niedergirmes Ebersgöns — Holzheim Grüningen — Lich Nauborn — Garbenheim Igd.
die eng gefaßte Kandidatenliste läßt ja keinen Raum für weitschweifige Phantasien. Man geht wohl nicht allzu sehr fehl, wenn man nachfolgende Elf als die wahrscheinliche ansicht:
Klodt
Janes Billmann
Kupfer Sold Kitzinger
Lehner Gellesch (Schön) Conen Binder Pesser
Von dieser Mannschaft darf man ein gures Spiel erwarten, denn die Abwehrreihen könnten nicht stärker besetzt sein und im Sturm stehen durchweg bewährte Spieler mit Verständnis für Kombination und — was noch wichtiger ist — mit großer Schuß kraft.
Italien kommt überraschend mit einer stark verjüngten Elf nach Berlin, in der man von der Weltmeisterschaft nur den Torhüter Olivieri, den Auhen-- läufer Locatelli und den Außenstürmer Colaussi findet. Das Aufgebot Italiens lautet:
Rhejnstahl mit 130,40 (132); Mannesmann verloren 0,75 v. H. auf 106,90 und Verein. Stahl unterschritten den kürzlich erreichten Paristand um 0,65 o. H. auf 99,65. IG.-Farben gaben 1,90 v. H. nach auf 158, Scheideanstalt büßten sogar 3 v. Sy ein auf 215. Im übrigen kamen u. a. AEG. mit 117 (118), Eßlinger Masch. mit 109 (HO), Iung- hans mit 92,13 (93,50), Heidelberger Zement nut 136,50 (137,50) und Aschaffenburger Zellstoff mit 102 (103) zur Notiz. Leicht erhöht waren noch Mansselder auf 168,25 (167,75) und Rhein. Braunkohlen auf 237,40 (237).
Auch der Rentenmarkt hatte sehr ruhiges Geschäft, die Nachfrage ist allgemein Springer geworden. Leicht erhöht waren Dekosama I auf 140,75
Man weiß, daß Garbenheim zu Hause seit ren kein Spiel mehr verloren hat. Beabsichtigt nun der Mtv., hier Wandel zu schaffen? Die Aussichten sind nicht schlecht, ein Erfolg aber ist nur möglich, wenn die Gäste mit stärkster Besetzung antretm. — Hochelheim hat Revanchegedanken. Es will sich unter allen Umständen für die vor einiger Zeit erlittene Niederlage entschädigen. Ob das allerdings gelingt, ist ungewiß. — Dornholzhausen wird es sicherlich nicht schwer fallen, die junge Gastemann-
Göns; Wilhelm Weil III. Witwe, Lang-Göns; Richard Luh, Lang-Göns.
Wertklasse II: Wilhelm Wentzel I., Lang- Göns; August Well II., Lang-Göns; Peter Nicklas, Ober-Ofleiden; Wilhelm Weil III. Witwe, Lang- Göns; Karl Brückel, Lana-Göns; Christian Röder, Laubach; Otto Velten I., Lang-Göns; Wilhelm Anton Stoll, Lang-Göns; Wilhelm Wentzel I., Lang- Göns; Eugen Weber, Lang-Göns; Heinrich Müller, Ober-Ofleiden; Karl Wenzel, Lang-Göns; Karl Luh, Lang-Göns; Alb. Brückel, Lang-Göns; Wilhelm Luh, Lang-Göns; Karl Luh, Lang-Gons; Karl Brückel, Lang-Göns; Christian Röder, Lau- bach; Richard Luh, Lang-Göns (3 Eber); Wilhelm Philippi II., Trais-Münzenberg (2 Eber); Otto Velten, Lang-Göns; Wilhelm Nau, Ober-Ofleiden (2 Eber); Wilh. Anton Stoll, Lang-Göns (2 Eber).
Deutsches Edelschwein.
II Weltklasse: 3 Eber von Wilhelm Ludwig
Handball der Jugend.
Fähnlein 4/116 — Vltv. 1. 3gb. 3:6 (2:4).
Bei bestem Handballwetter standen sich am Mittwoch obige Mannschaften gegenüber. Bei beiden Einheiten dauerte es einige Zeit bis sie sich gefunden hatten. Endlich Mitte der ersten Halbzeit konnte Pfann einen schönen Wurf anbringen, der zum ersten Tore der Turner führte. Doch schon im Gegenstoß gelang es Fischer, den Ausgleich zu erzielen. Nachdem sich die Mtver auf 11 Mann ergänzt hatten, wurden sie deutlich überlegen und konnten in kurzer Folge drei Tore erzielen, denen das Jungvolk nur einen verwandelten Strafwurf entgegensetzte. Nach der Pause ließen die Turner etwas nach und Korell verkürzte abermals durch Strafwurf auf 4:3. Verbissen kämpfte jetzt das Iung»olk um Den Ausgleich, aber die Mtv.er mach- ten sich gegen Schluß wieder frei, wobei sich beson-
Demdeben werden. Die Weihnachtsdekoration soll nicht vor Samstag, 2. Dezember, in den Schaufenstern der Einzelhandelsgeschäfte erscheinen. Die Werbung durch Anzeigen, Plakate, Prospekte Usw. wird davon nicht berührt.
Oer Trockenipe cher bei Fliegeralarm.
Wenn — zumal in den Herbst- und Winter- nwnaten — keine andere Möglichkeit zum Wäschetrocknen besteht als die Benutzung des Trocken- Speichers, so kann dies nicht untersagt werden.
Frankfurt a. TO.,'23. Vton. Lei zunehmender (125,90) an Liqm-Pfandbriefe bröckelten überwie-
einen schwächeren Verlauf. Die Abgaben hatten keinen größeren Umfang, lösten aber immerhin durchschnittliche Rückgänge von 1 bis 1,50 v. H. aus. Das Geschäft hat sich stark verringert. Aus der ermäßigten Basis bestand nur zögernde Aufnahme, zumal auch im Verlaufe die Kurse überwiegend weiter nachließen. Stärker gedrückt waren am Montanmarkt Buderus mit 96,90 (99,25) und
7 i
Roman von Meta Brix
CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN
10. Fortsetzung. 1 (Nachdruck verboten.)
Luise setzte sich. Sie war etwas atemlos vom raschen Lauf. Sie öffnete chr Täschchen, um mit der Puderquaste über das erhitzte Gesicht zu streichen. Da aber war neben ihr schon wieder die liebenswürdige Stimme des einstigen Partners: „Da bin ich, Muschi! Du hast ein Tempo! Erlaube, daß ich doch mitfahre ..."
Sie ließ ergeben die Schultern sinken: ,Za, da bist du wieder ... leider ..."
Kurz vor Sakrow erhob sich Luise: „Wir wollen hier aussteigen."
Sie sagte es gleichgültig, den Blick streng geradeaus gerichtet, wo unmittelbar am Ufer — die Mauern vom Wasser bespült — die alte Heilands- kirche stand.
„Ausgezeichnet) Trinken wir unter den alten Bäumen dort unseren Kaffee!" sagte der Mann.
Dann, am Tisch, faltete Luise ergeben die Hände vor sich und fragte:
„Was also willst du von mir?"
Er lachte. „Du bist wirklich komisch! Erinnere dick freundlichst: Wir waren mit dem Film fertig; ich rufe dich am Morgen nach dem letzten Drehtag an, da sagt mir die Melanie, dein Mädel, du wärst verreist. Wohin, wüßte sie nicht. Und im übrigen würde die Wohnung zugeschlossen und sie selbst, ine Melanie, wär entlassen. Ich frage Darauf den Konni. Der lacht bloß und sagt, er wüßte auch nichts weiter, aber wahrscheinlich wolltest du dich irgendwo erholen. Und er selbst hätte dir geraten, nach Unbekannt zu fahren."
Ja, Luise erinnerte sich. Das hatte Konni Brehm ihr geraten und hatte nicht gewußt, daß sie dasselbe plante. In ganz anderem Sinne allerdings.
Moraoitzky sprach weiter: „Aber du kamst nicht wieder. Zmn Erstaunen erst, dann zum großen Aerger Brehms. Dein Vertrauter war der'Masken- bildner, der Balthasar Jäckel. Das bekamen wir bald heraus. Aber der war verschwiegen. Und so erfuhr kein Mensch, wo du geblieben bist. Sag mal, bist du schon lange in Berlin?"
„Anderthalb Jahre."
Ein verwunderter Blick von drüben. „Und da
habe ich zwei Filme in Neubabelsberg gehabt und nicht gewußt, daß ich dir so nahe mar!2'
„Es war auch gar nicht nötig, daß du das wußtest."
„Und jetzt bist du also nicht mehr beim Film, Liebe?"
„Nein. — Und du auch nicht!"
Er zuckte die Schultern.
„Es wäre nicht geschehen, wärst du meine Partnerin geblieben. Das Spiel mit dieser anderen Schauspielerin konnte mich gar nicht reizen ... Aber lassen wir das. Mir geht es auch so ausgezeichnet ..."
„Das freut mich", sagte die Frau. Es klang sehr gleichgültig. „Du hast ja immer verstanden, dir im richtigen Moment das Notwendige zu verschaffen!"
Der Mann sah aus mißtrauischen Augen in Das schöne, spöttische Gesicht ihm gegenüber, das ihn mit soviel Verachtung ansah. Er lachte kurz auf" „Unsinn, Muschi, was denfft du! Das war einmal! Du solltest die alte Geschichte wirttich vergessen!"
„Ich glaube gern, daß du sie vergessen möchtest", antwortete ßutfe. „Aber ich kann es nicht."
Im nächsten Augenblick nickte er Luise wieder liebenswürdig zu und sprach weiter, als wäre gar kein störender Zwischenruf gekommen: „Ich denke heute früh, bei dem schönen Wetter fahr' ich nach Potsdam hinaus. Und da treff' ich dich! Ich habe dich sehr vermißt! Du hast mir sehr gefehlt! Und es betrübt mich aufrichtig, daß dich unsere Begegnung so arg zu verstimmen scheint."
„Verstimmen ist gelinde ausgedrückt!"
Die zitternde Nervosität, die Luise seit der Begegnung im Palast-Hotel drüben in Potsdam be- herrscht hatte, war gewichen. Sie wußte, Moravitzky würde nicht eher Ruhe geben, bis er wußte was sie in Berlin tat. Sagte sie es ihm nicht, so würde er sie auf Schritt und Tritt verfolgen. Das würde er vielleicht ohnedies tun ...
Sie hatte nichts zu verbergen. Sie lebte jetzt in einer ganz anderen Welt als in der dieses leichtsinnigen Abenteurers. Und diese Welt würde ihm viel zu langweilig sein.
Sie sah ihn fest an: „Mein Leben in dieser letzten Zeit ist schnell erzählt ..."
Moravitzky hörte aufmerksam zu. Als Luise geendet hatte, nahm er ihre Hand und küßte sie. Aber sie entzog ihm die Hand sogleich mit einer ärgerlichen Hast.
„Was soll das?"
„Ich danke dir, Muschi! Daß du noch Vertrauen zu mir hast! Es macht mich so glücklich!"
Seine Stimme hatte den warmen, schmeichelnden
Klang, Den sie so gut kannte. Aber er konnte sie nicht rühren.
Sie sah auf ihre Uhr und sagte hart: „Vertrauen ... sagst du ... Du irrst! Ich will dich nur los werden! Du hast mich einmal wegen der Sehn- sucht nach meinem Kinde höhnisch verlacht. Du siehst, ich habe mich nicht geändert. Ich habe mir das Ziel gesetzt, vordem ich eben sprach. Und ich habe dabei die Entdeckung gemacht, daß ich mich in meinem neuen Wirkungskreis wohler fühle als je zuvor in meinem Leben!"
Er nickte mit verbindlicher Zustimmung: „Das freut mich für dich, Muschi! Und nun wirst du mir doch noch deine Wohnung sagen ...ich hoffe, wir sehen uns Dann und wann ..."
„Nein! gib dir keine Mühe!"
Sie erhob sich.
Der Mann sprang auf. Sein Gesicht zeigte tiefes Bedauern. Er sagte: „Schade. Aber wie du wünschst. Du willst jetzt fort .. .T
Sie zeigte zur Havel. Da kam das weiße Schfff. „Mein Dampfer legt gleich an."
ffir stand neben ihr. Barhäuptig, in fast ehrerbietiger Ergebenheit. Der schmale, edel geformte Kopf neigte sich ihr zu: „Ich darf nicht mit dir fahren ...?"
Sie schüttelte den Kopf und sagte streng: „Sei doch nicht so hartnäckig ... so aufdringlich ..."
Aber dann reichte sie chm doch rasch chre Hand: „Leb wohl, Moravitzky. Laß es dir gut gehen. Und laß mich in Frieden!"
Luise saß wieder auf Dem Schiff. Das Wasser wogte in lässiger Gleichmäßigkeit. Der Himmel war tiefblau.
Sie nahm den Hut ab. Der Wind umspielte sie. Sie schloß Die Augen ... sie hörte, wie am Kiel Das Wasser glurrte ... immerfort ... in immer gleich- bleibender Melodie ...
In der Nähe der Pfaueninsel fuhr eine wundervolle weiße Motorjacht an Dem Dampfer vorbei. Ein Mann saß am Steuer. Blond, breitschultrig, im weißen Sportdreß. Sein Blick glitt über den Dampfer hin. Er hob leicht grüßend die Hand, denn fröhliche Kinder winkten ihm von drüben zu. Dann aber ging sein Blick wieder geradeaus ... ein heller, klarer Blick. Die Hand führte sicher das Steuer.
Klar und sicher ... so ist das ganze Wesen dieses Mannes, fühlte Luise und sah der weißen Jacht mit Waldemar Heitfeld nach.
Der Mann aber ahnte nichts von dieser Begegnung eben. Er wußte nicht, daß Luise Domkat eben eine Blutwelle in Das schöne Gesicht schoß und ihre
Hände sich krampfhaft zusammenschlossen. Sie verglich die beiden Männer miteinander ... den schönen, leichtsinnigen Mann und den sicheren, blonden, dessen Schiff hinausschoß, weiter, immer weiter, und auf der Brücke in Sakrow stand nun vielleicht der Leichtfertige und sah der Jacht nach...
Und sie dachte, dieser breitschultrige, blond« Mensch steht ja auch auf der Sonnenseite des Daseins. Da mag er wohl so frohgemut und sicher fein ...
♦
Im Wartezimmer der Parfümerie Heitfeld saßen drei bildschöne Mädchen.
Sie waren außerordentlich geschmackvoll und nach der letzten Mode gekleidet ... die schmalen Linien der Brauen, die rosige Haut und die herzförmig gezeichneten Lippen. Und es war zu verstehen, daß heute vielleicht häufiger als sonst Angestellte des Hauses ihren Weg von Dem einen zum anderen Büro durch Das Wartezimmer nahmen.
Die rothaarige, schmale Henni Bergmann kümmerte sich wenig Darum. Sie hatte die schönen Beine übereinandergeschlagen und blätterte in einer Mittagszeitung.
Die dunkle, mandeläugige Cilly Tettens gähnte herzhaft. Sie langweilte sich und meinte zu ihrer blonden Nachbarin auf der anderen Seite: „Na, Das scheint ja hier eine langweilige Geschichte M sein!"
Die Angeredete kramte in ihrem Handtäschchen herum und erwiderte schlegmatisch, daß man da5 Warten ja gewöhnt fei. Sie hatte ein fast leeres Parfümfläschchen in Der Hand, hielt es hoch und sagte lachend: „Haupffache, Kinder, daß wir bei Dem Geschäft hier auch unseren eigenen Bedarf an Kosmetik vorteilhaft Decken können!"
Wieder kam ein junger Angestellter durch Den Raum, musterte verstohlen Die drei MäDchen unh trat Dann in Das gegenüberliegenDe Zimmer ein. 3n diesem Augenblick hatte die Bergmann von chrer Zeitung aufgesehen ... nun ließ sie vor Erstaunen das Blatt zu Boden rutschen. Sie wandte sich lebhaft an ihre Kameradinnen und wies nach der Tür drüben: „Nun möchte ich doch wissen, was die Leuts hier eigentlich vorhaben ... wollen die noch kurz vor Beginn der Ausstellung einen Film drehen?
„Wieso denn?"
„Wie kommst du denn darauf?"
Die Fragen kamen zusammen.
Die schmale Rothaarige wies noch immer nach Dem Zimmer Drüben: „Darin sitzt nämlich die Hauptdarstellerin ... Die Domkat ..."
I (Fortsetzung folgt)


