Ausgabe 
24.11.1939
 
Einzelbild herunterladen

Zreitag, 24. November 1939

Gfchener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 276 Zweites Blatt

Im

zroßarkiges Ereignis und eine ernsthafte Angelege leit außerdem. Hatte sie nun nicht auch einen (di

,en-

>oV

ein neuer Erdenbürger das Licht der

Wenn

Ach, sagte in der Tür, ahren £

n. Pro« ' Spork

Muß das Kleinkind in den Luftschutzkeller?

Die Mutter entscheidet.

geigen: -rühlschi älich in hließlich . 15 tz amstags |ur Zeit 1 gültig.

12.11 uchich ter 'rchrz

Wt

audie iusten- h, erst h den

warum fragst du?

Ach, sagte mein Weib, da war vorhin ein Mann - v-- der wollte so schrecklich gern nach Haus ....... er stammte nämlich aus Pasewalk patte aber leider gerade kein Geld, und da bat er mich, ob ich ihm nicht eine Mark leihen wollte ...

)ten ü 59aben antfun Ing R 19.10:

25 Jahre Veterinärmedizinische Fakultät in Gießen.

Teresa fahrt nach Gpanien.

Äon E. Jechner.

Iackiechen, fragte Teresa, glaubst du, daß die Welt ehrlich ist?

Gewiß, mein Juwel, erwiderte ich mit dem Brustton der Ueberzeugung, grundehrlich! Aber

Kinder, Namen, Standesamt

Eine Unterredung mit Gießener Standesbeamten

1846

«I

"stoch,

iii urkitz

iW

)h 3783

nefldefl

>us

re Afl'

fltgeg*1

K r; S

k

S '=ftj

Aus der Stadt Gießen.

Ursula schreibt...

Ursula sitzt in der Wohnstube und schreibt. Es ' ist keine Kleinigteit dieses Schreiben, denn es soll rrn richtiger Brief werden, und Ursula geht doch »rst ins vierte Schuljahr. Wer aber kann schon im alerten Schuljahr Briefe schreiben wie ein Erwach- ener? So einfach ist die Sache jedenfalls nicht, md Ursula hat bereits einen roten Kopf vor lauter Anstrengung. Bis jetzt steht auch weiter nichts auf dem Bogen als der Anfang:Lieber Soldat! Ich will dir auch schreiben und recht schön danken für

i deine Karte."

Ja, diese Karte. Sie ist Ursulas stolzer Besitz, der bereits bei allen Anverwandten und Freundin­nen die Runde gemacht hat. Denn die Karte kam aon der Westfront, und zwar von Ursulas Sol- Raten. Bon Ursulas Soldaten? Tatsächlich, so ist es. Die Karte trug die richtige Anschrift, während Rer Text mit den Worten begann:Liebes Fräu- ein Ursula!" Es ist klar, daß eine solche Karte bei Ursula das höchste Entzücken Hervorrufen mußte, Ras ein nachsichtiges Lächeln der Eltern begleitete.

Wozu die Eltern auch ihren Grund hatten. Es !ieß sich nämlich mit Sicherheit vermuten, daß der Impfänger der kleinen Paketspende, die Mutti 2nd Ursula vor einiger Zeit fertigmachten, nicht Daran dachte, daß Ursula noch ein kleines Schul­mädchen war. Sicher schwebte ihm eine junge Dame »or, als er seine Karte mit den dankenden Zeilen chrieb. Aber für Ursula war der Kartengruß ein

MM W Oi- i

is 7.15; anb _ :

«f habt !

l 9.30: i

- Sich? j konM ngskov, i | -lchchn- | Stund'! bei b« ie X 1S.-G. hrichten. . 1 Unter i \ er. di- 10: Be.

logie vertritt. Professor Luy kam im Frühjahr die­ses Jahres nach Gießen, bis dahin war er in Teheran tätig. Er hat seine Arbeit zunächst im Physiologischen Institut ausgenommen, da die Dete- rinär-Physiologie bis jetzt noch kein eigenes Heim besitzt, wohl aber in absehbarer Zeit durch einen Neubau auch zu einer eigenen Wirkungsstätte kom­men dürfte.

Dozenten in der Veterinärmedizinischen Fakultät sind der Direktor des Gießener Schlachthofes, Stadt- Deterinärrat Dr. habil. Keller, dessen Arbeits­gebiet in der Fakultät das Fach der Fleischbeschau, Lebensmittel- und Schlachchofkunde, ferner einen Lehrauftrag für Praktische Fleischbeschau, Schlacht- hofbetriebskunde und Schlachtvieh- und Fleischbe­wirtschaftung umfaßt; Regierungs-Deterinärrat und Direktor des Staatlichen Veterinär-Untersuchungs­amtes in Arnsberg (Westfalen) Dr. Johannes Schaaf, der über Dierseuchenlehre, Veterinär- Hygiene und animalische Nahrungsmittelhygiene liest; der Leiter des parasitologischen Laboratoriums der JG.-Farben-Jndustrie Werk Höchst am Main, Dr. phil. Dr. med. vet. habil. Wagner in Frank­furt a. M., dessen Vorlesungen die Parasitologie behandeln.

Mit Lehrauftrag versehen ist der Regierungs- Oberveterinärrat, Kreisveterinärarzt Dr. Mon - narb in Gießen, dessen Fach in Der Fakultät die Praktische Deterinärpolizei umfaßt.

Als Vertreter des im Felde stehenden Direktors der Ehirurgischen Deterinärklinik Professor Dr. Bolz ist sein Amtsvorgänger, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Pfeiffer, als stellv. Direktor der Klinik zur Zeit wieder am Werk. Als Stellvertreter des ebenfalls unter den Fahnen stehenden Dekans Professor Dr. Stand fuß führt zur Zeit der Dozent, Stadt-Veterinärrat und Schlachthofdirektor Dr. habil. Keller vertretungsweise die Geschäfte des Dekans.

Falle eines Fliegeralarms müssen gründe sätzlich alle Hausbewohner den Luftschutzraum auf­suchen, nur diejenigen nicht, denen es nicht mög­lich ist und die beim Aufenthalt im Luftschutzraum Schaden leiden würden; sie dürfen oben Bleiben.- Wie vom Reichsluftschutzbund mitgeteilt wird, bleibt es im Einzelfall nach diesem Grundsatz aud> der Mutter überlassen, zu entscheiden, ob ihr Klein­kind in der Wohnung bleiben muß. Ein empfind­licher Säugling bleibt besser im Zimmer, ein gleich­altriges widerstandsfähiges, gesundes Kind kann, warm.eingepackt, mit hinuntergenommen werden. Auch ein Kind, das

durch einen unvorhergesehenen Zufall die Möglich­keit, sie nachkommen zu lassen.

Nach einem diesbezüglichen Telegrammwechsel stand ich also auf dem Bahnsteia in Gerona und wartete voller Ungeduld auf die Ankunft des Zuges.

Der Zug lief fahrplanmäßig ein, und Teresa entstieg ihm strahlend, in allerbester Laune.

Nun, Liebling, fragte ich nach der ersten Begrü­ßung, wie war die Reise?

Reizend, Jakiechen!

Ist alles glatt gegangen?

Gewiß, nickte mein Weib, ganz Katt!

Als sie im Hotel ihren Koffer auspackte, klopfte es, und der Hausdiener erschien, um den Paß zu holen.

Jakiechen, bat Teresa, sei doch so lieb und erklär' dem Mann, daß ich keinen habe!

Mir blieb vor Staunen der Mund offen stehen.

Du hast keinen Paß! wiederholte ich verständnis­los, aber mach doch keine Witze!

Ich mache keine Witze, Jakiechen, verteidigte sich mein Weib, ich hab' ihn wirklich nicht!

Ja, aber, wer hat ihn dann?

Der Schlafwagenschaffner KarlsruheMarseille! erklärte Teresa mit Würde.

Und wie bist du über die spanische Grenze ge­kommen, wenn ich fragen darf? *

Ohne Pah, Iackiechen! erwiderte Teresa schlicht. Ich schnappte nach Lust. Unmöglich! stammelte ich. Das sagte der Agent des EIT., der so liebens­würdig war, sich für den Fall zu interessieren, auf dem Bahnhof in Port-bou auch, nickte Teresa er­freut, aber dann ging es natürlich doch! Mit einem bißchen guten Willen geht nämlich alles! fügte sie erläuternd hinzu. ~ .

Der tief de la Police in Port-bou war reizend zu mir, obwohl ich keinen Paß hatte, sagte Teresa verweisend, alle waren reizend! Der Agent vom EIT., der Schaffner und die alte Französin, die zur Taufe ihres ersten Enkelkindes nach Orange fuhr! Und der junge Mann, der mir die Schinken­semmel besorgte, weil es doch keinen Speisewagen gab und ich den ganzen Tag nichts gegessen hatte, war besonders nett. Ich konnte ihn nur mit Muhe überzeugen, daß es durchaus nicht nötig sei, mit nach Port-bou zu fahren! Er war so be orgt um mich, wegen des Passes nämlich! fugte sie erkla-

Jch^nic^te. Ich kannte das bereit. In Teresas Ge­schichten wimmelte es stets von reizenden Leuten, es gab gar keine anderen in ihrer Welt.

Aber wie konntest du nur den Pah vergessen! fragte ich vorwurfsvoll.

Es ist mir auch ein Rätsel, Iackiechen! sagte sie schuldbewußt. Vielleicht, weil der Schlafwagen­schaffner übrigens ein ungewöhnlich lieber Mensch so viel von seiner jungen Frau erzählte.

ßUßD IW Sfi?* ilbdeim^ r*?

In®.'

-lungse"23 sanzeW ihl.S=hu*.

Raten an Der Front?

Also ist sie mit Feuereifer daran gegangen, den Brief zu schreiben, nachdem Die Mutti den guten - Rat gegeben. Wenn nur Das Schreiben nicht gar o schwer märe. Sie tunkt vor Aufregung die Feder mmer wieder in Das Tintenfaß, und auf einmal ßtzt ein Klecks Da. Ein Dicker, fetter Klecks, Der ich geradezu höhnisch ousnimmt. Ursula ist tief rschrocken. Kann man einen Brief mit einem sol- ichen Klecks an einen Soldaten schicken? Nein, das xcht wohl nicht, und Ursula reiht den Brief mit Liner energischen Kopfbewegung mitten durch. Dann lirnmt sie einen neuen Bogen und malt ihren großen Kinderbuchstaben aufs neue:Lieber Sol-

Kat!"

Wie lange Ursula zu ihrem Brief und feiner Alücklichen Vollendung gebraucht hat, wissen wir richt. Aber eines wissen wir: daß Die mit soviel Heduld aufgewendete Mühe eines kleinen Mäd­chens ganz gewiß bei Dem Empfänger und seinen Kameraden frohe Gefühle Der Dankbarkeit aus= lösen wird. Eine Dankbarkeit, die es vergessen läßt, > Ursula nur ein kleines Schulmädchen und noch 'eine junge Dame ist. H. W. Sch.

Klingende Liebesgaben" aus dem Fliegerhorst Gießen.

Die Kreisdienststelle Gießen der NS.-Gemein- 'rf>aftKraft durch Freude" veranstaltet am heuti­gen Freitag in Der Zeit von 17.10 bis 18.15 Uhr M Gemeinschaft mit dem Reichssender Frankfurt rm Main im Fliegerhorst Gießen unter Dem Titel Klingende Liebesgaben" eine unterhaltsame Stunde. Reben Den Fliegern unseres Horstes wird auch allen Rundfunkhörern an ihren Lautsprechern (Belegen» Reit gegeben sein, Die Darbietungen zu Hören. Das kleine Rundfunkorchester unter der Leitung von Franz Hauck wird konzertieren, außerdem wirken nod) verschiedene Künstler (Sänger, Humoristen «sw.) mit

Tageskalender für Freitag.

Gloria-Palast, Settersweg:Butterfly". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Reife nach Tilsit" und 14 Uhr Märchenvorstellung:Dornröschen", ^Kasper kauft ein Haus",Eine tolle Fuchsjagd".

Sie stockte.

Ja, und?

Ja, und ich hatte kein kleines Geld, nur einen Zehnmarkschein ... und er tat mir doch so furcht­bar leid ... und Da habe ich ihm die zehn Mark gegeben und gesagt, er solle wechseln gehen und den Rest wiederbringen ...

Na, und?

Und nun ist Das schon eine halbe Stunde her ...

Iackiechen, fragte Teresa angstvoll, Du glaubst Roch nicht etwa, daß er nicht roieDerfommt?

Um Der Wahrheit die Ehre zu geben, ich war 'eisenfest überzeugt davon, angesichts Teresas kum­mervollem Gesichtchen brachte ich es jedoch nicht fertig, dieser Ueberzeugung Ausdruck zu geben, und to sagte ich zuversichtlich: Er kommt bestimmt wie­der, Liebling!

Teresa atmete auf. Ja, nicht wahr, Iackiechen? So schlecht kann er doch unmöglich sein. Nein, so »chlecht kann er nicht sein!

In diesem Augenblick klingelte es draußen.

Teresa strahlte auf. Da ist er! rief sie und stürzte hinaus.

Und wirklich. Der liebe Gott tat ein Wunder, um Teresa nicht zu betrüben, er schickte Den Mann mit )ten restlichen neun Mark zurück.

Vielleicht war es auch gar nicht Der liebe Gott versönlich, vielleicht ist es nur Teresas sieghafter Klaube an Das Gute in Der Welt, Der jeDen ein­zelnen zwingt, so zu hanDeln, wie sie es erwartet.

Wenn ich nur Daran denke, was gewöhnlichen Sterblichen Damals bei Der Geschichte mit Dem Paß in der spanischen Grenze passiert wäre, so steht mir noch heute jedes Haar einzeln zu Berge, wah­rend Teresa ...

Aber hören Sie selbst.

Eines Tages mußte ich beruflich nach Spanien «ahren, und oa wir im Augenblick unglücklicherweise jeraDe knapp mit Geld waren, so konnte Teresa I leider nicht mit. .

Kaum war ich jedoch abgereift, da ergab sich

dest, wenn du zu spät kämst ... und daß du Doch unmöglich ohne mich fahren könntest.

Der Chef de la Police sah auch alles em. Vott sich aus, sagte er, trüge er nicht Die geringsten Be­denken, mich über Die Grenze zu lassen, Doch brauchte er Dazu leider Die Einwilligung seiner Be­hörde in Barcelona und er wolle da nun gleich mal hintelephonieren, ich solle die Güte haben, mich so lange zu gedulden.

Und ich sagte, wie unendlich leid es mir täte, ühm soviel Mühe zu machen, und wie Dan'tbar ich ihm sei. _

Und der Dicke sagte, ich müsse nun endlich mal was Warmes essen, er wurde mich ins Bahnhofs-, reftaurant hinüberbringen.

Das tat er Dann auch, und denke dir, es gab Fisch, Barboni! Rougier nennen ihn die Franzosen ... und der Kellner Emile hieß er, D. h. eigent­lich hieß er Emilio, weil er Italiener war freute sich riesig, daß ich das wußte, er hatte nämlich ein bißchen Heimweh.

Und dann verabschiedete ich mich von Ewillo und ging wieder zum Chef de la Police. Der wartete schon auf mich. Madame, rief er mir entgegen, ich habe das besondere Vergnügen, Ihnen mitteilen zu Dürfen, daß Sie weit erfahren können!

Ja, und dann fuhr ich eben weiter! Und der Chef de la Police und Der Dicke standen auf Dem Bahnsteig und winkten.

Weißt du, daß Der Dicke auch winkte, freute Mich besonders, denn ich hatte mir offengestanden furcht­bare Sorgen gemacht über Das Trinkgeld, das er von mir erwartete ... es wäre mir schrecklich ge­wesen, ihn Da zu enttäuschen, nicht wahr? ... aber Gott sei Dank schien ich das Richtige getroffen ztt haben!

Sie schwieg.

Und was wird nun mit dem Paß? erkundigte ich mich. t

Ach so, sagte Teresa, richtig ... also Den Paß schickt mir Der Dicke natürlich nach, sobald er ein­trifft! .

Uebrigens Dauerte es vierzehn Tage, ehe wir Den Paß wiederbekamen, er wanderte zunächst nach Port-bou, Dann irrtümlich nach Straßburg, von dort auf briefliche Anfrage unfererfeits wie­der nach Port-bou, von wo ihn der Dicke mit einem charmanten Begleitbrief an unsere spanische Adresse sandte.

Gewöhnliche Sterbliche hätten in dieser Situa­tion endlosen Aerger gehabt, Teresa jedoch hatte nicht Die geringsten Schwierigkeiten, was so frage ich ©te sollte es auch für Schwierigkeiten geben in einer Welt, in Der man Die Bettler mit Zehnmarkscheinen zum Wechseln schickt und sie dis restlichen neun Mark prompt zurückzubringen?

Im Anschluß an unseren gestrigen Artikel zum 25jährigen Bestehen Der Veterinärmedizinischen Fa­kultät in Gießen sei heute noch über Die gegen­wärtige Zusammensetzung der Vete­rinärmedizinischen Fakultät berichtet.

Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät ist Der Direktor des Staatlichen Veterinär-Untersuchungs« amtes Professor Dr. Standfuß. Das Amt des Prodekans bekleidet Der Vertreter Der Allgemeinen Pathologie, Pochologischen Anatomie und Patholo­gischen Histologie Professor Dr. Dr. med. vet. h. c. Krause.

Ordentliche Professoren sind neben Dem Dekan und dem Prodekan ferner noch der Direktor des Veterinär-Anatomischen Instituts Professor Dr. Schauder; der Direktor Der Geburtshilflichen und Ambulatorischen Klinik Professor Dr. K ü st; Der Direktor Des Deterinärhygienischen und Tierjeuchen- Jnftituts Professor Dr. B e 11 e r, Der in Er­gänzung unseres gestrigen Artikels sei das hier noch erwähnt im November 1936 nach Der Emeritie­rung von Professor Zwick als dessen Nachfolger Die Leitung des vorgenannten Instituts übernahm, nachdem er von 1933 bis 1936 als Professor an Der Universität in Ankara (Türkei) und von 1926 bis 1933 als Mitglied des Reichsgesundheitsamtes in Berlin tätig gewesen war; Der Direktor Der Chir­urgischen Veterinärklinik und Vertreter Der Augen­heilkunde Professor Dr. Bolz. Ferner gehören Die emeritierten Professoren Dr. med. vet. h. c., Dr. phil. Geh. Medizinalrat Dr. Pfeiffer, Berlin, Dr. Dr. med. vet. h. c., Dr. sc. nat. Zwick, München, Dr. med. vet. h. c., Dr. phil. Geh. Medi- zinalrat 011 in Wiesbaden und Dr. Heinrich I a - f o b in München der Fakultät an. Mit der Ver­tretung Des Faches .Innere und Gerichtliche Vete- rinärmeDizin" ist Der Dozent an Der Tierärzttichen Hochschule in Wien Dr. med. vet. Graü 1 beauftragt.

Als beamteter außerorDentlicher Professor ge­hört Professor Dr. med. vet., Dr.-Jng. Luy Der Fakultät an, der Das Fach Der Deterinär-Physio-

Jn Tarascon brachte er mir Das Gepäck noch hin­über in den Zug und belegte einen Fensterplatz für mich, ehe er nach Marseille weiterfuhr!

Und Dann?

Dann merkte ich noch lange Zett nichts! Erst am Nachmittag, als Der Zug durch lauter reizende kleine Stationen fuhr und ich mir ausmalte, wie hübsch es fein müßte, in einer davon auszusteigen und einen pensionierten Beamten einen Witwer vielleicht mit vier oder fünf Kindern und einem netten kleinen Blumengarten zu heiraten! Bei dem Stichwort heiraten man braucht doch dazu Papiere fiel mir plötzlich mein Paß ein, und ich sah nach und merkte, daß er weg war.

Ich fragte Die alte Dame Du weißt schon, Die, Die nach Drange zur Taufe fuhr, wann Der Zug wohl einmal lange genug hielte, Daß ich Die Sach^ mit dem Schaffner besprechen könne ... sie regte sich sehr über Den Verlust auf, Die Arme und Der junge Mann mit Der Schinkensemmel auch ... Ich hatte große Mühe, Die beiden zu beruhigen...

Hoffentlich gelang es dir schließlich, mein Juwel, warf ich ein.

Doch, ja, Iackiechen! Und Dann kam Der Schaff­ner und wir telegraphierten nach Marseille, daß man Den Paß von Dort sofort nach Port-bou ab­schicken solle. 2,85 Francs kostete das Telegramm nur ... billig, nicht? ... und er wollte durchaus kein Trinkgeld nehmen, nicht mal Zigaretten ... er sagte, es sei ein Vergnügen für ihn gewesen, mir zu helfen ...

Ja ... und in Port-bou Der Zug war inzwi­schen ganz leer geworden, dorthin wollte offenbar feiner stand ein Dicker Mann auf Dem Bahn­steig eben jener Agent Des EIT.» Der meinte, daß man ohne Paß unmöglich über Die Grenze käme wie Du vorhin (Männer sind immer so umständlich!) und er fragte, ob er Die Sache mit dem Zoll für mich erledigen Dürfe ... Und ich sagte: Der Zoll bedeute wohl weiter keine ernstlichen Schwierigkeiten, aber ich hätte keinen Paß und müsse in zwei Stunden über Die Grenze! Und er schüttelte Den Kopf während meiner Erzählung und rief einmal über Das andere: Impossible, Madame, impossible! Soviel ich weiß, ist noch niemals je­mand ohne Paß über Die spanische Grenze gekom­men!!!.

Ich fand, Daß Dies eigentlich kein stichhaltiger Grund sei, denn einmal ist schließlich immer Das erste Mal ... und Das schien ihm auch einzuleuch­ten, Denn er meinte, wir könnten es ja versuchen.

Wir gingen also zum Chef de la Police und trugen ihm Den Fall vor, Das heißt, Der Dicke trug vor und ich nickte nur immer mit Dem Kopf und zeigte alles, was ich an Papieren bei mir hatte ... und der Dicke sagte, daß du zu dem Kongreß nach Madrid müßtest und gräßlichen Aerger haben mür-

Welt erblickt, Dann gilt es für feinen Vater zu­nächst einen Gang zu tun Den Gang zum Stan- Desamt! Es gilt, Den Sohn oDer Die Tochter zur Eintragung in Das StanDesamtsregister zu melDen. In kalligraphischer HanDschrift unD mit aller Sorg­falt trägt Der Beamte Die Personalien Des KinDes in das Geburtenregister ein.

Wenn man sich mit Den Beamten Des Standes­amtes über Diese Arbeit Der Anmeldung eines Kindes unterhält, Dann hört man zunächst, Daß Das eigentlich eine ganz prosaische Angelegenheit sei. Tatsächlich ist ja auch diese Formalität rasch und ohne besondere Umstände erfüllt. Interessanter sind Ueberblicke, Die sich beim Standesamt gewinnen lassen.

Bei einem Besuch im Standesamt hören wir, daß es meist Die Väter sind, hie zur Anmeldung ihrer Sprößlinge kommen. Es ist aber auch schon vorgekommen, Daß eine 16jährige Hausgehilfin ent« sanDt wurde, um die notwendigen Angaben zu machen und zu unterschreiben. Das ist, wenn auch nicht unzulässig, so doch nicht erwünscht. Bei Ge­burten in der Klinik ist die Klinik zur Anmeldung verpflichtet.

Im allgemeinen werden für diese Eintragungen jeweils klare Vornamensangaben gemacht. Nur sehr

selten werden die Beamten um irgendeinen Rat angegangen. Die Eltern pflegen fidj ja meist schon vor der Geburt eines Kindes Darüber zu unterhalten, wie Das Kind heißen soll. Interessant zu hören, daß gegenwärtig gerne Doppelnamen gewählt werden! Etwa: Hans-Dieter, Marie-Luise, Heinz-Hellmuth usw. Für Knaben taucht gegenwärtig auch Der Name Klaus viel auf. Wahrend eines größeren Zeitraumes wurde für Mädchen oft Der Name Erika gewählt. Ob dabei das bekannte Lied Pate gestanden hat, ist nicht ohne weiteres zu behaupten. Auch nordische Namen werden jetzt häufiger ge­wählt. So wurde jetzt mehrmals Karin als Mäd­chenname eingetragen.

Für die Beamten unseres Gießener Standes­amtes bleibt es meist nicht allein bei Der Eintra­gung in das Geburtenregister. Vielmehr werden von den Vätern immer gleich mehrere Bescheini­gungen oder Urkunden über die Geburt des Soh­nes oder der Tochter erbeten. Vielleicht gilt es eine Kinderzulage zu erwirken, für die Steuerermäßigung ist auch eine Bescheinigung vorzulegen, im Falle Der Taufe verlangt die Kirchengemeinde eine Be­scheinigung und für das Familienstammbuch wird eine Urkunde gebraucht. So ist mit der Geburt eines Erdenbürgers manche Arbeit verbunden und manche Formalität zu erledigen. _________

Auf eine Anfrage wird in DerSirene" mitge­teilt, daß bettlägrige Kranke bei Fliegeralarm grundsätzlich in Der Wohnung bleiben. Sie sollen auch nicht ohne Pflege und Betreuung gelassen wer­ben. Vielmehr werden an die Pfleger besondere Anforderungen gestellt, um die Kranken vor den Folgen eines Luftangriffes zu schützen. Das Bett muß unbedingt vom Fenster ab gerückt, in die Mitte des Zimmers oder am besten auf den Flur der Wohnung gestellt werden. Ebenso notwendig ist es auch, beruhigend auf den Kranken einzuwirken, ihn abzulenken und zu zerstreuen. Es empfiehlt sich, dem Kranken etwas vorzulesen, oder ihnen ein Be« ruhigungsmittel zu geben.

Weihnachts-Schaufenster des Einzel­handels ab 2. Dezember.

Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gibt ihrs RichMnien für die diesjährige Weihnachtswerbung der Einzechandelsgeschäfte bekannt. Da nach den Grundsätzen des Werberats die Werbungen nicht dem religiösen, sittlichen und vaterländischen Emp^ finden Widersprechen Dürfen, ist auf geschmackvolls Gestaltung der Weih nachts Werbung zu achten. Die Verwendung völkischer oder sakralischer Symbole des Weihnachtsfestes ist an sich nicht untersagt; eS müssen aber selbstverständlich Geschmacklosigkeiten

Auch ein Kind, Das schon aus Dem Säuglingsalter heraus, dessen Gesundheit aber überempfindlich ist, bleibt besser in der Wohnung. Viel hängt von Der Beschaffenheit Des Luftschutzraumes ab, ob er geheizt ist, ob ein langer Weg über Den Hof hin- führi. Die Entscheidung hat Die Mutter. Selbst­verständlich muß sie dann auch bei Dem Kinde blei­ben. Aeltere Kinder müssen mit Dem Vater oder Nachbarn in den Luftschutzraum geschickt werden. Wichtig ist, daß Die Mutter ihre Entscheidung Dem Luftschutzwart mitteilt.

Ebenso wäre es nicht richttg, etwa einen schwa­chen Greis, Der kaum gehfähig ist, in den Keller zu nötigen. Ein Betreuer kann mit ihm in Der Wohnung bleiben. Hier entscheidet der Luftschutz­wart im Einzelfall.

In Den Registern des Standesamtes spiegeln sich zahlenmäßig gesehen Die Bewegungen inner­halb unseres Volkskörpers recht Deutltd). Die Ge­burten haben in den letzten Jahren zugenommen. Mädchen- und Knabengeburten halten sich Dabei tm allgemeinen Die Waage. So wurden innerhalb Der Stadt Gießen im Monat Oktober 1939 59 Knaben und 58 Mädchen geboren. Es gibt aber auch manch­mal Unterschiede. So wurden im September 1939 nicht weniger als 80 Mädchen und nur 60 Knaben geboren. In anderen Monaten erfolgt Dafür wieder ein Ausgleich.

Durch die mancherlei Förderungen, Die heute pert jungen Menschen für Die Eheschließung zuteil wird^ haben die Eheschließungen insbesondere im letzten Jahr zugenommen. Im Jahre 1938 würben z. B. 373 Eheschließungen gezählt, für bas Jahr 1939 aber bereits 499 Eheschließungen. Dabei rechnet man für Die restlichen Tage dieses Jahres noch mit etwa 80 weiteren Ehen. N.