Französische Flak schießt Löcher in die Lust.
P. K. An einem sonnenüberstrablten Nooernber- tag im Westen, wenige Kilometer von der französischen Grenze. Ans großer Höhe kommt deutlich oas Dröhnen von Flugzeugmotoren: Sind es eigene Maschinen — ist es der Gegner: das ist die Frage, die in allen Batteviestellungen der Flak, bei allen Beobachtungsposten gestellt wird. Zunächst sind im Blau des Himmels die Flugzeuge nicht zu erkennen und so stehen überall die Mannschaften in höchster Erwartung, zumal ja bei erstem Wahrnehmen des Motorengeräusches unverzüglich Fliegeralarm gegeben worden ist. Da — jetzt hat man die Maschinen in die Gläser bekommen und sofort als eigene Flugzeuge erkannt. Umgeben von drei Jägern fliegt ein Aufklärer gen Westen. Für die Flakkanoniere gibt e? also keine Arbeit.
Bald müssen die Maschinen in der Grenzzone sein. Ob sie der Gegner erkannt hat und den Kampf aufnimmt? Noch ist alles friedlich, nirgends fällt ein Schuß und selbst feindliche Jäger sind nicht zu sehen. Der Aufklärer schwenkt nun ab, fliegt längs der Grenze. Stets behütet von den drei Jagdmaschinen, die unentwegt kurven und sich bemühen, ihre dem Aufklärer überlegene Geschwindigkeit auszugleichen.
Nun sind die Maschinen, die inzwischen auch weiter heruntergegangen sind, von der französischen Flak entdeckt worden. Irgendwo — weit ab von den Flugzeugen — rvird eine Sprengwolke sichtbar, dann noch eine und wieder eine. Nach einiger Zeit werden auch die Detonationen hörbgr. Inzwischen sind aber weitere Sprengwolken aufgetaucht, die ohne weiteres erkennen lassen, daß man die vier Maschinen unter Dauerfeuer genommen hat.
Oder sollte das Feuer nicht den deutschen Maschinen gelten? Weitab sind die Sprengpunkte, die ihnen überhaupt nicht gefährlich werden können. Einmal scheint es, als ob sich die französische Flak einschießen würde.
Einige Schüsse liegen etwas näher bei den Maschinen, aber immer noch kilometerweit entfernt. Aber dann ist es endgültig aus: immer weiter ab liegen die Schüsse von den deutschen Flugzeu
gen, die völlig unbehelligt ihren Auftrag ausführen können. Fast hat man den Eindruck, als ob die französische Flak in die entgegengesetzte Richtung schießen würde: so entfernt sind die Sprengwolken von den Jägern und dem Aufklärer. Nun entschwinden auch den deutschen Beobachtern die Maschinen aus dem Blickfeld. Die Flak jenseits der Grenze schweigt und sie schweigt auch dann, als nach einiger Zeit die vier Flugzeuge wieder zurückkehren und auf der Anflugstrecke in ihrem Heimathafen zurückkehren. Jütte.
Eine Wand von Granaten verhindert den Weiterflug.
PK. Mitten in der Nacht gibt es bei einer schweren Flakbatterie in der Luftverteidigungszone West Fliegeralarm. Wie oft schon springen die Kanoniere aus ihren Bunkern und eilen durch die Verbindungsgräben an die Geräte. Diesmal scheint es kein blinder Alarm zu fein, denn deutlich ist aus wesllicher Richtung das Motorengeräusch zu hören. Tief hängen in dieser regenschweren Nacht die Wolken, sodaß die Scheinwerfer nichts ausrichten können und die Lichtbündel an der Wolkendecke abprallen, ohne der Flak das Ziel zeigen zu können.
Aber auch für diesen Fall ist man gewappnet. Noch einmal wird in der Befehlsstelle der Batterie die Richtung überprüft, aus der das Motorengeräusch kommt, die entsprechenden Befehle gchen an die Geschütze und wenige Sekunden später kommt der Feuerbefehl zum Schießen von P l a n f e u e r. Nach einem genau festgelegten Plan werden von den einzelnen Geschützen die Granaten in verschiedene Höhen gejagt, sodaß eine Wand von Stahl und Eisen entsteht, durch die kein Flugzeug unbeschädigt hindurchfliegen kann.
Als nach einiger Zeit das Feuer eingestellt wird, kann die Batterie den Erfolg der Beschießung verbuchen. Sie hat den feindlichen Flieger zur Umkehr gezwungen; langsam verklingt das Motorengeräusch im Westen ... Jütte.
einigten Staaten stattfänden, der Ende Januar abläust.
*
Die Einrichtung der Zensur hat die britischen Behörden von Singapur, dem britischen Flot- tenftützpunkt an der Südspitze Hinterindiens, vor große Schwierigkeiten gestellt. Es kommen Briefe in nickt weniger als 41 S p r a ch e n, in 22 europäischen und 19 asiatischen, an. Die meisten Briefe sind in balinesisch, chinesisch, japanisch, javanisch, arabisch und in verschiedenen indischen Dialekten geschrieben.
Aus aller Welt.
Strafen wegen Preissteigerungen gegen Fischhandel und Fischindustrie.
Der Reichskommissar für di e Preisbildung hat im Anschluß an die vor kurzem bekanntgegebenen Bestrafungen wegen erheblicher Preissteigerungen bei Räucheraalen, geräucherten Sprotten und frischen Fischen nachträglich weitere Ordnungsstrafen verhängt. Die Fisch- verwertungsgenosienschaft eGmbH. in Saßnitz wurde mit 20 000 RM., drei Räuchereien in Schleswig- Holstein mit 22 000 RM., eine weitere Räucherei in Nordwestdeutschland mit 120 000 RM. und eine Fischgroßhandlung an der Nordseeküste mit 10 000 RM. bestraft. Alle an der Fischverwertung und am Fischabsatz beteiligten Kreise werden erneut angehalten, die ergangenen Preisbestimmungen genau zu beachten.
Todesurteil gegen Nürnberger Volksschädling.
Das Nürnberger Sondergericht verurteilte den 30 Jahre alten Georg Schrüfer zum Tode und feinen 28 Jahre alten Bruder Johann Schrüfer zu 12 Jahren Zuchthaus. Georg Schrüfer, der mehrfach vorbestraft ist, hat unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegerangriffen getroffenen Maßnahmen unter Mitwisserschaft und in einem Falle Mittäterschaft seines Bruders Johann in zwei Monaten nicht weniger als neun schwere Einbrüche in Nürnberger Geschäften verübt und dabei 1350 Reichsmark in bar und Wertsachen erbeutet. Das Geld haben die Volksschädlinge dann in Nachtlokalen verjubelt.
Geheimrat Bier 50 Jahre Dozent.
Der berühmte Chirurg der Berlinet Universität Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Bier, der am 23. November auf eine 50jährige Tätigkeit als Dozent zurückblickt, erhielt vom Reichsminister Rust ein Handschreiben, in dem ihn der Minister zu diesem Tage beglückwünscht.
Liu 72jähriger Lebensretter.
In Bad Kreuznach vollbrachte eine tapfere Lebensrettung der 72 Jahre alte Heinrich Bohn. Unterhalb der neuen Brücke war ein Mann, Insasse eines Krankenhauses, in die Nahe gesprungen. Bohn, der den Vorfall beobachtet hatte, zögerte keinen Augenblick und sprang sofort in die Fluten. Er mutzte eine größere Strecke schwimmen und konnte dann den Ertrinkenden fassen und ans Ufer bringen. Der Gerettete und der tapfere 72jährige Lebensretter wurden zunächst in ein Krankenhaus gebracht.
Todessturz vom Dach.
In Idar-Ober st ein war der 70 Jahre alte Dachdecker Fr. Friol zusammen mit seinem Sohn mit Dachdeckerarbeiten beschäftigt. Plötzlich
gab ein in einen morschen Dachsparren eingeschlagener Haken nach. Der Dachdecker verlor dadurch das Gleichgewicht und stürzte 19 Meter in die Tiefe. Auf dem Steinboden des Hofes blieb er mit zerschmetterten Gliedern liegen. Der Tod trat auf der Stelle ein.
Sieben Tote bei einer Explosion in Bulgarien.
Am Donnerstagnachmittag ereignete sich in der südlich von Sofia gelegenen Stadt K a z a n l i k in der dortigen Militärfabrik ein schweres Unglück. Bei einem Versuch kam es zu einer Explosion, wobei sieben Mann, darunter fünf Offiziere, den Tod fanden. Unter den Toten befindet sich auch der Direktor der Fabrik und Chef der Garnison von Kazenlik, Oberst Weitsche ff.
Schweres Verkehrsunglück belgischer Soldaten.
Auf der Landstraße nach Löwen fuhr ein Militärlastkraftwagen in der Dunkelheit in eine von der Hebung zurückkehrende Gruppe von Solda
ten. ZahlreicheSoldaten mußten mit schweren Verletzungen in ein Militärlazarett übergeführt werden. Der Lastwagen versuchte unbehindert zu entkommen, konnte aber in Namur angehalten werden. Man vermutet, daß der Wagenführer angetrunken war. Ueber die Zahl der Verletzten machten die Militärbehörden keine Mitteilung.
Zwei Schweizer Dörfer werden Opfer der Berge.
Im Kanton Wallis, in dem vor wenigen Tagen das Dorf Saxe von niederstürzenden Bergmassen begraben wurde, mehren sich die Erdbewegungen an den verschiedensten Stellen. So ist in zwei Nachbargemeinden des Unglücksortes Saxe der ganze Grund, auf dem die Dörfer stehen, aufs neue ins Rutschen gekommen. Es find die beiden Orte Mon- tagnon und Produit, di^ auf einer Riefen- chalde stehen, welche sich in stetiger und unaufhaltsamer Abwärtsbewegung befindet. Durch die Unwetter der letzten Tage ist dieses langsam abrut
schende Gelände aufs neue in schnellere Bewegung gekommen. Diele Meter tiefe Erdsackun. gen sind eingetreten und haben die Wasser- un- elektrischen Leitungen der beiden Orte zerstört, so daß die Einwohner gezwungen sind, ihr Wasser aus dem Tal heraufzuholen. Die beiden Dörfer, welche nach Meinung der Geologen dem Untergang geweiht sind, umfassen etwa 200 Anwesen. Die Bauern hängen aber so sehr an ihrem Boden, daß sie trotz ihrem Wissen um das ständige Rutschen des Grün- des, auf dem sie leben, sich nicht umsiedeln lassen wollen.
Schweres Erdbeben in der Türkei.
In Dftanatolien bei Ersingen zerstörten schwere Erdstöße sieben Dörfer völlig. Die Verluste an Menschen sind erheblich. Die türkische Regierung hat eine Hilfsaktion eingeleitet.
Nunbfunfprogramm
Freilag, 24. November.
12 Uhr: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: I. Die Werkpause. II. Musik am Mittag. Richard- Wagner-Stunde. Es spielt das groge Orchester des Reichssenders Köln. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch. 15: Unterhaltungskonzert. 17: Nachrichten. 17.10: Sportberichte. 17.20: Rost Schmidt und Siegfried Borries spielen. 17.30 bis 17.40: Nachrichten in französischer Sprache. 17: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 19.10: Otto Dobrindt spielt. 20: Nachrichten.
Samstag, 25. November.
6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengym. ftif. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Heine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Deutschland — Kinderland. „Die ersten Pflichten". „Worauf habe ich mich gefreut?" Zwei kleine Plaudereien. 9.30: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Unterhaltungskonzert. Es spielt das Heine Orchester des Reich ssen- ders Frankfurt. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Zwei frohe Stunden bei der Betriebsgemeinschaft der JG.-Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M. In Verbindung mit der NS.-Ge- meinschast „Kraft durch Freude". 17: Nachrichten. 17.10: Bühne und Film im Rundfunk. 17.20: Unter der Dorflinde. Ländliche Weisen und Lieder. Dazwischen 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. __
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Rolf
Am 22. November ist unser zweiter Zunge angekommen Zn dankbarer Freude
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Gießen, den 22. November 1939.
Der Oberbürgermeister.
Betr.: Neufestsetzung der Straßenfluchtlinien am Hitlerwall und Walltorstraße.
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Für die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse an der Straßenkreuzung Walltorstraße, Hitlerwall, Marburger Straße und Wernerwall sollen die bestehenden Straßenfluchtlinien teilweise aufgehoben und neu festgesetzt werden.
Der neu aufgestellte Fluchtlinienplan wird in der Zeit vom 26. November bis 9. Dezember 1939 auf dem Stadtbauamt, Asterweg 9, während der üblichen Dienststunden zur Einsicht offengelegt. Einwendungen gegen diesen Plan sind während der Offenlegungsfrist beim Stadtbauamt schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. 6966C
Gießen, den 22. November 1939.
Der Oberbürgermeister. Gez.: Ritter.
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Verordnung zur Sicherung der Düngemittelund Saalgulversorgung.
Durch eine vorn Ministerrat für die Reichsverteidigung erlassene Verordnung zur Sicherung der Düngemittel- und Saatgutversorgung ist die bestehende Regelung in neuer Fassung für die Ernten der nächsten Jahre verlängert worden. Danach besteht für Düngemittel- und Saatgutkredite ein gesetzliches Pfandrecht an den in der nächsten Ernte anfallenden Früchten, wenn die Düngemittel, das anerkannte Saatgut oder das vom Reichsnährstand zugelassene Handelssaatgut von dem Besitzer in der für derartige Geschäfte üblichen Art nach dem 31. Oktober für die nächsten Ernten zur Steigerung der Ernteertrages beschafft und verwendet worden sind. Das Pfandrecht erlischt mit dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres, wenn es nicht vorher gerichtlich geltend gemacht worden ist. 6963D
Futtermittelscheine auch für Rinder.
Die Futtermittelscheine, die zum Bezüge von Futtermitteln für nichtlandwirtschaftliche (städtische) Betriebe ab 1. Dezember 1939 vorgeschrieben sind, müssen nicht nur für Pferde und Schweine, sondern auch für Rinder beantragt werden. Um Verzögerungen bei der Ausgabe zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, daß die Anträge durch die Gemeindebehörden zu bestätigen sind. 6970D
nMik 3 ’Awwmav AVfryjybMvv z
Mancher sagt: „Was, Husten-Bonbon, brauchet ich nicht 1" Wenn ihn dann aber der Hustenteufel richtig plagt, dann greift er doch, erst unwillig und dann — überzeugt, nach den echten
„mit den 3 Tannen".
Ja, da steckt was drin.
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