Ausgabe 
24.8.1939
 
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Vorsicht beim Gammeln von Steinpilzen.

Diele Pilzsammler berichten oft, daß ihre Stein­pilzgerichte wegen des bitteren Geschmacks ganz un­genießbar seren. Diese unangenehmen Erlebnisse be­ruhen auf einer Verwechslung des guten Steinpilzes mit dem bitter schmeckenden Gallenröhrling. Als Hauptunterscheidungsmerkmale seien folgende ange- führt: Die zuerst weißlichen Röhren des Steinpilzes werden bald gelblich und dann grün, weil das in den Röhren gebildete Sporenpulver eine grünliche Farbe hat. Beim Gallenröhrling sind die Röhrchen zuerst wohl ebenfalls weißlich, werden aber durch die rötlich gefärbten Sporen bald schmutzigrosa.

Unterscheidend ist weiterhin auch das beim Gallen­röhrling viel tiefgrubigere Retz am Stiel, dessen Spitze meist eine auffallend, gelbliche Farbe hat, wie man sie beim Steinpilz selten beobachtet. Eine Ver­wechslung beider Arten ist besonders in der Jugend möglich, wenn die Röhrenschicht noch weißlich ge­färbt ist. Doch entscheidet hier immer und rasch der bittere Gesmack.

Der Gallenröhrling kommt nur im Nadelwald vor, besonders unter Fichten und Kiefern, während die verschiedenen Steinpilzarten sowohl im Laub- als auch im Nadelwald anzutreffen sind.

Die meisten Verwandten des Steinpilzes sind eßbar. Der Nichtkenner hüte sich auch vor den ver­schiedenen Hexenpilzarten mit rotem Stiel, roten Poren (Hutunterseite) und mit blauoerfärbendem Fleisch. Denn mit den Hexenpilzen kann nämlich der giftige Satanspilz verwechselt werden.

Schließlich sei noch verwiesen auf die ebenfalls im Fleisch blauverfärbenden, bitter schmeckenden Röhr­lingsarten (Dickfußröhrlinge), die daher ebenfalls zu meiden sind, weil sie giftig wirken.

Auch der kleine, scharf schmeckende Pfeffer-Röhr- lina mit bräunlichen Röhren und im Stiel satt gelbem Fleisch ist vom Genuß auszuschließen.

Zum Schutze vor unangenehmen Verwechslungen und vor Vergiftungen wende man sich im Zweifels­falle an die nächste Beratungsstelle oder an die Lan­desstelle für Pilz- und chausschwamm-Beratung in Darmstadt (Mykologisches Institut der Deutschen Ge­sellschaft für Pilzkunde).

Neue Dorschristen im Altwarenhandel.

Der ReichswirtischaftsmiMter hat zur entschie­deneren Abwehr von Mißständen im Trödel- und Altwarenhandel, insbesondere auch im Handel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen, die Geschäftsbuch- und sonstigen Vorschriften für diese Handelszweige er­gänzt und neu gefaßt. Er wünscht eine besondere Beobachtung des Handels mit gebrauchten Kraftfahr­zeugen und bestimmt, daß das Auftreten wilden Handels mit allen Mitteln zu bekämpfen ist. Dm übrigen haben die erwähnten Handelskreise ein Ge­schäftsbuch über ihre Ein- und Verkäufe zu führen, das vor seiner Ingebrauchnahme von der Orts-

Polizeibehörde unter Beglaubigung der Seitenzahl abzustempeln ist. In dem Geschäftsbuch dürfen weder Rasuren vorgenommen noch Eintragungen unleserlich gemacht werden; auch darf es weder ganz, noch teilweise vernichtet werden. Gewisse Er­leichterungen für bestimmte Zweige des erwähnten Handels können die Polizeibehörden gewähren. Bei allen Eintragungen in das Geschäftsbuch sind Vor- und Zuname, Stand, Wohnort und Wohnung des­jenigen, mit dem das betr. Einkaufs- oder Ver- kaustsgeschäft abgeschlossen ist, genau anzugeben. Ueber die Richtiakeit der gemachten Angaben hat sich der Gebrauchtwarenhändler bzw. Trödler, so­weit ihm nicht die Persönlichkeit bekannt ist, durch Vorlage von Ausweispapieren zu vergewissern. Ge­schäftsbücher, die nicht mehr benutzt werden sollen, sind der Ortspolizei zur Bestätigung des Abschlusses oorzulegen und sodann 10 Jähre lang aufzubewah­ren. Der Gebrauchtwarenhändler bzw. Trödler ist verpflichtet, alle ihm zugehenden Benachrichtigun­gen über gestohlene, verlorene oder sonst dem Eigen­tümer abhanden gekommene Gegenstände nach der Zeitfolge geordnet aufzubewahren. Er muß prüfen, ob diese Waren sich in seinen Geschäftsbüchern oder seinem Geschäft befinden. Werden die Gegen­stände oder ihr Verbleib ermittelt, so ist der Poli­zei binnen 24 Stunden Anzeige zu erstatten.

** Ernennung. Der Leiter des Versorgungs­amts Gießen, Regierungsrat Richard Klahr, wurde durch den Führer mit Urkunde vom 14. Au­gust 1939 zum Oberregrerungsrat ernannt.

** DasDeutsche Reiterabzeichen" in Silber erworben. Bei der vor einigen Tagen abgehaltenen Prüfung für dasDeutsche Reiter­abzeichen" konnte der SA.-Sturmmann Anton K o - w a l z i k, Reitersturm 6/147, dasDeutsche Reiter­abzeichen" in Silber erwerben. Ein schöner Erfolg!

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit von 11. bis 17. August ein gegen Kraft- fahrzeugführer mit 4 Anzeigen und 2 gebühren­pflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahr­zeugführer mit 4 Anzeigen und 4 gebührenpflich­tigen Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 13 ge­bührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 1 gebührenpflichtigen Verwarnung.

** Mit dem Personenkraftwagen ge­gen ein Haus gefahren. Ein Unfall, der leicht schlimme Folgen nach sich ziehen konnte, ereig­nete sich gestern nachmittag an der Ecke Hindenburg- wall - Goethestraße. Der Lenker des Kraftfahrzeu­ges, der vom Selterstor kam und in die Goethe­straße einbiegen wollte, fuhr plötzlich mit großer Wucht gegen das Eckhaus, beschädigte das Mauer­werk, die Dachrinne und den Briefkasten, wobei der Wagen ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Fahrer erlitt glücklicherweise nur leich­tere Verletzungen. Ein Fußgänger, der gerade die Straßenecke passierte, konnte sich durch einen raschen Sprung noch vor der Gefahr retten, zwischen Kraft­wagen und Hausecke gedrückt zu werden.

Wirtschaft.

Verstärkte Liquiditätsvorsorge der Banken.

Seit Anfang Juni machte sich die Einführung eines neuen Zahlungsmittels in Gestalt der Steuer­gutscheine für die Kreditinstitute in einer beträcht­lichen Verminderung der Depositen geltend, wäh­rend zugleich die Kreditansprüche der Wirtschaft zum Teil aus den gleichen Gründen stark an­stiegen. Da auch im Juli, wie die jetzt vorliegenden Monatsausweise der Kreditinstitute zeigen, diese Tendenzen, wenn auch etwas abgeschwächt, an­hielten, waren die Banken allgemein bemüht, ihre Liquidität nach Kräften zu verstärken. Dazu zwan­gen auch die Verschiebungen in den Fälligkeits­terminen der Einlagen. Während sich nämlich die Kreditoren im Juli insgesamt um rund 100 Millio­nen RM. verminderten, nahmen die täglich fälligen Gelder sogar noch um 44 Millionen RM. zu. Die Danken riefen so ihre Ausleihungen an andere Krediteinstitute zum Teil ab und verminderten zu­meist auch ihre Einlagen bei anderen Banken, so­weit sie auf längere Fristen liefen, während die täglich fälligen Nostroguthaben bei anderen Kredit­instituten um insgesamt 143 Millionen RM. erhöht wurden. Im übrigen wurden die Zugänge auf dem Debitorenkonto, die im Juli mit 181 Millionen RM. wieder sehr beträchtlich waren, vor allem finanziert durch einen Rückgriff auf das Wechsel- portefemlle, das um 176 Millionen RM. abnahm. Das gilt in erster Linie für die Kreditbanken, wäh­rend die Girozenttalen ihre erhöhte Liquidität auch durch Weitergabe von Reichsanleihen finanzierten. Anderseits zeigt das KontoSchatzwechsel und Schatzanweisungen" bei den Großbanken eine Zu­nahme um 52 Millionen RM., was vermuten läßt, daß die Banken angefangen haben, sich aktiv an der Unterbringung der Steuer gutscheine zu betei­ligen.

Lieferantenablösungskredite der Sparkassen

FwL. Nachdem kürzlich die Höchstgrenze für Wlankokredite der preußischen Sparkassen erhöht «vorden ist, hat nunmehr der Reichswirtschaftsmini- Wer die vom Deutschen Sparkassen- und Girover- band entworfenen Richtlinien für Lieferantenab- !'ösungskredite der Sparkassen genehmigt. Danach ^ann auf besondere Sicherstellung des Kredtts ver­suchtet werden, sofern der Kreditnehmer zur Stellung satzunasmäßiger Sicherheiten nicht in der 2aae ist. Folglich wird bei der Gewährung von Lieferantenablösungskrediten nach Maßgabe der Richtlinien insbesondere der Blankokredit in Be­dacht kommen. Die im engen Einvernehmen mit -en in Betracht kommenden Wirtschastsgruppen und Niederungen entstandenen Richtlinien enthalten firner verschiedene wichtige kreditpolitische Grund- ütze, so daß eine verstärkte Gewährung von Kre­diten zwecks Ablösung bzw. Vermeidung von Lie- firantenkredtten seitens der Sparkassen in nächster Aeit zu erwarten ist.

Der Schweinebestand in Hessen-Nassau und in Hessen.

Fwd. Bei der Schweinezwischenzählung vom L. Juni 1939 wurden in der Provinz Hessen-Nassau nsgesamt 826 326 Schweine gezählt, gegenüber '46 708 zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Es ist ftrnit eine Vermehrung um 79 618 Schweine ober rnn 10,7 v. H. eingetreten. Im Lande Hessen riurben 378 062 Schweine gegen 340 435 im Vor­jahre ermittelt, bas finb 37 627 ober 11,1 v. H. mehr. Im Reichsdurchschnitt hat sich bie Gesamtzahl her Schweine um 8,1 v. H. erhöht, so baß also in Messen-Nassau unb in Hessen eine über Reichsburch­schnitt liegende Vermehrung eingetreten ist.

Erzeugerpreise für Speisekartoffeln, Kutter- und Fabrikkartoffeln.

FWD. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat eine Verordnung über Erzeugerpreise für Speise­kartoffeln, Futterkartoffeln und Fabrikkartoffeln im Kartoffelwirtschaftsjahr 1939/40 erlassen. Hiernach werden für Speisekartoffeln die Erzeugerfestpreise je 50 kg frachtfrei Empfangsstation in den Gebieten der Kartoffelwirtschastsverbände Baden, Bayern, Hes­sen-Nassau, Kurhessen wie folgt festgesetzt: blaue, weiße, rote gelbe

Monat

Sorten

September, Oktober, November

Dezember 1939

Januar 1940

Februar 1940

März, April 1940 Mai 1940

2,35 RM.

2,45

2,55

2,65

2,80

2,90

2,65 RM.

2,75

2,85

2,95

3,10

3,20

Juni, Juli, August 1940 3,05 3,25

Für Futter kartofseln gilt vom 1.9.1939 bis 31.8.1940 in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kur­hessen usw. ein Mindestpreis von 1,85 RM., jedoch nicht mehr als 2, RM.; für F a b r i k fartoffeln ist ein Erzeugerfestpreis ft achtfrei Empfangsstation bis zu einer Höchstfracht von 14 Rpf. je 50 kg Kartoffel­bruttogewicht für Lieferung in der Zeit vom 1. Sep­tember bis 30. November 1939 von 20 Rpf. je kg Stärke, vom 1.12.1939 bis 31. 8.1940 von 21 Rpf. je kg Stärke festgelegt; die über 14 Rpf. je 50 kg Kartoffelbruttogewicht hinausgehende Fracht hat der

Verarbeiter zu tragen.

Mein-Mainische Börse.

Alitlagsbörse Tendenz fest.

Frankfurt a. M., 23. August. Die zuversicht­liche Stimmung an der Börse dauerte fort. Zu den ersten Kursen war bie Entwicklung am Aktien­markt, obwohl burchaus weiter fest, infolge kleiner Gewinnmitnahmen seitens bes Berufs- hanbels nicht ganz einheitlich. Balb banach setzten jeboch umfangreichere Kaufaufträge ein, bie in Ver- binbung mit weiter kleinen Abgaben ein lebhaftes Geschäft schulen. Die Kursentwicklung war baburch ausgeglichener, obschon bie durchschnittlichen Steige­rungen erneut über 1 o. H. gingen. Hervorzuheben finb erneut bei großen Umsätzen Laurahütte nut 2125 bis 21,50 (18), lebhaft waren außerbem Mannesmann mit 104,65 bis 106 (105) Verein. Stahlwerke mit 99,75 bis 100,13 (100,50), Hoesch mit 106,40 bis 106,75 (106,75). IG. Farben gewan­nen zwar 1,50 v. H. auf 155, schienen aber ruhiger als gestern; Scheibeanstalt befestigten sich auf 209 (206,50), ferner Heibelberger.Zement auf 146o0 bis 147 (145), Deutsche Erböl auf 124 (122,50), Zellstoff Walbhof auf 110,25 bis 111 (110) unb u. a Ablerwerke auf 99 bis 99,50 (98,50). Verhält­nismäßig still unb nahezu unverändert lagen Elek­tropapiere, ebenso Maschinenaktien.

Der Renten markt würbe zwar keineswegs vernachlässigt, lag aber noch immer sehr still und kursmäßig kaum verändert. Reichsaltbesitz 0,13 n H leichter mit 132,13, Reichsbahn-DA unneranber 122,65, ebenso u. a. Dekosama I nut 137, II mit 156,25. Von Industrie-Obligationen gewannen 4,50 v. H. Doigt & Haeffner 0,75 v. H auf 94, 6 v. H. IG. Farben 0,13 v. H. auf 120 50, aber 5 v. H. Klein, Schanzlin 99,50 (100). Liqmbattonspfand- briefe waren teilweise bis 0,25 v. H. hoher.

Mit Beginn ber zweiten Börsenstunbe mürbe bas Geschäft merklich still, und teilweise schwächten sich die Kurse ab, besonders IG. Farben auf 153,75 nach 155. Im übrigen konnten die erhöhten Nott^ rungen meist behauptet werden, verschiedentlich nannte man 0,25 bis 0,50 v. H. niedrigere Bewer­tungen. Bei den später notierten Werten gingen die Erhöhungen bis etwa 1,50 vs. H., Schuckert je­boch 1 v. H. ermäßigt auf 176,50.

Von unnotierten Aktien nannte man Dingler mit 102,25 bis 104,25 (103), Elsass. Bab. Wolle mit 90 bis 92 (88 bis 90) unb Verein. Fränk. Schuh mit 79 bis 81 (78 bis 80). Tagesgelb unverändert 2,25 o. H.

Abenbbörfe uneinheitlich.

An der Abenbbörfe machte sich etwas Zurück­haltung bemerkbar. Am Aktienmarkt ent­wickelten sich bie Kurse leicht uneinheitlich, ba neben weiteren kleinen Käufen ber Berufshanbel weiter­hin Glattstellungen oornahm, bie meist nur auf er­mäßigter Basis zu Abschlüssen führten. IG. Farben bröckelten insgesamt 0,75 v. H. ab auf 153,75 bis 153,50, ferner AEG. auf 115,25 (115,50), Mannes­mann auf 105 (105,25), Ablerwerke auf 99,25 (99,50), Buberus auf 98,25 (98,50), Bemberg auf 132,25 (132,50) unb Westbeutfche Kaufhof auf 98,50 (98,75). Geffürel gingen bagegen 1 v. H. fester mit 129,50, VDM. 0,50 v. H. höher mit 173,50 um, ebenso Hoesch um 0,75 v. H. mit 107,50 unb Norbb. Lloyb 0,75 v. H. erhöht auf 56,50. Laurahütte blie­ben mit 20,75 (20,90) bei merklich kleineren Um­sätzen knapp behauptet. Von Renten hatten 6 v. H. IG. Farben zu 120,25 (120,50) etwas Geschäft, Reichsbahn-VA. würben zu unveränbert 122,65 ge­fragt. Steuergutscheine I gingen mit 99 etwa 5 Pf. höher aus bem Markt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 23. August. Es notierten (Getreide je to, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 195, WH 197, W 12 198, W 13 199, W 16 202, W 18 204, W 19 206, W 20 208, Roggen RH 181, R12 182, R14 184, R 15 185, R 16 187, R17 188, R18 189, R19 191. Futtergerste, Futterhafer. Weizenmehl Type 812 W13 bis W 20 einfchl. Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40, do. Ippe 630 W 13 bis W20 einschl. Kreis Alzey 31,20, W20 Kreis Worms 31,55, do. Type 1600 W13 bis W20 einschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, R16 22,95, R18 23,30,

R19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Fracht-Aus­gleich. Weizenfuttermehl W 19 13,60. Weizenvollkleie W19 11,60, Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W20 11,20 Mühlenfest- preis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R18 12,90. Roggenvollkleie R 18 10,90, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber. Wie- senheu, handelsüblich 5,00 bis 5,20, do. gut, gesund, trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu, aut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30; Kleeheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40; do. gut, gesund, trocken 6,40 bis 6,80; Luzerneheu, handelsüblich 6,60 bis 7, do. gut, gesund, trocken 7 bis 7,50; Weizenstroh 2,50, Roggenstroh 2,70, Hafer- und Gerstenstroh 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig.

Frankfurter pserdemarkt.

Frankfurt a. M., 23. August. Der Pferbe­markt hatte nur einen geringen Auftrieb, unb auch der Besuch der Landwirte blieb infolge der Emte- arbeiten zahlenmäßig zurück. Zum Verkauf standen eingeführte Belgier in besonders guter Qualität, eine Anzahl norddeutscher Pferde, gifte Mittelpferde und geringwerte Laufpferde. Gegenüber den Juli- Marktpreisen haben die Preise feine Aenderung er­fahren. Schlachtpferde I. Qualität wurden zwischen 42 und 46 RM., II. Qualität zwischen 29 und 33 RM. je 50 kg Schlachtgewicht gehandelt. Nächster Pferhemarkt am 10. Oktober.

Frankfurter Zchtachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 24. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 828 Rinder (105 Ochsen, 143 Bullen, 400 Kühe, 180 Färsen), 505 Kälber, 15 Hämmel, 10 Schafe, 659 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 44 bis 50, Schafe 30 bis 42, Schweine 53 bis 62 RM. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zu- geteilt; Hämmel und Schafe flott.

Aus der engeren Heimat.

Lugend- und Volksfest am Festmontag in Srünberg.

Der Feftrnontag zum Bundesfest stand im Zeichen ber Jugenb. Am Nachmittag zogen die Schüler der Volksschule, einige Klassen der Berufsschule und der Oberschule unter Dorantritt des Musikvereins zum Festplatz. Nach einleitenden Worten von Rektor Häusel zeigten bie einzelnen Klassen der Volks­schule, beginnend mit den Kleinen, in stufenmäßiger Folge: Turnspiele, Ballübungen, Reiterkämpfe, Me- bizinballspiele, Staffelläufe, Grenzball und Fuß­schlagball, zwei Klassen der Berufsschule trugen ein Fußballspiel aus, während die Oberschule mit Rad­langsamfahren, einem Torlauf auf Rädern und einem Handballspiel aufwartete. Die einzelnen Wett­kampfspiele hatten folgende Ergebnisse:

1 Volksschule: Fußschlagball: gelb gegen weiß 33:23. Grenzball: Mädchen gegen Knaben 6:5. Ein schöner Kampf, bei dem die anfangs im Rück­stände liegenden Mädchen die zum Schluß abfallen­den Knaben verdient besiegen tonten.

2. Berufsschule: Fußball: Textilklasse gegen Metallklasse 4:1.

3. Oberschule: Handball: gelb gegen weiß 7:2. Torlauf auf Rädern: 1. Sieger: Demmer (Freienseen); 2. Sieger: Schmitt (Weickartshain); 3. Sieger: Bloh (Mücke). Radlangsamfahren: zwei­facher Sieger: Demmer (Freienfeen). Für die Sieger waren vom Turnverein und einzelnen Stiftern Preise bzw. kleine Geschenke zur Verfügung gestellt worden.

Der Besuch war am Nachmittag wohl infolge ber Erntearbeiten nicht sehr stark, während am Abend bie Halle mieber stark besetzt war.

Kriegerkameradschasten beim Leistungskampf im Schießen.

* Laubach, 23.Aug. Die hiesige Krieger­kameradschaft veranstaltete an den vergange­nen beiden Sonntagen ein Leistungs - und Wertungsschießen. Die Beteiligung war in Anbetracht der drängenden Erntearbeiten nicht sehr stark, die Ergebnisse aber sehr gut. Das Ergeb­nis (auf Leistungsscheibe) war folgendes: 1. Karl Becker (Friebrichshütte), 35 Ringe; 2. Gustav Schneid (Laubach), 34 Ringe; 3. Wilhelm Rohn (Gonters­kirchen), 34 Ringe; 4. Friedrich Stotz (Laubach), 33 Ringe; 5. Georg Tröller (Laubach), 32 Ringe; 6. Karl Traum (Freienseen), 32 Ringe; 7. Heinrich Wahl (Laubach), 32 Ringe; 8. Heinrich Walther (Freienseen), 32 Ringe. Die Tagesehrenscherbe er­rang am ersten Wettkampfsonntag Karl Naumann (Laubach) und am zweiten Sonntag Georg Tröller (Laubach).

* Beltershain, 23. Aug. In unserem Orte wurde durch die Kriegerkameradschaft ein Wertungsschießen durchgeführt, bei dem jeder Schütze drei Schuß auf die Zwölfer-Ringscheibe abzugeben hatte. Die besten Ergebnisse erzielten:

1 Seng (Merlau), 35 Ringe; 2. Schmitt (Belters­hain), 35 Ringe; 3. Bogenharb (Atzenhain), 35 R.; 4. Kühn (Göbelnrob), 35 Ringe; 6. Rau (Lumda), 35 Ringe; 6. Römer (Beltershain), 34 Ringe; 7. Hartmann (Beltershain), 34 Ringe; 8. Klös (Bel­tershain), 34 Ringe; 9. Karl Schäfer (Beltershain), 33 Ringe; 10. Heinrich Schäfer III., 33 Ringe; 11. Hahn (Beltershain), 33 Ringe; 12. Hofmann (Geils­hausen), 33 Ringe; 13. Karl Schmitt (Beltershain), 33 Ringe.

Landkreis Gießen.

T Großen-Linden, 24. August. Am mor­gigen Freitag, 25.August, feiert unsere älteste Einwohnerin, Christine P e p p l e r, geb. Stamm, bei guter Rüstigkeit ihren 8 9. Geburts­tag. Unseren herzlichen Glückwunsch. Die Fruchternte ist, außer Hafer, bereits einge­fahren. Mit ber Grummeternte hat man begonnen. Die hiesige Kleinkinberschule beging am Sonntag ihr ©ommerfeft. Mit Blumen geschmückt zogen bie Kleinen auf den freien Platz bei ber Turnhalle, wo sie burck Spiele unb Lieber bie Eltern unb bie übrigen Besucher erfreuten. Der Dorsitzenbe hielt eine Ansprache unb bankte ber Schwester für bie mühevolle Arbeit. Mit ber Ver­teilung von Brezeln fanb bie Feier ihren Abschluß.

§. Lang-Göns, 23. Auguft. Dieser Tage wurde eine Luftfchutzübung in dem Dorfteil Niederhofenstraße durchgeführt. Um 19 Uhr traten Bürgermeister Weil,' Untergruppenführer des RLB. Köster und die Blockwarte zu einer kurzen Besprechung zusammen. Darauf wurden sämtliche Häuser auf ihre Luftschutzbereitschaft nachgeprüft unb festgestellt, daß alles in Orbnung war. Ge- meindegruppenführer Lotz (Leihgestern) konnte sich überzeugen, daß auch in ber hiesigen Gemeinde ber Gedanke des Luftschutzes voll und ganz verstanden wurde. Dann begann bie Hebung, bie in allen Teilen planmäßig verlief und fachgemäß durchge­führt wurde. Bei der anschließenden Besprechung des Uebungsverlaufs sprach Untergruppenführer Köster seine Zufriedenheit mtt den Leistungen aus. Gemeindegruppenführer Lotz ermahnte alle zu festem Zusammenstehen. Bürgermeister Weil sprach ebenfalls an-erkennende Worte.

od Langsdorf, 23. Aug. Die Bergung un- ferer wieder sehr schönen Ernte führte leider zu einem bedauerlichen Unfall. Beim Einfahren in die Dorfstraße gerieten die Pferde des Landwirts Karl Krämer etwas in Galopp, wobei etliche (Barben des hochgeschichteten Wagens rutschten. Mit ihnen fiel ber den Wagen lenkende Arbeitsbienst- mann Franz Dickkopf herunter, unglücklicher­weise unter bie nun scheuenden Pferde. Durch den Huftritt eines Pferdes wurde er im Ge­sicht verletzt und mußte nach Zuziehung bes Arztes sofort nach Gießen in klinische Behanblung ge­bracht werden. Sein Mißgeschick wird um so mehr bebauert, als er ein sehr treuer Helfer gewesen ist. Der bedauernswerte junge Mann liegt mit einem Ober- und Unterkieferbruch darnieder.

Rundfunkprogramm.

Freilag, 25. August.

5 Uhr: Frühmusik. Musikzug ber Fliegerhorst- Kommandantur Wiesbaden-Erbenheim. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Morgenspruch, Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Musikkorps des Jnf.-Rgts. 1. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Puppenmütterchen. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Hermann Hagestedt und sein Orchester. 10: Schulfunk. Flug um die Welt. Vor zehn Jahren startete Graf Zeppelin. Eine Hörfolge. 10.30: Auslandshaus der HI. in Gatow. Manuskript: Wolf Braumüller. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Das kleine Orchester bes Reichssenbers Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14.10: Stimmen, die uns begeistern. Dusolina Giannini Benjamino Gigli. 16: Nachmittagskonzert. Das Städtische Kur- orchester Wiesbaden. Einlage von 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Zwischen Enkel unb Ahn. 18.15: Sport ber Woche und für den Sonntag. 18.30: Postlagernd Postamt 2. Ein Spiel in drei Szenen von Erwin Albrecht. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Von Stuttgart: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Bilderbuch der Woche

Samstag, 26. August.

5 Uhr: Frühmusik. Das große Orchester des Reichsfenders Breslau. 5.50: Bauer, merk' auf! 6:

Morgenlieb, Morgenspruch. Nachrichten,Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland Kinderland. Laß Licht unb Sonne an ben Körper deines Kindes. Zwiegespräch von Hilde Bremus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunach­richten. 10: Schulfunk. Ein Mann kehrt zurück. Eine Runbfunttnchtung. 11.40: Ruf ins Land. 12: Flug­hafenkonzert. Das Musikkorps der Fliegerhorst- Kommandantur Wiesbaden-Erbenheim. Dazwischen: Berichte vom Start des LuftschiffesGraf Zeppelin" zur Fahrt nach Königsberg. 13: Nachrichten. 13.15: Vom Flug- unb Luftschiffhafen Rhein-Main: Flug­hafenkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: M. w. - Wunschkonzert (Jnbusttie-SchallPlatten unb Eigenaufnahmen). 15: Bilberbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Der Tierkreis. Eine luftige halbe Stunde mit unfern Jungmädeln. 16: Aus Boppard a. Rh. (aus dem KurhotelRheinterrasse"): Wir tanzen am Rhein. 18: Und abends, wenn kein Dienst mehr drückt. Ein­lage: Kamerad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Ansprache des Generaloberst von Brauchitsch. 20: Nachrichten. 20.15: Was jeder gerne hört: Großes Abendkonzert des Orchesters des Deutsch- landsenders. In der Pause von 21.05 bis 21.20: Von Frankfurt:Bunter Anekdotenkranz". 22: Nachrich­ten. 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Echo von den Studenten-Weltspielen in Wien. 22.30 bis 24: Unterhaltungs- unb Volksmusik.