Reichsparteitag des Friedens
für
um
k.
mit
Tödlicher Absturz von der Lokomotive.
eintreffen.
ille und Tat"
und
14. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!)
Er sitzt
Der große Zauber, den dieser Mann von der Bühne ausstrahlt, wirkt auch im Leben ... wie es
Asbjörn Holgerson will. Und er will jetzt, verbringt die Nachmittage in der Stadt und an den Abenden brav daheim.
insgesamt 10 Kilometer länger.
Am Samstagnachmittag findet im Lager des NSKK. eine Besprechung des Korpsführers mit den Standarten- und Sturmführern statt. Anschließend erfolgt die Siegeroerkündigung der Sieger im Reichswettkampf und die Uebergabe der Preise. Die jeweils Gruppenbesten der 23 Gruppen erhalten als 1. Preis eine Beiwagenmaschine, als 2. Preis ein Solokraftrad und als 3. Preis ein Kleinkraftrad so daß insgesamt 69 Krafträder mit und ohne Beiwagen zur Verteilung kommen. Der Abend des Samstags ist der Lagerkameradschaft gewidmet, die Lagerfeuer werden entzündet, frohe Musik wird für Unterhaltung sorgen, und ein Feuerwerk wird abgebrannt werden.
Am Sonntag, 10. September, tritt der Marschblock der Motorgruppe Hessen um 4 Uhr zum Marsch zum Luitpoldhain an und marschiert nachmittags, wie alljährlich, am Führer vorbei. Sodann erfolgt der Rückmarsch ins Lager. Am Montag hat der Marschblock noch die Freude, den Vorführungen der Wehrmacht als Zuschauer beiwohnen zu können, um 20.46 Uhr erfolgt die Rückfahrt von Nurn- berg-Märzfeld nach Frankfurt a. M., wo die Marschteilnehmer am Dienstag frühmorgens um 2.50 Uhr
Der Täter mitten unter uns
Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Oskar Meister, Weröau L Sa.
mat flogen. Wie sie über den Hafen zogen, als wir, Sechzehnjährige, verbotenerweise in einem Baggerkahn lagen und diesen Wolken nachträumten. Damals roch es nach Teer und scharf nach Kies. Jetzt duftet es nach Wald. Auf dem Wiesenschaumkraut sitzen Bienen zuhauf. Sie summen. Die Arbeit schmeckt ihnen, sie tun etwas und brauchen deshalb auch nicht zu sterben wie die Drohnen.
Schmetterlinge fliegen vorbei. In das Idyll schleicht sich ein peinlicher Gedanke: „Packen!" Ein Hahn kräht schmetternd. Was fällt ihm ein, um die Mittagszeit? Will er mich verjagen? k.
klinkt birgt, b-leübt bis auf weiteres noch für die Zwecke dieser Klinik in Benützung.
Der Erweiterungsbau erhält im Erdgeschoß eine vergrößerte Röntgenabteilung, die allein aus vier Räumen bestehen roirf). Außerdem wird im Erdgeschoß ein Hörsaal geschaffen, in dem 80 Hörer Platz finden werden. Der Hörsaal wird so angelegt, daß die Besucher der Vorlesungen mit den anderen Abteilungen der Klinik nicht in Berührung kommen müssen, sondern über einen besonderen Eingang die Garderobe zum Hörsaal und den Höesaal selbst erreichen. Zum Hörsaal gchört außerdem ein Dorbereitungsraum. Im Erdgeschoß werden ferner vier geräumige Untersuchungskabinen eingerichtet. Ein Raum wird der Elektrokardiographie und ein weiterer Raum der Zystoskopie gewidmet sein. Außerdem wird ein Warteraum geschaffen.
Im Kellergescho ß, das voll ausgebaut und
Im Bahnhof Gießen ereignete sich am Dienstag, vormittag ein schwerer Unglücksfall. Der 25 Jahre alte Hilfslokomotivheizer Mathias Ganser, in Bettenhausen bei Kassel wohnhaft, war mit einer Lokomotive, die sich von Kassel nach Frankfurt a. M. unterwegs befand, im hiesigen Bahnhof an» gekommen. Als die Maschine^ um 9.25 Uhr den Bahnhof Gießen zur Weiterfahrt nach Frankfurt a. M. verließ, beugte sich Ganser, unmittelbar am Ende der Bahnsteige in der Nähe der Klinikbrücke, zu weit seitlich aus dem Führerstand heraus, oer« mutlich, um an der Maschine etwas zu beobachten. Dabei hatte der Mann einen eisernen Lichtmast nicht bemerkt, gegen den er bei der immerhin schon ansehnlichen Geschwindigkeit der Lokomotive außerordentlich heftig mit dem Kopfe anprallte. Mit schweren Schädelbrüchen stürzte der bedauernswerte Mann von der Maschine herab, und nun schlug er noch einmal mit dem Kopfe auf einen eisernen Weichenkasten auf. In sehr schwer verletztem Zustande wurde der Verunglückte nach der Chirurgischen Klinik gebracht, wo er im Laufe des gestrigen Mittwochnachmittag seinen Verletzungen erlegen ist. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau zwei kleine Kinder.
Ausstellung „
Der Gauleiter eröffnet die Ausstellung.
NSG. Am Freitag öffnet die große Ausstel- l u n g „W ille und Tat" in Wiesbaden ihre Pforten, nachdem in den letzten Tagen alle Kräfte zur Fertigstellung eingesetzt worden sind. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung erfolgt um 16 Uhr durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger. In der Anwesenheit des Gauleiters kommt die große Bedeutung zum Ausdruck, die die einzigartige Leistungsschau besitzt. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Querschnitt durch die nationalsozialistische Aufbauarbeit im Gau Hessen-Nassau, sowohl auf wirtschaftlichem, als auch auf kulturellem Gebiet.
Frauenschaffen
auf der Ausstellung »Wille und Tat".
Die NS.^Frauenschast-Deutsches Frauenwerk ist im Gau Hessen-Nassau bisher noch nie mit einer größeren geschlossenen Ausstellung aus den Arbeitsgebieten deutschen Frauenschaffens an die Öffentlichkeit getreten. Im Rahmen der Ausstellung „Wille und Tat" wird zum ersten Male eine Sonderschau gezeigt, die alle Aufgaben berührt, die der Frau heute gestellt werden.
Die Frau im nationalsozialistischen Staat hat eine Fülle von Ausgaben, die an sie als Frau und Mutter gestellt werden. Sie hat vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß die deutsche Volkswirtschaft
Mit dem Westerwald-Derein auf »Fahrt ins Blaue".
Vom Westerwald-Verein, Zweigverein Gießen, wird uns berichtet:
Nachdem im Frühjahr eine Autvbussahrt an den Edersee stattgefunden hatte, starteten am vorigen Sonntag zwei Omnibusse mit 65 Personen zur Fahrt ins Blaue. Eine kleine Irrfahrt durch die Stadt, hinaus zum Windhof und wieder zurück über Heuchelheim—Dorlar nach Wetzlar. Dos war der Anfang der verheißungsvollen Fahrt in die Ferne. Nach einer Rundfahrt durch Wetzlar ging die Fahrt nach Leun, lieber Löhnberg gmg's weiter nach Weilburg, wo einstündiger Aufenthalt vorgesehen war. Nach dem Frühstück ging es zur Besichtigung von Weilburgs Sehenswürdigkeiten. Weiter ging dann die Fahrt nach Limburg. In kurzer Zeit gelangte man am nächsten Punkt, Schloß Schaumburg, an. Der Mittagstisch vereinigte alle im Schlohpark unter schattigen Bäumen bei Musik und Scherz. Um 13 Uhr wurde die Wanderung nach Balduinstein angetreten. Zur freudigen Ueberraschung stand hier ein Motorboot zur Aufnahme aller Wanderer bereit. Auf der Lahn ging -die Fahrt nach Diez, wo die beiden Omnibusse zur Weiterfahrt bereitstanden. Weiter ging es dann durch den kleinen Luftkurort Neuweilnau über Limburg nach Usingen. Die Nebel stiegen schon in den Tälern hoch, als die letzte Strecke der Fahrt zurückgelegt wurde. Durch das abendliche Butzbach ging es zurück nach Gießen, wo gegen 21 Uhr die herrlich verlaufene Fahrt ms Blaue ihr Ende fand. ________________
niemals in ernstere Schwierigkeiten gerät, indem sie sich mit ihrer Haushaltsführung stets auf das einstellt,was ihr der deutsche Markt zu bieten vermag. Das alte, ungerechtfertigte Vorurteil gegen jegliche Hauswirtschaft und jeden hauswirtschaftlichen Beruf beginnt mehr und mehr zu schwinden, da nun erst die wahre Bedeutung der Hauswirtschaft erkannt wird. Die Sonderschau der NS.- Frauenschaft - Deutsches Frauenwerk wird gerade hier für die Hausfrau mancherlei Ueberraschungen bringen. Schaukochen mit Kostproben, Süßmosterei und auch die Marktberatung fehlen nicht.
Man hat zu jeder Zeit von der Bereitschaft der Frau, zu helfen, gesprochen. Die Abteilung Hilfsdienst vereinigt alle die Aufgabengebiete, die der natürlichen Anlage der Frau entgegenkommen, sich einzusetzen, wo Not herrscht, Hilfsdienst zu leisten für die NSV., für das Rote Kreuz, für den Luftschutz, kurz für alle, die eine Hilfe brauchen, sei sie nun praktischer oder seelischer Art. Innerhalb der Sonderschau ist das Aufgabengebiet dieser Abteilung besonders anschaulich aufgebaut.
Neben den rein praktischen Fragen der Lebensführung, der Kindererziehung und des Hilfsdienstes auf allen Gebieten des Lebens hat die deutsche Frau entscheidenden Anteil an den Fragen der geistig-seelischen Haltung unseres Volkes. Besinnung auf die alten und neuen Kräfte in unserem Volk regt die Schau der Abteilung Kultur — Erziehung — Schulung an.
Erweiterungsbau für di
Seit einiger Zeit sind auf dem Grundstück an der Ecke Frankfurter Straße/Ktinikstraße, unmittelbar neben bzw. hinter dem Gebäude der jetzigen Medizinischen Poliklinik Ausschachtungsarbeiten im Gange, die dieser Tage abgeschlossen wurden. Nunmehr folgt der Bau des Grundmauerwerks für einen Erweiterungsbau der Medizinischen Poliklinik.
Dieser Erweiterungsbau stellt einen ersten Bauabschnitt der großen Kliniksbauten dar, die entlang der Frankfurter Straße in repräsentabler Front im Laufe der nächsten Jahre entstehen sol- len. Dieser erste Bauabschnitt, der zunächst nur aus einem voll ausgebauten Kellergeschoß und einem Erdgeschoß bestehen soll, wird ausschließlich den Zwecken der Medizinischen Poliklinik vorbehalten sein. Er bedeckt eine Grundfläche von 15X28 Meter. Das Haus, das jetzt die Medizinische Poli-
Bekanntschaft zu machen, als in Scotland-Pard!" Pembroke zieht bedauernd die Augenbrauen hoch. „Wie man sich doch irren kann, nicht?"
„In Scotland-Yard?" stößt Holgerson hervor, und eisiges Entsetzen lähmt ihm die Glieder. „Wie meinen Sie das, Herr?" Er kann es nicht hindern, daß seine Stimme in der Erregung heiser klingt.
„Wollen Sie nicht doch wieder Platz nehmen, Mister Holgerson?" lächelt Pembroke verbindlich und holt mit der unschuldigsten Miene seine Zigarettentasche hervor. „Rauchen Sie? ... Aber bitte, bitte!"
Niemand ahnt auch nur, daß hinter dieser knabenhaften Stirn einige sehr wichtige Eindrücke vermerkt werden, daß dieser ewig verleaene Pembroke zu kombinieren beginnt: Warum erschrickt Holger- on? Warum lacht er mich nicht einfach aus und sagt: „Blödsinn!"?... Er hat Angst. Das Wort Scotland-Pard jagt ihm einen Schrecken ein. Er fürchtet sich davor, mit der Polizei in Berührung zu kommen.
,^)ört sich ganz blödsinnig an, wenn einer sogleich mit der Polizei in die Kaffetasse fällt, nicht wahr?" lacht Pembroke auf. „Aber keine Sorge! Es handelt sich nur um eine Formalität. Wegen der Erbschaft und des Todesfalles Überhaupt. Ich bin nämlich der Verbindungsmann des Werkes zur Polizei. Unangenehmer Beruf, tja, aber leider nicht zu ändern. Uebrigens... ich besitze eine ganze Reihe Schallplatten von Ihnen, Mister Holgerson. Ehrlich gestanden... ich bewundere Sie! Wirklich, schmeicheln liegt mir sonst nicht, aber in diesem Falle freue ich mich, daß ich den begnadeten Künstler persönlich kennenlernen darf."
Inwendig lacht glles bei Pembroke, er ist gespannt, ob der Sänger diese faustdicke Schmeichelei schlucken wird.
Und siehe, er schluckt sie mit der selbstverständlichsten Mene.
„Es ist das höchste Glück eines Künstlers, Freude spenden zu können!" entgegnete Holgerson. Er hat den Schreck überwunden and seine Beherrschung wiedergefunden. Er vermag seiner Stimme sogar wieder Schmelz zu verleihen.
„Nur schade, daß man so wenig Gelegenheit hat, । Sie persönlich auf der Bühne zu sehen, Sie treten ■ nur selten in der Hauptstadt auf."
keineswegs als Keller hri üblichen Sinne ^rscheffney wird, werden Laboratorien, ein Grundumsatzraum, Liegekabinen, Wägezimmer, Aerztekasmo und Te«. küche, Heizungsanlagen und einige eigentliche Kellerräume geschaffen.
Das Mauerwerk für die Grundmauern wird aus Bruchsteinen (aus dem Bruch bei Heuchelheim) auf, geführt, das mit einem gelblich-weißen Sandstein aus den Monheimer Brüchen (Rheinhessen) verblendet wird. Die übrigen Stockwerke werden m Ziegelsteinbauweife ausgeführt und verputzt.
Umbauten im früheren Forstinstitut.
Im Gebäude des ehemaligen Forstinstituts der Universität in der Braugasse (früheres Garnison, lazarett) sind gegenwärtig Umbauarbeiten im Gange, die den Zweck haben, für neue Aufgabengebiete im Rahmen des Physikalisch-Chemischen In- strtuts unserer Universität die erforderlichen Ar» beitsräume zu schaffen. Dabei handelt es sich um Vie Einrichtung von Laboratorien und Arbeitszimmern, wobei von vornherein in Rechnung zu stellen ist, daß weitere Entfaltungsmöglichkeiten auf dem neuen Tätigkeitsfew für die tn Betracht kommende Abteilung des Instituts gewahrt werden. In die neugestalteten Räume wird voraussichtlich zum Herbst die Abteilung für Kautschukforschung des Physikalisch-Chemischen Instituts ihren Einzug hal. ten. Im Rahmen der weiteren Entwicklung betrachtet kann man die gegenwärtigen Umbauarbeiten wohl als die erste Stufe des geplanten Erweiterungsbaues für das Physikalifch-Chemische Institut.
NSG. Die Motorgruppe Hessen des NSKK. ist m diesem Jahr mit einem starken Marschblock beim Rcichsparteitag in Nürnberg beteiligt. 384 Führer und Männer der Gruppe werden nach Nürnberg fahren, um beim Aufmarsch im Luitpoldhain dabei zu fein und anschließend an dem Führer vorbeizumarschieren. Bereits am 2. September begeben sich 18 Standarten-Kornetts und Begleiter nach Nürnberg. Am 6. September folgen ihnen 28 Standarten-Kornetts, Ersatzkornetts und Begleitführer, sowie ein Arbeitsvorkommcmdo von vier Mann, ein Verewaltungskommando von acht Mann und ein Sanitätsvorkommando von zwei Mann.
Nachdem an den Sonntagen die Dorbesichtigun- aen der Standarten-Marfchblocks in Kassel, Marburg, Aschaffenburg, Frankfurt a. M. und — des Gesamtgruppenmarschblocks — am 27. August m Gießen stattgefunden hat, treffen sämtliche Marschteilnehmer am Freitag, 8. September, nachmittags in dem „Haus der Jugend" in {yranb Furt a. M. ein, wo sie ihre Sachen ablegen und sich zu einer letzten Dorbesichtigung durch Gruppenführer Richard Prinz von Hessen auf die Bertramswiese in Frankfurt begeben. An diesem Abend erfolgt der Zapfenstreich schon früh, denn Samstag, 9. September, heißt es bereits um 2.30 Uhr aufstehen. Mit Straßenbahnsonderzugen werden alle Marschteilnehmer, zu denen sich nocy ein Verkehrserziehungsdienstkommando in Starke von zwölf Mann sowie ein Block Sanitätsdienst tn Stärke von sieben Mann hinzugesellt haben, zum Hauptbahnhof gebracht. Von hier aus fährt der Sonderzug um 3.38 Uhr ab, nimmt am Bahnhof Frankfurt a. M.-Süd die Wagen des Sonderzugs
Eines Nachmittags, er befindet sich gerade im Klub und durchsucht Zeitungen nach Notizen, die ihn erwähnen, tritt plötzlich ein schlanker junger Mann an leinen Tisch. Er läßt sich weder von dem erstaunthocbmütigen Mick des Sängers, noch von seiner schroffen Ablehnung verblüffen, sondern fängt mindern unschuldigsten Lächeln eine Unterhaltung an, bei der Holgerson bald nicht mehr schweigen kann.
Das Gespräch beginnt mit der unvermeidlichen Vorstellung.
„Gestatten Sie, Herr Holgerson, ich heiße Pembroke, Allan Pembroke!"
Und al5 Holgerson keine Antwort gibt, fügt er erklärend hinzu: „Ich arbeite nämlich im Werk Ihres verstorbenen Herrn Schwiegervaters."
Holgerson will gerade etwas murmeln, das wie „Unverschämtheit" klingt, und den Tisch verlassen, da legt ihm Pembroke sehr still und sanft seine Hand auf den Arm.
„Nicht doch", schüttelt er schmollend den Kopf, „warum so böse- Ich hoffe, wir werden ein wenig hier zusammen plaudern."
Da ist es mit Holgersons Geduld vorbei.
„Sie irren", schnarrt er eisig, „ich gehe! Es inter- essiert mich nicht, mit wem Sie sich zu unterhalten gedenken. Außerdem schätze ich so formlose Bekanntschaften gar nicht!"
„Oh... wie schade... Mister Holgerson! Und ich dachte immer, es sei angenehmer, hier Ihre
meiner unerwünschten Gegenwart. Bin ich nicht bescheiden?"
Holgerson reckt sich auf.
„Am neunten März? Das ist doch der Todestag meines Schwiegervaters? Was soll die Frage bedeuten?"
„Wir vermuten, daß Sir John eines gewaltsamen Todes gestorben ist."
„Eines ... gewaltsamen Todes? Wer sollte denn so wahnsinnig fein, den alten Herrn ... zu ermor» den?" stößt Holgerson mit heiserer Stimme hervor. „Mein Schwiegervater ist im Gebirge verunglückt Das steht fest."
Einen Augenblick ist Pembroke im Zweifel. Die Ueberraschung könnte echt sein. Aber dann kehrt das berufsmäßige Mißtrauen wieder und bringt ihm zum Bewußtsein, daß Holgerson ein Schauspieler, ein Komödiant ist und offenbar fein schlechter.
„Wir hegen nur eine ganz, ganz vage Vermutung, Mister Holgerson", beruhigt er den Aufgereatf „Und es ist sehr wahrscheinlich, daß sich alles auf W natürlichste und harmloseste Art aufklärt. 2Iber Sie werden begreifen, daß wir uns nach jeder W tung hin sichern müssen. Sie würden uns, 3f)ret Familie und Ihrem verstorbenen Schwiegervater einen Dienst erweisen, wenn Sie über die ganze An« gelegenheit zu niemandem weiter sprechen mürben, vor allem nicht zu den Damen ... Sie werden bas verstehen. Und darf ich nun um diese erwähnte kleine Auskunft bitten?"
Holgerson erwacht wie aus einer Erstarrung- Rasch fährt er sich mit einer nervösen Handbewe« gunq über die Stirn.
,Zst diese Auskunft amtlich oder privat?" fr09 er hastig. ,Zch meine... sage ich Ihnen das nu vertraulich oder... muß ich möglicherweise oe einem Verfahren als Zeuge auftreten?"
Pembroke bedauert, das nicht endgültig sagen ZU können. „Ergibt sich kein weiterer Anhaltspunkt, so wird es zu keinem Verfahren kommen, -soni- natürlich wird ein öffentlicher Prozeß angestreng werden müssen. Aber das kann doch gan* belangm» für Sie sein, Mister Holgerson! Sie sagen nU- Ich habe zu jener Zeit in meinem Bett ge.ege - > oder: Ich saß im Zuge von Glasgow nach toi' don... Damit ist alles für Sie erledigt."
(Fortsetzung folgt)
Schulgeldfreistellen auch in den untersten Klassen.
Wie der Reichserziehungsminister an Hand eines Einzelfalls feststellt, sollen Schuldgeldermäßigung und Schulgeldbefreiung begabten minderbemittelten Kindern das Verbleiben und den Zugang zur Höheren Schule ermöglichen. Daher können auch Kindern der untersten Klassen diese Vorteile gewährt werden. Das Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen für die Vergünstigung ist vom Anstaltsleiter bei den unteren Jahrgängen besonders sorgfältig zu prüfen.
Gefährliche Drähte.
Der Reichsernährungsminister bringt den Unter» richtsverwaltungen eine Warnung des Reichs- Ministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe zur Kenntnis mit der Ditte, sie in allen Schulen bekanntzumachen. Darin heißt es, daß tm heutigen starken Flugbetrieb es zuweilen vor- komme, daß von einem Flugzeug ein Antennenoder Schleppdraht herabfällt. Diese Drähte seien meist so leicht, daß sie beim Auftreffen auf die Erde allein keinen Schaden anrichten. Fällt aber solch ein Draht auf eine Hochspannungs- oder Starkstromleitung, fo ist äußerste Vorsicht geboten. Durch Berühren des herabhängenden Endes solcher über eine Freileitung gefallener Drähte sind bereits schwere Verletzungen oder gar Todesfälle entstanden. Wer das Herabfallen eines solchen Drahtes bemerkt oder einen Draht findet, habe die Pflicht, dies sofort der nächsten Polizeistelle ober dem nächsten Fliegerhorst zu melden. Es müsse erreicht werden, daß kein Unbefugter den Draht berührt und daß auch keine Tiere mit dem Draht in Berührung kommen.
Ladefristen bei Güterwagen einhalten.
Trotz der sehr gespannten Lage in der Versorgung mit Güterwagen werden von Verfrachtern die vorgeschriebenen Ent- und Beladefristen vielfach nicht eingehalten. Dadurch wird der Wagenraum zum Nachteil der Allgemeinheit dem Verkehr länger als nötig entzogen. Um die Säumigen zur schnelleren Be- und Entladung anzuhalten, sieht sich die Reichsbahndirektion veranlaßt, das tarifmäßige Wagenstandgeld von Donnerstag, 24. August an, auf das Dreifache zu erhöhen.
(Biebener IDodjenmarftpreife.
* Gießen, 24. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, ¥> kg 6 bis 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 9, Bohnen, grün 13 bis 23, gelb 15 bis 23, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 20 bis 26, Zwiebeln 5 bis 13, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln, neue, kg 5 Rpf., 5 kg 50 Rpf, 50 kg 4 bis 4,50 RM., Frühäpfel, % kg 15 bis 35 Rpf., Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 32 bis 35, Brombeeren 35 bis 40, Preiselbeeren 38 bis 40, Birnen 15 bis 35, Johannisbeeren 15, Pflaumen 15 bis 25, Zwetfchen 15 bis 25, Mirabellen 25 bis 35, Renekloden 20 bis 25, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf.
„Ganz recht. Ich gebe sehr häufig Gastspiele.
„Richtig, richtig!" pflichtet u.m Pembroke bei. „Ich erinnere mich, daß wir Sie an jenem Un- glückstag, als Ihr Herr Schwiegervater aus dem Leben schied, nicht in der Hauptstadt erreichten, sondern in Glasgow, wenn ich mich nicht irre."
„Mag sein... man vergißt das sehr schnell, wenn man bald hier, bald dort ist."
,T)der war es Manchester?"
„Manchester? Wie kommen Sie daraus? Ich habe im letzten Jahr kein Gastspiel in Manchester gegeben. Ich war in Glasgow."
„Soso. Ja, diese großen Künstler haben es gut. Heute hier ... morgen dort ... ein herrliches, freies Leben! ... Uebrigens, Ihr Telegramm, mit dem Sie Ihre Ankunft anzeigten, war aber aus Lon- don. Daran erinnere ich mich ganz bestimmt!"
„Herrgott ... ich habe vom Bahnhof aus gleich nach meiner Ankunft telegraphiert! Ist denn das so wichtig? Ich denke, Sie wollen mir irgendeine amtliche Mitteilung machen?"
„Oh ... das hat noch Zeit, Mister Holgerson! Gönnen Sie mir doch diese Viertelstunde! Ich plaudere für mein Leben gern mit großen Künstlern. Wissen Sie ... besonders das Drum und Dran ... dieses Leben und Treiben hinter den Kulissen, das interessiert mich brennend. Sie haben doch sicher so etwas wie eine Künstlerkneipe, von der wir gewöhnlichen Sterblichen nichts wissen dürfen?"
Langsam legt Holgerson seine Zigarette beiseite und faßt sein Gegenüber ins Auge. Erst jetzt beginnt er sich den Mann richtig anzusehen.
Nein, das ist bei Gott fein harmloser Junge, kein Schwärmer und Wichtigtuer. In diesen sehr kühlen Augen glimmt jetzt ein stechendes Feuer, und mit einem Male packt Holgerson die Angst, hundsgemeine Angst und die Verzweiflung des Gejagten.
„Zum Teufel, was wollen Sie eigentlich von mir?" fragt er drohend. „Was gibt Ihnen die Be- rechtigung, mich zu verhören? Sagen Sie klipp und klar, was Sie wollen, Herr!"
„Nur eine einzige Auskunft! Wo waren Sie in der Nacht vom neunten März? Sagen wir ... in der Zeit zwischen acht Uhr abends und sechs Uhr morgens? Wenn Sie mir das anvertraut haben, Mister Holgerson, stehe ich sofort auf und erlöse Sie von
mit den Marschteilnehmern der Motorgruppe West- marf mit und trifft 10.26 Uhr vormittags auf dem Bahnhof Nürnberg - Märzfeld ein.
Dom Bahnhof marschiert der gesamte Marschblock zum Lager Langwasser — nicht Mögeldorf wie tm Vorjahre —, das sich an das Lager der SA. an- schließt. Der Aufmarschwea in Nürnberg ist das NSKK. in diesem Jahre hin und zuruck
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Ekel". — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Die Geliebte".
HZ., Bann und Zungbann 116.
Die Sprechstunden des Bann- und Iungbann- führers finden ab Donnerstag, 24. August, wieder regelmäßig in Bad-Nauheim in der früheren Banndienststelle Moltkestraße, von 17.30 bis 19 Uhr statt.


