Donnerstag, 24. Äugust 1939
Ar. 19 Z Erstes Blatt
189. Jahrgang
Das erste Echo im Ausland
gelangt:
Ge -
Oie in Danzig ansässigen Polen sollten bewaffnet werden.
Teile verpflichten aggreffiven hand-
Zwar m i t
Keine Beteiligung an irgendeiner feindlichen Mächtegruppierung. — Keine Llnterstühung kriegerischer Handlungen dritter Ilächte. — Fortlaufende Fühlungnahme in gemeinsam interessierenden Fragen. - Automatische Verlängerung der Vertrags- huer nach Ablauf von zehn Jahren.—Reichsaußenminister von Ribbeutrop berichtet heute dem Führer auf dem Oberfalzberg.
längerer Zeit. Der Beweis für Waffenverteilungen im kleineren Umfange ist bereits mehrfach erbracht worden. Die Danziger Polizei richtete schon seit längerer Zeit ihre Beobachtung auf die Westerplatte, auf der die Polen bekanntlich ein IHunt- tions- und Waffenlager unterhalten, fo dah es den Polen nicht leicht wurde, Waffen von der Westerplatte nach Danzig einzufchmuggeln. Aus diesem Grunde mußte Polen versuchen, von außen her wafsen hereinzubringen. Die Entdeckung des als Lebensmittel getarnten Waffentransports hat der Danziger Polizei recht gegeben. Der „Danziger Vorposten" weist in diesem Zusammenhang weiter darauf hin, daß die Erhöhung der vertragsmäßig auf 88 Wann beschränkten Zahl der Besä h u n g s m i t g l i e d e r auf der Westerplalte auf einige hundert Wann darauf schließen läßt, daß die angebliche Wachmnanschaft als illegale Ausbilder der in Danzig verhafteten PolenimWaj fengebrau ch verwendet wird.
fr: UdSSR, geschloffen wurde, slühender Vereinbarung
Artikel t
Die beiden vertragschließenden fi\l, sich jeden Gewaltaktes, jeder
Der -euischsowjeirussische Nichtangriffspakt in Moskau unterzeichnet.
tauscht werden. Der Vertrag tritt sofort mit feiner Unterzeichnung in Kraft.
Ausgefertigt in doppelter Urschrift, in deutscher und russischer Sprache.
Moskau, am 23. August 1939.
Für die Deutsche Reichsregierung: gez. Ribbentrop.
In Vollmacht der Regierung der UdSSR.: gez. Molotow.
*
Reichsaußenminister von Ribbentrop war nach programmäßig verlaufenem Flug um 13 Uhr auf dem Moskauer Flughafen gelandet. Zu seiner Begrüßung hatten sich von sowjetrussischer Seite eingefunden bef Erste Stellvertretende Volkskommissar des Aeußern, P 0 te m k i n , der Erste Stellvertretende Volkskommissar für Außenhandel, S t e- panow, der Stellvertretende Volkskommissar für Inneres, Merkulow, der stellvertretende Präsident des Moskauer Stadtrats, K 0 r 0 l e w, und der Moskauer Stadtkommandant. Außerdem war das Außenkommissariat vertreten durch den Protokollchef Barkow und den Leiter der Mittei
lung und jeden Angriffes gegeneinander, und siwohl einzeln als auch gemeinsam anderen Mächten, zu enthalten.
Artikel II.
Falls einer der vertragschließenden Teile
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/«> mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen», Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
polnischer Waffen- und Mmtionstransport in Danzig abgesangen.
gnstand kriegerischer Handlungen hinten5 einer driften Wacht werden sollte, v.id der andere vertragschließende Teil in keiner Z,°rm diese dritte Wacht unterstützen.
Artikel III.
Die Regierungen der beiden vertragschließenden Ulle werden künftig fortlaufend mit K 0 n - lültation in Fühlung miteinander llaciben, um sich gegenseitig über Fragen zu normieren, die ihre gemeinsamen Interessen bc- i Aren.
Artikel IV.
l einer der beiden vertragschließenden Teile wird 14 an irgendeiner Wächtegruppie- lurng beteiligen, die sich mittelbar oder ivonittelbar gegen den anderen Teil Eef.
Moskauer Regierung es mit der Unterzeichnung des Paktes unendlich weniger eilig habe als Deutschland. Werde man nicht von Moskauer Seite die gleichen Manöver machen, wie sie die französischen und englischen Unterhändler mehrere Monate hindurch erlebt hätten? Auch der „Jour" meint, daß sich die beiden Unterhändler vielleicht noch nicht geeinigt hätten. Die „Action Franoaise" ist die erste und einzige Morgenzeitung, die — da ihr Redaktionsschluß später liegt als der. der übrigen Blätter — bereits die Unterzeichnung des deutschsowjetrussischen Nichtangriffspaktes meldet. Das Blatt sagt, die politischen und militärischen Dreierpaktverhandlungen seien noch nicht abgebrochen, sie seien aber offensichtlich auf dem toten Punkt. Der Außenpolitiker des Blattes stellt ohne Umschweife fest, daß alle Erwägungen und Kombinationen, die diplomattsche Niederlage nicht beschönigen können, die Frankreich urtd England durch den gegen sie gerichteten Schlag erlitten hätten.
Beratungen in Warschau.
Warschau, 24. August. (Europapreß.) Am Mittwoch haben in Warschau Regierungsberatungen stattgefunden. Auf dem Schloß erschienen bei dem Staatspräsidenten, bei dem sich auch Marschall Rydz°Smigly befand, nacheinander Außenminister Oberst Beck und Ministerpraftdent General Skladkowski, der von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister Kwiatkowski begleitet war. Am Abend fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten eine Sitzung des Kabinetts statt.
bi Sache des Friedens zwischen Deutschland und fr: UdSSR, zu festigen und ausgehend von den gnndlegenden Bestimmungen des Reutralitätsver- Iwges, der im April 1926 zwischen Deutschland und find zu nach-
Aerzeichnung in Anwesenheit Stalins.
Noskau, 24.Aug. (DRB.) Der Reichsminister de. Auswärtigen von Ribbentrop hatte gelten nachmittag im Beisein des deutschen Vol- fchslers in Moskau Graf von der Schulen- t) rg eine dreistündige Unterredung Jv den Herren W 0 l 0 t 0 w und Stalin. Der J.chsaußenminister hat sich gestern, 22 Uhr, erneut zv Fortsetzung der Besprechungen in do Kreml begeben. Die Verhandlungen haben mit frei (Einigung über einen Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der UdSSR, ge- W?l, der von dem Herrn Reichsauhenminister und Hern Wolotow in Anwesenheit des Herrn Stalin mii des deutschen Botschafters gezeichnet wurde.
Oer Wortlaut des Vertrages.
Bei Vertrag hat folgenden Wortlauf:
Aichtangriffsvertrag Mischen Deutschland und der Union bttr Sozialistischen Sowjetrepubliken.
Vie deutsche Reichsregierung und die Regierung br Union der SSR.» geleitet von dem Wunsche,
erscheint füglich, außer sonntags und Feiertags
Die Illustrierte stießener Familienblätter j eimat im Bild • DieScholle Momttr-Vezugspreis:
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Reue lleberraschung in London.
London, 24. August. (DNB. Funkspruch.) Die schnelle Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes zwischen Deutschland und der UdSSR, ist in der englischen Oeffentlichkeit wieder eine Ueberraschung. Während sich die Frühausgaben der Zeitungen noch zum Teil der Hoffnung Hingaben, daß es bei den Besprechungen in Moskau doch noch zu Schwierigkeiten kommen könnte oder daß zum mindesten der Pakt so ausfallen würde, daß weitere Militärverhandlungen möglich wären, müssen dieselben Blätter schon in ihrer späteren Ausgabe die Unterzeichnung des Paktes melden. Wie stark der Eindruck ist,' den die Unterzeichnung heroorgerufen hat, zeigt die Tatsache, daß die Blätter in größter Aufmachung den Abschluß melden. Besonders heben die Zeitungen die Anwesenheit Stalins bei der Unterzeichnung des Paktes hervor.
Paris noch nichi informiert.
Paris, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die PariserFrühpresse hat, mit Ausnahme der royalistischen „Action Fran?aise" noch kerne Kenntnis von dem Abschluß der Besprechungen und der Unterzeichnung des lOjahngen Nichtangriffspaktes. Die Blätter beschränken sich daher auf die Wiedergabe der Moskauer Meldungen und stellen mit voreiliger Schadenfreude fest, daß die Unterredung zwischen Reichsaußenmrnrster von Ribbentrop und Molotow länger gedauert habe, als man in Paris angenommen habe. So schreibt bas „Journal", es wäre nicht überraschend, wenn die
Danzig. 24. Aug. (DNB..Iunk,pruch > Palen Hai wieder einen neuen Beweis geliefert, dah e> die Abficht hat. die in Danzig unfähigen Polen anf illegalem Wege zu bewaffnen. Wie der „Danziger Vorposten' meldet, befchlagnahmte d.e Danziger Polizei am Mittwoch einen a s Le^ b e n s m i l l e l - T r a n s p 0 r l d e f I a ri e t f n polnischen Eisenbahnwaggon, der ans- schliehlich mit Kisten voll m » Ni lio««" Kriegsmaterial beladen war. Vach Wscr lleberprüsnng wurden in dem Waggon 20 Kislen mit Gewehrmunition, 200 Stahlhelme. 300 ®us- masten, 10 Kisten Granatzunder 2 l Kisten mit Atatterminen. Sprengkapseln, Maschinengewehr- ersahleilen und Sauerslossapparalen, dazu Sauer- slossslaschen seslgestelll. 3m Zusammenhang mit Oer Beschlagnahme des Waggons wurden mehrere Der- Haftungen vorgenommen.
Der verdacht, daß die in Danzig ansafstgen Polen illegal von Polen bewaffnet wurden, besteht seit
europaabteilung Alexandrow. Von deutscher Seite war der Reichsauhenminister begrüßt worden durch den deutschen Botschafter in Moskau, ®ra« f e n von der Schulenburg, den Militärattache, Generalleutnant Köst ring, und den Marineattache, Fregattenkapitän von B a u m ° bad). Auch der italienische Botschafter Rosso und der italienische Militärattache, Oberst Valfrä di B o n z o, waren zur Begrüßung auf dem Flugplatz erschienen. Nach erfolgter Vorstellung hatte sich der Reichsaußenminister in dem von der Sowjetregierung zur Verfügung gestellten Kraftwagen in das für ihn bereitgestellte Gebäude der Deutschen Botschaft begeben.
Mbmirop meldet dem Zührer den PM-Adschluß.
Berlin, 24. Aug. (DRV.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop meldete am 24.August um 1 Uhr, dem Führer den Abschluß des deutsch-sowjetischen Richtangriffspaktes. Der Reichsaußenminifter wird fich heute um 13 Uhr im Flugzeug von Woskau nach dem V e r g h o f begeben, um dem Führer Bericht zu erstatten.
Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: Yrühlsche Univerfilätrdntckerei R.Lange in Gietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: §chulftratze 7
Will Polen vollendete Tatsachen?
Don unserer Berliner Schriftleiiung.
Die Beschleunigung der polnischen Kriegsvorberei- tungen, die jetzt in wilder Hast getroffen werden, die Massierung polnischer Truppen im Grenzgebiet, die Feuerüberfälle wildgewordener polnischer Flakartilleristen auf deutsche Verkehrsflugzeuge, die heimliche Bewaffnung der Polen in Danzig — das alles läßt einen höheren Befehl und den Willen zur Provokation überdeutl.ch erkennen. Mehr noch: es geht aus diesen Uebergriffen militärischer Natur hervor, daß Polen offenbar die alte Praxis der vollendeten Tatsachen wieder aufnehmen will, die es in so unheilvoller Weise schon einmal bei der Eroberung Wilnas und bei dem ukrainischen Feldzug geübt hat. Doch ollen diesmal nicht Kiew und Kowno, sondern Danzig und Königsberg die entsprechenden Ziele sein. Denn nichts anderes bedeutet die Be- chießung deutscher Verkehrsflugzeuge und der militärische Aufmarsch gegen Danzig, als die Probe aufs Exempel, als den ersten waghalsigen Versuch, Danzig zu überrumpeln, Ostpreußen vom Reiche zu trennen und durch solchen Ueber- raschungscoup die westlichen Einkreisungsmächte zum Eingreifen zu bewegen. Und nicht anders läßt sich diese wahnsinnige Herausforderung erklären, als daß die maßgebenden Stellen Warschaus in völliger Verblendung den jüngsten eng- lichen Ermunterungen größeren Wert beigelegt haben als der Lehre, die ihnen durch die deytsch- rufsische Verständigung erteilt wurde.
Die jetzige Zuspitzung der Lage im deutschen Osten, die dringend einer Revision bedarf, ist deshalb auch auf das englische Schuldkonto zu setzen. Die Chamberlain-Regierung hat es leider nicht mit dem ersten, vor Monaten ausgestellten Blankoscheck bewenden lassen, sondern den Freibrief für den polnischen Chauvinismus gewissermaßen noch erneuert, nachdem ihr der bevorstehende Abschluß des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes bekannt geworden war. Das heißt, England hat seinen damaligen Fehler wiederholt, es hat die polnische Begierde nach reichsdeutschem Besitz und Gebiet erneut ausgestachelt. Das geschah durch die Versicherung, England werde — unberührt durch die weltpolitische Wendung der deutsch-russischen Verständigung — seinen ein gegangenen Verpflichtungen in jedem Falle treu bleiben. Das geschah auch durch die „moralische" Rückendeckung, welche die englische Hetzpresse der jetzigen polnischen Kriegspanik gegeben hat, indem sie die maßlosen polnischen Uebergriffe und Eroberungspläne leugnete, um statt dessen die „besonnene und feste Haltung Warschaus" in den höchsten Tönen zu preisen.
Mit wichttgtuerischer Miene haben die Tintenkulis der Einkreisung noch gestern geschrieben, daß England sich — natürlich um der allmenschlischen Freiheitsideale willen — jeder Drohung oder Anwendung von Gewalt widersetzen werde. Aber im gleichen Atemzuge trieben diese Heuchler ihren polnischen Kettenhund zu neuen bestialischen Attacken gegen das Deutschtum llnd gegen das Deutsche Reich an, denn sie mußten wissen, daß auch die leiseste Rückenstärkung bei den tollwütigen Polen sofort in maßlose Ausschreitungen umschlagt. Wir wollen nicht versäumen, diese Zusammenhänge in entscheidender Stunde klarzustellen. Wenn heute in unerträglichem Maße Gewalt angedroht und angewandt wird, so ist dafür auch die englische Staatsführung mit verantwortlich. Es liegt also nicht den Engländern, sondern tausendmal mehr den Deutschen ob, sich gegen fremde Gewaltsamkeiten zur Wehr zu setzen. Die Schaffung vollendeter Tatsachen im deutschen Osten wurde von uns jedenfalls nicht geduldet werden. H. Ev.
Deutsche Verkehrsflugzeuge von den polen beschossen.
Danzig, 23. August. (DNB.) Das deutsche Verkehrsflugzeug D-Apup „v. Bieberstein", das am Mittwoch 12,02 Uhr vom Flughafen Tempelhof nach Danzig und Komgs- berg abgeflogen ist, wurde auf dem Flug nach Danzig um 14.28 Uhr außerhalb des polnischen Hoheitsgebiete s in der Nahe der Danziger Grenze von polnischer Flak b e s ch o s s e n. Wie der Pilot des Flugzeuges, tflug- kapitän Gutschmidt, mitteilt, sind die Geschosse m unmittelbarer Nähe rechts und links von der deutschen Derkehrsmaschine krepiert. Ebenso wurde das dreimotorige Großflug ze u 9 - AB H r‘
der Deutschen Lufthansa am MttwochnachnNttag
Artikel V.
^alls Streitigkeit oder Konflikte zwischen den rrragschliehenden Teilen über Fragen dieser oder imr Art entstehen sollten, würden beide Teile bei' Streitigkeit oder Konflikte ausschließlich eii: dem Wege freundschaftlichen Wel- imn gsausfausches oder, nötigenfalls durch Lti'lichfungskommissionen bereinigen.
Artikel VI
ter gegenwärtige Vertrag wird aus die ioei er von zehn Jahren abgeschlossen mit dc Waßgabe, daß, soweit nicht einer der oertrag- fotehende Teile ihn ein Jahr vor Ablauf dieser Fick k ü n d i g f, die Dauer der Wirksamkeit dieses Tu rages automatisch für weitere fünf re als verlängert gilt.
Artikel VII.
ter gegenwärtige Vertrag soll innerhalb mög- kh'i kurzer Zeit ratifiziert werden. Die Rati- Mionsurkunden sollen in Berlin ausge»


