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Aufruhr im Mälar-Klub Don Ellen Aram.

Bekanntmachung.

Nachdem die Zustellung der Bescheide über die Kanal», Straßenreinigungs» und Müllabsuhrgebühren für das Rj. 1939 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, wird als Tag, an dem diese Bescheide als zugestellt zu gelten haben, der 22. Juli 1939 festgesetzt.

Adreßbuch

Stadtkreis und Landkreis Gießen 1939

In der Zeit vom 24. bis 26. Juli 1939 liegen zu jedermanns Einsichtnahme offen:

Abschnitt IV: Handels- und Gewerbeverzeichnis, ferner die Jubiläums-Tafel, von Handels-, Gewerbe- und Geschäfts-Unternehmungen, die über 100, 75, 50, oder 25 Jahre bestehen.

Die zuständigen Firmen und llnternehmungen usw. werden um Prüfung der Einträge aus Dichtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und llnrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.

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der: das hatte niemand erwartet, dann brach der Sturm los.Fabelhaft! Ungeheure Konzenttattons- kraft! Unglaublich!" so rief man durcheinander.

Nur der Baron behielt feine Ruhe, verbindlich lächelnd sagte er:Darf ich nun die Wettsumme einkassieren?" v. ,

Alles lachte, aber bereitwillig füllten die Herren, die verloren hatten, ihre Schecks aus und über­reichten sie dem Baron. Nicander steckte sie sorg- fältia ein und meinte:Nun find Sie ungläubiger Thomas wohl geheilt?" Dann verabschiedete er sich und verließ den Mälar-Klub.

Am anderen Morgen suchte Lengard seinen Freund, den berühmten Kriminalisten Per Ling, auf und trug ihm den Fall vor. Per Ling war ebenfalls der Ansicht, daß es sich um einen rassl- werten Schwindel handle, doch meinte er:eo leicht wird es nicht sein, den Baron zu überfuhren. Schicke mir doch bitte das Protokoll, das ihr über die Wette ausgenommen habt, und lade den Baron für nächste Woche noch einmal zu einem Experi­ment. Gib an, ein spleeniger Engländer wolle sich selbst überzeugen, und biete in dessen Auftrag eine hohe Wette an, dann wird er schon anbeißen und die Sache'noch einmal vorführen, ich spiele dann den Engländer.

Wieder war alles im Klub versammelt, und Len­gard hatte Ling, der im Klub nicht bekannt war, als Lord Emerson eingeführt. Der Lord sagte zu Nicander:Lieber Baron, ich mochte selbst dieses Experiment sehen, ich wette 20 000 Kronen, daß es nicht gelingt, ich glaube nicht daran, es kann ein Zufall gewesen sein. Ich stelle aber die Bedingung, daß ich selbst die Dame anrufen kann, damit keiner­lei Beeinflussung möglich ist."

Der Baron war einverstanden. Die Sitzung be­gann. Diesmal dauerte es nur zehn Minuten bis Nicander das Zeichen gab. Fünf Minuten spater trat Lord Emerson ein und nannte Herz Bube. Nicander erbleichte, sprang auf und wollte sich ent­fernen. Emerson aber wies sich als Inspektor Ling aus und erklärte den Baron Nicander für verhaftet.

Alles rief aufgeregt durcheinander.Wie ist denn das nur möglich?" fragte Runeberg verstört.

Ach, sehr einfach", erklärte Ling.Nicander ar­beitet mit dem sogenannten Zeittrick. Ich habe das Protokoll der Wette durchgelesen. Dabei fiel mir auf, daß die Sitzung um 7.30 Uhr beginnen sollte. Nicander machte einen Einwand, daß alle An­wesenden sich davon überzeugen sollten, daß die Karten auch unversehrt seien. Das machte mich stutzig, denn das konnte ihm doch egal sein. Ich forschte nach, und nun glaubte ich den Trick erkannt zu haben: Acht Uhr ist die Stichzeit, von da ab haben je zwei Minuten ihre Karte. Zum Beispiel: 8.02 Uhr Kreuz-As, 8.04 Uhr Pik-As, 8.06 Uhr Herz-As usw. Nicander konzentriert sich immer so lange, bis die Zeit, die zur Karte paßt, heran­gekommen ist, dann gibt er das Zeichen. Das dauert höchstens zwei Minuten. Da ich den Trick erriet, stellte ich die Verbindung nicht her, sondern wartete fünf Minuten. Dadurch bekam ich die Karte ge-

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erinnert seine Mitglieder hierdurch an den Besuch der am Montag.dtB 24. Jnli 1939, 20.18 Uhr, im Bold Hindenburg stattfindenden goe«D

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Es herrschte senkrechtes Wetter in Stockholm, das heißt: es regnet. Aus diesem Grunde war auch der Mälar-Klub stark besucht. Ein lebhaftes Gespräch war im Gange, jeder gab ein besonders spannendes Erlebnis zum Besten. . ,

Wie es kam, wußte spater niemand mehr zu sagen, jedenfalls war man auf einmal bei dem ThemaGedankenerraten" angelangt und machte mehr oder minder spöttische BemerkungenDas ist ja alles Humbug", behauptete Thorsten Lengard, Bluff, nichts als Bluff!" . . ~

Da mischte sich Baron Er.k Nicander m das Ge­spräch. Er war heute zum ersten Male tm Klub, als Gast eingeführt. Niemand kannte ^n recht. Mein lieber Herr Lengard", sagte er,Sie mögen olche Dinge bezweifeln, ich aber erkläre, daß eine Gedankenübertragung auch in die Ferne möglich ist. Man muß nur einen starken Willen, die erforder­liche Konzentration und ein passendes Medium haben, dann läßt sie sich ohne weiteres durchfuhren.

Ihre Ansicht in Ehren, Baron , erwiderte Len­gard,aber solche Ammenmärchen glaube ich einfach nicht' irgendein Trick ist immer dabei."

Nicander lächelte liebenswürdig überlegen unö sagte dann:Ich muß Ihnen widersprechen Len- aard, denn ich selbst besitze diese Fähigkeit und halte jede Wette, daß ich es auch immer wieder jann.

Seien Sie mir nicht böse, lieber Baron , ent­gegnete Lengard,aber ich muß lachen. Wenn man derartige Darbietungen in den Varietäs zur Unter­haltung bringt, ist das etwas anderes, aber ernst­haften Menschen aui nüchternen Magen so etwa- einreden zu wollen, ist etwas starker Tabak.

- Die anderen Klubmitglieder waren aufmerksam geworden und hatten sich um die beiden Streithahne versammelt. Jetzt sagte Birger Runeberg: ."Nehmen wir doch den Baron beim Wort! Er hat eine Wette anqeboten, ich setze 2000 Kronen, daß er bei sorg­fältiger Ueberwachung seine Gedanken Nicht über­tragen kann!"

Die anderen Klubmitglieder versprachen sich einen unterhaltsamen Abend und stimmten freudig zu.

Gut", sagte Baron Nicander,ich halte Die Wette. Beteiligt sich sonst noch jemand?'

Noch weitere zehn Klubmitglieder, darunter auch Lengard, nahmen mit je 2000 Kronen an der Wette teil.Wie wollen Sie das Experiment durchfuhren, Baron?" fragte Lengard -skeptisch. .

L) ganz einfach", erklärte Nicander,Sie ziehen aus einem Spiel Karten eine Karte, zeigen sie mir, und ich gebe Ihnen die Telefonnummer der Dame, die für mein Experiment empfänglich ist. Dann ver­tiefe ich mich und sende meine Gedanken aus. Wenn es so weit ist, gebe ich ein Zeichen, Sie rufen das Medium an und lassen sich die gezogene Karte nennen." r . _

Einverstanden!" sagten Lengard und sein Freund Runeberg.Aber wir müssen erst noch Vorkehrun-

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namtt, die entsprechend der Zett des Anrufs bttm war das ist der ganze Trick!

Meine Anerkennung , lächelte er Nicander zu. er ist wirklich gut leider aber für Sie zu Ende."

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gen treffen, daß keinerlei Trick möglich ist." Lengard führte aus:Wir werden es fo machen

daß Runeberg die Karte zieht, |ie Nicander und mir zeigt und sie dann mit der Bildseite nach unten 7uf dem Tisch befestigt, damit sie kein anderer er­nennen kanm Unser Schriftführer, der den ganzen Vorgang protokolliert, geht dann auf das Zeichen Nicanders ans Telefon und laßt sich ^e Karte nennen. Den Namen der Dame und tue Telephon­nummer müssen Sie uns aber sofort geben, Baron, damit nicht etwa durch Buchstabenveranderung im Namen, wie man das so gern bei Vanetetncks macht, die Karte verraten werden kann." . ,

Einverstanden", sagte der Baron lächelnd,doch auch ich habe eine Bedingung: Der Konnex mit dem Medium läßt sich nur verhältnismäßig kurze 2eit aufrechterhalten. Es ist daher notwendig, daß der Anrufende sich bereits am Telephon befindet, wenn ich das Zeichen gebe, so daß der Anruf um­gehend erfolgen kann." _.

Ebenfalls einverstanden", erklärt Lengard.Die Telefonzentrale befindet sich im Vorzimmer des Klubraums. Unser Schriftführer Thorild wird sich bei Beginn der Sitzung dort an den Apparat setzen. Sie brauchen dann nur, nachdem die Gedanken­verbindung mit Ihrem Medium hergestellt ist, aus den roten Knopf des Haustelefons, das hier neben Ihnen steht, zu drücken. Thorild erledigt dann sofort den Anruf..." Lengard ließ nun vom Klubdiener ein neues Spiel Karten kommen und wollte es schon aufreißen, als Nicander Einspruch schob. Er sagte:Erst sollen sich alle Anwesenden überzeugen, daß die Karten unversehrt sind."

Nachdem dies geschehen war, riß Lengard das Paket auf, entnahm ein Spiel Karten, und Rune­berg zog eine daraus. Er zeigte sie Lengard und dem Baron, dann befestigte er sie mit der Bildseite nach unten auf dem Tisch. Darauf bat der Baron um Ruhe und, seine Taschenuhr vor sich auf den Tisch legend, sagte er:Es ist jetzt genau 7.55 Uhr; es ist möglich, daß ich die Verbindung mit meinem Medium sehr schnell Herstellen kann, es kann aber auch längere Zeit dauern. Ich bitte daher, die Ge­duld nicht zu verlieren." Dann stützte er den Kops in die Hände und konzentrierte seine Gedanken.

Eine halbe Stunde mochte so vergangen sein, da fingen einige Klubmitglieder an zu witzeln. Sofort fuhr Nicander auf:So kann ich mich nicht konzen­trieren, ich muß unbedingte Ruhe haben, manchmal dauert es eben ziemlich lange, bis mir der Kontakt gelingt!" .. .Wieder vertiefte er sich, und plötzlich gab er das verabredete Zeichen.

Zwei Minuten später trat Thorild ms Klub- zimmer und verkündete, daß die Karosieben als die gezogene Karte bezeichnet worden sei... Unter atemloser Spannung wurde die Karte vom Tisch gelöst und herumgezeigt. Es war die Karosleben. Doller Verblüffung starrten alle auf Baron Nlcan-

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Wetterbericht

An der Südseite eines ausgedehnten Tiefdruck, systems über Nord- und Ostsee wird Mitteleuropa von kühlen Meeresluftmassen überflutet, wobei i8 allgemein zu Niederschlägen in Form von Schauern kommt. Die lebhafte westliche Strömung wird noch weiter bestehen bleiben, so daß nicht mit dem Auf. kommen beständigen Wetters zu rechnen ist.

Vorhersage fürDienstag: Uebermtegenb bewölkt und zeitweise auch noch Regen, kühle fiid. westliche bis westliche Winde.

Vorhersage für Mittwoch: Weiterhin unbeständig und kühl.

Lufttemperaturen am 23. Juli: mittags 18,5 Grad Celsius, abends 14,5 Grad; am 24. Juli: morgens 13,4 Grad. Maximum 20,1 Grad, Minimum heut« nacht 12,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 23. Juli: abends 20,3 Grad; am 24. Juli: morgens 17 Grad. Niederschläge 11,3 mm. - Sonnenscheindauer 4,5 Stunden.

Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slut- schein. Verantwortlich für Politik und die Silber. Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. 93.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadl Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An. zeigen: Theodor Kümmel. T). 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlaa: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugr. preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu> ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste 9lr.4 vom 1. September 1937 gültig.

Arbeitsvergebung.

Für den Neubau eines HJ.-Heirnes sollen die nachstehenden Arbeiten auf Grund der Vorschriften der R.V.O. öffenttich vergeben werden:

1. Kanalarbeiten,

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Die Angebote sind bis zum

Lamstag, dem 29. Juli 1939, vorru. 10 Uhr, auf dem Stadtbauamt Gießen einzureichen, wo mi(6 die Unterlagen zu erhalten sind.

Gießen, den 22. Juli 1939. 507ID

Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt.

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