Ausgabe 
23.12.1939
 
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nchigte und viele nach ihm, gewichen ist. In Ehr­furcht gedenken wir an diesem Tage aller, die zu diesem Großbeuffchlanb beitrugen die in den Wet­tern des polnischen Blitzkrieges iyr Leben verloren oder als unbekannte Kämpfer für die Idee Deutsch­lands in den Tod gingen. Sie leben in uns fort, sie machen das deutsche Reimgungswerk, das dem Osten Europas den Fneden gegeben hat, zu einer allumspannenden Mission. Nicht, als vb wirbie Welt erobern" wollten, wie die Leute mit dem Ver­sailler Dünkel schmähen. Aber der Sieg eines neuen Geistes, des Geistes des wahren Friedens und der Gerechtigkeit, des fruchtbaren Zusammenlebens aller Nationen, ist das Ziel, für das wir kämpfen.

Starke Einzelmenschen und Völker wachsen mit ihren Aufgaben, wenn die Sturmglocke sie auf die Schanzen ruft, und die ruchlose Art, in der die englische Niedertracht uns auf die Schanzen zwang, fand ein stärkeres Geschlecht der Wehr und Opfer­bereitschaft. Die Ideologie Londons ist die Vernich­tung, die Zerteilung, die Versklavung Deutschlands- ihre Mittel dazu sind Lüae, Gewalt, Brutalität und die Aushungerung wehrloser Frauen, Kinder und Greis« genau wie im letzten uns aufgezwungenen Weltkrieg. Mt gl ei ßne rischen Worten und bösen Untaten wollte man ein gespaltenes Deutschland von 1914 treffen, und tras auf ein Hitler-Deutsch­land, in dem alle Glieder zusammengeschweißt sind durch den Zorn über solche perverse Vernichtungs­wut und vorbereitet gegen den Augenblick des Der­rn chtungsversuches. Das ist der grundstürzend« Un­terschied. Die Illusionswelt der räuberischen Pluto- tratien stößt auf den Willen des deutschen Kriegers, aus seine Selbstverleugnung und Härt«, auf den unerschütterlichen Willen und die Ausdauer zum Siege über das böse Dersaillesprinzip. Was unsere Soldaten geleistet haben und leisten werden, wir all« wissen es: es geschieht für unser Volk und für jeden Einzelnen von uns. Wenn der Feldgraue yinausschreitet vom Lichterbaum, um dem Feind« zu wehren, dann weiß er: er kämpft für das Höchste

auf Erden, für die Sicherheit seiner Nation und für Frieden der deutschen Häuslichkeit, für alles Schöne, das unter dem Lichterbaum sich entfaltet und dessen Leuchten durch die Dunkelheiten der Zeiten siegreich dringt. Kämpfer des Lichtes und der Wahrheit, der Ehre und der Freiheit, das sind wir alle in dieser ehernen Zeit.

Das alte Wort des. Eisernen Kreuzes, das auf so vielen ruhmreichen Fahnen unserer schirmenden

Wehr steht:Gott mit uns T, tebt gerade am Tage der Weihnacht in unseren Herzen. Wir neiaen uns in Ehrfurcht vor der Vorsehung. Mr wissen, sie hat uns den Führer gesandt, als alles ver­zweifelte, und sie wird mit uns sein, da wir den Sieg erkämpfen wollen, den Sieg, der ein besseres Europa an die Stelle des versunkenen, haßerffill- ten, krämerhörigen Festlandes setzen wird. E. S.

Weihnachten im Rundfunk.

Generaloberst von Brauchitsch und Rudolf Heß sprechen am Heiligabend.

Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Rundfunk be­schert seinen Hörern ein buntes Weihnachtspro­gramm. Sendungen für die Familie und die Heimat wechseln ab mit solchen für die Front und für die rückgeführten deutschen Volksgruppen.

Am Heiligen Abend, Sonntag, 24. Dez., spricht um 14.15 Uhr der ehemalige Senator der deutschen Volksgruppen in Polen und Führer der Iungdeutschen Partei, Parteigenosse Wiesner, von 15.30 Uhr bis 16 Uhr wird aus Weimar die Weihnachtsfeier der evakuierten Fa­milien des West wallgebietes übertragen, der sich die Uebertragung der ReichssendungS o l - daten-Weihnacht Dolksweihnacht" anschließt. Am Schluß dieser Sendung spricht gegen 18 Uhr der Führer der deutschen Volksgruppe in Lettland, ^-Standartenführer Dr. Kröger, einen Weihnachtsgruß an die umgesiedelten Balten- deutschen. Don 18.30 bis 19.30 Uhr bringt der DeutschlandsenderGroßdeutschlands Weih­nachtsglocken", deutsche Dome läuten die Hei­lige Nacht ein. Um 19.30 Uhr hält der Oberbefehls­haber des Heeres, Generaloberst von B r a u chitsch, eine Weihnachtsansprache an die deut­schen Soldaten. Die Ansprache des Stellver­

treters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, wird um 21 Uhr aus Wilhelmshaven über alle deutschen Sender und den deutschen Kurzwellen­sender übertragen.

Am ersten Weihnachtsfeiertag spielt um 8.30 Uhr Professor Günther Ramin, der neue mannte Kantor der Thomaskirche in Leipzig, Orgelwerke von Dach, Reger und Brahms. Um 15 Uhr bringt der Deutschlandsender sein« Sendung Die l u st i a e n Siebe n", Iunamädel singen und erzählen für die Soldaten. Abends um 19 Uhr beginnt die SendereiheFeldzug in Pole n", ein Rückblick auf den Heldenkampf des Heeres mit einer Auswahl der besten Kampfberichte. Das Manuskript schrieb Dr. Rolf Bathe. Am Abend sendet der Deutschlandsender von 21 bis 23.15 Uhr einDeutsch-italienisches Austausch- konze rt", in dem Margarethe Teschemacher, Helge Roswaeng«, Hans Hermann Nissen und Toti dal Monte singen.

Der zweite Weihnachsfeiertag bringt nachmittags dasWeihnachtswunschkonzert für die Wehrmacht" und abends die Sendung .Luft­krieg in Polen".

Wir gewinnen den Krieg."

Eine Weihnachisansprache von Neichsminister Nr. Goebbels an Deutsche aus dem Baltikum und Rückgeführte von der Gaar.

E>A an allen Fronten.

Vorbildliche Einsatzbereitschaft in der Wehrmacht anerkannt.

Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt.

Der nationalsozialistische Staat duldet kein Schiebertum.

heute ihre letzte Hoffnung darauf, das national- sozialistische deutsche Volk vom Führer zu trennen oder es doch zu zerspalten. Es wird chnen diesmal so wenig gelingen, wie es chnen damals gelungen ist. Wir kennen sie, und das deutsche Volk kennt sie auch. Ihr Lügengestammel prallt wirkungslos an der Geschlossenheit der deutschen Nation ab. Sie werden nicht noch einmal wie 1918 einen Sieg der Täuschung erleben.

3n dieser inneren Verfassung begehen wir das Weihnachtsfest 1939. Wir feiern es in einer Entschlossenheit. Der Sieg wird unser sein. Das hoffen wir nicht nur, das wissen wir auch. Dieses Weihnachten begehen wir mit jener tiefen inne­ren Gläubigkeit, die immer noch die Voraus­setzung des Sieges war. Wir lassen es trotz allem erst recht nicht an jenem Optimismus fehlen, der nötig ist zum Leben und zum Kämpfen. Nicht Schmerz und Iraner bewegen uns in diesen Tagen, sondern Stolz und Zu­versicht.

Wir fühlen uns als Volk wie eine große brüder­liche Familie und werden entschlossen die notwen­digen Lasten und Opfer des Kampfes und der Arbeit auf uns nehmen. Mit jedem Soldaten sind wir in diesen Tagen auf das Innigste verbunden. Wir ver­sprechen der kämpfenden Front, gewissenhaft darüber zu wachen, daß die Heimat genau so ihre Pflicht erfüllt wie sie. Wo Lasten und Opfer gemildert werden können, haben wir bas getan und werden es auch in Zukunft tun; wo sie unvermeidlich sind, werden wir sie gemeinsam tragen, damit sie leichter werden und jeder im Nebenmann ein Bei­spiel und ein Vorbild erkenne. Dom Frieden aber, der immer noch der Inhalt des Weihnächte- festes war, wollen wir er st nach dem Siege reden. Stellen wir uns bei dieser Kriegsweihnacht fest und geschlossen alle hinter den Führer'und zeugen wir mit ihm in Deutschlands größter und schwerster Zeit für unseres Reiches Zukunft und unseres Volkes Ewigkeit!

ihr getriebene Ertüchtigungsarbeit sich draußen bewährt. Ein SA.-Obertruppführer, jetzt Feldwebel bei einer Infanteri eko m p anre, stellt z. B. fest, daß der SA.-Mann bemjenigen gegenüber hoch überlegen sei, der nicht die vielen Sonntags- und Abendstunden mit Hebungen für das SA.-Wehr- abzeichen im Gelände Angebracht habe.In meinem Zuge", schreibt er,vollzieht sich geradezu ein Wun­der. Ich brauche kaum noch zu befehlen, die Män­ner kennen mich, sie leben mit meinen Gedanken mit, ein Wink genügt und es geschieht so, rote ich es mir denke."

Die Frag« der vormilitärischen Wehr­erziehung beantwortete Obergruppenführer Suttner dahingehend, daß die Anzahl der Frei­willigen sich täglich steigere. Die Freiwilligen wer- den jahrgangsweise jeweils an verschiedenen Sonntagen oder Abenden in der Woche zum Dienst eingeteilt, so baß der einzelne in seiner beruflichen Tätigkeit nicht behindert wird. Verbin­dungsoffiziere der Wehrmacht besuchen häufig die Ue'bungsftunben.

Berlin, 22. Dez. (DNB.) In diesem Jahre hatte Reichsminister Dr. Goebbels Männer, Frauen und Kinder von Rückgeführten aus dem Saargebiet und Deutsche aus dem Balti­kum und Wolhynien im Theatersaal des Reichsmimsteriums für Dolksaufklärung und Pro­paganda zu einer Weihnachtsstunde eingeladen. Unter dem Schein« des Lichterbaumes leuchteten bald die Augen der Gäste. Insbesondere dort, wo die Kinder Platz genommen hatten, herrschte nach kurzer Zeit fröhliche, unbekümmerte und kirchliche Welhnachtsfteude. Auch die Erwachsenen, deren Heimat ost viel« Hunderte von Kilometer voneinan­der entfernt liegt, hatten bald kameradschaftliche Fühlung miteinander genommen. Dr. Goebbels mit seiner Frau und seinen Kirchern wurde bei feinem Eintreten freudig begrüßt. Ein Pastoral« aus dem Weihnachte -O rato rium von Johann Se- bcvsttan Bach leitete die Stunde ein. Dann sang ein Kinberchor weihnachtliche Lieder, und di« Hohen- fteiner Puppenspieler führten ein lustiges Kasperle- Theater auf. Dann erschien der Weihnachts­mann in höchsteigener Person und lud die Kinder und Erwachsenen zur Bescherung in den Kurfürsten­saal des Ministerrums. Wohl selten hat hier solch ein Jubel und so fröhliche Begeisterung geherrscht, wie jetzt, als di« Kinder aus der Hand von Dr. Goebbels ihre Weihnachtsgeschenke erhielten. Im Mittelpunkt der Weihnachtsfeier stand die An­sprache von Dr. Goebbels, in der er u. a. folgendes ausführte:

In diesem Jahre feiern wir ein ernsteres Weihnachten als in den vorangegangenen Jah­ren des nationalsozialistischen Regimes. Es ist ein Kriegsroeihnachten, ein Weihnachten der geschlossenen und entschlossenen Bereitschaft eines ganzen Volkes. Keiner kann sich der Last, die ein Krieg nun einmal -mit sich zu bringen pflegt, ent­ziehen, und man darf wohl auch sagen: keiner will das mehr. Das deutsche Volk ist erst recht in diesen wenigen Kriegsmonaten eine Gemeinschaft der Brüderlichkeit und der Zusammengehörigkeit ge­worden. Vielfach wird bas im Auslande gar nicht richttg erkannt und eingeschätzt. Denn wie sollte man es sich sonst erklären, daß in den feindlichen Ländern immer wieder Versuche gemacht werden, das deutsche Volk vom Führer zu trennen? Demgegenüber rön­nen wir zu unserer Freude und zu unserem Stolz feststellen, daß die nationale Solidarität bei uns noch niemals so stark und so für jedermann verpflichtend gewesen ist wie gerade in dieser Zeit, in der alles darauf ankommt, daß die deutsche Nation in Einig- keit und Entschlossenheit den kommenden Ereignissen gegenübertritt.

Daß diese Ereignisse von uns den Einsatz der ganzen Nation erfordern werden, ist für jeden klar, der offenen Auges die Lage überprüft. Vielfach allerdings wird das bei den Anbelehr- baren noch gar nicht richtig erkannt. Sie wollen nicht einsehen, daß Krieg Krieg ist, wo und mit welchen Mitteln er auch immer geführt wird. Es wäre für unser ganzes Volk verhängnisvoll, wenn wir uns darüber irgend einer Täuschung hingeben wollten. Deutschland führt heute einen totalen Krieg, der Front und Heimat, wenn nicht mit denselben Opfern, so doch mit denselben nationalen Verpflichtungen umfaßt.

Es geht in diesem Krieg um unsere nackte Existenz. Immer klarer wird das aus den Zeugnissen, die aus London und Paris zu uns herüberdringen, sichtbar. Wenn in den ersten Wochen dieses Krieges die maß- gebenden englischen Politiker noch versucht haben, oem deutschen Volke einzureden, sie führten nur Krieg gegen den Hitlerisrnus, ohne dem deutschen Volk Schaden zufügen zu wollen, so machen sie heute fein Hehl mehr daraus, daß es ihr Ziel ist, Deutschland niederzuschlagen, es als Nation zu zerstückeln und aufzuteilen und damit in politische und wirtschaftliche Ohnmacht zurückzu­werfen. Es handelt sich also nicht etwa um eine Art Kartoffelkrieg, den Deutschland heute führt, und es geht auch nicht um präzise Fragen von mehr oder minder großer Bedeutung. Im Gegenteil, in diesem Krieg wirb bie geschichtliche Entschei- düng über unser zukünftiges natio­nales Schicksal gefällt Wir müssen entweder als Großmacht abdanken und als Volk zugrunde gehen, ober wir gewinnen diesen Krieg.

Es ist dabei auch für unsere nationale Zukunft ziemlich unerheblich, wer im einzelnen auf her Gegenseite diesen Krieg gewollt hat und ob bas englische oder bas französische Ddlk ihn gern und

mit Freuden führen ober nicht. Sie führen ihn, bas P ausschlaggebend. Es ist auch ein Irrtum anzunehmen, bie Kriegshetze rcligue etwa in Paris wolle uns mehr schonen als bie in London. Die eine ist in ihren offen verlautbarten Zielen genau so brutal und zynisch wie die andere. Das heißt also, die plutokratische Welt hat sich in ihrer Gesamtheit gegen das deutsche Volk in feiner sozialen Gemein­schaft erhoben uni) will es niederschlagen und ver­nichten.

Dir aber sehen uns dagegen zur Wehr und zwar als geeintes Volk; denn wir wissen dleses- mal, worum es geht. Bei uns hat der Krieg nichts mit einer kapitalistischen Führungsschicht zu tun. Lr ist ein Volkskrieg in des Wortes wahrster Bedeutung. Das deutsche Volk seht sich deshalb auch in seiner Gesamtheit gegen diese internationale Bedrohung zur Wehr und zwar verteidigt es nicht nur seine Ehre, seine geistige Welt, seine sozialen Vorstellungen und Errungenschaften oder seine soziale Gemein­schaft: nein, es verteidigt sein Leben!

Die Mächte und Kräfte, bie uns heut« gegenüber- treten, haben uns seit jeher in unserem Kampf gegenübergeftanben. Es sind bie des Rückschrittes, der plutokratischon Ausplünderung des arbeitenden Volkes, der Anhäufung riesiger Vermögen, gepreßt aus dem Elend der unterdrückten Nationen. Mr unterschätzen di« Träger dieses Kampfes auf der Gegenseite nicht. Mr kennen auf das Genaueste ihre Hilfsmittel und ihre Methoden. Sie kommen zu uns mit verlogenen Phrasen, aber sie sind rei­sende Wölfe. Weil wir sie kennen, deshalb über- ch ä tz e n wir sie jedoch auch nicht. Sie werden allen, wenn wir chnen mit der geballten Kraft unseres Neunzigmillionenoolkes gegenübertreten. Mr haben sie vor sieben Jahren zusammengeschla­gen, als sie uns in unserem innerpoMscheu Kampf von der Macht zurückstoßen wollten. Und wie sie damals ihre letzt« Hoffnung darauf setzten, die nationalsoziMstische Bewegung vom Führer zu trennen ober sie doch zu zerspalten, so setzten sie

Berlin, 22. Dezember. (DNB.) Der tEfyef des Hauptamtes Führung der Obersten SA.-Führung Obergruppenführer I ü 11 n e r berichtete im Rund­funk Über Einsatz und Arbeit der SA. an den Fronten des Ärieges. Er konnte dabei u. a. daraus Hinweisen, daß bei der Obersten SA.-Führung nach wie vor zahlreiche Gesuche einlaufen, in denen die noch in den Heimattruppenteilen oder an der Hei­matfront diensttuenden SA.-Männer dringend bit­ten, ihren Einsatz im Feldheer zu ver­anlassen. Größte Teile der SA. stehen bereits dort, wo bie Waffen sprechen. Mit den Männern haben die Führer der Gruppen, Hauptamtschefs und Amtschefs der Obersten SA.-Führung f a st alle ihre Frvntverwendung. Der Führer selbst hat sich über Einsatz und Haltung seiner SA. eingehend unterrichtet und sich über ihren kämpfe­rischen Geist und ihre vorbildlichen Stiftungen i n anerkennenden Worten geäußert.

Obergruppenführer Iüttner legte an Hand eini­ger Feldpostbriefe dar, wie sehr die der SA. an­erzogene Einsatzbereitschaft und die von

Königsberg L P., 23. Dez. (DNB. Funk- a.) Als Kriegsverbrecher nach § 4 der Volks- ngsoerortmung wurde der 44 Jahre alte Friedrich Rein aus Königsberg vom Sonderge­richt zum Tode und lebenslänglichen Ehrverlust verurteilt. Rem, ein dreizehnmal vorbestrafter Ge­wohnheitsverbrecher war nach zweijähriger Abwe- fenbeit von Ostpreußen zu Beginn des Krieges nach Königsberg zurückgekommen. Gelegentlich einer Reife nach Lyck bemerkte er die durch die vielen Truppentransporte in den Grenzbezirken der Pro- vinz eingetretene Derknappuna der Tabakwaren. Er witterte hier ein gutes Geschäft. Durch allerlei Der-

binbungen beschaffte er sich von einer Zigaretten­fabrik 2,5-Pfenmg-Higaretten, die er durch Fäl­schung der Banderole zu 4-Pfenmg-Zigaretten machte, ober er kaufte teure Zigaretten, nahm sie aus den Packungen unb füllte 2,5-Pfennig-Zigaret- ten hinein. Auf diese Weis« verdiente er außer der ordnungsmäßigen Verkaufsprovision an jeder Zigarette 1,5 Pfennig. Er hat in der Zeit von Ende September bis in den November hinein nach eigenem Geständnis 25 000 Zigaretten auf diese Weise umgesetzt, die fast ausnahmslos von Wehr­machtangehörigen gekauft und bezahlt wurden. Er hat affo Soldaten, die an der Front ihr Leben einge­

setzt haben, aus selbstsüchtigen Gründen betrogt Der Verbrecher hat sich schon fett 14 Jahren ft oolksschädigender Weise betätigt. Seine erste Strass erhielt er wegen eines ungewöhnlich niederträchtig«, Notzuchtverbrechens, bann würbe er ein rührige Werber für zwei als Ärebitoermittlungsinftituie aufgezogene Schwinbelunternehmen, durch bie den Jahren 1928 bis 1930 zahllose Volksgenosse, um ihre letzten aus der Inflation geretteten Spar, groschen gebracht worden sind. Schwere Strafen konnten ihn nicht hindern, 1936 in Insterburg ein Auskunft-, Inkasso- und Derrechnungsbüro Landwirtschaft, Handwerk, Handel unb Inbustrie" aufzumachen. Unter dieser glanzvollen Firma such« unb fanb er geschäfteunaewanbte kleine Gewerbe, treibenbe in Bayern unb Sachsen, denen er vor- schwindelte, er könne ihnen durch Wechselumschan Kapitalien beschaffen.

Feist von Gestalt, niederttächtig und feige ist Rein der Typ jener Art von Schiebern, die während b« Weltkriegs überall Mißstimmung hervorriefen unb durch ihre gewissenlosen Handlungen nicht zum weni­gen dazu beigetragen haben, daß damals die Inne« Front zerbrach und der Krieg für Deutschland ver­loren ging. Man hat es früher leider verabsäum!, dieses Gesindel unschädlich zu machen. Der heutig Staat hat auf der ganzen Auswirkung ihres Un- wesens die Lehre gezogen und wird unbarmherzig dieses Verbrechertum ausrotten.

VorpostenbootNiver End" von deutschen Flugzeugen versenkt

Amsterdam, 23. Dez. (DNB. Funkspruchs Nach einer Reutermeldung wurde bas eng­lische DorpostenbootRiver End" durch b e uh s ch e Flugzeuge versenkt. Das Boot hab, bereite bie Besatzung des bämschen Schiffe, Bogoe" an Bord gehabt, das auf ein« Mine g* laufen war. Der norwegisch« DampferRogalam' hab« bie Besatzungen beider Schiffe in Norwege i an Land gesetzt. Nach einer Meldung desTel- graaf" hat ein britisches Flugzeug auf offener Se, ein Floß mit Schiffbrüchigen gesichtet. Di« Schiff­brüchigen wurden später gerettet. Sie sollen voi, dem schwedischen DampferLister" stammen, be? gesunken ist. Das Schiff hatte 1362 Tonnen. Du vrttische TankschiffDosinia" (8053 Tonnen) ist n der englischen Ostküste auf eine Mine gelau­fen. 40 Besatzung smitglieder wurden nach der Ex. plosion gerettet. Der dänisch« 1254 Tonnen groß, FrachtdampferI a e g e r b o r g" ist feit beru 14. Dezember überfällig. Das Schiff halb Kopenhagen mit einer Ladung landwirtschaftlich« Erzeugnisse verlassen, ist jedoch bis jetzt noch nidjt in seinem schottischen Bestimmungshafen eingeteof. fen. Nach in Reval eingegangenen Nachrichten M an der norwegischen Küste 13 estnische See­leute von dem DampferU k o" eingettoffen, d« in der Nordsee gesunken ist, ob von der Besatzung derUko" jemand ums Leben kam, ist nicht begannt Das etwa 1300 Tonnen große Schiff hat kürAliL mit voller Ladung die Reise von Schwe<den nadt England angetreten.

Oie3ra/z an der Arbeit.

In England explodieren Postpakete und Briefe.

21 mjt erb am, 23. Dez. (DNB.) Die Tätigkeit den Irischen Republikanischen Armee hu Großbritannien hat in letzter Zeit an Heftigkeit wieder zu genommen. Das geht aus einer Londoner Meldung Des AmsterdamerTeiegraaf" hervor, m der darüber berichtet wird, daß sich die Mitglieden der IRA. vor dem Weihnachtefest die P o st b « triebe Englands für ihre Bombenanschläge« ausgesucht Haven. Allein in Wolverhampton feiern Zwölf Po st beamte, die mit dem Sortierern von Paketen beschäftigt gewesen seien, verwun- d e t worden. In Birmingham seien fünf Bom­ben im Zentrum der Stadt kurz vor Schluß bei Bürostunden der bortlgen Postämter aufgegebem worden, bie im Packraum egplobierten Zn London seien Briefe mit explosiblem Inhalt be­reits in den Taschen der Postbeamtem e x p l o b i e r t, als bie Beamten sich von ber (Ent­leerung der Briefkästen auf dem Wege zu den Post­ämtern befunden hätten. Wie eine Nqchprüfung ei* geben habe, hätten die Briefumschläge Magneflum- puiver und einen mit Säure gefüllten Gummiballom enthalten. In Cardiff habe man auf dm Schwelle eines Hauses ein Postpaket gefunden, bafi nach näherer Prüfung 60 mit Explosivstoffen ge­füllte Stäbchen enthalten habe. Die Ladung fomtin noch rechtzeitig unschädlich gemacht werden. Dm Paketinhalt hätte genügt, um einen ganzen Straßenzug in die Luft zu sprengen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehk" macht hat ben Vizeabrniral Marschall mit Wir­kung vom 1. Dezember 1939 zum Adm iral bt" fordert.

Freitag trafen im Zuge der Aussiedlung bin ersten tausend Volksdeutschen auf» Wolhynien auf dem Bahnhof Pabianice bei« Lodsch ein. Die Rückwanderer wurden im Sam»» mellager untergebracht. Der Leiter der Soltebeut schen Mittelstelle, -Obergruppenführer Lorenz., war zu ihrer Begrüßung anwesend.

Das slowakische Parlament trat am Freitag zu einer Festsitzung zusammen, um durch« Gesetzesbeschluß die Rückgliederung ber vom ehemaligen Polen in den Jahren 1920, 1924 uno» 1938 geraubten Gebiete formell durchzu" ühren. Nach der Annahme des Gesetzes erhoben« ich die Abgeordneten von den Sitzen und fangen >ie Staatshymne.

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In Gegenwart des Kaisers von Japan,, des Chefs des Generalstabes, des Kriegsministertt und aller Kriegsräte wurde beschlossen, die Auf" rüstung ber japanischen Armee auf ein«! neue Basis zu stellen, um der gegenwärtigen Lag«! in Europa und Ostasien mit dem Ziel ber Durch«' führung bes Chinakonflikts und der Neuordnung in* Ostasien gewachsen zu sein.

Oberst Birger Ljungderg ist zum nok" wegischen Verteidigungsminister ev- nannt worden. Ljungberg ist 1884 geboren uni1 war von 1930 bis 1932 Chef der norwegischen. Kriegsschule. Er Hai Stubienreisen in -Belgien,. Schweben unb England unternommen und war an wissenschaftlichen Expeditionen in Südamerika bey teiligt. Don 1924 bis 1927 war er Adjutant des Königs.