248 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzelger für Oberhessen)
Montag, 23. Oktober 1939
ee‘»a«!®ie6en- Rund 500000 Bark im Gau Heffen-Aaffau
Beschirmte und Unbeschirmte. „,K "
Bei der ersten Reichsstraßensammlung 37,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Kreis Wetterau an dritter Stelle.
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Wie eine Operette in Szene gesetzt werden muß, »e alle die Einzelsettoren im D'°I°g, >n der
Tanz in einem Brennpunkt zu sammeln > öcs bewies Harry G r ü n e ke als Spielleiter einem flutenden Leben der Szenen und der auf "alenben Belebtheit der Mafsenauftritte.
Mutung der Einzelpersonen war konsequen
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Sorgfältiger die Zähne pflegen! Chlorodont wirkt abends am besten
Dornotizen.
Tageskalender für TUonfag.
Gießener Stabttheater
Millöcker: „Gasparone".
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..._jem Eifer und restloser Einsatzbereit- chaft haben die Sammler und Geber ihre Pflicht getan. Der Appell des Gauleiters hat feinen Widerhall in der Gebefreudigkeit der Volksgenossen um eres Gaues gefunden. Die Front der Heimat hat bewiesen, daß sie sich der Front am Feind würdig erweisen will. Der Gau Hessen-Nassau kann auf das Ergebnis der 1. Reichsstraßensammlung stolz ' ein.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Zentrale Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Renate tett". — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr im großen Hörsaal der Universität: August Hinrichs liest aus eigenen Werken.
ker an die Biegfähigkeit der jeweiligen Stimmlage anzupassen.
Das vollbesetzte Haus ließ sich von der Aufführung, der im bisherigen Spielplanverlauf besondere Geltung zukommt, mitreißen und brach häufig auf offener Szene in stürmischen Beifall aus. Dr. Hermann Hering.
Göttliche Heiterkeit, eine zärtliche Verzauberung liegt über dem Land am Strom, der trotz seiner Breite und Tiefe an dieser Stelle etwas Verträumtes hat. Lockend hebt er dem blauen Himmel sein Spiegelbild entgegen einem einsamen Baum, den grüne Höhen, zwischen denen weiße Häuser leuch-
An mehreren Stegen liegt in Reih und Glied eine kleine Flotte von Segelbooten. Das möchte td) sehen, wenn sie alle auf dem Strom liegen, mit
schimmernden Segeln sich wiegend, still treibend oder wild vom Wind geritten wie weiße Rosse!
Dann kommt die Wandlung. Die Userwege werden breit und promenadenartig, und auf einmal fließt der Strom zwischen steinernen Mauern, stolz, dunkel, ein königlicher Gefangener. Schwarze Lastkähne ziehen in Reihen hinter Schleppern, die durchdringende Sirenenrufe ausstoßen.
Ich stehe lange auf der berühmten Terrasse, neben vielen anderen Fremden, die ebenso versunken nach den altersdunklen Plastiken auf dem Dach und den Gesimsen der Hofkirche schauen. Im barockverschnörkelten Turm schwingt die Glocke langsam an. Die wilden Tauben stieben in großen Schwärmen davon, als das Geläut anhebt. Wenn man sich umwendet, sieht man zwischen malerischen engen Gäßchen hindurch die mächtige Kuppel der Frauenkirche.
„Eine wunderbare Stadt!" sagte jemand neben mir.
Ich aber rnüß wieder hinabschauen auf den Strom, denn Städte, meine ich, sind nur Töchter der Ströme, des Landes oder des Meeres, gezeugt aus ihrer Kraft, geschmückt mit ihrem Reichtum; Prinzessinnen strahlend im Glanz, der ihnen von königlichen Vätern verliehen ist.
Später gehe ich unter den Bogen der Brücke weiter am Ufer hin. Graue, endlose Häuserreihen der Vorstädte rücken heran, über Lärm und Getriebe des Hafens liegt dennoch ein Hauch von Ro» mantik.
Noch einmal wende ich mich um, sehr zart steht die schöne Silhouette der Stadt in den ziehenden Wolken. .
Frei ist der Strom nun wieder, geruhsam flieht er dahin, flach, still, liegt das Land im milder werdenden Sonnenlicht. Da und dort drehen sich lang- fam schwarze Mühlenflügel. In den Koppeln roei- den bunte Rinder, hier und da auch Pferde. Ein Fohlen legt den Kopf auf die Umzäunung und steht mich aus guten, feuchten Tieraugen an. Landleut« arbeiten in den Feldern. Es ist schon anzusehen, wie sie mit starken, sicheren Bewegungen ihr Werk
Am Himmel beginnt ein sanftes Spiel der Farben, silberschuppig glänzt das Wasser. Ein kleines Segel treibt still der Abendröte entgegen. Wilds Enten stieben schreiend aus dem Schilf und sind im Augenblick verschwunden.
Als die Nebeltiere aus der Erde kriechen und wieder über Strom und Wiesen schleichen, wende ich mich der Landstraße zu, die als ein Zug windgeduckter Bäume sich noch matt vom Himmel ab* hebt.
Nachstehend geben wir das Sammelergebnis der einzelnen Kreise bekannt:
. NSG. Der Erfolg der 1. Reichsstraßensammlung des K ri egs -Winte rhil fsw e r ke s 1939/40 im Gau Hessen-Nassau hat alle Erwartungen weit Übertroffen. Das vorläufige Ergebnis der Sammlung der Deutschen Arbeitsfront beträgt RM. 485239,92 ous bedeutet 37,9 v. H. mehr als die gleiche S a m m l u n a d e s W H W. 1 9 3 8 / 3 9 einbrachte.
Die Blüten öffneten sich in den Wiesen ringsum, als es wärmer wurde, und die Schmetterlinge be-
Alsfeld-Lauterbach RM. 9531,76, Alzey RM. 5355,69, Bergstraße RM. 7058,22, Biedenkopf-Dil- lenburg RM. 14 446,49, Bingen RM. 6900,64, Büdingen-Schotten RM. 6895,60, Darmstadt RM. 20 667,31, Frankfurt am Main RM. 101654,31, Gelnhausen RM. 4828,01, Groß-Gerau RM. 23 803,27, Hanau RM. 18 178,56, Limburg-Unterlahn RM. 12 918,83, Ma in-Obertaunus RM. 17 193,82, Mainz RM. 24 667,61, Oberlahn-Usingen RM. 7111,39, Oberwesterwald RM. 6165,56, Odenwald 16 511,79, Offenbach RM. 63 295,06, Rheingau-St. Goarshausen RM. 12 400,36, Schlüchtern RM. 5337,47, Untertaunus RM. 5581,41, Unter» westerwald RM. 8722,55, Wetzlar RM. 16 614,23, Wetterau R M. 2 8 2 15,54 , Wiesbaden RM. 22 032,76, Worms RM. 19151,68. Gesamtergebnis Reichsmark 485 239,92.
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das Ganze hin abgestimmt, und sichtlich war jeder zum Einsatz schönsten und besten Könnens willig bereit. Eva Eckert gab eine Gräfin Carlotta mit Standesbewußtsein und menschlicher Nähe; mit feinem Empfinden und musikalischem Sinn ließ sie ihren Part zur vollsten Bedeutung ausstrahlen, besonders aber in den Szenen mit Conte Ernunw. Was Ehristoph R e u l a n d schon im „Zigeunerbaron" erkennen ließ, bestätigte sich hier auf® cr” treulichste: ein Sänger mit musikalischem Geschmack und strahlend schöner Entfaltung stimmlicher Hohe, mit einem hohen C, wie man es hier im Gießener Ensemble noch nicht oft in dieser Form gehört hat. Dabei verband er darstellerisches Können mit der stimmlichen Leistung.
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69 preise im GießenerBlumenschmuck-Wettbewerb Oie Preisträger werden heute ausgezeichnet.
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Aus der Wiener Walzerseligkeit des 19. Jahr- stnderts ist Carl Millöcker schwerlich wegzudenken. Ülon seinen Operetten hat neben dem „ Bettel- Menten" der „Gasparone" sich seine Geltung bis )ur Gegenwart behauptet. Ist Johann Strauß in feiner sprühenden, ja, elektrisierenden Art immer Mn einer vornehmen Eleganz erfüllt, so zeigt der ^erettenkapellmeister Carl Millöcker einen mehr volkstümlichen Einschlag. Seine leichte Erfindung ist mit ihrer Melodik ungemein eingängig, schwung- •1U, flüssig, prickelnd, Tanzchythrnen m ihrer ur- chenften Bedeutung und in idealisierter stl'd das Grundelement feiner Musik, neben beacht- liyen lyrischen Einschlägen. Mit schlaglbchtgleichem ilAsleuchten erhellt er die Situationen und vermag dirch eine entsprechende Instrumentierung zu zeicy- uni und zu charakterisieren und so stellenweise Biene und Musik zur Einheit verschmelzen zu ia|= Im. -
.Di- Musik des „Gasparone" erhält durchdi«in vzilien spielende Handlung besondere Mltteukras ur‘b Farbkolorit. Dieser Faktor mag vornehmlich k Anstoß gewesen sein zur Uebernähme der -,^asparone"-Operette in den Tonfilm. $lc Aktion mit dem Schmuggler-Ensemble und ganz anders aber das Finale des ersten Aktes zeh
ilre Triebkraft aus Landschaft und Volkstum;. ja, di: Tarentella im ersten Finale weitet sich in 0 hitzigen Lebenskraft zum Tanz und bei ihrer noa)- miligen Wiederkehr in erhöhter Tonlage ergi 1 ?ii treffendes Beispiel einer überschaumenden, aUe -passenden Stimmung. Der Conte Erwinio a s ver- ineintlicher Bandit Gasparone steht im Angelpunkt d-s Geschehens, seine Duette mit Carlotta werden W besonderen Höhepunkten der Partitur, > Disch ist aber auch das Buffopaar Sora-Benozzo d-Vacht durch den Walzer „Er soll dem Herr sein M das Spielduett mit seinem ^otesk-romant schen Anschlag „stockfinster war die Nacht > ,Dte Emz
Skrsonen finden durch die Musik eigentümlich piägung, wie der Podesta Nasone.
Als eine freudige Überraschung konnte man Herbert Hirche als Gast begrüßen. Mit innerer Lebendigkeit im Spiel, selbst auf die kleinsten Zuge eingehend, mit Pointiertheit im Dialog, mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit in der Behandlung des buffonesken Gefang)tiles bei schöner Farbigkeit des Organes ließ er seinen Cabolena Nasone w einem besonderen Eindruck werden. Trefflich im aeaenfeitigen Eingespieltsein und -m musikalischen Eingehen aufeinander war das Paar ^ora-Benozzo (Frndel Fornallaz und Harry Gruneke) Aus beide konzentrierte sich der Impuls der Handlung und schlug von dort aus seine Kreise Don ganz besow derer Art stellte Walter Erler den Sindulfto dar, zielbewußt ausgerichtet, von bewußter Haltung, abseits von billigen Bühnenscherzen.
Die Chöre waren organisches Bindeglied der Szene, nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern
'. ■ sAf Anteilnahme des Einzelnen an den erforbernm n her Äon. Der beleb«nbe Puls- ah muüfatifdKn wurde rimtungweisend für L » Darstellung, für bas Tänzerische
X »rften ssinale erwies sich fo bie Tanzgruppe m.t
M a a k als bebeutunqsaoller Mitgestalter;
Akt würbe her Walzer stilecht in Be- m zweiten A t wurae ^^gder (Karl Läff-
Stimmungsgebunbenhelt unb l Treue ben Schauplatz b-r Handlung,
euch enken Farben unb szenischer Cinglieb^ mlt WA di- Drehbühne. Dem entsprach
rUn* hS Suntbeü her Kostüme unb bie fein an- B^l-uchtungsführung (Remigius Konen».
unb Netz b-n R"chtum an Melobik l-benbig werbem
Wanderung am Strom...
Von Marianne Schirm.
Die Nebel zerrissen um die Höhen, aber sie lagen noch dicht über dem Strom und den Wiesen und duckten sich nur langsam unter werdendem Licht, als ich aufbrach zu meiner Wanderung * i Strom. Ein dunkles, schweres Fährboot setzte mich über.
Vom andern Ufer sah ich die Sonne aufgehen, und die Nebeltiere verkrochen sich in die Erde. Wiesen und Hänge, der Fluß und der Himmel waren von goldenem Glanz überspannen.
Ein Stück flußabwärts lag ein Lustschloß am Strom. Die grünen Kupferdächer der bizarren Türmchen und Pavillons leuchteten herüber. Zwischen geschnittenen Hecken und samtenem Rasen ahnte ich seltsam verschlungene Wege und bunte Blumenbeete, von denen fremde Düfte aufftieaen. Die breite Freitreppe stieg feierlich aus den Wassern empor: Es sah aus, als griffe der Strom sehnsüchtig nach Schloß und Gärten.
Ein Outenhofener bei der U-Boot-Mannschaft prienS. Zur Besatzung des von Kapitänleutnant Prien geführten U-Bootes, das in der Bucht von Scapa Flow zwei englische Schlachtschiffe torpedierte, gehört auch ein junger Matrose aus unserer engeren Heimat. Es handelt sich um den Matrosen Willy Loh aus Dutenhofen (Kreis Wetzlar). Vor seinem Eintritt in die Marine erlernte er bei der Firma Bänninger in Gießen das Modellschlosserhandwerk, anschließend war er bei dieser Firma noch als Geselle tätig, bis er als Freiwilliger zur Marine ging. Willy Loh gehörte der Marine-HI. in Gießen an, wo er die Anfangsgründe der Ausbildung für die Marine erhielt. Aus Berlin schickte der junge Seemann nach der hohen Auszeichnung des Empfangs beim Führer an feine früheren Arbeitskameraden in Gießen einen herzlichen Kartengruß.
Neue Neife- und Gaststättenkarten für Brot, Fleisch und Fett.
Für Brok, Fleisch und Fettwaren werden neuS Reise- und Gaststättenkarten eingeführt.
Die Reise- und Gaststättenkarte für Brot berechtigt auch zur Verabfolgung von Mehlspeisen in Gaststätten, wobei eine Menge von 100 Gewichtseinheiten Brot einer Menge von 75 Gewichtseinheiten Mehl entspricht. Auf die Reise- und Gaststättenkarte für Fleisch sind Fleisch oder Fleischwaren und entsprechend den hierfür besonders vorgesehenen Abschnitten auch Nährmittel abzugeben. Die Reise- und Gaststättenkarte für Fett gibt schließlich die Möglichkeit, Butter, Margarine oder Pflanzen- oder Kunstspeisefett oder Speiseöl und Schweineschmalz ober Speck oder Talg sowie Käse zu beziehen.
Bei allen Reise- und Gaststättenkarten ist das Briefmarkensystem durchgeführt worden, so daß ihrs Handhabung infolge der Perforierung sowohl in den Kartenausgabestellen, als auch bei der Benutzung durch den Verbraucher wesentlich erleichtert worden ist. Darüber hinaus ist durch die Abstellung der Einzelabschnitte auf kleine und kleinste Mengen den Bedürfnissen des täglichen Verkehrs besser als bisher Rechnung getragen worden.
Zur Vermeidung von Schwierigkeiten in der Ueoergangszeit können die zur Zeit geltenden Reise- karten von den Kartenausgabestellen weiter verausgabt und von den Versorgungsberechtigten bis zum 5. November 1939 einschließlich weiter benutzt werden. Ab 6. November 1939 dürfen nur die neuen Reise- und Gaststättenkarten Verwendung finden»
KameradschastSappeU der ehemaligen -116er Gießen.
Am vergangenen Samstagabend trafen sich in der Gaststätte „Zum Auerhahn" die Kameraden der Vereinigung ehemaliger 116er, um über verschiedene Maßnahmen für die Kameraden zu sprechen, die aus den Reihen der ehemaligen 116er im Felde stehen. Kameradschaftführer Bill hieß die Kameraden herzlich willkommen und gab sodann eine Reihe von Anschriften von Kameraden bekannt, die im Felde stehen, oder in den Garnisonen sind. Weiter bat er um die Anschriften solcher Kameraden. Im Verlaufe der Versammlung wurde dann darüber gesprochen, in welcher Form den Kameraden im Felde eine besondere Freude gemacht werden kann. Es wurde beschlossen, jedem der Kameraden ein Feldpostpaket zukommen zu lassen und die Versendung rasch in Angriff zu nehmen. Kamerad Hirsch unterstützte diese Maßnahme mit einer an- sehnlichen Spende, die er sofort auf den Tisch des
Bei dem vom Fremdenverkehrsverein Gießen veranstalteten Blumenschmuck-Wettb e- werb 1 9 3 9 hat die Bewertung das erfreuliche Ergebnis gebracht, daß an 39 Teilnehmer des Wettbewerbs je ein erster Preis, an 22 Teilnehmer je ein zweiter Preis und an 8 Teilnehmer je ein dritter Preis, dazu noch 7 besondere Auszeichnungen für hervorragende Leistungen bei dem Wettbewerb zur Verschönerung unseres Straßenbildes zuerkannt werden konnten. Um die sachverständige Bewertung des Blumenschmucks hat sich, wie schon eit Jahren, der Universitäts-Garteninspektor i. R. Rehn eit durch seine tatfrohe und sachverständige Mitarbeit besondere Verdienste erworben. Die Preisträger, denen am heutigen Montagnachmittag im Rahmen einer kleinen Feier die wohlverdienten Preise ausgehändigt werden, sind:
Erste Preise:
Artillerie-Regiment 9, Batterie 9, Grünberger Straße; Paul Baatz, Wilhelmstraße 47 p; Antonie Baehr, Frankfurter Straße 43 p; Minna Balser, Iaiserallee 45 p und I; Wilhelm Balser, Erd- fautermeg 45; Gemeinnützige Baugenossenschaft, Aulweg 28, 30—44 und Liebigstraße 99—107; Müller-Birau, Hindenburgwall 71; PH. Brehm, Am Nahrungsberg 10 I; Minni Decker, Kaiserallee 40 p; L. Espenschied, Kaiserallee 45; Dr. F. Fischer, Seltersweg 65 I und II; Anna Fuchs, Witwe, Liebig- strahe 1011 r; Frau H. Haas, Marburger Straße 190; Anna Höpfner, Bückingstraße 2 II; Karl Horn, Marktstraße 28; Wilhelm Horn, Kreuzplatz 15; Hch. Jughardt, Hindenburgwall 20; Elise Klingel- höfer, Kirchstrahe 12 p; Hartm. Kl'ingelhöser, Schlesische Straße 6; Frau Maas, Aulweg 82 p; L. Marchand, Bergstraße 31 p; Frau Marie Möhl, Bahnhofstraße 1II; Minna Moos, Günthersgraben 13 i; Frau Erna Muhn, Gnauthstraße 25 p und I; Elise Neumeier, Sonnenstraße 20; Ottilie Obermann, Bromberger Straße 18; Frau W. Peetz, Grün- berger Straße 73; Anna Reitz, Memeler Straße 8; Karl Ritter, Bromberger Straße 9; Luise Roth, Schlesische Straße 11; Anna Schäfer, Sonnenstraße 20; Ludwig Schmidt, Posener Straße 5; L. Schmitt, Schützenstraße 11; Frau Schneider, Sonnenstraße 15; Frau A. Schrader, Hollerweg 18; Paula Schwarzlose, Schlesische Straße 4; jS. 9ßei> bäcker, Schlesische Straße 1; Sophie Weitste in, Sonnenstraße 20; Eise Winnen, Goethestraße 61II.
Zweite Preise.
I. Althaus, Kaiserallee 91; Marie Bierau, Marburger Straße 109 I; Frau L. Bornö Seltersweg 611; Dr. P. Fischer, Bismarckstraße 45 II; R. Hahn, Liebigstraße 89; Maria Hetzel, Ludwigsplatz 4H.; Katharine Hofmann, Senckenbergstraße 23 p.; Annemarie Hölscher, Güntersgraben 13 p.; Frau Körner, Frankfurter Straße 125; Erich Kohn, Horst-Wessel- Wall 5 H.; Lina Korell, Kreuzplatz 12 II; Krauskopf, Friedrichstraße 5 III; Marg. Leh Wwe., Rittergasse 10 II; Curt Obermann, BismarMraße 31p.; Friedrich Reitz, Hultschinerstraße 4; Frau Luise Rühl, Steinstraße 88; Eberhard Schmidt, Wilhelmstraße 50 p.; Karoline Schmidt, Danziger Straße 17; Frau Berta Schwan, Marburger Straße 15; Lotte Schwarz, Stephanstraße 7; Anna Stiller, Rittergasse 10 p; Frau Anna Trauth, Mühlstraße 81.
Dritte Preise.
Berta Arnold, Am Kugelberg 57 I; Emmy Gilbert, Crednerstraße 261; Gottfried Henkel, Marburger Straße 195 p.; Juliane Kröck, Grabenstr. 10; Christian Rennert Wwe., Kirchenplatz 3; Frau Gertrud Schäfer, Wartweg 74; Marie Schäfer, Am Kugelberg 57 I; Paula Schneider, Crednerstraße 26.
Besondere Anerkennung
für treue Asbeit an der Verschönerung des Strahen- und Stadtbildes verdienen: Artilleriekaserne 9, 9. Batterie für geschmackvolle Schmückung und vorbildliche Pflege von 99 Fenstern; Dr. Fischer, Sel- tersweg 65; Karl Horn, Marktstraße 28; Frau Erna Muhn, Gnauthstraße 25; Frau Schneider, Sonnenstraße 15 und Ecke Neuenbäue für langjährige Schmückung des Eckhauses; L. Schmitt, Schützenstraße 11, desgleichen und Frau Schrader, Hollerweg 18. Nicht zuletzt die Stadtgärtnerei, die sich in diesem Jahre um die Schmückung öffentlicher Bauwerke besonders verdient gemacht hat.
ber Anteilnahme des Einzelnen an ben |gannen ihr Taumelspiel.
-TVr hofphonbe Vuls- Ei" großes, glänzend weißes Schift glitt vorüber, keine Boote suchten in seine Spur zu kommen und 'ließen sich von den Wellen heben. Ein Mädchen jauchzte; Kinder liefen ein Stück ins Wasser und schrien vor Freude, wenn die Wellen ihre Knie umspülten. Als das Schift vorüber war, vergnügten sie sich damit, flache Steine ins Wasser zu werfen, die endlose Kreise zogen.
Dar ist eine ganz harmlose Glosse. Sie handelt t>m Augenausstechen.
Gestern wäre mir beinahe so schweres Unheil ^erfahren. Kommen wir zur Sache ... Es kann fnem Mann kaum etwas Anbenehmeres geschehen : Gs daß er in der Dunkelheit mit einem jungen . Mädchen in unerwartete Berührung kommt. Geweht es aber auf indirekte Weife, etwa behufs : fier Schirmspitze, die nach einem arglosen Auge ।
M, selbstverständlich, dann ist das halb so an- enehm. Dies aber geschah mir gestern abend. Die Spitze verfehlte in . der Düsternis glücklicherweise tu eine kleine Spanne das Auge. Mein Auge, fette! Ich habe nur zwei. Ein ganz netter Kratzer nt der Stirn ist mir als liebe Erinnerung an biete Abenteuer geblieben.
Der Mensch braucht einen Schirm. Seit einigen jigen beliebt es, um die Abendzeit stürmisch zu Men. Etliche gehen beschirmt durch die Nacht, cvbere bieten im Allwettermantel aller Unbill ptzig Trutz. Jeder macht seins, sagte der alte Flur- s^ütz, als er feiner Frau ein Protokoll gemacht f-tte. Nun gut, gefordert wird nur eins: wer pen Schirm hat, der halte ihn hoch. Hoch in Ehren, der auch sonst hoch. Er strecke ihn nicht schräg vor [g hin, um Mauervorsprünge zu ertasten, Stra- hnkurven, Haustüren. Es kann sonst geschehen, bß er mit der Spitze auf einen lebendigen Men- (ien tastet, der sich nicht sehr darüber freuen wird, jis gilt für die Männer.
Für die Frauen und Mädchen verdoppelt! Sie hben zu 99 v. H. Schirme und Knirpse. Mädchen lernen ihre Knirpse gern unter den Ann, obwohl sy an jedem Knirps (ich habe mick überzeugt) eine v:genehme Schlaufe befindet. Der Knirps unter dem -m sieht kokett aus, aber in der verdunkelten 51id)t sieht man das sowieso nicht, und alle Ko- icterie ist also für bie Katz, zwotens kann ein sol- fcr Knüppel unter dem Arm Entgegenkommende pinlich kiekfen. Das ist die Verdunkelungs-An- nhsparole Nummer foundfoviel: geschlossene ßhirme und Knirpse lasse man am Handgelenk iiumefn, dann tun sie niemand weh.
Geöffnete aber? Hoch, hoch! Sonst gcht uns der fut hoch. r. k.
polizei-Obersekretär a. O. Sier
75 Jahre alt.
Am heutigen Montag kann der feit 1924 im Ruhend lebende frühere Polizeiverwaltungs-Obersekre- tc Ludwig Sier, Roonftrahe 34 wohnhaft, feinen I). Geburtstag begehen. Der Jubilar, ein geborener $ ebener, hat von seiner Jugend an bis heute sein Eiben in unserer Stadt verbracht. Am lo. Januar |1»82 wurde er als Schreibgehilfe bei dem Polizeiamt i E cßen eingestellt. Hier wurde er am 26. April 1893 | jim zweiten Gehilfen ernannt, im Jahre 1907 war | n erster Gehilfe unb bamit zugleich Leiter bes Ein- II ito^nermelbeamtes. Durch feine vorbilbliche Dienst- || kiftung und feine persönliche Zuverlässigkeit errang | tr sich weiteren Ausstieg, der später in seiner Er- II ninnung zum Polizeisekretär und schließlich zum Poll liieioerwaltungs-Obersekretär zum Ausdruck kam. || Liöhrend seiner 42jährigen Dienstzeit als Polizei- || Oirroaltungsbeamtcr hat er sich große Verdienste er- >' Barben, bie namentlich bei bem Auf- unb Ausbau
Viö Einwohnermelbeamtes zutage traten. Sein alle- || $(it pflichttreues und zuvorkommenbes Wesen, wie | oid) bie im Verkehr mit ber Bevölkerung stets | fRunblidje unb liebenswürbige Art sicherten ihm I id)t nur bie Wertschätzung feiner Vorgesetzten unb || ferufstameraben, sonbern auch bie Hochachtung brei- hl |r Kreise der Bevölkerung. Nach seinem Uebertritt | in den Ruhestand stellte er seine Kraft in ehrenamt- | Iher Mitarbeit vor allem für die Tierschutzbewegung | in unserer Stadt zur Verfügung, und auch h:erJ)at |l t: sich durch feine vorbildlichen Leistungen große Ver- || benfte erworben. Dem Jubilar bringen auch wir || Unfern herzlichen Glückwunsch zum Geburtstage dar.


