Ausgabe 
23.8.1939
 
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Neue

Ein-

gung eröffne freundliche Ausblicke für die Zukunft

irtschastsgefahren für Danzig

Polen droht mit der Blockade.

polnische Zollinspektoren bewaffnen polnische Eisenbahner in Danzig Oie Warschauer Negierung auf das schwerste kompromittiert.

Riga, 22. 2Iug. (DNB.) Der gewaltige druck, den die bevorstehende Unterzeichnung des deutsch-sowjetrussischen Nichtangriffspaktes auch in Lettland, als einem Grenznachbarn der Sow­jetunion, gemacht haben, spiegelt sich deutlich in der Stellungnahme des halbamtlichen lettischen Blattes B r i v a Z e m e" wieder. Das Blatt schreibt u. a,. der bevorstehende Vertrag erfülle Lettland mit um so größerer Befriedigung, als er entscheidende Be­deutung für die Sicherung des Friedens in Oft- und Nordeuropa habe. Durch den deutsch­sowjetrussischen Vertrag werde dieser Teil Europas vor allen Zufällen bewahrt und die Gefahren eines bewaffneten Konfliktes hätten sich

der keinen Krieg, sondern die Zusammenarbeit zwi- chen dem deutschen und russischen Volke wolle: Adolf Hitler. Was könne es Größeres für den Frieden der Welt und für Europa geben als dies? Dieses unerhörte Ereignis der Verständigung zwi- chen den beiden Völkern schaffe eine völlig neue Lage. Es habe nur zustande kommen können, weil die verantwortlichen Staatsmänner auf beiden Seiten ungleich besser die Zügel der Staats- ührung in den Händen halten als jene Ahnungs­losen, die 1914 die Welt in den Krieg stürzten.

Danzigs Ketten werden fallen.

Danzig, 23. August. (DNB.) Diele tausend Volksgenossen hatten sich am Dienstagabend im großen Zoppoter Kurgarten zu einer Massenkund­gebung eingefunüen, auf der Reichsmimster Dr. Frank und Gauleiter Albert Forster sprachen. Unter den Ehrengästen befanden sich auch Reichs­leiter B o u h l e r und Reichsminister Dr. S e y ß -

Hauptpfeiler dieses Gebäudes habe bilden sollen stelle nunmehr seine Menschen, seine Waffen uiü seine Wirtschaftsreseroen nicht in den Dienst bei französisch-englischen Offensivpläne. Zum Schluß erinnert Gayda daran, daß das faschistische ytalie-, als eine der e r st e n europäischen Mächte eine Annäherung an Sowjetrußland vol!» zogen habe durch die Anerkennung der Sowjetrezw rung am 7. Februar 1924, durch den Abschluß eines Freundschafts-, Neutralitäts- und Nichtangriffsptt tes am 2. September 1933 und durch die Unten zeichnung eines umfassenden Handels- und 2Bir|. schaftsoertrages am 7. Februar 1939.

Auch dieTribun a" erklärt, die (Ernt re ifang«, Politik der großen Demokratien sei zusammengebn. chen. Der deutsch-sowjetrussische Nichtanariffsvertra, versetze den Plänen der kriegerischen Demokratien, den Todesstoß. DieGazetta bei Popolo' schreibt, die internationale Lage habe eine voll, ständige Umwälzung erfahren. Die Ein, kreisungspolitik sei gescheitert und ein neuer Ersoh der Achse erzielt worden. Der Pakt sei vereinbart worden, während die Diplomaten der Einkreiser, Staaten sich vergeblich vor derrussischen SplM." bemüht hätten. Das AbendblattSera" schreibt, die Verwunderung und Verzweiflung der westliche Demokratien sei voll am Platze, denn i h r Miß­erfolg fei unbe ft reitbar und voll­st ä n d i g. Der Traum einer Erdrosselung der auto­ritären Achsenmächte mit einem Block aus Polen.. Sowjetrußland, Rumänien, der Türkei, Griechen-- land, Frankreich und England fei endgültig zunichte gemacht. Für die großen Demokra-- tien bedeute das eine Niederlage und Italien be-- trachte mit Befriedigung die neue Lage, die sich ici Europa und der Welt entwickele. Die Auflösung bes- Versailler Diktates werde weitergehen. Alle An­strengungen, die Ungerechtigkeiten zu verteidigen., seien daher vergeblich.

von Lettland bedeutend entfernt. *

Auch in Helsinki brachten die Zeitungen das sensationelle Ereignis groß aufgezogen an erster Stelle. Es wird in den Straßen eifrig besprochen. Soenska Pressen" schreibt,Ein Meilenstein in der europäischen Geschichte". DasHufvud- stadsbladet" ruft Bismarcks Allianz mit dem Zaren­reich sowie den Rapallo-Vertrag -der Nachkriegszeit in Erinnerung.

Der Eindruck im Horben.

Kopenhagen, 22. August. DNB. In der Kopenhagener Presse ist der deutsch-sowjetrussische Nichtangriffspakt das große Thema.Berlinske Aftenavis sagt, daß die ganze Ostfront, von der Ostsee und weiter südlich bis zu den Dardanellen, nun ihren bisherigen Charakter ändern würde. Deutschland habe jetzt freie Hand im Osten. Die große Bedeutung des Paktes bestehe darin, daß Deutschland und Sowjetrußland, wie am Ende des 18. Jahrhunderts, Polen vor die (Eri- stenzfrage stellen würden. Die polnische Re­gierung stehe daher vor schicksalsschweren Entschei- oungen.

Das Stockholmer2If ton Habet" erklärt, die politische Hilfe, die man von Paris und London aus Polen gewährt habe, hätte dazu beigetragen, um die Stellung Polens zu versteifen und die Möglichkeiten für eine friedliche Lösung der Dan­ziger Frage zu verringern. DerNervenkrieg" sei von den Demokratien mit einem sehr negati­ven Resultat geführt worden. Jetzt sei die Karte für einen europäischen Krieg völlig v e r

Ri o b e Janeiro, 22. August. (DNB.) Zu der Nachricht von dem Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion schreibtGazeta de Noticias", daß England und Frankreich ange­sichts der neuen Lage w o hl kaum einen Krieg wagen würden,föiario be Noticias" be­merkt, ehe Paris und London Zeit zum Atemholen gehabt hätten, habe der Führer zu einem gewalti­gen Schlag ausgeholt. England und Frankreich feien sich vorläufig überhaupt noch nicht der Trag- weite der jüngsten Ereignisse bewußt. Die Anstache­lung Polens und die dauernden Versicherungen der Waffenhilfe feien unter gänzlich anderen Vor­aussetzungen erfolgt. Weder England noch Frank­reich hätten heute die Möglichkeit, den Polen zu Hilfe zu kommen.

Jugoslawien sieht seine Politik gerechtfertigt.

Belgrad, 22. Aug. (Europapreß.) Die Mel­dungen über den bevorstehenden Abschluß des deutsch-sowjetrussischen Nichtangriffsvertrages wer­den von den Belgrader Blättern in größter Aus­führlichkeit wiedergegeben. Auch in Belgrad zeigt sich großes Interesse für diese neue Entwicklung. Die Blätter nehmen jedoch noch nicht selbst zu der neuen Lage Stellung. In amtlichen jugoslawischen Kreisen erklärt man, Jugoslawien werde durch die- en Pakt nicht unmittelbar berührt. Falls der Vertrag zu einer Bereinigung der Beziehungen unter den Großmächten beitrage, könne er auch von Jugoslawien nur begrüßt werden. Jugoslawien halte weiterhin seine streng neutrale Hal­tung aufrecht; es pflege weiter die b e st e n Be­ziehungen zu allen seinen Nachbarn, beson­ders zu Deutschland und Italien. Man stelle mit einigem Bedauern fest, daß die Tür­kei, die sich in das englische Bündnissystem habe einsvannen lassen, in eine schwierige Lage gekommen sei, was zum Teil auch auf die bei­den anderen Länder des Balkanpaktes, Rumä­nien und Griechenland, zutreffe, die die englische Garantie angenommen hätten. Dieses englische Garantiesystem habe durch den deutsch - sowjetrussischen Nichtangriffspakt einen schweren Schlag erhalten und sei jetzt als völlig überholt anzusehen. Jugoslawien könne mit Genugtuung feststellen, daß es sich von der Linie der Neutralität und des freundschaftlichen Ver­hältnisses zur Achse niemals habe abbringen lassen und daß seine bewährte Außenpolitik auch durch die letzten Ereignisse eine volle Rechtfertigung erfahre.

Vulgarien begrüßt den Pakt.

Sofia, 22. August. (Europapreß.) Der bevor­stehende Abschluß des deutsch-sowjetrussischen Nicht­angriffspaktes wird von der bulgarischen Oeffent- lichkeit lebhaft begrüßt. Alle Blätter ver­öffentlichen Kommentare, in denen die Freude über diese Wendung zum Ausdruck kommt. Das offiziöse Organ D n e s " schreibt, dieser neueste politische Akt werde den europäischen Geschehnissen ganz neue Wege weisen.Mir" betont, es handle : sich um das wichtigste Weltereignis feit dem Kriegs- , ende. Bulgarien könne ruhig auf den Abschluß : dieses Vertrages blicken.Slooo" meint, die - Vernunft habe gesiegt. Diese Verständi-

Deutschland hat die Lage umgekehrt

Größte Befriedigung in der römischen presse.

Danzig, 22. August. (DNB.) Die Danziger Polizei hat eine umfangreiche polnische Be­waffnung von in Danzig lebenden Polen, namentlich von Eisenbahnern, auf- gedeckt. Dabei stellte es sich heraus, daß es auch in diesem Falle wieder polnische Zollinspek­toren gewesen sind, die ihre Stellung zu dieser außerordentlich schwerwiegenden, gegen die Sicher­heit Danzigs gerichteten Maßnahme ausgenutzt haben. Bei einer aus einem anderen Grunde er­folgten Verhaftung des polnischen Schranken­wärters Kartzewski in Danzig wurde bei diesem eine Pistole gefunden, über deren Besitz der Pole zunächst ausweichende Angaben machte. Dann jedoch bequemte er sich zu einer ein­gehenden Darstellung. Danach hat der polnische Zollinspektor P o ß m a n n zusammen mit weiteren Zollinspektoren an im Gebiet der Freien Stadt Dan­zig lebende Polen Waffen ausgegeben. Poß- mann äußerte sich Kartzewski gegenüber, daß alle für Terroraktionen in Frage kommenden Polen in Danzig mit Waffen versehen werden sollten, da man, wenn es in Danzig los gehe, jeden Mann

ändert und das Reden der Westmächte nach Wie- derherstellung der Varkriegskonstellation sei ae- ch eitert. Man könne wohl sagen, dieser Ersorg ei so phantastisch, daß er alle bisherigen diploma­tischen Erfolge des Führers noch übertreffe.

*

Di- norw-gUch- Pr-N- spricht von der genialen Politik Adolf Hitlers und unterstreicht da- bei das große Vertrauen des deutschen Volkes zu einem Führer. Allgemein wird festgestellt, daß der Paktabschluß ein schwerer Schlag für das Prestige Englands ist. Die Blätter drücken schließlich die Ueberzeugung aus, daß Polen nunmehr sein Ver­hältnis zu Deutschland notgedrungen gründlich revi­dieren müsse.

Nie Meinung der Neutralen.

Basel, 22. August. (Europapreß.) Die Nachricht von dem bevorstehenden Abschluß eines deutsch-sow­jetrussischen Nichtangriffspaktes hat auch tn Der Schweiz größte Sensation heroorgerufen. Allgemein kommt die Auffassung zum Ausdruck, das angekun- digte deutsch-sowjetrussische Abkommen werde ent­scheidend sein für die weltpolitische Lage. Der Berner Korrespondent derBasler Nattonal-Zettung be­merkt u. a., diesem Ereignis werde im Bundeshaus für die Entwicklung der internationalen und vor allem der europäischen Lage sehr große Bedeutung beigemessen. Die schweizerischen Bundesbehorden höben angesichts dieser Entwicklung neuerlich die Richtigkeit der von ihnen streng befolgten Neutra­litätspolitik hervor.

Amsterdam, 22.August. (DNB.»T-legra-f" stellt fest, die Ankündigung des deutsch-sowietrusst- chen Nichtangriffsoertrages, die wirtschaftlichen Ver­einbarungen und die Moskauer Reife des Reichs- außenministers zeigten deutlich, daß eine grund­legende Aenderung in den Beziehungen beider Länder eingetreten sei. Das polnische Pro­blem sei jetzt in sein akutes Stadl um eingetreten. Ohne Unterstützung Sowietrußlcmds könne England die Verpflichtungen, tue es Polen gegenüber übernommen habe, nicht er f u Il e n. Polen und fein englischer Bundesgenosse seien m eine überaus schwierige Lage geraten. Das Handelsblad" betont, die Machtverhaltmsse in Europa und Asien hätten sich jetzt völlig geändert. Heute lasse sich bereits feststellen, daß die Umzmge- lungspolitik der demokratischen Staaten völlig versagt habe.

Madrid, 23. Aug. (DNB.) Die Madrider Abendpresse bringt seitenlange Berichte über den bevorstehenden Abschluß eines deutsch-sowjetrussi­schen Nichtangriffspaktes. Uebereinftimmend sprechen die Zeitungen von einem gewaltigen Sieg der deutschen Diplomatie und einemjämmer­lichen Zusamenbruch der demokratischen Einkrei­sungspolitik".Alkazar" schreibt, der jetzige Erfolg sei der beste Lohn für die ständischen Friedens­bemühungen Deutschlands.Jnformaciones" hebt hervor, daß mit einem Schlage das ganze Gebäude der englischenGarantien" zusammengestürzt sei. Zu der Danziger Frage schreibt die ZeitungDA , der Korridor sei die große Wunde, die Deutschland jetzt nicht länger dulden könne.

Jnquart; mit ihnen waren die Rechtswahr^ des Großdeutschen Reiches erschienen.

Nach dem Einmarsch der Fahnen und Staudas ten sprach Gauleiter Forster: Noch nie sei bit. innere Verbindung Danzigs zum Füh, rerundzumReichsoeng gewesen wie in bi(1 fen Tagen. Alle Danziger seien felsenfest davon überzeugt, daß die heute noch bestehende äußer­liche Trennung in kurzer Zeit fallen werde. Am allerwenigsten können die Polen ba5 verhindern. Danzig könne von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde zuversichtticher werden, daß biE Befreiungsstunde schlage.

Dann ergriff, immer wieder von Beifallskundg«, bungen unterbrochen, Reichsminister Dr. Frau/ das Wort. Besonders große Begeisterung löste Erklärung des Redners aus, daß er die Gr des Führers überbringe. Die Welt möge übei, zeugt fein, daß die Ketten D a n z i gsf allen würden, ob es ihr passe oder nicht. Die Welt möge wissen, daß Danzig nicht mehr verlassen fei, dafür aber seien andere verlassen.

Mittel eine totale Wirtschaftsblockade gegen Danzig durchführen könnte.

Das heute zu Polen gehörende Hinterland ifüi der natürliche Lieferant für den Danzigs Verbrauch, wie umgekehrt die Danziger inbuftrieUsi Erzeugung ihren Rückhalt finden muß in einem auf»' geschloffenen Absatzgebiet, das ebenfalls heulsi in Polen liegt. Beide Faktoren der Exiftenzfähigkeir: Danzigs find in Frage gestellt. Don einem Absatz Danziger Erzeugnisse im normalen Umfang nach Polen konnte niemals während der ftrciftaai».1 Zeit die Rede sein. Eine Wirtschaftsgrenze kann btn Danziger Export nach Polen völlig unmöglift machen. Diese Wirtschaftsgrenze ist als ein glai- ter Bruch der Rechtsgrundlage im Dai>< zig-polnischen Verhältnis bereits eine reale Tatsache Die Abschnürung Danzigs von der Versorgung durtt Polen steht als drohende Gefahr bevor. Umsonst die polnische Presse nicht vorgeschickt worden, um Feststellungen zu machen, die heute zwar noch nichi zutreffen, die aber morgen schon Wirklichkeit finM wenn Polen die Lieferung von Fleisch und Getrei.^ aufhält, was nach den Anzeichen zu befürchten if-i Wir sprechen das hier mit aller Deutlichkeit au-,! weil wir uns auf das Schlimmste gefafc: machen müssen, nachdem Polen in den letzten M* chen und Tagen unsere Brüder, die Zwanzig 3abnn trotz des Zwanges ihrer Lage als loyale polniW Staatsbürger im ehemaligen deutschen Gebiet ihrr: Arbeit nachgingen, jetzt von Haus und flon verjagt und der Quälerei und der Verfolg!!^! aussetzt. Wir in Danzig wissen, wozu der polnM Haß fähig ist. Wir wollen unsere Augen nicht w» schließen, weil uns nicht nur die polnischen Kanons drohen, sondern auch die Gefahr einer pob nischen Hungerblockade über uns schweb

fest, daß Poßmann einen ganzen Kosft° von Pistolen und Mun iti o n sstreist neben seinem Tisch stehen hatte. Kartzewski weiter feststellen, daß Poßmann in seiner sehr häufig von polnischen Eisenbahnern ausgE^ wurde, die zweifellos gleich Kartzewski mit ausgerüstet wurden, uie mit Waffen versehe^ Polen erhielten genaue Anweisungen die Art ihres Einsatzes bei Terrorhandlungen. . polnischen Revolverhelden wurde Belohnung den polnischen Staat zugesichert. ,

Es ist klar, daß schon die Bewaffnung auch einer verhältnismäßig geringen Anzahl brm^ und verhetzter Männer genügt, um unabsehbar^, Schaden anzurichten. Durch die Beteiligung der p nischen Zollinspektoren an dieser illegalen Wass - verteilung ist die polnische Regier!1 » s e l b st aufs schwerste kompromittiert. Immer w-? der ist die Warschauer Regierung auf die illego Tätigkeit dieser Zollinspektoren hingerm. worden. Die Tätigkeit dieser Männer fällt «so die verantwortlichen Warschauer Stellen 1 rück. Danzig kann dem unverantwortlichen Tre polnischer Provokateure nicht ruhig zusehen-

R. G. Rom, 22. August.

Die bevorstehende Unterzeichnung eines Nicht­angriffsvertrages zwischen Deutschland und der Sowjetunion hat in Italien lebhafte Be­rt edigung hervorgerufen. Die Blätter spre­chen von einem großen politischen Erfolg der beut» chen Diplomatie, der für die Pläne der Einkreiser einen harten, ja tödlichen Schlag bedeute. Gleich­zeitig wird auf diebittere Ueberraschung" und Verwirrung hingewiesen, die die Mitteilungen über den Abschluß des Vertrages im Lager der Gegner der Achsenmächte hervorgerufen hätten, und ür die die sofortige Einberufung der Kabinetts­räte in Paris und London kennzeichnend sei. In diplomatischen Kreisen wird betont, daß die ita­lienische Regierung, wie dies bei der enaen Zu- ommenarbeit der beiden Achsenmächte selbstver- tändlich sei, über die deutsch-sowjetrussischen Ver­handlungen ständig unterrichtet worden sei, und daß der Abschluß des Nichtangriffsvertrages keine Aenderung in der allgemeinen Ausrichtung der Achsenpolitik zur Folge haben werde.

Im halbamtlichenGiornale d'Jtalia" untersucht Gayda die Tragweite der neuen Ent­wicklung. Nach vier Monaten angestrengter diplo­matischer und militärischer Verhandlungen Frank­reichs und Englands, um die Sowjetunion in das Einkreisungssystem einzubauen, habe Deutschland durch ein geschicktes Manöver hie Lage um­gekehrt. Polen werde isoliert. Großbritannien und Frankreich, die auf Unterstützung Sowjetruß­lands gerechnet hätten, müßten heute ihre eige- n e n Hilfsmittel und die ihrer verschiedenen Mit­läufer auf eigene Gefahr einsetzen. Das Blatt spricht dann von einer Umkehrung der Posi­tionen und Systeme und von einem greifbaren und umfassenden Erfolg der Achsenpolitik. Das ganze Gebäude der Einkreisung sei ins Wanken ge­raten, denn die Sowjetunion, die einen der

Danzig, 22. Aug. (DNB.) lieber die schweren Gefahren, die Danzig durch polnische Wirtschafts­maßnahmen drohen, schreibt derDanziger Vor­posten": Wovon lebte Danzig vor dem Weltkriege? Sein Hafen war nicht wie heute ein Massengüter­umschlagsplatz, sondern Danzig war eine wirk­liche Handelsstadt, in der der Kaufmann anders als jetzt als Eigenhändler auftreten konnte. Es war eine Stadt der Werften- und Rüstungsindustrie. In der Freistaatszeit als Wirtschaftsausland für das Reich, war Danzig im wesentlichsten auf die Aufträge aus dem gemein­samen polnisch-Danziger Wirtschaftsgebiet angewie­sen. Diese Aufträge blieben aus. Danzigs Werften und seine vielseitige Jndusttie waren seit­her dem polnischen Boykott ausgesetzt.

Danzig als Teil des polnischen Wirtschaftsgebietes war in feinem Verbrauch auf d i e polnische Erzeugung angewiesen, und es war zu­gleich ausschließlich von der in Warschau diktierten Wirtschaftslenkung abhängig. Die Zuspitzung der Danziger-polnischen Beziehungen hat aber nun noch neue drohende Wirtschaftsg.fahren heraufbeschwo- ren. Wir haben erlebt, daß durch plötzliche und willkürliche polnische Maßnahmen Danziger Er­zeugnisse, die alljährlich in Millionenwerten als rühmliche Ausnahme im Falle der Margarine nach Polen geliefert worden sind, mit einem Male durch die Aufrichtung einer unrechtmäßigen Wirtschaftsgrenze im gemeinsamen Zollgebiet vom polnischen Markt f e r n g e h a l t e n wurden. Jeden Tag können neue Weiterungen aus der polnischen Absicht, wirtschaftliche Repressalien gegen Danzig anzubringen, entstehen. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß Polen als eines der letzten

deutsche und bas russische Volk beklagten den Bruch - der alten Freundschaft und ahnten instinktiv, daß eine Wiederherstellung dieses Zusammengehörig- keitsbewußtseins beide Völker unüberwindbar machen und der Welt eine neue Aufgabe stellen 1 würde.

Mit behutsamer Hand sind die Fäden gesponnen worden. In England war Chamberlains Regierung , mit der Opposition der Labourparty darin einig, Sowjetrußland nach traditionellem Dorkriegsmuster wieder gegen Deutschland einzuspannen; Frankreich berief sich auf das von Barthou und Doumeraue abgeschlossene Militärabkommen, als ob sich seit den Vorkriegszeiten nichts geändert habe; und das kläffende, chauvinistische und kriegslüsterne Polen wurde vorgeschickt, um den deutschen Fels mit seinen Phrasen und barbarischen Untaten zu er­schüttern. In wehrbereiter Ruhe wurden diese lächerlichen Versuche von Deutschland und Italien abgewehrt. Inzwischen enthüllte sich England in Moskau gänzlich. Seit dem 5. April bat es zusam­men mit seinem französischen Anhängsel um em Einkreisungsbündnis gegen Deutschland, und als die Verhandlungen sich hinauszögerten, scheute man sich nicht, englische und französische Admiräle und Generäle nach Moskau zu entsenden. Man hatte die Türkei, den alten Verbündeten Moskaus, auf feine Sette gezogen, und ttiumphierend sprach man bereits davon, daß die Achsenmächte ein Diktat der demokratischen Einkreisungsfront hinnehmen müßten. Man redete und erschöpfte sich in den alten Lügen. . m

Die Engländer warfen mit Worten und Ver­sprechungen um sich, die Deutschen und Russen aber handelten. Sie haben, wie jetzt der Moskauer Rundfunk bekanntgab, daran gearbeitet, die poltti- schen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu bessern:Im Ergebnis des Meinungsaustausches ergab sich das Vorhandensein des Wunsches, auf beiden Setten die politische Atmosphäre zu reinigen und die Gefahr eines Krie­ges zu beseitige n". Mit offenen Karten wurde in Moskau zwischen den deutschen und rus­sischen Unterhändlern gespielt, während die demo- kratische Diplomatie nur aus reihenweisen Heber- tölpelungsversuchen bestand. Das historisch außer­ordentlich bedeutsame Ergebnis wird vom deutschen und vom russische Volke als eine Klärung nach der Finsternis, während der die demokrattschen West­mächte am Werke waren, aufgefaßt werden.

Eine neue politische Lage, schreibt die Londoner Presse, sei entstanden, eine gänzliche Um- stülpung sei eingetreten, zetern die Pariser Blätter. Aber Zeitungen und (Staatsmänner, die den Krieg und ein zweites Versailler wollten, koönnen vorder­hand nichts anderes tun, als alle Welt beschuldigen und sich selbst als schneeweiße Unschuldslämmer hin- stellen. Sie hatten zu offen von ihrem schnöden Vorhclben gesprochen, zu sehr die Polen aufgehetzt, zu klar ihre Vorkriegslinie wiederholt, als daß Deutschland nicht auf Vermeidung der Ereignisse und Vorstellungen bedacht war, die uns und alle Mächte, um ein Wort Lloyd Georges zu gebrau­chen,in den Krieg hineinschliddern" ließen. Der Führer und sein Außenminister von Ribbentrop haben ebensowohl wie Stalin und Molotow diese Gefahr erkannt und die Folgerungen daraus ge­zogen. Die Tat entscheidet, und diese Tat ist gut und gehört einen neuen Frieden, einen Frieden des Rechts! E-S.

Das Echo in Japan.

Tokio, 22. August. (DNB.) Die Ankündigung des deutsch-sowjetrussischen Nichtangriffspaktes hat in Japan eine der großen Bedeutung entsprechende Beachtung gefunden. Domei gibt die Ansicht poli­tischer Kreise wieder, wonach bereits seit März dieses Jahres eine Annäherung zwischen den beiden Staaten bemerkbar gewesen sei und daß sich später der Eindruck verstärkt habe, daß sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjetrußland nicht nur auf wirtschaftlichem, son­dern auch auf politischem Gebiete gebessert hätten. Politische Kreise bezeichnen weiter den Plan alsein Meisterwerk Hitlers". Mijako Shimbun schreibt, daß für Deutschland der Nicht­angriffspakt als einvoller Erfolg" ange­sehen werden könne, da es gelungen sei, die englisch- französische EinkreisuyAsfront zu zerschlagen.

Die baltischen Nachbarn befriedigt.

Europas. Heber allen Schwierigkeiten Europas er» _ _ ,

hebe sich die gewaltige Gestalt des Mannes, der brauche, um die Bevölkerung unter Terror zu setzen, das Erbe Bismarcks übernommen habe und!Kartzewski stellte bei der AushäMgung der Waffe