Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

196 Erstes Blatt

Mittwoch,2Z.AugUstl939

189. Jahrgang

Moskau in Erwartung Ribbentrops

Ito natürlich ergänze. Dis ^eugortei Staats-

«4

«6lit»er erklären, daß die Westmächte den schwer- f t;r Schlag seit Beginn des Nervenkrieges gegen j erhalten hätten. England habe monatelang in vem Hut in der Hand Moskau beschworen, eii Militärpakt abzuschließen. Schon Bismarck I)c:c Rußland als ein Land erkannt, daß Deutsch-

Der Dziennik Poznanski in Posen sagt:Berlin hat sich mit Moskau in wirtschaftlichen und poli­tischen Themen verständigt. Das ist keine Ueber- r a s ch u n g. Der Nichtangriffspakt BerlinMoskau bedroht Polen durch nichts. Entzaubert muß nur London fein und besonders d i e eng­lisch - französischen Generalstäbler, welche gestern die Beratungen, die heute schon gegen st andslos sind, mit dem Sowjetgeneral-

Paris, 23.Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die Pa­riser Presse hat heute das Aussehen von Plakaten. Seitenlange Kommentare mehr oder weniger kriti- cher Stellungnahme und Leitartikel wechseln ab mit Bildern des Reichsaußenministers von Ribbentrop, Molotows und Stalins, in Kartenskizzen verdeut­lichen einige Blätter das geographische, politische und diplomatische Problem Mittel- und Osteuropas. Trotz der offensichtlich ausgegebenen ParoleFas­sung bewahren" gelingt es der Pariser Presse nicht, ihre Ueberraschung, Empörung, Enttäuschung, ihren Zweifel und ihre Besorgnis wegen des deutsch­russischen Paktes und seine noch nicht abzusehende Auswirkung zu verhehlen. Die Blätter machen olle Anstrengungen, die französische Oeffentlichkeit nach der ersten Ueberraschung und Bestürzung zu be­schwichtigen und fordern, daß Kaltblütigkeit mehr denn je notwendig sei. Allgemein betonen die Blätter, die Lage sei weiterhin ernst. Die Blät­ter geben sich Mühe, ihren Lesern Mut zuzusprechen, wobei sie versuchen, die Bedeutung des Paktes zu schmälern. England werde, so schreiben die Zeitungen, fest zu seiner Garantie an Polen st ehe n.

Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten D a - lädier trat am Dienstag der Kobinettsrat zusammen, um über die internationale Lage zu be­raten. Ueber das Ergebnis der Beratungen wurden keinerlei positive Mitteilungen gemacht. Am Don­nerstag findet unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik erneut ein Ministerrat im Elyste statt. Außenminister Bonnet hat vormittags den englischen Geschäftsträger Campbell, den pol­nischen Botschafter Lukasiewicz und den ru­mänischen Botschafter Tatarescu empangen. Dem französischen und englischen Botschafter m

Auf -em Flug nach Moskau.

Nach einerZwischenlandung in Königsberg.

Berlin. 22.Aug. (DBB.) Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop verließ am Dienstagabend gegen 21 Uhr mit dem Condor- Flugzeug ..Grenzmark" die Reichshauptstadt, um sich nach Moskau zu begeben. 3n seiner Begleitung befinden sich Unterslaatssekretär Gaus, der Chef

Eiichetnt täglich, außer Smntags und Feiertags plagen: Die Illustrierte ©'{jener Familienblätter H,-mat im Bild Die Scholle Nonatt-Vezugsprels:

4 Beilagen RM.1.95

Zeitung" bemerkt, Deutschland habe in einem Kon­flikt, der Europa an den Rand des Abgrundes zu führen drohte, einen Sieg errungen, dessen Aus­wirkungen auf das künftige Menschheitsgeschick überhaupt nicht zu ermessen seien. Die Ankündigung des Paktabschlusses sei eine G a - rantie gegen einen bewaffneten Kon­flikt in Europa. Damit sei ein dicker Strich durch die Rechnung der We st Mächte ge­zogen.

Drastisch schildertRew Dort Journal Ameri­can" die völlige Fassungslosigkeit aller briti­schen Kabinettsmitglieder, die der Korrespon­dent des Blattes sofort nach Bekanntwerden der Paktankündigung anrief. Ein Kabinettsmit­glied habe ausgerufen: ..Großer Gott, stimmt das wirklich?", das andere habe gesagt: ..Dies ist die verheerendste Bombe, die im diplomatifchen Nervenkrieg jemals geworfen wurde."

Polen markiert Gleichgültigkeit.

Warschau, 22. August. (DNB.) Die polnische Presse zeigt gegenüber dem bevorstehenden Abschluß des deutsch-sowjetischen Paktes völlige Ratlosigkeit. Pat" versichert, Polen werde den Gesprächen in Moskau mit der Objektivität desnicht interessierten

Zernsprechanfchlüffe

Hit er Sammelnummer 2251 Aischrist für Drahtnach- ritzten: Anzeiger Gießen

Postscheckkonto: ^anlfurt am Main 11686

Wenige Stunden nach seiner Rückkehr aus Salzburg startete der Reichsminister des Auswärtigen o o rr Ribbentrop am Dienstagabend vom Zentral» flughafen Tempelhof aus nach Moskau. Unsere Auf­nahme hielt den Augenblick des Abschieds fest., (Scherl-Bilderdienst.)

des Protokolls Gesandter v. Dörnberg, Ge­sandter Schmidt, die Vortragenden Legations­räte Schnurr und Hencke, sowie die Mitglie­der des persönlichen Stabes. Der Minister traf am Dienstag gegen 23.30 Uhr auf dem Flugplatz K ö - n i g s b e r g ein. wo er sich in das Parkhotet begab. Er hat mit dem vom Flugkapilän des Führers ^-Obergruppenführers Baur gesteuerten Sonder­flugzeug Königsberg um 7.10 Uhr zum Weiter­flug nach Moskau vkrlafferu

Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe

für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/ mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

n.

Trfochvj nbte Ich des 3® hat h

terniA'

den vch gen, bra-

>5 m W- rtWck m 6N* 'ter gM Spuren F begibt ft i den peri' hMM

yie Ueberraschung in London.

N. T. London, 23. August.

<E jnisterpräsident Chamberlain, der wäh- ;enl der Vormittagsstunden mit den führenden Ka- >ii!ctsmitgliedern Unterredungen gehabt hatte, iMsing kürz vor dem Zusammentritt des Kabinetts len Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der La- joir Party, Greenwood. An der Kabinetts- itzlig, die pünktlich um 15 Uhr begann, nahmen illc Minister mit Ausnahme des sich in Kanada usütenden Lordkanzlers Lord Maugham teil, da-Unterhaus wird am Donnerstag um 14.45 1hl zusammentreten und einleitend eine E r k l ä - w g des Ministerpräsidenten entgegen* ,eh-ien. Gre enwood wird als amtierender Lei- rr der Arbeiterpartei und Sir Archibald Sin» hir als Leiter der liberalen Opposition nach der frhrung Chamberlains mit Reden folgen. Im )brrhüus, das sich um 15 Uhr versammelt, siv Außenminister Lord Halifax eine Erklä- ivra abgeben. Man nimmt an, daß ihr Wortlaut n,en wichtigsten Stellen der Erklärung Chamber- [aii5 gleichen wird.

Jönig Georg wird nach dem am Dienstag- iba d veröffentlichten Hofbericht aller Wahrschein- ich'it Mittwoch Schloß Balmoral verlassen und ivii London zurückkehren. Lordkanzler M a u g - oi, der sich zur Zeit in Kanada aufhält, ist durch .!otttelegramm der Regierung zurückberufen isoten.

Le Einberufung des Parlaments und andere Ilochahmen werden von der Londoner Mittwoch- lioiZenpresfe als Beweis dafür angesehen, daß incand an seiner bisherigen politischen Linie eh u 6 a 11 e n gedenke. ,L)aily . Telegraph" er-

Paris ringt nach Fassung.

Eine französisch-englische Demarche bei Molotow.

Was sagt die Well zu dem neuen Pakt?

Bestürzung bei der Einkreisungsfront. Alle Friedensfreunde hoch befriedigt

Ä1, pol einzelnen Nummern

JJnli* höherer Gewalt

Beobachters" gegenüberstehen und ihnen keine beson- c,. o _,-------

dere Bedeutung beimessen. (!) DerKurjer Polski" Istab wieder aufnahmen.", gibt wenigstens zu, daß Adolf Hitlereinen neuen ----

iu&en übereinstimmend in größter Aufmachung 1e daß Polen unter keinen Umständen

l e n gelassen werde.

>er bevorstehende Abschluß des deutsch-svwjetrus- Wen Nichtangriffspaktes steht natürlich im Brenn - 111 ft des Interesses der Londoner Presse. Man ist sie im klaren darüber, daß die deutsch-so wjetrussi- sch'n Vorbesprechungen schon sehr weit ge° di hen fein müssen. Staunen erregt vor allem d?i reibungslose Verlauf dieser Vorver- brLlungen, umsomehr, als man selbst seit April ii>"aus unliebsame Erfahrungen bei den Verhand- - stufen mit dem Kreml gesammelt hat. Einige Klötter geben sich dabei der müßigen Hoffnung hin, kij die Unterzeichnung des deutsch-sowjetrussischen £e~trages ebenfalls auf sich warten lassen werde.

große Mehrzahl der Blätter allerdings rechnet »mit, daß dieser Vertrag spätestens in vier Tagen, Nin nicht schon vorher, unterschriftsfer-

co rite gen würde. Mit größter Vorsicht läßt Tn babei die Frage unbeantwortet, welchen Sinn ??r ^tzt ab die französisch-englischen Verhandlungen v Moskau noch haben sollen. Kopfzerbrechen h^^cht auch über die weitere Entwicklung des gan- 'englisch-französischen Garantiesystems. Die ge- Presse von rechts bis links muß einstimmig istlchen, daß die Karten für das diplomatische 'e.ill jetzt in London und Paris neu gemischt lütten müssen, undNews Chronicle" stellt resig- F Nft:Der diplomatische und militärische Aspekt |pn sich über Nacht vollkommen g e- sl eht". Allgemein ist in der Londoner Presse !'Bestreben festzustellen, es mit der Sow- 1 i<i nion nicht zu verderben. Daher fehlen lrch.ge Worte und Kommentare. Als Erfaß dafür ifemin den Londoner Blättern Berichte von fran- i>ls schen Ausfällen gegen Moskau und von An- I stffm Warschaus auf die Sowjetunion.

Moskau, 22.August. (DNB.) Die Moskauer Zeitungen veröffentlichen in großer Aufmachung auf der ersten Seite die Mitteilung über die bevor­stehende Reise des Reichsaußenmmyters.Nach Ab­schluß des sowjetisch-deutschen Handels- und Kredit- abkomemns", so heißt es wörtlich,entstand die Frage der Verbesserung der politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Der dieser Frage gewidmete Mei­nungsaustausch zwischen den Regierungen Deutsch­lands und der Sowjetunion zeigte den beider­seitigen W u n s ch , die Gespanntheit der gegen- eitigen politischen Beziehungen zu losen, die Gefahr eines gegenseitigen Krieges zu beseitigen und einen Nichtangriffspakt abzuschließen.

Wie derFrankfurter Zeitung aus Moskau berichtet wird, wird der Reichsaußenmmister von Ribbentrop in dem schönen Empire-Palais der ehemaligen österreichischen Gesandtschaft Woh­nung nehmest. Dort werden ihm zehn repräsentative Räumlichkeiten und ein Empfangssaal zur Verfü­gung stehen. Die Begleitung des Außenministers, die mit dem technischen Personal 32 Personen um­faßt, wird in anderen Moskauer Gebäuden und in der deutschen Botschaft einguartiert. Der Zufall hat es gefügt, daß sich gerade in der Auchbarschaft her ehemaligen österreichischen Sesanhtschast lenes Gästehaus befindet, bas hie Soroietregterunfl her englisch - französischen Mil.tarmrs- s i o n zur Verfügung stellte.

In Moskau empfindet man die neue Gestaltung des Verhältnisses zwischen Deutschland und der Sowjetunion als einen geschichtlichen Wen de- punkt. Die zielbewußte und energische Jnangrlu-

M die Garantie an Polen bleibe unoer« in: e r t gültig. In dem gleichen Blatt findet sich I in Hinweis darauf, daß die Militärabord- im g der Westmächtebis zur Klärung der Lage" leite gegenteiligen Anweisungen er= joltm werde, wenn das Blatt auch nicht umhin kn;, ine Unnatürlichkeit dieses Zustandes al-peinlich zu empfinden. Die Zeitung stellt fist England und Frankreich hätten keinen Augen- 6iv daran gedacht, einen politischen Rückzug an- Mrten und sichvor eingegangenen Verpslichtun- 1?- zu drücken". Das Blatt begründet diese eng- H«eStandhaftigkeit" mit der offenherzigen Fest- -(iciung, daß den Engländern keine andere -f) itung übrtgbleibe, denndas Msehen h der Einfluß Englands würden vollkommen ver- striinden, wenn jetzt zum Rückzug geblasen würde", j Ä der gleichen Richtung liegen die Kommentare 'oliir anderen Blätter. Vor allem stellen die Zei-

Der Weg zu einem neuen Frieden.

Der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und' Rußland pflügt die europäischen Verhältnisse jäh­lings um. Die größten Nationen der Welt finden ich nach einem verhängnisvollen Irrweg wieder in der Freundschaft zusammen, die feit Peter deZ Großen Zeiten für beide Partner von Vorteil matt Zwei gewaltige durch die Natur aufeinander ab* gestimmte Wirtschaftsgebiete sind in dem am Sonn* tag veröffentlichten Handels- und Wirtschaftsabkoin* men und sodann politisch wieder zusammengetroffen, o daß sie politisch und wirtschaftlich künftighin un­iberwindbar sind. Die Demokratien Londoner und Pariser Fasson, Mächte, die an der Randzone Euro* pas liegen und von dort aus durch Zerteilung deb Festlandsmächte den europäischen Kontinent zu be­herrschen glaubten, haben endgültig ihre Stützpunkte! in Osteuropa verloren.

lieber alle Verschiedenheiten der politischen, wirt- chaftlichen und geographischen Struktur der beiden Rationen wurde in Berlin und Moskau das Ver­bindende realpolitisch erkannt und zum Durch­bruch geführt. Das russische Volk, das dem ersten! Napoleon das Grab grub, mit Deutschland zusam­men den Tyrannen Europas bei Leipzig nieder* warf und sich immer wohl dabei befand, wenn es mit deutscher Hilfe die ungeheuren aber noch schlum­mernden Kräfte der russischen Erde zu entfesseln! versuchte, das bis 1890 mit Preußen und den ande­ren deutschen Staaten in Freundschaft lebte, ist einst durch die falsche Führung einer kleinen ehrgeizigen Kaste in den Weltkrieg geführt worden. Als Bis­marck, der trotz aller Anfeindungen liberalistischcr Gegner Wert auf ein Freundschaftsverhältnis mit Rußland legte, den Rückversicherungsvertrag ab* schloß, richtete er das Augenmerk auf die englifch- ranzöstschen Machenschaften und den Neid dieser peripheren Nationen. Seitdem der neue Kurs nach England strebte wurde Rußland automatisch durch die deutsche Zickzackpolitik an die Seite der West­demokratien gedrängt. Bismarck hatte immer ge­warnt. Er hatte ständig betont, Deutschland und Rußland hätten nur gemeinsame Inter­essen, aber keine Gegensätze aufzuweisen, die zu einem Kriege führen könnten.

Als eine verderbte Hofkligue in Petersburg den! Weltkrieg begann, befand sie sich im Banne der englischen Schlagworte und der Franzosen, die als Sozialdemokraten und Nachkommen der Bastille* ftürmer merkwürdigerweise nichts darin fanden, daß sie sich mit dem Inbegriff der Autokratie ver­bündeten. Diese widernatürliche Ehe hat das alte Rußland mit einem Kriege gegen Deutschland be­zahlt, in dem es verblutete und der eine radikale Aenderung hervvrrief. Die Westdemokratien schie­nen, nachdem ein Versuch, die Revolution in Ruß­land mit Waffengewalt wieder wett zu machen, zer­brach, das Heft in der Hand zu haben, aber das

Moskau sind des weiteren Anweisungen zu­gegangen, bei Molotow eine Demarche zu unternehmen über den Sinn des geplanten deutsch- sowjetrufsischen Paktes.

Die großen Pariser Morgenblätter, die allerdings meist antikommunistisch eingestellt sind, lassen ihrer tiefen Verärgerung in schärfsten Worten freien Lauf. Dor allem derMatin" ergeht sich in maß­losen Vorwürfen gegen Moskau und stellt die Frage, ob die sranzösischen Generale und die englischen Admiräle noch länger am Vorzimmer Molotows märten würden. Das Blatt ergeht sich dann in ge­schichtlichen Reminiszenzen und stellt fest, dreimal hätten die Franzosen ihre Erfahrungen mit den Sowjets gemacht, bei Brest-Litowsk, in Rapallo und jetzt in Moskau. Drei solche Schläge innerhalb von zwanzig Jahren, das sei viel, sogar zuviel. In den gleichen Ausfällen ergeht sich dasPetit Jour­nal". Die Zeitung vertritt erneut den Standpunkt der bedingungslosen Unterstützuna Polens, wenn sie erklärt,die polnische Grenze sei der Vorposten der französischen Grenze". Auch andere Blätter geben zu, sich in der Politik Moskaus nicht mehr auszukennen. Sie rechnen damit, daß weitere Ueberraschungen nicht unmöglich seien. Allen diesen Eventualitäten suchen sie durch die er­neute Erklä'cung vorzubeugen, daß England, Frank­reich und Polen fest bleiben und den gegen­wärtigen Nervenkrieg auch weiterhin aushalten würden. Immerhin werde, so erklärt beispielsweise das bisher sowjetfreundlicheOrdre", der deutsch­sowjetrussische Nichtangriffspaktschwierige Probleme" aufwerfen. Der marxistischePopu- laire" seinerseits gibt zu, daß Stalin der franzö­sischen Sicherheiteinen schweren Schlag" versetzt habe.

Hft.

M in hen Bereinigten Staaten.

u 9 0 r!, 22. Aug. (Europapreß.) In den

,?<< tilgten Staaten entwickeln sich die Nachrichten <5,(9^ iibr den deutsch-sowjetrussischen Nichtangriffspakt M935 fr.*ci i Tn r mehr zur größtenSensation des letzten .jjftiflrf ! jmjzehnts". Die Mittagsblätter übertreffen mit der SSuÄJ (ihrer Schlagzeilen in der Aufmachung der nRieOft- 'Mengen noch die Morgenblätter. In verschiede- Hf Kommentaren wird der Paktabschluß als 1l'p : , b ; lomatisches Meisterstück" gekennzeich- y ,;,i rne ,New York World ^elegram" und andere

nähme dieser Neuordnung hat hier starken Eindruck gemacht. Die eigenen Methoden der neuen deutschen Diplomatie, als deren Verkörperung man in Mos­kau Ribbentrop betrachtet, haben der sowjetrussi­schen Bevölkerung die U e b e r l e g e n h e i t gegen­über dem schleppenden Verfahren der englischen und französischen Unterhändler überzeugend sichtbar ge­macht. Es ist das erstemal, daß nun mit Ribben­trop ein aktiver deutscher Reichsminister seinen Weg nach Moskau nimmt. Wenn es die in protokollari­schen Frager sehr empfindsamen Russen seinerzeit den Engländern und Franzosen verübelten, daß sie bei der Wahl ihrer Unterhändler mit Moskau allzu viele Rücksichten mitsprechen ließen, so hat der Entschluß des Reichsaußenministers, selbst nach Moskau zu kommen, von vornherein sympathisch berührt. Die sowjetrussische Presse zog aus der neuen Lage bereits die Schlußfolgerung, indem sie bei der Wiedergabe des außenpolitischen Nachrichtenmaterials ihre Auswahl mit bemerkens­werter Ruhe und Vorsicht trifft. Die Danziger Frage tritt im Gesamtbild der Berichterstattung fast völlig zurück. Die Militärbesprechungen werden auch nicht einer einzigen Silbe gewürdigt. Die englisch-französische Militärmissivn scheint, wie die Diplomaten selbst, von der Wendung außer­ordentlich überrascht gewesen zu sein. Die Militär­besprechungen sind am Dienstag nicht wieder ausgenommen worden, obwohl dies ursprüng­lich geplant gewesen war. Dagegen hatten die mili­tärischen Vertreter der beiden Westmächte vom Kreml die Einladung erhalten, den Kreml und die alten Museen Moskaus zu besichtigen.

0!ne Illustrierte , 1.80 Zrtellgebühr . . , -.25 «ich bei Nichterscheinen

psychologisch-propagandistischen Erfolg" erlangt habe. Ein Artikel der Iskra-Agentur, die der Regierung nahesteht, sagt, daß Polen über die Rolle der Sowjets und ihrebyzantinische Politik" immer gut unter­richtet gewesen sei. Es wäre auch für niemand ein Geheimnis, daß Polen einengleichgültigen Standpunkt" gegenüber den Projekten einge­nommen habe, mit Sowjetrußland ein Abkommen zur gegenseitigen Hilfe abzuschließen. Polen habe auch nicht an den diplomatischen und militärischen Verhandlungen der Westmächte in Moskau teilge­nommen und ihnen niemals große Bedeu­tung beigemessen. Das Blatt vergißt dabei zu erwähnen, daß vor Beginn der Verhandlungen die polnische Presse mehr als einmal versteckt ober offen zum Ausdruck brachte, daß man eine Ein­ladung, auch nach Moskau zu kommen, freudig be­grüßt hätte. Aufrichtig gesagt so heißt es in dem Artikel weiter, habe Polen auch nicht den Ein­druck gehabt, daß diese Verhandlungen durch ein positives Ergebnis gefrönt sein könnten.

LM >r w.; Ntfk j ->se 5 1 m? j

Oanbhp'; \' 'Quent< ti m M T jenen .4 fnsgtG-' i erie - ierte(ic

'stW 1 in du di- ta Soli* I ws ft'' uberlor, & ch in b. 's nb oerc. lid)j, i tolbc ur, ' ine seiiMM 3beafiiJ njb schw.» Wu-, ung ei^l beruh* I 15 gilt r-| sicher fr es Maik | ers M1 nal Siri * ninber c oven-Der beitet, t eitimmtr bt auf igung m i > Gig® Wahl t, Thyriol |

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Liehen. Schrislleilung und Seschäftrftelle: Lchulstrahe 7