„Von hier und jeht beginnt eine neue Zeit."
Große Politik gegen Intrige.
Der Abschluß des dsutsch-sowjetrussischen Handelsabkommens hat, zusammen mit der Verschärfung der Lage im Fernen Osten, schon am Montag über das politische London und Paris eine Stimmung schwüler Nervosität gebreitet; die Nachricht von dem bevorstehenden Abschluß eines Nichtangriffspaktes zwischen Berlin und Moskau in den Spätabendstunden dieses schwülen Montags war dann der Donnerschlag.
Und bei alledem kommt diese Ueberraschung nicht ganz unerwartet. Oder sie trifft vielmehr nur unerwartet die Leser der englischen und französischen Presse, die in einer wahren Sintflut von Nachrichten aller Art geradezu ertränkt werden. Der deutsche Leser erinnert sich noch, daß am 3. Mai nach dem Sturz von Maxim Maximowitsch Litwi- now-Finkelstem der bisherigen sowjetrussische Ministerpräsident Molotow auch das Außenministerium übernahm. Er schwieg sich zunächst einige Wochen aus. Am 31. Mai hielt er aber eine Rede, die viel Beachtung fand. Er erklärte, eine B e - lebung des deutsch-sowjetrussischen Handelsverkehrs für erwünscht und erinnerte an das Wort Stalins, daß Sowjetrußland sich davor hüten müsse, die Kastanien für andere Leute aus dem Feuer zu holen! Die Stalinsche Warnung wurde in einer recht charakteristischen Rede am 10. März, also noch vor den letzten mitteleuropäischen Veränderungen, ausgesprochen. In dieser Stalinschen Rede wird von den Westmächten gesagt: „Sie erklären geradeheraus und schreiben es schwarz auf weiß, daß sie von den Deutschen schwer enttäuscht seien, da diese, anstatt weiter nach Osten gegen die Sowjetunion vorzustoßen, sich — man höre nur! — nach Westen wandten und Kolonien verlangten. Es könnte angenommen werden, man hätte den Deutschen Gebiete der Tschecho-Slowakei als Kaufpreis für die Verpflichtung gegeben, den Krieg gegen die Sowjetunion zu beginnen, daß sich aber die Deutschen nunmehr weigern, den Wechsel einzulösen, und den Gläubigern die Tür weisen." In diesem Zusammenhang fiel das bekannte Wort von den heißen Kastanien und das weniger, aber ebenso klare Wort von den „ausgekochten Diplomaten".
Es ist richtig, daß nach den Oktober-Ereignissen 1938 in der Presse der westlichen Demokratien ganz plötzlich und trotz einiger hemmender geographischer Begebenheiten ein furchtbares Orakeln über die Ukraine losging, wobei die Ukraine — unter lebhaften Entrüstungen über die deutsche Schlechtigkeit — als (angebliches) deutsches Kriegsziel proklamiert wurde. Dieser Rummel fand in Deutschland kein Echo. Wir erzählen diese Einzelheiten, weil sie mit überraschender Klarheit zeigen, welche kniffligen Jntrigenwege gewisse westliche Politiker gehen. Jeder Leser wird verstehen, daß gegenüber solchen Rücken und Tücken eine voraussetzungslose Politik aus dem offenen Rockärmel eine Gefahr wäre. Gegen diese Rücken und Tücken hilft nur feine Politik aus einem Guß und aus feinem großen Ueberblick. Rur eine solche gewährleistet in einer so erregten Zeit und bei so gespannten Verhältnissen jene Offenheit der 23er« Handlungsführung, die wieder die Bürgschaft eines schnellen und klaren Abschlusses ist. Unwillkürlich drängt sich das Wort des instinktsicheren Goethe in den Sinn, der bei einer großen geschichtlichen Gelegenheit die berühmten Worte geschrieben hat: Don hier und jetzt beginnt eine neue Zeit.
Gegen diesen scharfen und temperamentvollen Zug fällt die Politik der westlichen Demokratien kraß ab, die mit Pfiffigkeit einen Besitzstand verteidigen will, der eben so anspruchsvoll wie auf
fremde Hilfe angewiesen ist. Schlimmer noch! Diese Politik ist die Verkörperung jener charakterlosen reaktionären Gesinnung, die sich dem toten Besitz verschreibt, fremde Degen wirbt und sich selbst nach besten Kräften außer Obligo hält. Die Engländer Haden schon dem Zarenreiche versprochen, mit ihrer Flotte in der Ostsee und durch die Dardanellen hindurch im Schwarzen Meere zu erscheinen; sie find weder in der Ostsee, noch im Schwarzen Meer erschienen. Wir leben in der Tannenberg-Woche. Run, der russische Vormarsch vom August 1914 nach Ostpreußen wurde infolge dringender Bitten des damaligen französischen und englischen Botschafters am Zarenhofe überstürzt. Auch die weitere zaristische Kriegführung vom Herbst 1914 bis 1916 stand unter dem Druck der ewigen englisch-französischen Hilfegesuche. Zarte Andeutungen dieser Art enthalten die Tagebücher und Betrachtungen des französischen Botschafters Maurice Palöologue „Am Zarenhofe während des Weltkrieges". Die Kremlleute wären gottverlassen gewesen, wenn sie sich nach dem Muster der zaristischen Diplomaten und Generale noch einmal hätten einseifen lassen.
Der aufmerksame Beobachter findet in dem Archiv
Breslau, 23. Aug. (DRB.) Die Verhaftungen und lieb erfülle auf Reichsangehörige in Polen nehmen ständig zu. So sind»in Pommerellen allein in den letzten Tagen neun Reichsdeutsche überfallen worden. In der Nacht zum 19. August fand ein Ueberfall auf die Besitzung des Reichsangehörigen D a m e r a u bei Strasburg statt, wobei der Zaun zerstört und das Haus beschädigt wurde. Am 20. August wurde dann der Sohn Dameraus von zwei Polen, die mit Pistolen und Schlagringen bewaffnet waren, überfallen und schwer mißhandelt. Am 21. August wurde ein Reichsangehöriger aus dem Kreise Zempelburg, dessen Name aus verständlichen Gründen nicht genannt werden kann, von einem polnischen Rittmeister mit der Reitpeitsche mißhandelt, weil er auf Fragen des polnischen Offiziers in polnischer Sprache nicht antworten konnte. Am 1*9. August wurde ein Ueberfall auf das Gehöft des Volksdeutschen Gullnick in Plowenz ausgeführt, wobei sämtliche Scheiben eingeschlagen wurden. Wenige Tage vorher wurde das Gehöft des Volksdeutschen Richard Stachel in Ostrowitz überfallen, wobei ebenfalls sämtliche Fensterscheiben eingeschlagen wurden. Stachel wurde von den eindringenden Polen unmenschlich mißhandelt. Dem volksdeutschen Gastwirt G e p p e l t in Trszcyn bei Bromberg wurde die Konzession zum Ausschank alkoholischer Getränke entzogen. Geppelt betreibt die Wirtschaft feit 35 Jahren und steht im Alter von 81 Jahren. Am Samstag, 19. August, wurden im Anschluß an Haussuchungen die Ortsgruppenleiter der Jungdeutschen Partei Draheim, Wölter und Gorzela in Vandsburg verhaftet.
Die Massenverhaftungen unter den Ukrainern Ostgaliziens, besonders in der Nähe der rumänischen Grenze bei Kolomea, werden fortgesetzt. Das Kreisgericht von Czortkow verurteilte acht Ukrainer wegen Zugehörigkeit zur „Nationalistischen Ukrainischen Organisation" zu je dreieinhalb Jahren Zuchthaus. Das Kreisgericht Brzezany, ebenfalls Ostgalizien, bestrafte einen Ukrainer wegen angeblicher Propaganda für die „Nationalistische Ukrainische Organisation" unter
des Osteuropa-Jnstituts an der Königsberger Universität wesentliche Aufschlüsse zur zeitgenössischen Problematik und außerdem in Bismarck „Gedanken und Erinnerungen" goldene Worte zu dem rein staatlich gesehenen Verhältnis zwischen Deutschland und dem russischen Raum. Dort lesen wir auch — um aus der Fülle nur ein einziges Wort herauszugreifen — den gegenwartsnahen Satz: „In den meisten Fällen ist eine offene und e h rliche Politik erfolgreicher als die Feinspinnerei früherer Zeiten."
Der Abschluß des deutsch-sowjetrussischen Handelsabkommens und die schon erwähnten Worte Molotows, die in dieselbe Richtung weisen, bestätigen und erweitern den Gedankenkomplex des künftigen Nichtangriffspaktes in der Richtung der natürlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten. Dieser Durchbruch der wirtschaftlichen Tatsächlichkeit bedeutet eine schwere Schlappe der westdemokratischen Wirtschaftsgesinnung, die überall und immer die nächstliegenden Möglichkeiten stören und einengen will, um mit dem Lockmittel des „Kredits" finanzkapitalistischen Raubbau schlimmster Sorte zu betreiben. Es liegt ganz in der Natur der Sache, daß die neue Lage das ganze „Zwischeneuropa" vom Finnischen Meerbusen bis zum Griechischen Meer tief und nachhaltig beeinflussen wird. Dr. Ho.
den in der polnischen Armee dienenden Ukrainern zu fünf Jahren Zuchthaus.
Volksdeutsche Familie von Aufständischen niedergemetzelt.
(Stettin, 23. Aug. (DRB.) Wie der nach Polen entsandte Sonderberichterstatter des „Stettiner Generalanzeigers" aus Bromberg meldet, ereignete sich in der Nähe von Labischin im Netze- Gebiet eine neue Wahnsinnstat polnischer Aufständischer. In der Nacht zum 22. August verübte eine Gruppe schwerbewaffneter Polen einen zweifellos vorbereiteten Ueberfall auf das einsam gelegene Anwesen des Volksdeutschen Christian Ma lze e k, der den polnischen Chauvinisten als deutschbewußter Mann bekannt und verhaßt war. Kurz nach 22 Uhr wurde Malzcek durch laute Geräusche vor dem Hause aufmerksam gemacht und ging vor die Tür, um festzustellen, was los war. Im gleichen Augenblick krachten mehrere Schüsse, die den Volksdeutschen niederstreckten. Wie eine wilde Horde stürmten die Banditen dann in das Haus, wo sie die Frau Malzcek und den 15jährigen Sohn an trafen. Auch der Sohn erhielt zwei tödliche.Schüsse und brach zusammen. Die Mutter, die sich auf den am Boden Liegenden warf, wurde von der entmenschten HSrde mit einer Mistgabel so schwer verletzt, daß sie ebenfalls starb.
Eine Verwandte Malzceks, die 51jährige Marie Slowok, die sich in der nebenanschließenden Küche befand, konnte, während die Aufständischen im Wohnzimmer alle Schränke durchwühlten und die Möbel in sinnloser Wut zerstörten, durch den Garten in den Wald flüchten. Kurze Zeit daraus schlug aus dem Dach des Hauses eine Flamme und bald brannte da s ganze Anwesen. Die Mordbrenner entfernten sich in der Richtung auf Schubin. Die Volksdeutschen in der Umgebung von Labischin hat sich wegen dieses verbrecherischen Feuerüberfalls eine ungeheure Erregung bemächtigt. Die | Lage für das Deutschtum wird von Stunde zu
Stunde unerträglicher, nachdem erst vor wenigen Tagen zwölf junge Deutsche mit unbekanntem Ziel verschleppt wurden und mehrere volksdeutsche Männer und Frauen auf der Straße und auf dem Felde angefallen und mißhandelt worden waren.
Drohender Eisenbahnerstreik in England.
London, 23. August. (DRB. Funkspruch.) Die dem Lokomotivführer- und Heizeroerband ongehören- den Eisenbahnangestellten beschlossen gestern, am Samstag in den S t r e i k zu treten, da ihren Lohnforderungen nicht entsprochen worden ist. Äon diesem Streik dürften, wenn er zur Durchführung gelangt, alle großen Eisenbahnlinien Englands betroffen werden.
Gegen den Streikbeschluß wendet sich mit großer Schärfe die „Daily Mail". Es fei unmöglich, daß der Beschluß angesichts der gespannten internationalen Lage durchgeführt werden könne. Auch die übrigen Morgenblätter des Mittwochs behandeln die Haltung des Verbandes in ähnlichem Sinne.,
Prof. Mentzel
zum Ministerialdirektor ernannt.
Berlin, 22. August. (DNB.) Der Führer hat den Chef des Amtes Wissenschaft im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Präsidenten der deutschen Forschungsgemeinschaft Rudolf Mentzel zum Ministerialdirektor ernannt. ^-Oberführer Professor Mentzel, Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP., ist 1900 in Bremen geboren. Er ist Kriegsteilnehmer 1918, gehörte mehreren Freiwilligenkorps an und nahm am Kapp-Putsch 1920 und an den Kämpfen in Oberschlesien 1921 teil. Seit 1921 ist er Angehöriger der nationalsozialistischen Bewegung. Als Kreisleiter der Kreise Göttingen von 1930 bis 1933 ist er ein alter Mit- fämpfer von Reichsminister Rust, dem Gauleiter des Gaues Süd-Hannover—Braunschweig. Gleichzeitig war er Führer des 1. Sturmbannes der 51. ^-Standarte.
Rach dem Studium der Chemie und der Naturwissenschaften in Göttingen machte er 1925 das Doktorexamen. Als Werkstudent arbeitete er in Kohlen- und Kalibergwerken. Nach einem Jahr Jn- dustrietätigkeit als Betriebsleiter einer Bremer Oel- firma wurde Mentzel 1926 Assistent am Göttinger Universitäts-Laboratorium für Chemie und Mitarbeiter des Heereswaffenamtes. Er habilierte sich 1933 und ist seit 1935 ordentlicher Professor für Wehrchemie an der Technischen Hochschule Berlin. Seit 1934 ist Mentzel im Reichserziehungsministe- rium, seit 1936 nebenamtlich Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Kleine politische Nachrichten.
In Stettin fand in Anwesenheit von Staatssekretär Bohle und Staatssekretär Königs vom Reichsverkehrsministerium die Einweihung des ersten nationalsozialistischen Seemannsheime s der deutschen Seefahrt statt. Die Feier wurde vom deutschen Rundfunk übertragen, so daß sie von allen deutschen Schiffen ausgenommen werden konnte. Gauleiter Bohle hielt die Weiherede und gab dem Haus den Namen „Haus der Seefahrt".
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Der portugiesische Staatspräsident Carmona hat seinen mehrtägigen Staatsbesuch in der Südafrikanischen Union beendet und die Reise nach L o -» a n b a, in der portugiesischen Kolonie Angola, angetreten.
Reichsdeutsche mit Schlagringen und Reitpeitsche mißhandelt.
Zwei amerikanische Ozeanflieger verschollen.
Zwei amerikanische Flieger, die von der englischen Presse als die „verrückten Flieger" bezeichnet werden, hält man nunmehr in London für verloren. Sie waren am Freitag mit einem vollkommen veralteten Flugzeugtyp von St. Peter (Neuschottland) aufgestiegen und wollten am Samstaamittag in Irland landen. Da die Flieger keine Funkgeräte mit sich führten, fehlt jede Spur von ihnen. Der Brennstoffvorrat muß am Samstagspätnachmittag erschöpft gewesen fein. In einigen Londoner Zeitungen finden sich bereits Andeutungen eines Vorschlags, ein internationales Abkommen zu treffen, wodurch die leichtsinnige Ozeanfliegerei aus Reklamegründen verboten werde solle.
Zu schnell in die Kurve — dreimal überschlagen.
Ein aus Frankfurt kommendes Personenauto verunglückte auf der Straße Wörth—Trenn« furt. Der Wagen fuhr anscheinend mit zu großer Geschwindigkeit in eine Kurve, bekam einen Reifen- defekt und überschlug sich dreimal. Die vier In- faffen, zwei Männer, eine Frau und ein kleines Kind, trugen alle, z.T. schwere Verletzungen davon.
Wetterbericht
lieber dem größten Teil Europas hat sich einfe sehr gleich förmige Luftdruckverteilung hergestellt, die die Ausbildung lokaler Störungsgebiete vor allem über dem Festland begünstigt, in denen es zu Gewittern kommen wird. Im übrigen wird Schön» wettercharakter vorherrschen.
Vorhersage für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst heiter bis wolkig mit Neigung zu örtlichen Gewitterstörungen, tagsüber warm und schwül, veränderliche Winde.
Vorhersage für Freitag: Im wesentlichen warm und freundlich, doch nicht allgemein ftörungsfrei.
Lufttemperaturen am 22. August: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 16,9 Grad; am 23. August: morgens 14,4 Grad. Maximum 22,7 Grad, Minimum heute nacht 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. August: abends 20,4 Grad; am 23. August: morgens 17,7 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden.
Aus aller Wett
schen Kulturlebens zugänglich. Sie werden so ihrer späteren Aufgabe zugeführt, einmal Mütter des Volkes zu werden. Sie werden dann aber auch ihre Kinder in diesem Sinne erziehen.
Gärtnerinnen kommen mit dem Wunsch in ihren Beruf, ihr Leben auf anderen Grundlagen aufzubauen als der städtischen. Durch den Umgang mit der Pflanze und dem Boden erhalten, sie tie f e Befriedigung, aus der sich dann auch eine schlichte naturgemäße Lebensführung ergibt. Nicht ausschließlich die Sorge um das Verdienen des Lebensunterhaltes zwingt sie zu dieser Arbeit. Sie sehen daneben die Möglichkeit, als mütterliche Betreuerin für die gesamte Volksgemeinschaft tätig zu sein, was ihnen als letztes Ziel dann die Aufgabe stellt, einmal vertrauensbewußte Frau des Betriebsführers zu sein ober aber als Beraterin ober Lehrerin anderen Menschen den naturgebundenen In- halt einer Beschäftigung mit der Pflanzenwelt zu vermitteln. Die bisher vorliegenden Ergebnisse aus dem Arbeitsbereich der Gärtnerinnen zeigen immer wieder, daß mit der Erlernung dieses Berufes nicht eine materielle Notwendigkeit vorliegt, sondern tatsächlich eine Lebensaufgabe und ein Lebensinhalte dem Beruf der Gärtnerinnen und überhaupt aller weiblichen Arbeitskräfte im Gartenbau zu finden ist.
Völkische und sittliche Aufgaben im Gärtnerinnenberuf.
Vielseitige Derufserziehung. - In vorderster Front gegen die Stadtsucht.
. Von Oiplomgarienbauinspektor Liske-Goslar.
umgehen lernen und daß diesen em tiefes Verständnis für die Beziehungen zwischen Volk und Boden und für die Werte des Landlebens vermittelt werden. Die Gärtnerin bildet damit eine Brücke zwischen Stadt und Land. Die Gärtnerinnen sind aber auch für die Spezialarbeiten des gesamten Gartenbaues nicht zu entbehren. Sie sind em wichtiges Glied in der E r z e u g u n a s s ch l a cht, und ihre Tätigkeit wird besonders bewußt m Zeiten schwieriger Versorgung des Marktes. Die weibliche gärtnerische Arbeitskraft sorgt weiter als Gartenarbeiterin und Gartenbaulehrerin dafür, daß die Gärten richtig ausgenutzt und die Erzeugnisse aus den Gärten und den Kulturen auf praktischem -Jßege verwertet und haltbar gemacht werden. Die durch ihre Arbeit mit Boden und Pflanzen vertrauten Gärtnerinnen sind damit dem Einfluß echten deut-
Auf dem 1. Reichstreffen der Gärtnerin- : nen, das auf dem 3. Reichsgartenbau- s tag in Stuttgart stattfand, sprach der ' Reichssachbearbeiter der Fachschaft „Gärtner" : über die Berufserziehung der Gärtnerinnen. , Die augenblickliche Zeit verlangt den Einsatz der Gärtnerinnen in den deutschen Gartenbaubetrieben verstärkt zu fördern. Dabei ist nicht allein an ihre Tätigkeit im Erwerbsgartenbau gedacht, sondern gleichzeitig auch an alle Gärtnerinnen im häuslichen Gartenbau, in der Beratungstätigkeit und in der Lehrtätigkeit. Die Stellung der berufstätigen Frau im Gartenbau hat sich aus der hauswirtschaftlichen Erzeugung des Bedarfes an Obst und Gemüse entwickelt. Durch die Erfordernisse des erwerbswirtschaftlichen Gartenbaues fand dann die Gärtnerin auch Beschäftigung als gelernte und ungelernte Arbeitskraft. Seit etwa vier Jahrzehnten gibt es die berufstätige Gärtnerin, die eine Ausbildung erfahren hat und hernach in selbständigem oder abhängigem Arbeitsverhältnis Aufnahme findet. Rach einer Schätzung befinden sich im Altreich etwa 14 0 0 0 gelernte Gärtnerinnen. Auf Grund einer Erhebung der Arbeitsbuchpflichtigen der in Gartenbaubetrieben tätigen weiblichen Per- fonen (nach dem Stande vom Dezember 1938) ergibt sich eine Zahl von 35 000.
Die Tätigkeit der Gartenarbeiterin erfordert keine besondere Ausbildung, da sie die notwendigen Handgriffe im Betriebe selbst erlernt. Der Berulsweg der Gärtnerin geht über die Tätigkeit als Lehrling über die Gehilfin und Meisterin zur Gartenbaulehrerin. Nach dieser Entwicklung kann die Gärtnerin im Beruf verschiedene W eg e einschlagen: als geprüfte Gärtnerin, als geprüfte Gartenmeisterin, als staatlich geprüfte Gartenbautechnikenn und Gartenbauinspektorin, als Diplomgärtnerin. Sie ist hiernach im Beruf tätig als Gärtnerin in den Erwerbsgartenbaubetrieben des hauswirtschaftlichen Gartenbaues (Haus- und Anstaltsgärten), als Fachkraft im weiblichen Arbeitsdienst und im Landjahr, als Gartengestalterin in Entwurfsbüros, als Gartenbauassistentin in Gärtnereien, als Gartenbaulehrerin und Beraterin für den hauswirtschaftlichen Gartenbau, als Frau des Betriebsführers oder dessen Stellvertreterin, als selbständige Unternehmerin in den einzelnen Berufszweigen.
Worin liegt nun die große völkische und sittliche Bedeutung der Gartenbautätigkeit der Frau? Durch die Erlernung des Gärtnerinnenberufes wird ein Gegengewicht gegen oie Stadtfucht geschaffen. Die Gärtnerinnen helfen, daß weite Frauenkreise mit Blumen und Pflanzen
Watteaus „L’Indifferent“ schwer beschädigt.
Das vor zwei Monaten aus dem Louvre m Paris aestohlene und vor wenigen Tagen von dem Dieb xurüierftattete Bild „L'Indifferent“ oon Watteau hat noch Ansicht des vom Untersuchungsrichter de- austragten Sachverständigen durch die °°n dem Dieb vorgenommene „Restauration so !iark gelitten daß es feinen Kaufwert mehr besitzt. Die genaue Untersuchung des Bildes hat ergeben daß die Farbe an verschiedenen Stellen abgewaschsn worden ist. Die Auflackierung ist von dem Dieb mit einem ganz gewöhnlichen Wagenl a d »orgenom- men worden, der das Gemälde schwer beschädigt hat. Der Sachverständige ist aber trotzdem der Auffassung, daß das Bild noch gerettet werden
Der Tod in den Bergen.
Ein schweres Bergunglück ereignete sich im M a s s i v von Danoise in Savoyen und kostete drei jungen Bergsteigern das Leben Trotz Warnung der Bergführer hatten jene versucht, von der Nordwand her den 3800 Meter hohen Grande Cafe zu erstes aen stürzten jedoch von einem Gletscher über 500 M-t-rtiäab Ündblieb-n z - r s ch m e t t - r t steaen. Am gleichen Tage ereignete sich nn selben Massiv ein weiteres Unglück, bei dem ein Schweizer Alpinist ums Leben kam. - Wie ausGhamonix verlautet, sollen sich im Mont-Blanc-Massw vier Schweizer Alpinisten verstiegen haben und in Le- bensaefahr befinden. Eine Rettungskolonne ist zur Hilfäeistung aufgeftiegen.
„3m Scherz" den Arbeilskameraden tödlich verletzt.
Auf einer Baustelle in Zweibrücken warf im Scherz ein Arbeiter mit einem Stein nach einem 15jährigen Arbeitskollegen. Der Stein traf den Jungen an der rechten Schläfe, ohne eine äußere Verletzung zu verursachen. Wenige Stunden später starb der junge Mensch. Die auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vorgenommene gerichtliche Leichenöffnung ergab, daß durch den Anprall des Steines an das Schläfenbein ein Blutgefäß verletzt war, aus dem sich das Blut ins Gehirn ergoß.
Blädchenmörder zum Tode verurteilt.
Hannover, 12. Aug. (DNB.) Das Schwur- geriet)! verurteilte den 35Jahre alten Kurt H an s ch- mann, gebürtig aus Leipzig, wegen Mordes zürn Tode. Hanschmann hatte am 24. Mai d. I. ein 15 Jahre altes Mädchen, das feine Annäherungsversuche stets zurückwies, in Hannover-Linden auf offener Straße durch sieben Messerstiche getötet. Be- merkenswert ist, daß der Verbrecher im Jahre 1926 in Frankfurt a. M. ebenfalls ein Mädchen getötet hat. Damals war er wegen Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden.
hillerjunge überfahren und getötet
Auf der Reichsstraße zwischen Göttingen und Niedernjesa wurde ein Hillerjunge von einem Personenauto angefahren und getötet. Der Fahrer des Wagens ist flüchtig. An dem Auto wurden die rechte Lampe, der rechte Kotflügel und die Windschutzscheibe beschädigt.
Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Haupffchriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unwersitats- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mo- natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel« Verkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Rr.4 vom 1. September 1937 gültig.


