Hr.I44 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
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und Wirtschaftslehre des
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Aus der Stadt Gießen
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Agrarpolitik Landbaues:
IV:
V:
VI:
VII:
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Erinnerung an den ivin. Mrnationalen Landwirtschastskongreß in Dresden.
chauptberichte sowie zahlreiche Spezialberichte, rwclche für jedes der meist vier in einer Sektion »auf der Tagesordnung stehenden Themen verfaßt iwaren, wurden den Teilnehmern je nach Wunsch iin einer der vier Verhandlungssprachen (Deutsch, ! Französisch, Italienisch, Englisch) beim Eintreffen »auf dem Kongreßbüro in geschmackvoller Hülle aus- »gehändigt. Wurde es auf diese Art ermöglicht, daß »alle Zuhörer den Vortragenden zu folgen vcr- rmochtcn, ohne daß die Berichte in andere Sprachen ii'iberseßt zu werden brauchten, so konnten, da stets Dolmetscher zugegen waren, die Aussprachen sofort iin allen gewünschten Zungen verständlich gemacht nverden.
Als bestes Zeichen dafür, daß die Themen richtig »gewählt worden waren und allseitiges Interesse »gefunden haben, kann die lebhafte Beteiligung der Delegierten aller Nationen bei den Aussprachen »gebucht werden. Durch Ausgabe täglicher Mit- tleilungcn über das Arbeitsprogramm des Tages, kdie Sitzungen des Vortages in einem kurzen Bericht raub weitere dienliche Auskünfte und Mitteilungen lkonnten sich die Kongreßteilnehmer dauernd auf Dem Laufenden von den Ereignissen halten.
Abgesehen von der Eröffnungs- und feierlichen Schlußsitzung in den festlich mit Fahnen sämtlicher beteiligten Nationen geschmückten Ausstellungs- ühallen, fanden die Tagungen in den herrlichen Mäumen des Rathauses, das die Stadt Dresden »großzügig dem Kongreß zur Verfügung gestellt chatte, statt. Es hätte wohl kaum ein würdigerer Nahmen für die Zusamenkünfto. gefunden werden Können, als ihn die glanzvollen und vornehmen Mäume dieses Rathauses boten. Den dem Anlaß in Zeder Weise gerechtwerdenden Tagungsmöglichkeiten Mellte sich eine Reihe gesellschaftlicher Veranstaltungen zur Seite. Es zeichneten sich darunter besonders ab: ein Empfang durch den Reichsminister Mir Ernährung und Landwirtschaft mit anschließender Festvarstellung in der Staatsoper, ein Bankett Sier Reichsregierung im Dresdner Schloß und ein
Augenblicksbild von den Tanzvorführungen im Dresdner Zwinger. (Aufnahme: Professor Dr. Sessous, Gießen.)
Tee-Empfang im Zwinger. Namentlich dieses Fest mit Tänzen und Musik aus der anmutigen Zeit des Rokoko wird allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Hier zeigte sich die kunstvolle Stadt in ihrer ganzen Schönheit und Liebenswürdigkeit. Das gastgebende Land hatte es sich nicht nehmen lassen, seinen Gästen den Aufenthalt in Deutschland so angenehm und schön wie möglich zu machen.
Sollten auch die wissenschaftlichen Vorträge und Verhandlungen, sowie der dadurch angeregte Meinungsaustausch zur Hebung von Bauernstand und Landwirtschaft aller Völker in erster Linie stehen und Hauptzweck solcher Kongresse sein, so spielt doch das Kennenlernen, der Berufskameraden verschiedenster Länder und die Fühlungnahme von Mensch zu Mensch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ge-
Münchner Spezialitäten.
Nadi, Weißwurscht und Bretz'n.
Neben jedem Münchner Maßkrug liegt entweder ein Radi oder eine Weißwurscht oder wenigstens eine Bretz'n. Eigentlich soll nie das eine beim andern liegen, und so tut man gut und richtig, auch ihre Vorzüge getrennt auseinanderzusetzen.
Dev Radi oder Rettich gehört naturwissenschaftlich zu den Kreuzblütlern und ist am Mittelmeer heimisch. In Deutschland wächst er einmal als Ackerrettich, auch Hederich genannt. Dieser aber ist nur ein Unkraut. Der Gartenrettich aber, sein veredelter Bruder, wird sowohl als Radieschen wie auch als schwarzer Rettich kultiviert, und er ist, besonders in seiner ersten Abart, eine Beigabe zu vielen Gerichten. In seiner zweiten Gestalt aber ist er für die Münchner und Münchnerinnen eine unentbehrliche Beigabe zum Bier. Wenn man bedenkt, daß die Münchner Gärtnereibetriebe etwa fünf Millionen Rettiche im Jahre ziehen, und daß davon der Löwenanteil in München selbst verzehrt wird, versteht man auch, warum der Reichsnährstand jetzt eine Prüfung veranstaltet hat, um die besten und wertvollsten Rettichsorten festzustellen. Nicht weniger als 42 verschiedene Sorten waren zum Wettbewerb gemeldet, und rund zwanzig davon waren Münchner Erzeugnisse. Sie schnitten bei der Prüfung besonders gut ab. Nun schmeckt aber der Münchner Rettich nicht nur ausgezeichnet, sondern er fördert auch das körperliche Wohlbefinden, denn er ist reich an den Vitaminen B und C. Man muß gesehen haben, wie ihn der Münchner „behandelt". Wie er ihn liebevoll mit seinem feststehenden Messer aufschneidet und in feine Scheibchen zerlegt, die aber die Verbindung untereinander behalten müssen, weil dann zwischen diese hauchdünnen Blättchen Salz gestreut wird. Alsdann schaut man mit andächtigem Schweigen dem „Weinen" des Radi zu. Der Radi muß zart sein. Nur dann ist er gut! Wehe, wenn er holzig oder pelzig wäre!
Und dann die Weißwurscht! Sie stammt vom Kalb, ist etwa zehn Zentimeter lang und hellgrau. Sie schmeckt nur mit Münchner, d. h. süßem Sens. Der Münchner ißt die Weißwurscht immer vor zwölf. Mittag läuten darf sie niemals hören. Er schneidet sie mitten durch. Dann nimmt er die linke Hälfte, teilt fie von der Mitte nach dem Zipfel durch einen Längsschnitt und schält aus der Haut den Kalbfleischkern. Den schiebt er in den Mund, nimmt einen Schluck Bier, und zerteilt dann auf genau dieselbe Weise die zweite Hälfte der Wurst. Das setzt er bis zu drei oder vier Paar fort. Kein Fremdling möge behaupten, dis Mißwurscht
Landwirtschaftlicher Unterricht und
Propaganda:
Landwirtschaftliches Genossenschasts- mefen;
Pflanzenbau:
Weinbau, Obstbau u. Sonderkulturen;
Tierzucht:
Landwirtschaftliche Industrien;
Das Landleben und die Tätigkeit der Landfrau.
rabc auf diesem Wege wurde in den Dresdner Tagen so manche wertvolle Beziehung angeknüpft und konnte fo manches mitgebrachte Vorurteil über Deutschland und das Reich Adolf Hitlers beseitigt werden.
Zu der hervorragenden Stimmung, welche von Anfang an über der recht gut besuchten Versammlung bei dem strahlenden Sonnenschein während der ganzen Woche lag, hat nicht wenig die ausgezeichnete Organisation durch das Generalsekretariat (Dr. Sohn, Berlin) beigetragen und nicht zuletzt die taktvolle Leitung unter ihrem langjährigen Präsidenten Marquis de Vogue.
Erfreulich auch, daß Mitglieder des Lehrkörpers gerade unserer Ludwigs-Universität zu dem Gelingen des Ganzen beitragen konnten. So hat der Direktor des Instituts für Pflanzenbau, Professor Dr. Sessous, der Sektion IV präsidiert-, Professor Dr. K ü st, Direktor der Geburtshilflichen Deterinärklinik lieferte einen wertvollen Beitrag in der Sektion VI — Tierzucht —, in der ihm große Anerkennung für die Ausführungen über seine Arbeiten bei der Bekämpfung der Infektionskrankheiten durch künstliche Besamung zuteil wurde. Sehr wertvolle Dienste hat auch Professor Dr. Rolfes, Vertreter für Betriebslehre und Agrarpolitik an unserer Universität, als vollendeter Beherrscher der englischen Sprache bei vielen Verhandlungen geleistet, in denen es vor allem auf sachkundige Uebertragungen ankam.
Aus der Schlußsitzung wurde endlich nach Verlesung und Bekanntgabe der in ihren Sektionen gefaßten Resolutionen durch die einzelnen Sektionspräsidenten nicht nur vom Präsidium, auch spontan von den verschiedensten Ausländern herzlicher Dank und bewundernde Anerkennung für die wohl- gelungene Tagung zum Ausdruck gebracht. Hoffentlich werden bei den Gästen die vielen guten in Dresden gesammelten Eindrücke auf den verschiedenen noch vorgesehen gewesenen Gesellschaftsfahrten durch Deutschlands Gaue im Anschluß an den Kongreß vertieft, um ein richtiges Verständnis für das neue Reich mit nach Hause zu bringen.
Der Kongreß schloß mit der Festlegung des nächsten, der auf Einladung der italienischen Regierung in Rom im Jahre 1942 gelegentlich der dort geplanten großen Weltausstellung stattfinden soll.
In Dresden tagte vom 6. bis 12. Juni der Internationale Verband der Landwirtschaft. Man kann mit * feinem Verlaus zufrieden fein. Trotz der unruhigen Zeiten hatten sich 56 Nationen an der Vorbereitung beteiligt und waren fast ausnahmslos, meist sogar durch mehrere Delegierte vertreten.
In 8 Sektionen, die in machstehender Auszählung !den weitgespannten Rahmen des zur Verhandlung stehenden Stosses kennzeichnen sollen, fand die Behandlung der von langer Hand vorbereiteten ! Themen der Hauptberichterstatten statt:
Walter Nernst.
Ein deutscher Physiker von Weltruf.
Mit Walther Nernst, dem Berliner Ordinarius Mir Physik und ehemaligen Präsidenten der Phy- sikalisch-Technischen Reichsanstalt, begeht am 25.Iuni Lin Gelehrter von Weltruf seinem75. Geburtstag. Nernst, gebürtiger Westpreuße, gehört mit BI r r t) c n i u 5 , Ostwald und van t Hofs zu Iben Begründern der physikalischen Chemie. Der Micht-Fachwelt ist Nernst vor allem bekannt ge- ttDorbcn durch die Konstruktion der nach ihm bemannten Glühlampe und, in den letzten Jahren, Lurch den Neo-Bechstein-Flügel.
Die Nernst-Lampe, deren Erfindung in das Ende des vorigen Jahrhunderts fiel, hatte statt des damals üblichen Kohlefadens einen Leuchtstift aus !»incr bei normalen Temperaturen nicht leitenden Erdmetallverbindung: anfänglich wurde Magnesia, pätcr meist Zirkoniumoxyd verwandt, das bereits üei der Herstellung von Gasglühftrümpfchen m Anwendung gekommen war. Mit dieser Lampe, Vie ein fast weißes und sehr beständiges Licht gab, i-rzielte man eine Stromersparnis von zwei Dritteln gegenüber den handelsüblichen Lampen jener Zeit.
Beim Neo-Bechstein-Flügel wird der Klang nicht mehr durch den Resonanzboden getragen, sondern die von den angeschlagenen Stahl- :alten ausgehenden Schwingungen wirken auf magnetische Mikrophone und rufen bei ihnen elektrische Ströme von gleicher Schwingungszahl hervor. Diese Ströme werden verstärkt und durch Lautsprecher Nanglich wiedergegeben. Mij Hilfe der Verstärker- Regelung und der Ausnutzung des vollen Aus- llingens der Saiten lassen sich so Klangeffekte ihervorbringen, die statt des typischen Anschlagcharakters das Getragene des Orgeltons haben.
Ungleich bedeutender aber — wenn auch naturgemäß für den Laien weniger zugänglich — find Nernsts Verdienste auf feinem Sondergebiet, der Thermodynamik. 1840 hatte Robert M a y e r ^Is Schiffsarzt in Batavia die Beobachtung gemacht, daß das Blut, das er bei Aderlässen der Armvene entnahm, ein viel helleres Rot zeigte, als n unserem kühlen Klima. Diese Beobachtung, die iiicher hundert Aerzte vor ihm gemacht hatten, wurde ür Mayer der Ausgangspunkt zu Forschungen und genialen Schlüssen, durch welche die Grundlagen ür eine neue physikalische Weltanschauung geschaffen wurden. Sie führten ihn zu der Erkenntnis, daß Wärme eine Form der Energie sei. Darauf baut ich der sogenannte erste Hauptsatz der mechanischen
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Das liebe Wetter.
Ehrlich gesprochen: es ist ein Kreuz mit dem Wetter. Ob es regnet, ob die Sonne scheint, ob sich die Wolken gleich riesigen Bergen auftürmen, oder ob ein laues Lüftchen die Baumkronen fächelt, das Wetter ist der Angelpunkt ständig widerstreitender Interessen. Es gibt kaum etwas, was die Menschen im engen Bezirk ihrer Alltäglichkeit so sehr in Anspruch nimmt und zugleich in Erregung versetzt wie die Frage nach dem Wetter.
„Ist es nicht eine scheußliche Sache mit dem Wetter, Herr Nachbar? Ausgerechnet heute, wo meine Frau Wäsche aufhängen will, fängt es an zu regnen." — „Scheußlich, sagen Sie? Kann, ich nicht finden. Wenn es regnet, brauche ich jedenfalls im Garten nicht zu gießen." Es läßt sich nicht leugnen, der Standpunkt hat in beiden Fällen was für sich, aber zweifellos dürfte es dem Wetter schwer fallen, gleichzeitig für Schulzes Blumenbeet und für Meiers ^Lösche zu sorgen.
Abgesehen von den Ueberlegungen reiner Nützlichkeit aber gibt es auch eine Wetterbetrachtung des Temperaments. Optimisten wie Pessimisten mustern täglich mit kritischen Blicken den Himmel, ihre Prognosen sind jedoch grundverschieden. „Schones Abendrot heute, nicht wahr, Herr Müller? Ich denke, wir werden morgen einen prachtvollen Tag haben. Sehen Sie nur, wie wundervoll die Wolken gefärbt sind. — „Was Sie nicht sagen, Herr Schmidt. Ich höre immer nur Wolken. Bei dem Himmel gießt es morgen tod-
Wärmetheorie auf. Ein anderer deutscher Gelehrter, Rudolf Clausius, folgerte daraus den zweiten Hauptsatz: Wärme kann niemals — ohne Aufwand anderer Energien — aus einem kälteren in einen wärmeren Körper übergehen. Die Entdeckungen von Helmholtz, Maxwell, Boyle-Mariotte und Gay-Lus sa c — um nur einige Namen zu nennen, die heute jedem Sekundaner geläufig find — haben die fundamentale Bedeutung dieser Lehre erwiesen.
Der Aufschwung den die Wissenschaft gewonnen hatte, war so bedeutend, daß man in den siebziger Jahren die Physik vielfach für ein abgeschlossenes System hielt, wie die Geometrie. Gerade die Folgezeit aber brachte eine Reihe wichtigster Entdeckungen wie die Röntgen-Strahlen und die Radioaktivität, und 1900 hielt vor der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Berlin Professor Planck den Vortrag, in welchem er. die Auffindung einer neuen Naturkonstante, des „elementaren Wirkungsquantums h" berichtete. Das ist die Geburtsstunde der Quantentheorie, die die klassische Physik revolutionieren sollte.
Sechs Jahre danach stellte Nernst, der von seinem Lehrstuhl in Göttingen nach Berlin berufen worden war, im Zusammenhang mit den Forschungen Plancks, jenes „Nernstsche Theo- r e m" auf, das als dritter Hauptsatz der Thermodynamik anerkannt wurde. Den Anteil von Energie, der nicht mehr in mechanische Arbeit zurück- verwandelt werden kann, hatte Clausius als Entropie bezeichnet. Der Nernstsche Satz besagt nun, daß beim absoluten Nullpunkt alle Uebergänge eines Körpers von einem Zustand in einen anderen ohne Entropieänderung vor sich gehen.
Es ist hier nicht der Ort, auf all die bedeutungsvollen Folgerungen einzugehen, die dieser Satz für die physikalische Erkenntnis gezeitigt hat. Noch weniger auf die vielfältig verschlungenen Wege, die vom Laboratorium und vom Gelehrtenfchreibtifch in die Konstruktionsbüros und Fabrikhallen führen. Nur auf einen Umstand fei hingewiesen. Nach dem zweiten Wärmesatz hätten sich allmählich die im ganzen Weltall vorhandenen Spannkräfte in Wärme verwandeln und damit alles Leben im Universum endlich aufhören müssen. Hatte sich auch der Verstand gegen die Annahme vom „Wärmetod des Weltalls" gesträubt, fo war fie doch nicht zu widerlegen gewesen. Wie die neuen Erkenntnisse gerade der physikalischen Chemie unsere ganzen Vorstellungen vom Kosmos erweitern und verändern, hat Nernst in seiner kleinen Schrift „Das Weltgebäude im Lichte der neueren Forschung" angedeutet.
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sicher in Strömen." — Wogegen sich freilich nichts jagen läßt.
Das liebe Wetter kann sich indessen aufführen, wie es will, der Kritik weicht es niemals aus. Ist es ein paar Tage kühl und regnerisch, seufzt alle Welt nach Wärme und Sonnenschein. Läßt sich dann wirklich die Sonne sehen, und meint fie es für ein Weilchen recht gut, fo geht bald das Jammern und Wehklagen an. „Nein, diese Hitze, es ist aber auch zu arg. Wenn es doch bloß ein bißchen kühler werden wollte." Kommt jedoch dann die Kühle, so hebt bas Spiel bald von neuem an. Kein Zweifel: bas Wetter hat es sehr schwer, es könnte einem direkt leid tun!
Aber zum Glück braucht das Wetter keinerlei Mitleid und auch keinerlei Weisung. Es tut, was ihm beliebt und richtet sich nach niemandem. Was den Vorteil hat, daß auch^alle mal auf ihre Kosten kommen. Einmal die Lfthxniften, dann wieder die Pessimisten, heute Herr ( tzsulze mit feinem Garten, morgen vielleicht Frau Miihs mit ihrer Wäsche. Und wie bekanntlich alles dem ’Jiel unterliegt, fo wird eine Kälteperiode abgelöft Wärmeperiode,
wie auf eine Reihe grauer ^1777 schließlich wieder schönes Wetter folgt. Nur ®ebiö“£6 man mit dem Wetter haben. Aber das ist es £ %as uns leider gewöhnlich am meisten fehlt. H. W. Sch.
Dornotizen. ”
Tagesfalenber für Freitag.
Gloria-Palast, Seltersweg: Festaufführung „Im Kampf gegen ben Weltfeinb". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Katja, bie ungekrönte Kaiserin".
Freitag, 23. ZuniMO
Zum Deutschen Liedertag am LS. Juni.
lieber Deutschlands Gauen steht nun die Sonne des Sommers. Sie strahlt Segen und Reife, Gesund, heit und Kraft in die Arbeit des rastlos schaffenden Volkes. Während harte Fäuste an den Grenzen einen stählernen Wall bauen, reifen die Felber zur Ernte, und dröhnen die Räder in Hallen und Werkstatt, beschützt vom Marschtritt straffer Kolonnen. An diese starke Gemeinschaft junger, neuerffanbener Volks, traft ergeht ber Ruf zum Lieb. Nicht alle aus bei? großen Schar ber vom Werktag voll beanspruchten Menschen empfinben ben Rus als persönlichen Auftrag, und immer kleiner wird bie Zahl berer, bie füe eine besinnliche Chor- ober Liebstunde Kraft und Sammlung aufzubringen imstande sind. Do soll ber vom Deutschen Sängerbunb aufgerusene Liebertag Ansporn unb Auftrieb fein ...
Don überall her soll ba bas Lieb erklingen: Vom grünen Anger am Dorfbrunnen, über bie mittelalterlichen Giebel bes Marktplatzes unb burch dar» Rauschen ber immer betriebsamen Großstabt. Und ein schwingenber, zuversichtlicher Klang joll es sein, ben bie Chorgemeinschaft ba hinausträgt zu ben Herzen ber Hörenben: Lieber von Liebe unb Heimat unb vom neuen großen Vaterland. Solches Singen kann frohes Nacheifern erwecken. Als Ausklang des Liedertages soll der Chor Kerntruppe einer großen Singgemeinschaft fein, in der sich alle Beteiligten vereinen. Da, wo es einer geschickten Führung gelingt, Schule, Jungenverbände ober Solbatenchöre in bie Darbietungsreihe wirkungsvoll einzugliebern, ist eine wichtige Ausgabe bes Liebertages im voraus erfüllt: bie Vereinigung unseres Chorsingens mit ben1 Wesen völkischer Gegenwart.
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Zum „Tag des beutschen Liebes" werben auch in biesem Jahre wieder bie Gesangvereine unfer-i? Stadt in aller Oeffentlichkeit hervortreten, um fü6 die Sache des deutschen Liedes zu werben. Dis Gießener Gesangvereine werden auf Straßen und Plätzen unserer Stadt fingen und insbesondere Silcher-Chöre (aus Anlaß des 150. Todestages des bekannten Liederkomponisten) fingen. Außerdem werben noch andere Volkslieder zum Vortrag ge, langen.
Der Bauersche Gesangverein wird ach Kreuzplatz fingen, der „L i e d e r k r a n z" vor dem Hotel Schütz in der Bahnhofstraße, das „Froh, f i n n - Q u a r t e 11" an der Ecke WalltorstraßS' und Afterweg und der „G r o ß s ch e Männer, ch o r" in der Anlage vor der Universität. Die Chorkonzerte finden in der Zeit von 10.30 bis 12 Uhr! statt und cs wäre zu wünschen, wenn die Bevölkerung unserer Stadt den Liedern zum rechten Echo verhelfen würde. — Ebenso wie in der Stadt, fo werden in der gleichen Form die Gesangvereins auf dem Lande hervortreten.
Musikfolgen der Platzkonzerte der Lustwaffe.
Aus Anlaß der Sammeltage für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland finden — wir berichteten bereits darüber — am morgigen Samstag und am Sonntag verschiedene Platzkonzerte statt. Für die Platzkonzerte, bie bns Musikkorps ber Flic, gcrhorst-Kommandantur Gießen in ber Anlage mit Hitler-Wall unter ber Leitung von Musikmeiftcik Pfarre gibt, liegen folgcnbe Programme vor:
S a m s t a g, 2 4. I u n i, 15 bis 16 Uhr: 1. „Flic, gcr empor!", Marsch von Buber-Kiesow. 2. „Bagatelle", Ouvertüre von Rixner. 3. „Albumblatt", Wag, ner. 4. „Flieger-Eskapabcn", Brase. 5. „Geheimnisse ber Etsch", Walzer von Carena. 6. „Dir, mein lieb' Vaterlanb", Marsch von Sanbow.
Sonntag, 2 5. 3 u n i, 11 bis 12 Uhr: 1. „Le, gion Condor", Marsch von Boghlsack. 2. „Der Flieger", Ouvertüre von Gutzeit. 3. „Alle Tage ist keilt Sonntag", Paraphrase von Cleving. 4. „Suite orien< fale“ in vier Sätzen von Popy. 5. „Hydropathen", Walzer von Gungl. 6. „Kampfgeschwabcr Jmmel- mann", Marsch von Husabel.
schmecke nach „überhaupt nichts". Er wäre reif fiitz die Landesverweisung.
Und dann die Bretz'n! Sie ist die Schwesteö der Brezel im übrigen Reich. Aeußerlich ist si6 braun .mit Spuren von Salz darauf, innerlich abetf weiß und mit Laugenbrühe durchsetzt, die ihr das Aroma unb überhaupt alles gibt, was auch sie itt bescheibensten Sinn als bic Dreingabe zum Bier werben läßt. Knusprig und krachig zergeht sie zwischen den Zähnen. Merke dir, o Fremdling, wenn du nach München kommst, daß diese drei: Radi, Weißwurscht und Bretz'n die Münchner „Schmankerln" sind, dis du restlos zu würdigen und anzuerkennen hast, meint immer du Wert daraus legst, in München heimisch zu werden! H. H.
Dorf-Verschönerung.
Der Landkreis Hildesheim hat zur Forderung der Dorsverschönerungsmaßnahmen Richtlinien für einen Wettbewerb zur Dorfverschönerung heraus, gegeben, die eine langsame unb erzieherische Wirkung auf die Einwohner ausüben wollen. Es soll nicht verlangt werden, daß bie Straßen immer wie gefegt auszusehen haben, wie sie es an Sonn- und Feiertagen sein sollen, es muß jeboch z. B. Der, langt werben, baß Abwässer nicht auf bie Straßck geleitet werben. Von Zeit zu Zeit müßen bic Straßen von bem lästigen Staub und Schlamm befreit werden. Straßen und Straßengräben müssen von? Unkraut frei fein unb bürfen auch nicht als Ablage für unbrauchbar geworbene Gegenstände benutzt werben. Unschön wirken baufällige ober instandsetzungsbedürftige Grundstückscinfriedigungen. Ihrs Herstellung ist meist mit geringen Mitteln möglich unb in vielen Fällen nur aus Nachlässigkeit unterblieben. Die Reklame ist ihrem Wesen unb Zweck nach überroiegenb eine städtische Angelegenheit. Dis Häuser unserer Dörfer unb bie Scheunenwänbe sind nicht für Reklame unb Plakate ba. Krämerlädeck und Gasthäuser brauchen nicht mit Reklame überladen zu sein. Einen sehr unwürdigen Eindruck machen im Gesamtbild des Dorfes ungepflegte Ehrenmäler. Blumen dürfen in einem Dorf nicht fehlen. Das Dorfbild und jedes einzelne Haus im Dorf gewinnt besonders, wenn die Vorgärten mit Blumen bepflanzt find. Blumenschmuck gehört auch in die Fenster unb an bie Häuser. Zur Durchführung der Maßnahmen soll in jeder Gemeinde ein Ortsausschuß gebildet werden, welcher bic Dorf, einwohner über Zweck unb Ziele ber Dorfver- fchonerung aufklärt unb bie Maßnahmen vorwärts» treibt. Die wichtigste Arbeit biefes Ausschusses ist bic persönliche Fühlungnahme mit bem einzelnen Menschen im Sotj»


