Ausgabe 
23.6.1939
 
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ZU

m solche Familie f e Ib ft aussuchen. In Fällen, denen die eigenen Bemühungen des Vermieters

Hauswirffchastliche Berufsbildung

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erden Jugend eigen sei. Wenn auch kein unifor- n erter Gegner mehr vorhanden sei, so werde g>:cade die akademische Jugend genug Kampsfelder g g e n gemeinschaftsstörenden Dünkel und volksfeindlichen Egoismus finden.

Vor kurzem hat der Neichskommiss«r für Sse Preisbildung eine Verordnung erlassen, bi kinderreichen Familien die Wohnungsbeschaffung iNLichtert. Im Reichsgesetzblatt erscheint jetzt die Dmrchführungsverordnung. Die Gemein­de können danach bestimmen, welches Zahlenver- h.ltnis zwischen Kindern und erwachsenen Haus- biwohnern für ihren Bezirk als Regelfall anzusehen ifi Leben in einem Haus nicht genügend Kinder, fo jio frei werdende Wohnungen an kinderreiche Fa- milien zu vermieten. Kinderreich in diesem Sinne [i'D Familien mit vier, ausnahmsweise mit drei lindern. In bestehende Mietsverträge wird in kei- nim Fall eingegriffen. Auch im übrigen bedeutet bi Neuregelung keine Wiedereinführung der Woh- nngszwangswirtschaft. So ist ausdrücklich von der )M>eisung b e st i m m t e r kinderreicher Familien «gesehen worden. Es soll sich vielmehr jeder Bermieter, der zur Aufnahme kinderreicher Fami­lien verpflichtet ist, bei Freiwerden einer Wohnung

m keinem Erfolg geführt haben, können ihm von le Behörde drei kinderreiche Familien als Mieter lunannt werden, unter hexen er wählen kann.

dienstpflicht herangezogene Personen dürfen AuSbildungsoeranstaltungen oder Hebungen Luftschutz nicht teilnehmen, solange sie einer der genannten Krankheiten erkrankt sind.

el in der La« andfrei zu i ilch äußert«

fassende hauswirtschaftliche Grundausbildung bereitet zugleich für die gehobenen hauswirtschaft- lichen Berufe vor. Der erfolgreiche Abschluß befreit von der Verpflichtung zum Besuch der hauswirt­schaftlichen Berufsschule und vom hauswirtschaft­lichen Unterricht der übrigen Berufsschulen.

Wollen sich Mädchen mit abgeschlossener Volks­schulbildung eine gründliche Berufsausbildung a l s Kinderpflege- und H a u s h a l t g e h i l f i n erwerben, so gibt es dafür die weitere B e r u fs- fach sch ule für Kinderpflege- und Haushalt­gehilfinnen. An Orten, an denen die Berufsschul­pflicht für Mädchen durchgeführt ist, werden auch Haushal.tungsschulen einzurichten sein. Die Kinderpflege- und Haushaltgehilfinnenschulen stellen eine Haushaltungsschule mit Erweiterung nach der kinderpflegerischen Seite hin dar. Solche Lehrgänge können also leicht an bestehenden Haushaltungs- schulen unter Einbeziehung einer Kleinkinder- betreuungsstätte eingerichtet werden.

Während diese beiden Berufsfachschulen die grundlegende Ausbildung für den Beruf der Mutter und Hausfrau erftreben, soll die zweijährige Frauensachschule vertiefend in die Kultur

(Weiter Bürckel beschäftigte sich auch mit der Her- alBildung eines genügend großen wissenschaftlichen irb fachlich höchst geschulten Nachwuchses. Es li.ge an der Jugend, der Führung des Staates i)?fe Sorge zu nehmen. Die Jugend werde die lyjte fein, die das Braunhemd in steter Einsatz- dFeitschast trage und zugleich nimmermüde an ihrer schlichen Ausbildung arbeite! Gerade jetzt, da die dutsche Studentenschaft zur Erntehilfe aufgerufen ll rd, ergebe sich eine klare Möglichkeit, die Einsatz- biei'tschaft für die Volksgemeinschaft eindeutig

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berg-Hfastadt inszeniert. Allerdings steht hier nicht ein plötzlich spurlos verschwundener Äebhaber im Mittelpunkt des Geschehens, sondern ein Mord, herb ei geführt durch einen von unbekannter Hand abgefeuerten Pistolenschuß. Selbst wenn man den Drehvorgängen dieses Films beiwohnt, also gewisser­maßenhinter die Kulissen der Kamera" sieht, kann man sich schwer der spannenden Wirkung des Spiels entziehen, denn das Thema Kriminal­polizei und Bühne erregt stets in zweifacher, also gesteigerten Weise die Sinne der Zuschauenden. So kann man auch kaum von einer zufälligen Dupli­zität der Ereignisse sprechen, wenn in Berlin an zwei Stellen zugleich die geheimnisvollen Welten der Bühne und der Kriminalpolizei schicksalhaft ineinandergreifen. Vielmehr stellt sich die drama­tische und filmische Gestaltung solcher Stoffe als ein berechtigtes Entgegenkommen an die Theater- und Filmbesucher dar. Wie weit dies im Film ge­schieht, das wird man nun auch bald außerhalb Berlins erfahren.

Eine weitere Anordnung: Ansteckunasfähi- g e Lungentuber tulöse, die Massenstreuer von Bazillen sind, dürfen bei Luftschutzübungen Luftschutzräume n i d) t betreten. Alle übrigen ansteckungsfähigen Lungentuberkulösen sind aus Antrag durch den Leiter der Hebung von der Verpflichtung zum Aufsuchen der Luftschutzräume zu befreien. Bazillenausscheider von Er­regern des Typhus, Paratyphus oder der Ruhr dürfen sich bei Lustschutzübungen nur kurz­dauernd in Luftschutzräumen aufhalten. Gesund­heitsämter und Tuberkulosefürsorgestellen stellen den Betreffenden Bescheinigungen aus. Zur Luftschutz-

Bries aus der Reichshauptstadt

Von unserer Berliner Schristleitung.

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Die Neuregelung des hauswirtschaftlichen Erzie­hungswesens wird von dem Sachbearbeiter des Reichs erziehungs Ministeriums, Ober regierungs rat Jennet, imDeutschen Schulverwaltungsarchiv" eingehend erläutert. Die reichseinheitliche Ordnung des hauswirtschaftlichen Erziehungswesens war drin­gend erforderlich, da die vielen Bestrebungen auf diesem Gebiet einander oftmals überschnitten und sogar auseinanderliefen. Den Eltern schulentlassener Mädchen sind jetzt die Wege zu einer gründlichen hauswirtschaftlichen Ausbildung verschiedener Grade für ihre Töchter gegeben. In den Gesamterziehungs- plan ist die dreijährige Hauswirtschaft- liche Berufsschule einbezogen worden. Sie ist den Haushaltsschulen und den Kinderpflege- und Haushaltgehilfinnenschulen zur Seite gestellt. Mäd­chen mit Volksschulbildung werden im allgemeinen die hauswirtschaftliche Berufsschule besuchen. Aber es wird künftig der Haushaltungsschule eine stei­gende Bedeutung zuzumessen sein, da viele Mädchen bestrebt sein werden, die Berufsschulpflicht durch den einjährigen Besuch einer hauswirt­schaftlichen Berufsfachschule zu erfüllen. Diese Be- rufsfachschule, die Haushaltungsschule, gibt eine um«

gemutet werden kann. Die Beihilfen werden nur b i s zur Wiedererlangung der Er­werbsfähigkeit oder bis zum tatsächlichen Beginn einer Rentenzahlung gewährt. Sie betragen im Höchstfälle 75 v. H. des durch den Unfall verursachten Verdienstausfalls. Auf die Bei­hilfen besteht kein Rechtsanspruch. Anträge auf Bei­hilfengewährung sind an das Versorgungsarnt I in Berlin zu richten.

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e-jroben.

Oie Wehrmannschasten.

Von unserer Berliner Schristleitung.

Am 1. Oktober wird die SA. ihre Aufgabe über- Nimen, die aus der Wehrmacht entlassenen ehe- Mligen Soldaten zu führen und zu schulen, wie es tum Auftrage des Führers entspricht. Aus diesem SJ laß ergaben sich auch organisatorische Anglei­ch ngen, so daß künftig eine SA.-Standarte dem D.sirk eines Wehrkreiskommandos entspricht. Die A sbildung des Mannes zum Soldaten bleibt natur- ximäß die Aufgabe her Wehrmacht; die Wehr- ir: nnschaften der SA. sollen dafür sorgen, daß sie citi) in ihrem bürgerlichen Beruf die Tugenden ifier Dienstzeit behalten und bewähren. Es wird inner in erster Linie auf die körperliche und poli- tiche Schulung und Erziehung ankommen, deren Esjolg wiederum von den Führern abhängig ist. Die b., die ja ass politische Formation schon Großes aseistet hat, tritt hier vor eine Aufgabe, die ihren Überlieferungen verwandt, in mancher Beziehung «aier noch weitergehend ist. Dor allem kommt es Qrauf an, die erforderliche Zahl der Wehr- nnnnschaftsführer zu schulen und bereit zu htien. Sie sollen in der aktiven Dienstzeit Offiziere o!'r Unteroffiziere gewesen sein und auch in der <-A. einen Dienftrang bekleidet haben. Für sie fin- 8)i in Dresden auf der Reichsführer- 1 ule ein besonderer Lehrgang statt, ntf) dessen erfolgreicher Absolvierung ein Prüf- f ein ausgegeben wird. Bisher haben 46 Lehr« ginge stottgefunden, und es sirid 8500 Prüfscheine abgegeben worden. Selbstverständlich braucht die U«chsführerschule den Wehrmannschaftsführern frne militärischen Grundbegriffe zu lernen, denn Dfse kennen sie längst. Es wird der Zweck des Lehr- gmgs sein, alle diejenigen Kenntnisse aufzufrischen v!'r zu vermitteln, die dazu geeignet sind, in den kmmenden Wehrmannschasten der SA. einen a n - tilgenden und vielseitigen Dienst zu ermöglichen. Dazu werden theoretische und politische Fugen gehören. Dazu wird ferner die Körperschu- ing, das Geländespiel, das Kartenlesen usw. zu rtynen fein. Die künftigen Führer der SA.-Wehr- m nnschaften sollen es verstehen, die entlassenen Slldaten zu frischer und froher Mitarbeit zu er­ziehen, sie leistungsfähig und gewandt zu erhalten iiO damit dazu beizutragen, daß sie die besten und zwerlcissigsten Männer des Reiches sind, gleichgül- ti . ob sie sich im militärischen Dienst oder im Be- rn sieben befinden.

Oie Wohnungsbeschaffung für kinderreiche Familien.

Berlin, Juni 1939.

Der Berliner Ring der Reichsauto­bahn nähert sich feiner Vollendung. Von den ins­gesamt 185 Kilometer des Berliner Ringes sind seit Dezember 1938 bereits 125 Kilometer dem Verkehr übergeben. Diese 125 Kilometer bilden vom Stet­tiner Abzweig, nordösüich des Berliner Stadtteils Weißensee, über denOstring" undSüdring" bis hin zu dem amWestring" gelegenen Abzweig Wer­der, unweit des obstreichen Havelstädtchens Werder, eine ununterbrochene Fahrtstrecke. Bis zum 10. Okto­ber d. I. wird der Weltkrieg bis zum Anschluß Mar­quardt (weitere 21 Kilometer) fertiggestellt fein, fo daß alsdann nur noch derNordring" mit dem Hamburger Kreuz" ausgebaut zu werden braucht. Der Nullpunkt des Berliner Ringes liegt am Stet­tiner Abzweig. Von dort aus wird der Berliner Ring im Uhrzeigersinne kilometriert. Mit diesem Ausdruck hat die deutsche Sprache ein neues ge­meinverständliches Wort gewonnen. Denn es wird jedem sofort einleuchten, daß Kilometrieren gar nichts anderes bedeuten kann als die kilometerweise Ein­teilung und Absteckung des Berliner Ringes. Fortab werden also alle Last- und Personenkraftwagen genau wissen, wieviel Kilometer sie noch bis zum nächsten Abzweig vor sich haben. So wird Berlin dank dieser Kilometrierung und besseren Hebersicht der Fahrtstrecke des Berliner Ringes, der im ganzen 21 Abzweige oufweisen wird, bequem zu erreichen fein.

In Berlin ist man mit dem RufeSchönheit der Straße" daran gegangen, jegliche schreiende und den guten Geschmack störende Straßen­reklame zu entfernen, wodurch das Straßenbild sehr an Ruhe gewonnen hat. Man ist jetzt einen bedeutsamen Schritt weitergegangen, indem man Vorschriften über den Farbanstrich der Straßenkarren erließ. Jede Kategorie der Straßenkarren erhält ihre besondere Farbe, so daß man schon von weitem erkennen kann, ob man es mit einem Bücherkarren, einem Tabakverkaufsstand oder mit einer Blumenkarre zu tun hat. Insbeson­dere sind Vorschriften erlassen, daß die Tabaksver­kaufstände nicht mit den riesengroßen Plakaten der Tabaksfirmen übersät werden, von denen eins zu­letzt nur das anderetotschlägt". Nach einer ge­wissen Uebergangszeit werden also auch die Ber­liner Straßen, was den Karrenhandel anbetrifst, ein dem Auge wohltuendes Bild darbieten. In dem Stadtteil Treptow ist man von privater Seite her ebenfalls am Werk, die allzubunten Laden- schilder zu beseitigen und an ihre Stelle eine gefällige Werbung zu setzen. In einer Wohnsied­lung an der Köpenicker Landstraße sind aufklärende und luftige Sandsteinplastiken ausgestellt, die der Bildhauer A. Wellmann entworfen und ge­schaffen hat. So deutet ein kleiner Junge, der rück­lings auf einem Schweine reitet, darauf hin, wo sich ein Fleischerladen befindet, während ein kleines Mädchen, das in einem Bottichgroße" Wäsche abhält, anzeigt, daß sich hier ein Seifenladen be­findet. In neuer Form kommt es hier also zu einem Wiederaufleben der mittelalterlichen Zunftzeichen, die im Grunde genommen ja auch nur Werbe­zeichen, allerdings in künstlerischer Gestalt, gewesen sind. *

ImKleinen Haus" des Berliner Staatstheaters erntet allabendlich ein KriminalstückWas wird hier gespielt?" stürmischen Beifall. Der Ver­fasser ist der auch als Filmbarsteller bekannte Schauspieler Theo Lingen. Erst zum Entsetzen und dann zum Ergötzen der Zuschauer greift ein Kriminalkommissaraus dem Publikum" in bte Handlung des Stückes ein und entwirrt den gor­dischen Knoten einer meisterhaft gespielten Liebes­komödie. Aber auch an einer anderen Stelle in Berlin kommt es zu einem Eingreifen der Kriminal­polizei auf der Bühne: in den Drehszenen des Kriminalsilms der UfaVorhang fällt", den Georg Jacoby in den Ateliers von Bäbels-

Die große bauliche Wandlung, in der sich gegen­wärtig Berlin befindet, ein Umbruch mit dem Ziel, aus einer Vereinigung von vielen Groß-, Mittel-, Kleinstädten und Dörfern eine einheitliche Groß­gemeinde nach einer Planung zu schäften, die auch die kommenden Jahrhunderte berücksichtigt, hat auch in den Berlinern eine Wandlung ausgelöst: das Interesse für die Vergangenheit der Stadt ist ge­stiegen. Das zeigte sich so recht in diesen Tagen anläßlich des 85. Geburtstages des Schriftstellers Max Kretzer, dessen RomanDer Millio- nenbaner" das Werden Schönebergs be- harckielte und damit eine der interessantesten Epochen Berlins. Ursprünglich Sconenberch genannt, ent­wickelte sich das kleine Dorf, dessen Grundbesitzer erbuntertänig waren, nur langsam, denn der Boden war sandig, daher wenig ertragreich. Friedrich der Große nahm den Bauern zwar einen Teil des Bo­dens für die Ansiedlung böhmischer Kolonisten, hob aber die Erbuntertänigkeit und Steuerzahlung auf. So entstand neben dem alten das neue Schöneberg. Das Wachstum Berlins brachte für die Schöneber­ger Bauern bessere Verdienstmöglichkeiten durch Milchlieferung nach der Stadt, dann wurde Schöne­berg ein beliebter Ausflugsort und viel be­suchte Sommerfrische. So sehr die Bauern mit der guten Kunststraße, die sie mit der Residenz verband, einverstanden waren, so erbittert waren sie zunächst über die Eisenbahn, die von Berlin nach Pots­dam führte und chnen das Milchlieferungsmonopol nahm. 1860 wurde der größte Teil des Dorfes nach Berlin eingerneinbet, aber allen weiteren Einge- meindungswunschen Berlins gegenüber verhielten sich die Bauern schwerhörig, sie wußten wohl, waruyr. Nach der Reichsgründung begann die Ber­linerG r ü n d e r z e i t", veranlaßt einerseits durch den gewaltigen Zuzug nach Berlin, andererseits in­folge des großen Wohnungsmangels. Tausende Fa­milien hausten damals in Bretterbuden und Zel­ten. Die Ausdehnung der Stadt vollzog sich nach westlicher Richtung. Die Bodenpreise in Schöneberg stiegen sprunghaft, und die Bauern hatten es mit dem Verkauf ihres Landes nicht eilig. Zahlte man 1860, also vor rund 80 Jahren, für den Quadrat­meter noch 20 Pf., so kostete er elf Jahre später schon 10 Mark unb stieg bald auf 75 Mark. In den Krisenjahren gingen die Bodenpreise vorübergehend zurück, doch um die Jahrhundertwende zahlte man 253 Mark für einen Quadratmeter, im Bäurischen Viertel bis zu 400 Mark steigend. So wurden die Schöneberger Bauern Millionäre und ließen sich schöne Dillen bauen, die zum Teil noch heute stehen. Andere begannen zu spekulieren und büßten ihre Millionen ein, ober leichtlebige Erben ver­geudeten den mühelos entstandenen Reichtum. Heute zählt Schöneberg über 200 000 Einwohner und wird in absehbarer Zeit abgesehen von den Anlagen für Erholung unb Sport ganz bebaut fein.

lilf Antrag des Vermieters kann auch eine Woh- unng zur Vermietung an ein jungverheira- leltes Ehepaar ober ein Ehepaar mit nur «inem Kind freigegeben werben.

Dazu erläßt der Präsident des Reichsbunbes )(ir Haus- und Grundbesitzer einen Auf- ni an die Hauseigentümer, in dem es heißt: Ge- utfbe Kinder können nur in gefunden Wohnungen zereihen. Die Maßnahmen von Partei und Staat ihnen nur bann zum vollen Erfolg führen, wenn f t an der Wohnwirtschaft Beteiligten diese für die jitunft unseres Volkes fo wichtigen Aufgaben zu $P?n eigenen machen. Vom Hauseigentümer wird (rr.iartet, daß er freiwerbende Wohnungen in erster 9hie kinderreichen Familien zur Verfügung stellt. 9i Mieter im Haufe dürfen der Aufnahme kmder- »icher Familien keine Schwierigkeiten in den Weg tonn, unb die Kinderreichen selbst müssen sich der uionalsozialiftischen Hausgemeinschaft verständnis- :o.'. einfügen. Die Mehrzahl der rassisch wert- v-'en kinderreichen Familien verfügt schon i)nr ausreichenden und gesunden Wohnraum. Um j mehr muß es möglich sein, für den verblei- bemöen Teil das Problem zu lösen, damit das sssiredte Ziel auch ohne Erlaß besonderer örtlicher korbnungen erreicht wird. In diesem Sinne ap- ;tfiliere ich an alle deutschen Haus- und Grundbe- tz:r, zu chrem Teil diesem hohen Ziele mit allen .^ften zu bienen. Von den örtlichen Vertretungen hs deutschen Hausbelitzes erwarte ich restlosen und kräftigen Einsatz für eine gerechte nationalsozia- stssche Lösung dieser bevölkerungspolitisch so wich- g-m Aufgabe.

Normung im Wohnungsbau.

Äernäß dem Auftrage des Generalbevollmäch- ig-en Dr. Tobt hat der Leiter der Architekturbüros jn Deutschen Arbeitsfront, Baurat Schulte- | j :i o b I i n b e damit begonnen, eine möglichst wirt- hjiftliche und dabei baukünftlerische Fortentwick- des Wohnungsbaues zu betreiben. In bautech- h$er Hinsicht besteht die Aufgabe in einer rest- : jjnn Klärung und Vereinheitlichung aller Nijenigen Bauteile, die in Deutschland g le i ch - iritt.g sein können, wie die Einrichtungen für die

Licht-, Gas- unb Wasserversorgung, wie Herde, Defen unb Badewannen, Ausmaße der Treppen­häuser und Stockwerkshöhen, Jnnentüren und Be- chläge, Schornsteine usw. Eine Uniformierung ist mit dieser Vereinfachung nicht verbunden, da die Förderung der baukünstlerischen Gestaltung gleich- alls angestrebt wird. BautMe, deren Gestaltung landschaftlich bedingt ist, sollen im Gegen­teil gefördert werben. Zur Lösung dieser Auf­gaben wird das Architektenbüro in jedem Gau eine Lehrsiedlung errichten.

Erstattung von Verdienstausfall bei Unfällen im Lustschutz.

Der ReichÄuftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat eine Anordnung über die Er- tattung von Derdienstausfall bei Unfällen im Luft- chutzdienft erlassen. Danach können den Luftschutz- üenstpflichtigen bei Unfällen, die sie im Lu fisch utz- bienft erleiden, außer den gesetzlichen Leistungen auf Grund der Reichsversicherungsordnung zum Ausgleich für einen eingetretenen Verdienstausfall Beihilfen gewährt werden. Voraussetzung ist, daß dem' Betroffenen ohne diese der Verdienstaus­fall unter Berücksichtigung seiner gesamten wirt­schaftlichen Verhältnisse billigerweise nicht z u -

der deutschen Familie, des Volkes unb ber Volks­wirtschaft einführen. Sie soll jedem tüchtigen Mäb- chen die Möglichkeit geben, über Klasse I nach Klasse II unb über die Staatsprüfung in ber Haus­wirtschaft zu allen höheren hauswirtschaftlichen Berufen zu gelangen. Zwischen dem Besuch ber beiben Klassen muß ein Jahr praktische Tätigkeit liegen. Für die Errichtung biefer Schulen sind erhöhte Anforderungen gestellt wor­den. Die Frauenfachschule ist auch Kern unb Aus- gangsftätte für die Hauswirtschaftsleite- rinnen - Ausbildung. Hauswirtschaftsleite­rinnen werden in zunehmendem Maße für dis Wirtschaftsführung von Schulungslagern, Erho­lungsheimen, Krankenhäusern, Kinoerheimen, Kan­tinen und für die Tätigkeit in Beratungsstellen angefordert. Durch die reichseinheitliche Neuordnung der Ausbildung ist es für Volksschülerinnen leichter als bisher möglich, in diesen Beruf aufzusteigen.

Oie Militärkonferenz in Singapur.

Singapur, 22. Juni (Europapreß). Die eng­lisch-französischen Mititärbesprechungen in Singa. pur wurden in der Tanglin-Kaserne hinter ver­schlossenen Türen eröffnet. Die Zusammenkunft steht im Zeichen der letzten Entwicklung in Swatau und Tientsin. An den Besprechungen nehmen über fünfzig Offiziere beider Länder teil. Von franzö­sischer Seite werden die Besprechungen von den Oberbefehlshabern ber Land-, See- und Luststreit- kräfte in Jndochina, General Martin, General D e c o u x und Oberst D e w e z e , wahrgenommen, während England durch Admiral Sir Percy Noble, den Oberkommandierenden der Ehinastation; den Oberbefehlshaber der britischen Truppen in China, General A. E. ©raffelt, den General der Luft­waffe, Sir Philipp Joubert de la Ferte, Oberst G. B. Henderson aus Indien und Gene­ral D. K. McLeod aus Burma, sowie durch einen Offizier der in Ceylon stationierten englischen Trup­pen vertreten ist. A u st r a I i e n , die Nieder­lande und die Vereinigten Staaten ha­ben keine Vertreter entsandt; sie werden über den Verlauf der Besprechungen unterrichtet werden.

Nach dem PariserExcelsior" sollen in Singapur über folgende Punkte Abmachungen getroffen werden: 1. Die Einrichtung eines einheitlichen Oberkommandos über die englisch - franzö­sischen Streitkräfte im Fernen Osten. Dieses würde voraussichtlich einem Engländer anvertraut werden, der fein Stabsquartier in Singapur hätte; 2. ge­meinsame Benutzung und Beschaffung des für den Kriegsfall benötigten Materials; 3. eine Ver­einbarung über die Japan gegenüber anzuwen- benben Methoden unter Berücksichtigung der japa­nischen Heberlegenheit zur See; 4. die Entwicklung des Flottenstützpunktes Cam-Ranh in Jndochina zu einem französischen Singapur; 5. Schutz der französischen und englischen Kon­zessionen in China; 6. Schutz der französischen und englischen Handelsschiffahrt; 7. Schutz der Verbindungen mit Siam, Niederländisch- Indien und den Vereinigten Staaten von Nord­amerika.

Die Erschütterung der chinesischen Währung.

London, 23. Ium. (Europapreß.) Der Londoner City wurde eine weitere Abwertung des chinesischen Silber bollars und unter Umftänben ein verhältnismäßig baldiger Zusammen­bruch der Tschunking-Währung kaum mehr über­raschend kommen. Das Finanzministerium von Tschungking hat sich entschlossen, statt des dreitägigen Bankmoratoriums eine Begrenzung der wöchentlichen Kontenabhedungen auf 500 China-Dollar einzuführen. Man glaubt, daß diese Maßnahme tiefgehendere Wirkungen haben muß als ein Moratorium, zumal man noch nicht weiß, wie lange diese Begrenzung, die in erster Linie für die Schanghai-Banken bestimmt ist, Gül­tigkeit haben soll. In der Londoner City ist man der Ansicht, daß die Maßnahme der Tschungking- Regierung erforderlich geworden ist, weil die kürz­lich erfolgte Dollarabwertung auf die chinesische Währung im eigenen Lande erschütternd gewirkt und zu starken Guthabenabhebungen geführt hat. Offensichtlich sind in China Befürchtungen auf­gekommen, daß die Abwertung weitergehen werde und darüber hinaus Japan in Schanghai dis gleichen Währungsbeschränkungen durchzuführen be­absichtige, wie sie heute für Nordchina Geltung besäßen.

Kleine politische Nachrichten.

Die auf Einladung des Stabschefs der SA. in Berlin befindliche Abordnung faschistischer Miliz­offiziere wurde von Stabschef Lutze empfangen. Die ilatienischen Gäste interessieren sich besonders für die Gruppen-Wettkämpfe und für die Reichswettkämpfe der SA., da zum erstenmal auch eine Reihe von Offizieren und Mannschaften der Miliz an diesen Wehrwettkämpfen teilnehmen wird. Die Offiziers­abordnung wird von General Graf Gauttieri, dem Vertreter des Stabschefs der Faschistischen Miliz, Russo, geführt.

Der Präsident der Akademie für deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, traf, einer Einladung der bulgarischen Landesuniversität Folge leistend, i n Sofia ein, wo er von Justizminister Dr. Jotoff, Kultusminister Professor F i l o f, dem Chef des diplomatischen Protokolls, dem Rektor der Hniver- sität und zahlreichen Professoren empfangen wurde. König Boris verbrachte mit ihm über zwei Stunden in freundlichster Unterhaltung. Dr. Frank wird von der Sofioter Universität feierlich zum Ehrendoktor ernannt werden.

Nach siebenwöchiger Abwesenheit in Kanada unb den Vereinigten Staaten ist bas englische Kö­nigs p a a r auf demEmpreß of Britain" in Southampton eingetroffen. Die beiden Töchter des Königspaares waren ihren Eltern auf einem Zerstörer entgegengefahren. In Southampton hatten sich die Königin-Mutter Mary und die Brüder des Königs mit ihren Gattinnen eingefunden. Wegen schweren Nebels mußte ber Flottenempfang, ber im Kanal vorgesehen war, abgesagt werden.

Dom 21. bis 24. Juni fand in Wien ber e rft e großbeutsche Baugewerbetag statt. Zur Haupttagung kam Dr. Tobt nach Wien, um zum Baugewerbe Großbeutschlanbs zu sprechen.