Ausgabe 
23.5.1939
 
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Nr. W Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Dienstag, 23. Mai M9

bringt rasche Hilfe Togak,

8eh

Ehrungen der kinderreichen Mütter

Rheuma

Beseitigt Schmerzen.verkürzl KrankheUSdaucr und stellt

Fröhlich zogen mir hier ein, aber nicht bei Sonnenschein. Nein, der Regen strömte kalt, in die Betten ging es bald. Doch nach einer kurzen Zeit lachte Sonne weit und breit. Und die ganzen Kinderlein fanden sich in kurzem ein. Und wir spielten ungestört. So waren wir noch nie begehrt! Abends aber hatten wir einen bunten Abend hier. Tüchtig wurde da gelacht bis zuletzt in später Nacht, als man nach dem lust'gen Tag müde in den Betten lag, da erzählte eine noch eine gräßliche Beschicht', daß uns bei dem Dämmerlicht Schauer übern Rücken kroch. Und am nächsten Morgen spät, fand man uns noch in dem Bett. Mittags, das verflixte Fleisch, wurde stundenlang nicht weich. Dann ging's wieder in das Bett. Doch am Abend, o wie nett, fand man uns am Teiche stehn und die stille Flut besehn.

Und am nächsten Tag, o Graus,

ziehn wir wieder aus dem Haus.

Schade, denn es war so fein:

Biel geschlafen, viel gelacht und nichts Anstrengendes gemacht. Ja, so müßt es immer sein!

Unsere Fahrt führte uns dann noch nach Hirsch­berg, über Staffel wieder nach Limburg

Zeitschriften.

Aus der Natur" (Der Naturforscher"), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Dem Charakter des Monats Mai entsprechend, regen mehrere Aufsätze im neuen Heft, die sich mit neuen Ergebnissen biologischer Forschung beschäftigen, zu eigenen Beobachtungen und Nachprüfungen m der blühenden und von Dogelstimmen durchklungenen Natur an. Als Blütenbiologie und Naturschützer weiß Prof. Dr. Walther Schoenichen Bemerkens­wertes vom Blütenleben geschützter Frühlingspflan­zen mitzuteilen, wozu M. Jaedicke schöne Auf­nahmen beifügt. Dr. Hans Kühlwein behandelt Ge­heimnisse vom Pollenkorn der Nadelhölzer. Dr. Heinrich Frieling lauscht der Stimme der Land­schaft und sucht den Sinn des Vogelgesanges zu er­schließen. In das Frühlingsleben der Kerfe führt Dr G. von Frankenberg mit feiner Anregung zur Naturbeobachtung des Kaferlebens im Mai und in das der Weichtiere Dr. phil. nat. Rich. Bott mit sei­nem bebilderten BerichtDie Paarung der Wein- berafchnecke". Die Gemse in ihrer Bergheimat schil­dert in Wort und Bild Dr. Franz Graf Zedtwltz in einem kleinen Loblied auf den Gams. Daß die Sorge und der Kampf um die Rohstoffe unser Wirtschaftsleben noch ständig in Atem hält, zeigen die Hinweise von Dr. Karl Schmort auf das deut­sche Blei- und Zinkoorkommen. Kleine Beiträge und Forschungsergebnisse aus allen Gebieten der Natur­wissenschaften, Bücherbesprechungen und die Preis- frage schließen das Machest.

Gießen-Mitte.

Am gestrigen Montagnachmittag hielten die NS - Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk der Ortsgruppe Gießen-Mitte ihre Feierstunde für die Mutter ab. Im schön hergerichteten SaaleZum Löwen" im Neuenweg fand sich eine größere Anzahl älterer Mütter ein, denen eine schlichte Feierstunde bereitet wurde.

Die Leiterin der NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte, Frau W e m p e r, richtete freundliche Begrüßungs- worte an die Frauen anläßlich der Feier ihres Ehrentages und sagte ihnen, daß der diesjährige Muttertag durch die Ueberreichung des vom Führer gestifteten Ehrenkreuzes für die deutsche Mutter ein besonderes Gepräge erhalten habe. Diese Aus­zeichnung, so führte sie u. a. aus, sei der sichtbare Ausdruck des Dankes, den das Volk feinen Müttern schuldet, und vor den ausgezeichneten Müttern ver­neige sich das Volk in Dankbarkeit und Ehrfurcht. Frau Wemper erzählte dann von der Feierstunde am Sonntag mit der Ueberreichung der Auszeich­nungen und widmete den Müttern, die nicht mehr diese frohe Stunde erleben konnten, ein stilles Ge­denken und forderte dann die Frauen auf, durch Treue zum Führer sich dieser Ehrung würdig zu erweisen. Anschließend wurden das Deutschland» und das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Dann leitete Frl. Wohlfahrt mit einer Hymne an den Führer zu der Kaffeepause über, bei der die Helferinnen der Frauenorganifationen ihre Gäste reichlich mit Kaffee und Kuchen versorgten. Frl. Wohlfahrt half mit Liedern und Musikstücken die Veranstaltung verschönern. Dazu wurden einige sinnvolle Gedichte vorgetragen, aus denen die Ver­herrlichung der Mutterliebe herausklang. Auch eine der ältesten Mütter, Frau L e ß, gab durch em von ihr verfaßtes Gedicht einen Beitrag dazu. Be­sondere Aufmerksamkeit wurde einer Mutter ge­schenkt, die mit dem goldenen Ehrenkreuz aus­gezeichnet worden war.

Bei der Feier stellte sich heraus, daß mehrere ältere Mütter von mehr als 10 Kindern noch nicht Tunke aus Essig und Oel zubereiten. Leider muß ich mich jetzt verabschieden."

Ich war zerknirscht, weil Erna schon ging. Ent­täuscht griff ich nach dem letzten Spargel. Schlupp! Sie ging wirklich, plötzlich hatte sie es eilig. Da entschwand sie nun, ein blonder Frühlingstraum, eine Spargelfreundin.

Uebrigens waren die zwei Stunden um, meine Kupplung würde in Ordnung sein. Ich ging zur Werkstätte.

Ich kam gerade noch im rechten Augenblick, um meine holde Spargelerna mit reichlich Gas aus der Montagehalle brausen zu sehen. Sie fuhr den Wagen mit den nachgestellten Bremsen, dieses ver­logene Lilienmädchen. ..

Aus der Straße nach Karlsruhe überholte ich sie mit neunzig auf der Walze.

Spargelsuppe ist auch nicht zu^verachten , ries ich ihr im Dorbeiflitzen zu,und Spargel mit zer­lassener Butter kann ich wärmstens empfehlen. Schlupp!"

Am gestrigen Montagnachmittag kehrten die Fahr­tengruppen des BDM. in einem Sonderzug von ihrer Hessen-Nassau-Fahrt in das Lahntal, an den Rhein und zum Westerwald wieder nach Gießen und den übrigen Orten des Kreises Gießen bzw. des Kreises Alsfeld zurück. Die Mädels brachten fröh­lichste Stimmung und große Begeisterung von der schönen Fahrt mit. Etwa 100 Mädels stiegen in Gießen aus, während die übrigen Fahrtengruppen mit dem Sonderzug auf der Fuldaer Strecke weiter­fuhren, um in Großen-Bufeck, Reiskirchen, Grün­berg-, Mücke, Nieder-Ohmen, Burg-Nieder-Gemün- den, Ehringshausen, Zell-Romrod und Alsfeld aus- zusteigen. Im Leben des Alltags werden die Mä­dels noch lange an den schönen Erinnerungen die­ser herrlichen Fahrt zehren. Don dem Verlauf der Fahrt während der letzten Tage zu Ende voriger Woche erhielten wir noch folgende Berichte von Fahrtteilnehmerinnen.

Wieder ein Stück unserer schönen Heimat erwandert.-

Unsere diesjährige Hessen-Nassau-Fahrt führte uns in das schöne Lahntal. Mit einem Sonderzug fuhren wir am Freitag, 12. Mai, bis nach Lim­burg, wo wir noch am selben Tage den Dorn und das Heimatmuseum besichtigten. Dann hatten wir Freizeit und bummelten durch das liebe, alte Städt­chen. Besonders die alten Häuser mit prächtigem Schnitzwerk an den Balken fielen uns auf. Nach dem Abendessen waren wir noch mit Kameradinnen aus Büdingen bei fröhlichem Singen in der Jugend­herberge.

Am nächsten Morgen marschierten wir zunächst nach Oranienstein und besichtigten das Schloß. Prächtige Gemälde und Deckenverzierungen zeugen von dem Reichtum der damaligen Fürsten um 1700. Später wurden dort Kadetten erzogen, und heute ist hier eine nationalpolitische Erziehungsanstalt. Dann gingen wir nach D.i ez und von dort nach Birlenbach, wo wir für zwei Tage Privat- ouartiere bezogen. Morgens und mittags machten mir bei herrlichem Sonnenschein kleinere Spazier­gänge in die Umgebung, an der Lahn entlang und durch dunkle, rauschende Bergwälder. Am Sonntag» mittag zogen wir mit Gesang auf den Birlebacher Sportplatz, um die Leistungen für die Reichsjugend­wettkämpfe abzunehmen. Den schönen Tag beschloß ein Kameradschaftsabend mit den Kameraden der Fachinger HI.

Am Montagmorgen sahen wir uns die Fachin­ger Mineralquelle an und die Gewinnung des berühmtenFachinger Wassers". Wir kehrten wieder nach Birlenbach zurück und nahmen nur un­gern von unseren Quartiereltern Abschied, bei denen wir uns wie zu Hause gefühlt hatten. Wir mar­schierten in Richtung Schaumburg, und bald erhob sich die alte, graue Burg wie ein düsterer Riese über der sonnigen Landschaft. Wir gingen durch den Burghof, kletterten eine Wendeltreppe mit 240 Stufen empor und gelangten endlich auf den Aussichtsturm, von dem wir einen wunder­vollen Ausblick über das Lahntal hatten. Wie ein bunter sanftgewellter Teppich lagen die Wiesen und Felder unter uns. Dazwischen schlängelten sich braune Wege hin, überragt von hellen Laub- und dunklen Nadelwäldern. Dann gings nach Kram- berg, dem Tagesendziel. Wieder wurden wir von unseren Quartiereltern freundlich aufgenommen. Der Abend vereinte uns mit den dortigen BDM.- Mädeln, mit denen mir Lieder fangen, und denen wir luftige Geschichten erzählten.

Am nächsten Morgen marschierten wir weiter über Laurenburg nach Holzappel. Die beiden Tage, die wir in der dortigen Jugendherberge ver­brachten, schildern uns folgende Verse, die in über­mütiger Laune entstanden: __

Ich wandere mit, wenn es gestattet ist.

Wir gingen also zusammen durch den Park, be­wunderten alle Sehenswürdigkeiten und waren m einer frühlingshaften Stimmung. Welch em Gluck, daß mir die Kupplung iiV die Binsen gegangen war. Einmal hätte ich mich beinahe verraten. We^ch eine Enttäuschung, wenn sie erfahren hatte, daß ich Auto­besitzer bin! Endlich einmal ein Mensch, der nicht über Zylinderinhalt und Bodenhaftung sprach, end­lich ein liebliches Geschöpf Gottes, das fein Auto befaß das nicht von Bremspferden und Benzin- geruch schwafelte. Ein Fußgänger mit viel Zeit, ein blonder Frühlingszauber auf Schuhsohlen dahin- wandelnd. Welch ein betörendes Glück! Erna hieß sie, Fräulein Erna.

Sie warten wohl auch, bis die Spargel gekocht sind?" fragte sie plötzlich.

Getroffen. Ich bin em Freund dieser saftigen Stangen. Hier ist der rechte Platz, umfie zu ge­nießen. Haben Sie auch die Absicht, Schwetzmger Spargel zu sich zu nehmen?" .

Wenn Sie nichts dagegen haben, ;awoyi.

''Vielleicht wäre es gar nicht dumm, wenn wir ^Mtt^Vergnügen, Sie Fußgänger. Nach dem Rundgang können wir zu Tisch gehen.

Großartig, ich habe noch nie in dem berühmten Spargelland diese Früchte gegessen."

Früchte?!" Fräulein Erna lachte klingend.Seit wann sind Spargel Früchte?" < f

Sind es keine Fruchte? Ich denke, sie wachs.n an Bäumen, wie in Italien die Makkaropi.

Der Spargel ist ein Gemüse. Man nennt ihn sogar denKönig der Gemüse". Außerdem ist er ein Liliengewächs, was die wenigsten Spargel-

im Bild, man k°nn non Ihnen etwas 'lernen. Ist es nicht bald Zeit zum Wirbligen zusammen in ein Gasthaus, dem eine altüberlieferte Spargelberühmtheit «nhaftete. Dort bestellten wir frischen Spargel mit holländischer Tunke, Eierkuchen und Schinken.

, Ich habe mir sagen lassen", flunkerte ich weiter man dürfe den Spargel nicht mit dem Messer e^Den Spargel nimmt man in die Hand. Sehen Sie her, so wird das gemacht: Schlupp, schon ist er dahin! Schlupp, furchtbar einfach."

Entzückend, wie Fräulein Erna den Spargel atz. Schlupp, so was von Grazie, von Spargelgrazie. Alle Menschen aßen hier mit Lilienanmut.

Man kann sie auch", sagte Fräulein Erna und schleckte die holländischen Finger ab.mit einer

Gloria-Palast:

y(Spiel im Sommerwind.^

Die Geschichte einer Verlobung im Auto und auf Umwegen quer durch Deutschland nach einem Roman von Leo W i f p l e r für den Film zurecht­gemacht von Axel Ibers, der sich hier bereits als Bühnenautor vorgestellt hat. Zwei wohlsituierte Hamburger Geschäftsleute finden, daß ihre Kinder gut zueinander passen und möchten gern ein Paar aus ihnen machen. Die Kinder kennen sich aber gar nicht, und der junge Mann, der eben von einer Auslandsreise zurückgekommen ist, fühlt sich selb- ständig genug, sich allein eine passende Frau aus­zusuchen: antwortet also prompt auf ein Inserat, in welchem eine 18jährige Haustochter, auch ziem­lich selbständig, wie man sieht, einen Reisebegleiter suchtam liebsten jungen Herrn mit Auto . Sie treffen sich am Bismarckdenkmal, und wenig spä­ter starten sie mit einem kleinen zweisitzigen Hano­mag zut Reise durch Deutschland, im Sommerroinb, ins Blaue. Die beiderseitigen Eltern, sehr entsetzt, nehmen (mit etlichen Pferdestärken mehr) die Ver­folgung auf. Der Beschauer kommt bei dieser an Zwischenfällen reichen Reise noch schneller auf de» Trichter als der junge Mann, dessen tüchtige Schwester im Komplott war und die Geschichte mit dem Inserat gefingert hat: natürlich ist dieHaus­tochter" das von Anfang an in Aussicht genommene Mädchen ... und es nimmt denn auch im Sommer­wind alles fahrplanmäßig den normalen Verlauf, nachdem die unvermeidlichen Pannen (teils am Mo­tor, teils am Gemüt) fachkundig behoben sind. Die Spielleitung hatte Roger von Norman n. Seine Aufnahmen sind so beschaffen, daß der Zuschauer selber Lust bekommt, wieder einmal im Sommer- wind durch Deutschland zu reifen. Außerdem wird man seine Freude haben an dem frischen, natür­lichen, unbefangenen Spiel der beiden jungen Leute, die ohne Zwang sich selber geben dürfen: Rolf Möbius (er war der Leutnant imUrlaub auf Ehrenwort") und Hannelore S ch r o t h , die wir neulich imGouverneur" sahen: dies hier ist ihre erste Filmrolle. Von der älteren Generation: Steinbeck, Florath, Legal: die Damen Erika von T Hellmann und Claire R e i g b e r t. Spiel im Sommerwind" erhielt übrigens als erster Film das neugeschaffene Prädikatvolkstüm­lich". (Terra.)

Dazu gibt es die Ufa-Wochenschau, eine Posse und einen Vorspann zurFrau am Steuer" mit Lilian Harvey und Willy Fritsch. Hans Thyriot.

Fröhliches

Spargel-Intermezzo.

Von Roland Belsch.

Einmal um die Spargelzeit hatte ich in Schwet- zinqen ein lustiges Erlebnis. Ich kam mit dem Auto von Frankfurt, hatte einen Kupplungsschaden und brachte den Wagen in Schwetzingen in eine Reparaturwerkstätte.Es dauert zwei Stunden, sagte der Mann im blauen Kittel,Sie können derweil hier frischen Spargel mit Schinken und Merklichen essen" -Geht es nicht ein bissel flinker?"Leider nicht, ich muß erst hier an diesem Wagen die Bremsen nachstellen.

Meinetwegen, dachte ich und schlenderte gemächlich durch das säubere Stäbchen Schwetzingen. Es war oerade elf Uhr, zum Spargelessen noch zu ftuh, also beschloß ich, den oft besungenen Schwetzmger Schloßgarten wieder einmal zu besuchen.

aina durch das Schloßtor in die gewaltigen

Tne Dame fielen und in das bl.tz-nd- Wasser

Es" ist herrlich hier im Frühling", sagte ich.

artigen'Mengen. Sie müssen ihn doch rieche . Richtig, ja, jetzt rieche ich chn.

''Sie sind wohl hier nicht bekannt.

"Nein", log ich tapfer,eigentlich nicht. Ich yave °"'Jch auch°Ei?Mück. wenn man heutzutage einen Menschen trifit der Z-Ü^had Menschen. Ich

In mir sh - durch die Landschaft stiefeln. - ÄrmkLscheE die mi? ihren.Autamabilen an allen Schönheiten D09!be^el^eufe[ überhaupt mit ÄÄÄS AI.».'

Schloßgarten."

Aus der Stadl Gießen.

Abendliche Einkehr.

Nachdem wir einen kleinen Anstieg hinter uns hatten, bekam es die Straße mit einem Mal eilig. Sie ließ die Fluren, die sich links und rechts neben ihr langsam und allmählich talwärts senkten, "bei ihrer Gemächlichkeit und begann in ziemlicher Schräge hinabzulaufen, dem tief gebetteten Dorf zu, so daß die Fahrer, die uns begegneten, den Motor abstellten und die Hand an der Bremse haben muß­ten. Die Landschaft wuchs uns beiderseits der Straße über den Kopf hinaus, und wir wanderten wie in einer Schlucht, aus der wir hinter einer Kurve gerade noch die ersten Dachgiebel und bald auch den schlanken Kirchturm aufragen sahen.

Vor einem offenen Stalltor am 2)orfeingang wurde eine Kuh von einem niedrigen Ackerkarren ausgeschirrt. Sie trottete schleppfüßig in das däm­merige Dunkel ihrer Behausung hinein und beant­wortete mit lautern Gernuhe den Zuruf einer ande­ren Kuh von drinnen her, die die Heimkehrende be­grüßte. Da und dort klirrten Melkeimer, meckerten inständig, als ob sie Hunger hätten und auf das Füllen der Raufen warteten, ungeduldige Ziegen. In einem geräumigen Hof standen zwei Pferde am Brunnentrog und schlürften mit durstigen Mäulern das kristallklare Wasser, das dünn aber unaufhörlich aus einer Röhre rann. Abseits hieb ein Junge arm­dickes Geäst klein; er schmetterte so geschickt die langstielige Axt, daß die Stücke Schlag auf Schlag vom Hauklotz fielen.

Auf einer Treppenstufe vor dem Hause saßen zwei junge Mädchen und putzten Salat in gri^e weiße Emailleschüsseln. Eine Katze miezte zärtlich. Aber die Mädchen hatten keine Hand frei und fein Wort für sie. Sie hielten das Antlitz über ihre Ar­beit gesenkt und sprachen gedämpft, und zuweilen vergnügt vor sich hinkichernd, über ganz andere Dinge. Wir erhaschten nur einen flüchtigen Blick von ihnen.

Auf einer niedrigen Bank an die Hauswand ge­lehnt saß plaudernd ein Altmännerquartett. Da sie uns gewahrten, unterbrachen sie ihr Gespräch und warteten gespannt mit Mienen, was wir sie fragen würden. Das wir was wissen wollten, schienen sie vorauszuahnen. Sie gaben freudig Bescheid, und einer bestätigte die Auskunft des andern über den gesuchten Gasthof. Wir würden zufrieden sein. Und wo mir denn her kämen? Wir nannten die Stadt. Da stieß einer, der sich eben seine halblange Pfeife angezündet hatte, mit gewichtigem Zug eine dicke Rauchwolke aus, und sein Gesicht verklärte sich zu einem strahlenden Lächeln:Da habe ich beim Militär gedient!" sagte er stolz, und nun waren wir sichtlich noch einmal so herzlich in seinem Dorf will­kommen.

Und die Alten hatten wohl für diesen Abend em «unerschöpfliches Thema. P-B.

Universität Gießen KameradschaftAdmiral Scheer"

Dr. Scheel verleiht NSDStB.-Kamerad- schaften unseres Gaues Namen.

NSG. Im Rahmen einer Feierstunde auf dem Deutschen Studententag in Würzburg am heutigen Dienstag, 23. Mai, erhielten mehrere Kameradschaf, ten des NSD.-Studentenbundes unseres Gaues durch Reichsstudentenführer Dr. Scheel ihre Na­men verliehen. Diese Namen der NSDStB.-Kame­radschaften sind der Aufmarsch einer ruhmreichen Vergangenheit, der Ausdruck einer kämpferischen Gegenwart und die Ankündigung einer stolzen Zu­kunft.

In folgenden Studentenbundsgruppen unseres Gaues bekamen ihre Namen: Technische Hochschule Darmstadt KameradschaftYorck"; Technische Hoch­schule Darmstadt KameradschaftCroßmann ; Universität Gießen Kameradschaft .Admiral Scheer" und Universität Frank- furt a. M. KameradschaftLangemarck".

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zurück. Wieder haben wir ein Stück unserer schönen Heimat erwandert und die Menschen im Lahntal kennen und verstehen gelernt.

Marianne Eger, Mädelgruppenführerin 1/116.

Dorfgemeinschastsabend in Hof (Westerwald).

H o f" leuchtet es uns auf dem gelben Schild vor dem Dorf entgegen, das wir eben erreichen. Schnell machen wir uns in die Quartiere. Denn wir müssen ja noch fleißig üben, weil morgen abend unser Dorfgememschaftsabend steigen soll. Im Fluge geht der Nachmittag unter Liederüben. Theater-

zum Ehrenkreuz eingereicht wurden, so daß Frau Wemper die erforderlichen Schritte unternehmen wird.

Gießen-Klein-Linden.

Eine erhebende Feierstunde veranstaltete am Sonntagnachmittag die Partei, die NS.-Frauensck)aft und der BDM. Sie war der Ehrungder älte­sten kiu d e r r e i ch e n Mütter gewidmet, denen das vom Führer gestiftete Ehrenkreuz überreicht wurde. Es erhielten das Ehrenkreuz:

1. Stufe (Gold): Margarethe Pauly, geb. Riedel; Helene Jung, geb. Schaum; Maria Lenz, geb. Schä­fer; Katharina Weller, geb. Deibel; Berta Volk, geb. Weber und Friederike Becker, geb. Appel.

2. Stufe (Silber): Katharine Germer, geb. Jung; Elisabeth Lenz, geb. Klos; Johannette Naumann, geb. Wagner; Elisabeth Weigel, geb. Spieß; Katha­rine Weidenhaus, geb. Bender; Marie Lutz, geb. Eich und Elisabeth Jung, geb. Jung.

3. Stufe (Bronze): Marie Jung, geb. Germer; Marie Lenz, geb. Weigel; Marie Weller, geb. Bern­hardt; Marie Langsdorf, geb. Weigel; Katharine Lenz, geb. Schneider; Marie Jung, geb. Langsdorf und Marie Dormehl, geb. Kinzebach.

Gießen-Wieleck.

Bei der feierlichen Mütter-Ehrung in Gießen- Wiefeck, die sich am Sonntag in eindrucksvollem Rahmen vollzog und den Frauen eine Stunde schön­sten Erlebens brachte, wurden die nachstehend ge­nannten Mütter mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet:

1. Stufe: Elisabeths Eisenhut, Marie Roden- Hausen, Elisadethe Schnabel und Elisabethe Seibert.

2. Stufe: Katharine Balser, Marie Dapper, Elisabethe Erb, Anna Kümmel, Margarethe Laudon, Elisabeths Schmidt, Martha Wacker.

3. Stuss: Augusts Deibel, Margarethe Deibel, Margarethe Dorfeld, Katharine Klippel, Maris Krei­ling, Luise Qßwald, Elisabethe Schmidt, Elisabethe Seibert, Luise Strack, Elisabethe Weller und Mar­garethe Will. _______________________________

Heimkehr von der Heffen-Raffan-Fahri.

Mädels aus Stadt und Kreis Gießen berichten voll Freude über das große Erlebnis