Unkraut kann sogar notwendig sein...
Neues über die Pflanzen und ihr Wachstum.
Wenn die ersten Pflänzchen ans dem Baden sprießen, geht der Pflanzenfreund dnrch fernen Garten und achtet darauf, daß sich nirgends das Unkraut breitmacht. Was nicht in das Beet gehört, das wird sorgfältig ausgejätet. Das muß so sein. Blumen und Gemüse dürfen nicht von ungebetenen Eindringlingen überwuchert werden, die ihnen die Nahrung wegnehmen. Daher rottet man das Unkraut aus. Aber manchmal wäre es besser, man würde es stehen lassen, ja es kann sein, daß es sich sogar empfiehlt, Unkraut zwischen Zier- und Nutzpflanzen zu sähen, wenn das auch sonderbar klingen mag. Denn nach den neuesten Feststellungen kann das sogenannte „Unkraut nicht nur nützlich, sondern bisweilen sogar notwendig sein.
Die Pflanze lebt nicht für sich allein, sondern mit anderen zusammen. Was miteinander wächst, das ist kein Zufall, und man hat gefunden, daß beieinander stehende Pflanzen unter Umständen sowohl günstig als ungünstig aufeinander wirken können, und zwar auch dann, wenn sie sich nicht berühren. Manche Pflanzenarten passen nicht zusammen, die gedeihen nicht zu gleicher Zeit, aber auch nicht nacheinander auf dem gleichen Boden. Es kann aber auch sein, daß eine bestimmte Pflanze nur durch ihre Gegenwart das Wachstum und die Entwicklung einer ganz anderen Art fördert.
pflanzen beeinflussen sich gegenseitig.
Das ist an sich nichts Neues. Schon in alten Kräuterbüchern kann man lesen, daß der Weinstock sich nicht mit dem Kohl und der Kohl nicht mit dem Alpenveilchen verträgt, daß aber die Trauben besonders schön wachsen, wenn der Weinstock in der Nähe von Ulmen oder Oelbäumen steht. In jüngster Zeit hat Dr. M a d a u s seine Beobachtungen über die gegenseitige Beeinflussung von Pflanzen veröffentlicht.
Er fand zum Beispiel, daß Stiefmütterchen und Weizen sich nicht vertragen. Wenn man sie zusam
men aussät, gehen die Stiefmütterchen sehr spät oder überhäuf nicht auf. Daher findet man auch niemals Stiefmütterchen auf Weizenfeldern, sie wachsen aber sehr zahlreich auf Roggenfeldern, wo sie ein verbreitetes „Unkraut" bilden. Sät man Stiefmütterchensamen für sich allein, dann geht nur etwa ein Fünftel auf. Sät man sie aber mit Roggen zusammen, so kommt aus jedem Samen eine Pflanze.
Andererseits wächst der Weizen besser als sonst, wenn er in der Nähe von Mais angepflanzt wird. Weizenpflänzchen sind acht Tage nach der Aussaat zwischen Mais doppelt so groß, wie wenn sie allein wachsen. Sät man zwischen den Roggen Kornblumen, so wächst er viel schneller, als wenn dieses „Unkraut" nicht im Felde steht.
Anstatt also wie bisher immer nur einfach von „Unkraut" zu reden und alles auszurotten, was so von selbst auf den Feldern oder in den Blumenbeeten wächst, wird man in vielen Fällen wohl umlernen müssen und manche Pflanze, die bisher als ungebetener Gast galt, wird man in Zukunft, wenn diese Dinge noch genauer erforscht sind, gern sehen, wenn man weiß, daß ihre Gegenwart das Wachstum irgendeines Kulturgewächses anregt.
Soweit man früher von solchen Dingen etwas wußte, hat man sie durch geheimnisvolle Sympathien und Antipathien zwischen den einzelnen Gewächsen zu erklären versucht. In Wirklichkeit haftet ihnen aber gar nichts Mystisches an. Diele Pflanzen scheiden wasserlösliche oder gasförmige Stoffwechselprodukte aus, die sich im Boden oder in der Lust ausbreiten und dann auf das Gedeihen anderer Gewächse günstig oder ungünstig wirken. So sondern sehr viele Wurzeln <5" "ran, einige andere auch Laugen ab, der Boden nimmt sie auf, und sie wirken auf andere Wurzeln ein. Daher kann es vorkommen, daß die Erde durch eine bestimmte Pflanzenart, die auf ihr längere Zeit wächst, für eine andere Art „verdorben" wird.
Es gibt auch noch viel feinere Wechselwirkungen zwischen den Pflanzen, da viele Blüten und Früchte Gase aussenden, die auf andere Pflanzen in ihrer Nähe wirken. Wenn man zum Beispiel Akazienoder Lindenblüten mit Erbsenkeimlingen zusammen unter eine Glasglocke bringt, so bilden die Erbsenpflanzen nur ganz kurze, dicke Stengel. Auch die weißen Blütentrauben der in Anlagen viel gepflanz-- ten Ahlkirsche, die Blüten der japanischen ^Quitte oder abgeschnittene Stengel des gefleckten Schierlings halten die Keimlinge anderer Pflanzen im Wachstum zurück. Rosen und Hyazinthenblüten können ähnlich wirken. Neben Fliederblüten vergilben die Blätter junger Tomatenpflanzen, und nach einigen Tagen fallen sie ab. Auch stark duftende beblätterte Zweige der Pfefferminz und Lorbeer lassen Keime nicht ih die Höhe wachsen.
Der jüngste verstorbene Altmeister der Botanik, Professor Hans Mo lisch, hat kurz vor seinem Tode ein kleines Buch veröffentlicht, in dem er an der Hand zahlreicher Versuche und Beobachtungen ein reiches Tatsachenmaterial über die gegenseitige Beeinflussung von Pflanzen zusammenstellte. Er wies nach, daß vor allem Früchte, und zwar besonders Aepfel und Birnen, aber auch Orangen, Zitronen, Mandarinen, Kirschen- und andere Pflanzenteile, sogar auch die Wurzel Gase aussenden, die das Wachstum von Keimpflanzen, von Blättern und Blüten, Wurzeln und Knollen und besonders auch die Reifung von Früchten weitgehend beeinflussen, sie entweder hemmen oder fördern.
Er verwendet zunächst hauptsächlich Aepfel, die er zusammen mit Keimpflänzchen unter eine Glasglocke brachte. Die in der „Apselluft" keimenden Pflänzchen blieben im Wachstum sehr stark zurück, zum Teil brauchten sie vierundzwanzigmal so lange zu chrer Entwicklung wie die in reiner Luft gezogenen Kontrollpflanzen. Bohnen- und Weizenkeimlinge rollten in der Apfelluft die Stengel ein, andere Keime wurden zu dicken, unförmlichen Knollen. Nur reife und lebende — nicht also gekochte — Aepfel haben diese Wirkung, und wenn man sie mit unreifen Aepfeln unter die Glasglocke bringt, so werden diese in wenigen Tagen ebenfalls reif.
Alle diese Wirkungen der reifen Aepfel sind darauf zurückzuführer^ daß sie ein Gas, das Aethylen,
ausscheiden, dessen Einfluß auf die Reifung von Früchten schon seit längerer Zeit bekannt ist. In Amerika werden Bananen, Zitronen und andere Früchte der besseren Haltbarkeit wegen in noch ganz unreifem Zustand gepflückt, versandt und gelagert. Dor dem Verkauf wird der Lagerraum ein paar Tage lang mit Aethylen vergast.
Schon ganz geringe Spuren des Gases — ein Teil Aethylen auf 10 Millionen Teile Luft — genügen, die Früchte in kürzester Zeit zur Reife zu bringen. Ganz allgemein wirken solche Stoffwechselprodukte nur in homöopathischer Dosis günstig. So hat sich gezeigt, daß manche Pflanzen besser wachsen, wenn man rote Rüben oder Möhren neben sie legt. Zerschneidet man diese aber, so daß jetzt aus den Stücken mehr Gas austritt, dann wirken sie giftig, sie hemmen das Wachstum der anderen Pflanzen oder machen es überhaupt unmöglich.
Professor Dr. H. W o h 1 b o 1 d.
Wetterbericht
Die Großwetterlage befindet, sich in einer durchgreifenden Umgestaltung, die das Ende der schon seit Wochen dauernden gänzlich anormalen Witterungsperiode bringt. Nachdem das von Osten her sich verbreitende Regengebiet am Montag über den Rhein hinaus weiterzog, macht zur Zeit schon der von den Azoren bis nach Finnland sich erstreckende starke Hochdruckrücken seinen Einfluß geltend und bringt vom Norden her Aufheiterung. Auch die über dem Ostatlantik aufgekommene lebhafte Wirbeltätigkeit spricht für die Wiederherstellung normaler Verhältnisse, wobei der Hochdruckeinfluß sich zunächst noch weiter verstärkt.
Vorhersage für Mittwoch: Vielfach heiter und meist trocken, nachts frisch, Tagestemperaturen bis zu etwa 20 Grad ansteigend. Lebhafte nordöstliche Winde.
Vorhersage für Donnerstag: Meist heiter und trocken, weiter steigende Tagestemperaturen. .
Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 10,0 Grad; am 23. Mai: morgens 11,3 Grad. Maximum 13,2 Grad, Minimum 9,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Mat: abends 12,5 Grad: am 23. Mai: morgens 11,4 Grad. — Niederschläge 4,8 mm.
Frau Emma Sommer, geb.Velte
Alten-Buseck, Wieseck. Bad-Nauheim, den 23. Mai 1939.
Gießen, den 23. Mai 1939.
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im Alter von 25 Jahren dem Leben entrissen.
In tiefer Trauer:
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Familie W. Wehrmann.
Cr.-Buseck, Badenburg. Lippenrode, den 22. Mal 1939.
Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 25. Mai, nach- mittags 3/2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs in Gießen statt.
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Am Sonntag früh 9 Uhr entschlief sanft nach Gottes Ratschluß
meine hebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwieger
mutter, Großmutter und Schwester
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24 Mai, nachmittags 2% Uhr,
vom Trauerhause aus statt
Für die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Carl Sommer, Bäckermeister
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, unvergeß
liche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Frau Elisabethe Ringel, geb. Weller
im 78. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit zu rufen.
Die Beerdigung findet in der Stille statt
Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Die Kinder.
Heute morgen 11 Uhr ist mein innigstgeliebter, herzensguter, treuer
Mann, Bruder, Schwager und Onkel
Peter Diehl
nach kurzer, schwerer Krankheit sanft entschlafen.
In tiefem Schmerz: Frau Helene Diehl, geb. Vaubel
Minna Vaubel
Willy Diehl und Frau, geb. Elm
Dr. Paul Elm.
Gießen (Friedrichstraße 12), den 22. Mai 1939.
Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 25. d. M„ um 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.


