Ausgabe 
23.5.1939
 
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Unkraut kann sogar notwendig sein...

Neues über die Pflanzen und ihr Wachstum.

Wenn die ersten Pflänzchen ans dem Baden sprießen, geht der Pflanzenfreund dnrch fernen Gar­ten und achtet darauf, daß sich nirgends das Unkraut breitmacht. Was nicht in das Beet gehört, das wird sorgfältig ausgejätet. Das muß so sein. Blumen und Gemüse dürfen nicht von ungebetenen Ein­dringlingen überwuchert werden, die ihnen die Nah­rung wegnehmen. Daher rottet man das Unkraut aus. Aber manchmal wäre es besser, man würde es stehen lassen, ja es kann sein, daß es sich sogar empfiehlt, Unkraut zwischen Zier- und Nutzpflanzen zu sähen, wenn das auch sonderbar klingen mag. Denn nach den neuesten Feststellungen kann das sogenannteUnkraut nicht nur nützlich, sondern bis­weilen sogar notwendig sein.

Die Pflanze lebt nicht für sich allein, sondern mit anderen zusammen. Was miteinander wächst, das ist kein Zufall, und man hat gefunden, daß bei­einander stehende Pflanzen unter Umständen so­wohl günstig als ungünstig aufeinander wirken kön­nen, und zwar auch dann, wenn sie sich nicht berühren. Manche Pflanzenarten passen nicht zusammen, die gedeihen nicht zu gleicher Zeit, aber auch nicht nach­einander auf dem gleichen Boden. Es kann aber auch sein, daß eine bestimmte Pflanze nur durch ihre Gegenwart das Wachstum und die Entwicklung einer ganz anderen Art fördert.

pflanzen beeinflussen sich gegenseitig.

Das ist an sich nichts Neues. Schon in alten Kräuterbüchern kann man lesen, daß der Weinstock sich nicht mit dem Kohl und der Kohl nicht mit dem Alpenveilchen verträgt, daß aber die Trauben be­sonders schön wachsen, wenn der Weinstock in der Nähe von Ulmen oder Oelbäumen steht. In jüngster Zeit hat Dr. M a d a u s seine Beobachtungen über die gegenseitige Beeinflussung von Pflanzen ver­öffentlicht.

Er fand zum Beispiel, daß Stiefmütterchen und Weizen sich nicht vertragen. Wenn man sie zusam­

men aussät, gehen die Stiefmütterchen sehr spät oder überhäuf nicht auf. Daher findet man auch niemals Stiefmütterchen auf Weizenfeldern, sie wachsen aber sehr zahlreich auf Roggenfeldern, wo sie ein verbreitetesUnkraut" bilden. Sät man Stiefmütterchensamen für sich allein, dann geht nur etwa ein Fünftel auf. Sät man sie aber mit Rog­gen zusammen, so kommt aus jedem Samen eine Pflanze.

Andererseits wächst der Weizen besser als sonst, wenn er in der Nähe von Mais angepflanzt wird. Weizenpflänzchen sind acht Tage nach der Aussaat zwischen Mais doppelt so groß, wie wenn sie allein wachsen. Sät man zwischen den Roggen Korn­blumen, so wächst er viel schneller, als wenn dieses Unkraut" nicht im Felde steht.

Anstatt also wie bisher immer nur einfach von Unkraut" zu reden und alles auszurotten, was so von selbst auf den Feldern oder in den Blumen­beeten wächst, wird man in vielen Fällen wohl umlernen müssen und manche Pflanze, die bis­her als ungebetener Gast galt, wird man in Zu­kunft, wenn diese Dinge noch genauer erforscht sind, gern sehen, wenn man weiß, daß ihre Gegenwart das Wachstum irgendeines Kulturgewächses anregt.

Soweit man früher von solchen Dingen etwas wußte, hat man sie durch geheimnisvolle Sym­pathien und Antipathien zwischen den einzelnen Ge­wächsen zu erklären versucht. In Wirklichkeit haftet ihnen aber gar nichts Mystisches an. Diele Pflanzen scheiden wasserlösliche oder gasförmige Stoffwechsel­produkte aus, die sich im Boden oder in der Lust ausbreiten und dann auf das Gedeihen anderer Ge­wächse günstig oder ungünstig wirken. So sondern sehr viele Wurzeln <5" "ran, einige andere auch Laugen ab, der Boden nimmt sie auf, und sie wir­ken auf andere Wurzeln ein. Daher kann es vor­kommen, daß die Erde durch eine bestimmte Pflan­zenart, die auf ihr längere Zeit wächst, für eine andere Artverdorben" wird.

Es gibt auch noch viel feinere Wechselwirkungen zwischen den Pflanzen, da viele Blüten und Früchte Gase aussenden, die auf andere Pflanzen in ihrer Nähe wirken. Wenn man zum Beispiel Akazien­oder Lindenblüten mit Erbsenkeimlingen zusammen unter eine Glasglocke bringt, so bilden die Erbsen­pflanzen nur ganz kurze, dicke Stengel. Auch die weißen Blütentrauben der in Anlagen viel gepflanz-- ten Ahlkirsche, die Blüten der japanischen ^Quitte oder abgeschnittene Stengel des gefleckten Schier­lings halten die Keimlinge anderer Pflanzen im Wachstum zurück. Rosen und Hyazinthenblüten kön­nen ähnlich wirken. Neben Fliederblüten vergilben die Blätter junger Tomatenpflanzen, und nach eini­gen Tagen fallen sie ab. Auch stark duftende be­blätterte Zweige der Pfefferminz und Lorbeer lassen Keime nicht ih die Höhe wachsen.

Der jüngste verstorbene Altmeister der Botanik, Professor Hans Mo lisch, hat kurz vor seinem Tode ein kleines Buch veröffentlicht, in dem er an der Hand zahlreicher Versuche und Beobachtungen ein reiches Tatsachenmaterial über die gegenseitige Beeinflussung von Pflanzen zusammenstellte. Er wies nach, daß vor allem Früchte, und zwar be­sonders Aepfel und Birnen, aber auch Orangen, Zitronen, Mandarinen, Kirschen- und andere Pflan­zenteile, sogar auch die Wurzel Gase aussenden, die das Wachstum von Keimpflanzen, von Blättern und Blüten, Wurzeln und Knollen und besonders auch die Reifung von Früchten weitgehend beeinflussen, sie entweder hemmen oder fördern.

Er verwendet zunächst hauptsächlich Aepfel, die er zusammen mit Keimpflänzchen unter eine Glas­glocke brachte. Die in derApselluft" keimenden Pflänzchen blieben im Wachstum sehr stark zurück, zum Teil brauchten sie vierundzwanzigmal so lange zu chrer Entwicklung wie die in reiner Luft gezoge­nen Kontrollpflanzen. Bohnen- und Weizenkeim­linge rollten in der Apfelluft die Stengel ein, an­dere Keime wurden zu dicken, unförmlichen Knol­len. Nur reife und lebende nicht also gekochte Aepfel haben diese Wirkung, und wenn man sie mit unreifen Aepfeln unter die Glasglocke bringt, so werden diese in wenigen Tagen ebenfalls reif.

Alle diese Wirkungen der reifen Aepfel sind dar­auf zurückzuführer^ daß sie ein Gas, das Aethylen,

ausscheiden, dessen Einfluß auf die Reifung von Früchten schon seit längerer Zeit bekannt ist. In Amerika werden Bananen, Zitronen und andere Früchte der besseren Haltbarkeit wegen in noch ganz unreifem Zustand gepflückt, versandt und gelagert. Dor dem Verkauf wird der Lagerraum ein paar Tage lang mit Aethylen vergast.

Schon ganz geringe Spuren des Gases ein Teil Aethylen auf 10 Millionen Teile Luft ge­nügen, die Früchte in kürzester Zeit zur Reife zu bringen. Ganz allgemein wirken solche Stoff­wechselprodukte nur in homöopathischer Dosis gün­stig. So hat sich gezeigt, daß manche Pflanzen bes­ser wachsen, wenn man rote Rüben oder Möhren neben sie legt. Zerschneidet man diese aber, so daß jetzt aus den Stücken mehr Gas austritt, dann wir­ken sie giftig, sie hemmen das Wachstum der ande­ren Pflanzen oder machen es überhaupt unmöglich.

Professor Dr. H. W o h 1 b o 1 d.

Wetterbericht

Die Großwetterlage befindet, sich in einer durch­greifenden Umgestaltung, die das Ende der schon seit Wochen dauernden gänzlich anormalen Witte­rungsperiode bringt. Nachdem das von Osten her sich verbreitende Regengebiet am Montag über den Rhein hinaus weiterzog, macht zur Zeit schon der von den Azoren bis nach Finnland sich erstreckende starke Hochdruckrücken seinen Einfluß geltend und bringt vom Norden her Aufheiterung. Auch die über dem Ostatlantik aufgekommene lebhafte Wirbel­tätigkeit spricht für die Wiederherstellung normaler Verhältnisse, wobei der Hochdruckeinfluß sich zunächst noch weiter verstärkt.

Vorhersage für Mittwoch: Vielfach heiter und meist trocken, nachts frisch, Tagestempe­raturen bis zu etwa 20 Grad ansteigend. Lebhafte nordöstliche Winde.

Vorhersage für Donnerstag: Meist heiter und trocken, weiter steigende Tagestemperaturen. .

Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 10,0 Grad; am 23. Mai: morgens 11,3 Grad. Maximum 13,2 Grad, Minimum 9,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Mat: abends 12,5 Grad: am 23. Mai: morgens 11,4 Grad. Niederschläge 4,8 mm.

Frau Emma Sommer, geb.Velte

Alten-Buseck, Wieseck. Bad-Nauheim, den 23. Mai 1939.

Gießen, den 23. Mai 1939.

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im Alter von 25 Jahren dem Leben entrissen.

In tiefer Trauer:

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Familie W. Wehrmann.

Cr.-Buseck, Badenburg. Lippenrode, den 22. Mal 1939.

Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 25. Mai, nach- mittags 3/2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs in Gießen statt.

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Am Sonntag früh 9 Uhr entschlief sanft nach Gottes Ratschluß

meine hebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwieger­

mutter, Großmutter und Schwester

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24 Mai, nachmittags 2% Uhr,

vom Trauerhause aus statt

Für die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Carl Sommer, Bäckermeister

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, unvergeß­

liche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante

Frau Elisabethe Ringel, geb. Weller

im 78. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit zu rufen.

Die Beerdigung findet in der Stille statt

Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Die Kinder.

Heute morgen 11 Uhr ist mein innigstgeliebter, herzensguter, treuer

Mann, Bruder, Schwager und Onkel

Peter Diehl

nach kurzer, schwerer Krankheit sanft entschlafen.

In tiefem Schmerz: Frau Helene Diehl, geb. Vaubel

Minna Vaubel

Willy Diehl und Frau, geb. Elm

Dr. Paul Elm.

Gießen (Friedrichstraße 12), den 22. Mai 1939.

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 25. d. M um 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.