Ausgabe 
23.5.1939
 
Einzelbild herunterladen

Aus aller Welt

des Militärbündnisses für Europa

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Ehrenmal für den Sanitätsdienst im Weltkrieg.

Abschiedsparade der deutschen Freiwilligen vor Franco

können Sie 3 besonders feine (gebädte- Opfelkuchen sehr ^.Streuselkuchen und Königskudien

vor. Aus

daß sie von vernünftigen Menschen m gelassen. Während die Ehrenkompanie pra-

Grenzen verstanden werden könne, du ^^rte und das Musikkorps das Lied vom guten

News Chromcle ist der Ansicht, daß der ^amerQben spielte, fiel die Hülle des Denkmals. _

Oie Genfer Derhandlungen.

Kein Fortschritt mit Maisky.

Paris, 23. Mai. (Europapreß.) Die nach Genf entsandten Berichterstatter der Pariser Zeitungen melden, daß es um den Russenpakt schlechter stehe, als es noch am Ende der vergangenen Woche ge­schienen habe. Botschafter M a i s k y habe seine Forderung auf Abschluß eines englisch-französisch­sowjetrussischen Militärbündnisses bisher nicht aufgegeben. Bonnets Bemühungen, den englischen und den sowjetrussischen Gesichtspunkt einander anzunähern, hätten bisher noch zu keinem Erfolg geführt. .^Journal" schreibt, Außenminister Bonnet habe aus den von ihm ge­führten Verhandlungen den Eindruck einer großen Verwirrung erhalten. Das Stocken der Genfer Ver­handlungen veranlaßt die französischen Bericht­erstatter zum Teil zu herben Kritiken an der Orga­nisation der Genfer Liga. Selbst dasJournal" spricht von demEingeständnis des Zusammen­bruchs des Genfer Systems". DerMotin" mahnt erneut zur Vorsicht gegenüber den Sowjets.

Im Reichsehrenmal Tannenberg wurde das Ehrenmal für den Sanitätsdienst im Weltkrieg eingeweiht. Im Hof des Ehrenmals waren For- mationen des Deutschen Roten Kreuzes und Ehren­abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen angetreten. Kurz nachdem eine Ehrenkompanie der Wehrmacht in den Ehrenhof einmarschiert war, traf der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, NSKK.« Obergruppenführer General der Infanterie Her­zog von Coburg, im Ehrenmal ein, um m der Gruft des Generalfeldmarschalls von Hmden- burg einen Kranz niederzulegen. Der Geschafts- führende Präsident by> Deutschen Roten Kreuzes, ^-Brigadeführer Dr. Grawitz, sagte, die Ent­hüllung des Ehrenmals sei der Ausdruck des Dankes der ganzen Nation gegenüber denjenigen Mannern und Frauen, die im Sanitätsdienst des Weltkrieges eine entscheidende Tat für das deutsche Volk voll­bracht haben. Heber 27 Millionen ver­wundete, kampfstoffvergiftete und ertrantte deutsche Soldaten seien im Weltkrieg behandelt wor­den und von diesen 27 Millionen wurden 98 4 v. H. dem Leben und der Arbeit und 95 8 v. f). btm Wehrdienst erhalten. 3783 deutsche Aerz e, 18183 Sanitäts-Unteroffiziere und ^Mannschaften 620 Krankenträger und -Pfleger, 243 Schwestern und Hilfsschwestern haben in diesem Dienst l hr Leb en

Leon, 22. Mai. (DNB.) Dor ihrer Rückkehr nach Deutschland traten die aus ganz Spanien i n Leon zusammengekommenen deutschen Frei­willigen zu einer letzten Parade vor G e ne r al franco an. Die Stadt hatte sich fest­lich geschmückt und viele Spanier waren gekommen, um in Dankbarkeit von den scheidenden Waffenge­fährten in Stunden größter Not Abschied zu neh­men. Als die Freiwilligen zu ihrer Abschiedsparade antraten, sah man auf den Ehrentribünen den Be­fehlshaber der italienischen Freiwilligen, General G a m b a r a, den spanischen Generalstabschef, Francisco Martin Moreno, die Generale Sali-

q u e t und Orgaz sowie auch den deutschen Bot­schafter von Stohrer, den italienischen Bot­schafter Graf Campalto und die Weyrmachts- attaches. Nachdem der Befehlshaber der deutschen Freiwilligen, Generalmajor v. Richthofen, die Front der Truppen im Auto abgefahren hatte, nahm er im Namen des Generalissimus Franco die Ordensauszeichnung an verdiente deutsche

major von Richthofen dem Generalissimus für seine ehrenvollen Worte. Die Legion habe lediglich ihre Pflicht getan gegenüber Franco, Spanien, dem Führer und dem deutschen Vaterland, gegenüber der großen Idee, die alle in der Stunde der großen Gefahr erfüllte. Die Deutschen nähmen die lebhafte Bewunderung für Spaniens Soldaten mit in ihre Heimat. Nur deren Geist vorbildlicher Dienst- und Opferbereitschaft habe den Sieg ermöglicht. Dann überreichte Generalmajor von Richthosen dem Befehlshaber der spanischen Luftwaffe, General K i n d e l a n , eine Urkunde über die Spende an die Angehörigen der ge­fallenen spanischen Kameraden der Luftwaffe im Werte von einer Million Peseten, die als Zeichen der Verbundenheit beider ßuftmaffen innerhalb des deutschen Freiwilligenverbandes gesammelt worden waren. Zum Schluß traten die deutschen Truppen zum Parademarsch vor dem Generalissimus an, an dessen Seite sich Generalmajor von Richt- Hofen und General Kindelan befanden. Der vor­bildlich ausgeführte Parademarsch der Deutschen weckte immer neue Beifallsstürme der Bevölkerung.

Nach der Abschiedsparade fand ein Festessen statt, an dem außer dem Caudillo die Botschafter von Deutschland und Italien, die Führung der deutschen Freiwilligen sowie mehrere spanische Generale teil- nahmen. Botschafter v. Stohrer versicherte, daß die Spanien jetzt verlassenden Offiziere und Mann­schaften der deutschen Legion als unvergeßliche Er­innerung das tiefwurzelnde Gefühl in ihre Heimat piitnehmen, mit ihren spanischen Kameraden in engster Freundschaft verbunden und dem Gene- ralissrmus in Bewunderung und persönlicher An­hänglichkeit für immer zu getan zu sein. Gleichzeitig konnte der Botschafter dem Caudillo die soben ein­getroffene Nachricht übermitteln, daß die zum Ab­transport der Freiwilligen in Vigo eingelaufenen Schisse unter anderem 700 Donnen Weizenmehl, Medikamente sowie Ausrüstungsgegenstände für eine vollständige Kinderabteilung der Po­liklinik und für eine geburtshilfliche Abteilung mitbringen. Die Spende wird vom Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, dem Generalissimus zur Linderung der Not in den von den roten Horden verwüsteten Gebieten zur Ver­fügung gestellt. Der Caudillo dankte hocherfreut für diese neue große Spende. Bereits am Montagabend begann der Abtransport der deutschen Frei­willigen mit der Eisenbahn nach Vigo. Dort er­folgt die Einschiffung in die fünf.Schiffe, von denen das letzte am Donnerstag den Hafen verläßt.

Lln schwarzer Tag für die amerikanische Luftfahrt.

Am Montag haben sich in den Vereinigten Staa­ten nicht weniger als acht Fluazeugun fälle ereignet. 16 Personen wurden dabei getötet und sechs verletzt. In sieben Fällen handelt es sich um Privatflugzeuge. Ferner flog ein Bombenflug­zeug, das sich im Nebel verirrt hatte, mit voller Ge­schwindigkeit gegen das Verwaltungsgebäude des 1300 Meter hoch gelegenen Mount Hamilton-Ob- servatoriums in San Iosö (Kalifornien). Die Ma­schine zertrümmerte eine ganze Hauswand und ver­wüstete mehrere Büros, wobei zahlreiche wertvolle astronomische Aufzeichnungen und Photos vernichtet wurden. Die dreiköpfige Besatzung des Flugzeuges wurde getötet.

Betrunkener Kraftfahrer vernichtet drei Menschenleben.

Ein furchtbares Verkehrsunglück, das auf übermäßigen Alkoholgenuß eines Kraftfah­rers zurückzuführen ist, ereignete sich auf der Land­straße Reichs grenzeEnschede unmittelbar hinter Oldenzaal. Der anaetruntene Fahrer, der ein rück­sichtsloses Tempo fuhr, ü b e r f u h r zunächst eine junge Radfahrerin, die auf her Stelle t o t war. Dann erfaßte er ein Ehepaar, das einen Kinder­wagen mit sich führte. Während die Frau glimpflich davonkam, wurde der Mann getötet, ebenso das Kind, das durch die Wucht des Zusammenpralls aus dem Wagen geschleudert wurde. Schließlich gelang es der Polizei, den Fahrer zu stellen und abzufuhren.

Ordensauszeichnung an verdie freiwillige Offiziere und Mannschaften seinen Händen erhielten die Ausgezeichneten jeweils die spanischen Orden: Medalla Militär, Cruz de Guerra und Cruz de Merite Militär Bianca, wo­von die ersten beiden dem Eisernen Kreuz 1. und

zur Besorgnis gebe und meint, daß das schwache (!) Italien schon fyemmenb auf das Reich wirken werde. Daily Expreß glaubt, die Deutschen vor der angeb­lichen Unzuverlässigkeit des faschistischen Italiens warnen zu müssen.

Das Echo des deutsch-italienischen Militärbünd­nisses ist auch in der Pariser Presse stark. Die Blätter geben eine ausführliche Entwicklungs­geschichte der italienischen Außenpolitik nach dem Kriege wieder und scheuen dabei nicht vor Selbst- vorwürfen zurück. So schreibt derSour", Frank­reich habe durch die von ihm während des Abes­sinienkrieges und auch noch später verfolgte Politik 3ur Entstehung der Achse beigetragen.Epoque" schreibt zwar, wenn der Führer und der Duce sich eingebildet hätten, daß sie die Westmächte beein­druckt haben, so hätten sie sich mächtig geirrt. Zu­gleich aber erklärt das Blatt, der deutsch-italienische Vertrag bilde eine schwere Gefahr. Beide Länder seien heute enger verbündet als 1914. Der Vor- kriegsdreibund habe Schwächekeime in sich getragen, die in dem neuen deutsch-italienischen Pakt nicht enthalten seien. Die beiden Länder hätten sich zu- fanrrnengetan, um die Weltherrschaft zu erobern.

London, 23. Mai. (Europapreß.) Die Londoner Blätter widmen der Unterzeichnung des deutsch- italienischen Bündnisvertrages einen breiten Raum. Besondere Beachtung finden mb en Berliner Be­richten die Stellen der Ansprachen, in denen der Friedenswille der beiden verttagsschließenden Machte betont wird. Die Londoner ßeitarhtler können sich in ihrer sichtlich verärgerten Stimmung allerdings n^cht zu den sachlichen Feststellungen ihrer BerlE Berichterstatter emporschwmgen. Es roiro an den Erklärungen und Friedensbeteuerungen der beiden Außenminister herumgedeutelt und versucht, sie m Sr?Wen, um den baldigen Abschluß der Önbiungen nrit der Sowjetunion im Sinne einer neuen^Triple-Allianz zu fordern. Die

möglichster ^toaltung^ d-ch iic von vernünftigen Mechchen

holelbrände in englischen Kurorten.

Sechs bekannte englische Kurorte wurden von geheimnisvollen Hotelbränden heimgesucht. Man nimmt an, daß die Brände auf eine zentral geleitete Brandstiftungsaktion zurückzuführen sind. Die britische Presse sucht die Verantwortlichen.wieder in irischen Extremistenkreisen. Es handelt sich um Hotels in Eastbourne, Moorgate, Southport, Black­pool, Morecambe und Harrowgate. In drei der Hotels war der Brandherd in Schlafzimmern, die angeblich von jungen Männern unter falscher Adresse gemietet worden waren. Zur Untersuchung und Aufklärung wurde Scotland Pard herangezogen.

Unfall in einem Sportflughafen.

Auf dem Sportflughafen Rangsdorf bei Berlin ereignete sich ein Unfall. Ein Flugschüler, der von einem Uebungsflug gelandet war, sollte dieses Flug­zeug einem anderen Flugschüler übergeben. Nach dem Verlassen des Flugzeuges sprang aus bisher ungeklärter Ursache der Motor dieser Maschine auf Vollgas, und das Flugzeug setzte sich ohne Pi­lot in Bewegung. Die Maschine raste unbemannt gegen die Einfliegehalle der angrenzenden Bücker- Flugzeugwerke, durchflog das Hallentor der Einsliege­halle und explodierte in der Flugzeughalle. Im gleichen Augenblick stand die Halle mit den darin befindlichen Flugzeugen in Flammen. Die Feuerwehr konnte verhindern, daß die Flammen auf weitere Hallen Übergriffen, so daß die Produkttons­werkstätten in keiner Weise in Mitleidenschaft ge­zogen wurden. Personen sind nicht zu Schaden ge­kommen. _______

,7)..« 500 g Butter (margaäne) - 400 g Zucker - 2 ßäduhen Dl Oetker OanilkkiZllcker

Untaten furden feinen uauimig. 66ä _ 1hg lDel3mmehl _ 7 päcteten üt_OcftU!t i/< i mM.

Mies icreitere sagt Ohrwn das bunte <2 ildortf Lott Slatin besuch kommt:. Sie erhalten es bei Obrem Cebensnutteihändler, sonst gern portofrei mm D r. äugust Oetker, Bielefeld <O

feierlichsten Weise 3 u ft t m m t. Im Senat erklärte der Präsident, daß mit dem Bündnisvertrag das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland zu einem stählernen und unzerreiß­baren Block für den Frieden und für den Krieg zu- samrnengeschweißt worden sind. Nach der Kammer­sitzung zogen die Nattonalräte mit einer zahlreichen Volksmenge nach der Piazza Venezia, um Mussolini eine Sympathiekundgebung darzubrin­gen. Auf die Hochrufe der Menge hin erschien schließlich der Duce auf dem Balkon des Palazzo Venezia.

Dem Abschluß widmen die italienischen Blätter lange Bettachtungen, die ganze Seiten fiHIen. In seinem LeitartikelAufbauende Pakte" schreibt Gayda, der Mechanismus des Bündnisvertrages fei von höchster Einfachheit, von unzweideutiger Klarheit und schneller Wirksamkeit. Die beiden Achsenmächte verpflichteten sich rückhaltslos zu gegenseitiger totaler Solidarität, die sich im Frieden durch eine volle politische und diplo- mattsche Unterstützuyg, im Kriege, und zwar ohne vorherige Untersuchung über die Kriegsgründe, in einer sofortigen gegenseitigen Hilfeleistung mit allen Land-, See- und Luftstreitkräften äußere. Für eine so vollständige Bündnisformel gebe es keinen Präze­denzfall. Gleichzeitig betonten die beiden Achsen­mächte ihren Willen, gemeinsam ihre Bezie­hungen zu den befreundeten Völkern zu erhalten und zu pflegen. Damit hätten sie die Tür zum Anschluß anderer Mächte an das deutsch-italienische Bündnis o f f e n g e I a f» s e n. Die automatische Wirkung des Bündnisses sei das Ergebnis des absoluten gegenseitigen Vertrauens zwischen den beiden Regierungen und den beiden Volkern. In Rom ebenso wie in Berlin wisse man, daß weder Deutschland noch Italien die Absicht habe, sich in- wahnwitzige unüberlegte Abenteuer zu stür­zen, und daß dieäußersten F ä 11 e ", die die gegenseitige Hilfe und das gemeinsame Risiko erfor­derlich machen würden, sich nur ausäußer­sten Fragen" ergeben könnten, bei denen ihre berechtigten und vitalsten Interessen auf dem Spiele stünden.

Gayda geht bann auf die militärischen, materiel­len und geistigen Machtmittel der beiden Vertrags- Partner ein, die einheitlich ausgerichtet und eingesetzt würden. Im Falle eines Krie­ges würden die deutschen und italienischen Massen nicht gegen einzelne Ziele verzettelt, sondern nach einem einheitlichen Plan je nach der Lage und den zu erzielenden Ergebnissen in Be­wegung gesetzt werden. Zum Schluß weist Gayda auf den aufbauenden Charakter des Bünd­nisses hin. Aufbauend sei es sowohl für die natio­nalen Interessen Deutschlands und Italiens, als auch für die allgemeine europäische Ordnung und die Kultur der Welt. Es sei ausgeschlossen, daß die deutsch-italienische Solidarität an irgendwelchen Interessengegensätzen Schiffbruch leiden könne. Unter den in dem Bündnisvertrag erwähntenLebens­raum" seien keine politischen ober wirt­schaftlichen Vorherrschaftspläne gegen­über anderen Volkern zu verstehen.

DieGazetta del Popolo schreibt:Mussolinis Italien und Hitlers Deutschland kennen keine Fra­gen, die sie hinsichtlich ihrer. Grenzen und An­sprüche trennen. Deutschland und Italien erklären heute, daß bei einer Bedrohung oder einem lieber« fall die Grenzen des einen auch die Grenzen des anderen sind und daß die bei­den Völker auch entschlossen find, den ganzen Ein­satz ihrer Wehrkraft und wirtschaftlichen Hilfsquellen für die gemeinsame Verteidigung ein­zusetzen, wenn eine dritte Macht ihre Freiheit, Un­abhängigkeit und ihr Lebensrecht antasten würde. Italien und Deutschland wollen nicht, daß die euro­päische Zivilisation durch einen Krieg zuschandegehe. Sie wollen Europa und die Welt nicht zum Kriege drängen. Verkannt, bedroht und von Einkreisungsversuchen bedrängt, wollen sie weder in die Schlingen des Wirtschaftskrie­ges geraten, noch von einem eisernen Gürtel der kapitalistischen Mächte umfaßt werden, die das Gold, die Kolonien, Land, mit einem Wort, alle Reichtümer der Welt besitzen. Daher sehen sie sich vor und warnen. Sie wären jedoch glücklich, wenn durch aufrichtige Verständigung und wahre Solidarität die Knoten in Europa friedlich ge° l ö st werden konnten.

Der Widerhall in Paris und London.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Dr. Werner Deetjen f.

Plötzlich und unerwartet ft a r b, wie die DKK. meldet, in Weimar im Altex von 62 Jahren der Leiter der Weimarer Lanbesbibliothek und Präsi­dent der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Pro­fessor Dr. Werner Deetjen. Prof. Deetjen kam 1916 von der Technischen Hochschule Hannover nach Weimar, wo er die Leitung der Lanbesbibliothek übernahm, die er im Laufe der Jahre zu einem be­deutenden Kulturinstitut ausbaute. Seit vielen Jah­ren war er Vorsitzer des geschäftsführenden Aus­schusses der Goethe-Gesellschaft und Mitglied des Nattonalausschusses des Deutschen Schillerbundes. Deetjen, am 3. April 1877 in Korelitz (Westpr.) .geboren, hat zahlreiche wertvolle Beiträge zur deut­schen Literaturgeschichtsschreibung geliefert, vor allem über Immermann; ferner besorgte er Ausgaben der Werke Körners, der Briefe Carmen Sylvas, Dingelstedts un5 des aus dem Goethe-Kreise befann- ten Fräuleins von Göchhausen.

Hlarburger Festspiele.

Für die während des Monats Juli stattfindenden Marburger Fe st spiele sind bekannte Schau­spieler deutscher Bühnen aus allen Teilen des Rei­ches verpflichtet worden. Der Berliner Bühnenbild­ner Franz Mertz hat wieder die Bühnenbilder zu dem spanischen LustspielDon Gil mit den grünen Hosen", zumSommernachtstraum" und zuRo­meo und Julia" übernommen. Dr. Fritz Budde bringt ferner die Uraufführung von Hans Wolfgang Hillers neuestem Werk, den nach einem Fragment der Shakespeare-Zeit gestaltetenFlurschütz von Wakefield". Die Berliner Schauspielerin Toni van Eyck spielt die Julia bei Shakespeare.

50«3at?rfeier dec Sofioter Universität.

In Sofia begannen die Feierlichkeiten zum 50- jährigen Bestehen der Universität Sofia. Nach dem Festgottesdienst eröffnete der König die Festsitzung in der Aula der Universitäti In seiner Rede wies er auf die Erfolge Bulgariens auf dem Gebiete der Wissenschaften hin. König Boris empfing auch eine Abordnung der deutschen Hochschullehrer unter Führung des deutschen Ge­sandten Freiherrn von Richthofen, wobei der Rettor der Berliner Universität, Professor Dr. Hop­pe, König Boris die Ernennung zum Ehrendoktor der Medizin der Universität Berlin überreichte. Der Führer der deutschen Professorendelegatton in Sofia Professor Dr. M ü h 1 e n s (Hamburg) überreichte dem König sein jüngstes Werk. Der König zeichnete sämtliche Mitglieder der deutschen Abordnung mit hohen Orden aus. Anschließend begaben sich die deutschen Professoren zur Universität, wo die Feier der Ehrendoktorverleihung stattfand. Be­sonders groß war der Anteil deutscher Professoren, befinden sich doch unter den 91 neuen Ehrendoktoren der Universität Sofia über 20 deutsche Professoren und andere Persönlichkeiten. Im Anschluß daran wurden deutsche Ehrungen verkündet. Die Deutsche Akademie in München ernannte den bulgarischen Unterrichtsminister Professor F i l o w zum Ehren­senator und den Rektor der Universität Sofia zum Ehrenmitglied. Die Deutsche Gesellschaft für Hy­giene Berlin ernannte Professor Toschko Petrow 3 um Ehrenmitglied. Professor Stanischews wurde Ehrenmitglied der Universität Hamburg.

2. Klasse entsprechen.

Kurz nach 12 Uhr traf der Caudillo auf dem Paradefeld ein. Begleitet vom Befehlshaber der spa­nischen Luftwaffe, General K i n o e 1 a n, und dem Befehlshaber der deutschen Freiwilligen, General­major von Richthofen, schritt er die Front der Freiwilligen ab. In ehrenden Worten gedachte der Caudillo dann des selbstlosen Einsatzes und der vollbrachten Heldentaten der deutschen Freiwilligen, die mit ihrem Leben für ihre Idee einstehen. Der gemeinsame Kampf sei gegen den gemeinsamen bol- chewrstischen Feind geführt worden. Mit der Be- reiung Spaniens vom Joche Moskaus fei eine der chw ersten Gefahren für Europa ab gewendet wor­den. Er fei stolz, so sagte Franco, ein so schagkräf- ttges, tüchtiges Heer führen zu können und beson­ders stolz, darunter auch Deutsche befehligt zu haben, die Bewundernswertes leisteten. Der beson­dere Dank und die Bewunderung der gesamten Na­tion aber gebühre dem Führer, der Spanien in so wundervoller Weise verstanden habe. Die heim- kehrenden Freiwilligen könnten das Bewußtsein mit- nehmen, daß dank ihres Einsatzes Spanien einen unvergeßlichen Eindruck erhalten habe. Mit dem RufeArriba Alemania",Arriba Espana" schloß General Franco seine Ansprache.

Im Namen der Freiwilligen dankte General-