3m Zeichen der letzten Reichsstraßensammlung.
jedoch wird er im Werktagsfahrplan beibehalten. Als neuer Sonntags-Spätabendzug wird ein Per- fonenzug ab Gießen 23.20 Uhr verkehren, der bis Londorf fährt und dort um 23.55 Uhr ankommt. Durch diesen Spätzug wird die Möglichkeit gegeben fein, Sonntagabends in Gießen das Theater, Kinos ufw. zu besuchen und doch noch mit der Bahn heimkehren zu können.
Heuer Perfonenzug bis Siegel).
Der bisher von Gießen täglich bis Dillenbeurg verkehrende Personenzug ab Gießen 19.12 U h r, an Dillenburg 20.12 Uhr, wird vom Sommerfahrplan ab täglich bis nach Siegen durchgeführt und dort um 21.15 Uhr ankommen. Der Gegenzug fahrt um 22.02 Uhr in Siegen ob und trifft um 23.57 U h r in Gießen ein. Diese Erweiterung des Zugverkehrs verdient alle Anerkennung
Äornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Stadttheater: 20 bis 22 Uhr Fest-Konzert zur Gießener Goethe-Festwoche. — Gloria-Palast (Sel- tersweg): „Prinzessin Sisiy". — Lichtspielhaus (Bahnhöfstraße): „Der grüne Kaiser". — Fruhjahrs- markt (Schaumesse) auf Oswaldsgarten. — Memelfeier der Ostdeutschen: 20.15 Uhr „Pfälzer S)of".
Festkonzert zur Gießener Goethe-Festwoche.
Heute, um 20 Uhr, findet im Stadttheater ein Festkonzert zur Gießener Goethe-Festwoche statt. Ausführende sind: das Städtische Orchester unter Leitung von Professor Stefan Temesvary. Als. Solist wurde Erich Meyer-Stephan verpflichtet. Das Programm steht vor: Haydn, Symphonie in V-Dur (mit dem Hornsigncll), Goethe-Lieder mit Orchester, Beethoven, Achte Symphonie in F--Dur, Werk 93. Das Festkonzert findet gleichzeitig als 7. Platzmiete- Konzert des Gießener Konzertvereins statt. Ende 22 Uhr.
Gießener Goethe-Festwoche.
Aus Anlaß der 25-Jahrfeier des Goethe-Bundes Gießen findet am Freitag, 24. März, 20 Uhr, in der Neuen Aula eine Feierstunde statt. Nach einer Ansprache von Negierungsrat Schlecht, dem stellvertretenden Leiter der Reichsschrifttumsabteilung des Reichspropagandaministeriums, über „Bekenntnis zur deutschen Dichtung" wird der Dichter Hans C a r o s f a den Festvortrag „Wirkungen Goethes in der Gegenwart" halten. Zu dem festlichen Abend am 25. März im Klub, der öffentlich ist, wurden 'die Tanzkünstlerin Ilse Meudtner, 1. Solotänzerin der Staatsoper Berlin, sowie die Mitglieder des Stadttheaters Gießen. Frau Assi o n und Friedrich G r ö n d a h l verpflichtet. Die musikalische Umrahmung zu den beiden Deranstal- tungen hat das Städtische Orchester übernommen.
Die 8 Entfesselten im Stadttheater Gießen.
Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat die parodistische Zeitbühne „Die 8 Entfesselten" für ein einmaliges Gastspiel am Samstag, 25. März, verpflichtet. Die 8 Entfesselten bringen in diesem Jahr „Mensch, paß auf", eine neue Szenenfolge in 20 Bildern, die in Berlin über vierhundert Aufführungen erlebte. — Das Gastspiel findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr.
Hiiler-Jugend Bann 116.
Theaterring der Hitler-Jugend.
Der für heute abend angesetzte Einsührungsabend zu „Der fliegende Holländer" (unter Mitwirkung von Anni Ässion, Gustav Bley, Heinrich Durst, Kapellmeister Popelka und Dramaturg Winkel) findet um 20 Uhr im Singsaal des Lyzeums statt. Eintritt nur gegen Dorzeigen des Theaterausweises.
AOM.-Untergau 116 Gießen.
An alle Mitglieder des hI.-Thealerringes.
Am Donnerstag, 23. März, findet um 20 Uhr im Singsaal des Lyzeums durch Mitglieder des Stadttheaters ein Einführungsabend zu der Oper „Der fliegende Holländer" statt.
Srou Kerckhoff 80 Jahre ali.
Die Gattin des verstorbenen Stifters des Kerck- Hoff-Instituts in Bad-Nauheim, Frau Louise E. Kerckhoff in Los Angeles, kann am kommenden Montag, 27. März, ihren 80. Geburtstag begehen. Frau K e r ck h o f f Hot es auch nach dem Tode ihres Gatten in dankenswerter Weise stets als eine ihrer besonderen Aufgaben angesehen, dem Kerckhoff- Jnstitut nach wie vor ihr volles Interesse und ihre tatkräftige Förderung zuteil werden zu lassen.
Mit der letzten Reichsstraßenfammlung für das WHD., die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, wollen wir ebenfalls dem Führer den Dank für feine großen Taten abstatten. Als Leitspruch sollen uns dabei die Worte des Führers dienen, die er des öfteren schon aussprach:
„Wer fein Volk liebt, beweist es einzig und allein durch die Opfer, die er bereit ist für dieses Volk zu bringen."
heil Hitler!
Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswaltung Wetterau.
Oflpreußifche Handarbeit im WSW.
Wenige Tage noch — dann tritt die Deutsche Arbeitsfront an, um in der letzten Reichsstraßensammlung des WHW. 1938/39 goldschimmernde Abzeichen „an den Mann" (und an die Frau) zu bringen.
Blumen und Blätter aus warm glänzendem Bernstein! 36 Millionen Stück webden Öen Weg in alle deutschen Gaue nehmen — die größte bisher bereitgehaltene Anzahl an WHW.-Abzeichen! Sie werden ihre Abnehmer finden. Mehr als 30 Millionen sind zwar eine gewaltige Menge, nicht wahr? Aber Großdeutschland hat ja 80 Millionen Einwohner oder anders herum: es hak weit über 20 Millionen Menschen, die in Arbeit und Brot stehen. Wenn also jeder nur zwei dieser Blumen ansteckt--aber schließlich gibt es genug Volks
genossen, die, ohne ein großes Opfer zu bringen, auch 5 ober 10 dieser leuchtenden Frühlingsboten erwerben können. Kopfrechnen: sehr gut! Ueder- hcmpt: das Kopfrechnen macht bei dieser Gelegenheit Spaß. Wollen wir einmal ein paar Versuche machen?
Also: die Bernsteinblumen sind durchweg Handarbeit. An jedem Arbeitstage haben viele fleißige Hände in der Staatlichen Manufaktur in Königsberg (zum kleinen Teil auch in Danzig) 120 000 Stück hergestellt. 120 000 Stück! Eine ganz hübsche Portion, was? Wenn man diese Anzahl einen gan-
3m Mai die 2.Hessen-Nassau-Fahrt des BdM.-Obergaues.
NSG. Zehn glückliche Tage voller Sonnenschein und Fröhlichkeit erlebten im Vorjahr nahezu 5000 Mädel auf der Hessen-Nassau-Fahrt im Vogelsberg und im Odenwald, im Taunus, Lahntal und Westerwald. Auch in diesem Jahr fahren die Sonderzüge des BDM.-Obergaues Hessen-Nassau wieder hinaus in das maiengrüne Land: vom 12. bis 22. und vom 22. bis 31. Mai werden die Fahrtengruppen unterwegs sein. In drei bis vier Wochen beginnt der Obergau bereits mit dem Ausrichten der Quartiere. Alles wird so gut organisiert und vorbereitet wie im vorigen Jahr. Darum sind schon jetzt Anmeldungen (Teilnehmergebühr 12,— RM.) aufzugeben. Die Gruppenführerinnen sowie alle Dienststellen des BDM. und der Jungmädel geben die Meldescheine aus.
Gau-Dariete „Lache mit uns" wieder in Gießen.
Lin vollständig neues Programm.
Das Gaunariete „Lache mit uns" wird am kommenden Montag, 27. März, in einer Veranstaltung der NSG. „Kraft durch Freude" im Gloria-Palast wieder einmal bemüht fein, möglichst vielen Volksgenossen einige kurzweilige Stunden zu bereiten. Das Gauvariete hat für diesen Abend eine Reihe von Künstlern verpflichtet, die gegenüber dem vorher gegangenen Gastspiel ein völlig neues Programm bieten werden. Es ist also damit zu rechnen, daß auch dieser Abend nicht nur beste Artistik bringen wird, wielmehr wird auch, wie ja schon das Leitwort des Abends, „Lache mit uns", sagt, der Humor ausgiebig zu seinem Recht kommen. Schon der Ansager, 21.21. Rommel, der rheinischen Humor mitbringen wird, wird dafür sorgen, daß es an der nötigen Stimmung von vornherein nicht gebricht.
zen Monat lang, also an 25 Arbeitstagen, fabriziert, sind... 3 Millionen Stück fertig. Donnerwetter noch einmal: dann hat man an dem Gesamt- refultat ein ganzes Jahr lang gearbeitet! Ein ganzes Jahr Arbeit und Brot für viele fleißige Familien.
Nachdenklich sieht man die Blumen in dem Karton des Verkäufers an. Wieviel Stück mag er wohl drinnen haben? Rund 100 bis 120 Stück! Hm. Also mußten 318 000 solcher Derkaufskartons fabriziert werden, bevor man die Helfer des WHW. auf die Straße schicken konnte! Erstaunlich, wieviel Arbeit doch an solch einem kleinen unscheinbaren Blümchen hängt! Kopfschüttelnd nestelt man den Seidenfaden der Blume an den Knopf. Aber nun ist man einmal im Rechnen mittendrin und schon bleibt man sozusagen „an dem Seidenfaden hängen". Wie lang mag wohl dieser kurze Faden da fein? Na, sagen wir einmal: so 17 oder 18 Zentimeter. Da hat man also 6200 Kilometer Seidenfaden verbraucht? Also zehnmal die Strecke Berlin—Königsberg! Wirklich allerhand! Und nun kann auch gleich noch verraten werden, daß zum Transport der Abzeichen in die verschiedenen Ga u. a. gebraucht wurden: 7500 kg Zellstoff, 263 große Rollen Wellpappe, 60 Kilometer Kleberollen, fast 1300 kg Packpapier und 4000 große Kisten. Arbeit, Arbeit und immer wieder Arbeit! Das Deutsche Winterhilfswerk ist also im guten Sinne ein „zweischneidiges Schwert": die Rechte soll zwar nie wissen, was die Linke tut. Aber die Rechte teilt Arbeit und Brot aus, und die Linke lindert Not, „wo ihr sie trefft"! Und diesmal dürfen Rechte und Linke, voneinander wissen: um so klingender und beschwingter ist der Rhythmus des Opferns!
Der Gauleiter von Ostpreußen, Pg. Koch, hat in seinem Gau beides genau kennengelernt, und zwar in eindringlichster Weise: den Segen der Arbeit, der Ostpreußen als ersten deutschen Gau frei von Arbeitslosen machte — und die Not /hier bedrängten und vom Reich getrennten Provinz. Seiner Initiative ist es zuzuschreiben, daß das letzte WHW.-Abzeichen 1938/39 in Ostpreußen hergestellt wurde.
In breitem Strom fließt nun das leuchtende deutsche Gold von Sämlands Küste nach allen deutschen Straßen und Plätzen. Sein warmer Ton und seine an den Frühling erinnernde Formgebung wird alle Herzen mobilisieren, um die letzte „Straßenschlacht" des Winters 1938/39 siegreich zu gestalten.
Die drei Veronas werden sich mit ihrer tollkühnen Kunst auf Rollschuhen zeigen und so tun, als ob das gar nichts wäre. Eine ganz besondere Type ist der Humorist Hermann Held, der sich auf „doof und verlegen" geben wird, obwohl er es wahrhaftig nicht ist. Er selbst behauptet, daß es schwerer ist, sich doof zu stellen, wenn man intelligent ist. Umgekehrt sei es viel leichter! Unter dem Stichwort „Wer schmeißt da mit Lehm?" hat Hans Hart- muth vor, seine Zuschauer mit humoristischen plastischen Porträts zu überraschen. Eine elegante Erscheinung werden die Zuschauer und Zuhörer in Ottilie Z i k a fenn en lernen. Sie kommt aus Wien und dürfte es verstehen, ihre Zuhörer zu gewinnen. Mit schöner Altstimme wird sie Chansons fingen und damit auch der Gesangskunst in diesem Programm eine Lanze brechen. Ferner wird es auch einen Meister der scharfen Klinge zu bewundern geben. „Gladios" wird in einer atemberaubenden Darbietung eines Fechtgangs mit scharfen Klingen und ohne Schutz sein Können beweisen. Vom Jo- Tello-Ballett stehen Tänze auf dem Programm, die in schwieriger Artistik und Gymnastik ihre Besonderheit haben und weit über dem Durchschnitt artverwandter Kunst stehen. Mit „Rei und Schelt" wird man -inen geschickten Tolpatsch und einen Meister der Springkunst kennenlernen. Soweit sich aus dieser Programmübersicht ein Eindruck gewinnen läßt, wird auch der bevorstehende Abend viel Freude auslösen.
Werkskonzert bei Abermann.
Das Gießener Hoch-, Tief- und Betonbau-Unternehmen Abermann hatte für den gestrigen Mittwochmittag die gesamte, etwa 400 Mann starke Gefolgschaft zu einer Veranstaltung besonderer Art in das Cafe Leib eingeladen. Durch ein Werkskonzert, das in der Zusammenarbeit mit der NSG. „Straft durch Freude" stattfand, sollte allen eine unterhaltsame Stunde bereitet werden. Dank des Zusammenwirkens aller berufenen Kräfte gelang
dies auch. Gleichzeitig wurde das Konzert auf den Neichsfender Frankfurt übertragen, so daß viele Volksgenossen teilhaben konnten.
Die Musik wurde ausgeführt vom Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 unter der Leitung von Stabsmusikmeister Krieg. Das Konzert wurde mit dem Schubertfchen Militärmarsch in Es-dur eingeleitet. Im weiteren Verlauf des Konzertes hörte man dann noch das Vorspiel zur Oper „La Ira» Diata" (Verdi), den Holzschuhtanz aus „Zar und Zimmermann" (Lortzing), Melodien aus der Operette „Die Puppenfee" (Beyer) und den Walzer „Künstlerleben" von Strauß. Die Darbietungen des Musikkorps, das sich mit besonderer Liebe feiner Aufgabe widmete, bereiteten den Arbeitern große Freude, die sie durch stürmischen Beifall zum Ausdruck brachten^, Das Mufikkorps wartete als Zugabe mit einem Marsch des Gießener Komponisten Adolf K r e u t e r auf. Die Reihe der Darbietungen fand eine Bereicherung durch Gesangsvorträge des Werk« chores, der unter der Leitung des Werksangehörigen Dirigent Friedrich Textor (Garbenteich) ein erstaunliches Können bewies. Auch die Darbietungen des Werkchores wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Der Sprecher des Rundfunks verstand es, durch launige Bemerkungen die Stimmung zu erhöhen. Das kurze Zwiegespräch mit dem ältesten Maurerpolier Dern löste ebenfalls heiteres Schmunzeln aus.
Im Anschluß an das Konzert lud die Betriebs- führung die Gefolgschaft zu einem Eintopfeffen ein, bei dem eine sehr schmackhafte Erbsensuppe nut Schweinefleisch gereicht wurde. Dem Essen wurde kräftig zugesprochen. Betriebsführer Pfeiffer hielt eine kurze Ansprache, in der er von den gemeinschaftsbildenden Kräften im Baubetrieb, von der Liebe der Bauarbeiter zum Gesang, von manchem schönen Richtfest, das durch Gesang verschönt wurde, sprach, und die Leistungen des Werkchores rühmte.
In weiteren Darlegungen beschäftigte er sich nut den Bemühungen um die Verschönerung der Arbeitsstätten, für die ein Wettbewerb unter den einzelnen Baustellen im Gange fei, durch den schon manche wertvolle Anregung aus dem Kreise der Gefolgschaft gegeben worden fei. Gleiches Bemühen gelte der Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Mit ernsten Worten wandte sich der Betriebsführer dann der Notwendigkeit der Nachwuchserziehung und Nachwuchsförderung zu und gab feiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß ein junger Gehilfe des Betriebs, und zwar Wilhelm Dem (Lang- Göns), Kreissieger im Reichsberufswettkampf werden konnte. Ihm wurden vor versammelter Gefolgschaft die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Schließlich teilte der Betriebsführer mit, daß der Werkchor demnächst eine Fahrt an den Rhein machen werde. Die Fahrt soll an einem Werktag stattfinden, damit bei dieser Gelegenheit die Großbaustelle der Reichsautobahnbrücke Limburg besichtigt werden kann. Den Abschluß der zwei unterhaltsamen Stunden stellte eine Sammlung für das WHW. dar, die einen erfreulichen Ertrag brachte.
Keine Fahrpreisermäßigung
für Gesellschaftsfahrte« in D» und Eilzügen über Ostern.
"DNB. Der zu erwartende starke Osterverkehr läßt gemeinsame 2lbfertigung und geschlossene Unterbringung von Reisegesellschaften in v- und Eilzügen nicht allgemein zu. Die Reichsbahn sieht sich daher veranlaßt, in der Zeit vom Montag, 3. April 0.00 Uhr, bis Freitag, 14. April 24.00 Uhr, die Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrten in D* und M zügen zu versagen. Die gleiche Beschränkung tnit auch bei der Fahrpreisermäßigung für gemeinsame Fahrten zu sportlichen Wett- und Trainingskämpsen ein. Für Schul- und Jugendfahrten sind keine Beschränkungen vorgesehen. Die Fahrten müssen jedoch rechtzeitig, und zwar mindestens zwei Tage vorher, beim Abgangsbahnhof angemeldet werden.
Gießener Dochenmarkkpreise.
* Gießen, 23. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse A 12%, B 12, C 11%, D 10%, Weißkraut, % kg 12% bis 14, Rotkraut 14 bis 15, Karotten 10 bis 51, rote Rüben 10 bis 16, Spinat 35, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 1/io 12 bis 15, Tomaten, % kg 30 bis 45, Zwiebeln 12 bis 16, Meerrettich 40 dis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pst 50 kg 3,95 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 45 Pf., Nüsse 45, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Salat 25 Pst Wiegsalat, % kg 1,80 Mark, Endivien, das Stück
Haydn und Beethoven als Symphoniker.
Zum Festkonzert des Gießener Konzertvereins.
Folgten die beiden ersten Symphonien Joseph Haydns aus den Jahren 1759 und 1760 noch dem Brauche der Vorgeneration, unter besonderer Abhängigkeit von der italienischen Opernsinfonie, fo beginnt er sich schon mit feinem dritten Werk davon zu lösen, neue Ansätze für die Durchbildung des Stiles zu gewinnen. Begünstigt wurde fein Bemühen um die Symphonie durch den Uebertritt in den Dienst des Fürsten E st e r h ä z y (1761), denn nun stand ihm ein brauchbarer Klangkörper zur Verfügung. „Ich konnte", so berichtet Haydn in späteren Jahren darüber, „als Ches eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen." Eine Zeit des Probierens und Experimentierens beginnt; mit frikbem Wagemut versucht er die verschiedentlichsten Möglichkeiten der Klanggruppierung und der schematischen Durchdringung des Satzes. Was von der Suite, vom Divertimento und vom Konzert her brauchbar erscheint, wird als aufbauendes Element übernom- men. Immer gelöster, freier lernt er das Orchester behandeln, die einzelnen Klangfarben ausnützen und in der ansprechendsten Weise verbinden. In diese Zeit der sechziger Jahre fällt Haydns Symphonie Nr. 31 (D-dur). Diese erste „Jagd"-Sympho- nie ist inhaltlich noch besonders bestimmt durch die Kennworte „M i t d e m H o r n s i g n a l", „Auf dem Anstand". Vier Waldhörner, statt der üblichen zwei, geben dem Ganzen nicht nur die Grundfarbe, sondern sie werden aktive Träger des themattschen Ablaufes.
Hornfanfaren beginnen das erste Allegro; das Hauptthema wird vom Solohorn eingeführt; ein frisches Wechselspiel zwischen der tooloflöte und dem Orchesterkörper gibt dem Satze ebenso das Gepräge wie die in jener Zeit bei Haydn besonders beliebte mollbeschwerte Str e icherüberl ei tun g von der Durchführung zur Reprise, in deren Schluß die Hornfanfaren wieder aufleuchten. Das Adagio (°/s-Takt)
verbindet in reizvollem Musizieren Solovioline und Solocello; zum andern werden die Hörner in Duo- gruppen, entsprechend der Sttmmung der damals gebräuchlichen Naturhörner (im Gegensatz zu den heutigen Ventilhörnern), zu Trägern eines anmuti- gen, figurierten thematischen Spiels. Im Trio des Menuetts übernehmen die Bläser (Oboen, Hörner) den Hauptanteil der melodischen Führung. Das Finale folgt dem Brauche des Divertimentos: in einer Folge von Variationen treten Solovioline, Cello, Oboen, Flöte und die vier Hörner konzertierend foli- stifch hervor; ein kurzes Schlußpresto läßt das aus Musizierfreude geborene Werk in die Hornfanfaren der letzten Takte münden.
Diesem Frühwerk aus der Zeit des Werdens der symphonischen Form tritt im Programm, des kommenden Konzerts Beethovens 8. Symphonie (F-aur), ein Werk letzter Reife, höchster innerster Ausgeglichenheit gegenüber. Bei Haydn ein Musizieren, das in feiner Klangwerdung zugleich feine Erfüllung findet, bei Beethoven ein persönliches Bekennen, das im Rahmen des Klangbildes mitschwingt als treibenbe Gestaltungskraft. Gleich der in derselben Schaffensperioden entstandenen Siebenten (A-dur), ist die Achte bewegt von Freude und Heiterkeit; dort in dionysischem Aufschwünge, hier als ein verklärender Blick von erreichter Höhe, ein Erhabensein über die Nichtigkeiten des Lebens durch die Tatsache des Ueberwundenhabens. Es ist jene innere, befriedende, ja beglückende Heiterkeit, die sich vom Schmerz gelöst hat und mtt überlegenem Lächeln der Reise zu überschauen vermag. Das Ringen und Kämpfen der früheren symphonischen Werke mußte dem dynamischen Geschehen in weitausholendem großem Zuge Ausdruck geben. In der Achten greift die Besinnlichkeit Platz; eine Kunst konzentrierter abgeklärter Kleinarbeit löst sich von der entwicklungstreibenden Vorherrschaft des Grund- motios (wie etwa in der Fünften) und wendet sich wieder mehr der geschloffenen melodischen Periode zu, dabei aber doch unendlich in die Tiefe führend. , Die kühle Aufnahme, die die F-dur-Syrnphonie bei der Uraufführung fand (von der gleichzeitig zu Gehör gebrachten „Siebenten" wurde beispielsweise das „Allegretto" da capo verlangt), verletzte den Meister, so daß er äußerte, eben weil diese Symphonie „besser" sei, habe sie nicht gefallen. Anderer
seits hat er diese Symphonie auch als die „Kleine" bezeichnet, um damit wohl auf ihren intimeren Charakter, auf die Geschlossenheit der Form und die Eindeutigkeit des Ausdrucks hinzuweisen. Wenn auch Beethoven an diesem Werke die kürzeste Zeit von allen Symphonien gearbeitet hat, so hat er dennoch mancherlei Veränderungen an ihr vorgenommen. Die ursprünglich vorgesehene Einleitung des ersten Satzes fiel fort; die Coda des gleichen Satzes erfuhr nach der Erstaufführung eine gehörige Erweiterung. Robert Schumann rühmt von der „Achten" die humoristische Tiefe, schätzt die großen Steigerungen, besonders gegen den Schluß hin, und kann nach dem Allegretto nur „still und glücklich" sein.
Im ersten Satz (Allegro vivace e con brio) setzt das Hauptthema mit vollem Orchester ein, mit kraftvollen Rhythmen. Nach einer Generalpause erwächst das erste Seitenthema zunächst in den Streichern, dann in den Holzbläsern; ein zweiter Seitengedanke wird von den Achteln des Kopfthemas umrankt. Klopfende Oktaven am Schluß der Themenaufstellung werden zum Wegweiser für die Durchführung, die besonders das erste Thema in beherrschter Stärke ausdeutet und imitatorisch verarbeitet. Die Wiederkehr zeigt die Themen in abgewandelter instrumentaler Einkleidung; ihr fügt sich eine Coda an, die dem Hauptgedanken in der zarten Des-dur=(Epi= so de eine neue Seite abgewinnt, um sich dann um so stärker zu steigern. Zum Schluß verhallen die rhythmischen Schläge; der letzte Takt läßt das Hauptthema noch einmal kurz anklingen.
Aehnlich wie die „Siebente" weist auch die „Achte" keinen langsamen Satz auf; er hätte sich der Tendenz fces Werkes nur schwer einfügen können. Dafür steht ein Allegretto ßcherzando, zu dessen Beginn die Violine mit ein4m graziösen Thema zu den federnd stakkatierten Sechze'hntel-Bläferakkorden tritt; eine sonnige Heiterkeit liegt über diesem Satz, dem das zweite Thema eine gewisse Beschaulichkeit verleiht.
Der dritte Satz ist ein echtes Menuett im behaglichen Altväterstile, vielleicht das erste eigentliche Menuett in den Symphonien Beethovens. Denn die Menuette der Ersten und Vierten nähern sich mehr dem Scherzo-Charakter. Auf das eigentliche Wesen dieses Tempo di Menuetto hat übrigens Richard Wagner ausführlich verwiesen, als' er. unter
Reissiger diesen Satz in zu übereiltem Zeitmaß hörte. Im Trio mit seinen folistisch behandelten Hörnern und Klarinetten und den durchgehenden Trio- lenfiguren des Cello möchte man ein kleines Concertino im alten Stile erkennen.
Im Finale bricht der Humor stärkstens hervor. In das treibend schäumende Hauptthema setzt Beethoven unvermittelt ohne jede harmonische oder melodische Bezogenheit ein „Cis“, das plötzlich die End Wicklung zu hemmen scheint und das verschiedentlich bei engherziger Kritik, die für Scherze kein Verständnis aufbringen konnte, Anstoß erregte. So meint Ludwig Spohr „es fei, als erhebe sich inmitten eines ruhigen heiteren Gespräches mit Freunden plötzlich einer von ihnen, stieße einen Schrei aus, strecke die Zunge heraus und setze sich wieder hin, um die Unterhaltung da, wo sie unterbrochen wurde, weiterzuführen". Ein zweiter Gedanke voll Anmut und Gesanglichkeit stellt sich dem Hauptthema gegenüber. Die weitere Entwicklung ist vornehmlich vom Triolenrhythmus betont; die Eim fälle überstürzen sich: die Ausgelassenheit äußert sich in unvermittelter Gegenüberstellung dynamischer unö instrumentaler Gegensätze. Don eigenartiger Kornn sind die Oktavschläge der Pauke zusammen mit dem Fagott. Ein neuer Gedanke in der Coda findet feine besondere Verarbeitung; kurz vor dem Schluß siel' gen gehaltene Terzen durch alle Lagen der Blaser zu dem gleichzeitigen Orgelpunkt der Bässe; dann aber führen elementare Rhythmen dem Ausgang des Werken zu.
Dr. Hermann Hering.
Sochschulnachnchten.
Dem nb. ao. Professor Dr. Richard 9t ö 61r wurde unter (Ernennung zum o. Professor an ae Universität Wien der Lehrstuhl für Pharmakowss> übertragen. Professor Rößler hatte sich 1931 m habilitiert. . r-i-At
Dozent Dr. Willi Kuhl von der Universum Frankfurt wurde zum nbao. Prof, ernon - 1928 wurde er zum Dozenten für Zoologie und » gleichende Anatomie ernannt. Am Zoologischen a ftitut hat Prof. Kuhl aus eigenen Mitteln em rst . Forschungslaboratorium eingerichtet. Sein Hnup arbeitsgebiet ist der Forschungsfilm,


