Aus -er engeren Heimat
und Ab
nahm die ganze Versuchsreihe gründlich in Augen-
27 Fortsetzung
(Nachdruck verboten.)
Heri'f J
.Wir werden es schon schassen zu Zweit; meinst
111^;
neue
ausdenken"'
Bub, armer, gibt größere
ÖO hin, ge-
„Doch!"
„Was heißt doch? Drei oder vier Stunden
.„Ich liebe dich", flüsterte er mit geschlossenen higen und dehnte die Worte.
„Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber der ideste Name rechtfertigt nicht, daß du seinetwegen «ine neue Dummheit begehst", erwiderte sie fest.
Er schwieg und sah zur Decke.
,^Ja, Bub, ja."
„Ich will durch dich ein neuer Mensch werden."
„Ja, Desi."
Seit drei Jahren ist es still geworden um die Ub us im Vogelsberg, denn 1936, als ihre Einbürgerung gerade fünf Jahre im Gange war, wurde an dieser Stelle zum letzten Male über den Stand der Dinge berichtet. Zwar erschien inzwischen noch eine Arbeit vom Verfasser im „Kosmos" (1937) und von Professor Dr. D i n g l e r im „Forstwissenschaftlichen Zentralblatt" (1938), aber, da diese Arbeiten der oberhessischen Oeffentlichkeit nicht zugänglich waren, schien es so, als sei die Uhu^Einbürge- rung, die mit soviel Erfolgsaussicht begonnen wurde, inzwischen eingeschlafen. Dem ist keineswegs so! Vielmehr waren es eine Reihe äußerer Gründe, welche Veranlassung gaben, sich den Dingen gegenüber einmal abwartend zu verhalten.
Zunächst ist zu berichten, daß seit Jahresfrist das Protektorat über die Versuche vom Zoologischen Institut der Forstlichen Hochschule in Hann.-Münden (Leiter: Prof. Dr. Eidmann) übernommen wurde und daß auch in der Zwischenzeit Freilassungen neuer Tiere stattgefunden haben. Von den früher ausgesetzten Uhus ist von Zeit zu Zeit immer wieder einmal Meldung gekommen. Selbstverständlich aus den vepichiedensten Revieren des Vogelsberges und feiner Nachbarwaldungen. Es ist darauf hingewiesen, daß der Uhu nur zur Brutzeit ortstreu ist und im übrigen Jahr, genau wie das Wildschwein, große Gebietsräume nimmt und nirgends seßhaft bleibt. Deshalb sind aber die Uhus immer noch „da", denn die Weitstreifigkeit ist eben arteigen und war von vornherein in unseren Plänen miteinberechnet.
Ich sprach früher schon von den Solmfer Revieren als den „Urzellen für den Wiedereinbürgerungsversuch"! Nur in der „heimlichen" Zeit, der Brutzeit, die unmittelbar auf die Balzzeit, das ist die VerlLbungszeit der Pärchen, folgt, wird der Uhu revierständig, d. h. er hält sich immer in der Nähe . des Hortes auf, obwohl er in dessen Umgebung niemals jagt und es schon vorkam, daß feine sonstigen Beutetiere in unmittelbarer Nähe eines Uhu- horstes am geborgensten waren, weil er sie nicht angriff. Beim Uhu ist eben, wie der Ornithologe sagt, der Brutbiotop woanders gelegen als der Nahrungsbiotop.
Die Uhus sind also noch da, wenngleich, wie das auch anderwärts _bei Einbürgerungsoersuchen vorgekommen ist (schwäbische Alb), einzelne Uhutragödien nicht ausbleiben. So wurde vor zwei Jahren ein Uhu an der Ohm ausgefunden, der merk- . würdige Verletzungen davongetragen hatte und trotz bester Pflege in Laubach verendete. Nach einer Auskunft des Veterinärpathologischen Instituts der Uni- I versität Gießen ist das Tier angeschossen worden! . Also das gibt es auch noch, selbst wenn die Tiere ' den Staatsschatz des Dritten Reiches genießen!
Von den Uhus, die 1938 in der Voliere einge- J wöhnt werden sollten und die aus zuverlässiger ( ! Quelle als Pärchen geliefert worden waren, hat
„Das läßt sich nicht ändern, Desi, Das muß ausgehalten werden. Es Schlechtigkeiten auf der Welt, als ein
„Du bist so tapfer, Paula", murmelte er bewundernd.
„Versprich mir, Desi, daß du diesen Menschen sirtschicken wirst, wenn er wieder mit feiner Zumutung kommt!"
Tinser dachte: Warum ist jetzt alles gleich viel lichter, feit ich Paula habe? Bei der ist ein Mann eint aufgehoben. Die hat einen viel härteren Willen c-s ich. Wenn sie mir tragen hilft, gut, ich will ei. versuchen. Er setzte sich mit einem Ruck auf und sitzgte: „Ich verspreche es, Paula."
Sie sah ihn mit einem schmerzlichen Lächeln an U'jrb küßte ihn ganz zart aus den Mund
und verspürte plötzlich einen ziehenden Schmerz in der Magengrube.
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„Aber du darfst mich nie verlassen, du mußt ii mer bei mir fein. Allein kann ich es nicht. Man dnrf mich nicht allein lassen", murmelte er wie ein
SchwererDerkehrsunfall bei Grünberg
+ ® r ü n b e r g, 23. März. Am Mittwochnachwittag zwischen 5 und 6 Uhr ereignete sich hier an der Alsfelder Straße — etwa 1 km in Richtung Mücke — ein Verkehrsunfall. Der Wachtmeister Emil Müller von Gießen befand sich mit seiner Frau auf der Rückfahrt von Gersfeld nach Gießen. An der stark abschiissigen Kurve oberhalb der Kreuzung der Hauptstraße mit der alten Weickaxts- hainer Straße geriet sein Auto, wohl infolge der Glätte durch die glitschigen Schneemassen, ins Schleudern und drehte sich beim Bremsen um sich selbst, um dann gegen einen am Straßenrand stehenden Apfelbaum zu schlagen. Dies geschah mit solcher Wucht, daß der Baum förmlich in das Auto zu stehen kam. Dabei erlitt die neben ihrem Mann sitzende Frau schwere innere Verletzungen, die ihre Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen nötig machten. Der Mann blieb unverletzt.
Lehfertagung des Bezirks Hungen.
<> Obbornhofen, 22. März. Die Lehrer des Bezirks Hungen hielten unter Leitung von Kreisschulrat N e b e I i n g (Gießen) ihre B e - zirkstagung ab, mit der Lehrproben und Vorträge verbunden waren, die den Themen „Familie, Volk, Raffe" und „Volk in Gefahr" gewidmet waren. Die Tagung nahm einen anregenden Verlauf. Während der Mittagspause wurde eine Kolonialschau besichtigt, die aus der Schularbeit heraus mit Unterstützung des Reichskolonialbundes entstanden war. Kreisschulrat N e b e [ in g sprach in grund- atzlichen Ausführungen über die jüngsten politischen Ereignisse und über Grundzüge der Erziehung des Kindes im Dritten Reich. '
Candfreis Gießen
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l weil du in ihrem guten Essen nur herumstocherst. : Mach nur so weiter?' polterte Dr. Kistenmacher. ’ "Ihr habt leicht reden. Wenn man über so einem ■ Versuch ist, wenn es einen so gepackt hat und nicht mehr losläßt... Gott, was brauche ich dir viel zu erzählen! Du hast das sicher auch schon erlebt", verteidigte sich Holl.
„In dem Maße nicht, wie du. Ich bin gewiß auch für Arbeiten, aber nicht so toll wie du."
„Himmel, ich bin doch nicht aus Watte. Ein Kerl mit meiner Statur hält schon eine Portion aus. Hobt ihr ein Getue. Aber meinethalben, ich werde von jetzt ab langsamer machen. Bist du nun zufrieden?"
„Das ist ein Wort. Sieh, ich meine es ja gut mit dir. Nebenbei, was treibt denn dein „Bobs"? Es wird ja gar nicht mehr telephoniert. Ich vermisse bas geradezu."
Holl drehte mit abweisem Gesicht an einem Knopf seines Mantels.
„Immer noch verkracht? Du, das dauert für einen Gewitterregen zu lange. Schau zu, daß du das einrenkst. Geht mich ja nichts an, aber — ein Mädchen wie die Hegemann muß man sich warmhalten."
„Du haft blühende Vergleiche", lächelte Holl gelungen, „und im übrigen bin ich kein Mitgi'fl- jäger", fügte er schroff hinzu.
"Habe ich von Mitgiftjägerei geredet? Also schön, du liebst das Mädchen nur um ihrer selbst willen. Du liebst sie doch noch?"
„Natürlich! Bei mir geht nicht alles so von heut auf morgen."
„Unb daß bas geliebte Wesen nebenbei bie einzige Tochter vom Chef ist, das schadet doch nicht weiter?"
„Selbstverständlich schabet bas nichts", gab Holl qU.
„Prachtvoll, baß du das zugibst", sagte Dr. Kistenmacher spöttisch. „Mach, was du willst, mein Lieber. Du bist ein schwieriger Fall. Aber an deiner Stelle, teurer Freund, würde ich jetzt allmählich nach Kanossa gehen. Du hast einen Dickkopf. Diese Eigenschaft ist zuweilen ganz gut, aber hier stiftet sie Unheil. Ich weiß nicht, was zwischen euch alles oorgefaßen ist, ich will mich da nicht hineindrängen, aber ich gebe dir zu bedenken, baß Mädchen wie deine Maxie mehr Anbeter haben, als du dir träumen läßt. Richtig verlobt, so mit Tusch unb Tanten, seid ihr ja noch nicht. Paß auf, baß dir keiner ins Gehege kommt. Junge Damen mit so einem Popa im Hintergrunb finb manchmal unberechenbar."
(Fortsetzung folgt!)
Ach so, ich habe ja Hunger! dachte er und zog eine altbackene Semmel aus der Tasche seines flek- tigen Labormantels, um hineinzubeißen. Die Semmel schmeckte ein bißchen nach Chemie, aber Holl werkte das gar nicht. Er war seit Tagen und Nächten, seit jenem erfolglosen Motorradausflug nach ^eesharn, rettungslos an hundertlei Experimenten verloren. Sie sollten ihm über Maxie Hegemann hinweghelfen.
Im Krankenhaus selbst gab es seit Scheuerls Tod nichts mehr für Holl zu tun, da sein Urlaub noch immer lief. Scheuer! war sanft, fast schmerzlos in die wohltätigen Bereiche der Auflösung hinübergeglitten, während Holl an feinem Bette gesessen und die erkaltende Hand gehalten hatte. Das war medizinisch nichts, menschlich aber sehr viel gewesen; denn es hing ein persönliches Opfer an diesem letzten Beistand, ein Opfer, über das Holl eine bittersüße Genugtuung empfand. Denn Scheuert hatte bis zuletzt an Holl geglaubt.
Holl spitzte die Ohren. Es näherten sich Schritte, die Tür ging auf, und Dr. Kistenmacher trat ein.
„Servus, Holl! Schon wieder fleißig? Oder soll man sagen, noch immer? Was braust du denn da eigentlich zusammen?"
„Ach, ich murkse an irgenbfoner Llutgeschichte herum. Ich rede nicht gern darüber, solange das Kind nicht Hand und Fuß hat", brummte Holl zu- geschlossen.
„Na, wie du meinst. Empfindlich darf einer bei dir nicht sein, hör mal. Aber etwas anderes. Ein
guter Rat von Kollege zu Kollege: achte ein bißchen mehr aüf deine Gesundheit; der Mensch hat bloß eine. Du bist keine Maschine, und eine wissenschaftliche Arbeit ist kein Sechstagerennen. Wie siehst du denn aus? Unrasiert, Ringe um die Augen! geht das nicht weiter! Du machst dich ja Mensch! Heute nacht natürlich wieder nicht schlafen, wie?"
„Du mußt in Gottes Namen die Folgen auf dich -nehmen. Es gibt nichts anderes", redete sie auf sihn ein. .
_ „Und mein Vater? Mein Chef? Meine Stellung? Herrgott, man darf das gar nicht “ * " stöhnte er.
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F e i ch t e n b e i n e r und Emil F u l d a t; 45 Otto Heußinger. Nach Besprechung von Vereinsangelegenheiten rief der Vereinsführer zu weiterem regen Besuch der Singstunden auf,
A Watzenborn-Steinberg, 231 März. Nachdem uns die NS.-Gemeinschaft „K r a s t b u r ch Freude" im vorigen Jahr durch das Großstadt, Programm mit Willi Reichert einen genußreichen Abend bereitet hatte, gastierten am Mittwoch in der gut besetzten Volkshalle die Kuban-Kosaken. Der Abend wurde mit demselben Programm wie im Gloria-Palast in Gießen aungefüllt. Rund 500 Besucher dankten mit stürmischem Beifall und erzwangen noch einige Zugaben.
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inrben. Das gerät mit der Zeit in Vergessenheit, komm, ich helfe dir alles fragen. Wenn du nicht Schort eine neue Stellung findest, arbeite ich eben Qr drei. Oh, ich hab jetzt einen Riesenmut, seitdem ch weiß, daß du mich gern hast. Ich gehe mit dir hurcf) dick unb dünn; eine Frau, die liebt, kann ülks."
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auf die Dauer zu wenig. Erst dieser Scheuerl. Tag und Nacht warst du um den Mann herum, und jetzt das Labor. Das hält der stärkste Mann nicht aus. Die Küchenschwester ist schon ganz verzweifelt,
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wg. Großen-Buseck, 22. März. Die hiesige Feuerschutz polizei hielt im Gasthaus „Zum Schwanen" ihren Jahresappell ab. Hauptbrand- weister Wilhelm Harbach III. begrüßte die Gäste und die Kameraden. Rechner Wilhelm H e n ß erstattete bann den Kassenbericht, der von den Revisoren in bester Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Der Jahresbericht mußte zurückgestellt werden, da Kamerad Wilhelm Melchior Hahn, der die Feuerwehrfachschule besucht hatte, einen längeren Vortrag über die Einrichtungen der Fachschule und den dort geübten täglichen Dienst hielt. Ferner sprach er über Feuerverhütung und Feuerbekämpfung. Gendarmerie- Oberwachtmeister Fritz sprach anschließend über die neuen Verkehrsregeln, die auch von der landwirtschaftlichen Bevölkerung genau beachtet werden müssen. Eine rege Aussprache schloß sich an.
+ (Brün berg, 22. März. Dieser Tage hielt der Männerchor seine Hauptversammlung in seinem -Vereinslokal, in der Gastwirtschaft Schmitz ab. Ver- elnssuhrer Karl Repp jun. erstattete den Jahresbericht. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Rudolf F u I b a t unb Philipp Schmabel (Ehrenmitglied) wurde in der üblichen Weise geehrt. Durch den Beitritt von 13 jungen Leuten erfuhr der Chor einen starken Zuwachs. Der Verein wirkte bei einer Anzahl öffentlicher Veranstaltungen mit, er nahm am Wertungssingen in Flensungen teil. Das alljährlich übliche Konzert in der Turnhalle, bas unter dem Leitgedanken „Heimat und Vaterland" stand, kann als Erfolg gebucht werdeck. Ein Familienabenb sowie zwei Ausflüge, darunter eine Rheinfahrt, dienten der Pflege der Geselligkeit. Erwähnenswert ist auch, daß auf der anläßlich des Gausängerfestes in Gießen veranstalteten Ausstellung „Singendes Oberhessen" der Verein, der als der funfälteste Ge- angverein (gegründet 1834) im Sängergau Hessen besteht, sich mit handgeschriebenen Noten und alten Fahnen beteiligte. Die Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberschuß. Sangesbruder Christian Bück wurde für 30jährige aktive Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt eine Ehrenurkunde. Der Besuch der Singstunden war gut, er betrug im Durchschnitt 86 v. H. Alle 48 Singstunden besuchte Hermann Gerhardt; 47 Georg Schombert und Willi Port; 46 Heinrich Werner II., Georg
Die Ahus balzen im Vogelsberg.
Gin ileberblick über den Fortgang der Wiedereinbürgerungsbestrebungen des Grafen Eolms-Laubach seit 1936.
Don Or. Karl Rudolf Fischer, Hann.- Münden. -
Stückzahl von „6" in „5" und die Worteintragung von „120" in „100 RM." und ferner die Endsumme von „399,55 RM." in „379,55 RM." geändert. Den abgeanberten Kassenbericht hat sie dann zusammen mit weiteren Unterlagen der Geschäftsführung vor- 268 ^StG^Zehn un(ö Verbrechen nach §§ 242, 267,
Die Angeklagte war geständig, den 20-Markschein entwendet zu haben, sie bestritt jedoch den ihr zur Last gelegten Diebstahl der 2 Mark; sie wurde aber durch Zeugenaussagen überführt. '
Der Vertreter der Anklage beantragte wegen der Diebstähle an Stelle einer Gefängnisstrafe von zehn Tagen und 30 Tagen auf eine Geldstrafe von 30 und 60 Mark unb wegen der Urkundenfälschung aus eine Woche Gefängnis zu erkennen.
Die Angeklagte mürbe wegen Diebstahls in zwei Zollen und der schweren Urkundenfälschung unter Annahme mildernder Umstände an Stelle einer Gefängnisstrafe von 10 und 30 Tagen zu Geld- stvafen von 3 0 unb 6 0 Mark unb zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt.
■ ^ver ben anderen totgebissen. Der Leibjäger des ' ^vafen glaubte daraus schließen zu können, daß es ' 3®c.1 Männchen waren. Vielleicht aber auch zwei 1 Weibchen/ weil das Weibchen beim Uhu der aktivere 1 vvd aggressivere Teil zu fein pflegt. Hs könnte aber 1 auch fein, daß außer den Spannungen, die sich zu : gewißen Zeiten aus der Gleichgeschlechtlichkeit er- : geven, ein weiteres Moment hinzugekommen ist, nämlich, daß eines der in Freiheit befindlichen Tiere sich dem Großkäsig im Walde genähert hat und den beiden „Nebenbuhlern" auf diese Weise Grund zur ^elbstbefehbung gab. Im großen ganzen finb näm- Iid> Käfigkämpfe unter Uhus sehr selten, wie jeher Zoologische Garten bestätigen wird. Ein dritter Grunb aber könnte in ber Ernährung liegen. Es i|t nicht bas erste Mal, baß gerabe beim Uhu von ausgesprochenem Kannibalismus berichtet wirb. So hat Schnurre z. B. beobachtet, baß ein Uhu-Elternpaar in Zeiten plötzlichen Wettersturzes und ein- setzender Futterknappheit seine eigenen Jungen auffraß, und Einseitigkeit in der Nahrung kann unter Umständen zu gleichen Folgen führen.
Demnächst wird eine neue Freilassung erfolgen. Wichtiger aber, als darüber zu reden, ist wohl die Angabe, wann unb wo bie letzten Beobachtungen von in Freiheit befindlichen Uhus gemacht worden sind. Hierbei ist vorauszuschicken, daß man es mit in Kauf nehmen muß, wenn man unter Umständen jahrelang nichts von Uhus hört unb sieht, obwohl sie deshalb boch nicht abgeroanbert zu fein brauchen. Das liegt eben in ber heimlichen Lebensweise bes lH)us begründet. Unb — er ist ein ausgesprochener Nachttaubvogel — wer begegnet ihm benn schon in ftunbenmeiten Wälbern, in bereu Innern kein Mensch kbt, um diese Zeit?
Die beste Zeit, den Uhu auszumachen, ist die Balz. In diesen Wochen, wie sie jetzt vorüberziehen, da es nicht mehr Winter unb noch nicht Frühling ist, ba sich bie ersten, wetterharten Süblanbvögel zeigen und bie Schnepfe ihren Strich beginnt ■— da „balzt" der Uhu, und da wird er „laut". Der Uhu ruft! Unb hieran, wenn er Stimme gibt sein sammetweiches „Uhmi" burch bie Walbnacht' ruft, kann man ihn am sichersten erkennen. Der Wald- kauz schreit, bie Eule prahlt, ber Uhu „ruft", und bas Derhaltensein ber Stimme ist nicht zu verwechseln: es klingt meist ferne her, ist weich im Klang, nicht aufdringlich erschreckenb, ist fein Schrei aus grellen, schieren Tönen, ist sanft und rund wie Kehlkopfalt und abgeklungen, ein Klangbild, wie es auch ber Täuber hat.
So kann ich denn berichten, daß in freier Wild- bahn jetzt die Uhus rufen. Am 28. Februar 1939 gab mir Graf Solms aus Laubach bie erste i Melbung. Der Uhu mürbe längere Zeit verhört, „ein Irrtum ist ausgeschlossen". Am 16. März 1939 kam eine weitere Beobachtung aus Wächtersbach ! (Försterei „Weiherhof") dazu. Der Uhu ruft!
"Ich will mal nachsehen, ob Mutter schon beim Milchholen ist."
„Unb meinen Anzug muß du auch besorgen. Er steckt in Schuppen IV, im hintersten Faß. Geht bas?" —
Als Tinser eine halbe Stunbe später mit einem braunen Paket burch bas Fabriktor schritt, um nach feinem Wagen zu sehen, warf er eine Streichholzschachtel auf bie Straße unb zertrat sie nachdenklich mit bem Absatz.
*
Dr. Holl wanderte im Labor auf und ab. Mit langen Schritten unb gerunzelter Stirn, roie es feine Art war, wenn ihn eine Sache außergewöhnlich beschäftigte; von der Tür zum Fenster, von Ausguß zum Brutschrank.
_ Er war jenem Agens, jenem geheimnisvollen Stoff, ber bie Selbstzersetzung bes Blutes verhinderte, bich auf ben Fersen; vielleicht hatte er ihn sogar schon aufgestöbert. Die nächsten Tage würben das ja zeigen. Holl hatte ihn Antikörper X getauft, weil ihm kein besserer Name einliel. Die ganze Chemie unb Physiologie, Spektralanalyse, Mikroskop unb Kulturen, kurz, bas gesamte wissenschaftliche Rüstzeug, hatten herhalten müssen, nm Holl w weit Zu bringen. Nun war es geschafft. War es wirklich geschafft? Triumph unb Zweifel stritten in ihm.
Hall ging zum Brutschrank und las die Temperatur ab. 37,3 Grad Celsius. In Ordnung. Er öffnete bie metallene Tür unb hob ein Holzgestell mit vielen Glasröhrchen heraus, bie alle mit je 20 Kubikzentimeter Schweineblut gefüllt waren. Jedes Röhrchen trug am oberen Rand ein weißes Schildchen, jedes war keimfrei zugeschmolzen, und an jedem hing eine Hoffnung des Mannes Holl. Wenn alles nach Berechnung ging, mußte sich in ben einen ber Inhalt zersetzen, in den anderen biologisch unverändert erhalten. Jene enthielten gewöhnliches
10 bis 25 Pf., Lauch 5 bis 12, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40, X> kg 35 bis 40, Radieschen das Bündel 20 bis 25 Pf.
*
**EineMemel-Feier veranstaltet am heutigen Donnerstag der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) im „Pfälzer Hof".
Vezirksschöffengericht Gießen.
Die E.Z. in Gießen, die nur einige Tage in einem hiesigen Geschäft beschäftigt war, hat ge- legentttch der Nachzählung eines Kassenbeutels der bie Einnahme dieser Kasse vom Vortage enthielt zwei einzelne Markstücke sich angeeignS, in bem Kassenbericht hat sie vermerkt, daß anstatt „26 RM " P.ur "24 RM." vorhanden gewesen wären. Weiterhin hat sie einem Kassen'beutel einen 20-Marksch"in enhto.mmen und diesen wie die 2 RM. für sich ver- menbet In dem Kassenbericht über den Inhalt des Kassenbeutels der fraglichen Kasse hat sie hinter den Dorgebrurften Worten „20-Markscheine" die
Q|l , ( 1 I 111 1 । < ।
'tziges Kind.
D Li ch, 22. März. Im „Frankfurter Hof" hielt die hiesige Bäuerliche Bezugs- unb A b - s a tz - G e n o s s e n s ch a s t ihre Generalversammlung ab. Nach-der Begrüßung durch ben Dorsitzen- ben Karl Luowig erstattete ber Rechner Ludwig Wolf II. ben Bericht über das abgelaufene. Jahr. Der Genossenschaft gehören bei etwa 75 vorhandenen Gehöften zur Zeit 88 Mitglieder an. Der Ge schäftsverkehr zeigte ein erfreuliches Bild, belief llch doch der Warenbezug auf 16 721,39 Mark, während bie von ben Mitgliedern über bie Genossenschaft abgesetzten Produkte den Betrag von 28 361,86 (im Vorjahr 22 916,22 Mark) erreichten. Die Bilanz schließt auf beiden Seiten mit 5117,89 Mark ab. Der Reingewinn wird bem Reservefonds und ber Betri ebsrücklage überwiesen. Dem Rechner sowie bem Vorstanb unb Aufsichtsrat konnten für ihre mustergültige Arbeit Dank ausgesprochen werden. Laut Satzung mußten das Vorstandsmitglied Jak. L i ß - mann unb bie Aussichtsratsmitglieder Karl Zimmer unb Karl Ludwig ausscheiben. Durch Zuruf wurden sie erneut in ihrem Amt bestätigt. — Der Verkehrsverein hatte zu einem Licht- bildervorttag ins „Park-Hotel" eingeladen. Lehrer Hild sprach kurz über die Bedeutung des Fremdenverkehrs. Sodann sprach der Gebietsreferent für Oberhessen im Fremdenoerkehrsoerband, Schriftleiter Schuster (Gießen), über „Verkehrswerbung". Der Redner schilderte bie Werbung vor ber Machtübernahme unb entwarf bann ein Bild von Organisation und Ausbau des vom Führer geschaffenen Reichs- fremdenverkehrsverbandes. In seinen weiteren Ausführungen erläuterte ber Vortragende Sinn und Zweck ber Frembenverkehrswerbung, vor allem auch die falsche unb meist teure Werbung, ber er bie Erfolg versprechende Werbung gegenüberstellte. Ein Film, sowie verschiedene Lichtvildaufnahmen ergänzten bie Ausführungen.
* Gonterskirchen, 22.März. Die in den letzten Wochen durchgeführte Ausbildung der Laienhelferinnen, bie burch ben Sanitäts- <3ug Laubach geschah (Leitung: PH. R e p p), konnte nunmehr mit einer Prüfung abgeschlossen werben. Die Prüfung erfolgte in Anwesenheit des Zug- arztes Dr. Mas fing unb des Gerne indegruppen- führers D ö l l (Laubach) unb zeigte in praktischer unb theoretischer Hinsicht ausgezeichnete Ergebnisse.
Kreis Wetzlar.
* Launsbach, 23. März. Der älte ft e Einwohner unseres Ortes, der Landwirt Georg Pfaff, kann am heutigen Donnerstag in aller geistigen unb körperlichen Frische seinen 8 3. (Geburtstag feiern. Dor brei Wochen, am 2. März, beging seine Lebensgefährtin ben 81. Geburtstag. Vor brei Jahren hatte er mit ihr bas Fest ber golbenen Hochzeit feiern können. Beibe sind noch sehr rüstig, helfen noch eifrig in ber Laubwirtschast unb verfolgen bie Ereignisse unserer Zeit mit aller Aufmerksamkeit. Seit vielen Jahrzehnten gehören sie zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. (Wir beglückwünschen zum Geburtstag!)
Homan von Walther Kloepffer.
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- . _ X <w - .r, t VT yiUHUllUJ ui Auaen-
„Cpater, wenn bas Aergste vorbei ist, werben schein, um sie bann wieder in den Brutschrank' w= mir heiraten fagte er träumerifd;. „Natürlich. Was rückzustellen. Als er die Tür, hinter der qleichmahiae hast du dir gedacht? Wenn ich etwas falsch mache, Tierwärme erzeugt wurde, geschlossen hatte fuhr er "E du nuch auszanken. Am Anfang werde ich | sich mit den Fingern durch das verftruwelte Haar wahrscheinlich viele Bocke schießen. — Vielleicht ~ -
kommt alles bei mir nur daher, baß Mama so früh gestorben ist unb baß Papa immer auf Reisen war. Meine Erziehung war ein wildes Nacheinander von Gouvernanten unb Hauslehrern. Der Kern bei mir ist nicht schlecht, glaube ich. Ach, ich bin ja so froh, baß ich dich habe. Das hätte ich mir gestern auch nicht träumen lassen. Komm, gib mir noch einen Kuß zum Abschied. Kann ich jetzt fort?"
„Ich lasse dich nicht allein, Bub; ich werde immer Blut, diese mit dem Anttkörper X versetztes Holl bei dir sein , tröstete sie. r-1*— ------ ™ r - - ......1 9 -- '
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