Ausgabe 
23.2.1939
 
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Nr. 46 Erstes Matt

189. Jahrgang

Donnerstag, 23.Zebruar 1939

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Gebieten auszunehmen.

= und Luftkommando ausge- Libyen gerichteten Äufmarfchlinie. Ausgangspunkt und das dreihundert Kilometer wäre Casablanca am Atlantik, das der Hc^en der

bedeutendes Militär

baut wird. Sollum und das dreihundert Kilometer

dischen Einwand erun

leichten atlantischen Verbindung zwischen Frankreich io stark seinem nordafrikanischen Besitz ist, falls die M>

landeinwärts liegende S i u a behielten nur

g von Merfa ten der Achse verbundenes Spanien die atlan- Quattara, die tische Verbindung stören könnte.) Einstweilen scheint

ist für England-Aegypten die Stellung von Merfa

Matruh und die bei der Senke von

meerverbindungen gestört oder unterbrochen werden sollten. (Daher auch die Sorge, daß ein den Mäch-

es noch bei der Idee dieser Landquerverbindung geblieben zu sein, Tatsache ist aber, daß Frankreich seine Garnisonen in Algier und Tunis bedeutend

und ittel-

mit England und anderen Staaten hervorzurufen. Die japanische Marine glaube nicht an die Aufrich­tigkeit des internationalen Stadtrates, der durch Erklärungen an die Presse die Terrorakte zu ver­tuschen oder als gewöhnliche Verbrechen hinzustellen versuche.

Grenzschutz. Diese Front ist nämlich nicht so stark wie die italienische, die durch die Punkte Tobruk (Bardia), Amseat, Giarabu bezeichnet wird. Fester

Verstärkung der Zusammen­

arbeit zwischen Kuomintang und Kommunisten: den Versuch internationale Verwicklungen

auch die Nachricht von englisch-ägyptischen Manövern im Westen, d. h. in Richtung der libyschen Grenzen. Die Hebungen haben ihren Mit­telpunkt in Mersa Matruh, etwa zweihundert Kilo-

London gegenübergestellt werden. Die arabischen Vertreter Palästinas sind zwar von dem Zu­sammentreffen unterrichtet, haben es jedoch auch diesmal abgelehnt, mit den Juden zu kon­ferieren. Die arabischen Vertreter, die an diesen Be­sprechungen teilnehmen werden, haben erkennen lassen, daß eine unverbindliche und informelle Aus­sprache mit den jüdischen Vertretern nicht die Anerkennung der jüdischen Abord­nung als ebenbürtigen Verhandlungspartner dar­stelle. Ebenso wie die Palästina-Araber beider Rich­tungen weigern sich auch die übrigen arabischen Ver­tretungen, eine derartige Anerkennung auszuspre­chen. Es kann mit Bestimmtheit gesagt werden, daß die Frage der jüdischen Einwanderung und der Landankäufe durch das Judentum an­geschnitten werden wird. Don englischer Seite wer­den Außenminister Lord Halifax, Kolonialmini­ster Macdonald und Ünterstaatssekretär But­ler an den Besprechungen teilnehmen. Man hat

London, 22. Februar.

Der wichtigste Faktor, der sich während der letzten Tage bei den zwanglosen Besprechungen zwischen englischen und arabischen Persönlichkeiten deutlich abgezeichnet hat, ist das hohe Maß von Einigkeit des gesamtarabischen La­gers. Die von dem ägyptischen Vertreter Ali Mäher Pascha vorgetragenen Anregungen der arabischen Staaten haben die grundsätzlichen For­derungen der Palästina-Araber in vollem Umfange u n t e r st ü tz t. Lediglich in der Frage der Garan­tien für die Sicherheit der jüdischen Minderheit m Palästina in einem künftigen unabhängigen Araber­staat sollen sie etwas weitergegangen sein, als die Zusagen, die Jernal Husseini namens der Palästina- Abordnung abgegeben hatte. Das hat vom eng­lischen Standpunkt aus eine erhebliche praktische Be­deutung, weil England seine strategischen Ziele in Palästina hinter der Forderung nach Sicherheit für die Juden zu tarnen sucht. Es ver­sucht, sich das Recht auf einen Kriegshafen in Haifa, auf Flughäfen und eine mili­tärische Besatzung in einem der Form nach unabhängigen Palästina unter dem Vorwand zu sichern, daß es die jüdische Minderheit schützen müsse.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Englän­dern und Arabern liegen nicht so sehr auf diesem Gebiet, da sich die Araber mit einer militärischen Besatzung ähnlich wie im Irak schließlich abfinden würden. Die Hauptstreitpunkte bleiben die Dauer des Mandats sowie die Frage der jüdischen Einwanderung und der jüdischen Land­käufe. In diesen Punkten ist ein Nachgeben der Araber nicht zu erwarten. Sie bestehen auf einem selbständigen arabischen Staat nach einer eng begrenzten Übergangszeit (dem Ver­nehmen nach wird die Beendigung des Mandats m einem Zeitraum von zwei ober drei Jahren gefor­dert). Ferner verlangen die Araber die bedingungs­lose Beendigung der jüdischen Ein­wanderung bis zur Herstellung eines selbstän­digen arabischen Palästina. Später solle dann die Einwanderungsfrage im Verwaltungswege durch die Palästinaregierung geregelt werden.

Der Gedanke, ein festes, prozentuales Verhältnis zwischen Juden und Arabern feft- zulegen es ist die Rede von einem Verhältnis von 30:70, wird mit der Begründung ab ge =

schaftsbeziehungen haben.

Handelsminister Oliver Stanley erklärte, die Kohlenbesprechungen feien «in wertvolles

Grenze gegen Libyen in unmittelbarer telephoni­scher Verbindung mit Kairo stehen.

Die Vorkehrungen, die im Westen Libyens Frankreich getroffen hat, sind bezeichnend für feine militärische Einstellung überhaupt. Auf Da- labier geht der Gedanke einer westöstlichen Querverbindung durch alle drei unter feiner Herrschaft stehenden Lander Marokko, Algier und Tunis zurück. Die Querverbindung wäre natürlich das Rückgrat einer gegen Italienisch-

Palästinas Anspruch aus Unabhängigkeit.

Eine interessante syrische Veröffentlichung.

Damaskus, 22. Febr. (DNB.) Don dem syri­schen Oppositionsführer Dr. Schabander wurde erklärt: Am 2. Dezember 1937 fand im Londoner Royal Military Club unter dem Vorsitz Lord Lloyds eine Sitzung statt, an der etwa 80 prominente Po­litiker teilnahmen. Auf dieser Sitzung habe er mit­geteilt, daß er die Kopie des ursprünglichen Briefes McMahons, des britischen Oberkommissars in Aegypten, an den Scherst Hussein aus dem Jahre 1917 besitze, in dem ausdrücklich N a k u r a , der heutige Grenzort zwischen Palästina und Syrien, als Südpunkt des französischen Interessengebietes, das zunächst von der arabischen Unabhängigkeit aus­genommen bleiben sollte, festgelegt worden sei. Da­gegen sollten die Gebiete südlich von Nakura, also das heutige Palästina, ebenso unab­hängig werden wie alle übrigen ara­bischen Gebiete. Merkwürdigerweise scheine diese Nakura-Grenze in der Hebersetzung, die McMahon nach London geschickt habe, nicht er­wähnt zu sein. Vielmehr werde immer noch mit unklaren Begriffen operiert, um dadurch Palästina ähnlich wie das Libanongebiet von den unab-

Italien in Libyen zwischen zwei Fronten

Von unserem K G -Korrespondenten

Das kritische Stadium der palWna-Konserenz

Die arabischen Forderungen. Englands strategische Ziele. Heute Fühlungnahme zwischen Arabern und Juden.

Von unserem obg.-Korrelpondenten.

Vorspiel für die umfangreicheren Wirtschafts- Verhandlungen im kommenden Monat. Sie hätten gezeigt, daß es bei gutem Willen trotz aller Schwierigkeiten möglich sei, zu einer für beide Seiten nutzbringenden Eini­gung zu gelangen. Vielleicht werde man in Zu­kunft in dem Abschluß dieser Besprechungen den Beginn eines Fortschrittes in der Geschichte und in den Hoffnungen der Welt überhaupt erblicken. Vor einigen Wochen habe der Führer gesagt, er erwarte und wünsche eine lange Periode des Friedens. SOtit diesen Worten habe er eine klin­gende Seite im Herzen jeden Engländers ange­schlagen.Auch wir erwarten und wünschen eine lange Periode Les Friedens in der Welt. Gibt es eine sicherere Grundlage hierfür als die, daß zwei große Handelsländer es fertig bringen, die oiefäl- tigen Fäden ihrer wirtschaftlichen Beziehungen auf dem Weg gegenseitiger Verständigung, guten Wil­lens und beiderseitigen Nutzens zu ordnen?"

Das Lufirüstungs-Programm der LlGA.

Ein Svv-Millionen-Plan vom Armee-Ausschutz angenommen.

W a s h i n g t o n , 23. Febr. (Europapreß.) Der Ar­mee-Ausschuß des Senats hat das bereits vom Re­präsentantenhaus bewilligte Luft-Rüstungsprogramm einstimmig mit einer Abänderung an» genommen. Diese Abänderung läuft daraus hin­aus, daß die Zahl der neu zu bauenden Militär­flugzeuge um 5 0 0 erhöht werden soll. Die Zahl der Flugzeuge, die die Vereinigten Staaten nach Durchführung dieses Plans besitzen werden, wird auf 6000 beziffert. Der gesamte Rüstungsplan wird 358 Millionen Dollar (rund 895 Millionen R M.) Kosten verursachen.

Die Befestigung der Insel Guam.

Heftige Kritik

im amerikanischen Abgeordnetenhaus.

Washington, 23. Febr. (Europapreß.) Das Unterhaus setzte am Mittwoch die Debatte über die 'Befestigung der Insel Guam im Stillen Ozean weiter fort. Der Abgeordnete Vanzandt stellte dabei fest, daß der Vorschlag, die Insel Guam zu einem amerikanischen Flotten- und Lustwafsenstütz- punkt zu machen, auffälligerweise e r st nach dem Besuch Anthony Edens in den Vereinigten Staaten auftauchte. Zahlreiche Abgeordnete äußer­ten, daß die Befestigung der Insel kriegerische Verwicklungen mit Japan zur Folge haben würde. Insbesondere liefen die Abgeordneten Hamilton Fisch (Neuyork) und C u r ch (Illinois) gegen den von ihnen alsprovokatorisch" bezeich­neten Ausbau der Insel Guam Sturm. Der Abge­ordnete Curch breitete dabei auf den Fußboden des Sitzungssaales eine riesige Karte aus, um die Ent­fernung Guams von Nordamerika und die Nähe der Insel zu Japan aufzeigen zu können.

Der Vorsitzende des Flottenausschusses, V i n s o n (Georgia), versuchte dagegen, den Ausbau der Insel Guam zu verteidigen. Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, Japans Kritik an den geplanten Be­festigungsarbeiten enthülle dieaggressiven Absich­ten" Tokios. Die eigentlichen strategischen Absichten der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean wurden dann aber durch die Erklärung Bin« fons enthüllt, der Guam als Marine- und Luft­stützpunkt einen besonderen strategischen Wert nach der wieder einmal prophezeiten Räumung der Philippinen durch die Vereinigten Staaten zufprach.

Die Terrorakte in Schanghai

Fünf Todesopfer von Schießereien bei einer Polizeirazzia.

Schanghai, 22.Febr. (DNB.) Am Mittwoch­morgen stand Schanghai im Zeichen einer 2P';on gegen chinesische Terroristen, Rauschgifthändler und Glücksspieler, die gemeinsam von der Polizei der Internationalen Niederlassung und japanischen, ita­lienischen und britischen Truppen durchgeführt wurde. Dabei kam es zwischen Polizei und chinesi­schen Banden zu lebhaften Schießereien. Zwei chinesische Polizisten, ein chinesischer Zivilist sowie eine Frau und ein Kind wurden dabei getötet. Ein Polizeiauto mit englischen und chinesischen De­tektiven erhielt 14 Treffer, wobei ein Chinese töd­lich verwundet wurde.

Die Vertreter der höchsten japanischen Militär-,

Für eine vertrauensvolleZusammenarbeit

Ehamberlain schaut hoffnungsvoll in die Zukunst.

meter von der libyschen Grenze entfernt.

Das englisch-ägyptischeVerteidigungssystem" ist im Jahre 1937 von dem englischen General Corn­wall ausgearbeitet worden. Es nahm die frühere Verteidigungslinie von der Bucht von Sollum (der entsprechende italienische Stützpunkt ist To­bruk) nach Merfa Matruh zurück, das als

Das Ergebnis der etwa zweistündigen Besprechun- ge vom Mittwochnachmittag Zwischen der e ng l1 s schen und den arabischen Abordnungen der Palästina-Konferenz ist praktisch gleich Null ge­blieben. Ein gleichzeitig mit d/esen Gesprächen ge­führter Meinungsaustausch zwischen Kolonialmini>ter Macdonald und den arabischen Abordnungen mit Ausnahme der palästinensischen führte zu einer Ver­abredung, wonach am Donnerstagvormittag die Ver­treter Englands, des Iraks, Saudi-Arabiens und Aegyptens mit den jüdischen Konfere n z- teilnehm er n zusammenkommen werden um allgemeine Fragen" zu erörtern. ^n engHschen Kon­ferenzkreisen legt man Wert auf dle Feststellung, daß es sich um ausgesprochen informelle Gespräche handle, für die keine Tagesordnung festgeleg wor­den sei. Man hofft in London offensichtlich auf diese Art die Zeit der nutzlosen und ergebnislosen Anfangs, besprechungen beenden zu können. Man setztjedoch wenig Hornungen darauf, daß am Dormerstcig reits die Grundlage für praktische Vorschläge neuer und brauchbarer Art errichtet werden könne Am Mittwochabend wurde zum Ausdruck 9^^ Dieses informelle Zusammentreffen bedeutet nicht, daß wir näbergekommen sind."

Mit der Zusammenkunft vom Donnerstag werde Zum erstenmal arabische und jüdische Vertreter i

er noch darauf hin, daß eine solche Annäherung auf wirtschaftlichem Gebiete vielleicht am besten dazu geeignet sei, ein größeres Verständnis für die gegenseitigen Belange zwischen den beiden Län­dern herbeizuführen. Vertrauen werde nicht in einem Tag geboren. Wenn es einmal gestört worden sei, brauche es Zeit zu seiner Wiederher­stellung. Ein wenig guter Wille auf beiden Seiten zeitige oft wunderbar heilende Wirkungen. Er sehe in die Zukunft mit der großen Hoffnung, sie möge sich als glücklicher erweisen, als die Vergangenheit.

Der Ausbau der deutsch-englischen Wirtschaftsbeziehungen.

würde. Auch in der Frage des Landankaufs be­stehen die Araber bedingungslos auf der einmal eingenommenen Haltung. Der Gedanke einer» öeration mitTransjordanienund S y - r i e n wird im Augenblick von arabischer Seite ab- g e l e h n t als ein Mittel, die jüdische Einwanderung im Rahmen dieses größeren Staates als harmlos erscheinen zu lassen. Ebenso wird von den Arabern die Beschränkung der Juden auf bestimmte Bezirke Palästinas abgelehnt, weil sie die Bildung rein jü­discher oder überwiegend jüdischer Gebiete zu ver­hindern wünschen. ,

In der am Mittwoch stattgefundenen Besprechung der englischen und der arabischen Vertreter soll nun England den Vorschlag gemacht haben, Palästina in drei Gebiete einzuteilen, die eine unterschiedliche Behandlung erfahren sollen. In dem sogenanntenhochentwickelten Teil sollen bezeichnenderweise Landkäufe durch Ju­den weiterhin gestattet sein, während in einem zweiten, weniger entwickelten Teil die Kaufe regu­liert in dem dritten, unentwickelten Gebiet je» doch gänzlich verboten sein sotten Es wird wei­ter angenommen, daß die britische Regierung die Forderung nach sosortiger Unabhängigkeit für Pa- läftirta nicht angenommen hat und als ersten schritt zu der Weiterentwicklung Palästinas eine b e - schränkte Teilnahme am Staatsleben vorgeschlagen hat. Die arabische Forderung nach völliger Einstellung der jüdischen Einwanderung soll abgelehnt und ein Plan für eine Emwande rungsbeschränkung zur Prüfung vorgelegt worden

London, 22. Febr. (Europapreß.) Minister­präsident Chamberlain stellte am Mittwochabend in einer Rede in Blackburn (Lancashire) d i e Rede Adolf Hitlers vom 3 0. Januar als eine der wichtigsten Ursachen für die im englischen Wirt­schaftsleben, insbesondere in der Industrie, einge­tretene Entspannung und Belebung dar. Chamberlain begrüßte in feinen weiteren Ausfüh­rungen den bevorstehenden Besuch des Handels­ministers Oliver Stanley in Berlin und er­klärte:Ich stimme mit den von Adolf Hitler Ende des vergangenen Monats ausgesprochenen Worten überein, in denen er zum Ausdruck brachte, daß vertrauensvolle Zusammenarbeit zwi­schen unseren beiden Volkern der ganzen Welt zum Glück gereichen würde." Wenn Frieden und inter­nationales Vertrauen hergestellt werden könnten, so fuhr Chamberlain fort, werde es auch möglich sein, sich an die Aufgabe einer allgemeinen Ab­rüstung zu machen. Die starken englischen Ru- ftungsausgaben seien zu bedauern, doch trügen sie auf der anderen Seite zu einer Beseitigung von Be­sorgnissen innerhalb des englischen Volkes bei.

Sich innenpolitischen Fragen zuwendend, erklärte der Ministerpräsident im Hinblick auf die arbeits­marktpolitische Lage Englands, es bestehe Hoffnung, daß in der Frage der Arbeitslosigkeit schon bald eine Wendung zum Besseren eintrete. Chamberlain unterstrich diese zuversichtliche Beurteilung der Lage mit den Worten:Falls sich meine Anychten be­wahrheiten. werden mir die Belohnung für unsere Außenpolitik nicht nur m einer friedlicheren internationalen Lage fnben, sondern auch in einer Zuna h rn e derBe - idiäftigung innerhalb unseres Bolkes.

Zum Schluß beschäftigte sich der Redner noch mit dem deutsch-englische n K ohlen a b - kommen und knüpfte daran die Erwartung, daß die Reise des englischen Handelsministers nach Ver­tin ebenfalls gute Früchte tragen würde. Dabei wies

Rom, 21. Februar 1939. I ergänzen das System zur Luft. In Ablikir ist auch

Der Schritt, den der englische Botschafter Lord eine Zentralstelle für den sogenannten Oasendienst. Perth beim Außenminister Graf Ciano we-lZur See bilden fiaifa und Alexandrien die engli- gen der italienischen Truppenverstär-^ schen Stützpunkte des Systems. Im Anschluß an die fungen in Libyen getan hat, lenkt die Auf- bevorstehenden englisch-ägyptischen Manöver soll merksamkeit auf die militärischen Stellungen, welche' ein gemischter Ausschuß einen endgültigen Plan die drei Mächte Frankreich, Italien und England für die Gestaltung des Systems ausarbeiten. Wäh- in Nordafrika bezogen haben. Kommt doch soeben I rend der Hebungen, die am 28. Februar beginnen sollen, werden sämtliche Militärposten längs der

den Eindruck, daß die englische Seite der Zusam- ; menkunft am Donnerstag nicht mit allzugroßen hängigen Hoffnungen entgegensieht.

lehnt, daß angesichts des höheren arabischen Ge­burtenüberschusses damit einer dauernden j ü - ' ' ' ' iroanberung die Tür geöffnet der Frage desöandankaufs be=

London, 22. Febr. (DNB.) Aus Anlaß des erfolgreichen Abschlusses der Besprechungen zwischen der britischen und deutschen Kohlenindustrie hatte

der britischen und deutschen Kohlenindustrie hatte Marine und Konsularbehörden in Schanghai statte- der Verband britischer Kohlenindustrieller zu einem ten dem Vorsitzenden des Stadtrats von Bankett eingeladen. An der Spitze der englischen Schanghai einen Besuch ab und ersuchten ihn, an- Ehrengäste bemerkte man Handelsminister Oliver, gesichts der wiederholten Terrorakteeffektive Stanley, Minister für Heberfeehandel, Hud - Maßnahmen" zu ergreifen. Anschließend be- son , sowie Bergwerksminister Crookshank. suchten die Vertreter der japanischen Marine den Der deutsche Botschafter Dr. von Dirksen be- britischen und den italienischen Flot- tonte in einer Ansprache, er freue sich, daß es ge- tenf ommanbanten und unterrichteten sie lungen sei, einen Meinungsaustausch zwischen her- über den japanischen Schritt beim Stadtrat von Dorragenöen Vertretern der deutschen und britischen Schanghai Der Sprecher des Marineministeriums Regierung über die Möglichkeiten einer Zusam -! in Tokio, Vizeadmiral Kanazawa, erklärte, daß die men arbeit zwischen Deutschland und England Aktivität der chinesischen Terrorristen folgende Ziele auf einer breiteren Grundlage herbeizuführen. Aus > verfolge: Störung der sich über China au br'itenben seinem Deutschlandbesuch werde Handels-1 Friedensbewegung: Verstärkung der Zusammen­minister Stanley Gelegenheit haben, sich mit den ' " c ~ "

Wirtschaftsfragen Großdeutschlands vertraut zu ma­chen. Der Gedankenaustausch mit der Reichsregie­rung und der deutschen Industrie werde eine nutz­bringende Wirkung auf die deutsch-englischen Wirt-

durch ungeheure Sänddünen weiter südlich gegen Hmgehungsmanöver gesichert ist. Sie sollte durch ein System von Strafen mit allen wichtigen Punk- , ten des Nildeltas verbunden werden. Wie weit verstärkt hat. Man spricht in Rom von etwa diese Pläne durchgeführt worden sind, ist unbekannt. 100 000 Mann. Ein Plick auf die Karte genügt, um Die Militärluftfahrthäfen von Heliopolis (Kairo), zu erkennen, daß Italien auf der Hut fein muß, Ismail (Kanalzone) und Abukir (Verteilerstellung) weil es in Libyen zwischen zwei Fronten liegt.