Aus -er Stadi Gießen
raume Zeit in Postziigen auf v-rschiedmen Strecken nur_ Bas umfanenoe und kam schließlich °°r nunmehr etwa 50 Jahren > berücksichtigt werden.
Aus der engeren Heimat
mästet.
6: Landvolk, merk auf! 6.10: Morgengymnastik.
6.30: Frühkonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Köln. 7 bis 7.15: Nachrichten.
Meta Brix
Roman von
CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN
(Nachdruck verboten.)
S. Fortsetzung.
dern würde.
Rundfunkprogramm
Donnerstag, 23. Jlooember.
Der nächste Vortragsabend des Goethe-Bundes, Kaufmännischen Vereins und der angeschlossenen Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wird wiederum ein bedeutsames Vortragsereignis vermitteln: Am nächsten Montag, 27. November, wird in der Neuen Aula der Universität der Letter der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39, Kapitän Ritscher, einen Schmalfilm- und Lichtbildervortrag über den Verlauf und das Ergebnis seiner Expedition im Jahre 1938/39 halten. Die Deutsche Ant- arktische Expedition 1938/39 sollte an die Forschun-
Reichlich verstiegen! fand er.
Sein Vater batte den Entwurf Brehms vor sich und sah das Bild entzückt an. Er legte es auf den Tisch __ eine Handbewegung zu den anderen Herren hin — „Bitte —"
Mit zarten Linien war da ein Park gezeichnet. Die Striche der Wolken, das Laub der Bäume wirkten zart wie Filigran, Jrn Vordergrund eine Steindank, darauf zwischen losen Blumen und Bändern eine eigenartig gesonnte Flasche. Den Blickfang der Zeichnung aber bot die schlanke Frauengestalt im duftigen Spitzenkleid der Biedermeierzeit — dem großen Schutenhut mit weich- fallendem Schleier, von dem sich ein Ende — wie vom Wind verweht — in zärtlichem Spiel über das Gesicht legte. Die schmale Hand streckte sich sehnsüchtig nach der Flasche aus —
Luise sah verzückt auf das liebliche Bild. Aber
Der H. Ehr. Sch., zur Zeit in Untersuchungshaft, hatte sich wegen Betrugs zu verantworten. Der Angeklagte, der geständig war, hatte sich in einem hie. sigen Lokal an Gäste herangemacht und sich Darlehen von etwa 30,— RM. und einen Mantel erschwindelt. In einem Falle hatte er eine goldene Damenuhr als Pfand gegeben, die er aber gestohlen hatte. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamt- gesängnisstrafe von zehn Monaten. Der Angeklagte wurde des Rückfallsbetrugs in drei Fällen schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnis- st rase von zehn Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft, und zu einer Geldstrafe von 150,— RM. verurteilt. Strafmildernd konnte nur das umfassende Geständnis des Angeklagten
h. Schotten, 21. Nov. Zn der hiesigen Turn- Halle fand zum Besten des Winterhilfswerkes ein gut besuchtes M i l i t ä r k o n z er t statt. Eine Regimentskapelle brachte im ersten Teil Streichmusik, gehaltvolle Stücke von Grieg, Lortzing
Deutschland wollte die Parfümerie Heitfeld ihr neues Parfüm „Inkognito" erstmalig auf der In» ternationalen Modenschau, die im Spätsommer am
Zuqendgruppenführerinnen
der NS.-Zr-u-nschaft des fireifes wetterau.
Am vorigen Sonntag fand im Hotel Hindenburg eine Tagung der Iugendgruppenleitermnen des Kreises Wetterau statt. Nach Darlegungen der wieder neu anfallenden Arbeiten durch die Leiterin der Iugendgruppe des Kreises, Frl. Rosen- schon, wurde kurz die derzeitige außenpolitische Lage besprochen. Darauf erfolgte eine sehr ergiebige aufklärende Aussprache, an der sich alle jungen Frauen und Mädchen beteiligten. Mit neuen Richtlinien wurden die Führerinnen entlassen.^
Briefe schlagen die Brücke zur Front.
in "nÄ und Sanner ” im -weiten Teil M-musik. di-
l austaufd) mit alleinstehenden Soldaten der Front Migiwn-Ouvertur-, Walzer non Strauß, Marsche
♦* Ein Achtzigjähriger. Arn morgigen Donnerstag kann der Oberpostsekretär i. R. Karl Sehrt, Hofmannstraße 7, in aller geistigen und körperlichen Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Er war während seiner Dienstzeit bei verschiedenen Postämtern hn Reich tätig, u. a. in Westerburg, in Frankfurt am Main und in Konstanz, führ geraume Zeit in Postzügen auf verschiedenen Strecken
scher wie in der portugiesischen Sprache haben müssen."
Wie lebhaft sie sich für das Geschäft einsetzt, dachte l der Doktor. Er sagte: „Gut, Frau Domkat — jje* . nehmigen wir Ihren Vorschlag. »Inkognito* also.
NSG. Vor einigen Tagen erschien in allen Zeitungen des Gaues Hessen-Nassau eine Notiz, in der die Gaufrauenschaftsleitung die Anschriften alleinstehender Soldaten suchte, um chnen einen Menschen in der Heimat zu vermitteln, der bereit wäre, durch Briefe und Päckchen gelegentlich eine Freude zu machen. Der Erfolg dieser Notiz war schon am kommenden Tage spürbar. Tausende von Anfragen und Bitten sind bereits eingelaufen.
Um den Sinn der Aktion noch einmal heraus- zustellen, sei folgendes bemerkt: Das Angebot der Frauenschaft ist in seiner Auswirkung keinesfalls als Eheanbahnungsinstitut aufzufassen. Es soll durch den Briefwechsel keineswegs gleich die paffende Gefährtin für das künftige Leben festgelegt sein, sondern jede deutsche Frau stellt sich zur Der- ... . • ft x — fzxam rnzvS«
Beim lleberholen tödlich verunglückt I ♦ Lumda (Kreis Gießen), 22. November. Aus der Landstraße B el te r sh a i n — G e i l s -, Haufen in der Nähe von Lumda ereignete sich am gestrigen Dienstagnachmittag ein schwerer Verkehrsunsall, bei dem leider ein junger Mann den Tod fand. Ein Kraftrad mit Beiwagen, dessen Lenker ein Fuhrwerk unvorschrists- mähig überholte, raste dabei so heftig gegen einen Baum, daß der im Beiwagen sitzende Mitfahrer auf der Stelle getötet wurde. Der Lenker des Kraftrades kam mit unerheblichen Der-
Nun galt es, die Herstellung zu beschleunigen. Die Grundlage stand fest. Man würde den neuen Duft in Parfüm, Puder, Gesichtswasser — vielleicht später auch in Cremes und Seifen liefern. In
Luise hatte wirklich nicht die Spur der Erinnerung an den Mann, dem sie damals nach jenem für sie sehr bedeutsamen Gespräch mit Jäckel so -stürmisch in die Arme gelaufen war. Sie hatte wirklich wichtigere Dinge im Kopf gehabt.
Jetzt war sie über die knappe, fast unfreundliche Art des bisher unbekannten jungen Chefs beftem- det. Schade! dachte auch sie. Aber sie dachte es m anderem Sinne als Waldemar Heitfeld. Das Zusammenarbeiten mit dem alten Herrn Heitfeld hatte sich sehr gut gestaltet. Es wäre sehr bedauerlich,
“ " |u.bergt Die einheimische Sängerin Hedwig Ulrich sang mit ihrer ansprechenden Stimme meh. , rere Lieder aus Carmen u. a. Reicher Beifall — (Seils- f0[gte den Darbietungen. — Der Zweigverein Schotten d e s V H C. hielt einM gut besuchten Familienabend ab, bei dem Studienrat Dr. Flohr einen interessanten Lichtbildervprtrag mit Farben- photographien aus unserer Heimat hielt. — An das hiesige Feldbereinigungsamt wurde Dermessungsrat E i ch versetzt. — Auch in unserer Stadt wurde schon vor einem Jahr ein Erna h • rungshilfswerk eingerichtet. In der Schwei, nemaftanstalt werden ständig ca. 40 Schweine ge
rn treten unb ihnen bamit eine Freude zu machen. Die Gaufrauenschaftsleitung lucht selbstverständlich alle Wünsche zu erfüllen. Sie hofft dabe, auf die Mitarbeit aller jungen Mädel und Frauen. Anschrift: Gaufrauenschaftsleitung, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 25.
Landsmannschaftliches Treffen in Gießen.
Im Hotel Kobel in Gießen versammelten sich am Samstagabend unter der Leitung des Generaloer- treters Karl Walther zahlreiche Gelnhäuser und Kinzigtaler, um gemeinsam einige Stunden der Helmatpflege zu verleben und Jugenderinnerungen auszutauschen. Es war eine stattliche Anzahl von Heimatfreunden, die sich dort zusammengefunden hatte, es fehlte aber doch noch mancher Landsmann, der als Teilnehmer an dem schönen Abend erwartet worden war, und den man bei der nächsten landsmannschaftlichen Veranstaltung bestimmt anzutreffen hofft. Kamerad Walther eröffnete den Abend mit launigen Worten und mit herzlichem Gruß an die ßanbs- (eute; er gedachte der Verstorbenen und vergaß auch nicht,' in dieser Stunde an jene Volksgenossen zu erinnern, die im feldgrauen Rock für unseres Vaterlandes Schutz und Wehr anstrengenden Dienst leisten. Im Verlaufe des Abends, der gute Unterhaltung brachte, erzählte u. a. Fabrikant Kreute r fesselnd aus der Jugendzeit, ferner sprach er über ,me Herstellung der ersten Glühlampen, die zuerst in Gelnhausen geschaffen wurden. Weitere frohgestimmte Unterhaltung hielt die Landsleute noch längere Zett beieinander und ließ den Wunsch wach werden bald wieder in so vortrefflicher kameradschaftlicher Art zusammenzukommen zur Stärkung der Heimatliebe und zur Pflege des Heimatgedankens.
Kaiserdamm stattfand, Herausstellen.
Warnke, der Chef der Propaganda, nahm Beppo Brehm mit in seine Abteilung hinüber. Man hatte da noch viel zu besprechen.
Als sich der Zeichner von Waldemar Heitfeld verabschiedete, fragte er mit liebenswürdiger Neu» gier: „Und das Rezept von so einem duftigen .Inkognito* — von Ihren Erzeugnissen überhaupt — ist wohl strengstes Fabrikationsgeheimnis?"
„Selbstverständlich, Herr Brehm!"
Ein paar Tage später, als Luise bei Doktor Mainz im Laboratorium zu tun hatte, fiel ihr wieder diese Frage und die knappe Antwort des Doktors ein. Sie fragte den Chemiker: war es au Grund einer modernen Analyse tatsächlich nicht möglich, die Bestandteile eines Parfüms festzu« stellen und diese nachzumachen?
Der schlanke Chemiker antwortete nicht gleich- Ein forschender Blick ging zu der Fragenden. Dann sagte er: „Ja, Frau Domkat, versuchen wird man natürlich immer, hinter so ein Geheimnis zu kam« men, und man wird auch Nachahmungen Herstellen Dazu muß man sich aber über die Grundstoffe iw klaren fein, muß man diese Grundstoffe kennen! Und das soll mitunter schwierig sein. Heitfelds be> finden sich im Besitz ausgezeichneter alter Familien« rezepte. Alter Rezepte, die den modernen Chemiker oft in Verwirrung bringen, die aber auf einer gründlichen Erfahrung beruhen. Sie wissen ja, die Firma Heitfeld besteht über hundert Jahre.
so befinden sich in ihrem Geheimarchiv Rezepte, die schon aus dem 18. Jahrhundert stammen. Wir haben Parfüms, die sich seit der Gründung des schäfts — um etiö-a 1760 etwa — immer gleich geblieben sind."
„Und die eben den Weltruf der Firma begrün- beten!" sagte Luise.
„Ja", erwiderte der Chemiker. Es klang kurz- Gleich daraus ging er zu einem anderen Gespräch üoer.
(Fortsetzung folgt.)
letzungen davon.
Heimatdichter Naumann 83 Lahre alt.
LPD. Marburg, 21.Nov. Der weit über die Grenzen seiner hessischen Heimat bekannte Heimat- schriststeller und Dichter Bauer Heinrich Nau- mann in Nanzhausen beging am Montag m guter Gesundheit feinen 8 3. Geburtstag.
Eine Hundertjährige gestorben.
LPD. Lindenfels (Odenwald), 21.Nov. Frau Elisabeth Land rock, die im September ihren 10 0. Geburtstag begehen konnte, ist jetzt g e - st o r b e n. Sie stammte aus Gernsheim am Rhein.
Kreis Büdingen.
Er trat einen Schritt vor und sagte lebhaft: „Aber Sie sind ja —"
Luise stand in schöner freier Haltung und wußte sogleich, wen sie vor sich hatte. Die Aehnlichkeit Doktor Heitfelds mit seinem Vater war unverkennbar.
Sie sagte: ,Zch bin die Sekretärin Ihres Herrn Vaters, Herr Doktor Heitfeld ..." z/
Waldemar nickte: „Frau Domkat ... ich weih. Er reichte der jungen Frau die Hand.
Hier also fand er die Unbekannte wieder, die chm damals auf der Kärnter Straße in die Arme (gelaufen und deren Bild ihm immer gegenwärtig geblieben war.
Frau Domkat ... Sekretärin seines Vaters ... ehemals Filmschauspielerin ... eine geschiedene Frau ... r ,
Schade. Jetzt lag ein Schatten auf einer schönen Erinnerung. .
Frau Domkat schien sich der Begegnung in Wien jedenfalls nicht zu erinnern. Es war gut so. Er wollte nicht daran rühren.
Er legte Hut und Mantel ab und wandte sich wieder zur Tür. Don da her sagte er flüchtig: „Mein Vater ist noch zum Neubau hinüber, Frau Domkat. Ich gehe zu Herrn Doktor Mainz, wenn irgendetwas sein sollte/
„Jawohl, Herr Doktor Heitfeld"
Ein paar Tage später war im Chefbüro eine Besprechung in Sachen des neuen Duststoffes am gesetzt. Die Angelegenheit wurde streng vertraulich behandelt. Außer den beiden Heitfelds war Doktor Mainz anwesend. Herr Warnte, der Leiter der Pro- paganda-Abteilung, Beppo Brchm, der die Entwürfe für das Reklamematerial mitbrachte, und Frau Domtat. , . .
Brehm hatte neben anderen Arbeiten auch schon einen Entwurf für die Werbung des neuen Duft- stoffes mit. Doktor Heitfeld, dem sehr daran lag, diese Neuheit seipes Hauses schnell herauszubringen, hatte an Beppd Brehm Dustproben geschickt. Und er hatte ihm auch — um dem Zeichner noch eine Anregung zu geben — sein Erlebnis mit der alten serbischen Liebeszauber-Herstellerin an der dalmatinischen Küste erzählt.
Brehm hielt das Blatt mit seinem Entwurf be- hutsam, fast liebevoll in der Hand. Es war eigentlich gar kein Entwurf, sondern schon ein fertig ausgeführtes Md. Er sah, während er nun sprach, mehr Luise an als die männliche Versammlung. Vielleicht dachte er, eine Frau müßte sein Werk am besten verstehen.
Er sagte: „Ich hab' gemeint, man mußf für Herrn Doktor Heitfelds Liebeszauber so werben, daß sich schlanke, blasse Hände nach ihm ausstrecken. Aber die Sehnsüchtige will sich nicht erkennen lassen. Ein Schleier legt sich über das süße Gesicht ... die Augen, den Mund ... ein wehender Schleier, der den Reiz der zarten Frauengestalt noch erhöht ..."
Doktor Heitfeld schob die Augenbrauen hoch.
gen von Drygalski und Filchner anknupsen, darüber hinaus dem 1936/37 wieder aufgenommenen beut- chen Walfang Grunblagen für eine durch Ansprüche anderer Staaten unbeschränkte Betätigung schaf en. Die wissenschaftlichen und wirtschaftspolitischen Aus- gaben wurden im größten Ausmaß gelöst. Ueber 11000 von ihr heimgebrachte Luftbilder schufen die Unterlagen für eine Landkarte des 600 000 Quadratkilometer großen erkundeten Gebietes, und die Erkenntnisse von der Morphologie und der Ozeanographie, Meteorologie, Biologie und Geophysik Die- fer Gegend der Antarktis wurden wesentlich erweitert. Die Expedition kehrte nach nur 117tägiger Gesamtreisedauer ohne den geringsten Unfall am 12. April 1939 nach Deutschland zurück.
NS.-Hrauenschast, Gießen.
Der Gemeinschaftsabend der N S.- F r a u e n - schäft Mitte findet am nächsten Freitag, 24. November, 20 Uhr im Cas6 Ebel (Burghof) ftatt Auszeichnung für Tapferkeit
vor dem Feinde.
Für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde, bewiesen beim Westwall-Einsatz, wurden folgende Auszeichnungen verliehen:
Die Spange zum Eisernen Kreuz des Weltkrieges II. Klaffe: Oberft Herrlein, Major Zeltmann.
Das Eiserne Kreuz II. Klasse: Oblt. Deppe, Lt. Schudt, Stabsfeldwebel Balser, Uffz. Grüner, Oblt. E g g e I i n g, Oberfeldwebel Link, Fahnenjunker-Uffz. Funk, Uffz. Feld.
Von der Universität Gießen.
Der Lehrstuhl für medizinische Strahlenkunde in der Medizinischen Fakultät der Universttät Marburg wurde dem in Altona beheimateten außerordentlichen Professor Dr. med. Rens d u Mes- nil de Rochemont, der bisher in Gießen tätig mar, übertragen. Der Gelehrte, der jetzt im 39. Lebensjahr steht, hatte ursprünglich Theologie und Rechtswissenschaft studiert. Dann wandte er sich der Medizin zu und ist in der Folge mit zahlreichen Arbeiten aus den Gebieten der Sinnesphysiologie, der Neurologie, der Pharmakologie, der Röntgentechnik, der Röntgendiagnostik und der Lichttherapie hervorgetreten.
Tagung der
Er reichte dem Reklamezeichner die Hand: „Wir danken Ihnen, Herr Brehm!" Er sah seinen Vater an: „Du meinst doch wohl auch, daß wir uns für diesen ersten Entwurf entscheiden sollen?"
Matthias Heitfeld nickte: „Wenn man den Eindruck, den ein schönes Bild ober der Klang einer Melodie machen, dem des Geruches gleichfetzt, so möchte ich diese ganz ausgezeichnet gelungene Werbezeichnung die Ouvertüre zu deiner neuen Duftkomposition nennen!" .
Brehm freute sich. Er war sich übrigens bewußt, daß ihm oieses Bild gut geglückt mar.
Nun fragte er: „Und wie soll das neue Parfum heißen, Herr Doktor?"
Sie hatten wohl schon alle über einen Namen nachgedacht, aber/ alle bisher gefundenen immer wieder verworfen. Es war nicht ganz einfach ...
Luise hatte die Skizze noch einmal in die Hand genommen. Ihr Blick lag nachdenklich auf dem Blatt. Wundervoll war dabei die schlanke Linie ihres Halses und der sanft abfallenben Schultern. Die schöne Farbe des kastanienbraunen Haares hob sich herrlich von dem matten Grün des Kleides ab.
Waldemar Heitfeld fand, es lag etwas Reines und Edles in der leicht geneigten Haltung der jungen Frau. Zugleich ab er-auch eine abwehrende Kühle.
Jetzt hob sie den Kopf.
Das Nachdenken stand deutlich in ihren Augen. Sie tippte auf das Bild und sagte: „Nennen Sie das Parfüm doch .Inkognitos Herr Doktor."
„Nicht schlecht", meinte Doktor Mainz.
„Ausgezeichnet!" fand Beppo Brehm. Inkognito. Das deckte sich durchaus mit feiner Auffassung — mit der Verschleierung seiner Schönen.
Inkognito — unerkannt—, dachte Doktor Heitfeld. Seine Augen hingen noch immer an der Gestalt, an dem Gesicht der Frau. Wer und was war sie eigentlich? Was sein Vater über sie wußte, war wenig. Ihm war die junge Frau einfach sympa- thisch, unb sie hatte sich ja auch überraschenb schnell eingearbeitet. „
„Nun — was meinst du?" fragte Matthias Heitfeld ben Sohn.
Walbemar Heitfeld sah auf. Verrückt, dachte er. Was habe ich an der Frau herumzurätseln?
Er sagte: „Eigentlich wäre mir ein klarer, beut- ■ scher Name lieber!"
j Nun aber würbe Luise Domkat lebhaft. Nicht, daß sie unbedingt ben von ihr vorgeschlagenen Namen oerteibigen wollte. Aber sie gab zu bedenken, • daß man bas Werbematerial in ben verschiebenen
Sprachen anfertigen mußte. War da ein internatio- ! naler Name nicht der gegebene? „Für Sübamerika werden wir- das Werbematerial sowohl in spani-
Tausend bunte Fäden. j
Die kleinen Mäbchen der mittleren Schulklassen s sind voll Freude, auch etwas für unsere Soldaten, c die draußen die Wacht am Westwall halten, tun zu . dürfen. Sie sammeln bunte Wollreste, und man sieht । es ihren strahlenden Gesichtern an, mit welcher Be- geifterung sie dabei sind. Sie sollen ja die Woll- decken, für die sie kleine, nicht mehr verwendbare Knäuel ober auch nur Fäden erbitten, selbst stricken, gebe wird ein buntes Mosaik aus lauter kleinen 1 verschiedenfarbigen Quadraten werden. Wer mochte da nicht am liebsten mitarbeiten?
Farben, ein Malkasten, Buntstifte, welches Ent- zücken, welch köstlichen Zeitvertreib verdankt ihnen unsere Kindheit! Mädchen bekamen auch von der Mutter bunte Läppchen unb Wolle, damit sie ihre Puppen farbenprächtig ausstaffieren konnten. Da würbe zum erstenmal der Sinn für Farbenzusammenstellungen geweckt. Da regte sich bas Gefühl sur ein passenbes ober nicht paffenbes Nebeneinander, für Akkorbe ober Dissonanzen. Und mit ben Mädchen in edlem Wetteifer strickten die Knaben auf einer Garnspule an vier eingehauenen Nägeln bunte Schnüre. In ben späteren Schuljahren wurde Die Zeichenstunde erst schön empfunden, als das Malen mit bunten Farben begann.
Es wäre ein Vergnügen, den kleinen Strickerinnen der winterlichen Soldatendecken zufchauen zu können. Wie sie mit glühenden Wangen geschäftig die Nadeln führen unb ab unb zu verstohlen zu der Nachbarin hinüberschielen unb heimlich vergleichen. Wie sie, sobalb ein Quadrat vollendet ist, m ben bunten Fäben wühlen unb bie herausgezupften an bas fertige Stück halten. Wie wählerisch sie immer roieber einen beiseitelegen, bis sie sich enblich für einen harmonischen Ton entschieden haben. Und jedes fertige Quadrat steigert die Buntheit und damit die Freude an der Weiterarbeit. Der Tag der völligen Vollendung aber ist ein Fest für die kleinen Stricke- rinnen, auch wenn keine allein eine Decke ausfuhrte, sondern viele daran mitgeholfen haben.
Es wird auch ein Fest für bie Solbaten geben, wenn bie prächtigen bunten Schlafwärmer aus Der Heimat ankommen. Ihre Augen werben sich an ben frischen Farben wie an einer bunten Blumenwiese tbeiben unb entzücken. Unb sie werben bantbar der kleinen Hänbe gebenden, bie sie mit bietet Liebesgabe überraschten. Unter tausend bunten Fäben werben sie von ber Heimat träumen, wie diese mit all ihren Gedanken bei ihren Hütern und Wächtern ist. Aus tausend bunten Fäden ist das Band geknüpft, das beide untrennbar verbindet. "
Vornotizen
Tageskalender für Mittwoch.
Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr: „Das Wintermärchen". — Gloria-Palast (Seltersweg): „kremiere ber Butterfly". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Reise nach Tilsit".
Stadihealer Gießen.
Arn heutigen Mittwoch kommt „Das Winter- märchen", Tragikomöbie von Shakespeare, in ber Übersetzung von Hedwig Schwarz unb mit Der Musik von Hermann Zilcher zur letzten Aufführung. .Spielleitung: Dr. Hannes Razum, Musika- lische Leitung: Richarb Boeck. Dühnenbilb: Karl Löffler. Die Vorstellung finbet als 8. Vorstellung ber Mittwoch-Miete statt.
Der Letter ber Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39, Kapitän Ritscher, spricht in Gießen.
nach Gießen. Seine militärische Dienstzeit verbracht« er beim Infanterie-Regiment 116. Wahrend Des Weltkrieges machte er sich um die Orgamsatton der Feldpost verdient. Ueber seine berufliche Tätigkeit hinaus widmete er sich aber auch einigen öffentlichen Aufgaben. Er ist langjähriger Sanger, artm- tete im Theaterbauverein mit und ist eifriger Ka- rnerad in der Vereinigung ehemaliger 116er.
itimtsaerubt Gieke
Der A. E., ohne festen Wohnsitz, war des Bettelns und der Landstreicherei beschuldigt. Der Angeklagte ist ganz erheblich und besonders einschlägig vorbestraft. Mit Rücksicht auf die erheblichen Vorstrafen beantragte ber Anklagevertreter eine Haftstrafe von sechs Wochen und Einweisung in bas Arbeitshaus, und er führte im weiteren aus, bas Arbeitshaus, m dem ber Angeklagte schon zweimal untergebracht war, habe nicht den geringsten Embruck auf ihn gemacht. Es gehe nicht an, auf Kosten ber -Volksgemeinschaft sein Leben zu fristen. Dem Angeklag. ten könne auch nicht bie Untersuchungsh-aft anje rechnet werben, da er hartnäckig leugne. Der Angeklagte würbe zu einer Haftstrafe von s e ch s Wochen verurteilt. Weiterhin wurde seine E:n- Weisung in das Arbeitshaus angeordnet. Die , UntersuchHigshaft mit 31 Tagen wurde, entgegen dem Antrag des Anklagevertreters, angerechnet, Damit, wie das Gericht in der Urteilsbegründung ausführte, ber Angeklagte so schnell als irgend möglich in das Arbeitshaus kommt.
wenn sich^Vm“«Ar Balbimar W» ,i° sprach ihre Freude nicht aus. Sie wollte weder diese lehrreich- Arb-i.-gew-inschust ir«°nömie an- be«en^och^°°^r°tf°n.
traf in ben ber braunen Augen.
8: Gymnastik. 8.20 bis 9.30: Gefälligkeitssendung. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenbers Saarbrücken. 9.10: Was mir Frauen heute wissen müssen. 9.30: Schulfunk (Mittel- unb Oberstufe). „Weihnachtliche Vorbereitungen". 10: Frohe Weisen. 11: Blasmusik. 12: Stabt und Lanb — Hanb in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Es spielt bas große Orchester des Reichssenders Hamburg. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 16: Lachen ist gesund. Zwei bunte Stunden. Bücher für unsere Soldaten. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Be- richte vom Landesernährungsamt. 18.15: Zum Feierabend. Es spielt bas kleine Orchester des Reichssenders Berlin. 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten.


