Ausgabe 
22.11.1939
 
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irr. 274 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch. 22. November 1959

Aus dem Reiche der Krau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

selbst, die grüne für Erich, die blaue für Sufi

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aus warmen Stof-

Zwei tägliche Kleider

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Auf dem Tisch stcht ein brauner Braten mit fettglänzender Kruste und zartem hühnerähnlichem Fleisch, und die Hausfrau, die ihn anschneidet, lacht stolz:Eigene Zucht!" Ja, wer's auch so hätte, denkt sich mancher. Die Aufzucht eines Tieres, dessen nährstoffreiches Fleisch mehr Fett enthüll als etwa fettes Hühnerfleisch oder mageres Kalb- und Rindfleisch, darf uns heute denn auch nicht mehr gleichgültig sein. Das Kaninchen ist ein wertvolles Volksgut.

Mit dem wilden Kaninchenü und seiner unge­heueren Vermehrungsfähigkeit die Nachkommen­schaft eines einzigen Pärchens kann in fünf bis sechs Jahren auf eine Million anwachsen ver­bindet sich in manchen Ländern allerdings der Be­griff einer wahrhaft katastrophalen Verheerung, wie in Australien, wo die wilden Kaninchen zu einer furchtbaren Landplage geworden sind. Doch um wilde Kaninchen ist es uns auch nicht zu tun, sondern vielmehr um die fetten, fleischigen kleinen Stallhasen, die so anspruchslos sind und ,eden Handgriff, den man ihnen widmet, so reichlich

Kragen aus weißem Pikee und die Knöpfe sind aus Stoff.

Aus blaugrauem, weichem Wollstoff ist das jugendliche Kleid (rechts) mit der Schul­te r p a s s e und dem glockigen Sattelrock. Kurze, etwas aufspringende Ausnäher zieren Rock- und Blusenteil und schmale Blenden aus weißem Pikse Hals- und Aermelab- fchlüsse. Der Gürtel ist aus schwarzem Lack.

diese Weise erhalten bleiben. Diese vielen Vorzüge der Magermilch werden sie sicher bald zu einem unentbehrlichen zeitgemäßen Nahrungsmittel in der Küche jeder deutschen Hausfrau machen.

Elly Knauth.

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fen zeigt unsere Modezeichnung oben.

Das Kleid links mit starkglockigem Rock und den weiten Aermeln ist aus maisfarbe­nem, festem Wollstoff. Den durchgehenden Dordernähten find die Schulterteile angeschnit­ten und die Taschen eingearbeitet. Der schmale Gürtel ist aus braunem Leder, der

gegen in Magermilch gedünstet, wobei die Haus­frau oberdrein weniger Fett zuzufetzen braucht, zeigen die Gemüse einen viel milderen Geschmack und bessere Bekömmlichkeit, well durch den bedeu­tenden Kalkgehalt der Magermilch die Mineral- alze des Gemüses gebunden werden und auf

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Die zahmen Kaninchen, die uns das feine Fleisch liefern sind eine Abart des wilden Kaninchens, das einst aus Südeuropa bei uns elngefuhrt wurde. Auch die alten Römer schätzten das Kanin­chenfleisch als Leckerbissen. Diese Vorliebe der rö­mischen Feinschmecker rief damals schon eine Ka­ninchenzucht ins Leben, wobei die kur die Tafel bestimmten Tiere in eigenen Behältern gemästet wurden. In Deutschland blieb die Kaninchenzucht jedoch ziemlich lang ein Stiefkind der Volkswir ­schaft, und während in den Niederlanden 'N .Bel­chen und Frankreich das Kaninchenfleisch langst zum unentbehrlichen Nahrungsmittel geworden mar, nahm bei uns die Zahl der Züchter nur langsam zu. Allerdings empfahl bereits Friedrich der Große die Züchtung von Kaninchen, aber hauptsächlich wegen ihrer Wolle, deren Verspinnung er anzuregen versuchte. _ f

Das wohlschmeckende Fleisch, der weiche Pelz oder wie beim Angorakaninchen die ferne Wolle, machen das Kaninchen tatsächlich zu einem Nutz- tier, das im Vergleich zu dem, was seine Haltung erfordert, fast einzig dastehh An 'der Universität Halle wurden Angorakaninchen gezüchtet, die im Jahr 300 Gramm feinster Wolle liefern, tue ebenso- aut als Mischteil zu warmen Stossen als auch un- vermischt zu Strickwaren verarbeitet werden kann.

Keine Hasen... gute Hasen

L on M. A. v. Lütgen dorff.

Als Pelztiere spielen die Kaninchen heutzutage ja einfach eine verblüffend große Rolle. Im Jahr 1924 kamen zweieinhalb Millionen Zucht­kaninchenfelle auf den deutschen Pelzmarkt, doch diese Zahl hat sich seither wesentlich erhöht, da der Bedarf an nicht teuerem, aber schönem Pelzwerk ja überall zugenommen hat und immer noch zunimmt. Damals entstanden durch Kunst­kniffe in der Zucht auch die Kaninchen, deren Fell schwarze Streifen, Kreise oder Quadrate aufwies. Allein solche Späße sind heute sinnlos geworden. Im Rahmen des Vierjahresplanes liegt es nicht, Hunderte von neuen Raffen zu züchten, sondern lieber den Nutzwert der brauchbarsten vor­handenen Wirtschaftsrassen in jeder Hinsicht z u steigern. Deshalb stehen auch die Angora- Kaninchen immer noch so ziemlich an erster Stelle unter ihren Artgenossen, weil sie den kost­baren Wollpelz liefern. Die echten Angorahasen ge­langten übrigens erst zu Ende der siebziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts nach Deutschland und waren das, was man damalsS e i d e n h a s e n" nannte.

Schon im 18. Jahrhundert war das aus den wilden Rassen herausgezüchtete Kaninchen in Deutschland, wenn auch immer noch vereinzelt, ein beliebtes Fleischtier deskleinen Mannes". Heute sind wir so weit, daß die Kaninchen im deutschen Wirtschaftsleben mit einem Jahresumsatz non 121 Millionen Reichsmark vertreten sind. Ganz abgesehen von Pelz und Wolle, ist das Kaninchen wirklich auch ein Fleischtier, das sich sehen lassen kann. In Bayern ergab eine statistische Berechnung aus dem Jahr 1937, daß sich eine Züchterfamilie durchschnittlich mit fast 4.0 Pfund Fleisch im Jahr versorgen konnte, wozu natürlich noch der Verkaufswert der Felle kommt. Daß Kaninchen­fleisch nahrhaft ist, wurde bereits erwähnt. Es ist fettreich, sein Wassergehalt ist weit geringer als der von Rind- und Kalbfleisch und zugleich ist es reich an Eiweiß. Durch die Verarbeitung zu Wurst, zu der es sich auch gut eignet, wird der Nähr­stoffgehalt allerdings vermindert, doch im Ge­schmack unterscheidet sich die Kamnchenwurft von der gewöhnlichen Fleischwurst so gut wie gar nicht.

Wenn erst der knusprige Braten auf dem Tisch steht und das Geld für Wolle und Fell im Geld­beutel liegt, wird sicherlich keinem das bißchen Muhe leid sein, das er auf die Zucht der kleinen , Stallhasen verwendete.

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Wickelklöße. Kilo gekochte, geriebene Kar­toffeln, 250 Gramm Mehl oder Kartoffelmehl, etwas Wasser, 50 Gramm Fett, Stoßbrot. Die ge» riebenen Kartoffeln werden mit Wasser, Mehl und Salz gemischt. Der Teig wird ausgerollt. Stoßbrot wird in dem Fett gebräunt und über den Teig gestreut. Dann schneidet man 5 bis 6 cm breite und etwa 20 cm lange Streifen, rollt sie zusammen und bäckt sie auf dem Blech hellbraun.

Rote Apfelspeise. 1 Kilo Aepfel werden gewaschen und in Stücke geschnitten, mit wenig Wasser weichgekocht und durch ein Sieb gestrichen. Den Brei schmeckt man mit Zucker und Zitronen» sckst ab, gibt 4 bis 6 Blatt eingeweichte und in wenig Wasser aufgelöste Gelatine (halb rot halb weiß) dazu. Das Mus füllt man in eine mit kaltem Wasser ausgespülte Form, stellt sie kalt und stützt sie vor dem Anrichten. Man reicht gesüßte MUch dazu.

Waldorfsalat. 4 rohe Aepfel, 2 Sellerie» knollen, 4 bis 5 Kartoffeln, 2 Gurken. Die rohen Aepfel und Gurken, die gargebämpften Sellerie» knollen und Pellkartoffeln werden in Würfel ge­schnitten und mit einer Salattunke angemacht. Kurze Zeit gut ziehen lassen.

Kartoffelnudeln. Man mischt aus IVs Kilo gekochten und geriebenen Kartoffeln, 150 Gramm Mehl, 2 Teelöffel Milei und etwas Gewürz einen glatten Teig, formt kleine fingerlange Röllchen da­von und läßt sie in Salzwasser garziehen.

Krautklöße. 250 Gramm grob gehackter Weiß- kohl wird gedämpft, gut aus ged rückt und mit 250 Gramm gekochten, geriebenen Kartoffeln, Salz, etwas Mehl gemischt zu Klößen geformt und in Salzwasser garziehen lassen

Makkaronisalat. 250 Gramm Makkaroni werden in kleine Stückchen gebrochen und in sie­dendem Salzwasser gargekocht. Dann schüttet man sie zum Ablaufen auf ein Sieb und übergießt sie mit kaltem Wasser. Man stellt nun eine dicke Helle Mehlschwitze her, füllt sie mit saurer Milch auf und schmeckt die Tunke wie Mayonnaise ab, gießt sie über die Makkaroni und läßt sie einige Zeit gut durchziehen.

Quargfartoffelauflauf./* Kilo in Scheiben geschnittene Pellkartoffeln werden mit 250 Gramm Quarg. der mit Milch, feingewiegten Kräutern, Salz und etwas in Würfel geschnittenem Speck verrührt ist, gemischt. Die Masse wird in eine gut gefettete 21 uflaufform gegeben und im Back­ofen gebacken.

Gemüseragout:

Aus Fett, Mehl und Wasser oder Gemüsebruhe stellt man eine Helle Tunke her, kocht darin 250 Gramm in Würfel geschnittene Aepfel weich, gibt 500 Gramm Kartoffel und 2 mittelgroße Rote- rüben beides gekocht und in Würfel geschnitten in kleingeschnittenen Gurken ab.

die Tunke, schmeckt mit Salz, Kapern. Essig und

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lstd die rosafarbene für Bübchen. * Grundsätzlich weiß Frau Meyer, baff- Bübchen irrt seiner Karte von 70 Punkten vorerst am mei-' n brauchen wird. Susi hatte seinerzeit Erichs ndersachen aufgetragen und so braucht Bübchen dlerlei Neues. Aber mit Hilfe von einigen Aende- r.ngen wird es schon reichen Susi, die nun ins Achsen zu kommen scheint, könnte einiges von

\ nch erben, vor allem den Trainingsanzug, der ein st ausgezeichneter Trost in zahlreichen Kleid erfragen mb von geradezu lederartiger Beschaffenheit ist. ik-waschen, auf gefärbt und umgearbeitet ist er eine ffcfse Hilfe. Unter den langen Hosen können die Trümpfe dann auch ruhig gestopft und geflickt sein, o!ne daß das kleine Mädel sich deshalb beeinträch- tist zu fühlen braucht. Aus Jacke, Hofe und Weste von lftichs vorjährigem Anzug, der ihm so schnell zu «ig wurde, kann Susi noch ein Röckchen mit Klet- irroefte bekommen. Erich selbst aber muß verschie­dene neue Sachen haben. Neu das heißt zum oivßen Teil natürlich auch nur umgearbeitet. Frau Heyers weiter Slipon, den sie iyi Frühjahr durch eien Gabardinemantel ersetzte, wird vollauf zu dem benötigten Wintermantel reichen. Auch ein Schul- <rzug muß sich noch aus altem arbeiten lassen is.n, man könnte Erichs Sommeranzug füttern und |cnn ist er zusammen mit dem Vullover warm jnug. Sie, Frau Meyer selbst sie zuckt nur die Ich sein. Sie kommt recht gut so durch, ebenso ihr Kann, der nur zwei neue Zeichenkittel braucht, die ft aber als Berufskleidung frei im Einkauf sind. Limit wäre vorläufig die Kleiderkarte geschont. Jifür wird sie im Frühjahr und Sommer mehr be= «sprucht werden müssen, denn Sommerkleidung Wtzt sich bekanntlich recht schnell ab. Und auch für den isichsten Herbst muß noch etwas übrig bleiben, denn et gibt ja erst am 1. November neue Karten ... «Frau Meyer wird auch für den nächsten Herbst »rüstet sein, und sie kann sogar daran denken, ein por von ihren zahlreichen Nachthemden der Cou- lie zu geben, die so knapp mit Wäsche ist, daß sie ireits davon fantasierte, ein paar ihrer verhältnis- Niißig zahlreichen Tischtücher zu zerschneiden. Da finnte man tauschen ... Eva Leufer.

Ganz die Mtter..

Wer hat nicht schon solcherlei Betrachtungen anstellend an der Wiege eines Neugeborenen ge­standen und die glücklichen Eltern in Zufriedenheit erstrahlen sehen?Siehst du", scheinen die Blicke des einen Elternteils zu sagen undNun also! die des andern. Und es konnte fein Zweifel dar­über aufkommen, daß zwei Menschen davon über­zeugt waren, hier in ihrem Kinde alle schönen und edlen Kräfte ihres Wesens zu einer wundervollen Einheit gebracht zu haben. Bis dann eines nicht sehr fernen Tages auch ihr Liebling Eigenschaften offenbart, die sie nur zu gut kennen. Ober auch es machen sich Charakterfehler bemerkbar, über die sie geradezu darum heftig erschrecken, weil sie in dieser Form fremd 'anmuten

Aber wir tragen ja aus unendlichen Geschlechter- fetten Keime in uns. Wir müssen uns darein schicken, daß wir die körperliche und geistige Mit­gift unserer Kinder nicht nur aus dem eigenen Be­sitz bestreiten, sondern auch aus dem inneren Ver­mögen, das unsere Vorfahren uns hinterlassen haben. Das heißt nun keinesfalls, daß wir den schwersten Teil der Verantwortung von unseren Schultern tun dürften und auf jene laden, die un­sere Väter waren. Aber wir erkennen daraus, wie entscheidend Wert und Gewicht einer Persönlichkeit vom Erbgut bestimmt wird. Was also hin? Be- haupten nicht die einen, die Anlage sei das einzige Entscheidende? Die andern aber wollen genau so sicher wissen, daß bewußte Beeinflussung nicht ohne Erfolg bleibt.

Es ist natürlich richtig, daß ein Mensch in feinem Wesensgrund nicht zu verändern ift Ein Apfel- . bäum bleibt auch nach dem Aufpropfen eines Edel­reises ein Apfelbaum! Aber dieser kleine Kunst­griff verwandelle den Wildling auf eine wunder­bare Weise. Denn nun durchwuchs die Kraft und die Köstlichkeit dieser winzigen Gabe das ganze Holz und alle Frucht.

Sehen wir nun erst das neue Wesen in einem eigenen Leben neben uns aufwachsen, so beginnt die Erziehungsaufgabe am Kind. Es sind die Pflich­ten des Gärtners, die wir nun zu erfüllen haben. Das heißt also: Beobachten, stützen, beschneiden ... Schon im Meinkind erkennen wir seine Anlagen. Schön ist es, wenn uns zunächst nur zu behüten bleibt. Aber wie lange, dann wächst auch das Un­kraut mit auf, das in jedem Erdreich liegt. Hüten wir uns, am Kinde als niedlich zu belächeln, was bei der Mutter selbst als Jchvsille oder beim Vater als Jähzorn erkannt wurde! Werden wir auch nicht ungeduldig, wenn wir mit unendlicher Mühe immer wieder gegen die gleiche Untugend angehen müssen. So schnell wie beim Baum geht es beim Menschen nicht, wo so viele Bewußtseinsschichten einander durchkreuzen. Dafür hängt mehr davon ab, daß die Veredelung gelingt. Wie mancye Mutter gibt es, die durch einen vielleicht nicht einmal bösartigen Cha­rakterfehler sich ihr ganzes Leben verkümmerte, die * unfroh, unsicher wurde, weil sie nie lernte, die Schwäche zu überwinden. Sie soll nicht auch däs Leben ihres Kindes überschatten! Um es richtig an- zufangen, muß sie schonungslos über sich selbst Ge­richt gehalten haben. Und dann darf es nicht heißen: Dies hat das Kind von mir, ich muß es tragen", sondern:Hier steht mein Versagen wieder auf ich will mein Kind lehren, es zu überwinden?" Alle Erziehung ist letztlich Charakterbildung und sollte Führung auf eine höhere Ebene werden.

Erna Hahn.

(MeNewerfe Rezepte.

Ein plan - auf wette Sicht

Familie Meyer besteht aus Herrn Meyer, Frau ! leyer, Kleinkind Bübchen Meyer (zwei Jahre), i usi Meyer (8 Jahre) und Erich Meyer (12 Jahre).

Meyers Kleiderschrank ist wohlgepflegten Inhalts, leist feine überflüssigen Anschaffungen aber gute ualität auf. Frau Meyer widmet als Frau, die h gern mit allen Fragen gründlich auseinander- tgt, dem Studium ihrer Kleiderkarten einen geruh- tmen Nachmittag und Abend. Dann ist sie sich un- isähr im klaren über das was zu tun ist. Sie kotiert die einzelnen Karten vor sich auf dem Tisch:

e gelbe ist für ihren Mann, die orangefarbene für

Ui3) anderes mehr Herstellen.

Daß Magermilch mit Fruchtfaft, Süßmost $ta= !cd ober dergleichen verquirlt, ausgezeichnet schmek- knbe und obendrein sehr nahrhafte und gesunde Difdjgetränfe ergibt, dürfte den meisten Hausfrauen bekannt fein, aber trotzdem wird von H?fer vorzüglichen Mischmöglichkeit verhältnis- nößig wenig Gebrauch gemacht.

11 nb nun zum Schluß noch eine ganz besonders azrtüotte Eigenschaft der Magermilch, die der i Hausfrau beim Gemüsekoch e n zugute kommt. Ziele unserer Wintergemüse sind, im eigenen Saft ^dünstet, etwas strengschmeckenb. Mit gewohn- ligem Wasser abgewellt ober vorgelocht, gehen die bflten Bestandteile des Gemüses verloren. .Hm-

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Vielseitige Verwendbarkeit entrahmter Frischmilch.

Unsere Hausfrauen, die bisher nur an den Ge­brauch von Vollmilch gewöhnt waren, müssen erst Der bie zweckmäßige Verwendung von Mager- mlch aufgeklärt werden, um sich mit ihr richtig br reunben zu können. Vor allem muß enblich bie fische Einstellung zu biefem wichtigen Nahrungs­mittel fallen, bAin bie Bezeichnung Magermilch hat . es mit sich gebracht, daß die meisten sich eine migere, also nicht vollwertige Flüssigkeit darunter . itrfteaen, doch das trifft keineswegs zu. lieber den Dertgehalt der Magermilch, die überaus kalk- und «iveißreich ist, ist schon hinreichend berichtet wor- ta.

Die entrahmte Milch, denn um eine solche han­del es sich bei der Magermilch, hat unleugbar die 31: igung, leicht im Topf anzubrennen, be- ftr bers wenn sie zu Pudding ober Flammeri ver­kocht wird, wozu sie sich ausgezeichnet eignet. Wenn mm den Topf zuvor kalt a u s s p Ü l t, ist- diese Hi fahr des Anbrennens weit geringer. Und gänz- Sifj behoben ist sie, wenn Magermilchspeisen i m Uff erb ab gekocht werden Weiterhin hat die Nagermilch die Eigenschaft, schneller zu säu- «in als die Vollmilch, weil ihr die konservierende Fettschicht fehlt. Man darf sie also nicht lange u,abgekocht /stehen lassen und muß es Mit der Sauberkeit der Milchgefäße besonders ge- itu nehmen, um ein vorzeitiges Säuern zu ver­güten. Die Angewohnheit, das Milchgefäß nur kalt ciszufpülen, weil sich fein Fettrand abgesetzt hat, isi nicht angebracht. Das schnelle Säuern hat. anher- eis für die Hausfrau den Vorteil, daß sie auch in Winter die so gesunde dicke Milch bequem hi^stellen kann ober sich daraus selber .Käse zu weiten vermag. Außerdem läßt sich die Haltbarfett .)( Magermilch verlängern, indem man ihr beim L'fochen ein wenig Natron zusetzt.

Nun aber zu den Vorzügen der Magermilch, liiter die viele Hausfrauen sicherlich noch gar nicht glommen sind! Ist Ihnen schon befannt, daß ent- rjmte Milch sich tadellos schlagen läßt? Sie ist o reich an Eiweiß, daß man ein richtiges Eiweiß- zwilde aus ihr befommt, das, mit Vanillezucker ! zi ußt, uns die fehlende Schlagsahne ersetzt. Zur ic: en Grütze oder zum Flammeri gegeben, ist sie für alt und jung eine Köstlichfeit. Diese Annehm- .licykeit, sich wie Eiweiß schlagen zu lassen, gibt btc Magermilch viel mehr Verwendungsmöglich­ketten gegenüber der Vollmilch-, denn dadurch fön- ptn wir gleichzeitig Eier einsparen und sie zum Panieren, 'für Eierkuchen, für Soßen und Speisen alter Art nehmen. Gleichzeitig ersetzt sie uns die ie .lende Sahne, denn wir können aus geschlagener nlrahmter Milch sogar Speiseeis, Halbgefrorenes

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