Gießener Gtaditheater.
Waltker Stanietz: „Die Mutter".
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De- ver-
Nervosität in London.
Ungewißheit über die deutschen Absichten.
Umbildung der litauischen Negierung.
Kowno, 21.Noo. (Europapreß.) Die Umbildung der litauischen Regierung, zu der der kürzlich erfolgte Rücktritt des Finanzmmlsters, General Suskus, den Anlaß gegeben hatte, ist erfolgt. Aus der Regierung schieden noch aus Ministerpräsident General C e r n i u s , ferner der Unterrichtsminister, der Landwirtschaftsminister und der Verkehrsminister. Mit der Führung der neuen Regierung wurde der Bevollmächtigte der litauischen Regierung für das Wilna-Gebiet, Merkys, be» traut. Außenminister U r b s y s behält auch in der neuen Regierung sein Amt bei. Die Rekonstruktion des Kabinetts bedeutet die Schaffung eines Kabi« nette der gemäßigten Persönlichkeiten aller Parteirichtungen, wobei die Tautininkai, die Staatspartei des Präsidenten Smetona stärker in den Vordergrund gerückt wird. Ihr gehören an der neue Ministerpräsident und der Verkehrsminister; der neue Finanzminister steht ihr nahe.
ses besteht aus zwei 7,5-Zentimeter-Geschützen, zwei schweren Maschinengewehren und einem Flugzeugabwehrgeschütz. Die Reu- • yorker Presse weist darauf hin, daß der französische Dampfer in der Liste der bewaffneten Handelsschiffe aufgeführt ist, die die deutsche Admiralität veröffentlicht hat, daß also dieser Dampfer einer derjenigen ist, die von Deutsch» land als „SeePiraten" gekennzeichnet wurden.
wurden deutsche Flugzeuge gesichtet. Es wurde hier ebenfalls Fliegeralarm gegeben.
Die italienischen Blätter berichten weiter aus Paris, auch über Mittel - und Nordfrankreich hätten am Montag deutsche Flugzeuge Meder zahlreiche Aufklärungsflüge durchgeführt. Das Erscheinen der deutschen Flugzeuge habe unter der französischen Bevölkerung beträchtliche Aufregung hervorgerufen. In Lyon, im Rhonetal und in der Normandie sei auch am Montag wieder Fliegeralarm gegeben worden.
Welches sind die Kriegsziele der Alliierten?
„Die Welt berechtigt, beunruhigt zu sei«."
Rom, 21.Nov. (Europapreß). Italienische richterstatter in London berichten über eine stärkte Tätigkeit der deutschen Luftwaffe über England. Zum ersten Mal seit Kriegsausbruch fei am Montag auch ein deutsches Flugzeug über London erschienen. Die Fliegerabwehr- Batterien an den Ufern der unteren Themse eröffneten das Feuer. Das Ereignis hat unter der Londoner Bevölkerung starken Eindruck gemacht, insbesondere deshalb, weil das deutsche Flugzeug, nachdem es die Themsemündung und die Grafschaften Kent und Essex überflogen hatte, bis in das WeichbildLondons vorgedrungen war. Die britischen Luftfahrtbebörden gaben weiter zu, daß ein anderes deutsches Flugzeug einen Auf- klärungsflug über die Küstengebiete der Grafschaft Kent unternahm. In der Graf- schäft Kent war während zwei Stunden hindurch Fliegeralarm. Schließlich wird vom Luftfahrtministerium noch bekanntgegeben, daß über einer Stadt in N 0rd sch 0 11la nd ein deutsches Flugzeug erschien. Auch über den Orkney-Inseln
Berlin, 21.Nov. (DKB. Funkspruch). Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Westen an einzelnen Stellen der Front geringe Spählrupptäligkeit und schwaches Artillerie- Feuer.
Die deutsche Luftwaffe setzte am 20. November ihre Aufklärung gegen die feindlichen Staaten fort. 3n England wurden Scapa Flow, Schottland und Südengland, in Frankreich der Raum nördlich Paris aufgeklärt. Trotz feindlicher Abwehr führten die Flugzeuge ihre Aufträge planmäßig durch.
3n den Monaten September und Oktober haben deutsche Ueberwasserstreitkräfte gemeinsam mit Luftstreitkräften in der Ost- und Nordsee mehrere hundert Handelsschiffe auf Bannware untersucht. Während sehr zahlreiche Schiffe unmittelbar nach der Untersuchung in See freigelassen werden konnten, da sie keine Bannware an Bord hatten, sind insgesamt 127 Schiffe mit 245455 Vruttoregistertonnen indeutschehäfenzur genaueren Untersuchung eingebracht worden. Soweit nicht Schiff und Ladung der Beschlagnahme verfielen, wurden sie wieder freigelassen.
Das Echo in England.
Die Erfolge des deutschen Handelskrieges
Aufklärungsflüge über England und Frankreich.
Umstand gibt den Engländern zu denken. Das Em- pire hat Bruchstellen bekommen, die sich zu Rissen zu erweitern drohen. Wenn der Aufstand in Wazl- riftan unter dem Emir von Epi an sich auch noch kein Ereignis ist, das das britische Weltteich ernst- lich erschüttern könnte, so ist es doch ein Symptom das nicht übersehen werden darf. Hat doch der bengalische Freiheitsführer Bose erklärt, daß es ein Verbrechen wäre, wenn die von England unterdrückten Völker nicht den von England provozierten Krieg dazu benutzen würden, um das verhaßte britische Joch abzuwerfen. U. 5t.
Aufstand in einer indischen
Rom, 21. Nov. (DNB.) Die britischen Behörden haben über die Hafenstadt Karatschi in Nordwestindien den Belagerungszustand verhängt, weil dort ein Aufstand der durch die berüchtigten englischen Kolonialmethoden zur Verzweiflung getriebenen Bevölkerung ausgebrochen ist. Zwischen den indischen Freiheitskämpfern und den Engländern ist es zu blutigen Zusammenstößen gekommen, die auch Todesopfer zur Folge hatten. Später ereigneten sich auch Zwischenfälle zwischen Mohammedanern und Hindus, die offensichtlich von den Engländern provoziert wurden, um auf diese Weise nach bewährtem Muster leichter des Ausstandes Herr zu werden.
Das <£af£ Element.
Von Hans Franke.
Noch einmal hat der Krieg sein Haupt erhoben. Und für alle, die wir schon im großen Kriege dabei waren, steht die Erinnerung auf und füllt den Traum und das Denken mit schattenhaftem Leben. Man hört die alten, niemals vergessenen, nur überdeckten Geräusche des Krieges, hört das Schlürfen der Stiefel, wenn die Kompanie nachts abgelöst und todmüde auf der Straße Ypern—Menin marschierte, nach Deimlingseck, wo die Baracken ftan- den — man hört den leisen Gesang, den ein einzelner mitunter anstimmte und in den viele einfielen, man hört das Klappern des Schanzzeugs, der Kochgeschirre, das Reiben von Stoff; es wachen auf die Erinnerungen an den Tonfall des Witzbolds, man hört den Seufzer des Freundes, der neben einem auf dem Stroh lag und unruhig sich hin und her wälzte, von Träumen geschüttelt. Ein leises Kommandowort ertönt, man vermeint, es würde neben einem gesprochen, aber es ist doch nur durch die Zeiten geflogen, durch lange Zeiten, und der kleine schneidige Leutnant I., den man zu hören vermeinte, ist längst bet Verdun begraben.
versteckt, um bei der ersten Möglichkeit den Kampf gegen die Unterdrücker von neuem zu beginnen. 1937 mußten die Stämme Waziristans sich der britischen Uebermacht unterwerfen. Die Stämme der Mahsuds mußten eine Geldbuße von 2000 Rupien bezahlen und alle ihre Gewehre abliefern. Wazi- riftan wurde als besonderes „Schutzgebiet" erklärt und der Verwaltung eines britischen politischen Agenten unterstellt. Aber die Unterwerfung der Stämme war nicht von langer Dauer, sehr bald brachen neue Unruhen aus, die immer wieder um terdrückt werden mußten. Die Briten konnten sich dort nur auf ihre Bajonette stützen, sie mußten jeden Augenblick mit neuen ernsten Erhebungen rechnen.
Es wirb nun angenommen, daß der Emir von Epi wieder zurückgekehrt ist und sich an die Spitze der Erhebung gestellt hat. Nicht zum ersten Mal ist das Mene-Tekel an den Nordgrenzen Indiens auf geflammt als Warnung für die britischen Imperialisten, die heute mehr als je mit ihren schweren Sorgen in Indien zu tun haben. Zwar bestehen zwischen Waziristan und Indien nur sehr lose Bindungen, aber man erkennt doch, daß die Zusammenballung der Ereignisse zu einer Entscheidung drängt. Die Aufständischen in Waziristan sind hauptsächlich mit britischen Waffen ausgerüstet, die sie, wie man an nimmt, auf Schleichwegen aus den indischen Beständen bezogen haben. Auch dieser
Fronterlebnisses heraus ihr Führer zu ebnem neuen Glücksgefühl in dem Bewußtsein, daß Liebe geben höchste Erfüllung ist.
Stanietz hat versucht, diese Gedanken dramatisch zu gestatten, indem er die Bäuerin das gleiche erleben läßt, was sie Wochen vorher einer jungen Magd zum Vorwurf gemacht hatte. Aber wenn hier Liebe zwei junge Menschenkinder zusammengeführt hatte, war es dort das Mitleid mit einer Einsamen. Diese begreift, daß auf Mitleid sich kein Lebensbund gründen läßt und nimmt es auf sich, ihre Mutterschaft gegen die Wett zu vertreten. Die Welt, das sind vor allem ihre erwachsenen Kinder, die harten und oberflächlichen Töchter und der Sohn, ein Pfarrer, der sich vom selbstgerechten Künder des „Gesetzes" zum Verständnis für das Ethos durchringt, unter das feine Mutter sich gestellt hat. Das sind innere Spannungsmomente des Schauspiels, die freilich in dem schwerflüssigen Dialog zu versinken drohen. Die Regie Hans Geißlers war offenbar bestrebt gewesen, dem entgegenzuwirken und eine klare Linie herauszuarbeiten Vielleicht hätte es einer noch schärferen Zusammenfassung gebient, wenn einige Banalitäten des Dialogs, die zur Charakterisierung kaum nötig sind, dem Rotstift anheimgefallen wären.
Rose S t i r l war die Mutter, sie hatte die innere Wandlung dieser Frau ganz herausgelöst aus dem Konflikt mit der Umwelt und deutete sie mit feinstem Empfinden aus dem großen Erlebnis der Mut- ierschaft, ruhig und gemessen in Sprache und Hal-
London, 21. Nov. (Europapreß.) Das Ausbleiben der immer wieder vergeblich in der englischen Presse vorausgesagten deutschen Offen- s i v e führt in Verbindung mit den wachsenden Ver 1 usten der englischen Hand e lösch i f f a h r t zu einer deutlich erkennbaren Steigerung der Nervosität und Reizbarkeit in England. Diese kommt sowohl in dem Ton der Presse wie in den Auslassungen der englischen Amtsstellen, besonders der Admiralität, deutlich zum Ausdruck. Die Verärgerung der Admiralität ist verständlich, wenn man bedenkt, daß nach der angeblichen Uebermin- düng der U-Bootgefahr die Admiralität für die vergangene Woche einen V e 0 n
acht britischen Schiffen mit über 15000 Tonnen Gehalt zugeben mußte. Dazu kommt noch die Serie der während des Woche ne n des in der Nordsee allein Anschein nach durch Treibminen untergegangenen Schiffe, unter denen sich mindestens fünf britische befunden haben.
Das Mißbehagen über die fortdauernde Ungewißheit hinsichtlich der weiteren deutschen Absichten wird im übrigen noch gesteigert durch die Nachrichten, die auf eine Verminderung her Spannung zwischen der So wie tun 10 n und Japan schließen lassen, und schließlich hat der gemeldete Abschluß der deutsch-russischen Wirtschaftsverhandlungen die Hoffnungen auf ein Erkalten der deutsch-russischen Beziehungen, die man in London hegte, Lügen ge- s^Man hat in London den Eindruck, daß der Krieg
Und über dieser stillen Musik der Gedanken tönt eine andere gewichtige, furchtbare: sie kommt zischend durch die Luft, bissig und widerlich hartnäckig; und neben ihr orgelt es und rauscht und endet in einem gewaltigen Schlag; sprühend und riefelnd fällt die Erde, die aufgewühlt wurde, zurück, und gleich todbringenden Vögeln zischen die Splitter der Granaten durch die Luft. Einer schreit ,.Sanitäter!" und bann wird eine Gestalt, die sich nicht mehr regt, in einer Zeltbahn oorübergetragen, und da der Graben eng ist, streift dich durch die Hülle hindurch eine' steife, nun müde geworbene Hand ... es ist der letzte Gruß.
Das alles steht auf in den Träumen. Und es ist für die Sonaten von heute wieder Wirklichkeit geworden. —*
Aber warum muß ich an das kleine Cafe „Clement" in Courtrai denken? Das war im Frühling 1915. Wenn wir nach der schönen Stadt an der Lys kamen oder dort in Ruhe lagen, dann ging es so schnell wie möglich an der Martinskirche vorbei zu der kleinen Gasse, die auf die Lange Steenstraße mündete. Dort lockte das Caf6 „Clement". Hier saßen noch die Bewohner plaudernd und lachend beieinander, als wäre nicht Krieg vor den Toren ihrer Stadt. Die Männer hatten hohe steife Klappkragen und bunte Schlipse, die älteren trugen einen Cutaway, und bei den Jungen fehlte nicht bas auffällig geblümte Tücklein in der Seitentasche; die Damen und Mädchen patten hohe Stöckelschuhe an, sie trugen kleine Hüte, die man „Toques" nannte, lange Handschuhe und seidene Strümpfe. Hier in dem Cafe gab es noch Süßigkeiten und Leckereien die Fülle, das war wie ein Magnet für uns jungen Dachse.
Aber noch ein Magnet lockte! Nur den guten Kunden und Eingeweihten wurde unten, wo nur ein runder Tisch in der Mitte und ein paar Tische am Rande standen, zugeflüstert „Boven as tu belive", und auf einer runden Wendeltreppe, klein und steil, kletterten wir mit klirrenden Nagelschuhen empor. Wir befanden uns im Wohnzimmer der Familie; hellgebeizte Möbel, auch ein paar alte Stücke, ein plüschbezogenes Sofa, ein Wandbrett mit zierlichen Nippes und was dergleichen noch ist, standen umher, sanft ttckte ein Regulator, und die Bilder der Familie sahen uns an. Da war ein großer stattlicher Herr, der alte Element, der schon verstorben war; denn unten sah man nur seine Witwe tüchtig schalten und neben ihr Bethune. Schon dieser Name regte unser Jünglingsherz an. Und wenn wie sie ansahen, wie sie zierlich, brünett und immer wohlgelaunt umherging, licht gekleidet, Ivon einer sanften Wolke von Sauberkeit und Iu-
Das ergreifende scylajai eine. .
langem Witwentum noch einmal in einer spaten Mutterschaft höchstes Glück und neue Jugend sucht, aber in großem Entschluß sich hingibt, damit das Kind lebe, hat Walther Stanietz in einen Bauernhof des Riesengebirges gestellt. Die große Einsamkeit dort droben macht die Menschen wortkarg, schwerblütig und grüblerisch, schafft Menschen, die „nicht lachen können", denen es mit ganzem Ernst vor der Seele steht, bah es Gott ihnen nicht bestimmt hat, sich das Leben leicht zu machen. So sucht diese harte, strenge Frau ihr Glück im Kampf mit den ihr lange entfremdeten Kindern, aber auch im Ringen mit der eigenen Selbstgerechtigkeit und landläufigen Moral. Ein Fremder, der auf ihrem Hof Arbeit sucht, ein „Mann aus dem Niemandsland" wird aus dem tiefen Verstehen des
Neuyork, 21.November (Europapreß). Der bewaffnete französische Handelsdampfer „De Grasse" traf am Montag mit 161 Passagieren, darunter die Mitglieder der amtlichen französischen Waffeneinkaufs - Kommis»
in diesen Tagen in eine neue Phase etnge- treten ist und daß mit einer f 0 rtschre ite n bett Verschärfung der Feindseligkeiten fetzt gerechnet werben muß. Die Häufung von Ser« senkungen englischer und neutraler Schiffe durch Minen in der Nordsee hat der englischen Jte- gierung den erwünschten Anlaß geboten für die Ankündigung Chamberlains, daß die Blockade in Zukunft sich auch auf die d e u t s ch e 21 ussuhr nach Uebersee erstrecken werde. Geplant mar diese Maßnahme bereits seit längerer Zett. Der Vorgang aus dem Kriege 1914/18, in dem die entsprechende Maßnahme im Jahre 1916 eingesuhrt wurde, lag ja vor. Man hatte die Durchführung aber einstweilen noch zurückgestellt mit Rücksicht auf die Widerstände der Neutralen. Man hofft m England jetzt aber anscheinend unter Ausnutzung der auf den Untergang mehrerer neutraler Schiffe, besonders des holländischen Dampfers .„Simon Bolivar", gestützten Propagandawelle, sich über diese neutralen Bedenken Hinwegsetzen zu können.
Die plötzliche Zunahme der Schiffsverluste um England hat zu einem scharfen Anzi e h e a der Seeverficherungsprämien geführt. Die Kriegsrisikoprämie für eine Reise von den D^> einigten Staaten nach Tallinn, die vergangene Woche noch 5 v. H. betrug, ist jetzt auf 8 vH. geftiegen. Bei kürzeren Reisen zwischen England und dem Kontinent ist die Steigerung noch erheblich scharfer. Wo bisher 20 Shilling Prämie für hundert Pfund Wert bezahlt wurden, werben jetzt drei Pfund Prämie verlangt.
sich alles weitere finden". Festzuhatten sei vor allem, baß England nicht für sich, sondern für die ganze Welt in den Krieg eingetreten sei. — „Das scheint mir", heißt es in dem Artikel, „zu einer gewissen Verwirrung beizutragen. Denn wenn man erklärt, daß dies ein Krieg für die ganze Welt ist, dann hat diese auch ein Recht, sich über das, was man am Ende erreichen will, zu denn r u h i g e n".
Zehn Schiffe am letzten Wochenende durch Minen zerstört.
Brüssel, 21. November. (DNB.) Wie in London mitgeteitt wurde, sind während des letzten Wochenendes insgesamt zehn Schiffe, darunter vier neutrale, von zusammen mehr als 38 000 Tonnen das Opfer von Minen geworben und gesunken. Der in ein Minensuchboot umgebaute Mschdarnpfer „Mastiff" ist ebenfalls infolge der Ex- plosion einer Mine gesunken. Sechs Mann der Besatzung werden vermißt. Der britische Dampfer „Arlington Cord" (5000 Tonnen) ist im Atlantik von eeinem deutschen U-Boot versenkt worden.
Großer japanischer Dampfer
, auf englische Mine gelaufen.
Amsterdam, 22. Nov. (DNB.) Der japanische 12 000-Tonnen-Dampfer „Terukuni M a r u" ist an der Ostküste Englands auf eine englische Mine gelaufen und gesunken. Alle Passagiere und die gesamte Besatzung konnten gerettet werden. Mehrere Boote mit Geretteten sind bereits gelandet, andere sind Unterwegs. Am Montag ist der 329 Tonnen große Trawler „S w e a st e a r"" auf eine englische Mine gelaufen. Die Mannschaft konnte geborgen werden.
Bewaffneter französischer HandelS- dompfer im Hafen von Neuyork.
Oie Äeburtsstadt Stalins.
Moskau, 22. November. (Europapreß.) Die Geburtsstadt Stalins, Gori, soll nach den Plänen namhafter Architekten und Künstler Georgiens in repräsentativster Weise ausgebaut werben. Nach dem Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Gori und Stalinir, der Hauptstadt bes füb- osscttifchen Gebietes, wirb Gori zu einem bedeuten» den Mittelpunkt dieses Gebietes. Bei der Neuge- stattung der Stadt ist eine breite Straße vorgesehen, die den Namen Stalins trägt. Sie verbindet den Bahnhofplatz mit dem Geburtshaus «Stalins. Zu beiden Setten der Stalin-Straße werben Skulpturen der engsten Mitarbeiter Stalins aufgestellt.
genb umgeben: war es zu verwundern, daß unser Herz aufging?
Darum rannten wir so durch die Straßen, darum stürmten wir so durch den Laden. Und Glaser, der große, schlanke, ftille Kamerad, ach, er glaubte sicher, daß seine große, noch kindliche Sehnsucht Widerhall gefunden habe im Herzen der kleinen Bethune. Es ist eine Geschichte wie viele andere, es ist im Grunde überhaupt keine Geschichte, es ist ein kleines Bild, wie es viele gegeben haben mag: ehe der junge Mensch, der uns so oft von seiner Heimat und seinen Ettern, von seinen Plänen und 21 rbeiten erzählte, der den Zarathustra bei sich trug, der kleinen Flämin etwas von seiner Liebe hatte sagen können, mußten wir ihn durch den Graden tragen wie so viele andere vor ihm und nach ihm, durch die Zeltbahn streifte uns noch einmal sein Körper, wenn wir an den Brustwehren schwankten mit unserer Last
Als wir wieder nach Wochen ins Cafä „Clement kamen und Bechune erzählten, daß der „Große, Blonde" gefallen sei, da wandte sich die Kleine ab, rannte hinaus, und mir sahen nachher, daß sie geweint hatte. Das hat uns seltsam getröstet.
Zeitschriften.
— Die beiden neuen uns vorliegenden Nummern der vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebenen großformatigen Zeitschrift „D i e Wehrmacht" bringen höchst fesselnde und ausgezeichnete illustrierte Reportagen über die Tätigkeit zweier Waffen, die schon in den ersten Kriegswochett in besonderem Maße aller Augen auf sich gelenkt haben: Das U-Boot und das Flugzeug. Auch sonst lesen wir viele interessante Frontberichte. Wir nennen nur ein Stimmungsbild Ettighofers von der Westftont. Die Zeitschrift wird an der Front wie in der Heimat auf gleich große Beachtung rechnen dürfen.
— Deutsche Gründlichkeit und deutscher Forschergeist haben den Luftschutz zu einer lebendigen 1 Wissenschaft gemacht; ihre Pflegstätte ist die Reichs« anstatt der Luftwaffe für Luftschutz. Ein interessaw ter Bilderartikel der neuen „Sirene" führt durch diese Forschungsstätte. Ein anderer Bildbericht zeigt, wie vorbildlich eine Luftschutzgemeinschaft einen Luftschutzraum baut Unter der Rubrik „Lehren und Lernen" bringt das neue Heft einen Bilderartikel über den Aufbau des deutschen zivilen Lull« schutzes, angefangen beim Flugmelde- und Lust« sch utz-Warndienst über den Selbstschutz und die Bekämpfung der Gefahr im Entstehen bis zum Mder- stand gegen Katastrophen.
Brüssel, 21.Nov. (Europapreß.) „Mehr als hundert Mal und in allen Kreisen habe ich bte Frage gestellt: Meiches find nun die wirklichen Ziele dieses Krieges?'", so schreibt ein soeben aus London zurückgekehrter Berichterstatter des kathott- schen Blattes „Dingtiöme Siecle". Er fährt fort: „Keinmal ist mir auf diese Frage eine aus« reichende Antwort gegeben worben. Die maßgeblichen Kreise seien sich auch klar darüber gewesen, daß es vom englischen Standpunkt aus schwer sei, eine richtige Antwort zu geben. Em hoher Beamter habe sich deshalb darauf beschrankt zu sagen: „Unsere Ziele sind in den Reden unserer Staatsmänner und Parlamentarier bereits ange- kündigt worden." Etwas genauer befragt, ob also England heute den Nationalsozialismus oder Deutschland bekämpfe, habe der englische Gewährsmann geantwortet, darüber könne man keine klare Auskunft geben. Es handle sich darum, „ein System zu vernichten, das nicht genügend Garantien gewähre".
Der belgische Journalist hat sich auch damit nicht zufriedengegeben und sich weiter erkundigt, ob man nach einem gewonnenen Krieg die Tschech 0 - Slowakei und Polen im alten ober einem neuen Umfang wiederherzustellen wünsche, ob Polen dann mit ober ohne Danzig, mit ober ohne Korn- bor geplant sei, und wie man sich hinsichtlich derjenigen Gebiete verhalten wolle, die sich jetzt in russischen Händen befinben. Bei solchen Erkundigungen, zu denen noch die heikle Frage kam, wie man sich den Fall Albanien denke, war bei dem Engländer „eine leichte Ungeduld" zu bemerken gewesen. Die Antwort habe gelautet: „Zunächst französischen 2üs affe n e 1 niau f s - «omniir will man den Krieg einmal gewinnen, b,a n n w i r b I f i o n, in Neuyork ein. Die Bewaffnung bes Schiff
tung, ganz nach innen schauend und an ihrer Ausgabe zu edler Gröhe emporwachsend. Den „Mann aus Niemandsland" spielte Viktor v. G s ch m e i b« 1er mit schlichtem Ernst. Den Pfarrer in seiner Das ergreifende Schicksal einer Frau, die nach geistigen Enge hatte Hans Canmenberg in -*■ ' • ' ----- Maske und Gesten anfangs zu sehr als Karikatur
angelegt, um später das ehrliche Gingen dieses Mannes um ein Verstehenwollen für die Motive der Mutter ganz glaubhaft machen zu können. Hilde Kneipp hatte die scharfen Züge der einen hartherzigen und mißgünstigen Tochter gut herausgebildet, die andere, eine wort- und tränenreiche einfältige Pute, war, leicht übertreibend, Hertha Eggert. Eine sehr saubere und sorgfältig studierte Leistung war der Altknecht Hans Albert S ch e w e s, auch im schlesischen Dialekt anscheinend bemerkenswert kapitelfest. Siegfried Lowitz und Anneliese Garbe, frisch und natürlich das junge Paar. Die schwere, lastende Atmosphäre des Stückes darf nicht zu leisem und undeutlichem Sprechen verleiten, der, wie schon gesagt, ohnehin schwerflüssige Dialog kann durch Klarheit und Straffheit b<er Sprache nur gewinnen. Karl Löffler hatte mit Liebe ein bäuerliches Interieur geschaffen. Das Publikum dankte Spielleiter und Darstellern mit herzlichem Beifall. Fr. W. Lange.
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