Der Führer auf -er Westerplatte.
D a n z i y, 21. Sept. (DNB.) Der Führer besuchte heute vormittag die Truppen im Kampfgebiet rund um Danzig. Er besichtigte zunächst die von den Polen vertragswidrig schwer befestigte und von unseren Truppen nach heftigem Kampf genommene W e st e r p l a t te , die bei 'Neufahrwasser die Einfahrt zum Danziger Hafen beherrscht. Auf seiner Fahrt zum Danziger Krantor und durch den Danziger Hafen bereiteten die in dem nun wieder friedlicher Arbeit zurückgegebenen Danziger Hafengebiet schaffenden Volksgenossen dem Führer begeisterte Huldigungen. Auch auf den Docks und Werften des Hafens drängten sich Zehntausende, um dem Führer nochmals jubelnd ihren Dank abzustatten. Nach einer eingehenden Besichtigung des Kampfgebietes auf der Westerplatte schritt der Führer die Front der an Bord in Paradeaufstellung angetretenen B e - s a tz u n g der „Schleswig-Holstein" ab, die am Kai der Westerplatte festgemacht hatte.
Don hier aus begab sich der Führer nach Gote n h a f e n , dem bisherigen Gdingen. Auf der Marschall-Pilfudski-Sttaße hatten Formationen aller an den Kämpfen in Gotenhafen beteiligten deutschen Truppen Aufstellung genommen. Unter den Offizieren und Mannschaften befand sich bereits eine ganze Anzahl Träger des Eisernen Kreuzes. Der Führer schritt die lange Front der Formationen ab und zog zahlreiche Trager des Eisernen Kreuzes ins
Gespräch. Anschließend besichtigte der Führer die Hasenanlagen von Gotenhafen sowie das Kampfgebiet aufden Höhen von Oxhoft, wo vor wenigen Tagen cker letzte hartnäckige Widerstand der Nordgruppe der polnischen Korridorarmee gebrochen wurde. In Gotenhafen und Oxhoft traf der Führer mit Generalfeldmarschall Göring zusammen, der sich ebenfalls auf einer Besichtigungsreife im befreiten Küstengebiet befand.
Felbmarschall Göring In Danzig.
Danzig, 21. September. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring traf am Donnerstagvormittag in Danzig ein und begab sich unmittelbar nach seiner Ankunft zur Besichtigung einer Jagdgruppe zum Danziger Hafen. Auf der Weiterfahrt besichtigte der Generalfeldmarschall in Begleitung von Gauleiter Forster eingehend d i e Hafenanlagen von Goten Hafen (früher Gdingen). Anschließend ließ sich der Generalseld- marschall auf dem Gefechtsfelde von O x - Höft über der Verlauf der Kampfhandlungen Bericht erstatten. Bei dieser Gelegenheit meldete sich Generalfeldmarschall Göring beim Führer, der zu gleicher Zeit dort verweilte. Den Nachmittag verbrachte der Generalfeldmarschall im Hauptquartier des Führers.
Rechtsbrecher entziehen sich -em Haager Gerichtshof.
»Veränderte Umstände" müssen die Flucht aus der Verantwortung decken.
Bern, 21. Sept. (DNB.) Nachdem die englische und die französische Regierung bereits im Frühjahr dieses Jahres ihre Beteiligung an den wesentlichen Vorschriften der Genfer Generalakte von 1928 aufgekündigt haben, haben sie nunmehr auch dem Völkerbundssekretariat ihren Rücktritt von der sogenannten Fakultativklausel des Statuts des Haager Gerichtshofes mitgeteilt. Im Namen des französischen Außenministeriums richtete Alöxis Leger an den Gene- ralfekretär des Völkerbundes unter dem 10.9.1939 die Mitteilung, daß die französische Regierung sich nicht mehr an den Arttkel 136 des Statuts des Ständigen Internationalen Gerichtshofes gebunden erachte. Ein ähnliches längeres Schreiben richtete auch namens der brittschen Regierung der Un- terstaatsfekretär C a d o g a n am 7.9.1939 dn den Generalsekretär des Völkerbundes.
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Hierzu schreibt der „Deutsche Dienst": Im Artikel 14 der Dölkerbundssatzung war die Errichtung eines ständigen internationalen Gerichtshofes vorgesehen, der über alle ihm unterbreiteten Streitfragen entscheiden sollte. Zur Zuständigkeit dieses Gerichtshofes, dessen Sitz sich im Haag befindet, sollten insbesondere alle Fragen des Völkerrechtes sowie die Art und der Umfang der wegen Verletzung internationaler Verpflichtungen geschuldeten Entschädigung en gehören. In der Blütezeit des Völkerbundes haben fast alle Mitgliedstaaten sich wegen solcher Fragen der Juris- diktton des Haager Gerichtshofes unterworfen, darunter auch England und Frankreich.
Man sollte meinen, daß angesichts der von England und Frankreich eingeleiteten Hungerblockade und der damit verbundenen Mißachtung der Rechte der Neutralen der Gerichtshof ein fruchtbares Feld für seine Tätigkeit finden würde, um die englisch-französischen Ueber- griffe zurückzuweisen und die Westmächte zur Ach
tung des internationalen Rechtes zu veranlassen. Aber in demselben Augenblick, in dem die Staaten, deren Polittker bisher bei jeder Ge- legenhett die Achtung des Völkerrechtes und die Heiligkeit der Verträge als Voraussetzung einer internationalen Zusammenarbeit predigten, befürchten müssen, als Rechtsbrecher festgeftellt zu werden, versuchen sie, sich der Rechtsprechung des Gerichtshofes zu entzie» h e n.
Der Rücktritt der englischen und französischen Regierung Dort denErklärungen, durch die sie sich dem Ständigen Internationalen Gerichtshof unterworfen haben, stellt wieder einmal die ganze Hohlheit der Phrasen ins rechte Licht, mit denen die beiden Regierungen ihke Politik zu bemänteln versuchen. Solange sie im ungestörten Besitz der Früchte waren, die ihnen das Versailler Diktat eingebracht hatten, solange der G e w a l t f r i e d e herrschte und gesichert erschien, wurde von ihnen die S ch i e d s - i d e e gepredigt, mit der angeblich alle Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten dieser Welt gelöst werden könnten. Als die Lage aber ernster wurde, schon im Februar d. I., sagten sie sich durch Vorbehalte zur Genfer Generalakte von 1928 für alle praktisch wichtigen Zwecke von der allgemeinen Schiedsgerichtsbarkeit los. Und jetzt in dem Moment, wo der Schiedsgedanke wirklich einmal seine Feuerprobe bestehen müßte, wird skrupellos erklärt, die Unterwerfung unter die Schiedsgerichtsbarkeit gelte für sie ab sofort nicht mehr, obgleich die Bindung daran nach dem Statut nur mit einer bestimmten Kündigungsfrist aufgehoben werden kann. Und um das Maß voll zu machen, berufen sie sich zur Begründung dabei noch auf „veränderte Umstände", eine Begründung, die sie fahre-, ja jahrzehntelang aufs bitterste bekämpften, solange sich andere — ihre Gegner — darauf beriefen.
Ser rumänische MMerpräsideni ermordet.
Sein Nachfolger General Argesanu hält an der strikten Neutralitätspolitik fest.
Bukarest, 21. Sept. (DNB.) Der rumänische Ministerpräsident und Innenminister Lalinescu ist am Donnerstag um 14 Uhr auf einer Fahrt im Kraftwagen zu feiner Wohnung hinterrücks erschaffen worden. In einem Kommunique der rumänischen Nachrichtenagentur Rador wird mitge- leitt: Die Mörder, Mitglieder der aufgelösten Eisernen Garde, wurden verhaftet.
Donnerstag nachmittag trat unter dem Vorsitz des Königs der Mini st errat zusammen. Wie amtlich bekanntgegeben wird, ist zum neuen Ministerpräsidenten General Argesanu ernannt worden. Argesanu war früher Befehlshaber des Bukarester 2. Armeekorps und in der Regierung des Patriarchen Miron vom März 1938 bis Februar 1939 Kriegsminister. Zum neuen Innenminister wurde der bisherige Unterstaatsfekretär dieses Ministeriums General Marinescu ernannt, zum Kriegsmlnister hingegen General Il
eus. Donnerstag spät abends hielt die Regierung unter dem Vorsitz des neuen Ministerpräsidenten einen Mi nist er rat ab, der einen Aufruf an das Land erließ. 3n diesem Aufruf wird die Persönlichkeit des ermordeten Ministerpräsidenten Lalinescu gewürdigt. Weiler hebt der Aufruf hervor, daß die Regierung die bisherige Politik der strengen Neutralität Rumäniens unverändert fortsehen wird. ,
Elf Hinrichtungen in Bukarest.
Bukarest, 22. Sept <DNB.) Die Hinrich- tung der Mörder des Ministerpräsidenten Lalinescu ist an der Mo rdstelle selbst erfolgt. Insgesamt sind elf Mann erschossen worden, davon am Nachmittag zwei und später neun. Die Leichen sollen zur Abschreckung vierundzwanzig Stunden am Tatort liegen bleiben.
Englanvs Schlag gegen -ie rumänische Neutralität. Oer englische Secret Service als Drahtzieher der Mordtat.
Bukarest, 21. Sept. (DNB.) Zu dem sensationellen Mord an dem rumänischen Ministerpräsidenten werden aus wohlinformierten Kreisen folgende Einzelheiten bekannt: Seit Beginn des Zusammenbruchs der polnischen Armee ist Rumänien der Mittelpunkt für die Arbeit des südosteuropäischen englischen Secret Service. Seit einigen Wochen hat sich eine Zentrale dieses Secret Service, die von einem der fähigsten Beamten geleitet wird, in Czernowitz nieder- gelassen. Die Aufgaben dieses berüchtigten englischen Dienstes war neben der allgemeinen Propaganda, Rumänien für die We st möchte zu gewinnen, die Durchführung des Planes, die nach Rumänien strömenden Teile der polnischen Armee nach England zu bringen, um ihnen die Möglichkeit zum weiteren Kampf gegen Deutschland zu geben. Der nach Rumänien geflohene polnische Marschall Rydz-Smigly und die ebenfalls dorthin geflüchteten Mitglieder der polnischen Regierung sollten auf dem schnellsten Wege nach England gebracht werden, um dort eine polnische Scheinregierung zu bilden.
Ditz strikte und entschlossene Neutralitäts
politik Calinescus vereitelte diesen Plan des englischen Secret Service. Wie es dem Völkerrecht entsprach, wurden der Marschall Rydz- Smigly, die polnische Regierung und die übergetretenen polnischen Militärs an verschiedenen Orten in Rumänien interniert. Der polnische Außenminister Beck, der sich dieser Internierung widersetzte, hatte in diesem Zusammenhang noch vor wenigen Tagen eine e r n st e Auseinandersetzung mit dem ermordeten rumänischen Ministerpräsidenten. Wie wir hören, hat es sich hierbei um die Weiterfahrt des Herrn Beck ohne Internierung nach London und ferner um die Verschiffung des restlichen polnischen Goldes nach England gehandelt. Bekanntlich ist es den Agenten des Secret Service gelungen, die erste Sendung des dem polnischen Volk gehörenden polnischen Goldes durch Rumänien über Constanza auf ein Schiff nach England zu verfrachten.
In den letzten Tagen haben nun die englischen Agenten versucht, durch Drohungen die rumänische Regierung, vor allem aber Calinescu, von der entschlossenen Handhabung der strikten Neutra-
Vor 25 Jahren.
Oie Versenkung von drei englischen Panzerkreuzern durch »ll D*.
Don Kowetten-Kapiiän a d. G. G. Frhr. v. Forstner.
„Das deutsche Unterseeboot ,U 9' hat etwa 20 Seemeilen nordwestlich von Hoek van Holland die drei englischen Panzerkreuzer ,Abukir', ,Hoaue' und ,Cressy' zum Sinken gebracht.' — Admiralstab."
Diese erste größere Siegesmeldung unserer Flotte löste im ganzen deutschen Volk ungeheuren Jubel aus. Unter Führung von Kapitänleutnant Otto W e d d i g e n war es dem kleinen „U 9", von nur 400 Tonnen mit 28 Mann Besatzung am 22. September 1914, innerhalb einer Morgenstunde -gelungen, drei englische Panzerkreuzer von zusammen rund 40 000 Tonnen mit 2265 Mann Besatzung zu versenken, 60 Offiziere und 1400 Mann fanden dabei den Tod.
„U 9" war am Morgen des 20. September auf einen Hilferuf der Armee zur Störung englischer Truppen-Transporte vor den Englischen Kanal entsandt worden. Schwer mußte das Boot gegen l;ohe See aus Westen ankämpfen. Nach einer nächtlichen Tauchfahrt hatte sich am Morgen des 22. September das Wetter gebessert. Kaum waren die Petro- leum-Motore zur Marschfahrt und zum Laden der Atkumulatoren-Batterie angestellt, als voraus Kriegsschiffsmasten gesichtet wurden. Bald zählte man drei freundliche Kriegsschiffe. Wenige Minuten nach dem Auftauchen ist das Boot wieder auf Tiefe. Vorsichtig späht Weddigen am Seehrohr. Mit Freude vernimmt die ganze Besatzung seine Worte:
„Es sind drei Kreuzer — wir kommen ran! Ich halte auf den Mittelsten zu!"
Vorsorglich werden unter rücksichtslosem Beiseitewerfen der Möbel aus Deckoffizier- und Offizier- Raum die unter Deck hängenden Reserve-Torpedos klar gemacht zum Nachladen. In immer kleiner werdenden Zwischenräumen läßt Weddigen das Sehrohr zum Rundblick über die Meeresoberfläche ausfahren. Immer mehr steigert sich die allgemeine Spannung, bis endlich um 7.20 Uhr die lauten Kommandos erschallen:
„1. Rohr looos! — Auf 15 Meter gehen!"
Nach 31 Sekunden Torpedo-Laufzeit Treffer! Eine gewaltige Detonation läßt das Boot erzittern und löst spontane Hurra-Rufe aus. Erst als nach schwieriger Arbeit das 1. Rohr wieder geladen ist, nimmt Weddigen erneut Rundblick von zehn Meter Waffer- tiefe aus:
„Hurra! — Er sinkt! Die beiden anderen sind noch da! — Bugangrisf auf den zwoten beginnt!"
Die Panzerkreuzer „H o g u e" und „C ress y" waren ihrem sinkenden Führerfchiff „Aboukir" zu Hilfe gekommen.
7 Uhr 55 wird „H o g u e" von zwei Torpedos bei nur 350 Meter Abstand getroffen. Die äußere Schraube muß rückwärts schlagen, um beim Ab- drehen von dem sinkenden Schiss frei zu kommen. Wieder erschallen laute Hurra-Ruse. ^Jetzt wird der letzte Reserve-Torpedo auf 15 Meter Tiefe in harter Arbeit nachgeladen. Mit schweren Trimmgewichten muß die Mannschaft im Boot abwechselnd nach beiden Schiffsenden hin und herlaufen, um das Boot auf Tiefe zu halten. Bricht der Turm auch
nur für einen Moment aus dem Wasser heraus, so ist der Angrift vereitelt, und das Boot leicht verloren. ..
Der besonders kräftige Obersteuermann Trabert hat bei fortwährenden Fahrt- und Kurs- änderungen am Handbetrieb des hinteren Tiefenruders in der immer stickiger werdenden Lust mit am schwersten zu arbeiten. Erschöpft fragt er durchs Sprachrohr:
„Herr Kaleu! Wie lange dauert es noch?
„Einer schwimmt noch!" ist Weddigens kurze markante Antwort.
Der leitende Ingenieur muß zur Belebung der Besatzung einen starken Schuß Sauerstoff ins Boot geben.
Sobald das 2. Rohr nachgeladen ist, setzt Weddigen auf 10 Meter zum Angriff auf „Greff y" an, die noch immer ohne Fahrt inmitten vieler Rettungsboote daliegt. 8 Uhr 20 fallen auf sie zwei Heckschüsse. Da aber nur eine Detonation gchort wird, gibt Weddigen ihr um 8 Uhr 35 mit dem letzten Bug-Torpedo den Gnadenschuß. Indem er seinen leitenden Ingenieur noch schnell einen Blick durch das Sehrohr auf das letzte Opfer neh. men läßt, sagt er in seiner bescheidenen Weise angesichts des 'dritten sinkenden Panzerkreuzers zu seinen Offizieren:
„Meine Herren, das war Ihr Verdienst! — Denn das Boot funktionierte. Ich habe eigentlich dabei nichts zu tun brauchen!"
Gewaltig war die Wirkung von Weddigens Tat. Die Engländer zogen alle wertvollen Schiffe aus der südlichen und mittleren Nordsee zurück. Den Schutz der Truppen-Transporte und der Kanal- münbunn sollten von nun an schleunigst ausgelegte große Minenfelder übernehmen. Tiefe Niedergeschlagenheit herrschte in der ganzen englischen Flotte.
Admiral Scheer urteilte: „Otto Weddigen hat dem U-Boot Weg und Zukunft gewiesen!" Mit besonderer Freude begrüßten wir U-Boots- Kommandanten unseren lieben Kameraden Wed- d i g e n. Schon feit dem Jahre 1912 hatte er in unserer 1. U-Flottille, nachdem er in das Führungs- buch eines Matrosen über alle Spalten hinweg nur die Worte geschrieben hatte „Der beste Mann an Bord!" diesen Spitznamen erhalten. Nun hatte „Der beste Mann an Bord" sich so bald nach Kriegsbeginn auch als der Beste bewiesen. Er blieb aber immer noch der bescheidene Kamerad. Als er nach der am 15. Oktober erfolgten Versenkung des englischen Kreuzers „H a w k e" in der nördlichen Nordsee im Weltkrieg als erster der Marine den „Pour le m£rite" bekam, wies er jedes Lob mit den Worten ab: „Ich habe eben nur den Anlauf gehabt, ein jeder von euch hätte in meiner Lage dasselbe getan!" Weddigen schloß eine Ansprache an seine Besatzung, als Bilder von ihm mit seinen Leuten in Zeitungen mit der lieber- schritt: „Die Helden von ,U 9‘" erschienen waren: „Keiner von uns ist ein Held! Helden können wir erst werden, roenn. wir gefallen sind, und wenn wir dann verstanden haben, anständig zu sterben!"
lität a b z u b r i n g e n. In den letzten Tagen ist her rumänische Ministerpräsident, wie uns von einer ihm nahestehenden Persönlichkeit mitgeteilt wird, besonders hartnäckigen Drohungen ausgesetzt gewesen. Als er diese energisch z u - rü cf mies, tat England das, was es in seiner Geschichte in solchen Fällen bisher immer getan hat, nämlich es schrittzum Mord. Calinescu wurde auf der Straße in der Nähe feiner Wohnung von gelungenen Mördern erschossen. Wie immer wurde auch dieses Manöver raffiniert angelegt, indem angeblich ehemalige Mitglieder der Eisernen Garde gedungen wurden, um damit für die Tat ein „nationales Alibi" zu schaffen und Verwirrung in der Oeffent- lichkeit über die Hintergründe dieser dunklen Tat des englischen Secret Service zu schaffen.
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Zur Ermordung Calinescus schreibt der „Deutsche Dienst": Ministerpräsident Calinescu ist den Engländern ein Dorn im Auge gewesen, seit er die von anderer Seile gewollte Einreihung Rumäniens in die „Friedensfront" der Westmächte a b - lehnte. Auf seine persönliche Initiative ist jener Kurs striktester Neutralität zurückzuführen, den Rumänien in den letzten Wochen eingehalten hat und der auch in der rumänischen Presse zum Ausdruck kam. Wenn man hinzufügt, daß Calinescu einer der Hauptträger der deutsch-rumänischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit gewesen ist und bis zuletzt viel Entgegenkommen auf diesem Gebiet bekundete, so rundet sich das Bild dieses Mannes als einer England im Wege stehenden Persönlichkeit klar ab.
Nachdem die vom Londoner Gesandten Tilea gegen Deutschland entfachte Hetze im Zusammenhang mit dem angeblichen deutschen Wirtschaftsultimatum zusammengebrochen war, mußte England auf neue Mittel und Wege sinnen, um seine brüchige „Friedensfront" auf dem Balkan und im nahen Osten entsprechend zu untermauern. Dabei ist ihm — wie im Falle „Athenia", wo Churchill einen englischen Dampfer torpedieren ließ, um den Verdacht auf Deutschland zu lenken — fein Mittel zu schlecht gewesen. Noch in den letzten Tagen meldeten englische Journalisten aus Czernowitz, das seit langem als eine Zentrale englischer Aaenten bekannt ist, daß man im dortigen Deutschen Haus 40 Volksdeutsche als Spione verhaf- t e t habe, weil sie angeblich mittels eines Geheimsenders landesverräterische Meldungen nach Berlin abgegeben hätten. Dies war offenbar der erste Auftakt zu dem noch schlimmeren .Verbrechen der Anstiftung zur Ermordung Calinescus, so daß auch diese Bluttat — ganz gleich, von welcher Seite sie auch tatsächlich durchgeführt worden sei — Englands Werk ist.
Deutschland beklagt den Tod dieses Staatsmannes, der sich gerade in der letzten Zeit in erfolgreicher Weise um die Verbesserung der deutsch-rumänischen Beziehungen und die Aufrechterhaltung einer nach allen ©eiten strikten Neutralität Rumäniens bemüht hat.
Der Lebenslauf Calinescus.
Armand Calinescu, der ermordete rumänische Ministerpräsident, wurde 1893 in Piteschti (Wallachei) geboren. Nach juristischen Studien in Bukarest wurde er in Paris zum Doktor der Staatswissenschaften promoviert. Er war zunächst als Richter in feiner Heimatstadt tätig und schloß sich der Bauernpartei Mihalache an, die sich
etwas später mit bep Siebenbürgischen National- Partei zur Nationalzaranistischen Par- t e i verschmolz. 1926 wurde Calinescu auf den Listen dieser Partei zum Abgeordneten gewählt. 1932 wurde er zum erstenmal Regierungmitglied als Unter ft aatsfefretär im Innenministerium. Im Herbst 1932 trat Calinescu nach dem Sturz der Regierung Waida-Woevod politisch in den Hintergrund und wurde erst Ende 1937 Inne n m i n i st e r der Regierung Goga. Nach der Schließung des Parlaments im Februar 1938 wurde Calinescu Innenminister und später Stellvertretender Ministerpräsident. Nach dem Tode des Patriarchen Miron hn März 1939 übernahm er selbst das Präsidium des Ministerrates und daneben auch das Heeresministermm.
Daladier
Über Frankreichs Kriegsziele.
Berlin, 22. Sept. (DNB.) Der französische Ministerpräsident Da la di er hielt am Donnerstagabend eine Rundfunkansprache, in der er sich nach 20 Tagen Krieg an die Franzosen und Französinnen wandte. Er betonte, daß das französische Oberkommando besonders wertvoll sei, weil es todbringende Verluste zu vermeiden suche. Er hege als früherer Kamerad Gefühle der Dankbarkeit und der Zärtlichkeit für feine jungen Kameraden. Herr Daladier meinte, sie wüßten, warum sie kämpften und warum sie Krieg führten. Er warnte das französische Volk vor dem Abhören der deutschen Rundfunksendungen in französischer Sprache, in denen bekanntlich immer wieder die Frage gestellt würde» wofür das französische Volk kämpft. Das Ziel des Krieges, den die französische Regierung erklärt hat, sieht Herr Daladier in der Erreichung eines totalen Sieges, um einen Frieden auf solider Grundlage zu errichten und den deutschen Anspruch auf Beherrschung der ganzen Welt zu vernichten. Ministerpräsident Daladier äußerte sich leider nicht zu der Frage, ob der von ihm erftrebte solide Friede ein Friede der noch solideren Versklavung als der von Versailles sei soll. Ebensowenig sagte er über die Gründe zu der törichten Behauptung, daß Deutschland angeblich die ganze Welt beherrschen wolle.
Dänische Lan-wirtschast durch den pfun -stürz in Schwierigkeiten
Kopenhagen, 21. Sept. (Europapreß.) Nach einer mehrstündigen Sitzung hat sich die dänische Regierung entschlossen, eine dänische Handelsabordnung nach England zu schicken, nachdem Vertreter des Kabinetts zusammen mit Vertretern der dänischen Landwirtschaft die schwebeiHen agrarpolitischen Fragen erörtert hatten, vor allein die für die dänische Landwirtschaft katastrophale Folge des ständigen Absinkens des englischen Pfundes. Die dänische Landwirtschaft fordert von Eny* land Erhöhung der Preise für Waren, die aus Dänemark stammen. Die bisher in Kopenhagen geführten dänisch-englischen Wirtschaftsverhandlungen hohen unter starkem englischen Druck gestanden- England soll auch erklärt haben, es könne der dänischen Beschwerde über die Behinderung der dänischen Schiffahrt durch die Minensperre und die Errichtung der englischen Kontrollhäfen keine Rechnung tragen. — In Esbjerg liegen infolge der englischen Minen- felder 600 Fischkutter still.


