Ausgabe 
22.10.1939
 
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Keitag, 22. September 19Z9

M. 222 Erstes Statt

189. Jahrgang

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allen Seiten umfaßten Gegners endete. Mit Wucht drängte der zahlenmäßig weit überlegene Feind nach Osten und Nordosten gegen den Bug, in der Hoffnung, der Umklammerung entkommen zu können. Aber die deutschen Truppen ließen ihn nicht los. Wieder zeichneten sich hier o st m ä r k i - sche Regimenter durch ihren hervorragenden Kampfgeist aus. An denselben Stätten, zwischen Rawa Ruska und Komarow, an denen vor einem Vierteljahrhundert ihre Väter dreimal innerhalb eines Jahres mit einem gewaltigen Geg-

Deutschland und die Reuiralen

Genf, 21. Sept. (Europapreß).Deutschland und die Neutralen" überschreibt dasJournal de Genäve" einen Artikel, in dem der Berliner Korre­spondent des großen Genfer Blattes die Haltung Deutschlands den Neutralen gegenüber den schwei­zerischen Lesern aufzeigt. Der Korrespondent schreibt:Wenn wir die deutsche Presse lesen, so hebt sich eine objektive These mit ganz besonderer Klarheit ab. Diese These lautet: Deutschland wil'l eine Lokalisierung des Krieges, England seine Verallgemeinerung: Deutschland sucht die Feindseligkeiten schnell st ens zu beenden, das Programm Englands sieht einen Krieg vor, der sich über mehrere Jahre hinzieht. Das Inter­esse Deutschlands deckt sich mit dem der Neutralen. In der Tat hat Deutschland absolut kein Interesse, den großen Wirtschaftsraum, in dem die Neutralen ihre Produktion und ihren Handel entwickeln, irgendwie reduziert zu sehen.

Unsere Jagdflieger schützen das Reich

Bilder vom Uebunqsschießen einer Jagdstaffel.

Roosevelt fordert

Abänderung des Reutralitätsgesetzes

Sondersitzung des Kongresses der Vereinigten Staaten.

PK Während die im Osten eingesetzten Kampf­flieger der jungen stolzen deutschen Luftwaffe Sieg um Sieg erringen, und jetzt, wenige Tage nach Ausbruch der Kampfhandlungen, den polnischen Luftraum beherrschen, steht der weitaus größere Teil unserer Luftstreitkräfte e i n s a tz - und st a r t- bereit in den Häfen d e r H e i m a t um jederzeit, sei es bei Tag oder Nacht, für andere Aufgaben verwendet werden zu können Insbe­sondere gilt diese Einsatzbereitschaft dem Schutze der Grenzen des Großdeutschen Reiches, dem Schutze der Städte und wichtigen Anlagen. Die rasch im Abwehrfeuer unserer Flaks und Jäger zusammen­gebrochenen Angriffsoersuche feindlicher Bomber im Norden und Westen des Reiches werden unsere Gegner hoffentlich aufgeklärt haben über den Ab­wehrkampf der deutschen Luftwaffe und ihre Ueber- legenheit Mögen es unsere Gegner nicht auf einen noch sichtbareren Beweis ankommen lassen! Dieses Vorhaben würde ihnen sehr übel bekommem

Wer einmal Gelegenheit hatte, deutsche Jagd­flieger die im Abwehrkampf eine besonders wichtige Rolle spielen, beim Heben zuzusehen,

Berlin, 22. Sept (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Bewegungen dex deutschen und russischen Truppen auf die vereinbarte Demarkations­linie vollziehen sich planmäßig und in tzestem Einvernehmen. Bei Lemberg wurden die dort kämpfenden deutschen Truppen durch russische Verbände abgelöft.

Die als Ergebnis der Schlacht bei I o m a - ;ow bereits gemeldeten Gefangenen- und Beutezahlen wachsen noch ständig.

Mehrere polnische Ausbruchsversuche aus Praga wurden abgewiesen. Auf der Strecke WarschauSiedlce wurde bei kaluszyn nach kurzem Gefecht ein feindlicher Panzerzug genommen.

178 Angehörige des Diplomatischenkorps und 1200 sonstige Ausländer konnten gestern Warschau auf dem von dem deutschen Kom­mando bestimmten Wege verlassen. Sie wurden oon deutschen Offizieren empfangen und in bereit- festellten Zügen noch in der Nacht nach Königsberg esördert. Sämtliche Ausländer sind wohlbehalten nd unverletzt.

Im W e st e n nur vereinzelte Stoßtrupp- unternehmungen. Ein französisches Jagd- jlugzeug wurde im Luftkampf abge- ! ch o s s e n.

Pinsk von den Nüssen beseht. Säuberung Wertzrutzlands und der West- lttraine von Resten der Polnischen Armee.

M o s k a u, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Amtlich wird folgendes Kommunique vom General st ab der Roten Armee über die Kampfhandlungen in Polen am 21. September bekanntgegeben:

Die Truppen der Roten Armee haben im Laufe des 21. September auch die L i n i e b e f e st i g t, die am Vortage erreicht wurde.

Die besetzten Gebiete im westlichen Weißruß­land und in der We st-Ukraine wurden von den Resten der polnischen Armee im Süden der Linie KobrinLuninez gesäubert. Abteilungen der Roten Armee besetzten um 19 Uhr am 21. Sep­tember die Stadt Pinsk und säubern die Rayons von L e m b e r g und Sarny von polnischen Offi- zlersgruppen.

Der russische Heeresbericht vom Donnerstag.

greß einberufen, um die Abänderung eines Gesetzes zu prüfen und zu verhandeln, das nach feiner ehrlichen Ueberzeugung die historische Außen­politik der Vereinigten Staaten derart ändere, daß die friedlichen Beziehungen der Ver­einigten Staaten zu anderen Län­dern dadurch beeinträchtigt würden. Er glaube, daß der Mantel des Friedens weit genug fei, alle zuzudecken. Keine Gruppe möge das Aus­hängeschild des Friedensblockes ausschließlich für sich in Anspruch nehmen. Amerika habe immer das Aeußerste getan, um den Krieg abzuwenden. Wenn es dennoch zum Kriege gekommen sei, so müsse die Regierung alles, was in ihrer Macht liege, tun, um die Vereinigten Staaten aus dem Kriege herauszuhalten. Nach feiner ehrlichen Ueber­zeugung werde sie bei diesen Bemühungen Erfolg haben. (Lauter Beifall.) Roosevelt sagte dann weiter:

Im April entwickelte sich eine neue Span­nung. Verschiedene Staaten, mit denen wir freundschaftliche Beziehungen unterhalten hatten, hatten ihre Integrität verloren oder waren dabei, sie zu verlieren. Ich sagte im Januar, daß unsere Neutralitätsgesetze vielleicht zum Vorteil von An­greifern wirken würden. Ich bitte Sie erneut, un­sere Gesetzgebung noch einmal zu prüfen. Ich -be­dauere, daß der Kongreß dieses Gesetz verabschiedet hat. Ich bedauere, daß ich dieses Gesetz unterzeichnet habe. Ich bestehe darauf, daß amerikanische Bürger und amerikanische Schiffe sich oon der unmittelbaren Gefahr des direkten Konfliktes fernhalten. (Beifall.) Ich schlage vor, dieses Land wieder auf die solide Grundlage einer realen und traditionellen Neutra­lität zu stellen. Ich bin der Ansicht, daß amerika­nische Schiffe soweit wie möglich vom Befahren der Kriegszonen abgehalten werden sollten." Diesmal sehe er keinen Grund für weitere Exekutivmaßnah­men auf Grund der Proklamation eines beschränk­ten nationalen Notstandes. Falls irgendein neues Gesetz notwendig werden sollte, werde er sofort den Kongreß zu einer neuen außerordentlichen Sitzung einberufen.

etwa zwei Meter Höhe über die Zielscheibe hin­weggefegt, so daß man ihn kaum mit den Augen verfolgen konnte. Schon kam ein neuer Jäger. Ein Zischen und Heulen ging durch die Luft, weiße Wölkchen lösten sich aus dem Flugzeug, und schon wieder ratterten die Bordwaffen und spien Funken von Stahl in das weiße Ziel. 100 Meter vom Ein­schlag entfernt saß ein Leutnant, der die Treffer und Einschläge beobachtete und aufzeichnete, damit der Schütze nachher genau sieht, wie seine Garbe lag.

Auch der Geschwaderkommandeur beobachtete das Schießen seiner Flugzeugführer genau, um bet der Kritik auf etwa gemachte Fehler hinzuweisen. Hier hat er aber wenig auszusetzen, denn Auge und Hand seiner Jäger sind gut geübt, und Schuß für Schuß sitzt sicher im Ziel. Daß der Kommandeur nicht nur Vorgesetzter, sondern darüber hinaus allen seinen Männern ein Vorbild ist, beweist er uns in einer Weise, die Respekt und Achtung einflößt. Er läßt eine kleine etwa ein mal ein Meter große Scheibe aus dickem Stahlblech schräg gegen den Himmel aufstellen. Dann steigt er in feine Jagdmaschine und braust kurze Zeit darauf donnernd über unsere Köpfe hinweg. Eine Zeitlang sehen wir nichts von ihm, bis er plötzlich aus der Ferne herabgeschossen kommt und gradwegs auf die Scheibe zuhält. Bruch­teile einer Sekunde währt die Maschinengewehr­salve, peitscht kurz durch die Luft. Drei bis vier Schüsse krachen und dort, wo auf der Wiese die Scheibe stand, sieht man nur nach Rauch, Funken und schwarze Erde umherfliegen. Die Stahlscheibe ist buchstäblich in Fetzen gegangen. Wie gesagt, es war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Können unserer Jagdflieger, was wir hier sehen. Aber ge­rade dieser Ausschnitt führte uns deutlich die Zu­verlässigkeit und den mutigen Einsatz unserer Jagd­flieger vor Augen. So wie hier beim Uebungs» schießen, so werden sie auch in ernsthaftem Einsatz ihren ganzen Mann stehen und der Gegner wird bald merken, daß der Geist eines Richthofen, Jm- melmann oder Boelcke bei unseren jungen Fliegern siegreich weiterlebt. Gröner.

Berlin, 21. Sept. (DNB.) Heute beginnt in Washington die außerordentliche Sitzung des ame­rikanischen Kongresses, in der dte Neutralitätsfrage behandelt werden wird. Dazu liegen Anträge der verschiedensten Tendenz vor. Wäh­rend eine Gruppe von Antragstellern das Neu­tra l i t ä t s g e s e tz aufheben will, so daß kriegführende Staaten in der Lage wären, unbe­grenzt in Amerika Einkäufe zu tätigen und An­leihen aufzunehmen, will eine andere Gruppe von Antragstellern die bestehenden Neutralitätsgesetze noch verschärfen. Präsident Roosevelt hatte gestern nacht eine Konferenz mit den Führern sowohl der Demokratischen wie der Republikanischen Partei. Im Anschluß an die Besprechungen wurde eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt, daß man einmütig den Standpunkt vertrat,das We-- sentlichste sei, die Vereinigten Staaten auch weiterhin im Zu st and der Neu­tralität und des Friedens zu erhalten". Die gesamte Angelegenheit solle nicht als eine Parteiangelegenheit behandelt werden. Im beson­deren sei die Frage der Benutzung von Schiffen K r i e g f ü h r e n d e r durch Ame­rikaner behandelt worden, sowie die Frage des Cash-and-carry-Prinzips, nach dem die Käufer amerikanischen Kriegsmaterials dieses auf ihren eigenen Schiffen in Amerika abholen und bar bezahlen müssen. Der republikanische Parteiführer Landon hatte vor Beginn der Konferenz eine Er­klärung abgegeben, daß der Kongreß während der Dauer des europäischen Krieges nicht ausein­ander g e h e n dürfe. Alle Maßnahmen, die Ame­rika zu ergreifen plane, müßten allein vom Ge­sichtspunkt der Wahrung der Neutralität beurteilt werden. Die fatalistische Auffassung, man werde schließlich doch in einen Krieg hinemgezogen werden, bestehe heute nicht mehr.

Für die Sondersitzung des Kongresses waren be­sondere polizeiliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Präsident Roosevelt begann seine Nede an die Senatoren und Abgeordneten um 20 Uhr. Er habe, so erklärte Roosevelt, den Kon-

der konnte sich dabei von der ungeheueren Schlag­kraft dieser Waffe überzeugen. Eine in Bereitschaft liegende Jagdstaffel zeigte uns bei einem Uebungs- scharfschießen einen Ausschnitt aus ihrem Können und führte uns die kolossale Treffsicherheit der Jäger vor Augen. Die bewundernswerten Leistun­gen erfüllten uns nicht nur mit ungeheuerem Stolz, sondern auch mit der Gewißheit, daß unter solchem Schutz die Heimat nichts zu fürchen hat. Das Ziel bildete eine auf einer Wiese aufgestellte nicht allzu große weiße Scheibe. Aus der Ferne in großer Höhe brauste ein Jagdflieger heran. Schon hatte er das Ziel entdeckt und, wie ein Raubvogel sich jäh auf seine Beute herabgestürzt, so stieß der Jäger schnell wie ein Pfeil auf das Ziel zu. Wenige 100 Meter davor krachten die Maschinengewehrsalven aus den Läufen des Flugzeuges, und die Leucht­spurgeschosse peitschten gegen die Scheibe, die wie ein Sieb durchlöchert wurde, während dahinter haushohe schwarze Erdbrocken in die Luft flogen. Ehe man sich versah, hatte der Jäger seine Ma­schine hochgezvgen und war bereits wieder in wei­ter Ferne verschwunden. Wie ein Blitz war er hi

Mißglückte polnische Ausbruchsversuche aus praga

planmäßige Besetzung der Demarkationslinie. Ausländer verließen Warschau.

gen polnischen Staates nach den gewonnenen Schlachten zuteil wird, ist gekennzeichnet durch die Einsetzung von Militärbefehlshabern, die sich die nötigen zivilen Verwaltungs­organe beigeordnet haben. Sie gehen ftn die Lösung der Aufgaben, vor die das deutsche Heer durch den plötzlichen Zusammenbruch der polnischen Armee und des unnatürlichen polnischen Staats­gebildes gestellt ist.

Inzwischen gehen die Vorbereitungen für den Angriff auf die wenigen noch von polnischen Trup­pen behaupteten Plätze, die.selbst von Herrn Cham­berlain nur noch den Namen kleinerW i d er­st a n d s i n s e l n" erhielten, planmäßig vor sich. Mit der Ruhe und Gründlichkeit, die der deutschen Heeresleitung stets eigen waren, wird die Ein­nahme von Warschau eingeleitet. Die Ver­teidigung von Warschau, die aus regulären Trup­pen und vielen zu sinnlosem Widerstand aufgehetz­ten Einwohnern besteht, versucht inzwischen durch Deklamationen über ausländische Sender die hoff­nungslose Lage zu beschönigen. Der Kampf des deutschen Ostheeres um die polnische Hauptstadt hat noch nicht begonnen. Bisher wurden nur Erkundungen vorgenommen und Vorbereitun­gen getroffen. Der Beginn der Aktion selbst wird im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht

Hier kommt keiner durch.

Hunderttausende deutscher Volksgenossen haben in den letzten Wochen den Westwall-Film gesehen und mit Staunen und Bewunderung fest- gestellt, was dort an der Westgrenze unseres Vater­landes geleistet worden ist. Sie alle und besonders die, denen der Besuch des Films nicht möglich mar, werden mit Interesse die Schrift zur Hand nehmen, die der militärische Sachbearbeiter des Films, Hauptmann im Oberkommando des Heeres, R. Th. Kühne, soeben in I. F. Lehmanns Verlag, Mün­chen, erscheinen lieh: Der Westwall. Undurch­dringliche Abwehrzone aus Stahl und Beton an Deutschlands Westgrenze. (Mit 50 Bildern und Karten. Preis 1 Mark.) Schutzlos lag das deutsche Land, gefährdet um so stärker, als auf der Gegen- eite in jahrelanger Arbeit mit riesigen finanziellen und technischen Mitteln die Maginot-Linie aufge­baut wurde, eine Festungsanlage, die, solange wir wehrlos waren, nicht nur defensiv gedacht mar, son­dern in höchstem Maße eine ständige offensive Drohung darstellte. Hauptmann Kühne erzählt man­ches Interessante über die Maginot-Linie, die mir nun heute nicht mehr zu fürchten haben. Denn ihr gegenüber erstreckt sich dank der Tat des Führers viel ausgedehnter, viel tiefer, viel stärker und siche­rer der nach Große und Anlage einzigartige West- mall. Hauptmann Kühne schildert in seiner Schrift überaus fesselnd, roie das Werk zustandekam, melche ungeheuren, kaum vorstellbaren Mengen von Baustoffen herangebracht roerben mußten, melche Leistungen Reichsbahn und Reichspost vollbrachten, roie die Organisation Todt die Arbeitermassen her­anbrachte und die DAF. sie betreute. Wer diese Bilder sieht, kann keinen anderen Gedanken haben als den: Hier kommt keiner durch. Und alle die, deren Männer, Väter, Söhne, Brüder die Wacht am Westwall halten, werden beruhigt feftstellen, roie für deren Sicherheit und körperliche Betreuung auch das Allerletzte getan worden ist. Wer die Aufenthaltsräume unter der Erde, die Waschge­legenheiten, die Küchen, aber auch die Hohlgänge und Panzerwerke sieht, abgesehen van den Höcker­hindernissen, Gräben, Steilhängen, Drahtgeflechten und den Anlagen der ungeheuren Luftbefestigungs- zone West, der wird beruhigt feststellen, daß der Führer und das deutsche $olf, gestützt auf den Westwall, jede Belastungsprobe ertragen und den Sieg erkämpfen werden.

Besetzung von Grodno, Kowel und Lemberg

Moskau, 21. Sept. (DNB.) Amtlich wird fol- iiende Verlautbarung des General- iabes der Roten Armee über die Kamps- Wandlungen in Polen vom 20. September ausg-e- ^eben*

Iw Laufe des 20. September haben Abtei­lungen der Roten Armee weiter polnische Abtei­lungen in die Enge getrieben und bis zum Ende les Tages besetzt: Im Norden im westlichen Weißrußland die Stadt G.r ob no; im Süden in der Westukraine die Städte Kowel und Lemberg. In der Zeit vom 17. bis 20. Septem­ber haben die Truppen der Roten Armee drei polnische Infanteriedivisionen ent­waffnet, ferner zwei Kavalleriebrigaden und zahlreiche kleinere Gruppen der polnischen Armee. I ts wurden nach bei weitem nicht vollständigen

Angaben über 60 000 Soldaten und Of ° I ii^iere gefangen genommen. Die befestigten

Lonen von Wilna, Baranowicze, Molo- I i e c n o und Sarny wurden mit voller Aus- iüftung, Artillerie und Munition besetzt. Unter bem zahlreichen erbeuteten Kriegsmaterial wurden b t s- 1er 280 Geschütze und 120 Flugzeuge

I gezählt. Die Zählung der Beute wird fortgesetzt. *

Mit den auf die festgelegten Demarkations­linien vorrückenden sowjetrussischen Truppen mirbe von Teilen ber deutschen Wehrmacht an mehreren Stellen die Fühlung ausgenommen.

Befeitiguna derWiderstandsinselli".

Zum heutigen Lagebericht des Oberkommandos der Wehrmacht.

Berlin, 21. September. (DNB.) Zum Bericht iss Oberkommandos der Wehrmacht vom Donners- tig schreibt der Deutsche Dien st:

Unter den großen Taten des deutschen Ostheeres, ton denen der Oberbefehlshaber des Heeres in fev rem Tagesbefehl sprach, hebt sich neben der ge­waltigen SchlachtimWeichselbogen, deren : E rgebnis sich von Stunde zu Stunde weiter erhöht, ter Sieg von Zamocz u n b Tomaszow cb. Hier, norbwestlich Lembergs, haben «n der früheren Grenze zwischen Galizien und Kon- xreßpolen Fußtruppen und motorisierte Verbände, ; ton der Luftwaffe unterstützt, gegen polnische l ebermacht eine mehrtägige Schlacht geschlagen, Die nit der völligen Kapitulation des von

ner rangen, wurde ihnen heute der Sieg in einer Vernich tun gss chlacht zuteil. 60 000 Gefangene und 130 Geschütze blieben in den Händen des Siegers.

Während an zahlreichen Stellen des weiten pol­nischen Raumes von deutschen Truppen Aufräu­mungsarbeiten vorzünehmen sind, vollzieht sich auf den am weitesten nach Osten vorgeschobenen Ab­schnitten die Fühlungnahme mit den sow­jetrussischen Regimentern. Für den Geist, der hierbei die beiden Heere erfüllt, ist die Tatsache bezeichnend, daß die Kampfabschnitte, z. B. vor Lemberg, roie bei einer Ablösung übergeben werden. Die Einzelheiten über die Durchführung der nötigen Maßnahmen werden in­zwischen von deutsch-russischen gemischten Kommis­sionen ausgearbeitet.

Die Befriedigung, die weiten Teilen des ehemali- angekündigt werden.