llr.195 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Dienstag, 22. August (YZ9
Anloy-Feier im OWecheim des Znf.-Regis 116
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die dem König treu ergebene Gemahlin auf die Bühne. Für die Massenszenen hatten sich Einheimische zur Verfügung gestellt. Die umrahmende Musik, die Musikdirektor Hans Petsch geschrieben hatte, stellte das Kurorchester. Alles in allem eine Darstellung, die der Reichsidee packenden Ausdruck verlieh. Die überaus zahlreichen Besucher spendeten reichen Beifall, der außer den Spielern auch dem Dichter galt. Paul Karnowski.
Im Vorprogramm laufen eine Wochenschau der Tobis und ein volkskundlich betonter Kulturfilm aus dem winterlichen Bayerischen Walde.
Hans Thyriot.
Postamtmann Lotz. — (Aufnahme: Prioatbesitz.)
Postamtmann Lotz wurde im Jahre 1881 in Diez a. d. Lahn geboren, besuchte in seiner Heimatstadt das Realprogymnasium und trat im Jahre 1897 in den Postdienst ein. Nach seiner Verwendung in verschiede.
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Der Jäger aus Kurpfalz.
Die muntere Weise vom Jäger aus Kurpfalz ge- hört zu den bekanntesten deutschen Volksliedern. An die Gestalt des viel besungenen Weidmanns knüpfen mancherlei Legenden und Anekdoten an. Kein Wunder, daß dieser volkstümliche Nimrod oft auch von Künstlerhand dargestellt wurde. Am reizvollsten schildert den Jäger aus Kurpfalz, hoch zu Roß, wie er hinter einem Hirsch her stürmt und drei Weid- qesellen im Gefolge hat, jene vielbewunderte Frankenthaler Porzellangruppe, die zu den Glanzstücken des MannheimerSchloß- museums zählt. Diese kostbare Darstellung ist nun dem prächtigen Jagdsaal einverleibt worden, der zu den herrlichen Prunkräumen gehört, die dieser Tage im Ostflügel des Mannheimer Schlosses eröffnet wurden und vor allem das Wesen des Barocks als Lebensstils widerspiegeln. Auch wer die schönen Porzellanschöpfungen bereits kennt, wird sich freuen, den „Jäger aus Kurpfalz" jetzt in einem Rahmen betrachten und erneut bewundern zu können, in dem das prachtvolle Werk besonders wirksam ist.
Das Gemälde von Professor Jank. Wiedergabe nach einer eigenen Aufnahme des Gießener Anzeigers (Neuner).
breit von der benachbart kämpfenden 21. Infanterie« Division nichts zu sehen und zu hören war, da zu ihr eine breite, unbesetzte Lücke bestand, Führe? und Truppe in ihrem Willen, den Feind zu schlagen, wankend machen konnten; wie immer wiedey da, wo die Lage schon aussichtslos erschelnen konnte, umsichtige und tapfere Unterführer eine Heldenschar zusammcnrafften und mit ihrem Einsatz die Gefahr abwandten; wie dann nach unsäglich schwerem Ringen unter ungeheuren Verlusten ami Abend der Sieg über die gewaltige feindliche Neber-, legenheit errungen wurde. Deutlich haben sich irt diesem Gefecht die überagende Schießausbildung und der dem deutschen Infanteristen der Vorkriegszeit aner^gene ungestüme Angriffsgeist und seine hohe Moral erwiesen, Eigenschaften, die gerade irt dem Regiment Kaiser Wilhelm hervorragend ver« treten waren.
An den mit stärkstem Beifall aufgenommeneni Vortrag schloß sich ein kameradschaftliches Beisammensein der Teilnehmer. Bei der Festtafel wurde das erste Glas dem Führer und Obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht geweiht. Irr den Stunden des Zusammenseins wurden viele Erinnerungen der Kriegs- und Vorkriegszeit ausgetauscht und die Zusammengehörigkeit der Käme- raden des alten und des neuen Regiments wie schon oft bei gemeinsamen Feiern bekräftigt. Alle Teilnehmer haben einen erhebenden Eindruck von der schönen Erinnerungsfeier mitgenommen. W.
Oer neue Leiter des Postamts Gießen.
Die Leitung der Postamts Gießen hat am 17. Aug. Postamtmann Lotz, seither in Frankfurt (Main), übernommen. Die Einführung erfolgte heute in feier- licher Form durch den Präsidenten der Reichspost-. direktion Frankfurt (Main).
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Hochschulnachrichten.
Professor Dr. August S k a l w e i t, Ordinarius für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Frankfurt, beging am 21. August seinen 6 0. Geburts - t a g. 1879 in Hannover geboren, habilitierte sich Skalweit 1910 in Berlin und wirkte von 1913 bis 1921 als Ordinarius der Staatswjfsenfchaft in G i e - ß e n , wo er 1915/16 nebenamtlich auch Vorsitzender des Oberhessischen Viehhandelsverbandes war. 1916 bis 1919 war Skalweit Referent im Reichsernährungsministerium, 1921 bis 1923 lehrte er in Bonn, später in Kiel. 1926/27 führte ihn eine Forschungsreise nach Südamerika. Neben Untersuchungen über Kriegsernährungswirtschaft veröffentlichte der Gelehrte Arbeiten über das Pachtproblem, über Agrarpolitik und über die europäische Einwanderung in Südamerika.
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Freilicht-llraufführung in Hersfeld: „Oie Stunde des Kaisers".
Wunderbar ist der Rahmen der alten Stists- ruine, die dem Hersfelder Freilichtspiel Bühne, Kulisse und Zuschauerraum gibt. Silhouettenhaft heben sich die gewaltigen Mauern vom gestirnten Nachthimmel ab. Das Licht der Scheinwerfer fällt nur auf das Eingangsportal, den hohen Chor und einen Teil des mächtigen Kathrinenturms. Hier rollen sich in fünf Bildern die Geschehnisse um Heinrich IV. ab. Wir fühlen uns um Jahrhunderte zurückversetzt. Der Dichter, Erich Bauer, Dramaturg der Frankfurter Städtischen Bühnen, der sich schön durch die von ihm für die Steckelburg bei Schlüchtern und die Kaiserpfalz Gelnhausen geschaffenen Freilichtspiele einen Namen gemacht hat, hat auch „Die Stunde des Kaisers" geschrieben. In Anlehnung an die geschichtlichen Tatsachen hat er Heinrich IV. in dichterischer Freiheit zu einem sein Ziel unentwegt verfolgenden Wahrer des Reiches und der Reichsidee gestaltet. Heinrich muß vor den Sachsen fliehen und findet bei dem, Kaiser und Reich treu ergebenen Hersselder Abt Aufnahme. Hier, wo auch noch die Letzten seiner Getreuen von ihm abzufallen drohen, erlebt er seine große Stunde. Die Kunde von einer Revolte des Sachsenvolkes, die ausbrichl, während die eigensüchtigen Fürsten in Mainz über den Kaiser zu Gericht sitzen, ist ihm ein Zeichen des Himmels. Bei diesem Geschehen können ihm auch die Fürsten die Gefolgschaft nicht versagen. Und so zieht er mit einem großen Heere gen Sachsen, schasst Ordnung und sichert das Reich. Und jetzt hält er auch die Macht in Händen, die das Papsttum, das unter Gregor VII. seine Aufgaben verkennt und die weltliche Macht erstrebt, in seine Schranken weisen wird. Recht geschickt hat der Verfasser die hier nur kurz skizzierten großen Gedanken gestaltet. Schauspieler aus den verschiedensten Gauen des Reiches waren ihnen sich tief cinfüh- fcnbe Interpreten. Horst Reichel vom Bayerischen Staatstheater in München gestaltete den König mit Würde und Ernst. Für den Verräter Benno setzte Wolf Richard Zesche vom Landestheater Schleswig alles Können ein, um ihn glaubhaft auf die Bühne zu stellen. Der schlichte Abt fand in Hans Konrad Goeseke, Schleswig, einen würdigen Vertreter. Den Bruder Fabian, der unter den Mönchen die Ideen eines Gregor VII. vertrat, gab Horst Leitmüller, Düsseldorf, mit Eindringlichkeit und Stärke. In stiller Anmut stellte schließlich Rose Gerstenberg vom Deutschen Theater in Berlin
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_ Dion brauchte auch nicht die erste Szene dieses 8 Ims zu sehen, um sich sogleich an ihn erinnert Ji fühlen. Er hat in „Irrungen, Wirrungen" diese ^schichte längst geschrieben, und es ist einer der ur vergänglichen deutschen Liebesromane daraus geworden. Hier haben wir das gleiche Thema, den pichen Konflikt, den gleichen Schauplatz und bei- ü>lhe auch die gleiche Zeit. Ein aktiver preußischer Offizier und eine kleine Verkäuferin in einem ölumengeschäft ... und kein flüchtiges Abenteuer, oibern eine wirkliche, große Liebe. Das kann kein Utes Ende nehmen. Aber der alte, weise Fontane, große Realist, der Menschen- und Lebens- feuner, wußte auch, daß es zwischen dem billigen urtD rosenroten happy end und dem unwiderruflich 5i lichen Ausgang noch em Drittes gibt in solchen icrfnungslofen Fällen, eine schmale Mitte ... die löt er, für seine Geschichte, seinen Gardeoffizier und eine Geliebte, gewählt. Das soll nicht gegen diesen st in sprechen: es gibt auch die hier bevorzugte 9iäglichkeit, einen Konflikt zu beenden. (Nicht zu ojen, „Selbstmord ist keine organische Lösung".) 'Ibn wird indessen kaum um die Feststellung her- | irfommen, daß der Stoff nichts ursprünglich oder cor ausschließlich Filmisches an sich habe; wo er t=r die Form und Reichweite einer Erzählung ä ausgelangt, geschieht es in äußeren, räumlichen, ibimungsmäßig-bildhaften Elementen; wie er hin- tt der Erzählung zurückbleibt, wird man an einer 3 Iftalt wie dem (von Karl Martell mit takt-
die Spender, aber auch an den leider an der Teilnahme verhinderten Maler des Bildes, Professor Jank. Er übernahm das Gemälde in die Obhut des Offizierkorps des Infanterie-Regiments 116, in dessen Offizierheim es einen würdigen Platz findet. Er führte aus, wie wertvoll das Bild für die jungen Soldaten des neuen Regiments sei, die in ihm sehen würden, wie ihre Väter und Großväter zu kämpfen, zu siegen und zu sterben wußten. In Zukunft werde der Unterricht über die Geschichte des Traditions-Regiments den jungen Rekruten stets angesichts des Bildes im Offizierheim abgehalten werden.
Im Anschluß an die Feierlichkeit der Uebergabe des Gemäldes hielt Hauptmann d. R. Studienrat Schad einen nach Form und Inhalt vollendeten Vortrag über den Verlauf des Gefechts von Anloy. In klarer Weise führte er zunächst in kurzen Strichen aus, wie nach der Mobilmachung und dem Aufmarsch die ersten beiderseitigen Heeresbewegun- gen verliefen, wie aus dem Ansatz der Heeres- körper, an dieser Stelle des Kriegsschauplatzes, dem offensiven Einsatz sowohl der deutschen wie der französischen 4. Armee, sich die gewaltige Bewegungsschlacht beiderseits Neufchateau in Belgien entwickelte, von den Franzosen, die in der Entfaltung voraus waren, auf den meisten Teilen des Schlachtfeldes mit erheblicher Ueberlegenheit an Zahl geführt. Er ging dann näher auf die Kämpfe der 25. Infanterie-Division auf dem rechten Flügel der 4. Armee ein und schilderte darauf in allen Einzelheiten die Kämpfe des Infanterie-Regiments 116, das auf dem linken Flügel der 25. Infanterie- Division beiderseits Anloy zum Angriff vorging.
Besonders fesselnd waren die Ausführungen des Vortragenden dadurch, daß er die Zuhörer an Hand der neuesten Forschungen über die Kampfhandlungen der Franzosen in dieser Schlacht immer wieder bei den einzelnen Phasen der Kämpfe auf die Gegenseite führte. Er stellte dar, wie das Regiment, gegen das die Franzosen zunächst das 59., dann das 14. und schließlich das 83. Infanterie-Regiment, also dreifache Ueberlegenheit, eingesetzt haben, in wechselndem Kampf, in schwierigstem, unübersichtlichem Gelände, im schwersten Feuer, in oft sehr kritischen Lagen immer wieder ungestümen Angriffsgeist, unbedingten Siegeswillen zeigte; wie keine Schwierigkeit der Lage,' nicht örtliche Durchbrüche weit überlegener französischer Massen durch Lücken oder dünn besetzte Teile der Gefechslinie, nicht die Gefahren in der ungeschützten linken Flanke, wo weit und
Zur Feier der 25. Wiederkehr des Tages der Feuertaufe des ehemaligen Infanterie-Regimentes Kaiser Wilhelm Nr. 116 bei Anloy in der Schlacht bei Neufchateau am 22. August 1914 hatten sich — wie man uns berichtet — am Samstag die Angehörigen des alten Offizierkorps sowie Vertreter der Kameradschaften ehem. 116er mit dem Offizierkorps des Traditions-Regiments, des wiedererstandenen Infanterie-Regiments 116, in dessen Offizierheim zusammengesunden. Als Ehrengast wohnte Oberbürgermeister Ritter der Feier bei.
Eine besondere Bedeutung erhielt die Erinnerungsfeier durch die Uebergabe des im Auftrage der Offiziere des alten Regiments 116 von Professor Angelo Janks Meisterhand geschaffenen Gemäldes „Gefecht bei A n l o y " an das Traditions-Regiment. Die Kosten des Bildes find durch hochherzige Spenden der Kameradschaften der ehem. 116er, Offiziere und Mannschaften, aufgebracht worden. Den Spendern sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt.
Zu Beginn der Feier sprach der Führer des Traditionsuerbandes, Major a. D. W o t j, nach Begrüßung der Anwesenden, insbesondere des Offizierkorps des neuen Infanterie-Regiments 116, an feiner Spitze der Regimentskommandeur, Oberst Herrlein, der alten 116er, ihrer Kameradschaftsführer, des Oberbürgermeisters und der Damen, über den Anlaß der Feier, über die Stiftung des Bildes und über das, was es darstellt, nämlich den Augenblick im Kampfe des I. Bataillons, von dem die Regimentsgeschichte berichtet: „Mutig trug der Sergeant Pister, umzischt von zahlreichen Geschossen, die entfaltete Fahne des Bataillons mit den stürmenden Kompanien nach vorn." Bei allen Anwesenden erregte das hervorragend gemalte Schlachtenbild größte Bewunderung. Aeußerft naturwahr ist die Landschaft wiedergegeben, packend und lebendig die Kampfhandlung dargestellt. Man sieht, wie in jedem Gesicht, in jeder Bewegung der ungestüme Drang nach vorwärts, der feste Wille zum Sieg ausgedrückt ist. Bei der Uebergabe des Bildes an das Traditions-Regiment gedachte Major Wolf mit ehrenden Worten der 13 Offiziere und 412 Unteroffiziere und Mannschaften, die im Gefecht bei Anloy, und der vielen Kameraden, die im weiteren Verlause des Weltkrieges den Heldentod für ihr Vaterland starben. Die Anwesenden erhoben sich zu ihren Ehren von den ritzen.
Der Regimentskommandeur, Oberst Herrlein, antwortete mit herzlichen Worten des Dankes an
„Die Geliebte."
Lichtspielhaus.
Man braucht nicht die Musik zu hören, die oer- khollrnen Schlager von 1909, man braucht nicht die ostürne, die Uniformen, das Automatenrestaurant Äs letzte Neuheit und die gute, alte Droschke zu /hen, nicht einmal die Jugendstil-Umrahmung der - itelzeile des Bildstreifens, um zu wssien, daß man joch hier in einer fernen Zeit befindet, in der ver- lungenen Welt vor dem Kriege. Daß dies in Ber- Im geschieht, wird durch den Dialog und den Dia- l-Ikt (einiger Nebenfiguren) unmißverständlich klar; cm Dialog wird aber außerdem auch bemerkbar, !nß das Drehbuch — nach einer Idee von Eva 1 e i d m a n n — von Walter von Hollander swmmt. Hollander ist ein feiner, stiller, kultivierter Schriftsteller, einer der wenigen Romanciers, die l'ute berufen scheinen, die Tradition Fontanes "sort- ^lführen.
voller Reserve gegebenen) Rittmeister von Diewitz bemerken.
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Nach dieser notwendigen Einschränkung ist zu sagen, daß sowohl der Drehbuch-Autor Walter vom Hollander als auch der Spielleiter Gerhard Lamprecht das Thema so zart und behutsam und mit soviel spürbar künstlerischem Instinkt angefaßt haben, wie man es sich nur wünschen kann. Man erlebt also die kurze und traurige Geschichte einer großen Liebe, die eigentlich schon bei der ersten Begegnung der beiden Liebenden zum Tode verurteilt ist (was durchaus nicht wörtlich verstanden zu werden braucht.) Man erlebt die leisen, noch heiteren Anfänge, das stille, ungetrübte Glück, das unwiderrufliche Ende. Alles wird eben so deutlich, daß es verständlich ist, nichts übertrieben oder überbetont; Lamprecht versteht es, eine Szene auszu- spielen, ein Bild sprechen zu lassen, eine Andeutung, eine flüchtige Stimmung, ein kleines Symbol wirken und nachklingen zu lassen.
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Und er konnte, dies war entscheidend, für die Titelrolle die Schauspielerin Viktoria von Baltas k o einsetzen, eine bezaubernde Geliebte. Man bat sie zuvor in manchen Rollen gesehen, aber in feiner so anmutig, fein und beseelt, so bedingungslos hingegeben an ein Gefühl, so strahlend von Zärtlichkeit ... und so hoffnungslos zu Tode betrübt und verzweifelt; man versteht sogar, daß rhr zuletzt keine andere Möglichkeit, kein Ausweg mehr bleibt ... ober zu bleiben scheint.
Willy Fritsch ist ihr Partner Abalbert non Warp Oberleutnant in einem vornehmen Kavallerie-Regiment: ihm liegen solche Rollen sehr, unb er nimmt bie Figur so nobel unb auch so grablimg, wi7 ste sein muh. Grethe Weiser gibt dos ber- linerisch-realistische Gegengewicht gegen bas klare olles beherrschenbe unb ausloschenbe Gefühl ber Freundin. Ein paar gute, lebenbig unb stllgerech abgerunbete Nebenfiguren steht man von Paul Bildt Erich Siebter, Lotte Petke, Elsa ffiagner unb Pau, Otto. Die Musik schrieb Horst Hans Sieber, an ber Kamera stand Re,- mar Künste. - Der Film eine Produktion ber Ufa erhielt bas Prädikat „Künstlerisch wertvoll .
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Aus der Stadt Gießen.
Schwarz gegen Weiß.
Es ist keineswegs ein sportliches Ereignis und Wofern nicht von erheblicher Bedeutung. Auch der Vorgang an sich würde weiter nichts auf sich gehabt hiben, höchstens, daß er einem Überempfindlichen «elleicht Gelegenheit gegeben hätte, einige unangebrachte Stoßseufzer zum Himmel zu schicken. Aber iirauf kommt es gar nicht an. Bemerkenswerter ^schienen nämlich die Umstände, die die Sache aus alltäglichen Rahmen hoben, und sie solchermaßen L einem heiteren Zwischenspiel gestalteten.
In der langen Wohnstraße herrschte um diese stunde kein sonderlicher Betrieb. Dafür war es ja cich noch zu früh. Hinter manchem Fenster zeigten fch noch die fest zugezogenen Gardinen, und wenn fj) hin und wieder eine Haustür öffnete, dann stürzte listig jemand heraus, um rasch um die nächste Straßenecke zu verschwinden. Ganz am Ende der Straße wurde auch mal ein Hund sichtbar, dem die terrin offenbar Gelegenheit gegeben hatte, die von br Nachtruhe steifen Glieder ein wenig zu rühren. Iber bann kam ein Bäckerjunge pfeifend feines l^eges. Er hatte eine Anzahl weißer Beutel in der fand, die er an die Türklinken der verschiedensten fünfer hing. Seine Arbeit ging ihm rasch von der fand. Sozusagen im Vorübergehen nahm er die Keren Brötchenbehälter von den Klinken ab und gab dc gefüllten dafür hin. Dabei pfiff er unentwegt mit jm jugendlichen Uebermut feiner vierzehn oder snfzehn Jahre.
Mit einemmal fetzte das Pfeifen mitten in einer fywungvoll begonnenene Melodie aus. Zweifellos trar eine Störung aufgetreten. Und tatsächlich, die Störung wurde sichtbar in Gestalt eines kleinen Schornsteinfegers. Er war augenscheinlich ein Lehr- Ihg desselben Alters wie der Bäckerlehrling. Ob sie tun in jungenhafter Manier etwas miteinander zu (lebigen hatten, ober ob sie in ber klar zur Schau tetenben Gegensätzlichkeit ihrer Berufstracht einen gründ zur Feindseligkeit erblickten — wer kann es Men? Jedenfalls betrachteten sie sich zunächst sehr «qwöhnisch, bann gab es ein paar hitzige Reben hin hb her, und plötzlich war eine schöne Rempelei im fange. Der Schornsteinfeger warf sein Handwerks- ,-ug auf den Bürgersteig, der Bäckerjunge legte seine rrötchenbeutel daneben, und dann bearbeiteten sie sch kräftig mit den Fäusten.
Das Zwischenspiel mit stäubendem Ruß und Mehl huerte nicht lange. Beide hatten bald genug und afften ihre Utensilien wieder auf. Ihre Berufstracht latte indessen eine erheiternde Verwandlung er- Ifcfjren. Während sich nämlich auf dem schwarzen Kit- tl des Schornsteinfegers einige Helle Flecken ab- riichneten, war die vorher so strahlend Helle Jacke Bäckerjungen beinahe zebraähnlich gestreift. So »kennzeichnet, strebten sie auseinander, der Bäcker- finge auf seinen Brötchengang, der Schornsteinfeger j:r nächsten Arbeitsstätte. In der Straße aber war er wieder so still wie vorher, ehe ber Vorhang über dm seltsamen unb äußerst reizvollen Turnier rwarz gegen Weiß aufgezogen würbe.
H. W. Sch.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria - Palast (Seltersweg): „Die barmherzige 2ige". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die ^liebte".
Verbesserung
in der Krastfahrzeugversicherung.
FWD. Eine für alle Kraftfahrer wichtige Neu- : gelang ist kürzlich von der Kraftfahrzeugversiche- mna eingeführt worden. Während früher beim Weg- all des Wegnis (Verkauf, Vorschrottung usw.) der Versicherungsbeitrag des laufenden Jahres dem Ver- icherer verfiel, wird jetzt eine Beitragsverrechnung Rier -rückzahlung vorgenommen. Der Wegfall des Kraftfahrzeuges muß — wenn der Kraftfahrer auf een vollen Satz der Rückvergütung Anspruch er- eebt — dem Versicherer innerhalb von 14 Tagen Tütgeteilt werden, andernfalls verfällt der Beitrag Hs zur Anmeldung.
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