Im Geiste von Hellas und ORom. rxeichsminister Rust eröffnet den Internationalen Kongreß für Archäologie.
aus dem das Deutschland der Vorkriegszeit Holz, Flachs, Weizen, Felle, Petroleum ufw. bezog, mährend die Russen die besten Abnehmer für die Erzeugnisse unserer hoch entwickelten Industrie waren. Auch heute noch führt die Sowjetunion mit Ausnahme von Weizen die gleichen Waren aus, anderseits bleibt sie auf lange Jahre hinaus für de u t- s ch e Jndustrieerzeugnisse sowie für Maschinen unbegrenzt aufnahmefä h i g. Trotz der inzwischen fortgeschrittenen Industrialisierung der Sowjetunion ist der Bedarf an neuen Maschinen sehr stark, dct erfahrungsgemäß die beginnende Industrialisierung derart weiter Gebiete zunächst bei der gewissermaßen groben Verarbeitung der Rohstoffe einfetzt.
Die Anbahnung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ist nach dem Kriege zunächst nur zögernd vonstatten gegangen. Von 1924 an hat dann die deutsche Industrie Lieferungen großen Umfanges nach Sowjetrußland ausgeführt, so daß dieser Staat zeitweilig einen hervorragenden Platz in der deutschen Ausfuhr einnahm. Aber schon vor der Machtübernahme war der Handel stark gesunken. Im letzten Handelsabkommen von 1935 war den Russen ein Warenkredit von 200 Millionen R M. zur Verfügung gestellt worden, der aber erst im Laufe dieses Jahres erschöpft wurde. In den letzten Jahren bezog Rußland seine Waren aus den USA. und aus England, während es sich im Verkehr mit Deutschland hauptsächlich darauf beschränkte, Ersatzteile für früher gelieferte deutsche Maschinen bei uns zu bestellen. Das aber widersprach offensichtlich dem natürlichen Austauschbedürfnis der beiden Staaten. Run ist ein neues Abkommen geschlossen, das zunächst 200 Millionen RM. als Warenkredit zur Verfügung stellt, ähnlich wie es schon 1935 geschehen ist. Die Rückzahlung dieses Kredits erfolgt durch Waren im Laufe einiger Jahre nach genau vereinbarten Fristen. Darüber hinaus ist ein Handelsabkommen getroffen, das für zwei Jahre die Lieferung von Waren für 180 Millionen RM. aus Sowjetrußland zum Gegenstand hat. Dieser Betrag kann aber durch beiderseitige Vereinbarung noch eine Erhöhung finden. Damit ist der Handelsverkehr zwischen Deutschland und der Sowjetunion auf eine neue Grundlage gestellt und wird die Aufgabe erfüllen, einen Austausch herbeizuführen, der den natürlichen Bedürfnissen gerecht wird.
Konferenz der Oslostaaien.
Besprechungen über Neutralitäts- und Unabhängigkeitspolitik.
Brüssel, 21. Aug. (DNB.) Wie amtlich verlautet, wird am Mittwoch in Brüssel eine Konferenz der Oslostaaten eröffnet werden, zu der die Außenminister der sieben Oslostaaten — Belgien, Holland, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland — in Brüssel erwartet werden. Das Konferenzprogramm ist noch nicht festgelegt worden, jedoch nimmt man an, daß im Mittelpunkt der Besprechungen die N e u t r a l i t ä t s - und Unabhängigkeitspolitik der Oslo- Staaten stehen wird, außerdem die Probleme des Sanktionsartikels 16, die Versuche Englands, den neutralen Staaten unerwünschteGarantien aufzuzwingen, die Frage der Ueberfliegung des Gebiets der neutralen Staaten im Kriegsfälle sowie wirtschaftliche Probleme.
Zu Artikel 16 wurde die Stellungnahme der neutralen Staaten schon auf der Kopenhagener Tagung im Juli v.J. festgelegt. Die Oslostaaten wie auch andere Länder haben festgestellt, daß die Sanktionsverpflichtungen nicht mehr als allgemeinbindend betrachtet werden können. Bei Ueberfliegung neutralen Gebietes durch Flugzeuge kriegführender Mächte — ein Problem, das besonders Belgien und Holland betrifft — wird nach belgischer Auffassung die belgische Luftverteidigung gegen jedes Militärflugzeug, das Belgien überfliegt, aktiv vorgehen. Eine entsprechende Auffassung ist auch schon von der holländi- fchen Regierung bekanntgegeben worden. Zu der Garantiefrage wird schließlich in unterrichteten Kreisen betont, daß Belgien ebenso wie auch Holland und die skandinavischen Staaten jede Auf- zwingung einer unerwünschten Garant i e a b l e h n t, da es sich durch die bestehenden Garantien Deutschlands, Englands und Frankreichs als genügend gesichert betrachtet. Von amtlicher belgischer Seite wird schließlich darauf hingewiesen, daß der bevorstehenden Konferenz kein außerordentlicher Charakter beizumessen sei. Es handele sich um die seit der Osloer Konferenz ü b - liche jährliche Zusammenkunft der betreffenden Staaten. Nachdem die Besprechungen der letzten Jahre in Kopenhagen stattgefunden hätten, sei dieses Jahr die Reihe ohnehin an der belgischen Hauptstadt.
Ministerbesprechungen in London.
London, 21. Aug. (Europapreß.) Kurz nach seiner Rückkehr aus Schottland empfing Ministerpräsident Chamberlain am Montagvormittag den fast zu gleicher Zeit in London eingetroffenen Außenminister Lord Halifax. Der Außenminister war um 6.30 Uhr früh von seinem Landsitz Pork- shire, wo er sich am Sonntag nur wenige Stunden hatte aufhalten können, zurückgekehrt und hatte noch in den frühen Morgenstunden seine Tätigkeit im Außenministerium ausgenommen, um die von den verschiedenen europäischen Hauptstädten eingelaufenen Berichte zu studieren und sich über die letzte Entwicklung im Fernen Osten unterrichten zu lassen. Die Besprechungen, die Chamberlain am Montagvormittag mit Lord Halifax hatte, wurden am Nachmittag fortgesetzt. Lord Halifax war Gast Chamberlains in Downing Street zum Mittagessen. Nacheinander empfing der Ministerpräsident dann die Minister für Materialbeschaffung, Bürgin, Innenminister Sir Samuel Hoare und Schatzkanzler Sir John S i m o n. Kriegsminister H o r e - Belisha traf im Flugzeug am Montagnachmittag in England ein. Hore-Belisha, der vor seinem Abflug aus Paris eine einstündige Unterredung mit Ministerpräsident Daladier hatte, wird noch vor der Kabinettssitzung am Dienstag die Eindrücke, die er in Paris gewonnen hat, Chamberlain und Halifax übermitteln. An der Dienstagsitzung nehmen alle Minister mit Ausnahme des Lordkanzlers Lord Maugham teil, der sich in Kanada befindet.
Oie Militärbesprechungen in Moskau.
L o n d o n , 21. August. (Europapreß.) Die englischfranzösisch-sowjetrussischen Militärbesprechungen in Moskau, die am Montag wieder ausgenommen wurden, haben knapp drei Stunden gedauert. Sie waren ursvrünglich auf mindestens vier Stunden bemessen um. sollten am Nachmittag fortgesetzt werden.
Berlin, 21. Aug. (DNB.) In der Universität Berlin wurde von Reichsminister Rust der 6.Jn- ternationale Kongreß für Archäologie eröffnet. U. a. sah man den verehrungswur- digen Altmeister der Archäologie, Wilhelm D ö r p- feld Exz. Schmitt-Ott, Vertreter aller Universitäten. Der Präsident des Kongresses und Präsident des Archäologischen Reichsinstituts, Professor Schede (Berlin), bemerkte, in der stattlichen Zahl der ausländischen Teilnehmer erkenne Deutschland dankbar, wieviel Vertrauen die archäologische Zunft dem Ernst der deutschen wissenschaftlichen Bestrebungen entgegenbringe.
Reichsminister Jtuft
als Schirmherr des Kongresses, sagte u. a.: Wenn Archäologie ursprünglich nichts anderes bedeutet als Erzählung alter Geschichten, so sind wir seit Beginn des 19. Jahrhunderts dazu gekommen, die Archäologie als die Wissenschaft von den Kunstdenkmälern des Altertums zu verstehen, und zwar zunächst fast ausschließlich des klassischen Altertums. Diese Auffassung hat seitdem ebenso wie die von der Altertumskunde tiefgehende Wandlungen durchgemacht, deren entscheidendste in unsere eigene gewaltige Zeit fällt. Die Ausgrabung ist das wichtigste Forschungsmittel der Archäologie. Ausgrabungen und Archäologie gilt vielen als dasselbe, und fast ist es so; nämlich wenn zum Ausgraben alles hinzugerechnet wird, worauf das wiedererstehende Kulturdenkmal Anspruch hat: Schutz gegen seinen weiteren Zerfall, Erledigung seiner wissenschaftlichen Gebaren und scharfen Gegensatz zu dem Uebereifer, mit dem frühere Generationen
Bad Kreuznach steht in diesen Tagen im Zeichen des Weines. Der Internationale Weinbaukongreß, der zuletzt in Lissabon getagt hatte, findet erstmals in Deutschland statt. Erstmals wird er auch nicht vom Internationalen Weinamt in Paris durchgeführt, sondern die deutschen Reichsnährstandsstellen haben die Aufgabe übernommen, den Kongreß zu organisieren. Nahezu 1000 Teilnehmer hatten sich am Montagmorgen im Kurhaus versammelt, um der feierlichen Eröffnung durch den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Darre, beizuwohnen. Von den Balkonen des Saals leuchteten in bunten Farben die Fahnen der 23 Nationen, die in Bad Kreuznach vertreten sind. Webers „Euryanthe"- Ouvertüre leitete den Festakt ein. Dann ergriff der geschäftsführende Präsident des Kongresses und Vorsitzende der HV. der deutschen Weinbauwirtschaft, Edmund Diehl, das Wort zur Begrüßung. Der Präsident des Internationalen Weinamtes Paris, Senator Edouard Barth e, sagte dann, es sei von größtem Nutzen, daß in einer Zeit, in der die Regierungen mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die überall in geringerem oder größerem Ausmaß zur Anwendung der Planwirtschaft nötigen, die angesehensten Vertreter der Weinbauländer zusammenzurufen. Die Probleme, die sich gebieterisch stellten, seien äußerst komplizierter Natur, sie bedingen internationale Vereinbarungen. Kein Land habe besser als Deutschland das Beispiel für die fruchtbringende Zusammenarbeit fleißiger Winzer mit Wissenschaftlern aus Landwirtschaft und Chemie gegeben. Die Grüße des Internationalen Landwirtschaftsinstituts Rom überbrachte dessen Vizepräsident Francisco Bilbao, Spanien.
Oer Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darre nahm dann das Wort. Deutschland schätzt sich glücklich, so sagte er, Gastgeber des Internationalen Weinbaukongresses zu sein. Wenn wir auch nicht zu den Ländern gehören, die im Großen Weinbau betreiben, so glaube ich doch, daß Ihnen die Leistungen des deutschen Winzers, der deutschen Weinwirtschaft und der Wissenschaft wertvolle Anregungen für Ihre Arbeit geben können. Sie werden sehen, daß trotz aller Verschiedenheit des Bodens, des Klimas, des Witterungsverlaufes und der Reben in fast allen Ländern die gleichen oder ähnlichen Probleme auftauchen. An der nördlichen Grenze des Weinbaues steht der Winzer vor außerordentlich schwierigen Aufgaben, wie man sie in den klimatisch bevorzugten Ländern nicht oder nicht in diesem Umfang kennt. Der Weinbau mußte in Deutschland mit Rücksicht auf den vor-, dringlicheren Bedarf an anderen Erzeugnissen auf Flächen beschränkt werden, die sich nicht für den Anbau ernährungswirtschaftlich wichtigerer Erzeugnisse eignen. Sie werden sich davon überzeugen können, daß der Weinbau bei uns vielfach a n Steilhängen betrieben wird, die für eine andere Nutzung nicht in Frage kommen.
Aegypten stellt den Bau der Kasernen in der Suezkanal-?one ein.
London, 21. Aug. (Europapreß.) Auf Beschluß der ägyptischen Regierung wurde der Bau der Kasernen für die britischen Truppen in der Suezkanal- Zone vorläufig eingestellt. Der Entschluß wird mit Ersparnisrücksichten begründet. Man erinnert sich, daß die Zurückziehung der englischen Truppen aus den ägyptischen Garnisonen und ihre Konzentrierung in der Suezkanal- Zone einer der Hauptpunkte des englisch- ägyptischen Vertrages von 1936 gewesen ist Von England war damals die Zurückziehung davon abhängig gemacht worden, daß die ägyptische Regierung dieKostenfürdenBauderKa- fernen — deren Höhe nachträglich auf 12 Millionen Pfund Sterling errechnet wurde — zu drei Vierteln aufbringen sollte. Im August 1938 hatte sich dann aber England in einem Nachtrags-Abkommen bereiterklärt, seinen Beitrag auf die Hälfte der Kosten zu erhöhen. Jrn übrigen verlautet, daß England bei der ägyptischen Regierung 'seinen Einfluß zugunsten der Einstellung des Kasernen-Baues geltend gemacht hat.
Abschluß
der serbisch-kroatischen Besprechungen.
Belgrad, 21. August. (Europapreß.) Die serbisch-kroatischen Besprechungen in Bled haben ihren Abschluß gefunden. In Bled trafen die beiden Mit-
von Ausgräbern den Boden umschichteten, um ihm Kunstwerke zu Schauzwecken zu entreißen wob ec alles Unansehnliche wie Schlacke liegen blieb und verkam.
Adolf Hitler, so fuhr der Minister fort, bezeichnete es als „gefährlich", wenn die allgemeine Bildung einer Nation immer ausschließlicher aus die realen Fächer eingestellt wird. Sie muß im Gegenteil eine ideale sein und mehr den Huma- ni st i scheu Fächern entsprechen; im anderen Falle verzichtet man auf Kräfte, welche für die Erhaltung der Nation immer noch wichtiger sind als alles technische und sonstige Können. Römische Geschichte ist und bleibt die beste Lehrmeisterin nicht nur für heute, sondern für alle Zeiten. Auch das hellenische Kulturideal soll uns in seiner vorbildlichen Schönheit erhalten bleiben."
Damit ist die deutsche Stellung festgelegt: Es ist der Wille der deutschen Staatsführung, der großen Tradition der deutschen Altertumsforschung und dem Bekenntnis zu den antiken Bildungswerten treu zu bleiben. Dieser Wille verbindet uns mit all denen, die dem Geiste von Hellas und Rom sich verwandt fühlen, die ihre Schöpfungen für sich fruchtbar werden lassen und einer immer klareren und wahreren Erkenntnis durch ernste Forschung kundgeben. Aus solchem Geiste heraus erfüllt Deutschland das 1930 gegebene Versprechen, die 6. Tagung durchzuführen und begrüßt alle Teilnehmer mit herzlicher Freude und dem Wunsche, daß ihre Arbeit erfolgreich sei. Als Schirmherr dieser Tagung, zugleich im Namen der Reichsregierung, erkläre ich den 6. Internationalen Kongreß für Archäologie für eröffnet.,
Gerade weil die Natur immer wieder den Lohn der mühsamen Arbeit des Winzers beeinträchtigt und schmälert, gehört dem Winzer unsere besondere Betreuung und Förderung. Ich erwähne neben der durch fortschreitende Technisierung erleichterten Weinbergsarbeit die Rebenzüchtung sowie Sie Auslese der richtigen Rebensorten und des besten Pflanzengutes. Die durch Rebschädlinge und Krankheiten oder durch Früh- und Spätfröste hervor- gcrufenen Ertragsschwankungen sind bei den Witterungsverhältnissen Deutschlands größer als in den günftig gelegenen Ländern. Wissenschaftliche 'Forschung hat aber auch hier die Grundlage für eine ertragssichere Arbeit des Winzers geschaffen. Der Weinbehandlung und -pflege sowie den Fragen der Kellerwirtschaft kommt bei uns besondere Bedeutung zu, weil die Eigenart des deutschen Weines, seine" natürliche Frische, feine angenehme Säure und fein Duft in seiner Mannigfaltigkeit erhalten und ausgebaut werden muß. Um auch den Kleinwinzer in die Lage zu versetzen, ordnungsgemäß behandelten Wein zu gewinnen, werden mit staatlicher Förderung in planmäßiger Folge Winzer-Genossenschaften gegründet, die vornehmlich den Kleinwinzer von der schwierigen Weinbehandlung und auch von der Sorge des Weinabsatzes befreien.
Die Bedeutung des Weinbaues wird offenbar, wenn man sich vergegenwärtigt, für wieviele Ver- wertungs- und Industriebetriebe die Erzeugnisse des Weinbaues Ausgangsprodukte sind. Der Frischmarkt nimmt in zunehmendem Maße Weintrauben auf. Die in starkem Ansteigen begriffene Trauben* s ü ß m o st h e rst e l l u n g ermöglicht eine vorteilhafte Verwertung der für die Weingewinnung nicht geeigneten geringen Traubenqualitäten mit hoher Säure. Die Schaumwein- und Brannt- weinindustrie sowie die Hersteller von Weinessig, Wermutwein und verwandten Erzeugnissen haben einen großen Anteil an der Unterbringung der Weinbauerzeugnisse. Obwohl der Wein als kostbares und herrliches Kulturgut in fast allen Kultur- ftaaten Freunde gefunden hat, bleibt auch auf dem Gebiet der Weinwerbung noch manches, zu tun. Es kann uns allerdings nicht darum gehen, den Weinkonsum um jeden Preis zu heben. Unsere Aufgabe muß es vielmehr sein, den wirklichen Genuß an Wein unter Beachtung gesundheitlicher Erfordernisse in weite Kreise zu tragen. Nicht dem gesteigerten Alkoholgenuß oder Mißbrauch wollen mir das Wort reden, sondern die guten, nicht gesundheitsschädlichen, vielmehr os. gesundheitsfördernden Eigenschaften hochwertiger, möglichst naturreiner Weine Herausstellen. Ich darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Arbeit dieses Kongresses über den fachlichen Rahmen hinaus mit dazu beiträgt, die mit dem Weinbau und dem Wein verbundenen Menschen einander näher zu bringen und das gegenseitige Verständnis der friedliebenden Völker zu fördern.
Glieder des Regentschaftsrates Stankowitfch und P ero witsch, Ministerpräsident Zwetko- witsch und die meisten Mitglieder seiner Regierung ein. Den ganzen Tag über fanden zahlreiche Besprechungen statt, an denen auch der Senatspräsident und Führer der Slowenen in der Regierungspartei, Koroschetz, teilnahm. Man erwartet, daß der Regentschaftsrat sich in kürzester Zeit dazu äußern wird, ob er der zwischen Zwetkowitsch und Matschet zustandegekommenen Vereinbarung zustimmt.
Australien unter der riesigen Rüstungslast.
N. T. London, 21. August.
Aus Canberra wird bekannt: Die australische Oeffentlichkeit klagt über die wahnsinnigen Ausgaben für die Aufrüstungszwecke. Bei Wiederzusammentritt des Parlaments wird das Haus aufgefordert werden, einer Erhöhung des Aufrüstunasfonds um weitere fünf Millionen Australienpfund zuzustimmen. Der letzte Ausweis sah für die nächsten drei Jahre 63 Millionen vor. Seitdem wurde diese Summe jedoch auf 80 Millionen erhöht, was für Australien bei seiner dünnen Bevölkerung einen riesigen Betrag ausmacht. Die weitere Erhöhung um 5 Millionen wird daher von der Oeffentlichkeit nicht ohne weiteres hingenommen werden, zumal die Regierung vorhat, diesen Betrag durch eine Steuererhöhung hereinzubekommen. Aus
diesem Grunde beschäftigt man sich auch lebhaft mit den Unkosten, die der Umbau der Residenz des neuen Generalgouverneurs mit sich bringen wird. Sie wur- den vor noch nicht allzu langer Zelt mit 10 000 Pfund angegeben. Heute heißt es, sie wurden sich nur auf rund 80 000 Pfund belaufen. Es handelt sich um den Sitz „Yarralumla" in der Nahe der Bundeshauptstadt. Dieses alte und für die ihm zugedachte Aufgabe völlig unzureichende Gebäude hat der Regierung bereits 120 000 Pfund gekostet.
Oer Sprachengebrauch im Protektorat.
Die Protektoratsregierung hat einen Regierungsbeschluß über die Regelung des Sprachengebrauchs im Protektorat veröffentlicht. Danach erfolgt der amtliche Verkehr der Organe des Protektorats Böhmen und Mähren mit den Organen des Reiches in deutscher Sprache. Dasselbe gilt auch für alle öffentlichen Körperschaften im Protektorat. Im amtlichen Verkehr der Organe des Protektorats mit den Amtsstellen fr e mb er Staaten wird dort, wo bisher die tschechische Sprache ausschließlich oder neben einer anderen Sprache gebraucht wurde, immer auch die deutsche Sprache verwendet werden. Die Organe des Protektorats geben alle De^wal° tungsverordnungen in beiden sprach e n heraus. Sie haben die deutsche Sprache im schriftlichen Verkehr mit jenen Organen und An- gestellten des Staates sowie mit jenen öffentlichen Körperschaften anzuwenden, die für die d e u t s ch e Bevölkerung bestimmt sind, wie z. B. schulen, Theater usw., oder mit jenen öffentlichen Körperschaften, die nur die deutsche Geschäftssprache fuhren, z. B. mit deutschen Gemeinden.
Alle Zahlungsmittel aus Metall und Papier sowie Stempel-, Po st marken und sonstige Wertzeichen werden in beiden Sprachen herausgegeben. Gebäude, in denen Organe des Protektorats untergebracht sind, werden in 'beiden Sprachen bezeichnet, ebenso alle Einrichtungen die dem öffentlichen Straßen-, dem Straßenbahn-, dem Kraftwagen-, dem Schiffs- und Postverkehr dienen. Auch die Verbotsschilder und dergleichen, im Eisenbahnverkehr die Bahnsteigsbezeichnungen, die Zugangstafeln ufw. sind in beiden Sprachen anzufertigen. Organe und öffentliche Körperschaften, die nur für die deutsche Bevölkerung bestimmt sind, haben nur die deutsche Sprache anzuwenden. Im mündlichen Verkehr ist so vorzugehen, daß jeder Beteiligte der Verhandlung richtig folgen kann, ohne daß er einen Dolmetscher hinzuziehen müßte. Die äußere Bezeichnung auf Gebäuden, in denen Behörden untergebracht sind, deren Wirkungskreis sich auf das ganze Gebiet des Protektorats oder eines feiner Länder bezieht, erfolgt in beiden Sprachen.
Krastfahrzeug-Gperraum wegen Manöver.
Berlin, 19. August. DNB. Die im Rahmen der Herbstübungen der Wehrmacht vorgesehenen Manöver der motorisierten Truppen finden vom 10. — 18. September 1939 im Raume Br üx—Fr e ib e r g—Ch emni tz—Z wickau— Plaue n—H o f—Wa l d m ü n ch e n—P rotekto- ratsgrenze statt. Die Straßen innerhalb dieses Raumes werden in dieser Zeit durch Wehrmachtfahrzeuge stark in Anspruch genommen sein. Aus Sicherheitsgründen müssen die Straßen in dem vorbezeichneten Raum von allem übrigen Kraftfahrzeugverkehr möglichst frei- gehalten werden. Wie verlautet, sollen zur Zeit der Uebungen in Orten innerhalb des genannten Raumes größere Gesellschaftstagungen ftattfinben. Eine Einfahrt mit Kraftfahrzeugen zu diesen Tagungen kann nicht gestattet werden. Es ist daher zweckmäßig, die geplanten Tagungen vor oder nach den Hebungen zu legen. Personen, die m der Zeit vom 10.—18. September aus bringen- den Gründen mit Kraftfahrzeugen in den Sperraum einzureifen beabsichttgen ober die deutschen Badeorte innerhalb des Sperraums zum Kuraufenthalt besuchen wollen, haben sich von ihrer Heimatbehörde eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen. Auf Grund dieser Bescheinigung werden ihnen von den Zwil- behörden (Polizeipräsident, Landräte), die ihren Dienstfitz um den Sperraum haben, Einreisegenehmigungen mit Kraftfahrzeugen erteilt.
Berdunkelungsübung an Mein und Ruhr.
Köln, 22. August. (DNB. Funkspruch.) Am Montagabend begann eine große Verdunkelung im Rheinland und im Ruhrgebiet, die bis zum Morgengrauen des Mittwoch dauern wird. Die Städte und Dörfer der Regierungsbe- zirke Köln und Düsseldorf sowie in Teilen der Regierungsbezirke Münster und Arnsberg liegen in diesen beiden Nächten in völliger Dunkelheit. Auch über dem Rhein liegt tiefe Dunkelheit, nur von den Brücken leuchten die grünen Positionslichter herab. An den großen Bahnhöfen brannte kaum ein Licht, aber dennoch wickelte sich der außerordentlich starke Verkehr ohne Verzögerung ab.
Meine politische Nachrichten.
In Berlin empfing Reichsminister Dr. Goebbels eine Abordnung der deutsch-italienischen Freundschaftsfah^rt Rom—Berlin- Rom. Gauleiter Bonamici war mit einer größeren Zahl seiner italienischen Kameraden gekommen, um dem Minister die Grüße der italienischen Jugend zu entbieten. In seiner Begleitung befand sich Stabs* sichrer Lauterbacher mit zehn Hitler-Jungen, die ebenfalls an dieser Freundschaftsfahrt teilnehmen.
In Bad Tölz besuchte der Jugendführer desDeutschenReichesin Begleitung des Verbindungsoffiziers des Oberkommandos der Wehrmacht, Oberstleutnant Völkers, das Führerlager des Gebietes Hochland bei Königsdorf an der Isar. 2400 Führer, unter ihnen die der Motor- und Nachrichteneinheiten, sind in dem Lager für über zwei Wochen zur Arbeit zusammengezogen.
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In D i e t r a m s z e l l, wo der verewigte R e ich s- präsidentvonHindenburg vom Jahre 1921 bis zum Jahre 1931 seine Sommerserien verbrachte, wurde am Sonntag durch Staatssekretär Hermann Esser ein von Bildhauer Professor T h o r a k geschaffenes Hindenburg-Denkmal enthüllt.
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Die britischen Kriegsschiffe, die in Alexandrien liegen, haben Befehl erhalten, in zwei Tagen •gu einer längeren Fahrt im östlichen Mittelmeex auszulaufen.
Internationaler Weinbaukongreß in Bad Kreuznach.


