Ausgabe 
22.8.1939
 
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Im Geiste von Hellas und ORom. rxeichsminister Rust eröffnet den Internationalen Kongreß für Archäologie.

aus dem das Deutschland der Vorkriegszeit Holz, Flachs, Weizen, Felle, Petroleum ufw. bezog, mäh­rend die Russen die besten Abnehmer für die Er­zeugnisse unserer hoch entwickelten Industrie waren. Auch heute noch führt die Sowjetunion mit Aus­nahme von Weizen die gleichen Waren aus, ander­seits bleibt sie auf lange Jahre hinaus für de u t- s ch e Jndustrieerzeugnisse sowie für Maschinen unbegrenzt aufnahmefä h i g. Trotz der inzwischen fortgeschrittenen Industrialisie­rung der Sowjetunion ist der Bedarf an neuen Ma­schinen sehr stark, dct erfahrungsgemäß die begin­nende Industrialisierung derart weiter Gebiete zu­nächst bei der gewissermaßen groben Verarbeitung der Rohstoffe einfetzt.

Die Anbahnung der deutsch-russischen Wirtschafts­beziehungen ist nach dem Kriege zunächst nur zögernd vonstatten gegangen. Von 1924 an hat dann die deutsche Industrie Lieferungen großen Umfanges nach Sowjetrußland ausgeführt, so daß dieser Staat zeitweilig einen hervorragenden Platz in der deutschen Ausfuhr einnahm. Aber schon vor der Machtübernahme war der Handel stark gesun­ken. Im letzten Handelsabkommen von 1935 war den Russen ein Warenkredit von 200 Millionen R M. zur Verfügung gestellt wor­den, der aber erst im Laufe dieses Jahres erschöpft wurde. In den letzten Jahren bezog Rußland seine Waren aus den USA. und aus England, während es sich im Verkehr mit Deutschland hauptsächlich darauf beschränkte, Ersatzteile für früher gelieferte deutsche Maschinen bei uns zu bestellen. Das aber widersprach offensichtlich dem natürlichen Austauschbedürfnis der beiden Staaten. Run ist ein neues Abkommen geschlossen, das zu­nächst 200 Millionen RM. als Warenkredit zur Verfügung stellt, ähnlich wie es schon 1935 geschehen ist. Die Rückzahlung dieses Kredits erfolgt durch Waren im Laufe einiger Jahre nach genau vereinbarten Fristen. Darüber hinaus ist ein Handelsabkommen getroffen, das für zwei Jahre die Lieferung von Waren für 180 Millionen RM. aus Sowjetrußland zum Gegenstand hat. Dieser Betrag kann aber durch beiderseitige Vereinbarung noch eine Erhöhung finden. Damit ist der Handels­verkehr zwischen Deutschland und der Sowjetunion auf eine neue Grundlage gestellt und wird die Auf­gabe erfüllen, einen Austausch herbeizuführen, der den natürlichen Bedürfnissen gerecht wird.

Konferenz der Oslostaaien.

Besprechungen über Neutralitäts- und Unabhängigkeitspolitik.

Brüssel, 21. Aug. (DNB.) Wie amtlich ver­lautet, wird am Mittwoch in Brüssel eine Kon­ferenz der Oslostaaten eröffnet werden, zu der die Außenminister der sieben Oslostaaten Belgien, Holland, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Nor­wegen und Finnland in Brüssel erwartet wer­den. Das Konferenzprogramm ist noch nicht festge­legt worden, jedoch nimmt man an, daß im Mittel­punkt der Besprechungen die N e u t r a l i t ä t s - und Unabhängigkeitspolitik der Oslo- Staaten stehen wird, außerdem die Probleme des Sanktionsartikels 16, die Versuche Englands, den neutralen Staaten unerwünschteGarantien aufzuzwingen, die Frage der Ueberfliegung des Gebiets der neutralen Staaten im Kriegsfälle so­wie wirtschaftliche Probleme.

Zu Artikel 16 wurde die Stellungnahme der neu­tralen Staaten schon auf der Kopenhagener Tagung im Juli v.J. festgelegt. Die Oslostaaten wie auch andere Länder haben festgestellt, daß die Sanktions­verpflichtungen nicht mehr als allgemein­bindend betrachtet werden können. Bei Ueberfliegung neutralen Gebietes durch Flugzeuge kriegführender Mächte ein Pro­blem, das besonders Belgien und Holland betrifft wird nach belgischer Auffassung die belgische Luftverteidigung gegen jedes Militärflugzeug, das Belgien überfliegt, aktiv vorgehen. Eine entspre­chende Auffassung ist auch schon von der holländi- fchen Regierung bekanntgegeben worden. Zu der Garantiefrage wird schließlich in unterrichteten Kreisen betont, daß Belgien ebenso wie auch Hol­land und die skandinavischen Staaten jede Auf- zwingung einer unerwünschten Ga­rant i e a b l e h n t, da es sich durch die bestehen­den Garantien Deutschlands, Englands und Frank­reichs als genügend gesichert betrachtet. Von amtlicher belgischer Seite wird schließlich darauf hingewiesen, daß der bevorstehenden Konferenz kein außerordentlicher Charakter beizumessen sei. Es handele sich um die seit der Osloer Konferenz ü b - liche jährliche Zusammenkunft der betreffenden Staaten. Nachdem die Besprechungen der letzten Jahre in Kopenhagen stattgefunden hätten, sei die­ses Jahr die Reihe ohnehin an der belgischen Hauptstadt.

Ministerbesprechungen in London.

London, 21. Aug. (Europapreß.) Kurz nach seiner Rückkehr aus Schottland empfing Minister­präsident Chamberlain am Montagvormittag den fast zu gleicher Zeit in London eingetroffenen Außenminister Lord Halifax. Der Außenminister war um 6.30 Uhr früh von seinem Landsitz Pork- shire, wo er sich am Sonntag nur wenige Stunden hatte aufhalten können, zurückgekehrt und hatte noch in den frühen Morgenstunden seine Tätigkeit im Außenministerium ausgenommen, um die von den verschiedenen europäischen Hauptstädten einge­laufenen Berichte zu studieren und sich über die letzte Entwicklung im Fernen Osten unterrichten zu lassen. Die Besprechungen, die Chamberlain am Montagvormittag mit Lord Halifax hatte, wurden am Nachmittag fortgesetzt. Lord Halifax war Gast Chamberlains in Downing Street zum Mittagessen. Nacheinander empfing der Ministerpräsident dann die Minister für Materialbeschaffung, Bürgin, Innenminister Sir Samuel Hoare und Schatz­kanzler Sir John S i m o n. Kriegsminister H o r e - Belisha traf im Flugzeug am Montagnachmittag in England ein. Hore-Belisha, der vor seinem Ab­flug aus Paris eine einstündige Unterredung mit Ministerpräsident Daladier hatte, wird noch vor der Kabinettssitzung am Dienstag die Eindrücke, die er in Paris gewonnen hat, Chamberlain und Halifax übermitteln. An der Dienstagsitzung nehmen alle Minister mit Ausnahme des Lordkanzlers Lord Maugham teil, der sich in Kanada befindet.

Oie Militärbesprechungen in Moskau.

L o n d o n , 21. August. (Europapreß.) Die englisch­französisch-sowjetrussischen Militärbesprechungen in Moskau, die am Montag wieder ausgenommen wur­den, haben knapp drei Stunden gedauert. Sie waren ursvrünglich auf mindestens vier Stunden bemessen um. sollten am Nachmittag fortgesetzt werden.

Berlin, 21. Aug. (DNB.) In der Universität Berlin wurde von Reichsminister Rust der 6.Jn- ternationale Kongreß für Archäolo­gie eröffnet. U. a. sah man den verehrungswur- digen Altmeister der Archäologie, Wilhelm D ö r p- feld Exz. Schmitt-Ott, Vertreter aller Uni­versitäten. Der Präsident des Kongresses und Prä­sident des Archäologischen Reichsinstituts, Professor Schede (Berlin), bemerkte, in der stattlichen Zahl der ausländischen Teilnehmer erkenne Deutschland dankbar, wieviel Vertrauen die archäologische Zunft dem Ernst der deutschen wissenschaftlichen Bestre­bungen entgegenbringe.

Reichsminister Jtuft

als Schirmherr des Kongresses, sagte u. a.: Wenn Archäologie ursprünglich nichts anderes bedeutet als Erzählung alter Geschichten, so sind wir seit Beginn des 19. Jahrhunderts dazu gekommen, die Archä­ologie als die Wissenschaft von den Kunstdenkmälern des Altertums zu verstehen, und zwar zunächst fast ausschließlich des klassischen Altertums. Diese Auffassung hat seitdem ebenso wie die von der Altertumskunde tiefgehende Wandlungen durchgemacht, deren entscheidendste in unsere eigene gewaltige Zeit fällt. Die Ausgrabung ist das wichtigste Forschungsmittel der Archäologie. Aus­grabungen und Archäologie gilt vielen als das­selbe, und fast ist es so; nämlich wenn zum Aus­graben alles hinzugerechnet wird, worauf das wie­dererstehende Kulturdenkmal Anspruch hat: Schutz gegen seinen weiteren Zerfall, Erledigung seiner wissenschaftlichen Gebaren und scharfen Gegensatz zu dem Uebereifer, mit dem frühere Generationen

Bad Kreuznach steht in diesen Tagen im Zeichen des Weines. Der Internationale Weinbaukongreß, der zuletzt in Lissabon getagt hatte, findet erstmals in Deutschland statt. Erstmals wird er auch nicht vom Internationalen Weinamt in Paris durch­geführt, sondern die deutschen Reichsnährstands­stellen haben die Aufgabe übernommen, den Kon­greß zu organisieren. Nahezu 1000 Teilnehmer hat­ten sich am Montagmorgen im Kurhaus versam­melt, um der feierlichen Eröffnung durch den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Darre, beizuwohnen. Von den Balkonen des Saals leuchteten in bunten Farben die Fahnen der 23 Nationen, die in Bad Kreuznach vertreten sind. WebersEuryanthe"- Ouvertüre leitete den Festakt ein. Dann ergriff der geschäftsführende Präsident des Kongresses und Vorsitzende der HV. der deutschen Weinbauwirtschaft, Edmund Diehl, das Wort zur Begrüßung. Der Präsident des Inter­nationalen Weinamtes Paris, Senator Edouard Barth e, sagte dann, es sei von größtem Nutzen, daß in einer Zeit, in der die Regierungen mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die über­all in geringerem oder größerem Ausmaß zur An­wendung der Planwirtschaft nötigen, die angesehen­sten Vertreter der Weinbauländer zusammenzurufen. Die Probleme, die sich gebieterisch stellten, seien äußerst komplizierter Natur, sie bedingen inter­nationale Vereinbarungen. Kein Land habe besser als Deutschland das Beispiel für die fruchtbringende Zusammenarbeit fleißiger Winzer mit Wissenschaft­lern aus Landwirtschaft und Chemie gegeben. Die Grüße des Internationalen Landwirtschaftsinstituts Rom überbrachte dessen Vizepräsident Francisco Bilbao, Spanien.

Oer Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darre nahm dann das Wort. Deutschland schätzt sich glück­lich, so sagte er, Gastgeber des Internationalen Weinbaukongresses zu sein. Wenn wir auch nicht zu den Ländern gehören, die im Großen Weinbau be­treiben, so glaube ich doch, daß Ihnen die Leistun­gen des deutschen Winzers, der deutschen Wein­wirtschaft und der Wissenschaft wertvolle Anregun­gen für Ihre Arbeit geben können. Sie werden sehen, daß trotz aller Verschiedenheit des Bodens, des Klimas, des Witterungsverlaufes und der Reben in fast allen Ländern die gleichen oder ähn­lichen Probleme auftauchen. An der nördlichen Grenze des Weinbaues steht der Winzer vor außerordentlich schwierigen Aufgaben, wie man sie in den klimatisch bevorzugten Ländern nicht oder nicht in diesem Umfang kennt. Der Weinbau mußte in Deutschland mit Rücksicht auf den vor-, dringlicheren Bedarf an anderen Erzeugnissen auf Flächen beschränkt werden, die sich nicht für den Anbau ernährungswirtschaftlich wichtigerer Erzeug­nisse eignen. Sie werden sich davon überzeugen können, daß der Weinbau bei uns vielfach a n Steilhängen betrieben wird, die für eine an­dere Nutzung nicht in Frage kommen.

Aegypten stellt den Bau der Kasernen in der Suezkanal-?one ein.

London, 21. Aug. (Europapreß.) Auf Beschluß der ägyptischen Regierung wurde der Bau der Ka­sernen für die britischen Truppen in der Suezkanal- Zone vorläufig eingestellt. Der Entschluß wird mit Ersparnisrücksichten begründet. Man erinnert sich, daß die Zurückziehung der englischen Truppen aus den ägyptischen Garni­sonen und ihre Konzentrierung in der Suezkanal- Zone einer der Hauptpunkte des englisch- ägyptischen Vertrages von 1936 gewesen ist Von England war damals die Zurückziehung davon abhängig gemacht worden, daß die ägyptische Regierung dieKostenfürdenBauderKa- fernen deren Höhe nachträglich auf 12 Mil­lionen Pfund Sterling errechnet wurde zu drei Vierteln aufbringen sollte. Im August 1938 hatte sich dann aber England in einem Nachtrags-Abkom­men bereiterklärt, seinen Beitrag auf die Hälfte der Kosten zu erhöhen. Jrn übrigen verlautet, daß England bei der ägyptischen Regierung 'seinen Einfluß zugunsten der Einstellung des Kasernen-Baues geltend gemacht hat.

Abschluß

der serbisch-kroatischen Besprechungen.

Belgrad, 21. August. (Europapreß.) Die ser­bisch-kroatischen Besprechungen in Bled haben ihren Abschluß gefunden. In Bled trafen die beiden Mit-

von Ausgräbern den Boden umschichteten, um ihm Kunstwerke zu Schauzwecken zu entreißen wob ec alles Unansehnliche wie Schlacke liegen blieb und verkam.

Adolf Hitler, so fuhr der Minister fort, be­zeichnete es alsgefährlich", wenn die allgemeine Bildung einer Nation immer ausschließlicher aus die realen Fächer eingestellt wird. Sie muß im Gegenteil eine ideale sein und mehr den Huma- ni st i scheu Fächern entsprechen; im anderen Falle verzichtet man auf Kräfte, welche für die Erhaltung der Nation immer noch wichtiger sind als alles technische und sonstige Können. Römische Geschichte ist und bleibt die beste Lehrmeisterin nicht nur für heute, sondern für alle Zeiten. Auch das hellenische Kulturideal soll uns in seiner vorbild­lichen Schönheit erhalten bleiben."

Damit ist die deutsche Stellung festgelegt: Es ist der Wille der deutschen Staatsführung, der gro­ßen Tradition der deutschen Alter­tumsforschung und dem Bekenntnis zu den antiken Bildungswerten treu zu bleiben. Dieser Wille verbindet uns mit all denen, die dem Geiste von Hellas und Rom sich verwandt fühlen, die ihre Schöpfungen für sich fruchtbar werden lassen und einer immer klareren und wahreren Erkenntnis durch ernste Forschung kundgeben. Aus solchem Geiste heraus erfüllt Deutschland das 1930 gegebene Versprechen, die 6. Tagung durchzuführen und be­grüßt alle Teilnehmer mit herzlicher Freude und dem Wunsche, daß ihre Arbeit erfolgreich sei. Als Schirmherr dieser Tagung, zugleich im Namen der Reichsregierung, erkläre ich den 6. Internationalen Kongreß für Archäologie für eröffnet.,

Gerade weil die Natur immer wieder den Lohn der mühsamen Arbeit des Winzers beeinträchtigt und schmälert, gehört dem Winzer unsere besondere Betreuung und Förderung. Ich erwähne neben der durch fortschreitende Technisierung erleichterten Wein­bergsarbeit die Rebenzüchtung sowie Sie Auslese der richtigen Rebensorten und des besten Pflanzengutes. Die durch Rebschädlinge und Krank­heiten oder durch Früh- und Spätfröste hervor- gcrufenen Ertragsschwankungen sind bei den Witte­rungsverhältnissen Deutschlands größer als in den günftig gelegenen Ländern. Wissenschaftliche 'For­schung hat aber auch hier die Grundlage für eine ertragssichere Arbeit des Winzers geschaffen. Der Weinbehandlung und -pflege sowie den Fragen der Kellerwirtschaft kommt bei uns beson­dere Bedeutung zu, weil die Eigenart des deutschen Weines, seine" natürliche Frische, feine angenehme Säure und fein Duft in seiner Mannigfaltigkeit er­halten und ausgebaut werden muß. Um auch den Kleinwinzer in die Lage zu versetzen, ordnungs­gemäß behandelten Wein zu gewinnen, werden mit staatlicher Förderung in planmäßiger Folge Win­zer-Genossenschaften gegründet, die vor­nehmlich den Kleinwinzer von der schwierigen Wein­behandlung und auch von der Sorge des Wein­absatzes befreien.

Die Bedeutung des Weinbaues wird offenbar, wenn man sich vergegenwärtigt, für wieviele Ver- wertungs- und Industriebetriebe die Erzeugnisse des Weinbaues Ausgangsprodukte sind. Der Frischmarkt nimmt in zunehmendem Maße Weintrauben auf. Die in starkem Ansteigen begriffene Trauben* s ü ß m o st h e rst e l l u n g ermöglicht eine vorteil­hafte Verwertung der für die Weingewinnung nicht geeigneten geringen Traubenqualitäten mit hoher Säure. Die Schaumwein- und Brannt- weinindustrie sowie die Hersteller von Wein­essig, Wermutwein und verwandten Erzeugnissen haben einen großen Anteil an der Unterbringung der Weinbauerzeugnisse. Obwohl der Wein als kost­bares und herrliches Kulturgut in fast allen Kultur- ftaaten Freunde gefunden hat, bleibt auch auf dem Gebiet der Weinwerbung noch manches, zu tun. Es kann uns allerdings nicht darum gehen, den Weinkonsum um jeden Preis zu heben. Unsere Aufgabe muß es vielmehr sein, den wirklichen Ge­nuß an Wein unter Beachtung gesundheitlicher Erfordernisse in weite Kreise zu tragen. Nicht dem gesteigerten Alkoholgenuß oder Mißbrauch wollen mir das Wort reden, sondern die guten, nicht ge­sundheitsschädlichen, vielmehr os. gesundheitsför­dernden Eigenschaften hochwertiger, möglichst natur­reiner Weine Herausstellen. Ich darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Arbeit dieses Kongresses über den fachlichen Rahmen hinaus mit dazu bei­trägt, die mit dem Weinbau und dem Wein ver­bundenen Menschen einander näher zu bringen und das gegenseitige Verständnis der friedliebenden Völker zu fördern.

Glieder des Regentschaftsrates Stankowitfch und P ero witsch, Ministerpräsident Zwetko- witsch und die meisten Mitglieder seiner Regie­rung ein. Den ganzen Tag über fanden zahlreiche Besprechungen statt, an denen auch der Senats­präsident und Führer der Slowenen in der Regie­rungspartei, Koroschetz, teilnahm. Man erwar­tet, daß der Regentschaftsrat sich in kürzester Zeit dazu äußern wird, ob er der zwischen Zwetkowitsch und Matschet zustandegekommenen Vereinbarung zustimmt.

Australien unter der riesigen Rüstungslast.

N. T. London, 21. August.

Aus Canberra wird bekannt: Die australische Oeffentlichkeit klagt über die wahnsinnigen Ausgaben für die Aufrüstungszwecke. Bei Wiederzusammentritt des Parlaments wird das Haus aufgefordert wer­den, einer Erhöhung des Aufrüstunasfonds um weitere fünf Millionen Australienpfund zu­zustimmen. Der letzte Ausweis sah für die nächsten drei Jahre 63 Millionen vor. Seitdem wurde diese Summe jedoch auf 80 Millionen erhöht, was für Australien bei seiner dünnen Bevölkerung einen riesigen Betrag ausmacht. Die weitere Er­höhung um 5 Millionen wird daher von der Oeffent­lichkeit nicht ohne weiteres hingenommen werden, zumal die Regierung vorhat, diesen Betrag durch eine Steuererhöhung hereinzubekommen. Aus

diesem Grunde beschäftigt man sich auch lebhaft mit den Unkosten, die der Umbau der Residenz des neuen Generalgouverneurs mit sich bringen wird. Sie wur- den vor noch nicht allzu langer Zelt mit 10 000 Pfund angegeben. Heute heißt es, sie wurden sich nur auf rund 80 000 Pfund belaufen. Es handelt sich um den SitzYarralumla" in der Nahe der Bundeshauptstadt. Dieses alte und für die ihm zu­gedachte Aufgabe völlig unzureichende Gebäude hat der Regierung bereits 120 000 Pfund gekostet.

Oer Sprachengebrauch im Protektorat.

Die Protektoratsregierung hat einen Regierungs­beschluß über die Regelung des Sprachengebrauchs im Protektorat veröffentlicht. Danach erfolgt der amtliche Verkehr der Organe des Protektorats Böhmen und Mähren mit den Organen des Reiches in deutscher Sprache. Das­selbe gilt auch für alle öffentlichen Körperschaften im Protektorat. Im amtlichen Verkehr der Organe des Protektorats mit den Amtsstellen fr e mb er Staaten wird dort, wo bisher die tschechische Sprache ausschließlich oder neben einer anderen Sprache gebraucht wurde, immer auch die deutsche Sprache verwendet werden. Die Organe des Protektorats geben alle De^wal° tungsverordnungen in beiden spra­ch e n heraus. Sie haben die deutsche Sprache im schriftlichen Verkehr mit jenen Organen und An- gestellten des Staates sowie mit jenen öffentlichen Körperschaften anzuwenden, die für die d e u t s ch e Bevölkerung bestimmt sind, wie z. B. schulen, Theater usw., oder mit jenen öffentlichen Körper­schaften, die nur die deutsche Geschäftssprache fuh­ren, z. B. mit deutschen Gemeinden.

Alle Zahlungsmittel aus Metall und Papier sowie Stempel-, Po st marken und sonstige Wertzeichen werden in beiden Sprachen herausgegeben. Gebäude, in denen Organe des Protektorats untergebracht sind, werden in 'beiden Sprachen bezeichnet, ebenso alle Einrich­tungen die dem öffentlichen Straßen-, dem Stra­ßenbahn-, dem Kraftwagen-, dem Schiffs- und Postverkehr dienen. Auch die Verbotsschilder und dergleichen, im Eisenbahnverkehr die Bahn­steigsbezeichnungen, die Zugangstafeln ufw. sind in beiden Sprachen anzufertigen. Organe und öffentliche Körperschaften, die nur für die deutsche Bevölkerung bestimmt sind, haben nur die deutsche Sprache anzuwenden. Im mündlichen Verkehr ist so vorzugehen, daß jeder Beteiligte der Verhand­lung richtig folgen kann, ohne daß er einen Dol­metscher hinzuziehen müßte. Die äußere Bezeich­nung auf Gebäuden, in denen Behörden unter­gebracht sind, deren Wirkungskreis sich auf das ganze Gebiet des Protektorats oder eines feiner Länder bezieht, erfolgt in beiden Sprachen.

Krastfahrzeug-Gperraum wegen Manöver.

Berlin, 19. August. DNB. Die im Rahmen der Herbstübungen der Wehrmacht vorgesehenen Manöver der motorisierten Truppen finden vom 10. 18. September 1939 im Raume Br üxFr e ib e r gCh emni tzZ wickau Plaue nH o fWa l d m ü n ch e nP rotekto- ratsgrenze statt. Die Straßen innerhalb dieses Raumes werden in dieser Zeit durch Wehrmacht­fahrzeuge stark in Anspruch genommen sein. Aus Sicherheitsgründen müssen die Straßen in dem vor­bezeichneten Raum von allem übrigen Kraftfahrzeugverkehr möglichst frei- gehalten werden. Wie verlautet, sollen zur Zeit der Uebungen in Orten innerhalb des genannten Raumes größere Gesellschaftstagungen ftattfinben. Eine Einfahrt mit Kraftfahrzeugen zu diesen Tagungen kann nicht gestattet werden. Es ist daher zweckmäßig, die geplanten Tagungen vor oder nach den Hebungen zu legen. Personen, die m der Zeit vom 10.18. September aus bringen- den Gründen mit Kraftfahrzeugen in den Sperraum einzureifen beabsichttgen ober die deut­schen Badeorte innerhalb des Sperraums zum Kuraufenthalt besuchen wollen, haben sich von ihrer Heimatbehörde eine Unbedenklichkeitsbe­scheinigung ausstellen zu lassen. Auf Grund dieser Bescheinigung werden ihnen von den Zwil- behörden (Polizeipräsident, Landräte), die ihren Dienstfitz um den Sperraum haben, Einreise­genehmigungen mit Kraftfahrzeugen erteilt.

Berdunkelungsübung an Mein und Ruhr.

Köln, 22. August. (DNB. Funkspruch.) Am Montagabend begann eine große Verdunkelung im Rheinland und im Ruhrgebiet, die bis zum Morgengrauen des Mittwoch dauern wird. Die Städte und Dörfer der Regierungsbe- zirke Köln und Düsseldorf sowie in Teilen der Regierungsbezirke Münster und Arns­berg liegen in diesen beiden Nächten in völliger Dunkelheit. Auch über dem Rhein liegt tiefe Dun­kelheit, nur von den Brücken leuchten die grünen Positionslichter herab. An den großen Bahnhöfen brannte kaum ein Licht, aber dennoch wickelte sich der außerordentlich starke Verkehr ohne Verzöge­rung ab.

Meine politische Nachrichten.

In Berlin empfing Reichsminister Dr. Goeb­bels eine Abordnung der deutsch-italieni­schen Freundschaftsfah^rt RomBerlin- Rom. Gauleiter Bonamici war mit einer größe­ren Zahl seiner italienischen Kameraden gekommen, um dem Minister die Grüße der italienischen Jugend zu entbieten. In seiner Begleitung befand sich Stabs* sichrer Lauterbacher mit zehn Hitler-Jungen, die ebenfalls an dieser Freundschaftsfahrt teilnehmen.

In Bad Tölz besuchte der Jugendführer desDeutschenReichesin Begleitung des Ver­bindungsoffiziers des Oberkommandos der Wehr­macht, Oberstleutnant Völkers, das Führerlager des Gebietes Hochland bei Königsdorf an der Isar. 2400 Führer, unter ihnen die der Motor- und Nachrichten­einheiten, sind in dem Lager für über zwei Wochen zur Arbeit zusammengezogen.

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In D i e t r a m s z e l l, wo der verewigte R e ich s- präsidentvonHindenburg vom Jahre 1921 bis zum Jahre 1931 seine Sommerserien verbrachte, wurde am Sonntag durch Staatssekretär Hermann Esser ein von Bildhauer Professor T h o r a k ge­schaffenes Hindenburg-Denkmal enthüllt.

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Die britischen Kriegsschiffe, die in Alexandrien liegen, haben Befehl erhalten, in zwei Tagengu einer längeren Fahrt im östlichen Mittelmeex auszulaufen.

Internationaler Weinbaukongreß in Bad Kreuznach.